Was tun bei Diskriminierung?
Diskriminierung ist nicht immer leicht zu erkennen oder zu benennen. Sie kann jedoch schwerwiegende Folgen für die betroffenen Personen sowie für das Studien-, Arbeits- und Lernklima an unserer Hochschule haben.
Deshalb ist es wichtig, Betroffene nicht allein zu lassen, diskriminierendem Verhalten entgegenzutreten und sich über Diskriminierung, Diversity und Menschenrechte zu informieren. Jede Person an der Hochschule kann dazu beitragen, ein respektvolles und diskriminierungsfreies Miteinander zu gestalten.
Für Betroffene: Was kann ich tun, wenn ich Diskriminierung erlebe?
Achten Sie auf Ihre Sicherheit.
Nicht jede Situation lässt sich unmittelbar ansprechen oder lösen. Ihre Sicherheit hat immer Vorrang.
Wenn Sie sich sicher fühlen, gibt es verschiedene Möglichkeiten zu reagieren. Sie entscheiden selbst, welche Schritte Sie gehen möchten:
- Klärendes Gespräch (wenn gewünscht und möglich)
- Vermittlung oder Mediation
- Formelle Beschwerde
- Rechtliche Beratung
Bleiben Sie nicht allein.
- Sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens
- Nutzen Sie die Beratungsangebote der Hochschule oder externe Beratungsstellen.
Dokumentieren Sie den Vorfall.
Es empfiehlt sich, den Vorfall zeitnah zu dokumentieren (Datum, Uhrzeit, Ort, Beteiligte und den Ablauf). Bewahren Sie E-Mails, Chatverläufe oder andere Belege auf. Eine Dokumentation kann hilfreich sein, wenn Sie später weitere Schritte einleiten möchten. Falls Sie später weitere Schritte einleiten möchten, können Sie so besser rekonstruieren, was geschehen ist.
Vorlage für ein Gedächtnisprotokoll
zum Download
Für Vorgesetze und Lehrende: was kann ich tun, wenn mir Diskriminierung gemeldet wird?
Ernst nehmen und handeln!
- Hören Sie aufmerksam zu und nehmen Sie die Geschichte der betroffenen Person ernst.
- Behandeln Sie die Informationen vertraulich, es sei denn, die betroffene Person wünscht etwas anderes oder Sie sind aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen zur Meldung verpflichtet. Mehr dazu gibt es im Intranet.
- Verweisen Sie frühzeitig an die zuständigen Beratungs- und Beschwerdestellen der Hochschule.
- Holen Sie sich bei Unsicherheiten selbst Beratung ein.
Als Arbeitgeberin ist die Hochschule gesetzlich verpflichtet, Beschäftigte vor Diskriminierung zu schützen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Benachteiligungen zu verhindern und zu beenden.
Vorbild sein
- Fördern Sie ein respektvolles, wertschätzendes und inklusives Lern- und Arbeitsumfeld.
- Berücksichtigen Sie unterschiedliche Lebensrealitäten und Bedürfnisse in Lehre und Arbeitsalltag.
- Nutzen Sie Fortbildungsangebote zu Diversität, Antidiskriminierung und inklusiver Lehre.
- Setzen Sie sich aktiv für Chancengerechtigkeit, Vielfalt, Menschenrechte und Demokratie ein.
Für Kolleg*innen und Kommiliton*innen: Wie kann ich unterstützen?
Achten Sie zunächst auf Ihre eigene Sicherheit.
Nicht jede Situation eignet sich für ein direktes Eingreifen. Sie müssen sich nicht selbst in Gefahr bringen.
Die international anerkannte Methode der „5 Ds of Bystander Intervention“ (Link) bietet verschiedene Möglichkeiten, unterstützend zu handeln.
Distract – Ablenken
Unterbrechen Sie die Situation. Sprechen Sie die betroffene Person an, stellen Sie eine unerwartete Frage oder wechseln Sie das Gesprächsthema. Sie können die betroffene Person auch mit einem Vorwand aus der Situation herausführen.
Delegate – Unterstützung holen
Bitten Sie andere Personen um Unterstützung, beispielsweise Lehrende, Vorgesetzte, Kolleg*innen oder den Sicherheitsdienst.
Document – Dokumentieren
Die Dokumentation eines Vorfalls als Zeug*in kann für spätere Schritte hilfreich sein, etwa wenn ein Beschwerde- oder Aufklärungsverfahren eingeleitet wird. Im digitalen Raum können rechtssichere Screenshots angefertigt werden. Die Entscheidung, was mit Ihrer Dokumentation geschieht, liegt in jedem Fall bei der betroffenen Person.
Delay – Danach
Sprechen Sie die betroffene Person nach der Situation an. Fragen Sie, wie es ihr geht und ob sie Unterstützung benötigt. Bestätigen Sie, dass Sie den Vorfall beobachtet und ebenfalls als problematisch wahrgenommen haben.
Direct – Direkt ansprechen
Wenn die Situation sicher ist, können Sie direkt in der Situation eingreifen und diskriminierendes Verhalten direkt und deutlich ansprechen. Machen Sie deutlich, dass dieses Verhalten nicht akzeptabel ist. Sie müssen sich dabei nicht auf eine Diskussion einlassen.
Darüber hinaus
- Nutzen Sie Fortbildungs- und Sensibilisierungsangebote.
- Informieren Sie sich über Diskriminierung und Vielfalt.
- Setzen Sie sich für ein respektvolles, diskriminierungsfreies Hochschulumfeld sowie für Demokratie und Menschenrechte ein.