3. Tag der Sozialen Arbeit

Programm

Programm 2. Tag der Sozialen Arbeit 14. September 2022

Kinderschutz nach zwei Jahren Pandemie – veränderte Herausforderungen

10:00 Grußwort
  • Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff
    Vizepräsidentin für Internationalisierung und Dekanin der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
  • Joachim Glaum
    Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familien, Landesjugendamt
10:15 Begrüßung
  • Prof. Dr. Christof Radewagen
    Studiengangleiter Bachelor Soziale Arbeit
  • Prof. Dr. Stephan Maykus
    Studiengangleiter Master Soziale Arbeit
10:30 Vorstellung des Tagungsprogramms
  • Prof. Dr. Stephan Maykus
    Studiengangsleiter Master Soziale Arbeit
  • Kirsten Birth
    Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familien, Landesjugendamt
10:45

Keynote: Anna Lips Institut für Sozial- und Organisationspädagogik, Universität Hildesheim Perspektiven und Rechte junger Menschen während der Coronat3://file?uid=60475pandemie Durch die seit dem Frühjahr 2020 politisch beschlossen und umgesetzten Hygiene- und Schutzmaßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie unterlag und unterliegt der Alltag von Kindern, Jugendlichen und junge Erwachsenen erheblichen Einschränkungen. Wie junge Menschen und Familien diese Veränderungen erlebt haben, wird anhand der Daten der bundesweiten „Jugend und Corona“ (JuCo) und „Kinder, Eltern und ihre Erfahrungen während der Corona-Pandemie“ (KiCo) Studien vorgestellt. Auch wird mit Blick auf die vorliegenden Daten reflektiert, welche Rolle die Perspektiven junger Menschen und ihre Rechte im Zuge politischer Diskussionen rund um die Coronapandemie eingenommen haben und bis heute einnehmen. (Programmänderung: Der Vortrag von Dr. Thomas Meyen entfällt)

Den Vortrag finden Sie hier:

11:30 Diskussion
  • Moderation: Prof. Dr. Christof Radewagen, Kirsten Birth
12:00

Gereimtes Intermezzo

  • Tobias Kunze, Poetry-Slammer
12:15 Mittagspause
13:30

Workshops

Hinweis: Die Workshopunterlagen können an dieser Stelle aus rechtlichen Gründe nicht hochgeladen werden. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Lara-Lee Terkowski, die Ihnen die Unterlagen zusenden wird. E-Mail: lara-lee.terkowski@hs-osnabrueck.de.
 

  • 1. Workshop: Elternwille oder staatlicher Schutzauftrag – was sticht?
    Ingo Socha
    Aufsichtführender Richter am Amtsgericht Lübeck

    Kann sich ein Elternteil dagegen wenden, dass sein Kind die Schule nur dann besuchen darf, wenn es sich auf Corona testen lässt? Kann der Staat verlangen, dass sich alle Schülerinnen und Schüler gegen die Masern impfen lassen? Muss ein Kind am Sexualkundeunterricht teilnehmen? Was also können Eltern frei für ihr Kind entscheiden und wann muss der Staat intervenieren? Vieles spricht dafür, dass durch die Pandemie und die damit verbundenen Diskussionen die Gewichte in dieser Frage verschoben worden sind. In dem Workshop wollen wir gemeinsam nach Kriterien für den Umgang mit unbestimmten Rechtsbegriffen wie „Kindeswohl“ suchen.
    Zu den Workshopunterlagen:
     
  • 2. Workshop: Sexualisierte Gewalt in digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen
    Anke Hamker
    Polizeiinspektion Osnabrück

    Durch die Corona-Pandemie sind digitale Medien für jeden Einzelnen noch wichtiger und Nutzungszeiten länger geworden. Somit bereiten auch die Gefährdungen im digitalen Raum Eltern und Erziehenden zunehmend Sorge. Der Workshop beleuchtet Formen sexualisierter Gewalt im digitalen Raum wie Cybergrooming und Sexting. Es gilt, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen, um Kinder und Jugendliche frühzeitig vor sexualisierter Gewalt über digitale Wege zu schützen.
    Zu den Workshopunterlagen:
     
  • 3. Workshop: Partnerschaftsgewalt – aktueller denn je?
    Esther de Vries
    Kinderschutz-Zentrum Osnabrück

    Unterschiedliche Studien liefern Hinweise, dass es im Rahmen der pandemiebedingten Lockdown-Maßnahmen europaweit zu einer auffälligen Zunahme von Partnerschaftsgewalt gekommen ist. Betroffene sind meist Frauen und Kinder. Als eigene Form der Kindeswohlgefährdung darf Partnerschaftsgewalt nicht unterschätzt werden. Im Rahmen des Workshops, der sich als Einstieg in diese Thematik versteht, werden Sie Informationen über familiäre Strukturen und Dynamiken bei Partnerschaftsgewalt sowie über deren Auswirkungen auf die betroffenen Kinder und Jugendlichen erhalten.
    Zu den Workshopunterlagen:
    .
  • 4. Workshop: Soziale Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen im Spiegel der Corona-Pandemie- Herausforderungen für die Soziale Arbeit?
    Patrick Werth
    Katholische Hochschule Münster

    Die Corona-Pandemie und die mit ihr einhergehenden Beschränkung im Alltag, haben Kinder, Jugendliche und deren Familie vor zahlreiche Herausforderungen gestellt. Insbesonder zeigte sich, dass Menschen mit Beeinträchtigung in erheblichem Maße vom Abbruch sozailer Kontakte betroffen waren. In diesem Workshop soll diskutiert werden, inwiefern sich die Beschränkungen sozialer Kontakte bei Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigung ausgewirkt haben können und welche Angebote seitens der Profession Soziale Arbeit in der Praxis Kinder, Jugendliche und ihre Familien unter der Perspektive sozialer Teilhabe unterstützen können."

    5. Workshop: Rahmenbedingungen der Gefährdungseinschätzung
    Prof. Dr. Christof Radewagen
    Hochschule Osnabrück

    Der Gefährdungseinschätzung kommt bei der Wahrnehmung des Schutzauftrages durch Träger der Kinder- und Jugendhilfe eine zentrale Rolle zu. Zum einen soll in dem Setting fachlich rekonstruierbar reflektiert werden, ob sich die in die Beratung eingebrachten gewichtigen Anhaltspunkte bestätigen. Zum anderen ist dabei auch herauszuarbeiten, wie das für ein Kind/eine*einen Jugendlichen bestehende Gefährdungsrisiko einzuschätzen ist. Damit die Gefährdungseinschätzung ihren komplexen Aufgaben gerecht werden kann, bedarf sie spezifischer Rahmenbedingungen. Diese werden im Workshop näher erläutert und diskutiert. Grundlage der Ausführungen sind insbesondere die Empfehlungen der Nds. Lügde-Kommission.​
    Link: Lügde-Bericht:
     
  • 6. Workshop: Vom Beteiligungsdilemma zur kommunalen Demokratiebildung junger Menschen
    Prof. Dr. Stephan Maykus
    Hochschule Osnabrück

    „Wir sind laut, stellt Euch nicht taub“ – lautete das Motto Osnabrücker Jugendvertretungen zum internationalen Tag der Jugend im August 2021: Wie ist der scheinbare Hörverlust gesellschaftlicher und auch (sozial-) pädagogischer Institutionen zu erklären, wenn es um die lebensweltlichen Interessen junger Menschen geht? Und wie kann eine demokratisch strukturierte Partizipation aussehen, die Alibi-Beteiligung ablöst und nachhaltig wirkt? Diesen Fragen wollen wir auf der Grundlage des 16. Kinder- und Jugendberichtes, von Erfahrungen mit Jugendbeteiligung in der Praxis und im Zusammenhang von Möglichkeiten der Demokratiebildung diskutieren. Dabei können die Teilnehmenden dieses Workshops das neu gegründete Zentrum für kommunale Sozialpädagogik e.V. (zekos) kennenlernen, das Kinder- und Jugendbeteiligung in Städten und Gemeinden fördern möchte – in der Region Osnabrück und darüber hinaus.
    Zu den Workshopunterlagen:
     
  • 7. Workshop: Beratungsperspektiven auf Gefährdungseinschätzungen im Kinderschutz
    Michael Tiaden
    Hochschule Osnabrück

    Die Aufgabe einer „Insoweit erfahrenen Fachkraft“ besteht im SGB VIII darin, Fachkräfte bei einer Gefährdungs- und Ressourcenabschätzung zu beraten. In diesem Workshop stellen wir ein Beratungsmodell vor, das einerseits die Fragen zu einer Gefährdungsabschätzung und ihrer individuellen Situation aufgreift und andererseits sie als Fachkräfte in ihrer Argumentation zur Entscheidung fachlich unterstützt. Wir gehen den Fragen nach, wie genau sieht ein solches Beratungsverfahren kriteriengestützt und forschungsbasiert aus und wie lässt es sich damit konkret arbeiten? Welchen „Effekt“ hat so ein Instrument/ Verfahren auf die kollegiale Beratungssituation und die Beratung mit den Adressat*innen? Ausgehend von einem praktischen Fall, werden wir den methodischen Ablauf im Workshop durchgehen. Beginnend bei den in der Beratung gesammelten Informationen bis zur fachlich gestützte Gefährdungseinschätzung, aus der dann eine Planung des weiteren Vorgehens resultiert (liegt ein Hilfebedarf oder Schutzauftrag vor? Wenn ja, wie kann der Auftrag fachlich gestaltet werden?).
     
  • 8. Workshop: Kindeswohl und Schutz von Kindern in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete – Aufgaben und Herausforderungen für die Soziale Arbeit
    Anja Melissis und Prof. Dr. Ayça Polat
    NTFN-Osnabrück und Hochschule Osnabrück

    Minderjährige Kinder und Jugendliche spielen in der Zusammensetzung der Menschen mit Fluchtgeschichte weltweit und auch in Deutschland eine erhebliche Rolle. Von den rund 1,4 Millionen Menschen, die 2020 in Deutschland einen Asylantrag gestellt haben, war ein Drittel minderjährig. Ihre Lebenslage ist vor, während und nach der Flucht von verschiedenen Risikofaktoren geprägt. Damit gehen verschiedene Handlungsanforderungen an professionelle Fachkräfte einher, auf die sie angemessen reagieren müssen. Im Workshop werden die, aus dem Fachdiskurs einer menschenrechtsbasierten Sozialen Arbeit entwickelten, Prinzipien zur Versorgung und Unterstützung von Geflüchteten mit den Erfahrungen von Fachkräften aus der Praxis zusammengeführt und mit den Teilnehmer*innen diskutiert. Ein besonderer Fokus liegt auf die Situation der Kinder und Jugendlichen in Gemeinschaftsunterkünften.
15:00

Ausblick

  • Prof. Dr. Stefan Maykus und Prof. Dr. Christof Radewagen, Hochschule Osnabrück
    Kirsten Birth und Joachim Glaum, Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie -Landesjugendamt
15:15

Poetischer Abschluss

  • Tobias Kunze, Poetry-Slammer
15:30 Ausklang, Networking
Kaffee und Kuchen