Hochschulen als Orte für Begegnungen und gesellschaftliche Diskurse Mittwoch, 27. Oktober 2021

Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram auf der Bühne bei seiner Begrüßungsrede
Mit der neuen Veranstaltungsreihe „Future on Stage“ möchte Hochschul-Präsident Prof. Dr. Andreas Bertram zum 50-jährigen Jubiläum der Hochschule Osnabrück Diskurse zu drängenden gesellschaftlichen Themen anregen.

Future in Stage: Zum 50-jährigen Jubiläum diskutiert die Hochschule Osnabrück darüber, wie wir den Zusammenhalt unserer Gesellschaft stärken können

Wie glücklich und „gesund“ ist unsere Gesellschaft? Und was braucht es für einen stärkeren Zusammenhalt? Diese Fragen standen in der vergangenen Woche im Mittelpunkt der ersten Future on Stage-Veranstaltung am Campus Westerberg der Hochschule Osnabrück. Zum 50-jährigen Jubiläum diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende und Promovierende mit Expertinnen und Experten aus der Praxis in der neuen, hochschulweiten Veranstaltungsreihe Future on Stage über drängende Zukunftsfragen.

„50 Jahre Hochschule Osnabrück - dieses Jubiläum möchten wir zum Anlass nehmen, um gemeinsam nicht nur zurückschauen, sondern auch den Blick in die Gegenwart und die Zukunft zu richten. Wie wollen wir zukünftig leben, arbeiten, uns fortbewegen, alt werden und uns ernähren? Für diese und weitere Fragen müssen wir als Gesellschaft neue Lösungen finden und unsere Zukunft aktiv mitgestalten“, so Hochschul-Präsident Prof. Dr. Andreas Bertram bei seiner Begrüßungsrede.

Eine zentrale Frage laute: In welcher Gesellschaft wollen wir leben? Unter dieser Überschrift hat Bertram im Anschluss auf der runden Future on Stage-Bühne gemeinsam mit Sara Josef, Geschäftsführerin des Osnabrücker Vereins Exil e.V., Kim Kalinsky, Studentin der Hochschule Osnabrück, Schwerpunkt Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit, Prof. Dr. Johannes Hirata, Professor für Volkswirtschaftslehre, insbesondere für internationale Wirtschaft sowie mit Prof. Dr. Hermann Heußner, Professor für Öffentliches Recht und Recht der Sozialen Arbeit, Schwerpunkt direkte Demokratie, diskutiert.

Interaktion mit dem Publikum via Smartphone-Umfragen

Moderiert wurde die Veranstaltung von Carmen Hentschel, die das Publikum immer wieder per Smartphone-Abstimmung interaktiv mit einbezog. So konnten die Gäste aktiv die Diskussion mitgestalten und beispielsweise die Frage beantworten, was aus ihrer Sicht eine glückliche Gesellschaft ausmacht. Freiheit, Toleranz, Solidarität und Gerechtigkeit sind einige der Schlagwörter, die kurz darauf auf den großen Bildschirmen über der Bühne erschienen. „Für mich bedeutet Solidarität, dass ich Menschen den Freiraum lasse, den sie möchten“, so Kalinsky. „Damit Solidarität und Toleranz entstehen können, müssen sich die Menschen untereinander kennenlernen– innerhalb eines Landes und über Ländergrenzen hinweg“, meinte Heußner. Hirata ergänzte: „Wir müssen einen Weg finden, miteinander mehr ins Gespräch zu kommen und uns als Menschen begegnen und respektieren.“

Wie schwer es ist, in der deutschen Gesellschaft anzukommen, zeigten Videosequenzen aus dem Dokumentarfilm „Newcomers“, in denen Menschen mit Fluchtgeschichte zu Wort kommen. „Wichtig ist, sich auf Augenhöhe zu begegnen. Das fängt bereits bei der Wortwahl an, denn Sprache ist der Schlüssel für gute Kommunikation“, so Josef, „Deshalb haben wir für unseren Film den Titel ‚Newcomers‘ gewählt, um die Menschen nicht auf ihre Fluchtgeschichten zu reduzieren.“

Mehr Begegnungen und Diskurse

Einig sind sich alle: Für einen stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt brauche es neben guter Kommunikation und richtigem Zuhören auch Orte für gemeinsame Begegnungen und Diskurse. Doch wer kann zu so einem Austausch einladen? Die häufigsten Nennungen des Publikums: Vereine und Bildungseinrichtungen, wie Schulen und Hochschulen. „Den Ball möchten wir gerne aufnehmen und mit Veranstaltungen wie dieser Diskurse anstoßen und Lösungsansätze für Morgen finden“, so Bertram. „Wir freuen uns über alle Menschen, die sich bei uns engagieren wollen, denn auch Ehrenamt kann einen wichtigen Teil zur Stärkung der Gesellschaft beitragen“, ergänzte Josef.

Die ganze Diskussion wird bald auf dem YouTube-Kanal der Hochschule Osnabrück abrufbar sein. Dort ist aktuell bereits die Future on Stage-Veranstaltung „Wasserstoff als Schlüssel der Mobilitätswende?“ vom Campus Lingen in voller Länge zu sehen.

Die nächste Future on Stage-Veranstaltung findet am 28. Oktober 2021 um 19 Uhr am Campus Westerberg zum Thema „Wie wird pflegerische Versorgung sichergestellt?“ statt. Interessierte können sich bis zum 27. Oktober anmelden.

Von: Julia Ludger

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