Mit Mathe auf dem richtigen Weg Freitag, 23. November 2012
KinderCampus begeisterte 200 Teilnehmer
„Wie findet ein Navi den kürzesten Weg?“ Mit dieser Frage begann Prof. Dr. Christian Henig im November seine Vorlesung vor einem Publikum der etwas anderen Art: Rund 200 Kinder zwischen neun und zwölf Jahren waren an diesem Tag in die Hallen I/II der Fakultät Management, Kultur und Technik in Lingen gekommen, um auf dem KinderCampus eine Antwort auf diese Frage zu finden.
Es ist gar nicht so schwer, wie es aussieht
„Wer von euch mag denn gerne Mathe?“, fragte der Professor weiter. Die Hände vieler Kinder flogen in die Luft. „Und wer mag Mathe nicht so gerne?“ Etwas zaghaft meldeten sich ein paar Zuhörer. Das würde gar nichts ausmachen, beruhigte Henig sie. Alles was man können müsse, sei, ein paar Zahlen zusammenzurechnen.
Das Rezept für den kürzesten Weg
Eine vereinfachte Karte der Stadt Lingen zeigte, dass es viele verschiedene Wege gibt, um vom Campus zum Lingener Marktplatz zu kommen. Um diese alle zu finden, markierte Henig alle Straßenecken auf der Karte und verband sie miteinander. „Die Zeichnung, die dadurch entsteht, nennt man Graph“, so der Professor. „Wenn wir jetzt die Strecke berechnen wollen, fehlt aber noch eine entscheidende Information. Weiß jemand, was ich meine?“ Natürlich die Längenangaben zwischen den Punkten, darin waren sich die Kinder einig. Aber, wie findet man nun heraus, welcher wirklich der kürzeste Weg ist? „Das Rezept dafür heißt Dijkstra-Algorithmus“, erklärte Henig seinen jungen Zuhörern und zeigte ihnen Schritt für Schritt, wie man mit diesem System am besten vom Start zum Ziel gelangt.
Der Trick beim Zeichnen vom „Haus des Nikolaus“
„Es gibt aber noch viele andere Graphen, von denen ihr bestimmt auch welche kennt“, meinte der Wissenschaftler und forderte ein paar Kinder auf, das Haus vom Nikolaus an die Tafel zu malen, denn auch das sei ein Graph. Henig beobachtete, dass alle Kinder unten links in der Ecke begannen, das Haus zu zeichnen und somit den Stift nicht absetzen mussten. „Das ist auch eine wichtige Regel: Wenn eine Ecke einen ungeraden Grad, also eine ungerade Anzahl von abgehenden Wegen hat, dann kann man das Haus von diesem Punkt aus ohne Unterbrechung zeichnen.“ Wenn das Haus aber einen Keller habe und somit jede Ecke einen geraden Grad habe, könne man von jedem Punkt aus loszeichnen. „Mit dem gleichen Prinzip könnt ihr zum Beispiel auch den optimalen Weg durch ein Museum bestimmen und zwar so, dass ihr an jedem Bild nur einmal vorbeikommt“, gab er ein weiteres praktisches Beispiel.
Mathe braucht man überall
Wie kommt eigentlich die Musik auf den MP3-Player und wie funktioniert eigentlich ein Geldautomat? „Auch das lässt sich mit Mathematik lösen. Wenn ihr Musik hört, hört ihr auch Mathe“, sagte der Professor lachend und beendete damit seine Vorlesung, die im Anschluss von den Kindern sehr gelobt wurde. „Mir hat es heute echt gefallen. Ich habe alles verstanden und wirklich was gelernt“, so Daniel Stenzel. „Nächstes Mal möchte ich auf jeden Fall wiederkommen!“
Pressekontakt:
Isabelle Diekmann
Hochschule Osnabrück - Campus Lingen
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Von: Nadine Schade