Anschauliche Konzepte für die Energiestädte von morgen Donnerstag, 1. Oktober 2026

Studierende des Masterstudiengangs Energiewirtschaft vom Campus Lingen sowie ein Student der Energietechnik vom Standort Osnabrück reisten kürzlich in Begleitung von Prof. Dr. Johannes Koke (links) zum internationalen Blended Intensive Programme (BIP) der Dalarna University nach Schweden. Bild: Hochschule Osnabrück

Fünf Studierende der Hochschule Osnabrück nehmen am internationalem Blended Intensive Programme (BIP) der Dalarna University in Schweden teil.

Was passiert, wenn ein Stadtviertel nicht nur Energie verbraucht, sondern mehr davon erzeugt, als es benötigt? Genau das ist die Idee hinter “Positive Energy Districts” (PED): Stadtquartiere, die durch Solaranlagen, Speicher und intelligente Steuerungstechnik übers Jahr gerechnet einen Energieüberschuss erzielen und diesen mit Nachbargebieten oder dem Stromnetz teilen. PED gelten als einer der zentralen Bausteine auf dem Weg zu klimaneutralen Städten und damit als wichtiger Hebel für die europäische Energiewende. Während einzelne energieeffiziente Gebäude längst Standard sind, geht es bei PED um den nächsten Schritt: ganze Nachbarschaften als vernetztes, aktives Energiesystem zu denken.

Europäische Studierende erarbeiten Zukunftsthema

Diesem Zukunftsthema widmete sich ein internationales Blended Intensive Programme (BIP) der Dalarna University in Schweden. An dem Programm nahmen auch vier Studierende des Masterstudiengangs Energiewirtschaft vom Campus Lingen sowie ein Student der Energietechnik vom Standort Osnabrück teil. Begleitet wurde die Gruppe von Prof. Dr. Johannes Koke, der als Lehrender am Programm beteiligt war und einen Vortrag zum Thema Solarenergie für Positive Energy Districts hielt.

Insgesamt waren rund 30 europäische Studierende dabei, die meisten von ihnen aus Deutschland und Italien. Die Lehrenden kamen aus Schweden, Frankreich, Lettland, Italien und Deutschland, eine bewusst international zusammengesetzte Gruppe, die den europäischen Charakter des Themas widerspiegelte.

Interdisziplinäre Teams entwickeln Innovationskonzepte

In den Vorlesungen der Präsenzwoche in Borlänge erarbeiteten sich die Studierenden zunächst die fachlichen Grundlagen: Solartechnik, Speicherlösungen, Steuerungstechnik sowie verschiedene PED-Konzepte anhand realer Fallstudien. Ergänzt wurde das Programm durch ein Modul zu Social Engagement, das spielerisch im Gaming-Format vermittelte, wie Bürger*innen für die Umsetzung solcher Konzepte gewonnen werden können.

Besonders war der Nachmittagsteil des Programms: Im Makerspace des Campus Borlänge setzten die Studierenden ihre Ideen unmittelbar in die Praxis um. In interdisziplinären Teams entwickelten sie Innovationskonzepte für “Urban Furniture”, multifunktionale Stadtmöbel, die Energiegewinnung und Alltagsnutzen verbinden. Aus Pappkarton und mittels 3D-Druck entstanden so physische Modelle, die Theorie und Kreativität greifbar machten.

Neue Blickwinkel auf die Energiewende

In der anschließenden zweiten Programmwoche, die vollständig online stattfindet, vertiefen die Studierenden ihre Konzepte mithilfe von CAE-Simulationen (Computer-Aided Engineering) und bereiten ihre Abschlusspräsentationen vor.

"Der Austausch mit Studierenden aus Europa war klasse. Durch die unterschiedlichen Hintergründe entstehen im gemeinsamen Arbeiten neue Blickwinkel auf die Energiewende”, betonte Masterstudent Leon Frost vom Campus Lingen. Sein Kommilitone Felix Kerbusk ergänzte: “Der Austausch war von Anfang an sehr offen, freundlich und respektvoll, und die gemeinsame Arbeit lief dadurch fast wie von selbst. Alle konnten ihre unterschiedlichen Perspektiven und Ideen einbringen, sodass wir als Gruppe sehr produktiv zusammenarbeiten konnten.”

“Dieses BIP unterscheidet sich von klassischen Vorlesungsformaten. Es verbindet theoretisches Grundlagenwissen mit kreativer Modellentwicklung im Makerspace und digitaler Simulation. Begleitet wurde das Programm von der international gemischten Gruppe. Sie brachte verschiedene fachliche und kulturelle Perspektiven auf das Thema Energiewende zusammen. So entstanden innerhalb weniger Tage aus abstrakten Energiekonzepten anfassbare Prototypen”, hob Koke abschließend hervor.

Von: Pressestelle MKT