Regenwurm-BodentestAnwendungsbereiche

Anwendungsbereiche

Anwendungsbereiche des Bodenqualität-Tests in der Praxis finden sich überall dort, wo die Boden verbessernden Eigenschaften der Regenwürmer und Mikroorganismen gezielt gefördert werden sollen oder Voruntersuchungen auf die Wirksamkeit einer Boden verbessernden Maßnahme besonders aus finanziellen Gründen sinnvoll ist.

In der Dünger- und Erdenindustrie kann der Bodenqualität-Test zur Produktverbesserung von Bodenaktivatoren oder zur Entwicklung neuer Produkte (Lockstoffe für Lumbriciden) eingesetzt werden.

In Privat- und Schulgärten ist die durch Regenwurmaktivität verbesserte Nährstoffverfügbarkeit der eingesetzten Düngemittel anzustreben. Auch in Bezug auf veränderte Klimabedingungen mit den bekannten Starkregenereignissen ist der durch Regenwurmaktivität erhöhte Erosionsschutz Bestandteil einer nachhaltigen Bewirtschaftungsweise. Mit Hilfe des Tests kann hier im Labormaßstab nach geeigneten Optimierungsverfahren gesucht werden.

In der Forstwirtschaft kann zusätzlich zur Kalkung, die natürliche Anhebung des pH-Werts und die Aufhebung von Bodenverdichtungen durch Regenwurmaktivität gefördert werden. Auch hier sind Voruntersuchungen in Bezug zum Wirkungsgrad der angestrebten Maßnahmen mit dem Bodentest sinnvoll.

Im Zuge einer Bodensanierung werden häufig Gemische aus unkontaminierten, humosem Bodenmaterial und reinem Mineralboden als zu renaturierender Oberboden aufgetragen. Hier kann der Bodenqualität-Test eingesetzt werden, um im Vorfeld aversive Eigenschaften (z.B. Scharfkantigkeit der Einzelkörner) aufzudecken und zu minimieren, um eine schnellstmögliche Renaturierung zu garantieren.

Weiteres

Bereits durchgeführte Untersuchungen

Abb.1: Sichtbare Gang- und Losungsfläche in Böden mit 3 unterschiedlichen pH-Stufen nach 3 Tagen.
Abb.2: Vergleich der Grabaktivität zwischen einem nicht gedüngten Boden zu der Anwendung von 4 verschieden Düngern.
Abb.3: pH-Veränderung innerhalb der unterschiedlich behandelten Seiten eines mit Regenwürmern besetzten Terrariums.
Abb.4: Anstieg des Kohlenstoffgehalts gegen Anstieg des Stickstoffgehalts in der Terrarienseite ohne Zusätze bei Boden-pH 4.2 (gefüllte Symbole) und Boden-pH 5.3 (ungefüllte Symbole). Die Zusätze in der anderen Terrarienseite sind: chm = Hähnchenmist, com = Biokompost, cod = Kuhdung, sta = Stärke

Der Bodenqualität-Test hat bislang vielversprechende Ergebnisse geliefert (siehe Abbildung 1 -4). Es konnten signifikante Unterschiede in der Grabaktivität und damit Präferenzen der Regenwürmer für bestimmte Böden oder Substrate beobachtet werden. Ein Ausgleich von kleinräumig verschiedenen Bodeneigenschaften und damit eine Verringerung der Bodendiversität wurde nachgewiesen.

Das Testverfahren ist bereits zur Untersuchung folgender Themen eingesetzt worden:

  • Auswikung der Grabaktivität auf chemische Parameter wie das C/ N-Verhältnis und den pH-Wert.
  • Auswirkungen von Bodenaktivatoren verschiedener Hersteller auf die Grabintensität der Würmer.
  • Einflussnahme diverse organischer Dünger (Kuhmist, Hühnermist, Kompost, Maisstärke)
  • Böden aus mineralischer Düngung gegen Boden mit organischer Düngung
  • Acker gegen Brachflächen
  • Auswirkungen einer Zugabe von Glukose, Pferdemist, N-reiche Nährflüssigkeit (TSB)
  • Auswirkungen auf die Grabaktivität in Schwermetall belasteten Böden

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