Aktuelles aus dem Teilprojekt Rohrkolben

Projektziel

Da es nicht möglichen ist Rohrkolben-Häcksel unverarbeitet als Kultursubstrat zu nutzen, gegeben durch ein ungünstiges C/N-Verhältnis wodurch es zur Stickstoffimmobilisation kommt, ist die Verarbeitung unabdingbar. Durch die Verarbeitung der Typha-Häcksel durch Silierung, Kompostierung oder einer thermisch bzw. thermohydrolytischen Behandlung, sollen leicht abbaubaren Kohlenstoffe abgebaut oder entfernt werden, um einer Stickstoffimmobilisation vorzubeugen. Des Weiteren kommt es bei Rohrkolben zur Bioakkumulation, sodass die Salzgehalte Standortabhängig variieren können. Durch Vergleiche verschiedener Standorte soll dies weiter untersucht werden.

Versuchsfragen

  • Nach welcher Zeitdauer stellt sich ein Ziel pH-Wert von unter 5 ein?
  • Wie hoch sind die Emissionen während der Silierung?
  • Wie stark wird der Silierungsprozess von unterschiedlichen Wassergahalten und Siliermitteln (Milchsäurebakterienkulturen) beeinflusst, hinsichtlich auf die Zeit und Qualität?
  • Wie verhält sich die Rohrkolbensilage in Mischungen mit anderen Substratbestandteilen (z.b. Rohrkolbenkompost, Grüngutkompost, Holzfasern)?
  • Wird eine Nachbehandlung benötigt?
  • Wie stark unterscheiden sich die Rohrkolbenchargen der verschiedenen Standorte?

Aktivitäten

März 2025

Silierung

Um die Eignung von Rohrkolbensilage als Kultursubstrat zu teste musste zuerst die optimale Rezeptur geklärt werden. Das bedeutet der ideale Trockenmasse Anteil und ob sich das zugegebene Siliermittel aus homofermentativen oder aus heterofermentativen Milchsäurebakterien zusammensetzt. Nachdem diese Frage geklärt war trat die nächste Frage auf, kann Material siliert werden, welches ein Jahr trocken gelagert hatte oder kann nur frisch geerntetes Material siliert werden. Dieser Frage wurde in einem 8-wöchigen Versuch in Weckgläsern nachgegangen.

Nachdem auch diese Frage beantwortet schien, wurde ein Vegetationsversuch geplant. Dafür wurde nun deutlich mehr Siliergut benötigt. Daher wurde nun in 220 Liter Tonnnen siliert.

Mit dem daraus gewonnenen Material wurde nun ein Vegetationsversuch angelegt. Dabei wurden Substratmischungen mit 50 % [v/v] Volumenanteil Torf bzw. Kokosmark und 50 % [v/v] Volumenanteil Rohrkolbenhäcksel als auch Substratmischungen mit 25 % [v/v] Volumenanteil Torf bzw. Kokosmark und 75 % [v/v] Volumenanteil Rohrkolbenhäcksel getestet.

Silage in Weckgläsern mit regelmäßiger Gasproben Entnahme

Februar 2025

Untersuchung verschiedener Pflanzenteile auf ihre Eigunung als Kultursubstrat

Um zu testen ob verschiedene Pflanzenteile sich in ihrer Eignung als Substrat unterscheiden, wurde Rohrkolben als ganze Pflanze geerntet und anschließend in Blatt, Stängel , Kolben und Blütenloser Spross sortiert und gehäckselt.

Mit diesem Material wurden ebenfalls ein Keimpflanzentest, ein Brutversuch und ein Vegetationsversuch durchgeführt. Dabei wurden jeweils Substartmischungen bestehend aus 50 % [v/v] Weißtorf und 50 % [v/v] Rohrkolbenhäcksel verwendet.

Rohrkolbenstängel
Rohrkolbenblatt

September 2024

Anlage eines Vegetationsversuches

Resultierend aus den vorangegangenen Versuchen wurden die besten Varianten für einen Kulturversuch mit Petunien eingesetzt. Dabei wurden Substratmischungen mit bis zu 75 % [v/v] Anteil an Rohrkolbenhäcksel getestet.

Vegetationsversuch mit thermisch und thermohydrolytisch behandelten Rohrkolbenhäcksel

September 2024

Anlage von Keimpflanzentest und Brutversuch

Nun wird das Material auf seine Stabilität hinsichtlich auf seinen Stickstoff Haushalts untersucht. Diese wird mittels eines Inkubationsversucht ermittelt.

Des weiteren muss geprüft werden ob sich in dem behandelten Häckselgut keimhemmende Substanzen gebildet haben. Dies wir in einem Keimpflanzentest mit Chinakohl als Modellpflanze getestet. 

Für beide Versuche werden Substratmischungen aus 50 % [v/v] Weißtorf und 50 % [v/v] Rohrkolbenhäckel angemischt.

 

Keimpflanzentest mit thermisch bzw. thermohydrolytisch behandelten Rohrkolbenhäckseln

August 2024

Thermische und Thermohydrolytische Behandlung

Es wurde eine thermische bzw. thermohydrolytische Behandlung der Rohrkolbenhäcksel durchgeführt, um die Rohrkolbenhäcksel vor mikrobiellen Abbau zu schützen und damit die Stickstoffimmobilisation zu reduzieren. Die hohe Temperatur führt zur Hydrolyse der Kohlenhydrate.

Nach der Behandlung wurden die Häcksel auf Salzgehalt und pH-Wert untersucht.

März 2024

Typhaernte in Bad Bederkesa.

Für die kommenden Versuche wurde Rohrkolbenmaterial von vier verschiedenen Standorten abgeholt. Davon drei verschiedenen Standorte aus den Niederlanden und ein Standort in Norddeutschland.

Dabei wurden ebenfalls Bodenproben genommen.

Januar 2024

Öffnen der 6 Wochen silierten Silage und zwei Wochen später der 8 Wochen silierten Silage. Anschließend wurden pH-Wert, Salzgehalt sowie Nitrat und Ammonium Gehalte analysiert und die Silagen für den Brutversuch vorbereitet.

Dezember 2023

Start des ersten Silageversuchs in 1,5 l Weckgläsern mit unterschiedlichen Trockenmasseanteilen und Siliermitteln.

Typhahäcksel luftdicht in 1,5 l Weckglässer

September 2023

Projektstart!

Aktuelles aus den Teilprojekten