Hochschule Osnabrück und ukrainische Mykolajiwer Nationale Agraruniversität bauen ihre Zusammenarbeit aus Donnerstag, 22. Oktober 2026

Prof. Dr. Julius Schöning (links) und Prof. Dr. Hans-Jürgen Pfisterer (rechts, beide Hochschule Osnabrück) tauschten sich mit Prof. Dr. Olena Schebanina, Prof. Dr. Antonina Drobіtko und Vitalii Karbaschewskyj (MNAU) über Anknüpfungspunkte zwischen beiden Hochschulen im Bereich Agrartechnik aus.
Mit der Studiendekanin der Fakultät AuL Prof. Dr. Stephanie Krieger-Güss (Mitte) und Karolin Boom aus dem International Faculty Office (links) besprachen die ukrainischen Gäste die weitere Zusammenarbeit, gemeinsame Bildungsinitiativen und internationale Fördermöglichkeiten.

Im Mittelpunkt des dreitägigen Besuchs der ukrainischen Delegation in Osnabrück standen der Austausch über Lehre und Forschung, die akademische Mobilität sowie die Entwicklung gemeinsamer internationaler Projekte. Die Kooperation ist Teil der Solidaritätspartnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der ukrainischen Oblast Mykolajiw.

Vom 7. bis 9. Oktober waren Prorektorin Prof. Dr. Antonina Drobіtko, Dekanin der Wirtschaftsfakultät Prof. Dr. Olena Schebanina und Vitalii Karbaschewskyj vom Internationalen Büro der ukrainischen Hochschule zu Gast auf den Campussen Westerberg und Haste.

Technische Lehre und interdisziplinäre Forschung im Fokus

An der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik stellte Prof. Dr. Julius Schöning im Agro-Technicum das technische Studienangebot sowie die Labore und Forschungsschwerpunkte der Hochschule im MINT-Bereich vor. Im Fokus standen die Verbindung von Ingenieurwesen, Künstlicher Intelligenz, Computer Vision und intelligenten Technologien sowie der Transfer zwischen Hochschule und Industrie. Diskutiert wurden auch Anknüpfungspunkte zwischen den agrarwissenschaftlichen Schwerpunkten der MNAU und den technologischen Kompetenzen der Hochschule Osnabrück. Beide Seiten haben verabredet, Möglichkeiten für gemeinsame Projekte im Rahmen von Horizont Europa, Fördermöglichkeiten über den DAAD und hochschulinterne Programme weiter zu prüfen.

Vielfältige Einblicke in die Arbeit der „grünen“ Fakultät

An der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur (AuL) gab Karolin Boom aus dem International Faculty Office gemeinsam mit den Studierenden Mira Wichmann und Luca-Elias Walter Einblicke in den Campus, die Studienangebote und das studentische Leben. Die Führung durch Grünanlagen, Gärten, Gewächshäuser und Forschungsflächen veranschaulichte die praxisorientierte Ausbildung und Forschung der Fakultät. Der Besuch fand am Tag der offenen Tür statt und bot der ukrainischen Delegation zugleich Einblicke darin, wie Studieninteressierte und ihre Familien über Studienangebote und berufliche Perspektiven informiert werden. Im Gespräch mit Studiendekanin Prof. Dr. Stephanie Krieger-Güss ging es um die weitere Zusammenarbeit, gemeinsame Bildungsinitiativen und internationale Fördermöglichkeiten.

Mit Kateryna Poberezhna, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin im Bereich Agribusiness Management, tauschten sich die Gäste über Forschungsteams, Projektentwicklung und praxisnahe Forschungsansätze für aktuelle Herausforderungen des Agrarsektors aus. Dabei wurden mögliche Themen für künftige gemeinsame Forschungsinitiativen identifiziert. Zum Programm gehörte außerdem der Besuch des WABE-Zentrums und des Lehr- und Versuchsbetriebs Waldhof.  Josefina Tralle Scherbanjow und Hubertus Wallenhorst zeigten den Gästen praxisnahe Ansätze zur Verbindung von Landwirtschaft, Lebensmitteltechnologie, Lehre und regionaler Wertschöpfung.

Akademische Mobilität weiter ausbauen

Mit Gunhild Grünanger, Leiterin des Center for International Mobility, erörterte die Delegation die Weiterentwicklung der Partnerschaft mit der MNAU, die akademische Mobilität von Studierenden und Lehrenden sowie gemeinsame Forschungs- und Drittmittelprojekte. Beide Seiten bekräftigten ihr Interesse, die bestehende Zusammenarbeit auszubauen und konkrete gemeinsame Vorhaben zu entwickeln. Zurzeit absolvieren zwei Studentinnen der MNAU ein Gastsemester an der Hochschule Osnabrück, gefördert aus Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur im Rahmen der Solidaritätspartnerschaft des Landes mit der Region Mykolajiw. Auch für das Jahr 2028 sollen wieder entsprechende Anträge gestellt werden.

 

Zum Hintergrund

Die Zusammenarbeit steht auch im Kontext der seit 2024 bestehenden Solidaritätspartnerschaft zwischen dem Land Niedersachsen und der ukrainischen Oblast Mykolajiw. Ziel der Partnerschaft ist es, die Region angesichts des russischen Angriffskrieges zu unterstützen und zugleich langfristige Perspektiven für Wiederaufbau und Entwicklung zu schaffen. Die Hochschule Osnabrück leistet mit ihren internationalen Hochschulpartnerschaften einen Beitrag dazu, wissenschaftliche Kooperationen, Wissenstransfer und Zukunftsperspektiven für die Region zu stärken. Erst vor wenigen Tagen hat die Hochschule einen Kooperationsvertrag mit der Nationalen Universität für Schiffbau „Admiral Makarov“ – ebenfalls aus Mykolajiw – abgeschlossen.

 

Von: Lidia Wübbelmann

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