PA.H|LIFETIME.ai
Das Forschungsprojekt
Das Forschungsprojekt
Leistungsbedingte Muskel- und Skeletterkrankungen (PRMDs) werden in erster Linie als neuromuskuloskelettale Erkrankungen angesehen, die das Üben, Proben, die Leistung und sogar die musikalische Karriere von Berufsmusiker*innen beeinträchtigen können. Das unzureichende Wissen über die Entwicklung und Ätiologie von PRMDs, das auf die geringe Qualität von Studien und nicht-längsschnittliche Studiendesigns zurückzuführen ist, stellt jedoch die Haupteinschränkung für die Schaffung eines Rahmens für eine maßgeschneiderte, evidenzbasierte physiotherapeutische Versorgung von Musikern mit PRMDs (analog zur Sportphysiotherapie) dar. Die Entwicklung und Ätiologie von PRMDs und die damit verbundenen Determinanten werden unter Berücksichtigung ihrer komplexen Interaktionen und Multidimensionalität in einem zweistufigen Forschungsprojekt untersucht, das einem auf dem Learning Health System (LHS) basierenden Ansatz folgt.
Die erste Phase umfasst die zyklische und kontinuierliche Sammlung, Integration und Aggregation musikbezogener Gesundheitsdaten aus verschiedenen bestehenden Quellen sowie eine systematische Literaturrecherche mit dem Ziel, durch explorative Datenanalyse (z.B. Algorithmen der Künstlichen Intelligenz (KI)) Kandidatenvariablen umfassend zu identifizieren, die als potentielle Determinanten für die Entwicklung von PRMD bei Instrumentalisten als repräsentativer Untergruppe von Musiker*innen dienen können. Basierend auf den Ergebnissen der Phase 1 wird eine prospektive Kohortenstudie durchgeführt. Dies wird auch zwei strukturelle Ziele unterstützen, die die Nachhaltigkeit des Projektansatzes gewährleisten:
- Die Etablierung eines universitären Exzellenzzentrums und eines lernenden Gesundheitssystems im Bereich der muskuloskelettalen Gesundheit für darstellende Künste mit wissenschaftlichem und klinischem Fokus, das auf einen datengetriebenen zyklischen Wissenstransfer von der Forschung zur Praxis (wissenschaftlicher Fokus) und einen Datentransfer von der Praxis zur Forschung (klinischer Fokus) abzielt.
- Die Entwicklung einer Subdisziplin der Physiotherapie für darstellende Künstler (analog zur Sportphysiotherapie) mit der entsprechenden Einrichtung einer (weltweit ersten) Professur für Performing Arts Physiotherapie (PAP) und der Etablierung eines internationalen Master of Science (MSc) Programms in PAP an der Hochschule Osnabrück HSOS.
Dieses Projekt wird durch die DFG gefördert.
Das Forschungsprojekt auf der MS Wissenschaft 2026
Im Wissenschaftsjahr 2026 tourt die MS Wissenschaft mit dem Thema Medizin der Zukunft durch 36 Städte in Deutschland, Polen und Österreich. An Bord erwartet die Besuchenden eine interaktive Ausstellung zur Medizin von morgen.
Die Ausstellung zeigt, wie Forschende schon heute neue Ideen für Diagnostik, Therapie und Gesundheitsversorgung entwickeln. Viele Exponate laden zum Mitmachen ein. Besuchende können Medikamente an einem künstlichen Organ testen, ihren Herzschlag mit einer Kamera messen oder einen virtuellen Operationssaal erkunden.
Auch das Forschungsprojekt PA.H|Lifetime.ai ist mit einem Exponat vertreten. Unter dem Titel „Die Zukunftsmusik der Medizin“ geht es um die gesundheitlichen Anforderungen darstellender Künstler:innen und die Bedeutung individuell angepasster physiotherapeutischer Behandlung. Ein interaktives Quiz vermittelt dabei spannende Einblicke und interessante Fakten.
Wie gesund bleiben Menschen, die täglich auf der Bühne Höchstleistungen erbringen? Unser Exponat zeigt, warum darstellende Künstler:innen besondere gesundheitliche Anforderungen haben und weshalb ihre Versorgung mehr Aufmerksamkeit benötigt.
Ein Video zeigt die Parallelen zwischen Leistungssport und darstellender Kunst und macht gleichzeitig die Vielfalt der darstellenden Künste sichtbar. Das Exponat gibt außerdem Einblicke in die physiotherapeutische Sprechstunde sowie in die Laborarbeit. Dort können mit verschiedenen Messverfahren die körperlichen Belastungen und Bewegungsabläufe von darstellenden Künstler:innen erfasst werden. Auch einige der beteiligten Wissenschaftler:innen werden sichtbar.
Zwei Infotafeln ergänzen die Ausstellung: Eine erklärt das Konzept des lernenden Gesundheitssystems und zeigt, wie Forschung aus der Praxis entsteht und wieder in die Versorgung einfließt. Die zweite informiert über die besonderen gesundheitlichen Anforderungen der Zielgruppe.
Ein interaktives Quiz bietet zusätzlich spannende Einblicke in Forschung, Gesundheit und den Berufsalltag auf der Bühne.
Der Leiter des Projekts PA.H|Lifetime.ai, Prof. Dr. Christoff Zalpour, war persönlich in Potsdam vor Ort auf der MS Wissenschaft, sodass Sie einen der Wissenschaftler hinter dem Exponat kennenlernen konnten. Ein besonderes Highlight war die musikalische Begleitung unseres Exponats durch ein Streichquartett des Filmorchesters Babelsberg, das direkt an unserem Stand ein kleines Konzert gab.
Die Besetzung im Streichquartett:
- 1. Violine: Stephanie Rott
- 2. Violine: Megumi Fukui
- Viola: Andres Mehne
- Cello: Bobby Kostadinov
Als nächstes erwartet Sie Prof. Dr. Nikolaus Ballenberger in Köln am 14.07. erneut unter dem Thema ,,Meet the Scientists".
Interview mit Prof. Dr. Christoff Zalpour
Das Exponat zum Thema “Die Zukunftsmusik der Medizin” erreicht immer mehr Menschen und Aufmerksamkeiten. So hat nun auch physio.de hat einen Beitrag zur MS Wissenschaft veröffentlicht unter dem Titel “Physiotherapie-Forschung im Fluss”. Den Beitrag finden Sie hier.