Erster „FIRST HAND Markt“ an der Hochschule Osnabrück Dienstag, 22. März 2016
Ein Tag unter dem Motto: „Tauschen statt kaufen und wegschmeißen“
Jeder kennt es: Man bekommt Dinge geschenkt, die man nie benutzt oder kauft sich etwas, was in diesem Moment lebenswichtig erscheint, aber am Ende doch nur in einer Schublade verschwindet. In diesem Verhalten ertappte sich auch Natalia Spetter, Wirtschaftspsychologiestudentin an der Hochschule Osnabrück. Natalia beschäftigt sich gerne in ihrer Freizeit mit dem Thema Nachhaltigkeit und auch in ihrem Alltag hat ein nachhaltiger Lebensstil eine große Bedeutung. Als sie von dem Projektfonds Nachhaltigkeit an der Hochschule hörte, sah sie dort die Chance ein neues nachhaltiges Projekt in Osnabrück zu etablieren.
Sie suchte sich zwei Mitstreiterinnen Luca Grützmacher, eine direkte Kommilitonin und Fenna Kleiner, BWLstudentin, die mit ihr zusammen das Projekt First Hand Markt in Angriff nehmen sollten. Doch als Erstes musste die Gruppe ein Konzept verfassen, das die entsprechende Idee in Kürze ausreichend beschreiben und sich als förderungswürdig erweisen konnte. Anschließend wurde das Konzept zur Bewerbung für den „Projektfonds Nachhaltigkeit“ eingereicht. Immerhin bestand der Förderfonds aus 1500 €.
Zuhause in Hannover hatte Natalia bereits an einem Tauschmarkt teilgenommen und war von der Idee sofort überzeugt. Auf dem sogenannten „FIRST HAND MARKT“ wurden neuwertige und selbstgemachte Dinge getauscht, die der ursprüngliche Besitzer nicht mehr benötigte und für die jemand anderes eine Verwendung fand. Für jeden mitgebrachten Gegenstand wurde eine Tauschmarke ausgegeben, die die Teilnehmer/innen gegen einen anderen Gegenstand eintauschen konnte. Sie war begeistert von diesem bargeldlosen Konzept und konnte sich sehr gut vorstellen mit der Unterstützung des Fonds für nachhaltige Projekte auch in Osnabrück einen FIRST HAND Markt zu veranstalten.
Das übergeordnete Ziel des Tauschmarktes ist die Teilnehmer zum Nachdenken über den eigenen Konsum anzuregen und zu einem nachhaltigen und überlegten Konsum zu animieren. Des Weiteren sollen Möglichkeiten für einen nachhaltigen Umgang mit Konsumgütern aufgezeigt und noch nicht Tauschaktive bzw. Secondhandinteressierte mobilisiert werden. Das Motto: „Tauschen statt kaufen“ steht dabei ganz im Sinne der Nachhaltigkeit.
Wenig später bekam das 3er-Team die Zusage für den Tauschmarkt und konnte mit der Planung beginnen. Zunächst mussten sie sich grundlegende Gedanken zum Ablauf und zum Veranstaltungsort und -zeitpunkt machen. Was musste alles beachtet werden? Was wurde benötigt? Wer waren die Ansprechpartner? Die To-Dos mit dem entsprechenden Zeitplan und Verantwortlichen wurden erstellt und immer wieder nach jedem gemeinsamen Treffen aktualisiert. Dabei stand ihnen von der Hochschule Marek Löhr unterstützend zur Seite. Während den gemeinsamen Treffen wurden weitere Ideen entwickelt. Hier z. B. wurden genutzte Jutebeutel gesammelt und mit dem Motto „Think first before you buy“ bedruckt. Auf dem Tauschmarkt konnten diese zusätzlich als Gegenstand eingetauscht werden.
Um die Veranstaltung für die Tauschenden attraktiver zu gestalten, wurde die Tierrechtsinitiative Osnabrück mit ins Boot geholt. Diese verkauften vegane Waffeln, Kuchen sowie Kaffee in der Caprivi Lounge, was zur Freude aller sehr gut angenommen wurde.
Mehrere Studenten der Hochschule Osnabrück halfen beim Verteilen von Flyern und unterstützen die drei Studentinnen am Veranstaltungstag. Die ersten Besucher kamen 30 Minuten vor dem offiziellen Beginn im CG-Gebäude im Caprivi-Campus der Hochschule an. Die Spannung war groß, da keine der Organisatorinnen absehen konnte, wie viele Personen an dem Tauscherlebnis teilnehmen würden. Die Sorge, dass nur wenige Teilnehmer kommen konnten, hatte sich schnell in Luft aufgelöst. Über 200 Menschen hatten ihre nicht mehr benötigten Sachen gegen neue Dinge getauscht. Nicht nur Studenten, sondern auch Familien mit Kindern und ältere Personen waren an diesem Tag gekommen. Mit so einem Andrang und großen Interesse, sowie den zahlreichen Anfragen bezüglich des nächsten Tauschmarktes hatten die Organisatorinnen nicht gerechnet. Zahlreiche Sachen wechselten so schnell den Besitzer, dass sie es nicht einmal bis zum Tauschauslage schafften. Zufrieden über die gelungene Veranstaltung und erfreut über die glücklichen Gesichter der Besucher konnten die Studentinnen am Ende der Veranstaltung die übriggebliebenen Artikel an das Sozialkaufhaus Möwe spenden. Ein voller Erfolg.
Der Projektfonds Nachhaltigkeit ist Teil des hochschulweiten Handlungsfeldes „Gesellschaftliches Engagement“ und wird aus Studienqualitätsmitteln ermöglicht. Die Hochschule Osnabrück will sich in gesellschaftliche Diskussions- und Entwicklungsprozesse einbringen und aktiv an der Entwicklung einer nachhaltigen Gesellschaft beteiligen. Durch das Engagement der Studierenden innerhalb dieser selbstgesteuerten Projekte werden Theorie und Praxis zusammengeführt und wertvolle überfachliche Kompetenzen erworben.
Von: Marek Löhr / Natalia Spetter / Luca Grützmacher / Fenna Kleiner