Neuigkeiten an der Hochschule Osnabrück https://www.hs-osnabrueck.de/ de_DE Hochschule Osnabrück Sun, 21 Jul 2019 00:00:02 +0200 Sun, 21 Jul 2019 00:00:02 +0200 TYPO3 EXT:news news-6911 Thu, 11 Jul 2019 10:39:32 +0200 Führung 4.0 https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/07/fuehrung-40/ Absolventin der Hochschule Osnabrück gewinnt Nachwuchsförderpreis des Bundesverbands der Personalmanager (Osnabrück, 11. Juli 2019) Sabine Stuck weiß ziemlich genau, was auf die Führungskräfte von morgen zukommt: Sie müssen Überzeugungsarbeit leisten, Mitarbeiter coachen und zur Selbstführung befähigen. Mit ihrer Abschlussarbeit „Führung 4.0 – Wie verändert die neue Arbeitswelt die Rolle der Führung?“, überzeugte die Absolventin des Master-Studiengangs Business Management der Hochschule Osnabrück die Jury des Bundesverbands der Personalmanager (BPM) und gewann den mit 2000 Euro dotieren Nachwuchsförderpreis 2019.

Damit habe sie überhaupt nicht gerechnet, betonte Stuck, die mit zwei weiteren Absolventen anderer Hochschulen für den Preis nominiert war, der während der „Nacht der Personaler“ in Berlin verliehen wurde.

„In meiner Masterarbeit untersuche ich, wie sich die Einflussmöglichkeiten von Führungskräften derzeit wandeln. Durch die Megatrends Digitalisierung, Globalisierung, Wandel zur Wissensgesellschaft, demografischer Wandel und Wertewandel verändert sich die Arbeitswelt grundlegend.“ Arbeit werde flexibler, Zusammenarbeit erfolge immer häufiger virtuell und Hierarchien würden zunehmend aufgebrochen. Gleichzeitig rücke Wissensarbeit stärker in den Fokus der Wertschöpfung von Unternehmen, so die Preisträgerin, die sich im Studium auf Personalmanagement und Change Management spezialisiert hat.

„Die Führung in den Unternehmen verändert sich rasant. Frau Stuck hat ein höchst aktuelles Thema bearbeitet. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie sich Trends wie die Digitalisierung tatsächlich in der Praxis auswirken“, unterstreicht Prof. Dr. Nicole Böhmer, die die Arbeit betreute.
 

Führungskräfte müssen Verantwortung abgeben und Selbstführung fördern

In Interviews mit zehn Führungskräften aus fünf deutschen Unternehmen kristallisierte sich heraus, dass die Flexibilisierung der Arbeit und die virtuelle Zusammenarbeit die direkte Interaktion erschweren. Entscheidungen würden durch die Mitarbeitenden zunehmend in Frage gestellt. Stuck schlussfolgert: „Deshalb wird es immer wichtiger den Mitarbeitenden von Entscheidungen zu überzeugen.“

Die Veränderungen in der Arbeitswelt führen zu neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden und veränderten Machtstrukturen. „Führungskräfte erfahren zum Teil, dass sie nicht mehr nur aufgrund ihrer Position Macht und Einfluss ausüben können“, erläutert Stuck.
„Die hohe Praxisnähe und Aktualität der Abschlussarbeit zeigt wie relevant die Themen sind, die im Master-Programm Business Management diskutiert werden“, so die Studiengangbeauftragte Prof. Dr. Heike Schinnenburg.

Stuck zufolge sollte die Führungskraft zukünftig die Rolle des Coaches und Rahmengebers einnehmen. „Die Abgabe von Verantwortung, die Förderung der Selbstführung und eine vertrauensvolle Beziehung stellen zentrale Facetten der Führung 4.0 dar.“

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Nicole Böhmer

Telefon: 0541 969-2181
E-Mail:  n.boehmer@hs-osnabrueck.de

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WiSo hochschulweit
news-6906 Mon, 08 Jul 2019 18:08:54 +0200 Neben dem Beruf Ingenieurin werden: Mit viel Ehrgeiz und einigen Kompromissen klappt das https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/07/neben-dem-beruf-ingenieurin-werden-mit-viel-ehrgeiz-und-einigen-kompromissen-klappt-das/ Mandy Ellrich hat neben ihrem Job bei einem Zulieferer der Fahrzeugbranche ein Maschinenbaustudium an der Hochschule Osnabrück absolviert. Mit Ehrgeiz, Engagement – und Erfolg. Noch bis zum 15. Juli können sich Interessierte, die im Beruf oder in der Familienverantwortung stehen, um einen Studienplatz im berufsbegleitenden Bachelorstudiengang „Ingenieurwesen – Maschinenbau“ (INGflex) bewerben. „Ich bin immer schon ein Mensch gewesen, der sich nebenbei weitergebildet hat“, erzählt Mandy Ellrich. Nach der ersten Lehre als Fahrzeuginnenausstatterin hat sie bei ihrem Arbeitgeber, dem Osnabrücker Automobilzulieferer Valmet Automotive, eine zweite, interne Ausbildung zur Technischen Zeichnerin draufgesetzt. Als Nächstes folgte das Fachabitur in Abendform – und zu guter Letzt ein Studium. Die Dreißigjährige gehört zu der ersten Kohorte, die im vergangenen Herbst den berufsbegleitenden Studiengang „Ingenieurwesen – Maschinenbau“ (INGflex) an der Hochschule Osnabrück absolviert hat. „Mir ist es wichtig, dass ich im Beruf bleibe und nicht nur ‚Schule mache‘“, so die gebürtige Magdeburgerin: „So kann ich das Erlernte täglich anwenden und habe nicht nur das theoretische, sondern auch das praktische Verständnis. Das hat mir vieles im Studium erleichtert.“


Berufsbegleitend Maschinenbau studieren

Seit 2016 bietet die Hochschule Osnabrück INGflex als ihren ersten berufsbegleitenden Bachelorstudiengang im technischen Bereich an. Er richtet sich an alle, die in der Technik arbeiten und dabei ein Studium absolvieren möchten, ohne auf den Beruf und das Einkommen zu verzichten – oder auch an Menschen, die einen Wiedereinstieg in das Berufsleben schaffen wollen. „Die wichtigsten Voraussetzungen sind neben einer abgeschlossenen Ausbildung vor allem ein hohes Maß an Motivation und Durchhaltevermögen. Ein Abitur ist hingegen nicht unbedingt erforderlich“, stellt die Studiengangskoordinatorin Alicja Peinz fest.


Ehrgeiz und Zielstrebigkeit sind unerlässlich

Zielstrebigkeit ist auch aus Sicht von Mandy Ellrich unerlässlich für alle, die im Beruf oder in der Familienverantwortung stehen und nebenbei studieren wollen: „Es gehört eine Menge Ehrgeiz dazu. Wichtig ist auch, dass Familie und Freunde hinter einem stehen – und dass der Arbeitgeber Verständnis hat. Beides ist nicht selbstverständlich, und ich bin dafür sehr dankbar.“ Die Osnabrückerin hatte sowohl ihr privates Feld im Rücken als auch ihr Unternehmen. – Schließlich war es ihre Personalleiterin Ilka Mathes selbst, die sie auf das Studienangebot aufmerksam gemacht hat. „Nachdem uns die Hochschule Osnabrück diese neue Form des Maschinenbaustudiums vorgestellt hat, war ich gleich angetan von dieser besonderen Art der Weiterbildung“, erinnert sich die Personalchefin von Valmet Automotive: „Ich schätze die nebenberufliche Weiterbildung, da der direkte Bezug zur Praxis gegeben ist und das theoretisch dazu gewonnene Wissen direkt eingebracht werden kann.“ Nach einer Informationsveranstaltung auf dem Campus und gründlicher Überlegung war Mandy Ellrich vom Konzept überzeugt. Sie sprach mit ihrer Firma und bewarb sich schließlich.


Die ersten Erfahrungen

Schnell zeigte sich: Es müssen viele Kompromisse zwischen Arbeit, Studium und Privatleben gemacht werden. „Aber wenn man erstmal dabei ist und die ersten Prüfungen geschafft hat, ist es ein tolles Gefühl“, erinnert sich die Ingenieurin. „Dennoch wird es nicht einfacher, und es kommen immer mehr Lerngruppen und Projektarbeiten dazu. Wir konnten uns die Zeit zwar selber einteilen, aber der Stoff musste trotzdem bis zur Prüfung sitzen.“ Die Lehrenden fand die damalige Studentin verständnisvoll und offen: „Sie gingen auch nach dem Vorlesungsende auf viele Fragen ein, bei Bedarf wurden zusätzliche Übungen organisiert. – Dennoch haben wir nichts geschenkt bekommen“.


Gemeinsames Ziel schweißt zusammen

Als große Hilfe empfand die Absolventin – neben der Unterstützung zu Hause und bei der Arbeit – vor allem den Zusammenhalt in ihrer Studiengruppe: „Obwohl wir alle sehr verschieden waren, sind wir zu einer richtigen kleinen Familie geworden. Sollte jemand beruflich verhindert sein, wurden ihm schnell alle Unterlagen gesendet. Wir haben uns stets darum gekümmert, dass keiner hinterherhing.“ Ellrich klingt immer noch positiv überrascht: „Ich hätte nicht erwartet, dass eine Gruppe von ‚Fremden‘ so schnell zusammenwächst und auch zusammenhält. Aber wir hatten alle dasselbe Ziel und wollten es gemeinsam schaffen. Es war immer selbstverständlich, dass man sich gegenseitig hilft.“


Das Studium eröffnet neue Perspektiven

Zum Schluss hieß das Motto der ersten INGflex-Kohorte: „Hauptberuflich studieren – nebenbei arbeiten“. Denn um gute Studienergebnisse zu erzielen, mussten die Studierenden in den letzten Semestern oft mehr Zeit für ihr Studium investieren, als für ihren eigentlichen Job. Doch die Anstrengungen haben sich gelohnt: Im Herbst 2018 erhielten die neun ersten Absolventinnen und Absolventen ihre Bachelorurkunde. Während einige einen neuen Arbeitgeber gefunden haben, blieb Mandy Ellrich ihrem Unternehmen treu: „Da meine Firma mich immer unterstützt hat, will ich mein erlerntes Wissen auch für sie einsetzten.“

Die Personalleiterin der Valmet Automotive GmbH Ilka Mathes freut sich über diese Entscheidung – schließlich habe auch das Unternehmen von dem Studium seiner Mitarbeiterin profitiert: „Die Verbindung von Studieninhalten mit der Industriepraxis ist der große Vorteil der nebenberuflichen Weiterbildung. Das zeigte sich auch ganz konkret: So wurden Ergebnisse von Mandy Ellrichs Studienarbeiten in unsere laufenden Projekte eingebracht.“ Mathes‘ Resümee: „Wir freuen uns über diese Form des Studiums und werden INGflex auch zukünftig unterstützen.“
 
Heute arbeitet die begeisterte Mountainbikerin als Konstrukteurin. Ihre Aufgaben bereiten ihr viel Spaß: „Ich kümmere mich um fertigungerechte Auslegung der Bauteile, deren Materialauswahl und Freigaben. Wichtig ist mir auch, dass die Kommunikation mit meinen Kollegen und mit Lieferanten nicht zu kurz kommt. Nach der Abstimmung einzelner Projektdetails betreue ich auch die Aufbauten.“ Ihren Studiengang hat die Ingenieurin bereits weiterempfohlen: „Wenn man beruflich weiterkommen und dabei nicht auf den Job verzichten möchte, ist das ein super Studiengang – auf jeden Fall machbar und vermutlich einfacher als ein Fernstudium.“


Der Studiengang in Kürze

Mit INGflex will die Hochschule Osnabrück dem akuten Fachkräftemangel im Maschinenbau entgegenwirken. Entstanden ist es 2014 als Studienmodell im Bund-Länder-Programm „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ des Bundesbildungsministeriums. Zwei Jahre später wurde ein regulärer Studiengang etabliert. Die Studiendauer beträgt neun Semester. Den größten Raum nimmt die Vermittlung der mathematisch-naturwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen ein. Zur Auswahl stehen drei Studienrichtungen: Allgemeiner Maschinenbau, Fahrzeugtechnik und Ingenieurpädagogik. Kennzeichnend für den Studiengang sind zahlreiche Projekte, die in Kooperation mit Betrieben bearbeitet werden können. Das Studium schließt nach einer Praxisphase und der Abschlussarbeit mit dem Bachelor of Engineering ab.

Was gehört zum Erfolgsrezept des Studiengangs? Die wichtigste Zutat ist für den Studiengangssprecher Prof. Dr. Eberhard Wißerodt die Einstellung zum Studium: „Alle, die berufsbegleitend studieren, bringen eine bemerkenswert hohe Motivation mit.“ Viele Studierende arbeiten in Vollzeit und haben Familie mit Kindern. Viel Engagement zeigen auch die Lehrenden, die zweiwöchentlich freitagsnachmittags und samstags Vorlesungen und Seminare halten. Es sind einerseits Professorinnen und Professoren der Hochschule Osnabrück und andererseits Lehrbeauftragte aus der Industrie. Außerdem bieten erfahrene Studierende höherer Semester Tutorien an, die fest in den Lehrplan eingebunden sind. Auch für Zuhause gibt es Unterstützung in Form von Online-Tutorium und E-Learning-Plattform.

Bis zum 15. Juli können sich Interessierte um einen Studienplatz bewerben: www.hs-osnabrueck.de/ingflex – Bewerbung.


Ein guter Rat ist teuer: Was Absolventin Mandy Ellrich künftigen Studierenden empfiehlt   

„Du muss es wirklich wollen. Mache vorher das Mathematik-Vorsemester – nicht nur um deine Kenntnisse aufzufrischen, sondern auch um festzustellen, ob du der Belastung gewachsen bist. Frage dich, ob du bereit bist, jedes zweite Wochenende nicht an Partys teilzunehmen, nicht mit den anderen am See zu sitzen oder zu grillen. Sei dir bewusst, dass das Studium ohne zusätzliches Lernen außerhalb der Vorlesung nicht machbar ist. – Somit wirst du auch auf gewisse Wochentage verzichten müssen. Wenn du dir das akzeptierst und deine Familie bereit ist, dir Aufgaben im Haushalt oder mit Kindern abzunehmen, dann beginn das Studium. Du wirst schnell feststellen, dass es Fächer gibt, die dir liegen – und welche, für die du viel tun musst. Lerne mit den anderen zusammen. Und nimm dir auch mal eine Auszeit. Gerade zu Prüfungsphasen ist es wichtig, auch mal einen Tag nichts zu tun. Du wirst sehen: Am nächsten Tag geht es einfacher. Vielleicht wirst du zwischendurch über das Aufgeben nachdenken. – Dann führe dir vor Augen, warum du dein Studium angefangen hast. Und wenn du die erste Hälfte über die Bühne gebracht hast, kommt der sicher Gedanke: ‚Den Rest schaffe ich auch noch!‘ Viel Erfolg!“

 

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news-6900 Thu, 04 Jul 2019 15:58:07 +0200 Mobilität von morgen und Klimawandel im Fokus der 21. Kunststofftagung an der Hochschule Osnabrück https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/07/mobilitaet-von-morgen-und-klimawandel-im-fokus-der-21-kunststofftagung-an-der-hochschule-osnabrueck/ Klimawandel und Mobilität der Zukunft sind brandaktuelle Themen, die alle angehen. Sie standen im Mittelpunkt der diesjährigen Fachtagung des Laborbereichs Kunststofftechnik der Hochschule Osnabrück. Welchen Beitrag kann die Kunststofftechnik leisten, um Emissionen zu reduzieren und Mobilität umweltfreundlicher und sicherer zu machen? Welche Herausforderungen ergeben sich für die Branche aus den politischen Zielsetzungen, den CO2-Ausstoß von Fahrzeugen drastisch zu reduzieren und Elektromobilität zu forcieren? – Diese Fragen standen im Mittelpunkt der diesjährigen Fachtagung des Laborbereichs Kunststofftechnik der Hochschule Osnabrück. Die Tagungsleiter Prof. Dr. habil. Claudia Kummerlöwe und Prof. Dr. Norbert Vennemann freuten sich über großes Interesse aus Wirtschaft und Wissenschaft: Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen nach Osnabrück, um über neue Entwicklungen der Branche zu diskutieren und die begleitende Fachausstellung zu besuchen. Bereits seit 1999 treffen sich Fachleute der Kunststofftechnik in Osnabrück, um sich über neue Trends aus Praxis auszutauschen.


Konzepte der Kunststofftechnik für die Mobilität von morgen

Die Mobilität der Zukunft bringt auf vielen Gebieten Veränderungen mit sich. Neue Antriebsarten und Fahrzeugkonzepte erfordern neue Werkstoffe, um die nachhaltige Produktion und Nutzung von Fahrzeugen zu ermöglichen. Kunststoffe bieten ideale Voraussetzungen, um den Leichtbau kostengünstig zu realisieren, Recyclingfähigkeit zu verbessern, Ressourcen zu schonen, Effizienz zu steigern und Emissionen zu verringern. Die Herstellung, Verarbeitung und die Anwendung lassen sich mit modernen Prüf- und Analysemethoden weiter optimieren. All dies stand im Mittelpunkt der Fachvorträge, die von hochkarätigen Fachleuten gehalten wurden.  

Zum Auftakt der Vortragsreihe zeigte Dr. Stefan Loheide, Vizepräsident und Leiter der Forschung und Entwicklung der BOGE Elastmetall GmbH, wichtige Megatrends wie Klimawandel, Verknappung von Ressourcen, wachsende Fahrzeugproduktion mit Verlagerung des Schwerpunktes nach Asien sowie neue Fahrzeugkonzepte auf. Als Partner der Automobilindustrie müssen Unternehmen wie BOGE Elastmetall auf diese Megatrends reagieren. Anhand von drei Beispielen machte Dr. Loheide deutlich, wie in seinem Unternehmen mit innovativen Ansätzen durch Schäumen, Koinjektion und Einsatz von Organoblechen das Gewicht von E-Autos reduziert werden kann.


Innovative Elastomere sparen Kraftstoff

Elastomere standen im Mittelpunkt der Vorträge von Prof. Dr. Anke Blume von der niederländischen Universität Twente und Prof. Dr. Ulrich Giese vom Deutschen Institut für Kautschuktechnologie. Prof. Blume beantwortete dabei die Frage, wie man bei Autoreifen durch chemische Modifizierung der Polymere den Kraftstoffverbrauch und somit den CO2-Ausstoß signifikant verringern kann. Prof. Giese lieferte einen interessanten Überblick über den aktuellen Stand der Nanotechnologie im Bereich der Elastomere. Er zeigte auf, dass der Einsatz nanostrukturierter Füllstoffe gezielte Eigenschaftsverbesserungen ermöglicht, die für viele technische Anwendungen bedeutsam sind.


Neue Prüfverfahren im Fokus

Durch verbesserte Produkt- und Prozesskontrolle lässt sich die Qualität von Bauteilen steigern und gleichzeitig Produktionsabfall verringern. Längere Lebensdauer der Produkte und Schonung von wertvollen Ressourcen sind ein wichtiges Ergebnis dieser Maßnahmen. Dr. Uli Schmidhammer, Präsident und Geschäftsführer von TeraTonics S.A.S aus Frankreich, hat dazu ein neues Prüfverfahren vorgestellt. Dabei kann das Innere von Kunststoffbauteilen mit Hilfe von Terahertz-Pulsen zerstörungsfrei sehr schnell bildgebend dargestellt und somit hinsichtlich ihrer Qualität geprüft werden.

Wie die Charakterisierung der im doppelten Sinne komplexen viskoelastischen Eigenschaften von Polymeren mit einem modernen Rheometer möglich ist, wurde von Dr. José Alberto Rodríguez Agudo von der Anton Paar Germany GmbH aufgezeigt. Die Untersuchung von Epoxidharzsystemen, die beispielsweise in kohlefaserverstärkten Verbundkunststoffen (CFK) eingesetzt werden, kann damit wesentlich besser als auf herkömmliche Weise erfolgen. Dass man 3D-Druck bereits im Vorfeld auf einem Computer simulieren kann, stellte Dipl.-Ing. Steffen Paul von der SimpaTec GmbH anschaulich dar.  


Faserverstärkte Kunststoffe eröffnen neue Perspektiven

In weiteren Vorträgen der Fachtagung ging es um Fasern und faserverstärkte Kunststoffe. Fasern aus Biopolyestern mit optimierten Eigenschaften wurden von Gerard Nijhoving von der niederländischen Firma Senbis Polymer Innovations B.V. vorgestellt. Eduard Stückle von der Firma Arburg berichtete über das direkte Compoundieren von Glasfasern bei der Herstellung von Spritzgussbauteilen aus glasfaserverstärkten Kunststoffen (GFK), die beispielsweise bei der Substitution von Metallen zum Einsatz kommen. Welche Probleme zu lösen sind, um FEM-Berechnungen für Leichtbauwerkstoffe mit Naturfasern präzise durchzuführen, erklärte Stephanie Taphorn, die in einem Forschungsprojekt zu diesem Thema an der Hochschule Osnabrück mitarbeitet.


WIP-Jahrestagung und gemeinsame Abendveranstaltung

Im Vorfeld der diesjährigen Kunststofftagung, am 26. Juni, fand außerdem die Jahrestagung des Wissens- und Innovationsnetzwerk Polymertechnik WIP in Osnabrück unter der Leitung von Prof. Dr. Thorsten Krumpholz von der Hochschule Osnabrück statt. Die Jahrestagung stand unter dem Motto „Kunststoff für die Mobilität von morgen“. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beider Veranstaltungen, Ehemalige, Studierende, wissenschaftliche Mitarbeitende und Lehrende der Kunststofftechnik der Hochschule Osnabrück nahmen an der gemeinsamen Abendveranstaltung teil, die vom Vizepräsidenten für Forschung der Hochschule Osnabrück Prof. Dr. Bernd Lehmann eröffnet wurde. Prof. Lehmann stellte in seinem Eröffnungsvortrag die Forschungsstrategie und Forschungsförderung an der Hochschule Osnabrück vor. Danach folgten Eindrücke aus dem Berufsleben aus Sicht eines Absolventen: Synco de Vogel von der Eastmann Chemical Germany GmbH, hatte 1996 sein Doppeldiplom-Studium an der Hogeschool Drenthe in Emmen (Niederlande) und der Hochschule Osnabrück abgeschlossen. Er berichtete in der Veranstaltung über seine Erfahrungen als Kunststoff- Ingenieur in der Industrie. Bevor es in geselliger Atmosphäre zum Ausklang des Abends bei einem leckeren Buffet kam, wurden die Forschungsprojekte des Laborbereichs in einem unterhaltsamen Video vorgestellt, das von dem Mitarbeiter-Team selbst produziert wurde.


Studium der Kunststofftechnik: Bewerbung bis 15. Juli möglich

Wer sich für das extrem vielschichtige Berufsfeld der Kunststofftechnik interessiert, kann sich noch bis zum 15. Juli für einen Studienplatz an der Hochschule Osnabrück bewerben. Zur Auswahl stehen die Bachelor-Studiengänge Kunststofftechnik, Kunststofftechnik im Praxisverbund (dual), Werkstofftechnik sowie der Masterstudiengang Angewandte Werkstoffwissenschaften. Alle wichtigen Informationen zur Bewerbung stehen online unter www.hs-osnabrueck.de/bewerbung bereit.
       

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news-6888 Mon, 01 Jul 2019 17:00:00 +0200 Hochschule Osnabrück unterstützt Deutschlands erstes Kinder- und Jugendcamp zu sozialer Ungleichheit https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/07/hochschule-osnabrueck-unterstuetzt-deutschlands-erstes-kinder-und-jugendcamp-zu-sozialer-ungleichheit/ Studentisches Team der Hochschule Osnabrück unterstützt das erste 2getherLand Deutschlands. 150 junge Menschen ab acht Jahre und Erwachsene werden in dem Camp im kommenden Oktober zusammenkommen, um eine Woche lang über Gerechtigkeit und soziale Ungleichheit zu diskutieren. Was brauchen Kinder und Jugendliche, um gut leben zu können? Wie und wo sollten sie mitentscheiden, wenn es um gutes Aufwachsen für alle geht? Was können wir gemeinsam dafür tun, dass alle Heranwachsenden die gleichen fairen Chancen haben? – Diese Fragen stehen im Fokus des ersten 2getherLand Deutschlands. Vom 7 bis 12. Oktober werden sich 150 Kinder und Jugendliche ab acht Jahren und Erwachsene für eine Woche am Werbellinsee in Brandenburg treffen, um gemeinsam über Gerechtigkeit und soziale Ungleichheit zu diskutieren. Acht Studierende der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik, betreut von Prof. Michaela Ramm und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Svenja Wichelhaus, unterstützen das Camp.

Viele Kinder spüren soziale Ungleichheit im Alltag
Die Lebenssituation von Kindern in Deutschland hängt stark von ihrer Herkunft ab. So haben Kinder aus armen Familien laut dem aktuellen Datenreport schlechtere Chancen, gesund aufzuwachsen. Je länger Kinder in Armut leben, desto negativer sind auch die Folgen für ihre Bildungschancen. Nicht alle haben Zugang zu Freizeitangeboten außerhalb der Schule – wie Verein, Kunstschule oder Theater. „Das ist ungerecht, das wollen wir ändern!“, sagen nun die Organisatoren und Unterstützer des ersten 2getherLand in Deutschland.

Partner des 2getherLand in Deutschland
Das Camp wird von der Bertelsmann Stiftung koordiniert und von weiteren Organisationen mitgestaltet und unterstützt. Es sind: die Breuninger Stiftung, der Deutsche Kinderschutzbund, die Hochschule Osnabrück, das Netzwerk zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention, die Robert Bosch Stiftung und das SOS-Kinderdorf. Neben dem Beitrag des studentischen Teams unterstützt die Hochschule Osnabrück das Projekt 2getherLand mit Fördermitteln aus dem hochschuleigenen Pool „Gesellschaftliches Engagement“.

Gemeinnütziges Projekt: Studierende sammeln praktische Erfahrung und erweitern ihren Horizont
Soziales Engagement ist ein wichtiges Thema für Michaela Ramm, Professorin für Mediengestaltung und Sprecherin des Studiengangs Media & Interaktion Design (MID) an der Hochschule Osnabrück. Mit ihren Studierenden hat sie schon viele Projekte gemeinnütziger Vereine und Einrichtungen unterstützt. „Das Studium an unserer Hochschule sieht studentische Projekte mit Partnern aus der Praxis vor – und es müssen nicht immer Unternehmen sein“, so Prof. Ramm: „In gemeinnützigen Projekten können sich Studierende für ein gutes Ziel einsetzen. Meiner Meinung nach sollte es in jedem Studium die Möglichkeit geben, Leistungspunkte für Non-Profit-Projekte zu erhalten.“ Als die Osnabrücker Professorin der Bertelsmann Stiftung ihre Unterstützung angeboten hatte, stand das 2getherLand-Projekt gerade in den Startlöchern. So konnte Ramm ihren Design-Studierenden den Projektvorschlag unterbreiten und hatte sofort sechs Zusagen. Hinzu kamen die Bachelorarbeit der MID-Studentin Anastasia Schweigerdt und die Masterarbeit von Markus Grothues, der „Verteilte und mobile Anwendungen“ studiert. Unterstützt wird das Projektteam von der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Medienlabors Svenja Wichelhaus.

Kreative Unterstützung für kreatives Camp-Programm
Das Programm für das Camp wird in erster Linie vom sogenannten „Jugend-Experten-Team“ entwickelt. Darin sind 15 junge Menschen aus ganz Deutschland im Alter von 13 bis 21 Jahren vertreten. Gemeinsam wollen sie Räume für den vertrauensvollen Austausch in der Gruppe und für die Entwicklung eigener Ideen schaffen. Thematische Workshops bieten die Gelegenheit, Aspekte von Chancengerechtigkeit und gutem Aufwachsen zu diskutieren. In Kreativ-Workshops setzen sich Jugendliche mithilfe künstlerischer Mittel wie Theater, Tanz oder Graffiti mit sozialer Ungleichheit auseinander. Dazu gibt es Kompetenz-Workshops, Gemeinschaftsaktionen sowie Sport-, Spiele- und Freizeitaktivitäten.

Um das vielfältige Camp-Programm zu unterstützen, haben die Osnabrücker Studierenden viele kreative Ideen entwickelt. Dabei kamen viele Fragen auf: Wie bekommen Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblick in die Vorbereitung des Camps? Welche Give-aways sprechen Achtjährige genauso an wie Teenager? Sind die von den Studierenden konzipierten „Mitgebsel“ nachhaltig und fördern sie die Kommunikation unter den Camp-Teilnehmern? Wie kann der Ideenaustausch vor Ort stärker gefördert werden? – All das musste beim Konzept bedacht werden. Bei einem Treffen am Werbellinsee im April stellten die Studierenden ihre Ideen dem Jugend-Experten-Team vor und diskutierten kontrovers die Vorschläge.

App, die auch offline funktioniert
Markus Grothues, der die App für das Camp entwickelt, erinnert sich: „Die erste Überraschung war: kein Handyempfang am Camp-Ort. Die App müsste also auch offline funktionieren – eine ganz spezielle Herausforderung für meine Abschlussarbeit.“ Der Masterstudent entwickelt nun eine App, in der neben den Workshops, Kontaktdaten neuer Freunde oder dem eigenen Profil auch eine Karte angezeigt wird – dank den QR-Codes an den einzelnen Gebäuden funktioniert dieser Lageplan auch ganz ohne Internetempfang. Vervollständigt wird die App durch eine Pinnwand sowie Notiz-, Feedback- und Filterfunktionen. Wer kein Handy besitzt, bekommt eines vom Organisationsteam ausgeliehen.

Interaktionsbücher und Gedankenwände machen Smartphones entbehrlich
Jedoch sollten Smartphones auf dem Camp entbehrlich sein. Dafür sorgen einerseits Diana Alekseeva und Vanessa Reffke, die gemeinsam ein „Interaktionsbuch“ entwickeln. Als ständiger Begleiter enthält es neben einer Faktensammlung zur sozialen Ungleichheit auch grafisch professionell und ansprechend gestaltete Notizseiten, eine Programmübersicht sowie Abschnitte für Notfallhilfe und natürlich für Kontaktdaten neuer Freunde. Annica Geiken hat andererseits eine „Gedankenwand“ konzipiert: Mit dieser mobilen Pinnwand können Neuigkeiten, Ideen und Kommentare direkt vor Ort ausgetauscht werden.

Bei den „Mitgebseln“ stehen Menschen im Vordergrund – nicht die Technik
Marvin Lincoln ist die treibende Kraft hinter den Give-aways. Gemeinsam mit Katja Pollee und Laura Wirth hat er besondere Freundschaftsarmbänder entwickelt: Zu Beginn bestehen sie ausschließlich aus weißen oder schwarzen Holzperlen. Bei jeder neu geschlossenen Freundschaft kommen bunte Perlen hinzu, gleiche Farbe bei beiden Freunden. Etwas mehr Kopfzerbrechen bereitete dem kleinen Team ein zweites „Mitgebsel“: Es ist ein flaches, etwa eigroßes Gehäuse aus einem Holz-Kunststoff-Verbund mit mehreren Magnetkugeln und sechs Emojis. Werden zwei solcher „Eier“ aneinandergehalten, ergeben sie eine besondere Bildchenkombination. „Damit lässt sich wunderbar arbeiten – zum Beispiel bei der Aufgabenverteilung in Workshops, aber auch um ganz ungezwungen ins Gespräch zu kommen und neue Leute kennenzulernen“, erklärt Katja Pollee. Ihr Kommilitone Marvin Lincoln ergänzt: „Unser Ziel war, etwas Altersunabhängiges zu finden, das der Vernetzung dient und dazu noch nachhaltig ist. Zunächst habe ich mir viele digitale Sachen vorgestellt. Es war eine große Hürde, ein einfaches, analoges Produkt mit einem besseren Effekt zu entwickeln.“ Jetzt geht es in die Umsetzung: Materialien und deren Hersteller recherchieren, Angebote einholen, Kosten berechnen, Aufträge aushandeln und vergeben.

Instagram-Auftritt gibt viele Einblicke
Digital geht es wiederum bei der Aufgabe von Anastasia Schweigerdt zu: Die 24-Jährige entwickelt in ihrer Bachelorarbeit eine Instagram-Kampagne für 2getherLand. Das Ziel des Camps und sein Programm werden dort genauso vorgestellt wie einzelne Delegationen und Partner. Es gibt Einblicke in die Arbeit des Organisationsteams und Umfragen zum Thema „soziale Ungleichheit“. Ein besonderer Clou sind Illustrationen – Porträts des Jugend-Experten-Teams, gezeichnet von Laura Wirth, und das Maskottchen Mika – ein junges Erdmännchen, gestaltet von Diana Alekseeva.

Medien- und Interaktionsdesign gehen im Projekt Hand in Hand
Was für die Teammitglieder das Spannendste im Projekt ist? – Die Antworten sind vielfältig und doch im Kern ähnlich: „Kreative Freiheit, wo alle ihre Talente einsetzen und Stärken ausbauen können“, „das gute Gefühl, ein wichtiges soziales Anliegen zu unterstützen“, „Weiterbildungsseminare zu den Themen ‚soziale Ungerechtigkeit‘ und ‚Social Media‘“, „interdisziplinäres Arbeiten“, „die Mischung Technik und Kommunikation“. Den Studierenden stimmen auch die beiden Wissenschaftlerinnen zu. „Im Fokus des Medien- und Interaktionsdesigns steht immer die bestimmte Zielgruppe, deren Erfahrungen und Erwartungen“, erklärt Svenja Wichelhaus. Prof. Michaela Ramm ergänzt: „Unser Studiengang verbindet Design-Studium mit Grundlagen der Informationstechnologie, Psychologie und Kommunikationstheorie. Es befähigt die Studierenden außerdem, maßgeschneiderte Prototypen aller Art zu fertigen – ob analog oder digital, ob Interaktionsbuch oder Film, Foto oder 3D-Animation.“ Deshalb können Studierende komplexe System-Abläufe so gestalten, dass Benutzerinnen und Benutzer intuitiv, mit Freude und effektiv mit Geräten und Dienstleistungen umgehen können.

 

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news-6858 Mon, 17 Jun 2019 15:32:00 +0200 Frische Ideen: Hochschule Osnabrück und Uni Osnabrück beteiligen sich an IdeenExpo https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/06/frische-ideen-hochschule-osnabrueck-und-uni-osnabrueck-beteiligen-sich-an-ideenexpo/ Mit mehreren Exponaten haben sich Hochschule Osnabrück und Universität Osnabrück sowie das Schüler-Forschungszentrum Osnabrück an der diesjährigen IdeenExpo in Hannover beteiligt. „Mitmachen, Ausprobieren, Erleben“ ist das Credo der IdeenExpo auf dem Hannoveraner Messegelände. Mit Spaß, Abwechslung, Mitmach-Exponaten, Interaktionen, Live-Experimenten, Bühnenshows und Workshops möchten die Veranstalter Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften und Technik begeistern. Dabei beteiligen sich Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Schulen aus dem MINT-Bereich.

Die Hochschule Osnabrück ist auf der diesjährigen IdeenExpo mit zwei Exponaten des Fachbereichs Industrial Design vertreten. Eines davon zeigt Sicherheitsdrohnen, die Studierende zwei Semester lang entwickelt haben. Dabei haben sie über neuartige Anwendungen und Einsatzmöglichkeiten im Kontext von Gefahren- und Notsituationen nachgedacht. Anschließend entwickelten Studierende flugfähige Prototype und kosmetische Modelle – dabei verknüpften sie Methoden des technischen und des rechnergestützten Designs miteinander. Entstanden sind Drohnen für die unterschiedlichsten Szenarien: Sie können in Seenot geratene Personen mit Rettungswesten versorgen oder Menschen, die sich beim Bergwandern verletzt haben, Schutz vor Kälte und schlechtem Wetter bieten. Es gibt aber auch Konzepte für Drohnen, die Malariamücken bekämpfen oder Festivalgäste beschützen. Andere Drohnen sorgen dafür, dass sich Einsatz- und Rettungskräfte bei Industrieunfällen weniger in Gefahr begeben müssen. Betreut wurden die studentischen Projekte von Prof. Marian Dziubiel und Diplom-Designer Fabian Stärk.

Das zweite Exponat der Hochschule Osnabrück zeigt eine analog-digitale Prozesskette. Der Ausstattung in den Bereichen Darstellungstechnik, klassischer Modellbau, elektronische Datenverarbeitung und Rapid Prototyping (Verfahren zur schnellen Herstellung von Musterbauteilen) liegt die Idee eines vernetzten Entwurfsprozesses zu Grunde. Diese Prozesskette besteht aus mehreren Entwurfs-, Analyse- und Produktionseinheiten, welche einen Entwicklungsprozess mit extrem vielen Wiederholungen erlauben. Das didaktische Ziel beim Einsatz in der Lehre ist es, die Möglichkeiten zukünftiger Designentwicklungsprozesse zu illustrieren und diese gleichzeitig praktisch anzuwenden. So nutzen die Studierenden in der analog-digitalen Prozesskette klassische Modelle und Prototypen – beispielsweise Pappe, Clay, Schaum –, wie sie Modelle des rechnerunterstützten Konstruierens (CAD) und gedruckte 3D-Modelle verwenden. Taktile und optische 3D-Scanner sowie die Methode des Digital-Sketchings dienen dabei als Brücke zwischen der analogen und der digitalen Welt.

Ebenfalls beteiligt an der IdeenExpo ist das Niedersachsen-Technikum von Universität und Hochschule. Gemeinsam mit dem nationalen Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT“ bietet das Projekt gleich vier spannende MINT-Exponate für Schülerinnen und Schüler an. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Ein Coding-Workshop gibt einen Einstieg in die Programmierung; am Wochenende kommt das Thema „MINT“ mit der Impro-Theatergruppe BühnenHelden auf die Bühne.

Das Niedersachsen-Technikum ist ein erfolgreiches Kooperationsprogramm niedersächsischer Hochschulen, Universitäten und Unternehmen. Sein Ziel ist es, Abiturientinnen sowie Fachabiturientinnen für technische und naturwissenschaftliche Studiengänge und Berufe zu gewinnen. Es bietet den Teilnehmerinnen eine intensive Erprobung und Orientierung in MINT-Berufen und -Studiengängen, in denen bisher nur ein geringer Anteil an Frauen studiert.

Für das Niedersachsen-Technikum 2019/2020, das im September 2019 startet, haben sich bereits frühzeitig zahlreiche junge Frauen in Osnabrück angemeldet. Weitere Interessentinnen für das Programm sind herzlich willkommen. Kontakt: Elke Turner, Niedersachsen-Technikum, Tel. 0541 969-2183, E-Mail: e.turner@hs-osnabrueck.de
 
Bei dem zentralen, interaktiven Mitmachexponat "UOS Science Ralley" durchlaufen die Schülerinnen und Schüler sechs Mitmach-Stationen zu Themen aus den Fachbereichen Physik, Informatik und Chemie der Universität Osnabrück. Entlang des Parcours sind wissenschaftliche Begleitfragen in einem Quiz zu beantworten. Thematisch beschäftigen sich die Stationen mit dem Thema "Licht und Laser". Für jede korrekt beantworte Quizfrage gibt es einen Lego-Baustein. Richtig zusammengefügt, ergeben diese Bausteine am Ende eine funktionsfähige Miniatur-Laserschutzbrille.  Beteiligt sind der Chemiedidaktiker Prof. Dr. Marco Beeken, der Informatikdidaktiker Prof. Dr. Michael Brinkmeier und der Physiker Prof. Dr. Mirco Imlau. Durch diese fächerübergreifende Science-Rallye möchten die drei Wissenschaftler zum einen für die Naturwissenschaften und die Informatik werben, aber zum anderen auch aufzeigen, wie eng die verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen miteinander vernetzt sind. "In ihrer Schulzeit erleben die Schülerinnen und Schüler oftmals noch einen Unterricht in relativ eng definierten "Schubladen", in denen die fächerübergreifenden Elemente zu kurz kommen. Wir wollen mit der Ausrichtung dieser Rallye an einem kleinen Beispiel zeigen, wie eine mögliche interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Wissenschaft aussehen kann", erläuterte Beeken.

Das Schüler-Forschungs-Zentrum (SFZ) Osnabrück ist bei dem Gemeinschaftsstand mit den Mitmach-Aktionen Mobilität und Robotics vertreten.

Das SFZ Osnabrück ist ein außerschulischer Lernort, an dem jahrgangsübergreifend Schülerinnen und Schüler aller Schulformen mit forschendem Lernen den MINT-Bereich erfahren. Er wirkt wie ein kognitiver Sportverein, indem Kinder und Jugendliche ermutigt werden, immer wieder Neues auszuprobieren, Unbekanntes zu erkunden sowie die eigene Kreativität auszuleben. Vorrangiges Ziel des SFZ ist es, die MINT-Kompetenzen im Zusammenwirken mit den sozialen, gestalterischen Kompetenzen zu fördern und breitere Perspektiven für Ausbildung und Studium aufzuzeigen. Hierbei arbeitet das SFZ intensiv mit der Hochschule und Universität Osnabrück sowie den Berufsbildenden Schulen Brinkstraße (BBS) Osnabrück zusammen.

Andreas Kahmann, Lehrer an der BBS Osnabrück, konzipierte für die IdeenExpo den Bereich Mobilität: Die Besucherinnen und Besucher erfahren an unterschiedlichen Modellen Besonderheiten der Fahrwerkskonstruktion. Bei der „Lernstrecke Fahrzeugkonstruktion mit Lego® Technik“ wird unter anderem anschaulich die Ackermann Lenkgeometrie gezeigt, oder wie der Lenkrollradius mit Reaktions-Kräften das Lenkrad beeinflusst. Durch eigenes Ausprobieren an den Fahrzeugkonstruktionen durch die Messebesucherinnen und -besucher werden schnell Probleme und Lösungen deutlich, die beim Entwickeln von Fahrzeugen auftreten können.

Bei dem Bereich Robotics programmieren die Schülerinnen und Schüler am Computer mBot-Roboter, um diese im Anschluss auf einem Spielfeld-Aktions-Tisch durch einen Parcour mit Hindernissen zu steuern. Durch die kombinierte Anwendung von Soft- und Hardware wird das eigene digitale Wissen erweitert. Für den Bereich Robotics hat das SFZ-Team zwei Schwierigkeitsgrade entwickelt: Einfache Programmieraufgaben mit dem mBot, eine "all-in-one" Lösung, um die ersten praktischen Erfahrungen in Elektronik, Robotik und Programmierung zu sammeln; oder etwas anspruchsvoller, das Programmieren eines EV3-Roboters von Lego Mindstorms.

Das SFZ bietet vielseitige Kurse und Workshops für Schülerinnen und Schüler in Osnabrück und Landkreis aus dem MINT-Bereich an, wie z. B. Mobilität, Robotics, Informatik, Chemie und Technik. Bei Interesse an einem Kurs bitte Kerstin Weber, Schüler-Forschungs-Zentrum SFZ Osnabrück, Tel.: 0541 969-2062, kerstin.weber@sfz-os.de, kontaktieren.

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Nachrichten und Veranstaltungen Fakultäten IuI hochschulweit Art Pressemitteilung Ausprägung Studium
news-6852 Fri, 14 Jun 2019 12:12:45 +0200 Turmbau zu Osnabrück: Technische Methoden im Einsatz / Spitzenpositionen im CHE-Ranking https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/06/turmbau-zu-osnabrueck-technische-methoden-im-einsatz-spitzenpositionen-im-che-ranking/ Gleich zu Beginn des technischen Studiums erlernen Studierende der Hochschule Osnabrück ingenieurmäßiges Arbeiten in Theorie und Praxis. Zugleich machen sie sich schon in den ersten Semestern mit ihren künftigen Berufsfeldern vertraut. Das Fach „Orientierung und Methoden“ ist nur ein Beispiel für die gute Unterstützung der Studierenden in der Startphase. In dieser und weiteren Kategorien erreicht die Hochschule Osnabrück eine Spitzenposition im aktuellen Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Welches Team baut aus einer Rolle Alufolie den höchsten Turm? – Dieser Herausforderung haben sich jetzt rund 160 Studierende des Maschinenbaus und der Fahrzeugtechnik an der Hochschule Osnabrück gestellt. Die 41 Teams haben dafür eine Stunde Zeit. Sie arbeiten konzentriert und genau. Die Folie wird gedreht, gefaltet, zu Stäben, Kreisen, Zylindern, Netzen oder Pyramiden geformt. Baupläne werden präzisiert, es wird geflucht und gelacht.


Neues Fach vermittelt wissenschaftliche Methoden und gibt Berufsorientierung

Was sich nach Spiel und Spaß anhört, habe einen ernsten Hintergrund, erklärt der Studiendekan Prof. Dr. Norbert Bahlmann: „Gleich zu Beginn des Studiums wollen wir das Verständnis dafür wecken, wie wichtig technische Methoden für den Beruf einer Informatikerin oder eines Ingenieurs sind.“ Deshalb steht neben der Mathematik und anderen Grundlagenfächern neuerdings das Fach „Orientierung und Methoden“ auf dem Stundenplan aller Erst- und Zweitsemester der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik. Einerseits lernen Studierende, in welchen Branchen und Arbeitsfeldern sie später tätig sein können. Firmenbesuche und Vorträge von Gästen aus der Praxis stoßen dabei auf besonders großes Interesse. Andererseits geht es darum, unterschiedliche wissenschaftliche Methoden kennenzulernen und praktisch anzuwenden. Im zweiten Semester erhalten Studierende eine spannende Aufgabe und zeigen, was sie alles über Projektmanagement, ingenieurmäßiges Arbeiten und wirkungsvolles Präsentieren gelernt haben.

Kreatives Arbeiten im Team zeigt gute Ergebnisse

Die Professoren des Studienbereichs Maschinenbau Norbert Austerhoff, Norbert Bahlmann und Matthias Reckzügel haben sich für den Turmbau-Wettbewerb entschieden. Nach einer Stunde gibt es für sie viel zu bestaunen: 41 Türme unterschiedlichster Konstruktion sind in einem Hörsaal und im Foyer des SL-Neubaus verteilt. Die „kleineren“ Exemplare sind bis 1,5 m hoch, andere haben die Marke von vier bis fünf Metern erreicht oder gar überschritten. Der Turm des Siegerteams ist stolze 5,85 m hoch und steht direkt vor einer Treppe – das ist praktisch für den Studiendekan Prof. Bahlmann, der zur Messung eine Etage hochgehen muss. Jan Niklas Kaufmann, Alwin Keibel, Thomas Meyer und René Nauber freuen sich über ihren Erfolg: „Wir haben uns vor einigen Wochen ein Konzept überlegt und es erst einzeln, dann gemeinsam ausprobiert. Dass der Turm am Ende so hoch wird, damit hätten wir nicht gerechnet.“

Frühe Vernetzung hilft während des gesamten Studiums

Der Wettbewerb habe ihnen viel Freude bereitet und sie noch mehr zusammengebracht, erzählen die Teammitglieder. „Es war ein toller Einstieg ins Studium“, sagt Alwin Keibel. Einen großen Vorteil des neuen Fachs sieht er darin, sich schon früh zu vernetzen und einander während des gesamten Studiums zu unterstützen. Die vier Kommilitonen haben gleich im ersten Semester eine Lerngruppe gebildet und bereiten sich gemeinsam auf Prüfungen vor. Drei von ihnen haben zuvor Fachausbildungen zum Feinwerkmechaniker, technischen Modellbauer oder Konstruktionsmechaniker absolviert, der vierte – ein Gymnasium. Deshalb profitiert die ganze Gruppe von unterschiedlichen Fachkenntnissen ihrer Mitglieder. Mit ihrer Studienwahl sind die Maschinenbau-Studenten sehr zufrieden: „Wir kommen alle aus der Gegend. Die Hochschule Osnabrück hat einen tollen Ruf und ist direkt um die Ecke – darum haben wir uns hier beworben und die Entscheidung keinen Moment bereut“, erzählt René Nauber, seine Kommilitonen nicken zustimmend.

Auch für Prof. Bahlmann ist das gemeinsame Lernen ein Schlüssel zum Erfolg: „Das technische Studium empfinden viele gerade zu Beginn als sehr anspruchsvoll. Grundlagenfächer wie Mathematik oder Mechanik sind kein Spaziergang und zugleich unentbehrlich, um weiterzukommen. Um den Anschluss nicht zu verpassen, hilft es den meisten, in einem Team zu lernen.“

Die Hochschule Osnabrück bietet zudem einen ganzen Strauß an Hilfen zu Studienstart an – beispielsweise Studienvorbereitungskurse, um Fachkenntnisse aufzufrischen und sich am neuen Studienort zurechtzufinden. Beliebt sind auch Tutorien und Mentoring-Programme, die von älteren Mitstudierenden geleitet werden. Dank der „flexiblen Studieneingangsphase“ können Studierende den Lernstoff des ersten Studienjahres auf drei Semester strecken, um mehr Zeit für Übungen in Kleingruppen zu gewinnen. Das LearningCenter der Hochschule unterstützt Studierende in Einzelgesprächen, Gruppenberatungen und Seminaren darin, sich mit eigenen Zielen auseinanderzusetzen und das Studium strategisch zu organisieren.

CHE-Ranking: Hochschule Osnabrück bietet sehr gute Unterstützung zu Studienbeginn

So viel Starthilfe kommt bei den Studierenden sehr gut an: Davon zeugt das aktuelle Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), das in diesem Jahr technische Fächer bewertet hat. Die Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik der Hochschule Osnabrück erreicht dabei eine  Spitzenposition gleich in mehreren Kategorien: Unterstützung am Studienanfang, Raumausstattung, IT-Struktur, Ausstattung der Praktikumslabore und Kontakte zur Berufspraxis. Gelobt wird zudem, dass die Abschlüsse meist in angemessener Zeit erreicht werden. Auch die Verzahnung der Lernorte im dualen Studium wird positiv bewertet. Prof. Dr. Alexander Schmehmann, Dekan der Fakultät und zugleich Vizepräsident für Studium und Lehre, freut sich über die sehr guten Ergebnisse: „Das Urteil der Studierenden zeigt uns, dass unsere passgenauen Angebote zu Studienanfang Früchte tragen. Auch die sehr guten Bewertungen für die Labor- und IT-Infrastruktur sowie für Kontakte zur Berufspraxis sind ein wertvoller Beweis, dass wir unseren Auftrag in praxisorientierter Lehre sehr ernst nehmen.“

Bewerbungsphase läuft bis 15. Juli

Wer sich für ein Studium an der größten und beliebtesten Fachhochschule Niedersachsens interessiert, kann sich ab jetzt im Online-Bewerbungsportal der Hochschule Osnabrück um einen Studienplatz bewerben. An den beiden Standorten Osnabrück und Lingen werden insgesamt rund 3.760 Studienplätze vergeben. Studieninteressierte können aus über 100 verschiedenen Bachelor- und Master-Studiengängen wählen. Neben Agrar-, Ernährungs-, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften gibt es unter anderem Angebote aus den Bereichen Gesundheit, Soziales, Informatik, Landschaftsarchitektur, Musik, Theater, Medien und Design. Bis zum 15. Juli ist eine Bewerbung möglich.

 

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Nachrichten und Veranstaltungen Fakultäten IuI hochschulweit Nachricht Pressemitteilung Ausprägung Studium
news-6803 Tue, 28 May 2019 11:04:53 +0200 Die Zukunft der Landwirtschaft ist digital: Die Hochschule Osnabrück beteiligt sich am Forschungsprojekt DAKIS https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/05/die-zukunft-der-landwirtschaft-ist-digital-die-hochschule-osnabrueck-beteiligt-sich-am-forschungspro/ Wie soll in Zeiten des Klimawandels und der wachsenden Weltbevölkerung die Landwirtschaft der Zukunft aussehen? Wie kann auf immer weniger fruchtbarem Boden immer mehr geerntet werden? Und kann die Agrarwirtschaft mit weniger Chemie, Wasser und Energie auskommen, um noch effizienter und nachhaltiger zu werden? – Diese Fragen stehen im Fokus des neuen Forschungsprojekts „Agrarsystem der Zukunft: DAKIS ‒ Digitales Wissens- und Informationssystem für die Landwirtschaft“, an dem die Hochschule Osnabrück zusammen mit neun weiteren Forschungseinrichtungen beteiligt ist. Koordiniert wird das Vorhaben vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. Für fünf Jahre stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 7,4 Millionen Euro bereit. Das Teilprojekt der Hochschule Osnabrück, geleitet von Prof. Dr. Karsten Morisse, wird mit rund 320.000 Euro gefördert. Für den Osnabrücker Professor für Medieninformatik und das gesamte Forschungsteam steht eines schon heute außer Frage: Die Zukunft der Landwirtschaft ist digital. Deshalb arbeiten Fachleute aus der Agrartechnik, Informatik, Elektrotechnik und Biowirtschaft gemeinsam an einem digitalen Informations- und Entscheidungssystem für die Praxis. Es soll Anbausysteme mithilfe von Robotik, Sensorik und Computermodellen effizienter und gleichzeitig nachhaltiger machen.

Wie genau das geht? „Wir wollen ein weltweit neuartiges Informations- und Managementsystem für kleine landwirtschaftliche Anbauflächen entwickeln, das sich an die jeweilige Landschaft anpassen lässt“, erklärt Prof. Morisse das Projektziel. Das Besondere: Ein solches System würde die Produktionsoptimierung mit dem Umweltschutz verbinden. Ermöglicht werde diese Innovation erst dank der Digitalisierung – denn das geplante „Entscheidungsunterstützungssystem“ kombiniere Echtzeitdaten mit Simulation, gesellschaftlichen Bedarfen und betriebsökonomischen Faktoren, so der Forscher der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik.

Zwei Landwirtschaftstypen – zwei Testregionen
In zwei landwirtschaftlich sehr unterschiedlichen Testregionen, im Bayerischen Passau und in der Uckermark in Brandenburg, soll die Anwendung entwickelt und erprobt werden. Zunächst wird ein Status quo der beiden Regionen ermittelt: Erfasst werden die aktuellen Leistungen der Landwirtschaft; Tier- und Pflanzenarten und deren Lebensbedingungen sowie Umweltbildungs- und touristische Aspekte. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Frage „Welche Auswirkungen haben Anbaumaßnahmen auf die Artenvielfalt und die Leistungen, die von der Landschaft zum Wohle des Menschen bereitgestellt werden?“ In einem nächsten Schritt kommt die regionale Nachfrage nach diesen Ökosystemleistungen in der Gesellschaft auf den Prüfstand. Aus ihren Erkenntnissen leiten die Forschenden dann ab, wie ein zentrales Management- und Informationssystem diese Nachfrage in konkrete Landnutzungsstrategien und Handlungsempfehlungen für die Landwirtschaft überführen kann.

Sensoren und Roboter im Einsatz
Parallel wird in beiden Testregionen ein drahtloses Sensornetzwerk aufgebaut, das wichtige Landschaftsparameter erfasst – etwa Bodenbeschaffenheit, Pflanzenbestand und meteorologische Daten. Bestehen soll das Netzwerk aus statischen Sensoren und teils autonom agierenden Robotern. Veränderungen in der Landschaft können so beobachtet und in das Entscheidungssystem eingespeist werden.

Computermodelle berechnen den idealen landwirtschaftlichen Betrieb
Mithilfe dieser Daten berechnen Computermodelle den auf die Region angepassten „idealen landwirtschaftlichen Betrieb“. Dieses Ideal berücksichtigt auch die gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft, um das Spannungsverhältnis zwischen Produktionsmaximierung, Ökosystemleistungen und technischer Umsetzbarkeit auszubalancieren. Die Modelle berücksichtigen auch betriebsökonomische Faktoren: Schließlich soll das neue DAKIS-System auch die Planung von langfristigen Investitionen unterstützen – beispielsweise Anschaffung von Landmaschinen. Gleichzeitig werden die Anbausysteme auf Wirtschaftlichkeit untersucht. Der Einsatz von Ressourcen, wie Wasser, Dünger und Pestiziden, wird dabei auf ein Minimum reduziert. Gleichzeitig soll das System kleinflächige Bewirtschaftung ermöglichen. Das Motto lautet: „Weg von immer größeren Feldern mit Monokulturen und tonnenschweren Landmaschinen hin zu kleineren und vielfältigen Feldeinheiten.“ Dank der betriebsübergreifenden Vernetzung eröffnet DAKIS hier neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit und Arbeitsteilung. Am Ende soll das System sowohl landwirtschaftliche Erträge als auch Ökosystemleistungen in Echtzeit simulieren können.

Beitrag der Hochschule Osnabrück: Vom Ideal in die Realität
An dieser Stelle kommt der Einsatz für Prof. Morisse und sein Team: „In unserem Teilprojekt werden wir alle Datenströme auf einer intuitiven Benutzeroberfläche zusammenführen, zu Handlungsempfehlungen verdichten und für die Praxisanwendung visualisieren“, so der Forscher. Die Ergebnisse der Landschaftsbeobachtung und der Simulationen werden in der DAKIS-Schnittstelle mit rechtlichen, politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen gekoppelt. Auch agrarwissenschaftliches Wissen wird als Baustein im DAKIS hinterlegt. Danach wird das System in den beiden Testregionen mit Blick auf zwei typische Nutzungsarten, Grün- und Ackerland, getestet und weiterentwickelt.

 

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Nachrichten und Veranstaltungen Fakultäten IuI hochschulweit Art Pressemitteilung Ausprägung Forschung
news-6782 Wed, 22 May 2019 09:49:15 +0200 Über die Zukunft Europas entscheiden wir https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/05/ueber-die-zukunft-europas-entscheiden-wir/ (Osnabrück, 22. Mai 2019) An diesem Sonntag werden die 751 Abgeordneten des Europäischen Parlaments neu gewählt, eine Chance für jeden Wahlberechtigten über die Zukunft Europas mitzuentscheiden. Aber was macht die EU überhaupt und wieso ist es sinnvoll wählen zu gehen? Diese und viele weitere Fragen beantworte Silvia Bojinova, Referentin der Europäischen Kommission (2.v.l.), während einer Veranstaltungsreihe mit Workshops und Vorträgen im Mai an der Hochschule Osnabrück. Initiiert worden war der Besuch Bojinovas von Carol Hogg, Lehrkraft für besondere Aufgaben (3.v.l.). „Wir entscheiden nur mit, wohin die Reise geht, wenn wir an der Wahl teilnehmen“, appellierte Hogg an die Anwesenden. Detailreich und versiert informierte Bojinova Hochschulangehörige sowie Schülerinnen und Schüler der Oberstufe über Aufgaben und Arbeitsweise der EU, thematisierte den Brexit und berichtete über die EU-Forschungs- und Innovationspolitik.

Die Hochschule Osnabrück unterstützt die gemeinsame Kampagne der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Deutschen Studentenwerks (DSW) „Grenzenlos studieren. Europa wählen!, #students4foreurope“.

Was Studierende und Angehörige der Hochschule Osnabrück über Europa und die Parlamentswahlen denken, lesen Sie ab sofort täglich auf Twitter: twitter.com/HS_Osnabrueck, oder auf Facebook: www.facebook.com/hs.osnabrueck

Weitere Informationen:

Carol Hogg
Lehrkraft für besondere Aufgaben
Telefon: 0541 969-3486
E-Mail: c.hogg@hs-osnabrueck.de

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WiSo hochschulweit Nachricht Studium
news-6769 Wed, 15 May 2019 10:34:00 +0200 Videoanimationen auf der Bühne – Design-Studierende entwickeln innovatives Theatererlebnis https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/05/videoanimationen-auf-der-buehne-design-studierende-entwickeln-innovatives-theatererlebnis/ Mithilfe von Videoprojektionen gestalten Studierende des Studiengangs Media & Interaction Design an der Hochschule Osnabrück ein innovatives Theatererlebnis für junge Zuschauerinnen und Zuschauer. Im Rahmen einer Kooperation mit dem Theater Osnabrück haben fünf Design-Studierende für das Stück „Natives – Ureinwohner“ Videoanimationen entworfen und realisiert. Betreut wurde das Semesterprojekt von Henrik Arndt, Professor für Interaktive Medien. Um drei Heranwachsende geht es in der neuen Produktion des Theaters Osnabrück „Natives – Ureinwohner". Sie leben auf verschiedenen Kontinenten und haben im realen Leben keine Berührungspunkte. Was sie eint? Sie werden gleichzeitig 14 – und sie sind sogenannte „Digital Natives“, geboren und aufgewachsen in einer Welt, in der Smartphone und Internet allgegenwärtig sind. Das vom britischen Journalisten und Dramatiker Glenn Waldron verfasste Drei-Personen-Stück wendet sich an Jugendliche und thematisiert sehr direkt Auswirkungen der Nutzung aktueller Social Media-Angebote.

Hauptbestandteil des ansonsten sehr reduzierten Bühnenbilds sind Projektionen von Videoanimationen, entworfen und realisiert von fünf Studierenden des Media & Interaction Designs an der Hochschule Osnabrück. Mit Animations- und Projektionstechnik ein zielgruppenadäquates Theatererlebnis in der von der Bühnenbildnerin Christine Bertl entwickelten Szenerie zu gestalten und dabei Inhalte und Emotionen des Dramas zu vermitteln – darin bestand die Aufgabe von Annika Kerski, Runa Marold, Maleen Schaper, Stefanie Sparensmeyer und Jonas Unland.

„Besonders im Finale der Inszenierung wird deutlich, wie mit dem Einsatz von Videoprojektionen die Wirkung einer ohnehin schon ausdrucksvollen Schauspielleistung noch verstärkt werden kann“, berichtet Prof. Henrik Arndt, der das Kooperationsprojekt von Seiten der Hochschule betreut hat. Während die Rufe der drei Akteure lauter und verzweifelter werden, verwandelt sich die gesamte Theaterbühne in einen immer schneller werdenden Strudel aus geometrischen Lichtformen, der Schauspielerinnen und Schauspieler zu verschlucken scheint. Anstatt die Handlung des Stücks lediglich mit Filmsequenzen zu ergänzen, wurden abstrakte Animationen in Schwarz-Weiß entworfen, die sensibel auf jede Szene abgestimmt sind. Sie erzeugen mal sanfte Schwingungen im Hintergrund, mal füllen sie die Bühne vollständig mit rasenden Mustern aus. Dabei konkurrieren die Projektionen zu keiner Zeit mit dem schauspielerischen Ausdruck, sondern ergänzen ihn zusammen mit der Musik zu einer Einheit.

Sowohl für die Theaterschaffenden als auch für die Design-Studierenden war die Zusammenarbeit mit der jeweils anderen Disziplin völliges Neuland. Mit dem Ausgang des Experiments zeigen sich alle höchst zufrieden. „Regisseur Pascal Wieandt und Dramaturgin Karin Nissen-Rizvani sind beeindruckt von dem Mehrwert, den die Zusammenarbeit gebracht hat. Die Schauspielerinnen und Schauspieler sind glücklich darüber, wie sie durch die Animationen unterstützt werden, und wir Studierenden haben einen komplett neuen Bereich kennengelernt“, fasst Runa Marold die Reaktionen nach der erfolgreichen Premiere zusammen.

Auch Prof. Henrik Arndt überzeugt das Projektergebnis: „Dank der Bereitschaft der Studierenden, sich unbekanntes Terrain zu erschließen und dank der Offenheit aller Beteiligten auf Seiten des Theaters Osnabrück für die Arbeitsweise von Designerinnen und Designern ist ein Theatererlebnis entstanden, das zeigt, wie junge Menschen für das Schauspiel begeistert werden können.“

Das Stück „Natives – Ureinwohner“ wird auf der Bühne des emma-theaters gezeigt. In der aktuellen Spielzeit bis Ende Juni finden 25 Aufführungen statt, insgesamt sind ca. 100 Vorstellungen geplant.

Der Studiengang Media & Interaction Design verbindet ein grundständiges Design-Studium mit Grundlagen der Informationstechnologie, Psychologie und Kommunikationstheorie. Absolventinnen und Absolventen kennen sich mit dem Design interaktiver Anwendungen und Produkte, den technologischen Grundlagen und den Prinzipien der menschlichen Wahrnehmung aus. Nach dem Studium bieten IT-Firmen, New Media- und Web-Agenturen, Werbe- und Eventagenturen oder die Spieleindustrie attraktive Arbeitsplätze. Noch bis zum 31. Mai können sich Studieninteressierte mit einer Mappe bewerben. Informationen zur Bewerbung

 

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Nachrichten und Veranstaltungen Fakultäten IuI hochschulweit Art Pressemitteilung Ausprägung Studium
news-6739 Tue, 07 May 2019 09:24:24 +0200 Wissenschaftspreis für IuI-Absolventen https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/05/wissenschaftspreis-fuer-iui-absolventen/ Michael Timpe, Absolvent des Masterstudiengangs Entwicklung und Produktion, erhielt jetzt den prostep ivip Scientific Award für die beste Masterarbeit im Jahr 2018.

Der Preisträger hat seine Masterarbeit beim Landmaschinenhersteller Claas in Harsewinkel verfasst. Darin beschreibt er die Entwicklung und Einführung eines technischen Exzellenz-Systems ("Engineering Excellence System") in einem internationalen Landmaschinenkonzern mit dezentralen Entwicklungsstandorten. Ziel dieses Systems ist, die Effizienz in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung zu steigern. Dafür hat Michael Timpe eine Plattform geschaffen, die zur Kommunikation und dem Datenaustausch dient. Betreut wurde die Arbeit vom Professor für Ingenieurinformatik und Produktdatenmanagement Dr. Thomas Mechlinski und Martin Hawlas, Leiter der Forschungs- und Entwicklungsabteilung der Claas KGaA mbH.

Überreicht wurde der Award auf dem diesjährigen prostep ivip-Symposium in Stuttgart. Der Wissenschaftspreis wird jährlich vom Vorstand des prostep ivip-Vereins vergeben und ist mit 1.000 Euro dotiert. Der international aktive Verein mit Sitz in Darmstadt hat sich der Entwicklung von zukunftsweisenden Lösungsansätzen und Standards für das Produktdatenmanagement und die virtuelle Produktentstehung verschrieben. Herzlichen Glückwunsch an den ausgezeichneten Absolventen und seine Betreuer!

Im Master-Studiengang „Entwicklung und Produktion“ erlernen Studierende Konzepte, Methoden und Techniken in einem weiten Umfeld der Entwicklung und Produktion. Noch bis zum 15. Juli können sich Studieninteressierte online bewerben.

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Nachrichten und Veranstaltungen Fakultäten IuI hochschulweit Art Nachricht Pressemitteilung Ausprägung Studium