Internationale Forschung und Lehre
Internationale Forschung und Lehre
Internationale Zusammenarbeit ist ein zentraler Baustein, um globale Herausforderungen in Agrar- und Ernährungssystemen gemeinsam zu bearbeiten. Die Forschungsgruppe Growing Knowledge® der Hochschule Osnabrück verbindet angewandte Forschung, innovative Lehre und praxisnahen Wissenstransfer mit internationalen Perspektiven und Partnernetzwerken.
Im Mittelpunkt stehen klimaresiliente pflanzliche Produktionssysteme, nachhaltige Wertschöpfungsketten und neue Lehrformate, die Studierende, Forschende und Praxisakteur*innen über Länder- und Disziplingrenzen hinweg zusammenbringen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf tropischen Nutzpflanzen wie Kaffee, Kakao und Vanille, deren Anbau und Wertschöpfungsketten zunehmend von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.
Die Grundlage hierfür bilden experimentelle Forschungsansätze der Forschungsgruppe Growing Knowledge® im Bereich Controlled Environment Agriculture (CEA) und Hydroponik. Mit dem Forschungszentrum Agrarsysteme der Zukunft verfügt die Hochschule über moderne Infrastrukturen, die präzise Untersuchungen von Pflanze-Klima-Interaktionen unter standardisierten Bedingungen ermöglichen. Durch die Verknüpfung dieser experimentellen Expertise mit regionalem Erfahrungswissen, Freilandforschung und nutzpflanzenartspezifischer Expertise aus internationalen Partnerregionen entstehen neue Perspektiven für die Entwicklung klimaresilienter Produktionssysteme sowie nachhaltiger Wertschöpfungsketten im Kontext globaler Transformationsprozesse.
Mit der vom DAAD geförderten Kurzmaßnahme IP-CRoPS (International Partnership for Climate-Resilient Tropical Crop Production Systems, Förderzeitraum: 1. Juni 2026 bis 31. Dezember 2026) baut die Forschungsgruppe Growing Knowledge® ein internationales Netzwerk mit Partnerinstitutionen aus Brasilien und Costa Rica auf. Ziel ist es, die an der Hochschule vorhandene Expertise in der experimentellen Forschung zu klimabedingten pflanzenphysiologischen Reaktionen unter CEA-Bedingungen mit Freilandforschung, regionalem Erfahrungswissen sowie sozioökonomischer und nutzpflanzenartspezifischer Expertise aus tropischen Anbauländern zu verknüpfen.
Im Fokus stehen tropische Nutzpflanzen wie Kaffee, Kakao und Vanille. Diese Kulturen besitzen eine hohe wirtschaftliche und soziale Bedeutung in den Anbauländern und auch in Deutschland, sind jedoch zunehmend von den Folgen des Klimawandels betroffen. Steigende Temperaturen, veränderte Niederschlagsmuster, Extremwetterereignisse und Veränderungen in Biodiversität und Bestäubung wirken sich nicht nur auf Anbau und Ertrag aus, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette - von Produktion und Verarbeitung bis hin zu Qualität, Handel, Vermarktung und Konsum.
Die Forschungsgruppe Growing Knowledge® bringt in IP-CRoPS insbesondere ihre Kompetenzen im Bereich Controlled Environment Agriculture, Hydroponik, Pflanzenphysiologie und praxisnaher Forschung ein.
Die Kooperation mit Partnerinstitutionen aus Brasilien und Costa Rica bietet besondere Chancen. Costa Rica steht für ökologische Anbausysteme, Agroforst, Biodiversität und Qualitätsproduktion. Brasilien verfügt über hochskalierte Produktionssysteme, starke Forschungsstrukturen und umfangreiche Expertise zu tropischen Nutzpflanzen. Durch die Verbindung dieser komplementären Stärken entsteht ein trinationales Innovationsnetzwerk für klimaresiliente Produktionssysteme und nachhaltige Wertschöpfungsketten tropischer Nutzpflanzen.
Ziele von IP-CRoPS
IP-CRoPS verfolgt das Ziel, langfristige Forschungs-, Lehr- und Transferkooperationen zwischen der Hochschule Osnabrück und den Partnern aus Brasilien und Costa Rica aufzubauen.
Im Mittelpunkt stehen:
- die Verknüpfung von CEA-basierter Pflanzenforschung mit Freilandforschung in tropischen Anbauregionen
- die Entwicklung gemeinsamer Forschungsfragen zur Entwicklung nachhaltiger und klimaresilienter Produktionssysteme für tropische Nutzpflanzen
- die Entwicklung internationaler Lehrformate und studentischer Projekt-/Austauschmöglichkeiten
- die Stärkung von Forschung, Lehre und Transfer im internationalen Kontext
Projektpartner
An IP-CRoPS sind folgende Partnereinrichtungen beteiligt:
- Universidade Federal de Lavras (UFLA), Brasilien
- Centro de Pesquisas do Cacau / Comissão Executiva do Plano da Lavoura Cacaueira (CEPEC/CEPLAC), Brasilien
- Centro Agronómico Tropical de Investigación y Enseñanza (CATIE), Costa Rica
- Rausch GmbH, Berlin, mit Rausch Tres Equis – Finca de Cacao, Costa Rica
Am 30. Oktober 2026 lädt die Forschungsgruppe Growing Knowledge® im Rahmen von IP-CRoPS zu einem fakultätsübergreifenden Workshop auf dem Campus Haste der Hochschule Osnabrück ein. Gemeinsam mit Partnern aus Brasilien und Costa Rica werden Forschungs- und Lehrperspektiven entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Kaffee, Kakao und Vanille diskutiert - von Anbau und Verarbeitung bis hin zu Lieferketten, Vermarktung und Konsum.
In diesem Kontext versteht sich der Workshop als offene Plattform für Austausch, Vernetzung und die gemeinsame Entwicklung neuer Ideen.
Eingeladen sind Mitglieder der gesamten Hochschule Osnabrück – Forschende, Lehrende, Studierende sowie Mitarbeitende aus Verwaltung und Servicebereichen – ebenso wie Vertreter*innen aus Unternehmen, Verbänden und Praxis. Dabei sind ausdrücklich alle Fachrichtungen und Perspektiven willkommen! Ob deine Expertise in den Bereichen Produktion und Anbau, Verarbeitung und Logistik, Marketing und Wertschöpfung, Forschung und Lehre, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Internationalisierung oder gesellschaftliche Transformation liegt – Dein Beitrag ist wertvoll!
Ziel des Workshops ist es, Menschen und Ideen entlang der gesamten Wertschöpfungskette miteinander zu verbinden, neue interdisziplinäre Anknüpfungspunkte zu identifizieren und Potenziale für zukünftige Kooperationen innerhalb der Hochschule Osnabrück sowie mit internationalen Partnern zu erschließen. Gemeinsam möchten wir Impulse für klimaresiliente Agrarsysteme, nachhaltige Partnerschaften und innovative Formen internationaler Zusammenarbeit entwickeln.
Der Workshop folgt dabei der Logik der Wertschöpfungskette:
Farm → Ecosystem → Harvest → Processing → Product → Market → Consumer
Eckdaten
Datum: 30. Oktober 2026
Ort: HR-Gebäude, Campus Haste, Hochschule Osnabrück
Format: Fakultätsübergreifender Co-Creation-Workshop
Sprache: Englisch
Weitere Informationen: Programm und Anmeldung folgen.
Geplante Ergebnisse
Am Ende des Workshops sollen konkrete Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit entstehen:
- priorisierte Forschungsfelder und erste interdisziplinäre Projektideen für zukünftige Verbundvorhaben
- Ansätze für internationale Lehrformate
- Themen für studentische Projekte und Abschlussarbeiten
- Möglichkeiten zur Einbindung von Unternehmen und Praxispartnern
- nächste Schritte für die Zusammenarbeit mit Partnern aus Brasilien und Costa Rica
Hinweis für Studierende
Für Studierende wird zur thematischen und inhaltlichen Vorbereitung auf den Workshop eine Blockwochenveranstaltung angeboten! Die Teilnahme an der Blockwochenveranstaltung ist jedoch keine Voraussetzung für die Teilnahme am Workshop!
Die Internationale Blockwochenveranstaltung ergänzt die Aktivitäten von IP-CRoPS um ein lehrbezogenes Format für Studierende. Im aktuellen Jahr dient sie als thematische Vorbereitung auf den Workshop „Coffee, Cocoa & Vanilla under Climate Stress“ und richtet sich an Studierende (Bachelor und Master) der gesamten Hochschule Osnabrück.
Im Mittelpunkt stehen globale Herausforderungen rund um tropische Nutzpflanzen, Klimawandel und nachhaltige Wertschöpfungsketten. Studierende setzen sich mit Fragestellungen auseinander, die im Workshop mit Partnern aus Brasilien und Costa Rica vertieft werden: von klimaresilientem Anbau, Biodiversität und Verarbeitung über Lieferketten und Märkte bis hin zu Konsum, Kommunikation und Nachhaltigkeit.
Die Blockwoche bietet Studierenden die Möglichkeit, sich fachlich und interdisziplinär auf den Workshop vorzubereiten, eigene Perspektiven einzubringen und mögliche Forschungs-, Lehr- oder Projektfragen zu entwickeln. Damit entsteht eine Verbindung zwischen studentischer Lehre, internationaler Forschung und praxisnahem Transfer.
In den folgenden Jahren soll die Blockwoche zu einem internationalen Lehrformat weiterentwickelt werden, das gemeinsam mit den Partnerinstitutionen aus Brasilien und Costa Rica gestaltet wird. Die Ergebnisse des Workshops bilden hierfür eine wichtige Grundlage. Sie sollen helfen, Themen, Fallstudien, Projektformate und mögliche Kooperationsstrukturen für zukünftige internationale Blockwochen zu definieren.
Ziele der Internationalen Blockwoche
- thematische Vorbereitung von Studierenden auf den Workshop
- Sensibilisierung für globale Agrar- und Ernährungssysteme
- Auseinandersetzung mit Kaffee, Kakao und Vanille als Fallbeispiele klimasensitiver Wertschöpfungsketten
- Förderung interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Studierenden verschiedener Studiengänge
- Entwicklung studentischer Perspektiven auf Forschungs- und Transferfragen
- Vorbereitung zukünftiger internationaler Lehrformate mit Partnerinstitutionen aus Brasilien und Costa Rica
Eckdaten
Datum: 26. - 30. Oktober 2026
Ort: Campus Haste und Campus Westerberg, Hochschule Osnabrück
Format: Fakultätsübergreifender Workshop mit Fachvorträgen und Gruppenarbeiten
Sprache: Englisch
Weitere Informationen: Programm und Anmeldung folgen.
Sebastian Deck
- Telefon
- +49 541 969-5334
- Abteilung
- Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur
- Raum
- HL 0106
- Web
- Internetseite
- Beschreibung
- Koordination Forschungszentrum Agrarsysteme der Zukunft & Administration Arbeitsgruppe Growing Knowledge