Neuigkeiten an der Hochschule Osnabrück https://www.hs-osnabrueck.de/ de_DE Hochschule Osnabrück Thu, 14 Nov 2019 00:00:14 +0100 Thu, 14 Nov 2019 00:00:14 +0100 TYPO3 EXT:news news-7208 Mon, 11 Nov 2019 16:07:00 +0100 Hochschule Osnabrück kann fünf Digitalisierungs-Professuren besetzen https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/11/hochschule-osnabrueck-kann-fuenf-digitalisierungs-professuren-besetzen/ Mit dem Antragskonzept „Applied Sciences go digital – Chancen für digitale Regionen“ war die Hochschule Osnabrück bei der Ausschreibung „Digitalisierungsprofessuren für Niedersachsen“ sehr erfolgreich. Fünf Professuren können jetzt unbefristet ausgeschrieben werden. (Osnabrück, 11. November 2019) Ihre bereits vorhandene hohe Expertise in angewandten Digitalisierungsebenen in Lehre, Forschung und Gesellschaft kann die Hochschule Osnabrück weiter ausbauen. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur des Landes Niedersachsen belohnte den Antrag „Applied Sciences go digital – Chancen für digitale Regionen“ mit fünf unbefristeten Vollzeitprofessuren. „Wir sind sehr stolz, dass unser Konzept so erfolgreich bewertet wurde. Mit der bald hinzugewonnen fachlichen Expertise der Professuren können wir die wichtige Rolle der Hochschule Osnabrück im Digitalisierungsprozess der Hochschulregion Osnabrück und Lingen und natürlich darüber hinaus forcieren“, freute sich Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram.

„Die Einrichtung der Digitalisierungsprofessuren ist eine der wichtigsten Weichenstellungen für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Landes“, sagt Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler in der Presseinformation des Ministeriums. „Wir stärken damit nicht nur Forschung und Transfer, sondern ganz gezielt auch den Bereich Studium und Lehre. Durch die neuen Professuren erwarten wir eine hohe Dynamik in Form neuer Studienangebote. Nicht zuletzt stärken wir mit dem Programm den Fachkräftestandort Niedersachsen.“

Übergreifendes Ziel des Antragskonzeptes der Hochschule Osnabrück ist es, Digitalisierungsbrüche in Wirtschaft und Gesellschaft zu vermeiden und Brücken für digitale Regionen zu bauen. Die dafür notwendigen technischen und sozialen Kompetenzen sollen identifiziert, gezielt weiterentwickelt und breit in die Studiengänge implementiert werden. Mit dem Erwerb einer hohen digitalen Mündigkeit sollen die Studierenden in Zukunft besser befähigt werden, digitale Fach- und Handlungskompetenzen zu entwickeln und so das akademische Fach- und Führungskräfteangebot in der Hochschulregion Osnabrück und weit darüber hinaus quantitativ und qualitativ auszubauen.

Die thematischen Schwerpunkte des Konzepts liegen in drei „Digitalisierungsclustern“, die jeweils einem profilierten Forschungsfeld der Hochschule entsprechen: Digitale Agrarwirtschaft und intelligente Landtechnik, Digitale Arbeitswelt und Wertschöpfungsketten zwischen Stadt und Land sowie Digitale Versorgungsketten in der Gesundheitswirtschaft.
Aus den angedachten Denominationen Intelligente Agrarsysteme, Agrarmechatronische Systeme, Precision Livestock Farming, Angewandte Ethik digitaler Lebenswelten, Intelligente Wertschöpfungsketten im Mittelstand, Digital Society, Innovation and Artificial Intelligence sowie Connectivity and Empowerment of People werden in einem internen Auswahlprozess die fünf geeignetsten definiert, die die drei Digitalisierungscluster fachlich aufstellen werden.

Vizepräsident Prof. Dr. Ingmar Ickerott, zuständig für das Ressort „Digitalisierung“ im Präsidium der Hochschule, hob die hohe Expertise in ausgewiesenen Kompetenzfeldern der Hochschule Osnabrück hervor, die sich erst vor wenigen Tagen bei der Mittelzuweisung zu den Digitalisierungslaboren des Landes Niedersachsen bestätigte: „Wir nehmen nicht nur innerhalb der Fachhochschulen, sondern insgesamt eine Vorreiterposition in den Zukunftslaboren Digitalisierung des Landes Niedersachsen ein. Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind mit Teilprojekten an insgesamt vier Digitalisierungslaboren beteiligt: zum einen an den drei antragsrelevanten Zukunftslaboren Agrar, Gesundheit und Gesellschaft und Arbeit und darüber hinaus am Zukunftslabor Mobilität.“
Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung der Hochschule, betonte den im Antragskonzept dargestellten Ansatz der angewandten Forschung und des Transfers: „Über Jahrzehnte hat sich eine enge, innovationsgetriebene und entsprechend intensive Verzahnung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Hochschule mit regionalen Akteuren in ihrem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umfeld für gemeinsame Forschungs- und Transferaufgaben etabliert. Die in den letzten Wochen bewilligten Mittel für das Netzwerk Agritech.Net Nordwest, unsere Aktivitäten im GesundheitsCampus Osnabrück in der Region sowie die Teilnahme als einzige Fachhochschule beim Digitalgipfel der Bunderegierung in Dortmund bestätigen das.“

Die fünf Digitalisierungsprofessuren an der Hochschule Osnabrück werden zusätzlich mit finaziellen Mitteln für weitere Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Niedersächsischen Vorab in Höhe von 4,3 Millionen Euro unterstützt.

 

Hintergrund:
Digitalisierungsprofessuren für Niedersachsen
Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert die Einrichtung Digitalisierungsprofessuren an den Hochschulen in staatlicher Verantwortung. Mit den Digitalisierungsprofessuren sollen vorrangig Themenfelder der Informatik (bspw. Künstliche Intelligenz, IT-Sicherheit, Data Science etc.) und verwandter und angrenzender Disziplinen in Lehre und Forschung gestärkt werden. Insgesamt stehen bis zu 50 Planstellen für die Digitalisierungsprofessuren, aufwachsend über drei Jahre ab 2019 bis 2021, zur Verfügung. An acht beteiligten Hochschulen in Niedersachsen werden jetzt bis zu 40 Digitalisierungsprofessuren eingerichtet. Zehn weitere Professuren werden innerhalb der kommenden zwei Jahre in einer weiteren Antragsrunde ausgeschrieben.
Aufgrund der strategischen Bedeutung der Digitalisierungsprofessuren sollen aus dem „Niedersächsischen Vorab“ zusätzliche Mittel für 6 Jahre bereitgestellt werden. Mit diesen Geldern können weitere Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und zusätzlich erforderliche Infrastruktur gefördert werden.

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Nachrichten und Veranstaltungen AuL MKT WiSo hochschulweit Nachricht Pressemitteilung Forschung
news-7205 Mon, 11 Nov 2019 12:24:13 +0100 „Mein Weg, mein Studium“: Fachtagung der Hochschule und Universität Osnabrück zur Bildungsgerechtigkeit https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/11/mein-weg-mein-studium-fachtagung-der-hochschule-und-universitaet-osnabrueck-zur-bildungsgerechtigk/ Wie ist mehr Chancengerechtigkeit für Studierende aus nichttraditionellen Milieus zu erreichen? – Mit dieser Frage befasste sich jetzt die Fachtagung des Verbundprojekts „Mein Weg, mein Studium“ der Hochschule und der Universität Osnabrück. Über 70 Gäste aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft informierten sich am 4. November über Ergebnisse des Projekts, das vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) gefördert wird. Erfolgreiche Wege in und durch das Studium: Unter dieser Leitidee steht seit 2018 das gemeinsame Projekt von Hochschule und Universität Osnabrück "Mein Weg, mein Studium". Das Team um Prof. Barbara Schwarze (Hochschule) und Prof. Dr. Thomas Bals (Universität) hat sich zum Ziel gesetzt, die Chancengerechtigkeit für solche Studierenden zu erhöhen, die aus sogenannten nichttraditionellen Milieus kommen. Auf der diesjährigen Fachtagung in der Hochschulaula berichteten die Projektverantwortlichen über Ergebnisse ihrer Arbeit und diskutierten mit über 70 Gästen, darunter Kooperationspartner und Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Ob jemand als Erste oder Erster in seiner Familie studiert, aus einer einkommensschwachen Familie kommt beziehungsweise einen Migrationshintergrund hat: Es gibt viele Gründe, warum der Weg in und durch das Studium alles andere als einfach ist. Deshalb sei es „gesellschaftspolitische Verantwortung von Hochschulen, allen talentierten jungen Menschen die bestmögliche Bildung zu ermöglichen – unabhängig von deren Herkunft oder Portemonnaie“, sagt die Projektleiterin Barbara Schwarze, Professorin für Gender und Diversity Studies. Ihr Kollege Thomas Bals, Professor für Berufs- und Wirtschaftspädagogik und zugleich Uni-Vizepräsident für Hochschulentwicklung und Strategie, ergänzt: „Über die Hälfte eines Jahrgangs ist heute studienberechtigt – das ist ein deutlicher Unterschied zu früher. In Folge wird die Studierendenschaft immer bunter. – Dieser Herausforderung wollen wir uns stellen und im Sinne der Bildungsgerechtigkeit gute Rahmenbedingungen für unterschiedliche Wege ins Studium schaffen.“

Seit 2012 fördert das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) Hochschulprojekte für mehr Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. Die MWK-Referentin Dr. Katja Kohrs ist von Anfang an dabei und weiß, dass es viele Hindernisse für Studierende aus nichttraditionellen Milieus gibt. Ein Beispiel: „Familien, in denen noch niemand studiert hat, tendieren dazu, Kosten für ein Studium zu überschätzen und zugleich dessen langfristige ökonomische und soziale Vorteile zu unterschätzen.“ Hier seien nachhaltige Konzepte, maßgeschneiderte Beratung sowie zielgerechte Kommunikation Schlüssel zum Erfolg.

Dass Erfolg auch Zeit braucht, betonte der Hochschul-Vizepräsident für Studium und Lehre Prof. Dr. Alexander Schmehmann. Er dankte dem Ministerium dafür, dass es „mit Substanz und langem Atem“ mehrere themenbezogene Projekte der Hochschule fördert. Dank der Förderlinie konnte bereits vieles nachhaltig verbessert werden – ob in der Fach- und Studienberatung oder in der Zusammenarbeit mit Schulen. „60 Prozent unserer Studierenden kommen aus Nichtakademiker-Familien. Gerade für diese jungen Menschen sind eine gute Beratung und Austausch mit anderen Studierenden – beispielsweise in unseren Mentoring-Programmen – das A und O für ein erfolgreiches Studium.“

Wie bunt ist die Studierendenschaft an der Hochschule und der Universität Osnabrück? Wo sehen Studierende Hindernisse und welche Unterstützung wünschen sie sich? – Mit diesen Fragen befasste sich die QUEST-Studie, die die beiden Hochschulen gemeinsam mit dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung durchgeführt haben. Prof. Schwarze und die Uni-Projektmitarbeiterin Katharina Wehking stellten die wichtigsten Ergebnisse vor.

Um Bildungsgerechtigkeit sowie Hindernisse und Erfolgsrezepte vor, während und nach dem Studium ging es im Fachvortrag des Hauptredners Prof. Dr. Aladin El-Mafaalani, der seit Sommer dieses Jahres eine Professur für Erziehung und Bildung in der Migrationsgesellschaft an der Universität Osnabrück innehat. Der renommierte Soziologe und Bestsellerautor referierte über Bildungsaufsteigerinnen und -aufsteiger aus benachteiligten Milieus. In seiner Rede zeigte er zudem – gestützt auf zahlreiche Studien – den Zusammenhang zwischen der derzeitigen Bildungsexpansion und den „Magnetfeldern“ wie Macht, Geld oder auch „Vitamin B“ auf, die unsichtbar sind und jedoch eine mächtige Wirkung entfalten. Gespannte Zuhörerschaft und eine lebhafte Diskussion nach einem Vortrag voller Elan, Fakten und Humor waren dem Redner sicher.

Gearbeitet wurde auch in der Mittagspause: Fünf MWK-geförderte Projekte aus der Förderlinie „Wege ins Studium öffnen“ wurden in einer moderierten Postersession vorgestellt. Anschließend standen Workshops zu vier Themenfeldern der Förderlinie auf dem Programm – geleitet von den jeweiligen Projektteams der Hochschule Emden/Leer, Hochschule Osnabrück, Ostfalia Hochschule, Universität Hildesheim und Universität Osnabrück.

„Bei der Abschlussdiskussion lobten unsere Gäste die gelungene Mischung aus Impulsvorträgen, dem Hauptvortrag und den Workshops“, freute sich die Organisatorin der Tagung Marika Gervens. Laut der wissenschaftlichen Mitarbeiterin der Hochschule Osnabrück seien dank dem Austausch bereits neue Ideen entstanden, wie zuweilen holperige Wege in und durch das Studium geebnet werden können.

 

Hintergrundinformationen:

Projektkonzeption
Die Projektkonzeption sieht eine intensive Unterstützung von Schülerinnen und Schülern in der individuellen Bildungsentscheidung an der Schwelle ins Hochschulsystem vor sowie Unterstützungsformate im Studium und am Übergang in den Beruf. Auf diese Weise werden die Studierenden mit den geplanten Maßnahmen im gesamten „studentischen Lebenszyklus“ unterstützt. Zur Qualitätssicherung wird eine wissenschaftliche Begleitforschung durchgeführt. An der Universität Osnabrück wird der Fokus auf die Unterstützung von Studierenden im Studiengang „Lehramt an berufsbildenden Schulen“ gelegt. Die Hochschule Osnabrück setzt den Schwerpunkt auf die Stärkung der MINT-Studierenden beim Übergang in den Beruf. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.

 

Kooperationspartner
Das Projekt wird von zahlreichen universitäts- und hochschulinternen sowie externen Kooperationspartnern unterstützt. Zu den internen Kooperationspartnern zählen die Zentrale Studienberatung, das Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) und das Institut für Islamische Theologie (IIT) der Universität Osnabrück sowie das Projekt „Vielfalt integrieren“ des LearningCenters der Hochschule Osnabrück. Als externe Kooperationspartner konnten das Studentenwerk Osnabrück, die ehrenamtliche Initiative ArbeiterKind.de, das Studienförderwerk AVICENNA, die Agentur für Arbeit Osnabrück, die Koordinationsstelle Migration und Teilhabe und der Migrationsbeirat der Stadt Osnabrück sowie das Migrationszentrum und der Integrationsbeauftragte des Landkreises Osnabrück gewonnen werden.

 

 

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Nachrichten und Veranstaltungen Fakultäten IuI hochschulweit Art Nachricht Pressemitteilung Ausprägung Studium Forschung
news-7195 Fri, 08 Nov 2019 18:43:00 +0100 Agritechnica 2019: Hochschule Osnabrück mit sechs Projekten auf Weltleitmesse für Landtechnik vertreten https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/11/agritechnica-2019-hochschule-osnabrueck-mit-sechs-projekten-auf-weltleitmesse-fuer-landtechnik-vertre/ Über 2.750 Aussteller zeigen auf vollständig ausgebuchtem Messegelände in Hannover Innovationen, Konzepte und Visionen für die Landtechnik von heute und morgen. Auch die Hochschule Osnabrück stellt ihre Forschungsprojekte am gemeinsamen Stand des Landes Niedersachsen in Halle 21 vor. Vom 10. bis 16. November werden rund 2.750 Aussteller aus 51 Ländern ihre Innovationen, Konzepte und Visionen für die Landtechnik von heute und morgen auf der Agritechnica, der Weltleitmesse für Landtechnik, in Hannover präsentieren. Der Veranstalter, Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), erwartet in diesem Jahr mehr als 400.000 Gäste, darunter über 100.000 aus dem Ausland. Alle führenden Unternehmen der Branche werden laut einer DLG-Pressemitteilung mit einem umfassenden Angebot, vielen Innovationen und Produktneuheiten vertreten sein. Im Fokus der diesjährigen Messe stehen Lösungen für die strategischen Fragestellungen von Branche und Gesellschaft.

„Agrarsysteme und -technologien“ ist einer der vier Forschungsschwerpunkte der Hochschule Osnabrück.  Selbstfahrende Feldroboter, Feldversuche in Westsibirien vor dem Hintergrund des Klimawandels oder die Mitentwicklung eines Niedrigenergie-Gewächshauses: Forschungsarbeiten befassen sich mit unterschiedlichsten Aspekten der Landwirtschaft. „Die Teilnahme an der Agritechnica ist für uns bereits Tradition“, sagt der Vizepräsident für Forschung, Prof. Dr. Bernd Lehmann. „Die weltgrößte Agrarmesse bietet unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern eine hervorragende Plattform für Vorstellung unserer Innovationen und auch für Vernetzung über Fach- und Ländergrenzen hinaus.“ Gleich sechs Projektteams der Hochschule Osnabrück sind auf der Agritechnica 2019 vertreten.


Hülsenfrüchte: Dank Sensoren Unkraut regulieren und Wasser sparen
Mit Sensoren Unkraut erkennen, um eine teilflächenspezifische Bearbeitung des Bodens mit einem Rollstriegel zu ermöglichen: Das ist – vereinfacht ausgedrückt – das Ziel des Teams um Prof. Dr. Dieter Trautz vom Fachgebiet Umweltschonende Landbewirtschaftung. Dafür werden einzelne Segmente des Rollstriegels technisch so umgebaut, dass sie ein- und ausgesetzt werden können. Vorteil dieses innovativen Konzeptes ist die Minimierung der Keimstimulierung von Unkrautsamen durch Bodenbewegung. Auch verringert sich dadurch der Humusabbau und infolgedessen auch die Freisetzung des Stickstoffs, was Hülsenfrüchten zugutekommt. Ein weiterer Pluspunkt: Der unproduktive Wasserverbrauch wird vermindert – davon profitieren besonders Standorte mit schlechter Wasserversorgung.


Autonome Copter im Gewächshaus
Maryam Fadami und Prof. Dr. Thomas Rath vom Labor für Biosystemtechnik befassen sich mit selbstfliegenden Coptern in Gewächshäusern: Besonders bei großen Gewächshausanlagen sind sie nützlich und ökonomisch sinnvoll. Das Problem: Die für die Navigation notwendigen GPS-Signale werden oft durch Bedachungsmaterialien abgeschirmt oder sind zu ungenau. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Flugumgebung ständig ändert – ob durch Pflanzenwachstum oder durch bewegte Tischsysteme. Das führt zu kostspieligen Kollisionen mit Pflanzen, Konstruktionsteilen oder Maschinen. Um das zu vermeiden, testet das Forschungsteam unterschiedliche Navigationssysteme auf deren Einsatzfähigkeit im Gewächshaus und optimiert bestehende Lösungen. Eine weitere Idee ist, die Klimaregelung in Gewächshäusern mit autonomen Coptern zu verbessern. Dafür werden mit integrierten Miniatursensoren – beispielsweise Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Licht – komplexe Klimazustände mobil erfasst und zur Klimaverbesserung im Gewächs eingesetzt.


Vorsprung durch höherfeste Stähle: Konstruktiver Leichtbau in der Landmaschinentechnik
Prof. Dr. Christian Schäfers und Prof. Dr. Viktor Prediger vom Laborbereich Fahrzeugtechnik haben die Anwendung von hoch- und höherfesten Stählen in der Landtechnik untersucht. Ziel ihres Projektes war die Analyse und Leichtbauoptimierung eines 36 Meter breiten Gestänges, das bei einer Feldspritze zum Einsatz kommt. Nachdem in Versuchsfahrten real auftretende Belastungen ermittelt wurden, haben die Forscher ein Berechnungsmodell erstellt und validiert. Durch grundlegende Querschnittsberechnungen konnten sie dann die optimale Anordnung und Dimensionen der eingesetzten Stahlrohre bestimmen. Das Ergebnis: eine Materialeinsparung von beinahe 40 Prozent. – Im Vergleich zur ursprünglichen Masse von 260 kg konnte ein Gestängesegment bei gleicher Funktion mit etwa 100 kg Stahl weniger ausgeführt werden.


Mobil & modular: Indoor-Farming und Prüfsysteme für die Agrartechnik
Professor für Elektrische Antriebe und Grundlagen Dr. Hans-Jürgen Pfisterer und Professor für Gemüseproduktion und -verarbeitung Dr. Andreas Ulbrich stellen ihre Projekte in einer klimatisch kontrollierbaren modularen Einheit dar. Das eine Exponat zeigt unterschiedliche Ansätze vertikaler erdeloser Kultursysteme in einer kontrollierbaren Atmosphäre für eine standortflexible, standardisierbare und ganzjährige pflanzliche Lebensmittelproduktion. Durch eine intelligente und dynamische Kulturführung, eine optimierte Raumausnutzung sowie eine Steigerung des Wertschöpfungspotentials der erzeugten Produkte soll die Wirtschaftlichkeit solcher Agrarsysteme optimiert werden. Ein weiterer Fokus liegt auf der Kopplung des Agrarsystems mit der Umgebung, um Stoff- und Energiekreisläufe zu schließen und eine deutliche Effizienzsteigerung zu erzielen. Das Thema „Standortflexibilität“ greift auch das zweite Exponat auf – ein System zur Prüfung landtechnischer elektromechanischer Komponenten. Damit können innovative Antriebs- und Elektronikkomponenten entwickelt und bei Unternehmen vor Ort auf Betriebsfestigkeit geprüft werden.


Mobile Nährstoffanalyse direkt auf dem Acker
Kleinräumige Kenntnis von Bodeneigenschaften ist für den modernen Pflanzenbau und den optimalen Ressourceneinsatz unentbehrlich. Das bisherige Analyseverfahren mit Labormessungen der Bodenproben bietet keine Optionen für eine Online-Verifizierung der Messergebnisse und erfordert eine Bodenentnahme mit entsprechenden Transportprozessen. An der Lösung arbeitet – gemeinsam mit fünf Kooperationspartnern – das Team um Prof. Dr. Arno Ruckelshausen vom Labor für Mikro- und Optoelektronik. Entwickelt wird ein modular aufgebautes, mobiles Feldlabor für verschiedene Trägerfahrzeuge. Das Feldlabor soll während der Überfahrt die Bodenprobe nehmen, aufbereiten, analysieren – und danach auf dem Acker belassen. Der hohe Automatisierungsgrad und das lokale Datenmanagement mit der Anbindung an externe Datenplattformen schaffen Flexibilität in Verbindung mit ökologischen und ökonomischen Verbesserungen. Neben der automatischen Bewertung der Daten bieten sich auch Potenziale für individuelle Auswertungen zur Beratung: Beispiele sind hier das Ertrags- und Düngemanagement.

Exponate / Termine mit Beteiligung des Teams um Prof. Ruckelshausen:

  • Stand des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (Halle 21/Stand A05): Forschungsprojekt „soil2data“ (Hauptansprechpartner: Vadim Tsukor, Dr. Stefan Hinck)
     
  • Amazonen-Werke (Halle 9, Stand H19): BoniRob mit „MWLP-Weeder“-Demo (mechanische Unkrautregulierung), das System wird im Forschungsprojekt „Experimentierfed Agro-Nordwest“ eingesetzt (Hauptansprechpartner: Christian Scholz, Andreas Linz)
     
  • Agrotech-Valley Forum e.V. (Halle 21, Stand F32): Erstmalige Vorstellung des Agrotech-Valley auf der Agritechnica mit Standbetreuung durch verschiedene Partner (darunter Hochschule Osnabrück)
     
  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung BLE (Halle 21, Stand C28a): Komponenten des Projektes „soil2data“ (Vadim Tsukor)
     
  • Podiumsdiskussion „Wenn der Feldroboter nach Unkraut sucht – wie wichtig ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz für die Agrarbranche?“ (Halle 19, Saal New York 1; 13.11. 13:30 Uhr):Gastgeber des Podiumsgesprächs sind Barbara Otte-Kinast, Niedersächsische Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. Moderator Dr. Henning Müller begrüßt auf der Bühne die Experten Prof. Dr. Arno Ruckelshausen von der Hochschule Osnabrück; Prof. Dr. Engel Hessel, Digitalisierungsbeauftragte des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, sowie Dr. Volker Heinz, Vorstand Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik)
     
  • Vortrag „Analyse-to-go – Mobile Bodenuntersuchung und Datenmanagement“ (Halle 15 / Stand G30, 15.11., 13:30 Uhr, Dr. Stefan Hinck)

 

Auch in der aktuellen Ausgabe des Podcasts "Hochschulstimmen" der Hochschule Osnabrück steht die Agritechnica im Mittelpunkt. Prof. Dr. Arno Ruckelshausen gibt Einblicke in die zahlreichen Forschungsarbeiten an der Hochschule Osnabrück und berichtet, was auf der Agritechnica zu sehen sein wird.

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Nachrichten und Veranstaltungen Fakultäten AuL IuI hochschulweit Art Nachricht Pressemitteilung Ausprägung Forschung
news-7197 Fri, 08 Nov 2019 15:48:04 +0100 196 Studierende knüpfen Kontakte mit der regionalen Wirtschaft https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/11/196-studierende-knuepfen-kontakte-mit-der-regionalen-wirtschaft/ 196 Deutschlandstipendien konnte die Hochschule Osnabrück in enger Kooperation mit Unternehmen aus der regionalen Wirtschaft sowie öffentlichen Einrichtungen und Stiftungen vergeben. So können Studierende schon frühzeitig Kontakte zu Unternehmen knüpfen und einen Grundstein für ihre berufliche Zukunft legen. 94 Fördernde übergaben jetzt 196 Studierenden in der Aula der Hochschule Osnabrück eines der begehrten Deutschlandstipendien. Vor allem aufgrund guter Leistungen im Studium und für ihr ehrenamtliches Engagement über das Studium hinaus erhalten die Stipendiatinnen und Stipendiaten eine monatliche Förderung von 300 Euro. „Ich freue mich sehr, dass wir als Hochschule unsere Studierenden mit ihren Förderunternehmen ins Gespräch bringen können“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram. Denn so gelinge nicht nur der Transfer von Wissenschaft und Praxis, sondern Studierende könnten frühzeitig in der hiesigen Industrie Erfahrungen sammeln und ein Netzwerk aufbauen.

Fördernde sind nicht nur große Betriebe, sondern auch mittelständische Unternehmen: „Mit dem Deutschlandstipendium finden wir als Arbeitgeber einen ganz neuen Kanal, um mit Studierenden ins Gespräch zu kommen“, erklärt Stefan Witte, Vertriebsleiter der MEV Elektronik Service GmbH. Die beiden erstmalig vergebenen Deutschlandstipendien erhielten Christoph Hügelmeyer, Student des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen am Campus Lingen, sowie Maik Düvel, Student der Elektrotechnik. „Mit diesem Stipendium kann ich mich nicht nur stärker auf mein Studium konzentrieren, sondern auch erste Kontakte zu einem Unternehmen in der Region knüpfen“, freut sich Hügelmeyer. „Ich finde es toll, dass man zwanglos mit Unternehmen in Kontakt kommen kann. So erhalte ich zukunftsweisende Möglichkeiten direkt aus der Industrie“, ergänzt Düvel.

„Die Deutschlandstipendien sind nicht nur eine großartige Chance für Studierende, sondern ermöglichen Unternehmen neben dem Kontakt zur Hochschule auch Fachkräfte für ihr Unternehmen gewinnen zu können“, erklärt Jan Lukaßen, Leiter der Hochschulförderung an der Hochschule Osnabrück. Besonders erfreulich seien dabei die 67 freien Stipendien, die in diesem Jahr vergeben werden konnten. So können auch Studierende unabhängig von den Interessensschwerpunkten der Betriebe ein Stipendium erhalten.

Weiter Informationen finden Sie auf der Webseite zum Deutschlandstipendium.

 

Weitere Informationen:

Jan Lukaßen
Telefon: 0541 969-3254
E-Mail: j.lukassen@hs-osnabrueck.de

 

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Nachrichten und Veranstaltungen hochschulweit Pressemitteilung
news-7171 Wed, 30 Oct 2019 17:00:00 +0100 Mini-Kläranlage für das Eigenheim und Wohnen auf kleinstem Raum https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/mini-klaeranlage-fuer-das-eigenheim-und-wohnen-auf-kleinstem-raum/ Studierende der Hochschule Osnabrück erarbeiten eine Woche lang in interdisziplinären Teams Ideen für ein nachhaltiges Leben (Osnabrück, 30. Oktober 2019) Rund 200 Studierende aus verschiedensten Studiengängen haben sich in der Projektwerkstatt „WIR in der Gesellschaft“ mit den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen beschäftigt. In neun Teams haben sie Ideen für eine nachhaltige Lebensweise erarbeitet. Ihre Ergebnisse haben die Studierenden nun in der Caprivi-Lounge am Campus Westerberg präsentiert. In einer der Veranstaltungen der Projektwerkstatt ging es zum Beispiel um Wasserrecycling. „Wir haben unter anderem ein Konzept für eine Mini-Kläranlage für das Eigenheim entwickelt und uns angeschaut, wie aus Abwasser Trinkwasser gewonnen werden kann“, berichtet Verfahrenstechnik-Studentin Eva Stertenbrink.

Im Projekt „Tiny Houses“ (Minihäuser) entwickelten die Studierenden Ideen zum nachhaltigen Wohnen. „Dabei haben wir uns überlegt, wie ein Tiny House aussehen könnte, das den begrenzten Platz optimal ausnutzt, sodass auf möglichst nichts verzichtet werden muss. Dazu haben wir ein fiktives Unternehmen gegründet, um auch zu überprüfen, wie wirtschaftlich das Ganze umsetzbar ist“, erklärt Media und Interaction Design-Student Max Grochowiak. Besonders gefallen habe ihm dabei, mit Studierenden verschiedener Studiengänge zusammenzuarbeiten. „Daraus hat sich eine spannende Gruppendynamik ergeben, in der das Vorwissen aus den verschiedenen Studieninhalten gut ineinandergegriffen hat.“

Datenbank für frei verfügbare Bildungsmaterialien

Die Ziele nachhaltiger Entwicklung der Vereinten Nationen umfassen auch das Thema Bildung. Im Hinblick darauf setzten sich Studierende im Projekt “Schlag den Prof - auf der Suche nach den besten Materialien für deine Veranstaltungen“ mit „Open Educational Resources“ auseinander. Darunter sind Bildungsmaterialien zu verstehen, die unter einer öffentlichen Lizenz bereitgestellt werden und somit kostenlos von Studierenden genutzt werden können. „Wir haben eine Datenbank mit über 200 Einträgen erstellt. Diese bietet den Studierenden eine Übersicht, zu welchen Materialien sie Zugang haben. Sie können zum Beispiel schauen, welche Videos und Fotos sie in ihre Vorträge einbauen können“, so der Medieninformatik-Student Maxim Zitnikowski. Im Anschluss an die Präsentationen durften die Studierenden selbst abstimmen, welche Projekte am meisten überzeugt haben. Der mit 1.500 Euro dotierte Hauptpreis für den ersten Platz ging an die Konzeptentwicklung „Tiny Houses“.

Studierende leiten zum ersten Mal selbst eine Projektgruppe

Die Gruppe „Osnabrück von morgen – ein gutes Leben für alle?“ kann sich über den zweiten Platz in Höhe von 1.250 Euro freuen. Die Studierenden überzeugten mit der Ergänzung einer interaktiven Karte, über die nun nachhaltige Orte, Initiativen und Unternehmen in Osnabrück abrufbar sind (https://kartevonmorgen.org/). Eine weitere Besonderheit dieser Projektgruppe: Sie wurde von Studierenden der Hochschulinitiative NEO (Nachhaltiges Engagement Osnabrück) initiiert und ist damit das erste Projektwochen-Angebot von Studierenden für Studierende. Rang drei und vier belegen die Gruppen „Wir bauen Zukunft“ und „Africa’s future“. Der dritte Preis ist mit 750 Euro und der vierte mit 500 Euro dotiert. Die von der Fördergesellschaft der Hochschule zur Verfügung gestellten Preisgelder werden für gemeinsame Gruppenaktivitäten verwendet.

Ausgerichtet wurde die interdisziplinäre Projektwerkstatt vom Projekt „Gesellschaftliches Engagement“ der Hochschule. „Wir möchten mit unserem Angebot die Studierenden dazu anregen, sich mit gesellschaftlich relevanten Themen auseinanderzusetzen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und sich einmal mit Themengebieten zu beschäftigen, mit denen sie sonst in ihrem Studienalltag eher nicht in Berührung kommen“, sagt Koordinator Marek Löhr. Löhr und sein Kollege Christian Müller freuen sich besonders über das große Interesse seitens der Studierenden. „Rund 200 Studierende hatten sich für die neun Veranstaltungen angemeldet. Das zeigt, dass nachhaltige Entwicklung ein sehr facettenreiches und aktuelles Thema ist, das viele bewegt“, so Müller.

 

Weitere Informationen:
Marek Löhr und Christian Müller
Projekt „Gesellschaftliches Engagement“
E-Mail: m.loehr@hs-osnabrueck.de
Telefon: 0541 969-7191

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Nachrichten und Veranstaltungen IuI WiSo hochschulweit Nachricht Pressemitteilung Studium
news-7168 Wed, 30 Oct 2019 10:31:33 +0100 Über Googles Interesse an Autos und die Ansprüche der Generation Z an Arbeitgeber https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/ueber-googles-interesse-an-autos-und-die-ansprueche-der-generation-z-an-arbeitgeber/ Dies sind nur zwei der Themen, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule Osnabrück jetzt beim Veranstaltungsformat Wissensvorsprung vorstellten. Der Abend unter dem Motto „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ zeigt, wie wichtig ein enger Austausch zwischen regionaler Wirtschaft und Forschung ist. Knapp 100 Interessierte aus Wissenschaft und Wirtschaft sind in diesem Jahr zum Wissensvorsprung auf dem Caprivi-Campus der Hochschule Osnabrück zusammengekommen. Hier stellten acht Professorinnen und Professoren in zehnminütigen Vorträgen aktuelle Forschungsthemen dar. Eingeladen hatten die Hochschule Osnabrück, die Fördergesellschaft der Hochschule Osnabrück sowie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim.

Prof. Dr. jur. Volker Lüdemann eröffnete mit dem Vortrag „Warum interessieren sich Google, Apple & Co. plötzlich für Autos?“ den Abend. Die Idee des selbstfahrenden Autos und damit einer Mobilität, die erstmalig unabhängig vom Menschen funktioniert, sei in den USA bereits eine lukrative Geschäftsidee. Dabei komme es vor allem auf die Software an, das Gehirn des Fahrzeugs. Mit dieser werde es möglich, dass Autos selbstständig Einkaufen fahren oder Kinder mit Robotertaxen zur Schule gebracht werden. Firmen wie Google und Apple wollen die Daten nutzen und damit Gewinne in Milliardenhöhe erzielen. Sie setzen darauf, dass das Geld in Zukunft nicht mehr mit dem Auto erwirtschaftet wird, sondern mit digitalen Diensten in und um das Auto herum. In Zukunft könnte so die wichtigste Wertschöpfung des Autos darin bestehen, den Menschen digitale Serviceangebote zu unterbreiten und sie zu Orten zu befördern, an denen sie ihr Geld ausgeben können. „Das Auto steht damit vor einem fundamentalen Bedeutungswandel“, fasst Lüdemann zusammen.

Dritte Auflage des Wissensvorsprungs ist ein großer Erfolg
 

Prof. Dr. Nicole Böhmer griff die verschiedenen Erwartungen durch die Generationen X, Y und Z in Unternehmen auf. Darüber hinaus betonte sie die Bedeutung von sich ändernden Prioritäten im Karriereverlauf. Das richtige Maß an Herausforderung, die Frage, wie authentisch der oder die Beschäftigte am Arbeitsplatz sein kann, sowie die richtige Balance von Berufs- und Privatleben spielten generationsübergreifend zusammen. Daraus erwachse eine hohe Bedeutung der Selbstführung, die von Führungskräften unterstützt werden könne. Auf dieser Grundlage könnten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Potenziale voll entfalten.

Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram freut sich, dass auch die dritte Auflage des Wissensvorsprungs so gut angenommen wurde: „Hier wird lebenslanges Lernen zelebriert.“ „Der Wissensvorsprung schafft Begegnung, aus dem Interesse und Kooperationen entstehen können“, fasst Marco Graf, IHK-Hauptgeschäftsführer, die Idee des Wissensvorsprungs zusammen. Hon.-Prof. Dr. Stephan Rolfes, Vorsitzender der Fördergesellschaft, ergänzt: „Genau das ist es, was die Fördergesellschaft möchte. Ein Engagement zahlt sich für die Unternehmen in jedem Fall aus.“


Zum Hintergrund:

Die Veranstaltung Wissensvorsprung wird jährlich von der Hochschule Osnabrück, der Industrie- und Handelskammer Osnabrück – Emsland – Grafschaft Bentheim sowie erstmalig der Fördergesellschaft der Hochschule Osnabrück e.V. organisiert. In diesem Jahr referierten folgende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler:

  • Prof. Dr. jur. Volker Lüdemann: Warum interessieren sich Google, Apple & Co. plötzlich für Autos?
  • Prof. Dr. Karin Schnitker: Wer macht in einer agilen Organisation was?
  • Prof. Dr. Nicole Böhmer: Generation XYZ – (zu) viele verschiedene Erwartungen im Unternehmen?
  • Prof. Dr. Matthias Kussin: Wie lassen sich kritische Themen und gesellschaftliche Verantwortung kommunizieren?
  • Prof. Dr. Ulrich Enneking: Für ein gutes Gewissen beim Einkauf: Darf es auch etwas mehr kosten?
  • Prof. Dr. Ralf Stegmaier: Kann Achtsamkeit auch für das Change-Management bedeutsam sein?
  • Prof. Dr. Ursula H. Hübner: Wie gelingt die Einführung von Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen?
  • Prof. Hubertus von Dressler: Wie tragen „Grüne Finger“ zur klimaresilienten Stadt bei?

Eine Auswahl der Vorträge finden Sie im Video-Format auf dem YouTube-Kanal der Hochschule Osnabrück.

 

Weitere Informationen:
Jan Lukaßen
Telefon: 0541 969-3254
E-Mail: j.lukassen@hs-osnabrueck.de

 

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Nachrichten und Veranstaltungen WiSo hochschulweit Pressemitteilung
news-7161 Tue, 29 Oct 2019 16:12:10 +0100 Bewerbungsstart an der Hochschule Osnabrück für das Sommersemester 2020 https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/bewerbungsstart-an-der-hochschule-osnabrueck-fuer-das-sommersemester-2020/ Bis zum 15. Januar können sich Studieninteressierte online für ein Studium an der Hochschule Osnabrück bewerben. Die Hochschule Osnabrück vergibt zum Sommersemester 2020 rund 750 Studienplätze. Studieninteressierte können sich ab Montag, 4. November, online um einen Studienplatz bewerben. Dazu stehen 16 Bachelor- und 10 Masterstudiengänge zur Auswahl. Darunter finden sich unter anderem Studiengänge aus den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Gesundheit und Informatik. Das Bewerbungsportal ist bis Mittwoch, 15. Januar 2020, geöffnet. Das Sommersemester startet an der Hochschule am 2. März 2020.

Auf den Bewerbungsseiten der Hochschule sind Informationen zu allen Studiengängen zu finden, die im Sommersemester 2020 neue Studierende aufnehmen. Dort finden Studieninteressierte außerdem alles über die Zulassungsvoraussetzungen sowie NC-Daten der vergangenen Semester.

Individuelle Fragen zu den Voraussetzungen für eine Bewerbung sowie zum Bewerbungsverfahren können telefonisch unter 0541 969-7100 oder per E-Mail unter servicedesk@hs-osnabrueck.de an den ServiceDesk der Hochschule Osnabrück gerichtet werden. Die Zentrale Studienberatung berät persönlich und telefonisch rund um das Thema Studienwahl.

 

Weitere Informationen:
ServiceDesk der Hochschule Osnabrück
Telefon: 0541 969-7100        
E-Mail: servicedesk@hs-osnabrueck.de

 

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Nachrichten und Veranstaltungen hochschulweit Nachricht Pressemitteilung
news-7156 Mon, 28 Oct 2019 11:09:23 +0100 Niedersächsische Zukunftslabore: Hochschule Osnabrück gleich viermal vertreten https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/niedersaechsische-zukunftslabore-hochschule-osnabrueck-gleich-viermal-vertreten/ Das Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN) widmet sich der anwendungsorientierten Forschung zur Digitalisierung. Jetzt überreichte Wissenschaftsminister Björn Thümler die Förderbescheide für sechs Forschungsverbünde unter dem Dach des ZDIN. An die Hochschule Osnabrück fließen mehr als 1,6 Millionen Euro. Großer Erfolg für die Hochschule Osnabrück: In vier von sechs sogenannten Zukunftslaboren, die sich der Digitalisierungsforschung im Land widmen, sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Hochschule vertreten. Heute übergab der niedersächsische Wissenschaftsminister Björn Thümler die Förderbescheide an die erfolgreichen Hochschulen und Forschungsinstitute. „Das ZDIN mit seinen Zukunftslaboren ist unsere Antwort auf die Notwendigkeit, die Digitalisierungsforschung in Niedersachsen besser zu bündeln“, sagte Thümler laut Pressemitteilung des ZDIN. An die Hochschule Osnabrück fließen mehr als 1,6 Millionen Euro. Insgesamt umfassen die Förderbescheide eine Summe von rund 22 Millionen Euro. Die Mittel für die fünf Jahre laufenden Vorhaben stammen aus dem Niedersächsischen Vorab der Volkswagenstiftung.

Zum Hintergrund: Zu Beginn des Jahres hat das in Oldenburg ansässige Zentrum für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN) seine Arbeit aufgenommen. Im Kern des von der Landesregierung initiierten Zentrums stehen sogenannte Zukunftslabore. Diese Netzwerke aus niedersächsischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Partnerinnen und Partnern aus der Praxis tauschen sich über aktuelle Forschungsfragen aus, entwickeln Ideen für anwendungsorientierte Forschungsprojekte und bearbeiten diese gemeinsam. Zunächst nehmen Zukunftslabore zu den sechs Themen Agrar, Gesellschaft und Arbeit, Gesundheit, Mobilität, Energie sowie Produktion ihre Arbeit auf. „Dass unsere Forscherinnen und Forscher ihre Expertise in gleich vier Themenfelder einbringen, zeigt, wie breit unsere Hochschule aufgestellt ist, wenn es um praxisnahe Forschungsfragen zur Digitalisierung geht“, betonen unisono Prof. Dr. Ingmar Ickerott, Vizepräsident für Digitalisierung der Hochschule Osnabrück, und Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung.  
 

Von Big Data-Analysen in der Gesundheitsforschung  bis zur Autonomisierung landwirtschaftlicher Prozesse


Im „Zukunftslabor Gesellschaft und Arbeit“ wird vonseiten der Hochschule Osnabrück Prof. Dr. Sabine Kirchhoff vom Campus Lingen gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Melanie Malczok forschen. Die beteiligten Forscherinnen und Forscher widmen sich insbesondere der Frage, wie sich digitale Technologien menschenzentriert gestalten und Wandlungsprozesse in Organisationen bewältigen lassen. Zentrale Aspekte im „Zukunftslabor Gesundheit“ sind unter anderem der Einsatz neuer digitaler Methoden in Medizin, Pflege und Gesundheit sowie eine evidenz- und datenbasierte Praxis. Hinzu kommt die Gestaltung gesundheitsfördernder Lebenswelten, etwa durch Big Data-Analysen in der Gesundheitsforschung mithilfe elektronischer Patientenakten, die Förderung der sogenannten eHealth Literacy bei Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigten im Gesundheitsbereich und durch smarte Lösungen für ein selbstbestimmtes Leben. Hier bringt die Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen der Hochschule Osnabrück um Prof. Dr. Ursula Hübner ihre Expertise ein.

Das „Zukunftslabor Agrar“ gliedert seine Arbeit in drei Teilprojekte: „Analyse der Datenaufzeichnungen und Datenflüsse in der Landwirtschaft“, „Praxisorientierte Autonomisierung landwirtschaftlicher Prozesse“ und „Nachhaltigkeit der Digitalisierung in der niedersächsischen Landwirtschaft“. Dem Forschungsverbund gehören von der Hochschule Osnabrück Prof. Dr. Arno Ruckelshausen, Professor für Physik und Sensorsysteme, sowie Prof. Dr. Robby Andersson, Professor für Tierhaltung und Produkte, an. Im Zukunftslabor Mobilität schließlich lautet die zentrale Leitidee: „vom intelligenten Fahrzeug zur integrierten Mobilität durch Digitalisierung“. Hier zählt Prof. Dr. Marcus Seifert vom Campus Lingen, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Logistik, zu den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Niedersachsen.

In Hannover nahm Prof. Dr. Andreas Bertram die Förderbescheide für die Hochschule Osnabrück entgegen. „Es ist richtungweisend, dass mit den Zukunftslaboren ein hochinnovativer Rahmen geschaffen wurde, in dem interdisziplinär zu den drängenden Fragestellungen der Digitalisierung geforscht wird“, freute sich der Präsident. „Fachhochschulen, Universitäten, Forschungseinrichtungen sowie Partnerinnen und Partner aus der Praxis bündeln ihre Kompetenzen, um den Standort Niedersachsen zu stärken: Diesen Ansatz begrüßen wir sehr, weil er auch verdeutlicht, wie wichtig Wissenschaft und Forschung als Motoren der Innovation sind.“   


Weitere Informationen:
Prof. Dr. Ingmar Ickerott
Vizepräsident für Digitalisierung der Hochschule Osnabrück
Telefon: 0591 800 98-400        
E-Mail: dekan-mkt@hs-osnabrueck.de

Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des Zentrums für digitale Innovationen Niedersachsen.

Hintergründe zu den Zukunftslaboren Digitalisierung: www.mwk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/ausschreibungen_programme_foerderungen/zukunftslabore-digitalisierung-172520.html

 

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news-7146 Wed, 23 Oct 2019 10:50:00 +0200 Deutsch-Chinesisches Symposium an der HS Osnabrück diskutiert Anforderungen an Professuren in der anwendungsorientierten Hochschulbildung https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/deutsch-chinesisches-symposium-an-der-hs-osnabrueck-diskutiert-anforderungen-an-professuren-in-der-an/ Zum zwölften Mal diskutierten Expertinnen und Experten der anwendungsorientierten Hochschulen die unterschiedlichen Herausforderungen in China und Deutschland. Schwerpunktthema 2019 waren die Professuren. In Osnabrück sucht man geeignete Bewerberinnen und Bewerber, während in China eher der inhaltliche Wandel für die Lehre ansteht. Das große gesteigerte Interesse verdeutlichten in diesem Jahr zahlreiche Teilnahmen aus weiteren europäischen Ländern. (Osnabrück, 23. Oktober 2019) Alt-Bundespräsident Christian Wulff würdigte in seinem Grußwort besonders die Dynamik in der chinesischen Entwicklung. Die Einwohnerzahl von Osnabrücks Freundschaftsstadt Hefei hat sich in wenigen Jahren verdoppelt, auf 8 Millionen Einwohner. Und genau diese dynamische Entwicklung spiegelt auch die Einführung des anwendungsorientierten Hochschultyps in China wider. Auf fast 25 Prozent bezifferte Qing Chengsong, stellvertretender Bildungsminister der Provinz Anhui, die Anzahl der Hochschulen, die Lehre in Anlehnung an das deutsche Hochschulmodell der angewandten Wissenschaften anbieten, mit weiter wachsender Tendenz. Dass dieses Modell auch von der Politik in Niedersachsen als Erfolg gewertet wird, konnte Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur Björn Thümler berichten. Die Vorzüge der praxisorientierten Lehre wären besonders im internationalen Austausch für die jungen Menschen erlebbar. 

Bereits zum zwölften Mal konnten Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram und der Leiter des Hochschulzentrums China in Osnabrück, Prof. Dr. Hendrik Lackner, internationale Gäste zum Deutsch-Chinesischem Symposium zur anwendungsorientierten Hochschulbildung begrüßen. Alle Redner stellten zum einen die grundsätzlichen Unterschiede im jeweiligen Hochschulwesen der beiden Länder fest. Aber man war sich einig, dass der anwendungsorientierten Lehre verstärkt Aufmerksamkeit in beiden Staaten sicher ist. In diesem Jahr standen Aufgaben, Profil, Gewinnung und Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität von Hochschulprofessuren im Vordergrund. Besonders im Präsidentendialog zum Abschluss des ersten Tages wurde dies verdeutlicht, als aus Sicht deutscher und chinesischer Hochschulleitungen unterschiedliche Strategien zur Gewinnung hochqualifizierter Lehrpersonen diskutiert wurden. Während man in Deutschland Schwierigkeiten hat, Stellen zu besetzen, steht in China der Wandel von der traditionellen und etablierten klassischen Lehre hin zur modernen anwendungsorientierten und praxisnäheren Lehre an.

Das gesteigerte europäische Interesse unterstrichen die zahlreichen Teilnahmen sowie Beteiligungen am Programm von Gästen und Referentinnen und Referenten aus den europäischen Nachbarländern, wie den Niederlanden, Schweden, Österreich, Finnland und der Schweiz, die einen Einblick in die jeweiligen Besonderheiten in der anwendungsorientierten Hochschulausbildung gaben und so den Austausch noch über die deutsche und chinesische Sichtweise erweitern konnten.

„Mit unseren deutsch-chinesischen Symposien haben wir die führende Dialogplattform beider Länder rund um das Thema „Applied Sciences“ geschaffen. Deutschland und China sind gleichermaßen auf praxisnah ausgebildete Fach- und Führungskräfte angewiesen. Durch unsere jährlichen Symposien lernen wir voneinander. Der langjährige Austausch ermöglicht einen offenen und vertrauensvollen Austausch auf Augenhöhe“, betonte Prof. Dr. Hendrik Lackner in seiner Rede beim Symposium.

Hintergrund:
Seit über 30 Jahren unterhält die Hochschule Osnabrück partnerschaftliche Beziehungen in die Provinz Anhui. Besonders mit der Universität in Hefei gibt es zahlreiche Projekte sowie gemeinsame Studienprogramme. Der Studiengang Internationales Logistikmanagement China ist ein beispielhaftes Kooperationsprogramm zwischen der Hochschule Osnabrück und der Universität Hefei. Die Hochschule Osnabrück unterhält seit mehreren Jahren das Hochschulzentrum China. Es findet ein intensiver Austausch von Lehrenden und Studierenden mit beiden Hochschulen statt, dazu werden an der Hochschule Osnabrück zahlreiche Veranstaltungen in diesem Bereich angeboten. Seit zwölf Jahren gibt es das Deutsch-Chinesische Symposium zur anwendungsorientierten Lehre, das immer im Wechsel in Hefei und Osnabrück stattfindet. Dass das Interesse der deutschen Studierenden an China wächst, verdeutlicht die Zahl von 100 Studierenden an der Hochschule Osnabrück, die momentan intensiv die chinesische Sprache erlernen.

 

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news-7139 Tue, 22 Oct 2019 17:00:00 +0200 Indoorfarm mit Dachgewächshaus: Hochschule Osnabrück erhält 3,3 Millionen Euro für neues Forschungszentrum https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/indoorfarm-mit-dachgewaechshaus-hochschule-osnabrueck-erhaelt-33-millionen-euro-fuer-neues-forschungs/ Erforschung neuer, zukunftsorientierter Kultursysteme am Campus Haste (Osnabrück, 22. Oktober 2019) Klimawandel, Urbanisierung und Umweltverschmutzung sind nur einige Herausforderungen, denen die Agrar- und Gartenbaubranche mit innovativen Lösungen begegnen muss. Wie können Menschen in urbanen Räumen trotz dieser Herausforderungen auch zukünftig mit regional erzeugten Lebensmitteln versorgt werden? Um neue, zukunftsorientierte Kultursysteme und -räume zu erforschen, soll am Campus Haste ein neues Forschungszentrum „Agrarsysteme der Zukunft“ entstehen. Der Haushaltsausschuss des Niedersächsischen Landtags genehmigte die Bereitstellung der Fördermittel für den geplanten Bau in seiner Sitzung am 16. Oktober 2019.

„Emissionen mindern und Ressourcen effizienter einsetzen – das sind die großen Herausforderungen, die die Landwirtschaft angesichts des Klimawandels in Angriff nehmen muss“, sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler. Mit dem Neubau des Forschungszentrums Agrarsysteme der Zukunft schaffen wir eine moderne Forschungsinfrastruktur, die angewandte Forschung zu zukunftsweisenden Agrarsystemen auf höchstem Niveau ermöglicht. Ich freue mich, dass wir die dynamischen Entwicklung der Hochschule Osnabrück auf diesem Gebiet vorantreiben können.“

Das geplante dreistöckige Gebäude soll aus einem Betonkubus mit einer sogenannten Indoor-Vertical-Farm sowie einem 160 Quadratmeter großen Dachgewächshaus bestehen. Die zweigeschossige Indoorfarm wird aus mehreren getrennt voneinander klimatisierbaren Anzuchtkammern und Kulturräumen sowie einem Laborraum bestehen.

Effiziente Flächennutzung und verlässliche Produktqualität

Die Vorteile dieser vertikalen Indoorfarm: Neben der effizienten Flächennutzung in der Höhe bietet sie eine verlässliche, wetterunabhängige Produktqualität, da ganzjährig die gleichen Temperaturen, die gleiche Lichtintensität und Luftfeuchtigkeit sowie die gleiche Nährstoff- und Wasserversorgung gewährleistet werden können. Der Clou: Das Gebäude und das auf dem Dach befindliche Gewächshaus sind über ein intelligentes Kreislaufmanagementsystem miteinander verbunden. „Dies ermöglicht eine Verknüpfung der Energieströme, um so die Ressourcen- und Energieeffizienz zu steigern. Konkret heißt das zum Beispiel, die überschüssige Wärme der eingesetzten LEDs der Indoorkammern zur Beheizung des Gewächshauses zu verwenden und dort neue Kulturarten speziell für die Region anzubauen“, erläutert Prof. Dr. Andreas Ulbrich, Professor für Gemüseproduktion und -verarbeitung.

„Wir wollen mit dem geplanten Forschungszentrum unseren Beitrag dazu leisten, zukunftsfähige, ressourceneffiziente und nachhaltige Lösungen für die Agrar- und Gartenbaubranche in Niedersachsen und darüber hinaus zu finden“, erklärt Hochschul-Präsident Prof. Dr. Andreas Bertram, „Wir wollen dabei innovative und vor allem auch praxisorientierte Produktionsszenarien erforschen und setzen dabei auf eine enge Kooperation mit regionalen Partnern.“

„Im neuen Versuchszentrum an der Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur sollen nicht nur intensive, zukunftsweisende Kultursysteme optimiert, sondern auch neue Kulturarten- und räume entwickelt werden. Damit reagieren wir auf die bereits existierenden und zukünftigen globalen Herausforderungen der Agrarproduktion“, erläutert Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung.

Die Gesamtkosten des Baus liegen bei rund vier Millionen Euro. Finanziert werden soll der Bau aus Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Förderrichtlinie „Innovation durch Hochschulen und Forschungseinrichtungen“ in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro, Landesmitteln von rund 1,4 Millionen Euro und Eigenmitteln der Hochschule von etwa 700.000 Euro.

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news-7138 Mon, 21 Oct 2019 08:34:31 +0200 Drei von vier CLAAS-Stipendien gehen an die Hochschule Osnabrück https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/drei-von-vier-claas-stipendien-gehen-an-die-hochschule-osnabrueck/ Seit 20 Jahren zeichnet die CLAAS Stiftung jährlich Studierende aus zehn Nationen für ihre Abschlussarbeiten im Bereich der Landtechnik aus. In diesem Jahr erhält die Hochschule Osnabrück erstmals drei der vier begehrten Helmut Claas-Stipendien. Erstmalig vergab die CLAAS Stiftung an gleich drei Studierende der Hochschule Osnabrück ein Helmut Claas-Stipendium. Die Studierenden Florian Fipp und Jana Korrmann erhielten ein Stipendium über jeweils 6.000 Euro, Student Benno Bunte ein Stipendium über 4.800 Euro für ihre eingereichten Abschlussarbeiten.

„Es ist wichtig, dass sich Studierende mit einer guten Bachelorarbeit initiativ auf ein solches Stipendium bewerben“, sagt Prof. Dr. Hubert Korte, Professor für Landtechnik. Korte betreute die Bachelorarbeit des Zweitplatzierten Florian Fipp. Fipp ist gelernter Landwirt und studierte „Wirtschaftsingenieurwesen im Agri- und Hortibusiness“ an der Hochschule Osnabrück. In seiner Abschlussarbeit analysierte Fipp Konzepte für Aussaatmengen in Reihenkulturen in der Futtermittelproduktion. Dafür brachte er verschiedene Saatstärken über den Zeitraum eines Jahres auf dem Feld aus. „Die Beschaffenheit des Bodens und das Wetter sind Faktoren, die man bei der Saatgutausbringung stärker berücksichtigen muss. Es ist wichtig, sich die Gegebenheiten sowohl mit digitalen Hilfsmitteln als auch vor Ort auf dem Acker anzuschauen“, schlussfolgerte Fipp.

Internationale Fachjury wählt Stipendiaten aus zehn Nationen

Jana Korrmann studierte zwar nicht an der Fakultät Agrar- und Landwirtschaftstechnik, trotzdem reizte sie die Thematik sehr. Als Studentin der Betriebswirtschaftslehre untersuchte sie die Umsetzung eines Servicevertrags für GPS-Lenksysteme am Beispiel von CLAAS. „Ich wollte gerne meine Interessen im Bereich der Digitalisierung in der Landwirtschaft mit meinen im Studium erworbenen Fähigkeiten im Bereich Vertrieb und Marketing verknüpfen“, erklärt die 27-Jährige. Ihre Affinität zu Agrar- und Landwirtschaftsthemen rührt aus ihrer Ausbildung in einem landtechnischen Betrieb. „Frau Korrmann analysiert vor allem die spezifischen Anforderungen der Landmaschinenhändler, die diese an Hersteller wie Claas heute stellen, um in einem hart umkämpften Markt deren Produkte präferiert zu vermarkten“, ordnet Prof. Dr. Ulrike Meyer, Professorin für Betriebswirtschaftslehre, die Arbeit von Korrmann ein. CLAAS zeichnete Korrmann für ihre Arbeit mit dem zweiten Platz aus.

Maschinenbaustudent Benno Bunte entwickelte in seiner Bachelorarbeit ein Konzept, wie manuelle Montagelinien für Feldhäcksler optimiert und automatisiert werden können. Bunte war es dabei wichtig, einen landtechnischen Prozess maximal verbessern zu können. „Eine kontinuierliche Steigerung der Effizienz in der Produktionskette des Feldhäckslers ist notwendig, um langfristig die Konkurrenzfähigkeit am Markt zu sichern“, erklärt Bunte, der den dritten Preis erhielt. Produktivität, Qualität und Ergonomie seien dabei Faktoren, die ständig zu optimieren seien. Betreut wurde die Abschlussarbeit von Prof. Dr.-Ing. Dirk Rokossa, Professor für Handhabungstechnik und Robotik der Hochschule Osnabrück. „Herr Bunte zeigte in seiner Arbeit auf, wie eine Zusammenarbeit in der Montage zwischen Mensch und Maschine, vorzugsweise Robotertechnik, möglich ist“, erklärt Rokossa die zukunftsorientierte Arbeit Buntes.

Eine internationale Fachjury, die sich aus Expertinnen und Experten der Agrarwissenschaft zusammensetzt, ermittelt die besten Arbeiten. Dabei werden Nachwuchstalente aus Bulgarien, Deutschland, England, Irland, Ungarn, Russland, Polen, Rumänien, der Slowakei und den Niederlanden mit einem Stipendium gefördert. Die besten vier Arbeiten werden mit Stipendien ausgezeichnet. In diesem Jahr teilten sich die beiden Studierenden Jana Korrmann und Florian Fipp den zweiten Platz.

 

Weitere Informationen:
Geschäftsbereich Kommunikation
Telefon: 0541 969-3847
E-Mail: kommunikation@hs-osnabrueck.de

 

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news-7132 Thu, 17 Oct 2019 10:30:00 +0200 Hochschule Osnabrück erhält 3,3 Millionen Euro für Beteiligung an Forschungsprojekt „Experimentierfeld Agro-Nordwest“ https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/hochschule-osnabrueck-erhaelt-33-millionen-euro-fuer-beteiligung-an-forschungsprojekt-experimentierfe/ Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner überreichte den sechs Projektpartnern die Zuwendungsbescheide über insgesamt 6,1 Millionen Euro. (Berlin/Osnabrück) Intelligente Düngung per Smartphone, Ernteroboter oder individuelle Tierfütterung per App – Landwirten stehen für ihre tägliche Arbeit bereits zahlreiche Softwarelösungen und Systeme zur Verfügung. Aber viele Technologien lassen sich in der Praxis bislang schwer umsetzen. In dem Verbundprojekt „Experimentierfeld zur digitalen Transformation im landwirtschaftlichen Pflanzenbau (Agro-Nordwest)“ sollen Probleme und Potentiale der Digitalisierung in der Landwirtschaft identifiziert und flexible Lösungen für die Betriebe vor Ort entwickelt werden. Für drei Jahre stellt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) 6,1 Millionen Euro bereit. An die Hochschule Osnabrück gehen davon mehr als 3,3 Millionen Euro.

„Mit unseren digitalen Test- und Experimentierfeldern bauen wir die Vorreiterrolle der Landwirtschaft bei der Digitalisierung weiter aus. In der Praxis - auf dem Acker, im Keller und im Stall – untersuchen wir bundesweit, wie digitale Techniken optimal zum Schutz des Klimas und der Umwelt, zur Steigerung des Tierwohls, der Artenvielfalt und zur Arbeitserleichterung eingesetzt werden können. Nachhaltigkeit wollen wir so noch besser zusammenbringen mit Ertragssicherung. Mit den 14 ausgewählten Projekten treiben wir die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich weiter voran“, so Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Berlin bei der Übergabe.

Neben der Hochschule sind der neu gegründete Verein Agrotech Valley Forum e.V., die Universität Osnabrück, die Ruhr-Universität Bochum, das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz sowie das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung beteiligt. Gemeinsam wollen sie Probleme der heterogenen digitalen Infrastruktur, der variablen Netzabdeckung und der Änderungen auf die Arbeitswelt in landwirtschaftlichen Betrieben untersuchen. Zentrale Aspekte sind dabei die Ökonomie, die Ökologie und die Integration des Menschen. Denn: „Die Komplexität digitaler Systeme und Prozesse in der Landwirtschaft ist enorm hoch und die Lücke zwischen Forschung und Praxis wird immer größer. Es reicht nicht aus, immer neuere Technologien zu entwickeln, wenn die Landwirte vor Ort sie nur begrenzt nutzen können, weil zum Beispiel keine ausreichende Netzabdeckung gewährleistet ist“, erklärt der wissenschaftliche Projektkoordinator Prof. Dr. Arno Ruckelshausen von der Hochschule Osnabrück.

 

Der Landwirt und sein Betrieb im Fokus der Betrachtung

Im Mittelpunkt des Forschungsprojekts Agro-Nordwest steht deshalb der Landwirt und dessen Betriebsumfeld, für den in direkter Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern konkrete und bedarfsorientierte Lösungsansätze entwickelt werden sollen. „Das entspricht genau unserer Vorstellung von angewandter Wissenschaft. Wir wollen handhabbare Lösungen für und mit der Praxis entwickeln und freuen uns deshalb besonders über die Förderung vom Bundesministerium“, sagt Hochschulpräsident Prof. Dr. Andreas Bertram.

Das Forschungsprojekt beinhaltet sechs Projektschwerpunkte. Die Hochschule Osnabrück ist mit den beiden Fakultäten Ingenieurwissenschaften und Informatik und Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur mit sechs Wissenschaftlern in allen Projektschwerpunkten involviert. Diese befassen sich mit der Wirtschaftlichkeit umweltgerechter Technologien (Prof. Dr. Guido Recke), Transformationsprozessen in die digitale landwirtschaftliche Produktion (Prof. Dr.-Ing. Clemens Westerkamp), herstellerübergreifenden Verfahrensketten (Prof. Dr. Hubert Korte), sensor- und datenbasierten Entscheidungshilfen im Pflanzenbau (Prof. Dr. Dieter Trautz), der Praxis autonomer Feldrobotik (Prof. Dr. Arno Ruckelshausen) sowie praxisnahen Konzepten zum Wissens- und Technologietransfer für verschiedene Zielgruppen (Prof. Dr. Thomas Rath).
 

Zum Hintergrund:
Im Rahmen des Zukunftsprogramms „Digitalpolitik Landwirtschaft“ fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mehrere digitale Experimentierfelder auf landwirtschaftlichen Betrieben und in ländlichen Räumen. In diesen Pilotprojekten soll erforscht werden, wie Digitalisierung in der Landwirtschaft vor Ort konkret aussehen kann. Dafür stellt das BMEL 15 Millionen Euro im Jahr 2019 bereit. Bis 2022 sollen weitere 45 Millionen Euro Fördermittel vergeben werden.
www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/_Texte/DigitaleExperimentierfelder.html

 

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Arno Ruckelshausen
Telefon: 0541 969-2090
E-Mail: a.ruckelshausen@hs-osnabrueck.de

 

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news-7122 Mon, 14 Oct 2019 11:15:46 +0200 Unterstützung zum Studieneinstieg – Mentoring-Programm als Angebot für alle Bachelorstudiengänge der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik gestartet https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/unterstuetzung-zum-studieneinstieg-mentoring-programm-als-angebot-fuer-alle-bachelorstudiengaenge-der/ Am Dienstag, 1. Oktober, ist das Mentoring-Programm für 234 Erstsemester der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik gestartet. Als Angebot des LearningCenters und der Fakultät zielt das Mentoring seit dem Wintersemester 2014/15 darauf ab, die Erstsemester bei ihrem Studienstart zu unterstützen. Dabei gibt es ab diesem Semester eine Neuheit: Aufgrund der positiven Erfahrungen und Rückmeldungen aus den vergangenen Mentoring-Semestern wird das Mentoring nun erstmalig nicht mehr ausschließlich für die Bachelorstudiengänge Elektrotechnik, Informatik – Medieninformatik, Fahrzeugtechnik und Maschinenbau, sondern auch für Studierende der Bachelorstudiengänge Aircraft and Flight Engineering, Berufliche Bildung Elektrotechnik und Metalltechnik, Dentaltechnologie, Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik, Industrial Design, Informatik – Technische Informatik, Mechatronik, Media & Interaction Design, Kunststofftechnik (auch im Praxisverbund) und Werkstofftechnik angeboten.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung lernten die Erstsemester das Programm, die Mentorinnen und Mentoren, ihre Rolle als Mentees sowie ihre Mentoring-Gruppe kennen. Ein gemütlicher Ausklang fand abschließend bei dem Besuch einer Osnabrücker Location statt und bot weitere Möglichkeiten zum Austausch und Kennenlernen.

„Die Mentees kennenzulernen hat viel Spaß gemacht und ich freue mich schon sehr auf die nun folgenden Monate, in denen wir uns regelmäßig sehen und austauschen werden. Wir haben bei unserem ersten Kennenlernen bereits einige Ideen für gemeinsame Aktivitäten oder Themen sammeln können, wie z. B. Kart fahren gehen, einen Spieleabend oder ein Austauschtreffen zur Vorbereitung auf die erste bevorstehende Klausurphase. Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass wir zu einer guten Truppe zusammenwachsen werden“, resümiert Mai Pietzonka, die selbst im 3. Semester Informatik –Technische Informatik studiert und nun als Mentorin 14 Mentees ihres Studiengangs unterstützt.

In insgesamt zwölf Mentoring-Gruppen werden die 234 Mentees nun von 18 Studierenden aus höheren Semestern bis zum Ende ihres zweiten Semesters im Rahmen regelmäßiger Treffen bei der Orientierung an der Hochschule und beim Einfinden in die Rolle als Studierende begleitet.

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news-7077 Tue, 01 Oct 2019 13:06:48 +0200 2GETHERLAND Camp 2019: Junge Menschen aus ganz Deutschland arbeiten an Lösungen für faire Chancen für alle https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/10/2getherland-camp-2019-junge-menschen-aus-ganz-deutschland-arbeiten-an-loesungen-fuer-faire-chancen-fue/ Rund 150 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene kommen im Oktober für eine Woche am Werbellinsee bei Berlin zusammen, um sich über ihre Erfahrungen mit sozialer Ungleichheit auszutauschen. Ziel des Camps 2GETHERLAND ist, dass die jungen Menschen selbst Ideen und Lösungen für gerechtere Chancen entwickeln und sich aktiv für die Verbesserung ihrer Lebensumstände einsetzen. Soziale Ungleichheit ist der wichtigste Faktor, der verhindert, dass junge Menschen eine faire Chance erhalten, ihr Potenzial voll zu entfalten. Jedes vierte Kind in Deutschland wächst in Armut auf – mit den entsprechenden negativen Folgen für seine Entwicklung und Bildungschancen. Verbände und Stiftungen aus der Zivilgesellschaft, darunter die Hochschule Osnabrück, arbeiten jetzt zusammen, um die Betroffenen zu ermutigen, selbst aktiv zu werden und mehr Teilhabe einzufordern.

Delegationen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen aus ganz Deutschland reisen dazu vom 7. bis 12. Oktober in das 2GETHERLAND an den Werbellinsee bei Berlin. Die rund 150 jungen Menschen ab acht Jahren mussten sich für die Teilnahme an dem einwöchigen Camp über eine Organisation, die sie vertreten, bewerben. Dazu gehörten Schulen, Träger der Jugendhilfe, Mentoring- und Stipendien-Programme, Initiativen zur Integration von Migranten sowie Glaubensgemeinschaften, Verbände und Jugendparlamente. Insgesamt werden 30 Delegationen aus zehn Bundesländern an dem Camp teilnehmen.

Die Planung wurde von einem 14-köpfigen Jugend-Experten-Team im Alter von 13 bis 21 Jahren durchgeführt. Acht Studierende der Hochschule Osnabrück unterstützten diese im Bereich Media und Interaktionsdesign. Teilnehmende am Camp können sich so schon im Vorfeld über soziale Medien und digitale Angebote miteinander vernetzen. Vor Ort werden die jungen Menschen gemeinsam mit Erwachsenen diskutieren, kreativ sein und sich motivieren. Das Programm enthält dementsprechend Elemente zum Erfahrungs- und Wissensaustausch wie Barcamps und Gruppenarbeit sowie Theater-, Musik- und Sportangebote zur kreativen Entfaltung.

Das zugrundeliegende Prinzip ist dabei eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe – das haben die Studierenden bei der Planung und Umsetzung ihrer unterstützenden Angebote verinnerlicht: „Es war eine große Herausforderung, Interaktionsbücher, Gedankenwände, Mitgebsel, einen Instagram-Auftritt  und eine App zu entwickeln, die für Achtjährige genauso gut funktionieren, wie für Teenager“, sagt Prof. Michaela Ramm, Projektbetreuerin und Leiterin des Studiengangs Media & Interaction Design an der Hochschule Osnabrück. Nach der Einschätzung des Jugend-Experten-Teams ist es den Studierenden gut gelungen. Das studentische Team und seine Betreuerinnen, Prof. Ramm und wissenschaftliche Mitarbeiterin Svenja Wichelhaus, sind nun gespannt, wie ihre Ideen bei den Delegationen ankommen.

Ziel ist, dass die jungen Menschen gemeinsam mit Erwachsenen praktische Lösungen erarbeiten, wie sich soziale Ungleichheit wirksam vermindern lässt. Das Camp soll so als Initialzündung dienen, aus der eine Reihe von Nachfolgeprojekten entstehen.


Partner des 2GETHERLAND Camp sind: Bertelsmann Stiftung, Breuninger Stiftung, Deutscher Kinderschutzbund, Hochschule Osnabrück, KinderRechteForum, Learning for Well-being Foundation, National Coalition Deutschland, Robert Bosch Stiftung, SOS Kinderdorf

 

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news-7068 Fri, 27 Sep 2019 10:57:34 +0200 Nach Berufsschule im Studium durchstarten https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/09/nach-berufsschule-im-studium-durchstarten/ Zum Start des neuen Wintersemesters haben die Hochschule Osnabrück und die Berufsbildenden Schulen Osnabrück Brinkstraße und Bersenbrück bereits zum neunten Mal einen Mathematikkurs in Lernort-Kooperation angeboten. Damit soll der Studieneinstieg für ehemalige Auszubildende erleichtert werden. Die VME-Stiftung Osnabrück-Emsland unterstützt im Rahmen ihrer Aktivitäten zur Nachwuchsförderung den Kurs durch eine Spende in Höhe von 1.000 Euro. Nach einer technischen Ausbildung studieren – dieses Ziel verfolgen viele junge Menschen in der Region Osnabrück-Emsland: Gut 54 Prozent derjenigen, die an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik der Hochschule Osnabrück studieren, haben zuvor eine Berufsausbildung abgeschlossen. Ein guter Start ins Studium ist für ehemalige Auszubildende nicht selbstverständlich – vor allem, weil Mathematik von vielen Erstsemestern als besonders kompliziert empfunden wird.

Um Jugendlichen mit einem Fachoberschul-Abschluss den Studienstart zu erleichtern, haben die Hochschule Osnabrück einerseits und die Berufsbildenden Schulen Brinkstraße und Bersenbrück andererseits eine Lernort-Kooperation ins Leben gerufen. 2011 haben sie gemeinsam einen Mathematikkurs aus der Taufe gehoben, der nun jährlich vor Beginn des Wintersemesters an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik stattfindet.

Für die über dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Durchlaufs bedeutet das sage und schreibe 64 Stunden Vorlesung und 32 Stunden Übungen – in nur vier Wochen. „Der Kurs endet mit einer Klausur, die den Anforderungen der Mathematikklausuren des ersten Semesters entspricht“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Kampmann. „Ist die Prüfung bestanden, kann sie auf Wunsch für die entsprechende Prüfungsleistung anerkannt werden“, so der Mathematik-Professor, der gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Theodor Gervens seit neun Jahren die Vorbereitungsvorlesung hält. Aber auch diejenigen, die bei der Abschlussklausur durchgefallen sind, geben ausgesprochen positive Rückmeldungen: Sie empfinden den Kurs als optimale Vorbereitung auf das erste Semester und schaffen meist die Mathematik-Klausur „im zweiten Anlauf“. Somit hilft der Kurs, die Zahl der Studienabbrüche zu vermindern.

Unterstützt werden die beiden Professoren von den Berufsschullehrern Stefan Uphaus (BBS Osnabrück Brinkstraße) und Friedhelm Meins (BBS Bersenbrück), die die Übungen leiten. Zum vierten Mal ist auch der Tutor Kai Riesener dabei, der den Kurs zuvor selbst als Teilnehmer absolviert hat. Vor fünf Jahren hat der heute 24-Jährige eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik abgeschlossen und dann ein Jahr lang die Fachoberschule BBS Brinkstraße besucht, bevor er das Studium der Elektrotechnik aufnahm. Den Vorbereitungskurs fand er anspruchsvoll: „Das Tempo in den Vorlesungen war hoch und man musste darauf achten, alle offenen Punkte zeitnah aufzuarbeiten. Während des Kurses merkte ich, dass es mir Spaß macht, meinen Kommilitonen zu helfen, wenn sie bei ihren Aufgaben nicht weiterkamen.“ So ist Riesener 2016 Tutor geworden und trifft im Kurs jedes Jahr alte Bekannte wieder – „Leute, die ich entweder aus meiner Ausbildung oder aus der Schulzeit kenne.“ Als Studienanfänger hat er vom Kurs profitiert: Dank aufgefrischten Mathekenntnissen kam er gut ins Studium und hat im letzten Semester seinen Bachelorabschluss erlangt. Vor wenigen Tagen haben für Kai Riesener die Vorlesungen in seinem Masterstudium begonnen.

Erfolgsgeschichten wie diese motivieren die regionale VME-Stiftung, den Kurs jährlich mit einer Spende von 1.000 Euro zu unterstützen. Die Stiftung, die eng mit den Unternehmen der regionalen Metall- und Elektroindustrie zusammenarbeitet, hat sich zum Ziel gesetzt, Bildung und Berufsorientierung zu fördern. „Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT)“, erläutert der Bildungsreferent der Stiftung Steffen Vogt. Das Anliegen der Stiftung, bei jungen Menschen technisches Interesse zu wecken, sie in ihren Fähigkeiten zu fördern und im Lernen zu unterstützen, sei gerade angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels in den MINT-Berufen besonders aktuell. „Durch die Unterstützung des Mathematikkurses helfen wir nicht nur den künftigen Studierenden, sondern – langfristig gesehen – auch den Unternehmen der Region“, betont Vogt.

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news-7046 Mon, 16 Sep 2019 09:53:11 +0200 10. Durchlauf des Niedersachsen-Technikums in Osnabrück https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/09/10-durchlauf-des-niedersachsen-technikums-in-osnabrueck/ Am 1. September ist in der Region Osnabrück bereits zum 10. Mal das Niedersachsen-Technikum gestartet. Bis Februar 2020 können 29 (Fach-) Abiturientinnen testen, ob ein MINT-Beruf der richtige für sie ist. Das Programm kombiniert ein halbjähriges bezahltes Praktikum mit dem „Schnupperstudium“ an der Hochschule oder der Universität Osnabrück. Das Niedersachsen-Technikum, eines der erfolgreichsten Programme zur Gewinnung weiblichen MINT-Nachwuchses im Bundesgebiet, bietet (Fach-)Abiturientinnen eine hervorragende Chance, praxisnah ein Semester lang MINT-Berufe zu erleben. Zum Start in das Technikum 2019/2020 trafen 81 junge Frauen – darunter 29 aus Osnabrück und Umgebung – auf die Vielfalt des gesamten Netzwerkes.

„Studieren? – Einfach probieren!“: So lautet das Motto des Niedersachsen-Technikums. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik, kurz: MINT – all das sind Bereiche, die im Fokus des Programms stehen, das jungen Frauen einen Zugang in technische Berufe aufzeigt. Sechs Monate lang werden die Teilnehmerinnen in einem Kooperationsunternehmen und parallel an einer Hochschule Erfahrungen sammeln und erleben können.

Mit dem Technikum 2019/2020 werden den Technikantinnen zusätzlich zu dem bewährten Programm verschiedene Module mit Blick auf Digitalisierung angeboten. „Das Niedersachsen-Technikum wird den Technikantinnen durch die Integration von Aspekten digitaler Kompetenz in den Ablauf des Programms bereits erste Selbstwirksamkeitserfahrungen vermitteln“ berichtet die Initiatorin und Leiterin des Niedersachsen-Technikums, Prof. Barbara Schwarze, von der Hochschule Osnabrück. „Damit wollen wir bereits in der Phase der Studien- und Berufsorientierung zu einer Stärkung der Selbstkompetenz für Digitalisierungsaspekte beitragen und die Entscheidung für eine entsprechende Studien- und Berufswahl unterstützen“, so Prof.in Schwarze.

Bei der diesjährigen Start-Veranstaltung des Technikums im Science Center phaeno in Wolfsburg wurden die Technikantinnen von Dr. Sabine Johannsen, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, willkommen geheißen. Sie begrüßt die Integration der neuen Module: „Die Digitalisierung spielt in den MINT-Fächern eine zunehmend wichtige Rolle. Robotisierung, Automatisierung und Flexibilisierung nehmen zu. In einer überwiegend von Männern geprägten Welt der Ingenieurdisziplinen und der Informationstechnik bilden Frauen noch eine Minderheit. Das liegt sowohl an der immer noch zu geringen Zahl der Absolventinnen im MINT-Bereich als auch am Mangel von Frauen in Führungspositionen. Eine Möglichkeit gegenzusteuern bietet das sehr erfolgreiche Niedersachsen-Technikum, das weiblichen Nachwuchs für MINT-Studiengänge begeistern will.“

Für die Technikantinnen der Hochschule und der Universität Osnabrück startete das Programm mit einer Orientierungswoche. Der Studiendekan für Elektrotechnik und Informatik der Hochschule, Prof. Dr. Frank Thiesing, stellte den 29 jungen Frauen das breite Angebot an technischen Studiengängen vor. Die beiden Projekt-Koordinatorinnen Monika Plümer und Elke Turner organisierten ein buntes Programm, damit die Technikantinnen sich gleich zu Beginn miteinander vernetzen sowie den Campus und die Studierenden kennenlernen konnten.

An folgenden Hochschulen wird das Niedersachsen-Technikum angeboten: Hochschule Emden/Leer, Hochschule Hannover, Hochschule Osnabrück, Jade Hochschule Wilhelmshaven Oldenburg Elsfleth, Leibniz Universität Hannover, TU Braunschweig, Universität Hildesheim und Universität Osnabrück.

Kooperationspartner des Niedersachsen-Technikums in Osnabrück sind folgende regionale Unternehmen: Amazonen-Werke H.Dreyer GmbH & Co. KG, apetito AG, AVO-WERKE August Beisse GmbH, basecom GmbH & Co. KG, Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik e.V., elektro-bau-montage GmbH & Co.KG, Gebr. TITGEMEYER GmbH & Co.KG, Georgsmarienhütte GmbH, Grimme Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG, HARTING Stiftung & Co. KG, KÄMMERER Spezialpapiere GmbH, , Kampmann GmbH, Kesseböhmer Beschlagsysteme GmbH & Co. KG, KME Germany GmbH & Co. KG, Leiber GmbH, Maschinenfabrik Bernard Krone GmbH & Co. KG, meurer Verpackungssysteme GmbH, pbr Planungsbüro Rohling AG, Salzgitter Automotive Engineering GmbH & Co. KG, Schoeller Technocell GmbH & Co. KG (Felix Schoeller Group), SCHULZ Systemtechnik GmbH, Symbic GmbH, Volkswagen Osnabrück GmbH, Westnetz GmbH, ZF Friedrichshafen AG.

Wer sich für das Niedersachsen-Technikum interessiert, findet weitere Informationen im Internet: www.niedersachsen-technikum.de.

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news-7035 Tue, 10 Sep 2019 15:03:37 +0200 Studentische Lösungen für morgen: Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit im Fokus https://www.hs-osnabrueck.de/de/nachrichten/2019/09/studentische-loesungen-fuer-morgen-kuenstliche-intelligenz-und-it-sicherheit-im-fokus/ 24 Studierende der Hochschule Osnabrück haben seit April drei praxisnahe Projekte bearbeitet. Jetzt haben sie die Ergebnisse ihrer Arbeit auf der traditionellen Projektmesse „Lösungen für die Welt von morgen“ vorgestellt. Ob Industrie 4.0, autonomes Fahren oder Künstliche Intelligenz – diese Schlagworte zeigen, dass die Informatik immer mehr unser Leben durchdringt. Mit diesen aktuellen Themen der Informatik haben sich deshalb Studierende der Hochschule Osnabrück in ihren Projekten befasst. Im fünften Semester – also kurz bevor sie Abschlussarbeiten in Unternehmen verfassen – haben sie dabei zweierlei Ziele verfolgt: Theoretische Kenntnisse des Software-Engineerings in die Praxis umzusetzen und sich in Teamwork und Projektmanagement zu üben. „Um den Praxisbezug sicherzustellen, legen wir besonderen Wert auf Projekte in Kooperation mit der Wirtschaft“, betont der Organisator der Messe Prof. Dr. Rainer Roosmann.
 

Mittelstand 4.0 in der Oberflächentechnik

Das gilt auch für das Projekt, das er betreut hat: Hier gab es sogar zwei Kooperationspartner – die Firmen Kleymann Oberflächentechnik aus Werlte und die Münch Gesellschaft für IT-Solutions aus Lohne. Sechs Studierende der Technischen und der Medieninformatik haben versucht, die Chancen der Digitalisierung für den Mittelstand nutzbar zu machen. Das Familienunternehmen Kleymann ist in den Bereichen Lackiertechnik, Pulverbeschichtung und Korrosionsschutz tätig. Der Gründer und Geschäftsführer Ansgar Kleymann kam nach dem Besuch einer Veranstaltung zum Thema „Mittelstand 4.0“ auf die Idee, die Angebotserstellung in seinem Unternehmen mithilfe von Informatik zu automatisieren. „Aktuell werden bei uns rund 1.500 Angebote jährlich per Hand erstellt – mit hohem personellem und zeitlichem Aufwand“, berichtet der Unternehmer: „Im Sinne unserer Kunden wollen wir hier in Zukunft Zeit und Kosten sparen.“ Die Studierenden erstellten in enger Zusammenarbeit mit den beiden Kooperationspartnern eine cloud‐basierte Lösung. Das Besondere dabei ist eine Microservice-Architektur, die stark verteilt ist und von zahlreichen Internetshops verwendet wird. „Diese Software bietet den Außendienstmitarbeitern von Kleymann nun die Möglichkeit, über eine Web‐Oberfläche ein Auftragsangebot abzugeben – bequem und sicher“, erklärt Pia Brüggemann. „Um möglichst hohen Komfort bei gleichzeitig hoher Sicherheit zu genießen, muss sich der Nutzer in nur einer Weboberfläche anmelden – dafür wenden wir sogenannte ‚Single Sign‐On Lösungen‘ an“, so die Studentin der Technischen Informatik weiter. Der Auftraggeber Kleymann ist mit dem Prototyp des Teams zufrieden: „Es beschleunigt und vereinfacht das jetzige Verfahren und ist für uns ein guter Einstieg in die Digitalisierung.“


KI erkennt Brötchensorten

Anwendungsorientiert war auch das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik. Sechs Informatikstudenten bekamen die Aufgabe, ein neuronales Netz zu entwickeln, welches verschiedene Brötchensorten unterscheiden kann. Dies ermöglicht es einer Brötchen‐Schmiermaschine zu wissen, wie sie die verschiedenen Brötchen zu belegen hat. „Das System soll routinemäßige Arbeitsläufe automatisieren – zum Beispiel an Flughäfen“, erklärt der Projektbetreuer Prof. Dr. Theodor Gervens. Das Team um Wiho Wert hat dafür eine Künstliche Intelligenz entwickelt: „Wir haben das Konzept des Gehirns auf ein neuronales Netz übertragen“, so der Student der Medieninformatik. Dabei verarbeitet die KI jedes aufgenommene Bild eines Brötchens und gibt daraufhin eine Einschätzung, um welche Brötchensorte es sich handelt. Um die KI anzulernen, haben Studierende sechs Brötchensorten von zwei Bäckereien genutzt. Von jeder Sorte hat das Team rund 10.000 Bilder aufgenommen – bei gleichmäßiger Beleuchtung, jedoch aus unterschiedlichen Winkeln. Zu Demonstrationszwecken haben die angehenden Informatiker eine mobile Anwendung entwickelt, die einen prototypischen Ablauf des Systems zeigt. Das Ergebnis überzeugt: Die Fehlerquote liegt unter einem Prozent. Die Gelegenheit, sich mit der spannenden KI-Technologie im Rahmen der Lebensmittelindustrie zu beschäftigten, haben die Studierenden gut genutzt“, sagt Prof. Gervens.


Vom Zukunftsthema in den Alltag: Autonomes Fahren

Um künstliche neuronale Netze ging es auch im dritten Projekt des Sommersemesters, an dem Studierende der Informatik und Elektrotechnik teilgenommen haben. Den Projektbetreuer Prof. Dr. Winfried Gehrke wundert das große Interesse der Studierenden an diesem Thema nicht: „Neuronale Netze erlebten im letzten Jahrzehnt einen regelrechten Hype, da künstliche Intelligenz heute selbst mit einfachen Rechnersystemen realisierbar geworden ist. Unsere Studierenden sind neugierig und wollen dieses Zukunftsthema durch eigene Experimente entdecken. Das Faszinierende an der Thematik ist, dass heute Systeme möglich sind, die noch vor wenigen Jahrzehnten undenkbar waren." Ein Beispiel dafür sind autonom fahrende Autos. Seit sechs Jahren entwickeln Studierende der Hochschule Osnabrück immer neue Versionen des autonomen Modellautos OSCAR. Damit nehmen sie jährlich am studentischen Wettbewerb Carolo-Cup der TU Braunschweig teil, wo sich internationale Teams in unterschiedlichen Disziplinen messen. Bei der diesjährigen Auflage fuhr das Osnabrücker Team zum Sieg im Basic-Cup und ließ neun Konkurrenten aus China, Polen, Deutschland und der Schweiz hinter sich. Für die nächste Cup-Teilnahme stehen neue Herausforderungen an: Verkehrsschilder und Fahrbahnmarkierungen – wie Zebrastreifen, Abbiegepfeile oder Sperrflächen – müssen zuverlässig erkannt werden. „Um nicht mit einem realen Auto alle denkbaren Fahrsituationen nachstellen zu müssen, haben wir jetzt einen Simulator entwickelt“, erzählt der Projektleiter Dennis Buchberger. Der Simulator generiert aus dem Straßenverlauf und den Positionen von Fahrbahnmarkierungen, Hindernissen und Straßenschildern Bilder, wie sie auch die Kamera des Autos liefern würde. Zudem können so Trainingsdaten für Neuronale Netze erzeugt werden. Diese analysieren anschließend die Bilder, um beispielsweise einen Zebrastreifen von einem Abbiegepfeil zu unterscheiden und das Auto sicher durch den Verkehr zu steuern. Die Projektergebnisse dienen nun als Grundlage für die sechste Version des OSCAR-Autos und fahren beim nächsten Carolo-Cup 2020 mit nach Braunschweig.


Neu: Workshops „Informatik für alle“

Nicht nur der Austausch an den Projektständen und Kurzvorstellungen der Projekte standen diesmal auf dem Programm: Um den Messegästen einen Einblick in die spannenden Themenfelder der Informatik zu geben, haben die Studierenden erstmals drei kostenlose Workshops angeboten – geleitet von Richard Alwes, Malte Dörgeloh, Christian Funke, Jonas Heitmann, Jannis Masselink und Celina Müller. Unter dem Motto „Informatik für alle“ ging es dabei um IT-Sicherheit, Künstliche Intelligenz und Neuronale Netze.


Messekontakte: Vorteil für Studierende wie Unternehmen

Auch diesmal haben mehrere Unternehmen der IT-Branche die Projektmesse genutzt, um Kontakte zu Studierenden zu knüpfen. „Diese Messe ist für uns eine gute Möglichkeit, mit talentiertem Nachwuchs ins Gespräch zu kommen“, sagt Eyk Haneklaus, Software Engineering Consultant im ROSEN Technology and Research Center. „Solche Kontakte führen oft zu Praktika oder Abschlussarbeiten, denn wir haben viele interessante Projekte zu bieten und nehmen die Betreuung der Studierenden sehr ernst.“ Das Familienunternehmen mit weltweit 3.300 Mitarbeitern arbeitet seit über zehn Jahren der Hochschule in Osnabrück zusammen. Um noch näher an die Studierenden und die Hochschule zu rücken, hat das Unternehmen im Mai dieses Jahres ein neues Büro in Osnabrück eröffnet.

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