Promotionsprojekte
- Name Promovierende: Isabel Jalaß, M. Sc. (Hochschule Osnabrück)
- Kontakt: i.jalass@hs-osnabrueck.de
- Betreuer:innen: Prof. Dr. Sara Marquard (Hochschule Osnabrück), Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler (Universität Osnabrück)
- Arbeitstitel: Identifikation und Analyse von pflegesensitiven Sekundärdaten im Verlauf chronischer Erkrankungen
- Kurzbeschreibung: Die Anzahl pflegebedürftiger Menschen mit Ko- und Multimorbidität in Deutschland ist hoch und wird aufgrund des demografischen Wandels sowie des medizinischen Fortschritts zukünftig weiter ansteigen. Hieraus ergeben sich verschiedene Herausforderungen für die Versorgungs- und Pflegesituation in Bezug auf die Komplexität und Heterogenität individueller Krankheitskombinationen und deren Auswirkungen. Um die komplexen Zusammenhänge adäquat untersuchen zu können, sind Datenquellen erforderlich, die belastbare empirische Evidenz schaffen.
In der Versorgungsforschung hat hierfür in den letzten Jahren die Nutzung von Sekundärdaten zunehmend an Relevanz gewonnen. Im Hinblick auf pflegespezifische Fragestellungen spielt die Sekundärdatenanalyse in Deutschland bislang jedoch eine eher untergeordnete Rolle.
Die Zielsetzung der geplanten Dissertation setzt hier an, indem die Entwicklung eines systematischen pflegebezogenen Analyseschemas verfolgt wird. Dieses bezieht umfassende Parameter und Messgrößen aus den zugänglichen Sekundärdatensätzen ein, die die Abschätzung des Versorgungs- und Pflegeverlaufs ermöglichen. Das Analyseschema soll im Rahmen von Sekundärdatenanalysen im Umfeld des Themenfeldes „chronische Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit“ Anwendung finden sowie anschließend evaluiert und entsprechend angepasst werden. Das übergeordnete Ziel ist die Bereitstellung des Analyseschemas in Form eines Guidebooks als Grundlage und Leitfaden für weitere pflegebezogene Sekundärdatenanalysen.
Name Promovierender: Aldair-Yasin Mateus, M. Sc. (Hochschule Osnabrück)
Kontakt: a.mateus@hs-osnabrueck.de
Betreuer:innen: Prof. Dr. Sara Marquard (Hochschule Osnabrück), Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler (Universität Osnabrück)
Arbeitstitel: Development and Validation of a Nursing Minimum Data Set for Oncology Nursing (Onco-MNDS)
Kurzbeschreibung: Die demografische Entwicklung führt in vielen Industrieländern zu einer steigenden Nachfrage nach komplexen Gesundheitsleistungen. Gleichzeitig erhöhen sich die bürokratischen Dokumentationsanforderungen für Pflegefachpersonen, wodurch ein erheblicher Teil ihrer Arbeitszeit für die reine Datenerfassung aufgewendet wird. In Deutschland fehlt bislang eine fundierte Datengrundlage, die eindeutig erfasst, welche pflegerischen Handlungen durchgeführt werden, warum sie erfolgen und welchen Einfluss sie auf den Gesundheitszustand von Pflegebedürftigen haben. Diese Lücke behindert sowohl die Praxis‑ als auch die Forschungsperspektive, insbesondere in der onkologischen Pflege, wo Versorgungssituationen besonders komplex sind. Das vorliegende Dissertationsvorhaben hat das Ziel, einen onkologiespezifischen Pflege-Kerndatensatz (Nursing Minimum Data Set (NMDS)) zu konzipieren und zu validieren.
Erwartete Beiträge sind: (I) Reduktion des dokumentationsbedingten Aufwands bei gleichzeitiger Erhöhung des Informationsgehalts; (II) Schaffung einer evidenzbasierten Datenbasis für pflegewissenschaftliche Fragestellungen und ggf. anderen möglichen Anwendungsfeldern (z. B. Personalbedarfsplanungen und Qualitätsmessungen) und (III) Stärkung der Sichtbarkeit und Anerkennung pflegerischer Arbeit in der onkologischen Versorgung.
- Name Promovierender: Robert Kansy, M. Sc. (Uniklinikum Freiburg)
- Kontakt: robert.kansy@uniklinik-freiburg.de
- Betreuer:innen: Prof. PD Dr. Andre Ewers (Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg)
- Arbeitstitel: Entwicklung und Pilotierung eines pflegegeleiteten Versorgungsmodells für Hautkrebspatient*innen zum Umgang mit immunvermittelten Neben-wirkungen unter Immun-Checkpoint-Inhibitor-Therapie
- Kurzbeschreibung: Die ambulante Behandlung von Hautkrebspatient*innen mit Immun-Checkpoint-Inhibitoren hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Immunvermittelte Nebenwirkungen (irAEs) treten dabei häufig außerhalb klinischer Kontrolle auf und erfordern von Patient*innen ein hohes Maß an Gesundheitskompetenz und Selbstmanagementfähigkeiten. Kompetenzen, die in dieser Zielgruppe nachweislich häufig unzureichend ausgeprägt sind. Pflegefachpersonen nehmen im irAE-Management eine zentrale Rolle ein, die bislang jedoch kaum systematisch konzeptualisiert wurde. Evidenzbasierte, pflegegeleitete Versorgungsmodelle für dieses Setting fehlen.
Ziel des Dissertationsvorhabens ist es, unter Einbezug der Perspektiven von Patient*innen und Pflegefachpersonen ein bedarfsgerechtes, pflegegeleitetes Versorgungsmodell für das ambulante irAE-Management zu entwickeln und hinsichtlich Anwendbarkeit und Akzeptanz zu pilotieren. Das methodische Vorgehen folgt den Prinzipien der Educational Design Research und gliedert sich in die drei aufeinander aufbauenden Phasen Analyse und Exploration, Design und Konstruktion sowie Evaluation und Reflexion.
Durch die enge Verzahnung von Bedarfsanalyse, partizipativer Modellentwicklung und Pilotierung soll das Vorhaben die Weiterentwicklung der pflegewissenschaftlichen Forschung fördern und die Versorgungspraxis verbessern. Zudem soll es Impulse für die Weiterentwicklung nationaler und internationaler Versorgungsstandards setzen.