Antragsforschung
Die Urbanisierung nimmt weltweit zu, so auch in Deutschland. So werden voraussichtlich bis zu 84 % der Deutschen bis 2050 im städtischen Raum leben. Urbane Grünflächen werden aufgrund des Klimawandels neben der Nutzung als Erholungs und Aufenthaltsort auch für die psychische und physische Gesundheit der Bevölkerung immer wichtiger. Bis zu 60 % dieser Grünflächen bestehen aus wenig bis intensiv genutzten Rasenflächen. Städtische Rasenflächen haben Vor- und Nachteile. Ziel des Forschungsprojektes ist es, diese Vor- und Nachteile zu analysieren und und zu bewerten, um daraus nachhaltige Pflegemanagementansätze für urbane Rasenflächen zu entwickeln. Dabei sollen unter Berücksichtigung des Klimawandels soziale und ökologische Qualitäten verient werden. Dabei werden Pflegeintensität und Nutzbarkeit abgewogen.
Dollar Spot gehört zu den wirtschaftlich bedeutendsten Krankheiten auf Golfplätzen weltweit und nimmt in Europa, Skandinavien und dem Vereinigten Königreich durch den Klimawandel deutlich zu. Gleichzeitig erschweren strengere gesetzliche Vorgaben und zunehmende Fungizidresistenzen die Bekämpfung erheblich.
Dieses internationale Forschungsprojekt (USA, UK, Norwegen, Deutschland) zielt darauf ab, nachhaltige Strategien zur Bekämpfung von Dollar Spot zu entwickeln. Untersucht werden unter anderem der Einsatz von Mährobotern, Prognosemodelle, alternative umweltschonende Mittel sowie UV-C-Technologie.
Die Hochschule Osnabrück beschäftigt sich dabei insbesondere mit der Kombination von UV-C-Bestrahlung und biologischen Produkten und führt zudem eigene Versuche zum Einsatz von Mährobotern durch.
Die Ergebnisse sollen praxisnah sein und weltweit Greenkeepern helfen, Golfplätze nachhaltiger zu bewirtschaften und Umweltziele zu erreichen.
Der Klimawandel stellt eine zentrale Herausforderung die für Golfbranche dar. Ziel dieses Projekts ist es, den Kohlenstoffkreislauf auf Golfplätzen weltweit besser zu verstehen und belastbare Daten zu Emissionen und Kohlenstoffspeicherung zu liefern.
Im Fokus stehen drei Bereiche:
- Bestimmung der Kohlenstoffspeicherung im Boden (SOC),
- Erfassung von Emissionen durch Pflege und Management,
- Bewertung neuer Ansätze zur zusätzlichen Kohlenstoffbindung.
Im ersten Arbeitspaket werden weltweit Golfplätze untersucht, um erstmals eine vergleichbare und verlässliche Methode zur Messung von Bodenkohlenstoff zu etablieren. Dabei werden Bodenproben systematisch entnommen und mit angrenzenden Flächen verglichen, um den tatsächlichen Klimaeffekt von Golfplätzen zu bestimmen.
Die Hochschule Osnabrück beteiligt sich aktiv an der Probenentnahme und übernimmt zudem die Koordination mit deutschen Golfanlagen, insbesondere im Hinblick auf die Erfassung von Emissionen aus dem Pflegebetrieb.
Die Ergebnisse sollen eine fundierte Grundlage schaffen, damit Golfanlagen weltweit ihre Klimawirkung besser bewerten und nachhaltiger wirtschaften können.
Steckbrief Feldversuch FAIR-WATER WP3
Ziel: Untersuchung, ob Bodenbenetzungsmittel in Kombination mit trockenheitstoleranten Saatgutmischungen die Fairway-Performance auf sandigen Standorten verbessern können.
Standorte: Landvik (Norwegen), Osnabrück (Deutschland)
Zeitraum: Mai–September 2025 und Mai–September 2026
Projektleitung: Trygve Aamlid, NIBIO
Versuchsdesign:
• Versuchsaufbau:
Hauptparzellen: 3 Saatgutmischungen
1) Rohrschwingel-basiert
2) Rot-Schwingel-basiert
3) Standard-Fairwaymischung
Unterparzellen: 4 Behandlungen
a) Benetzungsmittel 1 (monatlich)
b) Benetzungsmittel 2 (monatlich)
c) Ohne Benetzungsmittel, unbehandelt
d) Kontrolle: Ohne Benetzungsmittel, aber regelmäßig bewässert (80 % ET-Ersatz)
• Parzellengröße: Landvik 2 × 3 m, Osnabrück 1,6 × 3 m
• Bewertungsfläche: zentrale 1 × 2 m
Bewirtschaftung:
• Schnitthöhe: ab Mai 18 mm, Mahd 2×/Woche
• Düngung: 30 g/N/m² p.a
• Bewässerung: Nur in Kontrollvariante (d); ansonsten natürliche Trockenphasen, ggf. Abdeckung bei Starkregen
Datenerhebung:
• Bedeckungsgrad (digitale Bildanalyse)
• Chlorophyllindex oder NDVI
• Gesamtaspekt (1–9) & Krankheitsbefall
• Blattoberflächentemperatur (IR-Thermometer)
• Bodenfeuchte (TDR-Messung)
Kernaussage:
Der Versuch soll zeigen, ob die Kombination von Saatgutmischung und Benetzungsmittel eine nachhaltige Strategie ist, um Trockenstress auf Golf-Fairways zu mindern.
Pflege hochwertiger Golfplatz-Fairways und Semiroughs ohne Herbizide und mit reduzierten Treibhausgasemissionen
Zielsetzung
Das Projekt hat zum Ziel, Bewirtschaftungsstrategien für Fairways und Semiroughs zu entwickeln und zu bewerten, die eine hohe Rasen- und Spielqualität gewährleisten, jedoch mit möglichst geringem Einsatz von Energie und Düngemitteln auskommen. Untersucht werden sollen der Einfluss unterschiedlicher Mähsysteme (robotisches vs. manuelles Mähen), Schnitthöhen und Düngungsniveaus.
Forschungsfragen
- Untersuchung der langfristigen Auswirkungen von robotischem Mähen auf die physikalischen Bodeneigenschaften von Golfplatz-Fairways.
- Analyse, wie die Kombination aus Mähsystem (robotisch vs. manuell), Schnitthöhe und Düngungsniveau den Befall einzelner Unkrautarten sowie weitere Aspekte der Rasenqualität auf Fairways und Semiroughs beeinflusst.
Anlass und Zielstellung
Regelmäßiger Rasenschnitt stellt für die Pflanzen einen abiotischen Stressfaktor dar (Bertucci und Boyd, 2018). Um eine hohe Pflanzenvitalität aufrechtzuerhalten, ist daher ein entsprechend hoher Ressourcenbedarf notwendig (Turgeon und Kaminski, 2019, S. 141 ff.). Gleichzeitig müssen bei der Bewirtschaftung die Leitlinien des integrierten Pflanzenschutzes berücksichtigt werden (Licht et al., 2013).
Das Ziel dieser Versuchsreihe liegt in der Entwicklung einer verbesserten Schnitttechnik im Vergleich zu den herkömmlichen Spindel- und Sichelmähwerken, um zum einen das Schnittbild zu verbessern, die Zellstrukturen zu schonen und die Krankheitsanfälligkeit zu minimieren, bzw. dessen Toleranz zu erhöhen.
Hintergrund und Ziel:
Das Projekt wurde im Rahmen des STERF/R&A-IPM-Programms durchgeführt. Ziel war es, alternative Methoden zur Fungizidreduktion auf Golfgrüns zu testen – speziell gegen Dollar Spot (Clarireedia spp.) und Microdochium Patch (Microdochium nivale).
Untersucht wurde UV-C-Bestrahlung in unterschiedlichen Dosierungen
Versuchsanlage:
- Ort: Golfplatz Osnabrück (Deutschland).
- Dauer: Mai 2020 – Juni 2022.
- Grün: Mischung aus Agrostis stolonifera und Poa annua.
- Methoden: Randomisierte Blockversuche, regelmäßige Bonituren (Qualität, Dichte, NDVI, Krankheitsbefall).
Ergebnisse:
- Dollar Spot:
- Mittlere und hohe UV-C-Dosis (35–40 bzw. 70–80 mJ/cm²) reduzierten Befall deutlich.
- Die niedrigste Dosis (7–8 mJ/cm²) zeigte keinen klaren Effekt.
- AUDPC-Werte und mittlere Befallsgrade waren bei höherer UV-C-Dosis signifikant niedriger.
- Microdochium Patch:
- Keine signifikante Krankheitsunterdrückung.
- Trend: Höhere Dosis (UV-C 3) senkte Befallsvariabilität und teilweise den Befall, aber keine zuverlässige Kontrolle.
- Rasenqualität & NDVI:
- Tendenziell bessere Qualität bei mittleren und hohen UV-C-Dosen.
- NDVI-Werte unterschieden sich kaum zwischen Varianten.
Schlussfolgerungen:
- UV-C ist vielversprechend zur Reduktion von Dollar Spot, besonders bei Dosierungen ≥ 35 mJ/cm².
Auftragsforschung
Vor dem Hintergrund des Klimawandels und begrenzter Ressourcen gewinnt die Extensivierung der Rasenpflege zunehmend an Bedeutung. Das Forschungsprojekt GeRaEx (Gebrauchsrasen extensiv) befasst sich mit der Frage, wie sich eine reduzierte Düngeintensität auf die Entwicklung und Leistungsfähigkeit von Rasengräsern auswirkt. Im Mittelpunkt stehen dabei ausgewählte Sorten der Arten Lolium perenne und Festuca rubra rubra, die an verschiedenen Standorten unter abgestuften Stickstoffgaben geprüft werden. Ziel des Projekts ist es, die Funktionsfähigkeit, Narbendichte und optische Qualität von Gebrauchsrasen unter extensiven Pflegebedingungen zu bewerten. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen ein Rasenpflegemanagement „extensiv“ zu definieren und den Einfluss der Düngeintensität auf die Sortenleistung zu bewerten.