Vielfaltsdiskurse
Transdisziplinäres Projekt für die Generierung und Reflexion wissenschaftlicher Beiträge zum Diskurs im Themenfeld Migration und Chancengleichheit
Vielfaltsdiskurse
„Vielfaltsdiskurse“ ist ein transdisziplinäres Projekt des Kompetenzzentrums Globale Kompetenz der Hochschule Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Petia Genkova. Das Projekt beschäftigt sich mit wissenschaftlichen Beiträgen zu gesellschaftlichen Debatten über Migration, Chancengleichheit, Vielfalt und Teilhabe.
Ziel ist es, wissenschaftliche Perspektiven stärker in öffentliche Diskurse einzubringen, unterschiedliche gesellschaftliche Positionen miteinander ins Gespräch zu bringen und Handlungsperspektiven für Wissenschaft, Hochschule, Politik und Praxis zu entwickeln.
Anfragen zum Projekt können an vd@hs-osnabrueck.de gestellt werden.
Abschlussveranstaltung Vielfaltsdiskurse für die Demokratie
Wie können wissenschaftliche Perspektiven dazu beitragen, Verständigung über Vielfalt zu ermöglichen und zugleich Konflikte, Ungleichheiten und Ausschlüsse sichtbar zu machen?
Debatten über Vielfalt sind ein zentraler Bestandteil demokratischer Gesellschaften – und zugleich häufig von unterschiedlichen Interessen, Erfahrungen und Bewertungen geprägt. Wie können wir über Vielfalt sprechen, ohne bestehende Konflikte und Ungleichheiten auszublenden? Welche Rolle kann Wissenschaft dabei spielen, gesellschaftliche Debatten zu versachlichen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen und Verständigung zu ermöglichen?
Diesen Fragen widmet sich die Abschlussveranstaltung des Projekts „Vielfaltsdiskurse“ am Mittwoch, 14. Oktober 2026, an der Hochschule Osnabrück. Die Veranstaltung bringt unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven mit Akteur*innen aus Hochschule, politischer Bildung, Praxis und Öffentlichkeit zusammen und schafft Raum für Diskussion und gemeinsamen Austausch.
Drei Keynotes beleuchten zentrale Spannungsfelder aktueller Diversitätsdiskurse aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven: Prof. Dr. Andrea Reichenberger betrachtet Fragen von Sichtbarkeit, Anerkennung und Diversität aus wissenschafts- und technikhistorischer Perspektive am Beispiel von Software und Künstlicher Intelligenz. Prof. Dr. Mirko Antino bringt sozial- und organisationspsychologische Perspektiven auf Gruppenprozesse, Kategorisierung und Diskriminierung ein. Brit Lynnebakke diskutiert Dilemmata von Diversität und Inklusion in Forschung, Praxis und Kommunikation. In der anschließenden Fishbowl-Diskussion werden diese Perspektiven aufgegriffen und gemeinsam mit den Teilnehmenden weitergeführt.
Die Veranstaltung findet in Präsenz an der Hochschule Osnabrück statt und wird zusätzlich online über Zoom übertragen. Die Teilnahme ist kostenlos.
Hinweis: Die Keynotes beginnen um 11:00 Uhr und sind bewusst so gelegt, dass sie auch online gut in einer längeren Mittagspause verfolgt werden können.
Zur Registrierung für die Teilnahme vor Ort
Zur Online-Teilnahme über Zoom
Programm
(vorläufig)
09:00 Uhr – Begrüßung an der Hochschule Osnabrück
Begrüßung durch das Projektteam, Vertreter*innen der Hochschule Osnabrück und weitere Beteiligte.
09:30 Uhr – Pressefoto
10:00 Uhr – Präsentation der Hochschule Osnabrück
Einblick in die Hochschule Osnabrück und den institutionellen Rahmen der Veranstaltung.
10:30 Uhr – Kaffeepause
11:00 Uhr – Keynotes
Die Keynotes bilden den zentralen wissenschaftlichen Teil der Veranstaltung. Der Zeitraum ist so gewählt, dass eine Online-Teilnahme auch während einer längeren Mittagspause gut möglich ist.
13:30 Uhr – Lunch
14:30 Uhr – Fishbowl-Diskussion
Gemeinsame Diskussion der zentralen Fragen der Veranstaltung mit Perspektiven aus Wissenschaft, Hochschule, Praxis und Öffentlichkeit.
16:00 Uhr – Ende der Online-Übertragung
17:00 Uhr – Empfang im Rathaus Osnabrück
Für Teilnehmende vor Ort ist im Anschluss ein Empfang im Rathaus Osnabrück vorgesehen.
19:00 Uhr – Social Dinner
Gemeinsamer Ausklang im Rampendahl (Selbstzahler).
Prof. Mirko Antino, Universidad Complutense de Madrid
Managing diversity in the workplace: Contributions of the Work & Organizational Psychology
Diversity and social integration are among the defining challenges of contemporary societies, shaping how people from different backgrounds live, interact, and build shared institutions together. This broader societal debate finds one of its most consequential arenas in the world of work: diversity in the workplace and in organizations has become a central issue, and work and organizational psychology has made substantial contributions to this domain. Three of these contributions stand out in particular. First, the field has advanced the conceptualization and measurement of diversity beyond single, isolated attributes, developing frameworks capable of capturing more complex configurations of differences within teams. Second, it has examined how these complex configurations shape group and organizational behavior, influencing processes such as communication, conflict, and information elaboration, as well as outcomes like decision quality and performance. Third, building on this accumulated evidence, it has provided organizations with evidence-based tools and strategies for managing diversity in ways that harness its potential benefits while mitigating its risks. The aim of this talk is to provide an overview of these contributions of work and organizational psychology, in the hope that they may both enrich and be enriched by the contributions of other disciplines engaged in the study of diversity.
Prof. Mirko Antino ist Associate Professor für Forschungsmethoden am Department of Psychobiology and Methodology for Behavioral Sciences der Universidad Complutense de Madrid. Seine Forschung befasst sich mit der Messung und Analyse dynamischer Prozesse in Organisationen, insbesondere mit Gruppen, Teamarbeit und Diversität in der Zusammensetzung von Arbeitsteams. Darüber hinaus ist er Chefredakteur des Spanish Journal of Psychology und war in Forschung und Lehre an verschiedenen internationalen Universitäten tätig.
Prof. Andrea Reichenberger, Technische Universität München
Geschichte der Vielfalt, Vielfalt der Geschichte: Wissenschafts- und technikhistorische Perspektiven auf Software und KI
Abstrakt: Der Matilda-Effekt beschreibt die systematische Unsichtbarmachung oder Aneignung wissenschaftlicher Leistungen von Frauen. Über das nachträgliche Sichtbarmachen einzelner Pionierinnen hinaus verweist er auf die Strukturen, die steuern, was in der Wissenschaft als anerkennungswürdige Leistung gilt. Dieser Vortrag beleuchtet diese Mechanismen an der Schnittstelle von Softwaregeschichte und Künstlicher Intelligenz. Software bildet die zentrale epistemische Infrastruktur moderner Forschung, wurde historisch jedoch oft als untergeordnete Dienstleistung verkannt. Durch die fortschreitende Kommerzialisierung und Industrialisierung digitaler Werkzeuge wird deutlich, wie eng die Zuschreibung von Autorschaft mit ökonomischer und wissenschaftlicher Macht verknüpft ist. Im Zeitalter generativer KI stellen sich die Fragen nach Sichtbarkeit, Anerkennung und Verteilungsgerechtigkeit mit neuer Dringlichkeit. Diversität erweist sich dabei als essenzielle Bedingung für das Verständnis und die Praxis wissenschaftlicher Erkenntnis.
Andrea Reichenberger ist Philosophin sowie Wissenschafts- und Technikhistorikerin. Nach ihrer Promotion in Philosophie an der Universität Paderborn war sie in verschiedenen Postdoc-Positionen tätig. Anschließend leitete sie eine Forschungsgruppe am Department Mathematik der Universität Siegen und war Vertretungsprofessorin für Technikgeschichte an der Technischen Universität München (TUM). Seit 2026 ist sie Arbeitsstellenleiterin im Akademienprojekt „Edition wissenschaftliche Software“ am Forschungsinstitut des Deutschen Museums in Munich. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf Gender- und Gleichheitsfragen in der Wissenschafts- und Technikgeschichte, mit besonderem Fokus auf der Geschichte der Mathematik, Informatik und der Quantenphysik. Zu ihren jüngeren Publikationen gehören „Geschichte hat viele Gesichter Quantenphysikerinnen – historische Herausforderungen und integrative Perspektiven“ (Physik Journal, 2025) und „Shaping the History of Quantum Physics to Make Women Visible“ (Nature Reviews Physics, 2025).
Dr. Brit Lynnebakke, NIFU – Nordic Institute for Studies in Innovation, Research and Education
Diversity dilemmas in research, practice and communication
Abstrakt: The relationship between inclusion and diversity is a complex issue. Working for inclusion in education, academia and beyond is closely tied to recognition of difference. However, whilst some individuals with a minoritised background experience that they are seen and acknowledged when their minority identity is rendered visible, others can find this stigmatising. Many first and foremost want to be seen as an individual and as part of the majority society; hence they can experience recognition of their difference as a lack of inclusion. However, on a societal level, working towards true inclusion where everyone can be seen and treated as an individual often involves the acknowledgement of difference. Anti-discrimination work makes this particularly clear. Another diversity dilemma, which is usually undercommunicated, is that the inclusion of different underrepresented groups sometimes involves competing demands; adjustments that can accommodate one group may be a hindrance to another. This presentation addresses diversity dilemmas and challenges, using examples from research that Lynnebakke has participated in, particularly from research on education and academia. The presentation highlights that dilemmas, by definition, do not have a set answer that applies to every situation and person. Instead, a way forward for practitioners and researchers is to be cognisant of such dilemmas. Rather than paralysing and hindering action, awareness of such dilemmas can be seen as a competence in itself that can lead to nuanced research analyses and context-sensitive practices.
Brit Lynnebakke ist Senior Researcher am NIFU (Nordic Institute for Studies in Innovation, Research and Education) in Oslo, Norwegen. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Migration, Inklusion/Exklusion und Diversität. Sie hat sich in verschiedensten Kontexten mit diesen Themen befasst, darunter im Bildungs- und Hochschulwesen, in der Zivilgesellschaft, in den Medien sowie auf kommunaler Ebene.
Für die Teilnahme vor Ort bitten wir um eine vorherige Registrierung. Die Registrierung ist unverbindlich und hilft uns bei der organisatorischen Planung, insbesondere im Hinblick auf Raumkapazitäten.
Wir stellen während der Veranstaltung Wasser, Heißgetränke und Snacks sowie einen Mittagsimbiss zur Verfügung.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.
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Anfahrt und Räumlichkeiten
Die Veranstaltung findet im Raum CN003 am Caprivicampus der Hochschule Osnabrück statt.
Der Raum befindet sich im untersten Geschoss des CN-Gebäudes (siehe grüner Pfeil). Von der Caprivistraße aus, nehmen Sie den Haupteingang, der Raum befindet sich direkt rechts. Vom Campus aus gehen Sie durch die Schiebetür, und nehmen den Fahrstuhl zu Ihrer Rechten ins unterste Geschoss, der Raum liegt direkt vor Ihnen wenn Sie den Fahrstuhl verlassen.
- Öffentliche Verkehrsmittel: Haltestelle Caprivistraße. - Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist am einfachsten mit den Linien 16 und R16 möglich, die im 10min Takt vom Bahnhof über den zentralen Bus-Umschlagpunkt Neumarkt zum Caprivicampus fahren.
- Auto: Parkmöglichkeiten bestehen am Lieneschweg und auf dem Caprivicampus (siehe violette Pfeile). Zufahrt zum Caprivicampus erfolgt über die Sophie-Charlotte-Straße.
Die Veranstaltung wird über Zoom übertragen. Die Online-Übertragung umfasst das Programm an der Hochschule Osnabrück und endet nach der Fishbowl-Diskussion um 16:00 Uhr.
Zielgruppen
Die Veranstaltung richtet sich an Personen aus Wissenschaft, Hochschule, Verwaltung, Politik, Zivilgesellschaft, Wissenschaftskommunikation und interessierter Öffentlichkeit, die sich mit Vielfalt, Teilhabe, Chancengleichheit, Migration, demokratischer Verständigung und gesellschaftlichem Zusammenhalt beschäftigen.
Eingeladen sind insbesondere Akteur*innen, die Diversitätsdiskurse in Hochschulen, Organisationen, öffentlichen Institutionen oder zivilgesellschaftlichen Kontexten mitgestalten.
Kontakt
Fragen zur Veranstaltung richten Sie bitte an Henrik Schreiber vd@hs-osnabrueck.de
- Projektleitung
Prof. Dr. Petia Genkova
Telefon: 0541 969-3772
E-Mail: p.genkova@hs-osnabrueck.de
- Besucheradresse
Hochschule Osnabrück
Raum: CF 0313
Caprivistr. 30 A
49076 Osnabrück
- Postanschrift
Hochschule Osnabrück
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Prof. Dr. Petia Genkova
Postfach 1940
49009 Osnabrück