Inklusion in der Schulverpflegung Montag, 6. Juli 2015
Tagung an der Hochschule Osnabrück verdeutlicht die Bedeutung der Esskultur im Lebensalltag und führt die Religionen in Deutschland beim Thema Schulverpflegung zusammen.
Die intensive Diskussion während der gesamten Tagung an der Hochschule Osnabrück machte deutlich, dass Religion für Menschen nicht-christlicher Religionen oft wichtiger im Lebensalltag ist als für Christen und sich durch Ernährungsgewohnheiten ausdrückt. Betont wurde der Erziehungsfaktor für Esskultur an Ganztagsschulen und die Bedeutung von Schulen als Gemeinschafts- und Friedensraum. Wichtig ist dabei generell die Wahrung der eigenen Identität, aber auch die Wahrnehmung anderer. Die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer waren sich einig, dass Weiterbildung und Sensibilisierung zu diesem Thema aktuell notwendig ist und diese Tagung aktiv dazu beigetragen hat.
Das von Claudia Sturm, Schulrätin im Bischöflichen Generalvikariat Osnabrück, präsentierte Beispiel der 3-Religionen-Grundschule sowie das von Schulleiterin Marlies Brüggemann und Monika Giese vorgestellte Verpflegungskonzept der Integrierten Gesamtschule Melle zeigten, dass religionsadäquate Verpflegung schwierig und mit vielen Kompromissen verbunden, aber machbar ist. Das trifft vor allem dann zu, wenn sie in ein schulisches interkulturelles Gesamtkonzept eingebunden ist. Die Referentinnen betonten die Notwendigkeit des Dialogs mit allen Beteiligten im Vorfeld und im laufenden Prozess, die Rücksichtnahme auf religiöse Befindlichkeiten im Detail und wiesen auf die steigende Bedeutung des Themas durch eine zunehmende Zahl von Migrantenkindern an Schulen sowie die Finanzierung durch das bundesweit unterstützende Bildung- und Teilhabe-Programm (BUT) hin.
Aus Sicht der unterschiedlichen Religionen präsentierten Michael Grünberg, Dr. Diaa Eldin Hassanein und Prof. Dr. Reinhold Mokrosch die Anforderungen. Kai Schleyerbach wies als Elternvertreter darauf hin, dass Religion etwas Privates ist und die Diskussion an Schulen zu diesem Thema als Chance eines gemeinsamen Miteinanders beim Einnehmen von Speisen gesehen werden kann. Das bietet sich an, da die Schülerinnen und Schüler viele gemeinsame Jahre in ihren Klassenverbänden beisammen sind.
Alle Rednerinnen und Redner betonten die Besonderheit und Wichtigkeit des Themas interkulturelle Verpflegung, die Moderator Prof. Dr. Ulrich Kuhnke treffend mit den Worten zusammenfasste: „Liebe geht durch den Magen – wenn es dazu eine Chance gibt.“
Informationen zum Thema:
Prof. Dr. Elisabeth Leicht-Eckardt
E.-Leicht-Eckardt@hs-osnabrueck.de
oder im Internet unter
www.inklusiondurchschulverpflegung.de
Von: Ralf Garten