Jubiläumsfeier der Absolventenvereinigung Landwirtschaft und Ökotrophologie Mittwoch, 30. September 2026

Laudatio auf die ersten Namensgeber der AV-Stipendien durch Prof. Dr. Nana Zubek: Prof. Dr. Klaus Mueller, Prof. Dr. Dieter Trautz, Prof. Dr. Rolf Küst und Prof. Dr. Robby Andersson (v.l.n.r.)

90 Jahre Ausbildungsstandort für die Landwirtschaft – 90 Jahre Absolventenvereinigung – der Einladung für ein Zusammenkommen anlässlich dieses Jubiläums sind circa 100 Ehemalige und 20 derzeitige Mitglieder unserer Hochschule am 18.9.2026 an den Waldhof gefolgt.

 Dass so ein Jubiläum nur zu Stande kommt, weil Menschen den Standort zukunftsweisend mitgestaltet und geprägt haben bzw. voranbringen, ließ unsere Dekanin Prof. Dr. Karin Schnitker in ihrer Ansprache, auch mit Blick auf die Schwerpunkte der Fakultät AuL für die kommenden 10 Jahre, nicht unerwähnt. Schnitker stellte die Bedeutung der Verknüpfung von Tradition und Innovation heraus, und hob unter anderem die verschiedenen Reallabore hervor, die ergänzend zur Feldforschung für den starken Praxisbezug des Hochschulstandorts Osnabrück stehen. Zukünftig soll auch die Vernetzung zwischen den Fachbereichen und die Einbindung und Entwicklung KI-gestützter Prozesse gestärkt werden. 

Künstliche Intelligenz stand dann auch im nachfolgenden Fachvortrag im Fokus. Die Rolle von KI im Fachjournalismus und welche Grundlagen des Faktenchecks Leser heranziehen können, erläuterte Alina Schmidtmann vom Landwirtschaftsverlag. Und eine Botschaft kam an: KI unterstützt keine kritische Grundhaltung und führt zur Gleichschaltung von Textinhalten. KI bietet Unterstützung in Fragen der Syntax, jedoch erfordern persönliche Textinhalte und eine unabhängige Berichterstattung die Verantwortung auf Seiten des jeweiligen Redakteurs. 

Im Vergleich dazu kamen die nachfolgenden Beiträge aus einer gefühlt prähistorischen Zeit: Mit persönlichen Beiträgen von Prof. Dr. Klaus Mueller, Prof. Dr. Dieter Trautz, Prof. Dr. Rolf Küst wurde ein Zeitfenster um die letzten Jahrzehnte der Hochschullehre gespannt. Zurück in Zeiten, als der Lehrstandort noch eine Lehranstalt oder eine Altherrenvereinigung gewesen ist. Aber auch prägende Veränderungen wie die Gründung der Fachhochschule vor genau 55 Jahren, die Einrichtung des Studiengangs „Hauswirtschaft und Ernährung“ als Vorläufer des Studiengangs Ökotrophologie vor genau 40 Jahren oder auch die Ablösung des Diploms durch Bachelor- und Masterabschlüsse im Rahmen des Bologna-Prozesses vor genau 20 Jahren. Eines hoben alle Redner hervor: Die Bedeutung der Grundlagenvermittlung und den Bezug zur landwirtschaftlichen Primärerzeugung. Der Standort stand für angewandte Forschung und Lehre, durchaus international aber mit der Hauptzielgruppe im deutschsprachigen bzw. auch nord-westdeutschen Raum. Einer, der den Bogen zwischen ldw. Tierhaltung und Produktsicherheit im Fachgebiet verankerte und auch gelebt hat war Prof. Dr. Robby Andersson. Als ehemaliger Verbindungsdozent führte Andersson u.a. die Bedeutung der Alumni in einem Netzwerk aus, dessen Funktion als kritisches Korrektiv für die Ausrichtung des Standorts und die Aktualität der Lehrinhalte mehr Berücksichtigung finden sollte. Auch Andersson ist fachlich, wie die drei Vorredner auch, über seinen Eintritt in den Ruhestand noch aktiv. Das setzt eine hohe Identifikation mit dem Standort und/ oder der jeweiligen Berufung voraus.  Und das multipliziert sich in die Lehre hinein, die Betreuung und Begleitung der Studierenden, was auch die nächsten Jahrgänge wieder nach Osnabrück bringt. Denn die Weiterempfehlung des Standorts aufgrund eigener Erfahrungen ist unter den Erstsemestern das Hauptargument für die Bewerbung in Osnabrück. Das führte Prof. Dr. Nana Zubek als aktuelle Verbindungsdozentin der AV aus. Und leitete damit zum neuen Stipendienprogramm der Absolventenvereinigung Lw&Oec über. Ausgehend von der Idee, derzeitige durch ehemalige Studierende zu unterstützen und zu vernetzen sowie mit dem Ziel, die positive Wirkung des generationsübergreifenden Wissens- und Erfahrungsaustauschs  in den Standort und gleichsam in die Studierendenschaft hineinzutragen und dadurch den umfangreichen Fundus an Wissen zu mehren, hat die Absolventenvereinigung erstmalig vier Stipendien für Studierende der Landwirtschaft und Ökotrophologie ausgelobt. Gleichzeitig wurden die Namensgeber Klaus Mueller, Dieter Trautz, Rolf Küst und Robby Andersson individuell für ihr unermüdliches persönliches Engagement in der Zusammenarbeit mit Studierenden sowie Kolleginnen und Kollegen, ihren Ehrgeiz für die angewandte Forschung und die damit verbundene Leidenschaft für das jeweilige Fachgebiet am Standort Haste gewürdigt. Es sei allen herzlich für das Engagement gedankt, das zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen hat!

Von: Ronan Morris