Zusammenspiel von Kunst und KI: Polnische Gastwissenschaftlerin Paulina Tarara forscht und lehrt zu Fragen der KI-Ethik an der Hochschule Osnabrück Dienstag, 11. August 2026

Polnische Gastwissenschaftlerin Paulina Tarara forscht an der Hochschule Osnabrück dazu, wie sich Fragen der KI-Ethik durch künstlerische Methoden und interdisziplinäre Zusammenarbeit neu betrachten lassen. (Foto: Hochschule Osnabrück)

Ein neues Stipendienprogramm holt internationale Expertise zu Zukunftstechnologien an niedersächsische Hochschulen. Das „Emerging Tech Fellowship“ fördert den Austausch zu Themen wie Künstliche Intelligenz (KI), Extended Reality (XR) und anderen aufkommenden Technologien. Fellows forschen an der Hochschule Osnabrück sowie an der TU Braunschweig und der Leuphana Universität Lüneburg.

An der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik der Hochschule Osnabrück erforscht Ingenieurin und Künstlerin Paulina Tarara als eine der vier Stipendiatinnen, wie sich Fragen der KI-Ethik durch künstlerische Methoden und interdisziplinäre Zusammenarbeit neu betrachten lassen. Tarara promoviert an der polnischen Jagiellonen-Universität Krakau, einer Partnerhochschule der Hochschule Osnabrück. Betreut wird ihr Fellowship von Prof. Dr. Julius Schöning: „Uns geht es darum, KI-Ethik nicht nur als regulatorische Frage zu behandeln, sondern sie über künstlerische Praxis erfahrbar und diskutierbar zu machen. Genau dafür ist Paulinas Perspektive ein enormer Gewinn für unsere Fakultät“, so der Professor für Digitale Medien.

Die Arbeit der polnischen Gastwissenschaftlerin verbindet Kunst, Wissenschaft und Technologie. Den Auftakt bildeten Round-Table-Diskussionen im Juli. Dabei haben Studierende verschiedener Disziplinen gemeinsam mit Paulina Tarara und Julius Schöning das Feld der KI-Ethik als künstlerisch-forschende Praxis ausgelotet. Ausgangspunkt war eine Begegnung mit dem von Axel Schaffland entwickelten „Mechanical Neural Network“ (MNN) –  einem physisch-skulpturalen Modell eines neuronalen Netzes, das die Prinzipien der KI materiell erfahrbar macht. „Wenn man ein künstliches neuronales Netz mit den Händen bewegen kann, verändert sich die Art und Weise, wie man über Handlungsfähigkeit und Autorschaft in KI-Systemen spricht”, so Paulina Tarara. Anknüpfend an die Ideen des Kunsttheoretikers Stephen Wright – der Kunst als etwas versteht, das man nicht nur betrachtet, sondern aktiv nutzt und mitgestaltet –, drehte sich die Diskussion um Handlungsfähigkeit, Wahrnehmung, Teilhabe und das Verhältnis zwischen Mensch und Maschine.

Im Oktober kommt die polnische Wissenschaftlerin zum zweiten Mal an die Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik. In der hochschulweiten Projektwoche wird sie gemeinsam mit Julius Schöning das interdisziplinäre studentische Projekt „AI and Art – AI in Performance Art” betreuen. Studierende aller Fakultäten sind eingeladen, KI nicht als abstrakte Technologie, sondern als Material künstlerischer Praxis zu begreifen. Sie sollen Teile einer Performance werden und dabei selbst zu Neuronen, Gewichten und Aktivierungsfunktionen. „Das Format ist bewusst offen“, betont Prof. Schöning: „Vorkenntnisse in KI oder Performance sind nicht nötig; uns interessiert genau das Zusammenspiel unterschiedlicher Perspektiven in einer Performance:  ob auf der Bühne, im Video oder als digitale Avatare." 

Die vier Emerging Tech Stipendien sind jeweils mit 20.000 Euro dotiert und haben eine Laufzeit von sechs Wochen bis drei Monaten. Ihr Ziel ist es, die Zusammenarbeit zwischen internationalen Fachleuten und den Hochschulen in Niedersachsen zu stärken. Langfristig soll so ein internationales Netzwerk entstehen, das innovative Impulse für Forschung, Lehre und Wissenstransfer setzt.

Das Emerging Tech Lab ist Teil des Verbundprojekts „Digitale Lehre Hub Niedersachsen (DLHN)“, das unter dem Dach von Hochschule.digital Niedersachsen angesiedelt ist. Hochschule.digital Niedersachsen ist eine Dachinitiative, die von der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen, dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie der VolkswagenStiftung ins Leben gerufen wurde.

 

Mehr Informationen: 
Prof. Dr. Julius Schöning 
Telefon: 0541 969-7150, E-Mail: j.schoening@hs-osnabrueck.de

 

 

Von: Fakultät IuI

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