"Wenn ich einmal groß bin, werde ich…" Freitag, 6. Januar 2023

Rund 60 Kinder beschäftigten sich beim KinderCampus mit Fragen rund um die Berufswahl. Foto: Hochschule Osnabrück

KinderCampus der Hochschule Osnabrück gibt Tipps zur "richtigen" Berufswahl

„Herzlich willkommen, liebe Erstsemesterstudierende“, leitete Prof.`in  Dr. Yvonne Garbers die letzte KinderCampus-Vorlesung für das Wintersemester 2022/2023 zum Thema „Wenn ich einmal groß bin, werde ich …“ am Campus Lingen ein. Daraufhin erntete die Professorin für Organisationspsychologie mit Schwerpunkt Organisationsführung viele erstaunte Gesichter von den rund 60 teilnehmenden Kindern. „Genau wie meine Studierenden lade ich euch heute zur aktiven Teilnahme ein“, so die Professorin der Hochschule Osnabrück weiter. Das nahmen die Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren gerne an und beteiligten sich eifrig an der einstündigen Vorlesung.

Was beeinflusst die Berufswahl?

Die Psychologin und zweifache Mutter erklärte den Schülerinnen und Schülern unter anderem, was die Berufswahl beeinflusst, wie man den richtigen Beruf für sich findet und warum eine gute Berufswahl so wichtig ist. Dies veranschaulichte sie anhand von drei fiktiven Beispielkindern: Der zwölfjährigen Ayca, die davon träumt Sängerin zu werden sowie der zehnjährigen Isabelle, die Lehrerin werden möchte und dem elfjährigen Luke, der noch nicht weiß, was er werden will, aber sehr gut Fußball spielen kann.

„Was glaubt ihr, was beeinflusst die Berufswahl von Ayca, Isabelle und Luke?“, wollte Garbers von den Kindern wissen. Diese waren sich einig, dass persönliche Interessen, Fähigkeiten, Erfahrungen, mediale Einflüsse und insbesondere die eigenen Eltern die Wahl des Berufes prägen. Dies bestätigte auch der neunjährige Jonah, der mit einem Teil seiner Grundschulklasse eigens aus dem münsterländischen Ochtrup angereist war: „Ich möchte Apotheker werden, wie mein Papa.“ Bei den meisten anderen Kindern standen Berufe wie Lehrerin, Tierärztin oder Fußballprofi hoch im Kurs.

Den richtigen Beruf für sich zu finden, sei gar nicht so einfach, betonte Garbers. Es gäbe mehr als 40.000 Berufe. Faktoren wie Spaß, Arbeitsklima, Familienplanung, Karriere und Einkommen seien meist ausschlaggebend. Die eigenen Interessen und Fähigkeiten stimmten allerdings nicht immer überein. So könne ein Kind beispielsweise gut lesen, aber der Deutschunterricht mache ihm keinen Spaß.

Die richtigen Fragen stellen

Deshalb lernten die Nachwuchsstudierenden in der Vorlesung anhand der Beispielkinder die richtigen Fragen zu stellen. „Kann Ayca gut genug singen, um Sängerin zu werden? Spricht Isabelle gerne vor einer Gruppe und eignet sich als Lehrerin? Kommt für Luke der Beruf des Fußballspielers infrage?“, waren nur einige Fragen, die die Kinder blitzschnell stellten. „Ihr seid ja echte Profis in der Personalberatung“, lobte Garbers.

Berufsinteressentest für Kinder

Abschließend stand ein sogenannter Berufsinteressentest an. Mit großer Begeisterung merkten sich die Kinder wahlweise die Nummer oder Farbe aus sechs verschiedenen Kompetenzbereichen. So fanden sie beispielsweise heraus, ob sie eher eine künstlerisch-sprachliche oder praktisch-technische Orientierung haben oder sogar beides. Auf diese Art könne man die passenden Berufe für sich ermitteln, verriet Garbers. „Es gibt so viele unterschiedliche Berufe und jeden Tag kommen neue hinzu. Bleibt offen, dann werdet ihr das Richtige für euch finden“, riet die Professorin, bevor der Applaus der Kinder fogte.

Von: Miriam Kronen

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