UNSER ZIEL: MATERIALIEN FÜR EINE INTAKTE UMWELT
Wir arbeiten und forschen für eine umweltfreundlichen Produktion und Verarbeitung von Materialien - und deren Wiederverwendung. Zusammen mit unserem Netzwerk TECHNOS e.V. und den 29 regionalen Partnerunternehmen helfen wir besonders kleinen und mittelständischen Firmen, die Herstellung und Verarbeitung von Materialien effizienter zu gestalten und gleichzeitig den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dieses Forschungsfeld ist mittlerweile ein großes ökologisches Thema für die ganze Gesellschaft, denn jeder Konsum steht im Zusammenhang mit der Nutzung von Materialien und Verpackungen. So möchten wir über verschiedenartige Angebote Lösungsansätze wie den 3D-Druck von Metallen oder die Ökobilanzierung verständlich machen, und ein Bewußtsein für den Umgang mit Materialien in der eigenen Lebenswelt schaffen.
Im Projekt GROWTH nimmt die Hochschule Osnabrück die Zukunftsthemen der Region in den Blick. Gemeinsam mit Bürger*innen, Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gestalten wir die Zukunft der Materialwirtschaft. Schauen Sie doch mal in unseren Trailer und auf unsere Veranstaltungen. Über den Kontakt-Button können Sie auch gerne direkt Kontakt zu uns aufnehmen.
UNSERE FORSCHUNG: 3D-Druck und Lebenszyklus von Metallen
An einer Hochschule für angewandte Forschung werden die Projeke sehr praxisnah mit Unternehmen - oftmals für die Entwicklung einer ganz spezifischen Problemlösung - durchgeführt. Dafür arbeiten wir an der Hochschule in verschiedenen Laboren mit hochspezialisierten Anlagen und Maschinen. Diese bieten Studierenden und Wissenschaftler*innen die optimale Infrastruktur zum Lernen und Forschen.
Der TechCampus 3D-Materialdesign wurde 2019 in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk TECHNOS e.V. auf dem Gelände der KME Group gegründet und dient uns in GROWTH als RootsOrt für die gemeinsame Entwicklung. Dort nutzen wir spezielle Anlagen für den 3D-Druck von Metallen, um viele unserer Forschungsvorhaben umzusetzen. Der Campus ist auch ein zentraler Treffpunkt für Wissenschaftler:innen und Unternehmen. Gemeinsam möchten wir dort ein Zentrum für nachhaltige Materialtechnologien in der Region Osnabrück-Emsland aufbauen und unseren Forschungspartnern eine innovative Umgebung bieten, um u.a. die systematische Ermittlung von Umweltauswirkungen voranzubringen.
Am Technologiecampus für 3D-Materialdesign erforschen wir den 3D-Druck von Metallen. Dies umfasst die gesamte Prozesskette von der Herstellung des Metallpulvers über die Pulveraufbereitung bis hin zum Druck mittels Laserstrahlung. Unser Schwerpunkt liegt in der Entwicklung neuer Materialkonzepte und ihrer Anwendung in der Praxis. Der 3D-Druck (Additive Fertigung) basiert auf dem schichtweisen Aufbau von Bauteilen. Jede Schicht wird automatisch hinzugefügt, bis das fertige Bauteil entsteht. Dieser Prozess beeinflusst nicht nur die Form, sondern auch die Eigenschaften des Materials, was eine besondere Herausforderung darstellt.
Der 3D-Druck findet bereits in vielen Industrien Anwendung und wird immer wichtiger. Anwendungen reichen von Prototypen über Ersatzteile bis hin zu Bauteilen für die Luft- und Raumfahrt. Durch die werkzeuglose Herstellung können vielfältige Geometrien und neue Designmöglichkeiten realisiert werden.
Unsere Forschung beschäftigt sich mit nachhaltigen Legierungen, der Gestaltung komplexer Bauteile und der Verarbeitbarkeit verschiedener Materialien. Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind dabei zentrale Themen. Wir nutzen eine Life Cycle Assessment-Software (LCA), um die Umweltfolgen verschiedener Fertigungstechnologien und Materialien zu bewerten. Diese Software analysiert den gesamten Lebenszyklus eines Produkts, von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung. Zusätzlich setzen wir KI-Methoden ein, um Materialstrukturen zu rekonstruieren und die Erstarrungsvorgänge besser zu verstehen.
Der Technologiecampus für 3D-Materialdesign wurde 2019 in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk TECHNOS e.V. auf dem Gelände der KME Group errichtet. Hier, am "Innovation!RootsOrt", treiben wir neue Forschungsaktivitäten voran und fördern Kooperationen.
Ökobilanzierungen, auch bekannt als Life Cycle Assessments (LCA), erfassen die Umweltauswirkungen eines Produkts oder Prozesses. Sie analysieren sowohl die negativen Auswirkungen auf Boden, Luft und Wasser, als auch den Einsatz von Rohstoffen und die Emissionen während des Transports. Eine weitere Methode zur Bewertung der Umweltauswirkungen ist die Berechnung des CO2-Fußabdrucks, welche jedoch nur einen Teil der Gesamtauswirkungen berücksichtigt und häufig für einzelne Produkte durchgeführt wird.
Im Projekt GROWTH widmen wir uns der Ökobilanzierung von Prozessen und Produkten und unterstützen regionale Unternehmen bei Fragen zur Nachhaltigkeit. Mit einer LCA-Software untersuchen wir, wie groß die Umweltauswirkungen von Produktions- und Verarbeitungsprozessen sind und wie diese nachhaltig reduziert werden können. Die LCA-Software ermöglicht es, komplexe Prozesse oder Produkte individuell zu analysieren. Durch die Nutzung von verifizierten Datenbanken und Bewertungsfaktoren können die Umweltauswirkungen genau abgeschätzt werden. Ein großer Vorteil der Software ist, dass verschiedene Methoden zur Abschätzung der Umweltauswirkungen bereits integriert sind. Dies macht die Erstellung einer Ökobilanz oder die Berechnung eines CO2-Fußabdrucks effizienter und vereinfacht komplexe Berechnungen.
Quelle: Wühle, Michael: „Nachhaltigkeit messbar machen“, 4. Auflage, Berlin Springer Verlag, 2022, S. 152
Aktuelle Projekte
Seit über dreieinhalb Jahren entwickelt das europaweite Projekt topAM neue Materialien für umweltfreundliche Kraftwerke. Diese Materialien werden mit 3D-Druck hergestellt und sollen als intelligente, sensorintegrierte Komponenten in Syngas-Reformerkraftwerken eingesetzt werden. Zusammen mit vierzehn Partnern aus sechs Ländern und einem Budget von sechs Millionen Euro arbeitet ein Forschungsteam am Technologiecampus 3D-Materialdesign der Hochschule Osnabrück an innovativen Hochleistungswerkstoffen auf Nickel-Kupfer-Basis. Das Team ist für die Pulverherstellung und den 3D-Druck von Bauteilen zuständig.
Viele Technologien zur Stromerzeugung benötigen sichere und effiziente Hochtemperaturmaterialien. Ihre Weiterentwicklung ist wichtig, um die Energieeffizienz in Kraftwerken zu verbessern und den Weg zur klimaneutralen Energieerzeugung zu ebnen. Das Projekt topAM trägt dazu bei, indem es neue Methoden für die Herstellung von oxid-dispersionsverstärkten (ODS) Legierungen entwickelt. Diese Legierungen enthalten winzige Oxidpartikel, die sie besonders fest machen und den Einsatz bei Temperaturen über 700 °C ermöglichen.
ODS-Materialien bieten Vorteile für die Prozessindustrie, zum Beispiel in Form von optimierten Bauteilen wie Gasbrennerköpfen oder Wärmetauschern, die aggressiven Umgebungen standhalten. Eine Abbildung zeigt die Mikrostruktur eines solchen Bauteils, bei dem die Standardlegierung mit Yttrium-Oxid (schwarze Punkte) modifiziert wurde, was den Verfestigungseffekt bewirkt.
Basisdaten
Der TechCampus für 3D-Materialdesign ist ein wichtiger Bestandteil unserer Forschungsarbeit und wurde 2019 in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk TECHNOS e.V. auf dem Gelände der KME Group gegründet. Der Standort dient als zentraler Ort für Forschung im Bereich 3D-Druck von Metallen und fördert den Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Durch Workshops und Mitmach-Aktionen erhalten Studierende, Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in die Praxis des 3D-Drucks.
Der Campus ist auch ein zentraler Treffpunkt für die Wissenschaft mit den 29 regionalen Partnerunternehmen des Technos e.V. Gemeinsam möchten wir dort ein Zentrum für nachhaltige Materialtechnologien in der Region Osnabrück-Emsland aufbauen.
Ein Besuch der Anlage bedarf aus Sicherheitsgründen einer vorherigen Anmeldung.
Im Rückblick haben wir Ihnen vergangene Veranstaltungen dargestellt. So werden am TechCampus 3D-Design in enger Kooperation mit dem Technos e.V. regelmäßige Networkingevents sowie Workshops für Studierende und Schüler*innen angeboten. Besondere Einblicke erlauben auch die „Open Factory“-Formate des Netzwerkes, bei welchen Mitgliedsunternehmen in ihre Produktionsstätten einladen und der Austausch von ganz praktischen Dingen bis hin zu komplexen Forschungsthemen gefördert wird.
Die GROWTH Convention bietet Fachpublikum eine ideale Plattform, neueste Einblicke aus Forschung und Praxis zu erhalten, sowie Kontakte zu Unternehmen, Verbänden und Politikern zu knüpfen. Am 24. Oktober 2024 fand die GROWTH Convention "Nachhaltige Materialien: Klimaneutral in die Zukunft?" auf dem Gelände der Georgsmarienhütte GmbH im Emotion Center statt und bot interessante Eindrücke aus dem Produktionsalltag des Stahlherstellers. Zudem wurden wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Chancen und Herausforderungen der materialherstellenden- und verarbeitenden Branche beleuchtet und diskutiert.
Zwei mal im Jahr finden zudem, die Materials Days statt. Bei diesen Events wird sowohl Nachwuchswissenschaftler*innen, Forschenden und Praxispartnern aus den Unternehmen der Region die Möglichkeit geboten, sich über Innovationen der Materialtechnologie auszutauschen. Passend zu einem aktuellen Thema werden interessante Vorträge über bspw. polymere und metallische Werkstoffe gehalten.
Aktuelle Fachveranstaltungen und auch Angebote für Bürger & Bürger*innen finden Sie hier.
Das Team "Nachhaltige Werkstoffe und Technologien" freut sich über neue Kontakte. Sofern Sie Fragen und Anregungen zum Thema haben oder einen konkreten Austausch wünschen, klicken Sie bitte hier.
Wir sind am besten per Mail erreichbar und antworten Ihnen so schnell wie möglich.
Team Nachhaltige Werkstoffe & Technologien
Weitere Forschung & Transfer an der Hochschule Osnabrück
An der Hochschule Osnabrück bündeln Wissenschaftler*innen aus den Ingenieurwissenschaften, der Informatik und dem Management ihre Forschungstätigkeiten aus den Bereichen Industrie, Materialien, Mobilität, digitale Wertschöpfung und Energie.
Im Forschungsschwerpunkt "Nachhaltige Technologien & Prozesse" erfahren Sie mehr über innovative Verfahrenstechniken und fortschrittliche Materialien, die in der Zielsetzung zur Ressourceneffizienz und Förderung der Kreislaufwirtschaft beitragen sollen. Dazu entwickeln die Wissenschaftler*innen mit anderen Disziplinen zusammen Lösungen für smarte Industrie 4.0, Robotik, Kommunikationstechnik, erneuerbare Energien und Antriebstechnologien.
Sofern Sie als Branchenakteur mehr zu den Forschungsprojekten der Hochschule Osnabrück erfahren möchen, nehmen Sie gerne Kontakt auf zu unserem Transfer- & Innovationsmanagement.
Studiengänge an der Hochschule Osnabrück
Die Hochschule Osnabrück hat ein breit aufgestelltes Studienangebot - nicht nur in den verschiedensten Materialwissenschaften zu Kunststoffen, Keramik oder Metallen. Um sich einen Überblick zu verschaffen, werfen Sie gerne einen Blick auf unsere Studiengänge A-Z.