Vielfältiges Engagement der Hochschule Osnabrück für Flüchtlinge Dienstag, 22. September 2015

Hasan, Flüchtling aus Syrien, im Gespräch mit Antonia Martin Sanabria (li.) und Lena Schäfer, Studentin an der Hochschule Osnabrück, bei der Blockwoche im Sommersemester 2015. Foto: Ralf Garten

Die Hochschule Osnabrück unterstützt mit zahlreichen Programmen, Expertendiskussionen zum Thema sowie Aktionsgruppen und Blockwochenthemen die öffentliche Wahrnehmung zum Thema Flüchtlinge und deren Integration in die Gesellschaft.

„Hochschulen sind ein wichtiger Ort für die fachliche, kulturelle und soziale Integration von Menschen aus anderen Ländern, insbesondere auch von Flüchtlingen“, sagt Prof. Dr. Andreas Bertram, Präsident der Hochschule Osnabrück. „Bildung ist der Schlüssel für gesellschaftliche Teilhabe und deshalb stehen wir als Hochschule in der gesellschaftlichen Verantwortung, uns für Flüchtlinge zu engagieren und Bildung, Unterstützung und interkulturelle Begegnungen zu ermöglichen. Zum Beispiel über ein Buddy-Programm erarbeiten wir derzeit Möglichkeiten, dass Flüchtlinge unkompliziert an Seminaren teilnehmen können. Insgesamt erstreckt sich unser Engagement, welches vom Vizepräsidenten für Internationalisierung und gesellschaftliches Engagement, Prof. Dr. Thomas Steinkamp, koordiniert wird, von studentischen Aktivitäten zur Integration bis zur Klärung struktureller Hürden und Unterstützungsmaßnahmen“, so Präsident Bertram.

Folgende Aktivitäten laufen konkret an der Hochschule Osnabrück:
Buddy-Programm von Studierenden für Flüchtlinge
Internationale Studierende aus China und Südafrika sowie Studierende der Hochschule Osnabrück entwickelten während der Sommerakademie „Leadership in Community Engagement“ im Juli an der Hochschule Osnabrück die Idee für ein Projekt, um Flüchtlinge zu unterstützen. Die Studentinnen Louisa Hasse, Siphokazi Moloinyane, Jiaxin Xie und Liliia Pohl stellten ihr Konzept „EduGration“ vor, ein Buddy-Programm, bei dem Osnabrücker Studierende syrischen Flüchtlingen ehrenamtlich zur Seite stehen. Durch die soziale Integration, die Vermittlung grundlegender Sprachkenntnisse und den kulturellen Austausch soll den Flüchtlingen nachhaltig geholfen werden. Die Kernmaßnahmen des Konzepts „EduGration“ sind Sprachkurse, soziale Einbindung durch ehrenamtliche Helfer und Helferinnen und ein in Workshops organisierter kultureller Austausch. Die freiwilligen Mitwirkenden des Projekts nehmen die Rolle eines „EduGreaters“ ein. Diese „EduGreater“ übernehmen die Funktion einer sozialen Bezugsperson im gleichen Alter, die den Flüchtlingen im Alltag als Ansprechpartner oder Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. Finanziert werden soll „EduGration“ durch Spenden, Regierungs- und Stiftungsmittel sowie Crowdfunding. Weitere Informationen und Bilder dazu:

<link de nachrichten internationale-studierende-entwerfen-buddy-programm-fuer-fluechtlinge-bei-der-sommerakademie-der-hochs>www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2015/07/internationale-studierende-entwerfen-buddy-programm-fuer-fluechtlinge-bei-der-sommerakademie-der-hochs/

 

Semesterthema „Wohlstand und Migration“
Der Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit hatte sich für das Sommersemester 2015 ein gemeinsames Semesterthema mit dem Titel „Wohlstand und Migration“ gegeben. Studierende des 2. und 4. Semesters haben unter Anleitung ihrer Dozentinnen und Dozenten das Thema in verschiedenen Fachmodulen gleichzeitig bearbeitet. Auch Flüchtlingsorganisationen waren beteiligt. Die Studierenden haben die Chancen und Herausforderungen von Migration intensiv u.a. aus rechtlicher und ökonomischer, ethischer und pädagogischer Sicht, sowie im Hinblick auf minderjährige Flüchtlinge und andere spezielle Flüchtlingsgruppen, kennengelernt.

Dieser Modulübergreifende Projektansatz zum Thema „Wohlstand und Migration“ wird im Wintersemester 2015/16 weiter verfolgt. Es ist angedacht, weitere Studiengänge miteinzubeziehen. So wird im Studiengang Öffentliche Verwaltung im Wintersemester 2015/16 das Modul Migrationsrecht erstmalig angeboten.


Expertendiskussionen mit Studierenden zum Thema Flüchtlinge in Deutschland und Osnabrück
Der Studiengang Soziale Arbeit verfolgt mit Interesse die Bemühungen in der Stadt Goslar, Flüchtlinge anzusiedeln, um dem demografischen Wandel entgegen zu wirken. Dazu hat es im Sommersemester 2015 eine Diskussion mit dem Goslarer Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk zum „Goslarer Modell“ gegeben. Der Studiengang wird sich auch im Wintersemester 2015/16 mit dem Goslarer Modell befassen. 
Außerdem haben Studierende zum Semesterabschluss eine Expertendiskussion zu „Wohlstand und Migration in Zeiten des demografischen Wandels“ organisiert. Beteiligt waren Migrationsexperten und -expertinnen aus der Region. Der Austausch mit den regionalen Expertinnen und Experten wird im Wintersemester 2015/16 fortgesetzt.


Studentische Aktionsgruppe „Campus ohne Grenzen“
Aus dem Semesterthema „Wohlstand und Migration“ haben sich weitere studentische Aktivitäten entwickelt. Insbesondere hat sich eine studentische Aktionsgruppe gebildet, die sich das Projekt eines „Campus ohne Grenzen“ auf die Fahnen geschrieben hat. Es soll Flüchtlingen ermöglichen, an ausgewählten Vorlesungen und Veranstaltungen der Hochschule teilnehmen zu können. Dies ermöglicht Integration durch Bildung. Ein „Buddy-Programm“ sorgt dafür, dass die Flüchtlinge von Studierenden der Hochschule begleitet werden. So entsteht Integration durch soziale Kontakte und Sprache. Das Projekt, das von der Hochschule aufgegriffen wurde, befindet sich in der Entwicklungsphase und wird im Wintersemester 2015/16 vorangetrieben.


Blockwoche (Projektwoche) zum Thema „Integration von Flüchtlingen“
Bereits in der ersten Jahreshälfte war das Thema „Integration von Flüchtlingen“ Bestandteil der Blockwoche an der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Knapp 20 Studierende nahmen am Kurs „Integration und Unterbringung von Geflüchteten in Osnabrück“ bei Antonia Martin Sanabria, Diplom-Pädagogin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Inklusive Bildung“ an der Hochschule, teil. Den Abschluss der Blockwoche bildete ein Begegnungsfest an der Teutoburger Schule in Osnabrück, das die Studierenden organisierten. Flüchtlinge aus Somalia, Eritrea, Syrien, Albanien und vielen anderen Ländern waren dabei. Die Blockwoche sollte der Auftakt für einige der Studierenden und Flüchtlinge sein, um sich in Zukunft regelmäßig zu treffen, um individuelle Erfahrungen auszutauschen. Die Studierenden wollen den Flüchtlingen zudem Hilfestellungen im Alltag geben.  Weitere Informationen und Bilder dazu: <link de nachrichten ich-moechte-meinen-beitrag-leisten-vorurteile-gegenueber-fluechtlingen-abzubauen>www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2015/05/ich-moechte-meinen-beitrag-leisten-vorurteile-gegenueber-fluechtlingen-abzubauen/ 

Bekämpfung von Fluchtursachen
Im Sommersemester 2015 und im Wintersemester 2015/16 läuft eine Solidaritäts- und Spendenaktion mit der Hilfsorganisation Cap Anamur zur Bekämpfung der Ebola-Seuche in Sierra Leone. Diese Aktion ist unter anderem ein Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen. So gab es  Vorträge des Vorsitzenden von Cap Anamur und von Ärzten und Sozialarbeitern, die vor Ort arbeiteten und aus der Region Osnabrück kommen bzw. an der Hochschule Osnabrück studiert haben. Zum Semesterabschluss fand ein großes Solidaritätsfest auf dem Caprivi-Campus der Hochschule statt. 

Im Wintersemester 2015/16 folgen ein Solidaritätskonzert und weitere Aktivitäten.


Sammelaktion für Flüchtlinge
Der Hochschulsport Osnabrück der beiden Osnabrücker Hochschulen hat im Sommersemester 2015/16 mehrfach Aktionen zum Sammeln von Sportkleidung, vor allem für Flüchtlingskinder, durchgeführt.

Runder Tisch zum Thema Flüchtlinge in Osnabrück
Die Hochschule Osnabrück beteiligt sich am Runden Tisch des Landkreises zu dem Thema.

Weitere Projekte und Projektideen zum Unterstützung von Flüchtlingen befinden sich zurzeit in der Planungs- und Abstimmungsphase und werden zeitnah kommuniziert.

Von: GB Kommunikation