Wie lässt sich Gewalt in der Pflege frühzeitig erkennen und verhindern? Mittwoch, 28. Oktober 2026
23. Osnabrücker Gesundheitsforum an der Hochschule Osnabrück nimmt Gewaltprävention in der Pflege in den Fokus
Unter dem Titel „Gewalt in der Pflege – Strukturen, Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten im Pflegealltag“ fand am 16. Oktober das 23. Osnabrücker Gesundheitsforum an der Hochschule Osnabrück statt. Die Veranstaltung brachte Fachleute aus Pflegepraxis, Pflegemanagement und Pflegewissenschaft sowie Studierende und Absolvent*innen zusammen, um über unterschiedliche Formen von Gewalt im Pflegealltag, deren Ursachen und Möglichkeiten der Prävention zu diskutieren. Gewalt in der Pflege betrifft sowohl Pflegebedürftige als auch Pflegefachpersonen und kann sich in physischer, psychischer oder struktureller Form äußern. Das diesjährige Gesundheitsforum widmete sich daher der Frage, wie Gewalt frühzeitig erkannt und durch geeignete Maßnahmen verhindert oder reduziert werden kann.
Eröffnet wurde das Gesundheitsforum von Prof. Dr. Andrea Braun von Reinersdorff, Dekanin der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Prof. Dr. Elke Hotze, Hochschule Osnabrück, führte als Moderatorin durch den Tag. Den Auftakt der Fachvorträge machte Prof. Dr. André Nienaber, Pflegedirektor der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, mit seinem Vortrag „Wenn ihr Gewalt anwendet, nennt ihr es Zwang“. Dabei thematisierte er die Verhinderung von Gewalt und Zwang in der psychiatrischen Versorgung. Anschließend beschäftigte sich Dipl.-Sozialpädagogin Barbara Kemper, Projektleiterin des Projekts „Rosenstraße 76“ der Diakonie Osnabrück Stadt und Land, mit Möglichkeiten der Prävention und Intervention im Pflegekontext sowie der Bedeutung des Erkennens von Ursachen und Risikofaktoren. Anja Bergmann, M.Sc., Promovendin am Institut für Pflegewissenschaft der Universität zu Köln, stellte danach unter dem Titel „PEKo – Gewaltprävention in der ambulanten Pflege“ Ansätze zur Prävention von Gewalt in der ambulanten pflegerischen Versorgung vor.
Am Nachmittag boten vier Workshops den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich vertieft mit unterschiedlichen Fragestellungen aus Pflegepraxis, Pflegemanagement und Pflegewissenschaft auseinanderzusetzen. Im Workshop zum Pflegemanagement unter der Moderation von Dr. Alexander Wolf und mit Melanie Vollmer als Referentin standen das Pflegemanagement und verschiedene Gewaltpräventionsstufen im Mittelpunkt. Der Workshop zur Pflegewissenschaft, moderiert von Prof. Dr. Elke Hotze, beschäftigte sich unter dem Titel „Szenenwechsel Pflege – Gewalt sichtbar machen, Handlungsoptionen entwickeln“ mit der Wahrnehmung von Gewalt und möglichen Handlungsstrategien. Den entsprechenden Beitrag gestaltete Lisa Strietzel. Darüber hinaus wurden im Bereich Pflege dual unter der Moderation von Maren Roling, M.Sc., Befunde aus Bachelorarbeiten an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis thematisiert. Die Beiträge gestalteten Thore Löffelholz, Justine Zetaic und Oluwatosin Edun. Der Workshop des Studiengangs HELPP unter der Moderation von Prof. Dr. Andreas Büscher widmete sich der Versorgungsforschung für die Versorgungspraxis.
Den letzten Fachvortrag hielt Prof. Dr. Andreas Büscher von der Hochschule Osnabrück, der die Notwendigkeit einer subjektorientieren Qualitätssicherung in den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte und zukünftige Aufgaben für die pflegerische Versorgung skizzierte. „Die Veranstaltung hat gezeigt“ – so Prof. Dr. Elke Hotze zum Schluss des Gesundheitsforums – wie vielschichtig pflegerisches Handeln im Kontext von Zwang und Gewalt ist. Es ist und bleibt wichtig, dass wir uns als Profession damit offen und kritisch auseinandersetzen.“
Das Osnabrücker Gesundheitsforum bringt seit mehr als zwei Jahrzehnten Studierende, Absolventinnen, Wissenschaftlerinnen und Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen zusammen, um aktuelle Herausforderungen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskutieren sowie innovative Lösungsansätze zu entwickeln.
Weitere Informationen:
Hochschule Osnabrück, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Svenja Kuhlmann, Oluwatosin Edun und Juliane Weßling
Koordinatorinnen der Studiengänge Pflegemanagement, Pflegewissenschaft und Pflege dual
Telefon: 0541 969-3000/-2221/-2054
E-Mail: pflegemanagement@hs-osnabrueck.de
Internet: https://www.hs-osnabrueck.de/osnabruecker-gesundheitsforum
Von: Oluwatosin Edun