„Die Lösung kommt von allein“ Freitag, 9. Januar 2026
Studierende am Campus Lingen entwickeln kostengünstige Aufstehhilfe und Kinematiken zur Dauerprüfung von Fahrradrahmen
Reale technische Herausforderungen analysieren, Anforderungen ableiten sowie Lösungen Schritt für Schritt entwickeln und optimieren – dieser Ansatz prägte die Abschlusspräsentationen in den Modulen Technische Produktentwicklung und Technische Mechanik III am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Jürgen Adamek entwickelten die Studierenden der Studiengänge Allgemeiner Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen im Wintersemester 2025/26 in kleinen Gruppen eine kostengünstige Aufstehhilfe sowie mechanische Kinematiken zur Dauerprüfung von Fahrradrahmen.
Traditionell stellten sie ihre kreativen Ergebnisse und praktischen Lösungen kürzlich Dozent*innen, Hochschul-Mitarbeitenden sowie Partner*innen vor.
Lösungen zum leichteren Aufstehen aus dem Sitzen
Im Modul „Technische Produktentwicklung“ erarbeiteten die angehenden Wirtschaftsingenieur*innen des fünften Fachsemesters Konzepte, die das Aufstehen aus dem Sitzen erleichtern sollen. Im Fokus standen dabei verschiedene Aspekte wie zum Beispiel eine bezahlbare Umsetzung oder der unauffällige Einsatz im öffentlichen Raum. „Die zentrale Herausforderung war, die Anforderungen aus der Aufgabenstellung zu verstehen und im gesamten Entwicklungsprozess konsequent umzusetzen“, so die Studenten Leonard Meers und Justus Weißmann.
Auch Marcel Tangenberg betonte die Bedeutung einer gründlichen Recherche zu Beginn des Projekts. Statt klassischer elektrischer oder hydraulischer Systeme entschied sich sein Team bewusst für einen alternativen Ansatz mit Luftkissen und Federkraft, um eine einfache und alltagstaugliche Lösung zu entwickeln.
Kinematiken zur Dauerprüfung von Fahrradhelmen
Studierende des dritten Fachsemesters Allgemeiner Maschinenbau beschäftigten sich im Modul Technische Mechanik III mit Kinematiken für Dauerprüfungen von Fahrradrahmen. Ziel war es, auf hydraulische oder pneumatische Komponenten zu verzichten, also auf Systeme, die mit Flüssigkeits- oder Luftdruck arbeiten. Dadurch könne der Wartungsaufwand und die Geräuschbelastung reduziert und unterschiedliche Rahmen dennoch normgerecht geprüft werden, so Adamek.
„Die größte Herausforderung war, einen sinnvollen Anfang zu finden und das Projekt von Beginn an strukturiert aufzubauen“, berichtete Student Jonas Lübbing. Entscheidend sei ein systematisches Vorgehen von der Ideenfindung über die Auswahl einer geeigneten Kinematik bis hin zu Berechnung und Konstruktion gewesen.
„Die Projekte zeigen, wie praxisnahe Aufgabenstellungen Studierende dazu befähigen, technische Anforderungen methodisch zu analysieren und zu einer umsetzbaren Lösung zu bringen“, betonte Adamek und zeigte sich zufrieden mit den verschiedenen Ergebnissen.
Die Studierenden nehmen vor allem die zentrale Erkenntnis mit, dass tragfähige technische Lösungen nicht durch vorschnelles Festlegen auf eine Idee entstehen, sondern durch einen strukturierten Entwicklungsprozess und verschiedene Ansätze. “Prof. Dr. Adamek hat immer wieder erwähnt, wir sollen nicht direkt mit einer Lösung arbeiten, sondern strukturiert vorgehen. Dann kommt die richtige Lösung von allein“, bilanzierte Marcel Tangenberg.
Von: Peter Pistorius