Aktuelles und Termine
Aktuelles rund um das Niedersachsen-Technikum in Osnabrück
Erfolgreicher Abschluss des Niedersachsen-Technikums: Elf Teilnehmerinnen des Berufsorientierungsprogramms für (Fach-)Abiturientinnen starten gestärkt in ihre MINT-Zukunft. Auf der Feierstunde am 20. Februar haben sie über ihre Erfahrungen in Unternehmen
(Osnabrück, 23.02.2026) Praxis im Unternehmen, Einblicke ins Studium und eine klare berufliche Orientierung: Elf Teilnehmerinnen haben den aktuellen Durchgang des Niedersachsen-Technikums an der Hochschule Osnabrück und der Universität Osnabrück erfolgreich abgeschlossen. Über sechs Monate hinweg arbeiteten sie an vier Tagen pro Woche in regionalen Betrieben mit und besuchten an einem Tag Lehrveranstaltungen an den Osnabrücker Hochschulen. Ziel des Programms ist es, jungen Frauen praxisnah Perspektiven im MINT-Bereich zu eröffnen und fundierte Studien- oder Berufsentscheidungen zu ermöglichen. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – Berufsfelder, in denen Frauen in Deutschland noch immer unterrepräsentiert sind.
„Jetzt traue ich mir ein technisches Studium wirklich zu.“
Rieke Bienert zieht ein klares Fazit: „Das Technikum hat mir Sicherheit gegeben, meinen Weg im technischen Bereich weiterzugehen.“ Nach dem Abitur wollte sie nicht direkt ins Studium starten, sondern zunächst herausfinden, wie technische Berufe tatsächlich aussehen und welche Anforderungen sie mit sich bringen.
In ihrem Unternehmen PURPLAN lernte sie zahlreiche Abteilungen kennen – von Projektplanung über Elektrowerkstatt, Lagerlogistik und mechanische Fertigung bis hin zum Konstruktionsbüro. Dort arbeitete sie mit CAD-Software und plante eigenständig Bauteile. Der Wechsel vom Schulalltag in reale Projekte mit festen Abläufen und Verantwortung sei anfangs herausfordernd gewesen, habe sie aber besonders wachsen lassen: „Ich habe gelernt, offen auf Neues zuzugehen, Verantwortung zu übernehmen und bei Unsicherheiten aktiv nachzufragen.“ Durch die Einblicke in die verschiedenen Abteilungen habe Rieke ein realistisches Bild davon bekommen, wie vielseitig technische Berufe sein können und welch unterschiedlichen Aufgabenbereiche es gibt: „Besonders wichtig war für mich, dass ich gelernt habe, mich schnell in neue Themen einzuarbeiten, flexibel zu bleiben und mich in verschiedenen Arbeitsumgebungen zurechtzufinden.“
An der Universität Osnabrück hat Rieke Bienert die Vorlesung „Grundlagen der Wirtschaftsinformatik“ besucht – ebenfalls eine gute Erfahrung aus ihrer Sicht: „Ich habe ein besseres Verständnis dafür bekommen, wie Informationssysteme funktionieren, wie Daten verarbeitet werden und welche Rolle digitale Prozesse in Unternehmen spielen.“ Für die 20-Jährige steht fest: „Ein technisches Studium ist für mich nun eine realistische und motivierende Perspektive.“
„Es war viel mehr als nur ein Pluspunkt für den Lebenslauf.“
Auch Hannah Euler blickt sehr positiv auf das vergangene Halbjahr im Niedersachsen-Technikum zurück. Mit einem schulischen Interesse an Informatik wollte sie herausfinden, ob sowohl ein Studium als auch der Berufsalltag in diesem Bereich zu ihr passen – und gleichzeitig ihr Fachwissen vertiefen: „Besonders wichtig war mir die Möglichkeit, über das Technikum unkompliziert einen qualifizierten Praktikumsplatz mit enger Betreuung zu erhalten.“
Beim Software-Dienstleister basecom entwickelte sie eigenständig eine Web-Anwendung: „Es geht um eine Übersicht der Restaurants in Osnabrück mit internen Bewertungen, Favoritenfunktion und Entscheidungs-Quiz.“ Dafür führte die Technikantin Interviews mit Mitarbeitenden, definierte Anforderungen, entwarf das Design und setzte die Anwendung inklusive Datenbankanbindung technisch um. So durchlief sie den kompletten Entwicklungsprozess – von der Idee bis zum fertigen Produkt. Neben fachlichen Kompetenzen gewann Hannah vor allem an Selbstvertrauen: „Kundentermine, Präsentationen und Teamarbeit haben mir Einblicke in betriebliche Abläufe gegeben und meine kommunikativen Fähigkeiten gestärkt.“ Besonders wertvoll seien für die 18-Jährige die persönliche Atmosphäre, neue Freundschaften und das Gefühl gewesen, als vollwertiges Teammitglied mitzuwirken.
An der Hochschule Osnabrück belegte sie das Modul „Audio- und Videotechnik“ und hat sowohl eine Hausarbeit als auch eine Klausur mitgeschrieben. Hannah Eulers Fazit: „Ich gehe mit neuen Bekannt- und Freundschaften und vielen neuen Kompetenzen aus dem Technikum heraus. Es ist viel mehr als nur ein guter Pluspunkt für den Lebenslauf.“
Breites Angebot an beiden Hochschulen und in elf Kooperationsunternehmen
So wie Rieke Bienert und Hannah Euler nutzten auch neun weitere junge Frauen das Niedersachsen-Technikum, um ihre Interessen zu schärfen, praktische Erfahrungen zu sammeln und konkrete Studien- oder Ausbildungspläne zu entwickeln. Neben ihren bezahlten Praktika in den elf kooperierenden Unternehmen besuchten die Technikantinnen Lehrveranstaltungen aus unterschiedlichen MINT-Fachgebieten wie „Konstruktion und technische Visualisierung“, „Audio- und Videotechnik“, „Grundlagen der Chemie“, „Physische Geographie (System Feste Erde)“, „Wirtschaftsinformatik“ und „Laborversuche zur Physik“. Zusätzlich stand Austausch mit Studierenden und Lehrkräften sowie Unternehmens- und Campusbesuche auf dem Programm.
Den Technikatinnen stehen jetzt viele Wege offen
Auf der Abschlussfeier berichteten die Teilnehmerinnen über ihre Erfahrungen im Technikum und stellten Projekte vor, die sie in ihren Unternehmen eigenständig bearbeitet haben. Ein Highlight war die Verleihung der Abschlussurkunden: Die Vizepräsidentin der Hochschule Osnabrück für Chancengerechtigkeit und Nachhaltigkeit, Professorin Dr. Susanne Düchting, und die Vizepräsidentin der Universität Osnabrück für Internationales, Diversität und wissenschaftliche Qualifikation, Professorin Dr. Andrea Lenschow, beglückwünschten die Teilnehmerinnen gemeinsam zu ihrem Erfolg: „Sie haben in den vergangenen Monaten Mut, Ausdauer und Neugier bewiesen. Darauf können Sie sehr stolz sein. Jetzt stehen Ihnen viele Wege offen. Nehmen Sie das Selbstvertrauen und die Erfahrungen aus dieser Zeit mit in Ihre Zukunft!“
Zu den ersten, die ihre Glückwünsche überbrachten, zählten auch Maleen Glockzin von der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung, der Hochschul-Präsident und promovierter Ingenieur Professor Dr. Alexander Schmehmann, die Koordinatorin des Berufsorientierungsprogramms Johanna Risse, die den Jahrgang über Monate eng begleitete und die Abschlussfeier souverän moderierte, sowie ihre Kolleginnen Marika Gervens, Judith Bräuer und Svenja Folkerts.
Starkes Netzwerk seit 16 Jahren
Das Niedersachsen-Technikum gilt seit 16 Jahren als erfolgreiches Modellprojekt zur Förderung junger Frauen im MINT-Bereich. Ein Großteil der Absolventinnen entscheidet sich anschließend für ein Studium oder eine Ausbildung in technischen oder naturwissenschaftlichen Fächern. Gefördert wird das Programm vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie von der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung und der Stiftung NiedersachsenMetall. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Jahrgangs setzt das Niedersachsen-Technikum damit erneut ein starkes Zeichen für praxisnahe Berufsorientierung und nachhaltige Nachwuchsförderung der Frauen im MINT-Bereich.
Zum Hintergrund: Kooperierende Unternehmen des Durchgangs 2025/26:
basecom GmbH & Co. KG, Emsland Group, Höcker Polytechnik GmbH & Co.KG, Kämmerer Spezialpapiere GmbH, Tapetenfabrik Gebr. Rasch GmbH & Co. KG, The Plantly Butchers GmbH & Co. KG, Schoeller Technocell GmbH & Co. KG, Stadtwerke Osnabrück, PURPLAN, Volkswagen Osnabrück GmbH, ZF Friedrichshafen AG.
Im September 2025 hatten die Technikantinnen der Universität und Hochschule Osnabrück die Gelegenheit, einen spannenden Einblick in die Arbeit der Firma PURPLAN in Wallenhorst zu erhalten. Der zweistündige Besuch bot interessante Informationen über das Unternehmen selbst, eine Führung über das gesamte Betriebsgelände und die Möglichkeit, aktiv mit anzupacken und auch mal an Bohrer und Pfeile zu stehen.
Zu Beginn wurden die Technikantinnen herzlich von den Mitarbeitenden Tim und Svenja empfangen und in einen Seminarraum geführt. Dort erhielten sie eine Präsentation über die Firma PURPLAN selbst – ein international tätiges Unternehmen, das sich auf die Planung und Realisierung von Prozessanlagen spezialisiert hat. Neben dem Sitz in Wallenhorst hat PURPLAN zusätzlich noch zwei Niederlassungen in Shanghai (China) und Charlotte (USA). Besonders beeindruckend war die Vielfalt an Projekten, die PURPLAN weltweit umsetzt. Es wurde deutlich, wie wichtig die Arbeit eines jeden einzelnen, technisches Know-how und eine durchdachte Planung für den Erfolg solcher Anlagen sind.
Nach der Präsentation folgte ein Rundgang über das Firmengelände. Dabei konnten die Technikantinnen verschiedene Bereiche des Unternehmens kennenlernen – von der Planung und Konstruktion bis hin zur Fertigung in den verschiedenen großen Hallen. Besonders interessant war es, die einzelnen Produktionsschritte zu sehen und wie aus einzelnen Bauteilen große Anlagenteile wurden.
Zum Abschluss des Besuchs durften die Technikantinnen in der Ausbildungs-Werkstatt selbst aktiv werden. Unter Anleitung bauten sie Flaschenöffner, die jede mit nach Hause nehmen durfte. Dabei konnten verschiedene handwerkliche Tätigkeiten ausprobiert werden: Bohren, Feilen und Gewinde drehen. Diese praktische Arbeit machte nicht nur Spaß, sondern zeigte auch, wie viel Präzision und Geduld hinter solchen kleinen Arbeitsschritten steckt.
Der Besuch bei PURPLAN war insgesamt sehr informativ und abwechslungsreich. Die Technikantinnen konnten nicht nur viel über die Struktur und Arbeitsweise eines Industrieunternehmens lernen, sondern auch ihre eigenen handwerklichen Fähigkeiten unter Beweis stellen.
(c) Text: Rieke | Foto: Purplan
Pünktlich zum 1. September startete das Berufsorientierungsprogramm Niedersachsen-Technikum mit 13 Teilnehmerinnen in 12 Unternehmen in den neuen Durchgang. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen von Prof.in Dr. Svea Petersen, die sie in ihrer Wahl für den Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) bestärkte und von ihrem eigenen Weg zur Professur erzählte. In einem gemeinsamen ersten Workshop lernten die Technikantinnen einander kennen und tauschten sich über ihre Erwartungen für das nächste halbe Jahr aus. Unterstützt wurden sie von zwei ehemaligen Teilnehmerinnen des Programms. Anschließend fand ein Teambuildingworkshop in der Kletterhalle statt.
Vor den Teilnehmerinnen liegt ein spannendes halbes Jahr Berufs- und Studienorientierung. Sie nehmen an vier Tagen in der Woche am einem Betriebspraktikum teil und an einem Tag in der Woche an Erstsemesterveranstaltungen von Universität und Hochschule Osnabrück. Zusätzlich findet ein Rahmenprogramm mit Studiengangs-, Labor- und Unternehmensbesuchen statt.
Entwickelt wurde das Niedersachsen-Technikum vor 15 Jahren von Prof.in Barbara Schwarze an der Hochschule Osnabrück und zählt seitdem zu den erfolgreichsten Projekten zur Gewinnung von weiblichem MINT-Nachwuchs im Bundesgebiet. Denn neun von zehn Teilnehmerinnen entscheiden sich nach ihrem Technikum für ein Studium oder eine Ausbildung im MINT-Bereich. Seit 2010 haben mehr als 1000 Frauen in über 100 Unternehmen aus verschiedensten Branchen teilgenommen. Aktuell bieten neben der Hochschule und Universität Osnabrück auch die TU Braunschweig, TU Clausthal, die Hochschule Emden/Leer, Hochschule Hannover, Leibniz Universität Hannover, Universität Hildesheim und die Jade Hochschule das Niedersachsen-Technikum an und betreuen in diesem Jahr insgesamt 41 Technikantinnen.
Das Niedersachsen-Technikum wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert. Seit 2022 hat das Niedersachsen-Technikum in der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung eine weitere Förderin gefunden. Die Stiftung NiedersachsenMetall unterstützt das Programm seit 2012.
Du hast Interesse an MINT, weißt aber noch nicht genau was du machen willst? Dann ist das Niedersachsen-Technikum eine gute Möglichkeit für dich! Das Programm bietet Frauen mit MINT-Interesse die Möglichkeit erste Unternehmens- und Studienerfahrungen zu sammeln und so eine gute Berufs- und Studienwahlentscheidung für sich treffen zu können. Mit aktuell 30 Kooperationsunternehmen, die in diesem Durchgang einen Praktikumsplatz anbieten, warten spannende Einsatzgebiete auf die Teilnehmerinnen.
Das erwartet dich:
- an vier Tagen in der Woche lernst du in einem bezahlten Unternehmenspraktikum das Arbeitsleben in einem MINT-Beruf kennen und erstellst ein Abschlussprojekt
- an einem Tag pro Woche nimmst du an einem Schnupper-Studium an einer niedersächsischen Hochschule oder Universität teil
- zusätzlich wird ein umfangreiches Programm aus Grundlagenvorlesungen, Exkursionen, Seminaren und Workshops angeboten
- zum Abschluss erhälst du eine Praktikumsbescheinigung deines Unternehmens sowie ein Zertifikat deiner Hochschule
Wir freuen uns auf deine Bewerbung!
Mit einem feierlichen Abschluss verabschiedeten die Universität sowie die Hochschule Osnabrück am 24.02.2025 die 15. Kohorte des erfolgreichen Berufsorientierungsprogramms Niedersachsen-Technikum. Die 22 Teilnehmerinnen (Technikantinnen) stellten ihre Erlebnisse und Projekte im Unternehmen als auch an der Universität und Hochschule auf beeindruckende Art und Weise vor und zeigten, wie spannend der MINT-Bereich sein kann.
Zur offiziellen Zertifikatsübergabe lud das Niedersachsen-Technikum in das Osnabrücker Schloss ein, wo Prof. Dr. Jochen Oltmer, Vizepräsident für Studium und Lehre der Universität Osnabrück, sowie Prof. Dr. Susanne Düchting, Vizepräsidentin für Chancengerechtigkeit und Nachhaltigkeit der Hochschule Osnabrück, den Teilnehmerinnen herzlich gratulierten. Beide unterstrichen die Wichtigkeit und Aktualität des Programms und riefen dazu auf, Geschlechterklischees zu brechen.
Anna und Carmen sind zwei der 22 Technikantinnen, die in diesem Durchgang in einem von 17 Kooperationsunternehmen am Niedersachsen-Technikum in Osnabrück teilgenommen haben. „Vom Niedersachsen-Technikum habe ich mir erhofft, mehr Perspektiven für meine berufliche Zukunft zu bekommen. Außerdem war es mein Wunsch, nach dem Abitur eine längere Phase mit Berufsorientierung/Praktika zu verbringen, da ich noch sehr unentschlossen in meinen Zukunftsplänen war. Vor allem, weil keine meiner Freundinnen sich beruflich im MINT-Bereich zu Hause fühlt, war es für mich wichtig, Gleichgesinnte kennenzulernen“; berichtet Anna, die ihr Praktikum bei der Emsland Group in Emlichheim absolviert hat. Dort arbeitete sie unter anderem an der Herstellung von veganen Fleischersatzprodukten.
Carmen hat ihr Technikum bei apeptito in Rheine im Bereich der Qualitätssicherung im Wareneingang gemacht: „Zu meinen Hauptaufgaben gehörte die Probenziehung von angelieferten Rohwaren, die anschließende Auswertung und Verkostung und das Erstellen von Rückstellmustern.“
Beide ziehen ein positives Fazit aus ihrem halben Jahr Niedersachsen-Technikum. „Durch das Technikum habe ich für mich festgestellt, dass ich Lust auf ein Studium im naturwissenschaftlichen Bereich habe. Außerdem habe ich durch das Programm viele neue Menschen kennengelernt und neue Freundinnen gefunden, die ähnliche Interessen haben wie ich“; so Carmen.
Das Niedersachsen-Technikum ist ein erfolgreiches praxisintegriertes Konzept für Schulabsolventinnen mit Interesse an Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften oder Technik (MINT), die sich noch nicht für ein konkretes Studienfach oder eine spezifische Ausbildung entscheiden können. An vier Tagen in der Woche sind die Teilnehmerinnen als Praktikantinnen in einem Unternehmen, am fünften Tag besuchen sie Vorlesungen an Universität und Hochschule. 9 von 10 Absolventinnen des Programms entscheiden sich im Anschluss für ein Studium oder eine Ausbildung im MINT Bereich.
Wie geht’s weiter nach der Schule? Für viele junge Menschen ist das eine schwierige Frage. 23 Abiturientinnen haben sich in diesem Jahr für das Niedersachsen-Technikum in Osnabrück entschieden. Das Programm kombiniert praktische Erfahrung und Theorie durch die Kooperation von Hochschulen und Unternehmen. Neben einem sechsmonatigen Praktikum bei einem Unternehmen besuchen die Teilnehmerinnen dafür verschiedene Vorlesungen an der Hochschule und der Universität Osnabrück. „Die jungen Frauen können vielfältige Erfahrungen sammeln, verschiedene Berufe und Studienfächer kennenlernen und werden so bei ihrer Studien- und Berufsentscheidung unterstützt“, erklärt Judith Bräuer, zentrale Koordinatorin des Niedersachsen-Technikums. Der Fokus liegt dabei auf den MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik).
In ihren Unternehmen lernen die Technikantinnen nicht nur die verschiedenen Abteilungen und Fachbereiche kennen, sie arbeiten auch ein einem eigenen Projekt. Amazone, apetito AG, Basecom GmbH & Co. KG, Bischof & Klein SE & Co. KG, Boge, d.velop AG, elektro-bau-montage GmbH & Co. KG, Emsland Stärke, Grimme Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG, Heytex Holding GmbH, Hölscher Wasserbau Wasserbau GmbH, Maschinenbau Bernhard Krone GmbH & Co. KG, Purplan GmbH, Gebr. Rasch GmbH & Co. KG, Felix Schoeller Technocell GmbH & Co. KG, The Plantly Butchers GmbH & Co. KG, Volkswagen Osnabrück GmbH & Co. KG sind in diesem Jahr am Niedersachsen-Technikum in Osnabrück beteiligt.
Das Niedersachsen-Technikum – ein Erfolgsprojekt
Entwickelt wurde das Niedersachsen-Technikum vor 14 Jahren von Prof. Babara Schwarze an der Hochschule Osnabrück und zählt seitdem zu den erfolgreichsten Projekten zur Gewinnung von weiblichem MINT-Nachwuchs im Bundesgebiet. „Neun von zehn Teilnehmerinnen entscheiden sich nach ihrem Technikum für ein Studium oder eine Ausbildung im MINT-Bereich“, sagt Schwarze mit Blick auf die Alumnae-Befragung des Programms. Seit 2010 haben mehr als 930 Frauen in über 100 Unternehmen aus verschiedensten Branchen teilgenommen. Aktuell bieten neben der Hochschule Osnabrück auch die TU Braunschweig, TU Clausthal, PHWT, die Hochschule Emden/Leer, Hochschule Hannover, Leibniz Universität Hannover, Universität Hildesheim, Hochschule Osnabrück, Universität Osnabrück und die Jade Hochschule das Niedersachsen-Technikum an und betreuen in diesem Jahr insgesamt 64 Technikantinnen.
Das Niedersachsen-Technikum wird vom Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert. Seit 2022 hat das Niedersachsen-Technikum in der Dr. Jürgen und Irmgard Ulderup Stiftung eine weitere Förderin gefunden. Die Stiftung NiedersachsenMetall unterstützt das Programm seit 2012.
Text und Bilder (c) Justine Prüne, Hochschule Osnabrück
Als „Erfolgskonzept“ bezeichnet der soeben von der Zentralen Evaluations- und Akkreditierungsagentur (ZEvA) veröffentlichte Evaluationsbericht zum Niedersachsen-Technikum das MINT-Berufsorientierungsprogramm für Frauen.
Beauftragt von der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen, hat die Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur (ZEvA) kürzlich das Niedersachsen-Technikum evaluiert. In ihrem jetzt veröffentlichten Bericht bezeichnet die Agentur das niedersächsische Berufsorientierungsprogramm für Frauen als „Erfolgskonzept“: Die unabhängige Gutachtergruppe sehe darin „ein sehr gutes und langjährig erprobtes Programm zur Studien- und Berufsorientierung junger Abiturientinnen“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung der Akkreditierungsagentur.
„Der Schwerpunkt des Programms ist ein Ermutigungs- und Motivationskonzept für die Teilnehmerinnen, das ihre Kompetenzen und Stärken im Hinblick auf Praxis und Theorie von MINT-Studiengängen und technischen Berufen aufzeigt, wertschätzt und zur Entfaltung bringt“, so die Fachleute. Diese Fähigkeiten werden häufig weder von den jungen Frauen selbst noch von ihrem Umfeld erkannt – daher bedarf es dringend solcher Orientierungsangebote, stellt die Gutachtergruppe fest. Sie empfiehlt dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur daher eine weitere Förderung des Niedersachsen-Technikums.
„Der Bericht bestätigt das Programm des Niedersachsen-Technikums, das strukturell als Propädeutikum an den teilnehmenden niedersächsischen Hochschulen etabliert ist. Die intensive Kooperation von Hochschulen und Unternehmen hat bis heute rund 800 jungen Frauen die Perspektiven einer MINT-Karriere aufgezeigt und für neun von zehn Teilnehmerinnen in ein MINT-Studium oder eine MINT-Ausbildung geführt“, so Professorin Barbara Schwarze, Leiterin der Zentralen Koordinierungsstelle des Niederachsen-Technikums an der Hochschule Osnabrück.
Das Niedersachsen-Technikum ist ein MINT-Berufsorientierungs-Angebot für junge Frauen, das mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent Schulabsolventinnen mit Abitur oder Fachabitur zu einer Entscheidung für ein technisches Studium respektive eine technische Ausbildung führt. Das erfolgreiche Kooperationsprogramm niedersächsischer Hochschulen und Unternehmen wurde 2010 erstmalig an der Hochschule Osnabrück erprobt und wird seit 2012 mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur an weiteren Hochschulen und Universitäten in Niedersachsen angeboten. Aktuell beteiligen sich neun Hochschulen und Universitäten sowie 104 regionale Unternehmen an dem Kooperationsprogramm, das von der Stiftung NiedersachsenMetall unterstützt wird. Dazu zählen Technische Universität Braunschweig, Technische Universität Clausthal, Hochschule Emden/Leer, Hochschule Hannover, Leibniz Universität Hannover, Stiftung Universität Hildesheim, Jade Hochschule Wilhelmshaven Oldenburg Elsfleth, Hochschule Osnabrück und Universität Osnabrück.
Der Evaluationsbericht ist hier einsehbar.