Der Einsatz von Solmisationsformen in der Lehre des tertiären Bildungssektors im deutschen Sprachraum

Solmisationsformen in der europäischen Musikpädagogik

Seit mehr als zweieinhalb Jahrhunderten werden in Europa Solmisationsformen (z. B.: Do-Re-Mi-Schemata,

„moveable-do“, Tonic-sol-fa, Tonika-Do oder Kodaly-Methode) in der Musik- und Musikpädagogik eingesetzt. Die

Praxis ist jedoch keineswegs einheitlich: einige Lehrende halten sie für unverzichtbar, andere lehren

ausschließlich über das Notenerleben und Notenlesen, ohne explizite Solmisation.

Warum Solmisation in der Hochschullehre?

Grunddaten

Titel

Der Einsatz von Solmisationsformen in der Lehre des tertiären Bildungssektors im deutschen

Sprachraum

UntertitelEine Statuserhebung
ProjektlaufzeitWiSe 26/27 bis WiSe 27/28

 

Personen

ProjektleitungProf. Petra Pirolt, MEd, KPH Wien/Niederösterreich
Kooperationspartner:innenProf. Hauko Wessel, Institut für Musik der Hochschule Osnabrück
Kooperation mit Praxisschule(n)Keine
Projekt mit internationaler Kooperationsbeteiligung?ja

Internationale Kooperationsbeteiligung

Institutionen

KPH (Kirchlich Pädagogische Hochschule) Wien/Niederösterreich und Institut für Musik der

Hochschule Osnabrück

Zuordnung des Projektvorhabens

Kurzfassung des Projekts:

Erhebung des Ausmaßes des Einsatzes von Solmisationsformen in der Hochschuldidaktik in den

unterschiedlichen tertiären Ausbildungsinstitutionen für Musik und Musikpädagogik (Instrumental, Vokal,

Chorpädagogik, Allgemeine Musikpädagogik) im deutschen Sprachraum.

zeitlicher Ablauf inkl. Meilensteine (geplant):

PhaseZeitraumKern-AufgabenErgebnis (Deliverable)
1. Projektvorbereitung

Aug –

Mitte Nov 2026

Literatur- & Methoden-Sichtung,

Verfassen eines Exposés (Forschungsfrage,

Design, Zeitplan)

Kategorisierung der Studien-/

Berufsformen (Instrumental, Vokal, Chor,

Allg. Musikpädagogik)

Exposé (max. 15 S.) +

Kategorisierungstabellen

2. DatenerhebungNov – Dez 2026

Systematisches Sichten aller relevanten

Hochschulen/Institute im deutschen

Sprachraum

(Websites, Fachverbände, Datenbanken),

Datenbankaufbau (Ort, Fachbereich,

Ansprechpartner)

Bereinigte Institutsliste

(Excel/Access)

3.

Fragebogen-Entwicklung

Nov 2026 –

Feb 2027

Formulierung der Items zu Ausmaß,

Zielsetzung, Erfahrung und

Rahmenbedingungen

Pre-Test (5-10 Institute) →

Reliabilitäts-Check, Item-Analyse

Finaler Online-/PDF-Fragebogen +

Begleitschreiben

4. Datenerhebung

Ende Feb –

Mitte Apr 2027

Versand (E-Mail + ggf. Post)

Erinnerungen nach 2 und 4 Wochen

Rücklaufquote ≥ 30 % (Ziel)
5. Datenaufbereitung

Mitte Apr –

Ende Mai 2027

Daten-Cleaning, Anonymisierung, Import in

SPSS/Excel

Bereinigter Datensatz

6. Auswertung &

Visualisierung

Juli – Sept 2027

Deskriptive Statistiken, ggf.

Cluster-Analyse nach Ausbildungsformat &

Zielberuf

GIS-basiertes Mapping (Intensität der

Solmisations-Nutzung)

Analyse-Report + interaktive Karte

(PDF + Web)

7. Dissemination

Okt 2027 –

Feb 2028

Projektbericht (≈ 30 S.)

Fachartikel-Einreichungen: Üben &

Musizieren (Print, D), Musikpädagogik (Print,

A)

Open-Access-Beitrag Do-re-mi-Dynamik

(online)

Abgeschlossener Bericht, 2-3

begutachtete Publikationen,

Online-Beitrag, ggf. Press-Release

8. AbschlussFeb 2028

Abschluss-Workshop/Präsentation für

Stakeholder

Lessons-Learned-Dokument

Abschluss-Meeting-Protokoll

 

Inhaltlicher Schwerpunkt: Kompetenzorientiertes Unterrichten

Schlagworte: Solmisationsformen, Unterrichtsmittel, Musikpädagogik, Musiktheorie, Ganzheitliches Lernen,

Intonation, Musikverstehen,

Projektart: Forschungsprojekt

Forschungsfrage und Ziel der Erhebung

Wie werden Solmisationsformen in den verschiedenen tertiären Ausbildungsbereichen für Musik und Musikpädagogik (Instrumental-, Vokal-, Chor- und Allgemeine Musikpädagogik) im deutschen Sprachraum konkret eingesetzt?

Folgende Teilaspekte sollen beleuchtet werden:

DimensionLeitfrageBeispielhafte Indikatoren
Einsatzgebiet

In welchen Lehr-/Lern-Modulen

(z. B. Instrumental/Vokalunterricht, Satzanalyse,

Gehörtraining, Ensemble-Probe) findet

Solmisation tatsächlich Anwendung?

Häufigkeit, Umfang (Stunden),

Semester- bzw.

Modul-Zuordnung,

Prüfungsrelevanz

Didaktische

Zielsetzung

Welche Lernziele werden mit welchen

Solmisationsformen verfolgt?

Notationskompetenz, auditive

Orientierung, improvisatorische

Praxis, didaktische

Transferfähigkeit

Erfahrungswert

Welche subjektiven Einschätzungen der

Lehrenden existieren zu Wirksamkeit und

Nutzen?

Zufriedenheit, wahrgenommene

Lernfortschritte, Schwierigkeiten

bei Implementierung

Zielgruppe

Auf welche Studierendengruppen

(z. B. Bachelor- vs. Masterstudierende,

Pädagogik- vs. Instrumental-Studierende) wird

gezielt eingegangen?

Altersstufe, Vorwissen, spätere

Berufsperspektive

(z. B. Grundschullehrende,

Instrumentalpädagog:innen,

Konzertmusiker:innen)

 

Praktische Relevanz der Studie

1. Entwicklung kooperativer Projekte

Grundlage für konkrete Kooperations- und Forschungsinitiativen zwischen den Ausbildungsinstituten

(Musikhochschulen und Universitäten) und externen Partnerinstitutionen (z. B. Schulen, Musikschulen-

Lehrerseminare).

2. Praxistransfer:

Implementierung von Solmisationsformen in der Hochschullehre der KPH Wien/NÖ (LV Musikdidaktik 1)

Datenerhebung mit dem Ziel, Austausch und Forschungszusammenarbeit mit ausgesuchten Hochschulen

hinsichtlich Wirksamkeit von Solmisationsformen und deren zielgerichteten Einsatzgebieten in der

Hochschullehre im deutschen Sprachraum zu initiieren, konkret: Erhebung von tertiären Einrichtungen, in denen

solmisationsgeleitete Lehre von KPH+IfM Osnabrück in einer konkreten Studie beforscht werden kann.

3. Lehrbefähigung der Absolvent:innen im Fach Solmisation

Datenerhebung, inwieweit Absolvent:innen der Hochschulen befähigt sind, Solmisation altersgemäss zu

unterrichten.

2. Langfristige Lehrplanentwicklung

Beschleunigung des Musiklernens:

Durch die gezielte Integration von Solmisationsformen sollen durch die Anlage von Audiationsräumen analytische

und kreative Kompetenzen bei Studierenden effizienter aufgebaut werden.

Altersgerechte Anwendung für verschiedene Altersstufen:

Auf Basis der Erkenntnisse wird ein Modell erarbeitet, so dass Solmisation als ganzheitliches Lern- und

Trainingstool in allen musikalischen Bildungseinrichtungen Einzug halten kann.

Zusammenfassung:

Die geplante Befragung verschiedener Ausbildungsstätten soll systematisch erfassen, wie, wofür und mit

welchem Erfolg Solmisationsformen in der Hochschullehre eingesetzt werden. Die gewonnenen Daten dienen

zwei übergeordneten Zielen:

Aufbau von interinstitutionellen Kollaborationen, die die systematische Implementierung von Solmisation in

musikalischen und musikpädagogischen Einrichtungen fördern.Schaffung einer evidenzbasierten Basis für die Weiterentwicklung der Hochschullehre mit dem langfristigen

Anspruch, das Musiklernen von Studierenden zu beschleunigen und gleichzeitig ein altersgerechtes,

ganzheitliches Solmisations-Konzept für den Musikunterricht der Primarstufe zu etablieren.

Damit liefert die Erhebung nicht nur eine Bestandsaufnahme, sondern bildet den Ausgangspunkt für strategische

Bildungs- und Forschungsprojekte auf Hochschulebene.

ggf. Forschungsdesign:

Hauptstudie: Datenerhebung zum quantitativen und qualitativen Einsatz von Solmisationsformen in der tertiären

Lehre: Fragebogen mit quantitativen und qualitativen Anteilen, nicht anonymisiert Kleinstudie: Fragebogen mit

quantitativen und qualitativen Anteilen, anonymisiert

ggf. Produktentwicklung:

*

*(ggf.) Dissemination:

Bericht in der Fachzeitschrift Üben und Musizieren Bericht in der Fachzeitschrift Musikpädagogik (AGMÖ) Bericht

im Online Magazin Do-re-mi-Dynamik Präsentation im Rahmen der Fachdidaktiktage Musik April 2027 (Einblick)

und April 2028 (Präsentation des Abschlussberichts) Bericht in www.nmz.de/hochschulmagazin

*Literaturverzeichnis:

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Arezzo, G.v.: Micrologus, ca. 1020 in der Übersetzung von Hermesdorff,

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Gruhn, Wilfried: Lernziel Musik, 2.Auflage 2010

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Krämer, L: Allgemeine Musiklehre, Laaber Verlag, 2. Auflage 2023

Krämer, L: Musik verstehen und erfinden, Schott Verlag, 2021

Krämer, L, „Solmisation, Improvisation, Generalbass. Historische Lehrmethoden für das heutige Musiklernen«

(mit Prof. Tanja Spatz und Prof. Marcus Aydintan)

Krupp V.: Wirksamer Musikunterricht, Perspektiven von Expertinnen und Experten, Waxmann 2021

Lohr, Ina: Solmisation und Kirchentonarten, Edition Hug 11109

Losert, M.: Die didaktische Konzeption der Tonika-Do-Methode, Wißner Verlag 2011

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Phleps, T.: Die richtige Methode oder Worüber Musikpädagogen sich streiten,

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Steiner E./Benesch M.: Der Fragebogen. 6. aktualisierte Ausgabe, 2021,

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