Nachhaltigkeit digital umsetzen: Verbundprojekt für Agrar- und Lebensmittelbetriebe Donnerstag, 15. Januar 2026

Prof. Dr.-Ing. Benjamin Weinert vom Campus Lingen freut sich über den Start des DBU-geförderten Forschungs- und Transferprojekts "SustainChain". Dieses zeigt, wie Agrar- und Lebensmittelbetriebe ihre Nachhaltigkeitsanforderungen messen und digital abbilden können. Bild: Hochschule Osnabrück

Hochschule Osnabrück unterstützt mit dem Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering, dem Netzwerk Friends of Digital Farming und der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Betriebe bei der digitalen Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen

Unter dem Titel “SustainChain” ist kürzlich das gemeinsame Forschungs- und Transferprojekt der Hochschule Osnabrück, des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE, des Netzwerks Friends of Digital Farming sowie der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) gestartet. Ziel ist es, den Nutzen digitaler Datenräume für die Nachhaltigkeit aufzuzeigen. Damit sollen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entlang der Agrar- und Ernährungswertschöpfungskette bei der Umsetzung digital gestützter Nachhaltigkeitsanforderungen und Teilnahme an entsprechenden Datenräumen unterstützt werden.

Der Agrar-Food-Sektor steht vor steigenden regulatorischen Anforderungen, wachsendem Kostendruck und zunehmender Komplexität durch Digitalisierung. Gerade KMU fehlt häufig eine klare Orientierung, welche Daten, Systeme und Standards notwendig sind, um Themen wie CO₂-Fußabdruck, Nachhaltigkeits-Compliance oder Kreislaufwirtschaft effizient und wirtschaftlich abzubilden. “SustainChain” setzt genau hier an.

Entwicklung eines praxisnahen Leitfadens 

Im Mittelpunkt des von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 175.000 Euro geförderten Projekts steht die Entwicklung eines praxisnahen Leitfadens sowie eines domänenweiten Referenzmodells für digitale Wertschöpfungsketten. Kern ist ein sogenanntes Reference Designation System (RDS), das als digitale “Landkarte” beschreibt, wie Betriebe, technische Systeme, Datenflüsse und Prozesse interoperabel zusammenspielen müssen, um Nachhaltigkeitsanforderungen messbar, dokumentierbar und anschlussfähig an entstehende Agrar-Datenräume umzusetzen.

Untersucht wird dies anhand konkreter Anwendungsfälle:

  • CO₂-Fußabdruck in der Milch- sowie Fleischproduktion,
  • Nachhaltigkeits-Compliance in der Obst- und Gemüseproduktion,
  • Kreislaufwirtschaft in der Lebensmittelverarbeitung.

Die Hochschule Osnabrück bringt dabei ihre Kompetenz in der Analyse und Modellierung digitaler Wertschöpfungsprozesse sowie in der anwendungsorientierten Forschung ein. Das Fraunhofer IESE verantwortet die systematische Interoperabilitäts- und Architekturbetrachtung im Kontext von Datenräumen. Friends of Digital Farming sorgen für die enge Verzahnung mit Praxis, Netzwerken und nachgelagerten Wertschöpfungsstufen. Die DLG begleitet das Projekt fachlich und stellt den Transfer der Ergebnisse in die landwirtschaftliche Praxis sicher.

Großes ökologisches und ökonomisches Potenzial

„Unser Anspruch ist es, Digitalisierung und Nachhaltigkeit für Betriebe greifbar zu machen – nicht abstrakt, sondern entlang realer Arbeitsprozesse und konkreter Entscheidungen im Unternehmensalltag", betont Prof. Dr.-Ing. Benjamin Weinert, Professor für Wirtschaftsinformatik, insbesondere IT-Unternehmensarchitektur, am Campus Lingen der Hochschule Osnabrück. „SustainChain" liefert dafür verständliche Handlungsempfehlungen, Checklisten und technische Orientierung, die den Betrieben helfen, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, gleichzeitig Umweltwirkungen messbar zu verbessern und anschlussfähig an gegenwärtige und künftige Datenraum-Aktivitäten zu werden.

Die zuständige DBU-Referentin Dr. Susanne Wiese-Willmaring hebt hervor: “Das Projekt adressiert gezielt die Herausforderungen, die sich durch die doppelte Transformation aus Digitalisierung und Nachhaltigkeit für KMU ergeben.” Eine erfolgreiche Digitalisierung dieser Betriebe biete “großes ökologisches und ökonomisches Potenzial.” Um dieses Potenzial zu nutzen, sei der bedarfsgerechte Überblick über vorhandene, digitale Lösungen essenziell. “Hierbei kann das Projekt gezielt unterstützen”, so Wiese-Willmaring.

Das Projekt leistet damit einen Beitrag zur doppelten Transformation des Agrifood-Sektors und unterstützt KMU dabei, sich frühzeitig und souverän in digitale Wertschöpfungsketten und Agrar-Datenräume einzubinden.

 

Weitere Informationen
Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Benjamin Weinert
Institut für Management und Technik, Campus Lingen
E-Mail: benjamin.weinert@hs-osnabrueck.de

Tel.: 0591 80098 458

 

Von: Pressestelle MKT