Abstracts der Tagungsbeiträge (in der Reihenfolge des Programms)

Sophie von Platen geb. von Offeln (1669-1726) und Monbrillant. Recherche für die Dauerausstellung im Stadtarchiv Hannover
Petra Widmer, Historikerin

Vor den Toren Hannovers entstanden Anfang des 18. Jahrhunderts zahlreiche Landsitze des Hofadels. Auch Sophie von Platen geb. von Offeln (1669-1726) ließ ein Schloß mit Garten errichten, welches Monbrillant genannt wurde. Im Zentrum des Vortrags steht die Recherche zu Sophie von Platen, die, ausgehend von einer Karte aus dem Jahr 1725, für die Dauerausstellung im Stadtarchiv Hannover durchgeführt wurde. 

 

„Welt im Garten“ – Lely Kempin als Pflanzenfotografin 
Gerlinde Volland, Kunsthistorikerin

Lely Kempin (1878-1971) war Autorin, Fotografin und Illustratorin. Als Tochter eines Kapitäns in Altona geboren, veröffentlichte sie unter anderem zwei Bücher mit kommentierten Pflanzenfotos. Von der Fotografiegeschichte bisher nicht beachtet, zeigen ihre Fotos doch eine ganz eigene Sicht auf die Pflanzen, eine ganzheitliche und poetische Anschauung. In diesem Vortrag soll insbesondere dieser Ausschnitt ihres vielseitigen Werkes vorgestellt werden.

 

„Umsäuselte mich halber Klang“: Annette von Droste-Hülshoffs ungesehene Landschaften 
Anneke Lubkowitz, Autorin und Literaturwissenschaftlerin

Annette von Droste-Hülshoffs (1797-1848) Naturwahrnehmung wurde stark durch ihre Körperlichkeit beeinflusst: Ausgeprägte Kurzsichtigkeit und chronische Krankheit führten dazu, dass sie, um Landschaft erleben zu können, auf Hilfsmittel angewiesen war: Sehhilfen, ihr Vorstellungsvermögen und ihren ausgeprägten Hörsinn. Diese besondere Wahrnehmung lässt sich in ihrer Lyrik wiederfinden, die das Verständnis von Landschaft als visuelles Phänomen herausfordert.

 

Schaufenster Lehre
Stefanie Krebs, Landschaftsarchitektin, Hochschule Osnabrück

Die Ausstellung im Foyer lässt hineinblicken und -hören in aktuelle studentische Arbeiten am Fachgebiet Freiraum- und Gartenkultur, die eine Genderperspektive auf Gartenkunst und Landschaftsarchitektur einnehmen. Eine thematische Breite von historischen Frauenbiografien bis zu gendergerechter Landschaftsarchitektur wird über Podcasts, Audiowalks, Urban Games oder Fanzines vermittelt.

 

Im Garten – kleine Vorträge aus dem Stegreif von Marianne Foerster. Frauenperspektiven im Film und Podcast 
Bärbel Freund, Filmemacherin und Heike Sicconi, Hörfunkjournalistin, Gründerin von GartenRadio.fm

Ein Jahr lang, in monatlichen Abständen, drehten Ute Aurand und Bärbel Freund IM GARTEN (2002), ein Porträt des berühmten Gartens in Potsdam-Bornim, der 1910 von dem Gärtner und Philosophen Karl Foerster angelegt wurde. Während der Dreharbeiten entstanden Tonaufnahmen mit Marianne Foerster, seiner Tochter. Deren 15 Stegreif-Vorträge sind heute als Podcast „Das grüne Erbe der Marianne Foerster“ in Heike Sicconis GartenRadio zu hören. Ausschnitte aus IM GARTEN und FÜR FRAU FOERSTER erinnern an diese große Gartenarchitektin.

Diese „historischen“ O-Töne waren ein Glücksfall für Heike Sicconi, die in der Regel Reportagen produziert. Ungefähr die Hälfte der Gesprächspartnerinnen im GartenRadio sind Frauen. Und unterwegs mit der Nachtigallenforscherin, der Balkonschulen-Gründerin oder der Eremitin entstehen – bestenfalls – Einblicke über den Gartenzaun hinaus.

 

Hörengehen: Audio-Walks im Park  
Johanna Steindorf, Künstlerin 

In dem Vortrag möchte ich verschiedene Ansätze vorstellen, bei denen Audio-Walks für einen spezifischen oder für Parks im Allgemeinen entwickelt wurden. Im Fokus stehen dabei zwei eigene Audio-Walks, deren Eigenschaften in Bezug auf den Raum gegenübergestellt werden. Diese werden dann durch Werke von anderen Künstler*innen ergänzt vor dem Hintergrund der Frage, wie der Park oder Garten als Schauplatz oder Bühne für das künstlerische Format dienen kann.  

 

Pflaumenbaum - vom Kleingarten in die Welt hinaus 
Sonya Schönberger, Künstlerin

Mit „Pflaumenbaum“ untersucht Sonya Schönberger das Wirken von Franz Körner (1838–1911), Namensgeber des Körnerparks und Bauunternehmer der Gründerzeit. Ausgangspunkt ist ein Pflaumenbaum in einer Neuköllner Kleingartenanlage in Britz, die wie der Park auf einer ehemaligen Kiesgrube Körners entstand. In einer Langzeitbeobachtung beleuchtet sie Baumgeschichte und Körners Nachlass aus kolonialkritischer Perspektive und folgt Spuren zwischen persönlichen Objekten, Sammlungen und Museen.

Kurzbiografien der Referentinnen (in alphabetischer Reihenfolge)