Junge Talente beleben die Grenzregion Mittwoch, 17. Februar 2021

Das CBT-Team am Campus Lingen (v.l.): Pieter Alexander de Weerd, Britta Blotenberg, Juliane Weßling, Prof. Dr. Gunther Meeh-Bunse, Isabel Alsmann, Projektleiter CBT an der Hochschule Osnabrück Prof. Dr. Guido Andreas Patek und Prof. Dr. Thorsten Litfin. Foto: Hochschule Osnabrück

Das deutsch-niederländische Projekt "Cross Border Talent" (CBT) endet nach vierjähriger Laufzeit - Hochschule Osnabrück zieht ein positives Fazit

Auslandserfahrungen direkt "vor der Haustür“ sammeln, dabei den Horizont erweitern und die Abschlussarbeit schreiben -  Für Studierende des Campus Lingen der Hochschule Osnabrück eröffnete sich diese Möglichkeit im INTERREG-Projekt „Cross Border Talent“ (CBT). Ziel des Projektes war es, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Studierenden zu fördern, um die Innovationskraft der deutsch-niederländischen Grenzregion zu stärken. Nach vier Jahren endete nun das Förderprojekt der Hochschule Osnabrück, das in Kooperation mit der Saxion Hogeschool in Enschede, der FH Münster, der Wirtschaftsförderung des Landkreises Grafschaft Bentheim, des Wirtschaftsverbandes Emsland e.V. sowie dem niederländischen Unternehmerverband VNO-NWC Midden durchgeführt wurde.

Einstieg in den internationalen Arbeitsmarkt

„Da ich nah an der deutsch-niederländischen Grenze wohne, hatte ich schon immer einen engen Bezug zu den Niederlanden und konnte mir gut vorstellen, bei diesem Projekt mitzumachen“, erinnerte sich Marcel Waldmann, der zu der Zeit Internationale Betriebswirtschaft und Management an der Hochschule Osnabrück studierte. Er nutzte, ebenso wie seine Mitstudierenden Marie Büscher und Quentin di Silvestro, das Angebot der kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Grenzregion, die Abschlussarbeit innerhalb von sechs Monaten in einem niederländischen Unternehmen zu schreiben und die Ergebnisse in einer anschließenden gleichlangen Traineephase direkt umzusetzen.

Während dieser Zeit wurden die Studierenden stets vom CBT-Team am Campus Lingen unterstützt. Bereits in den ersten Projekttagen seien ihnen die flachen Hierarchiestrukturen in niederländischen Unternehmen aufgefallen. „Mir hat der kommunikative, persönliche und vertraute Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen und die sofortige Übertragung von anspruchsvollen und eigenständigen Aufgaben sehr gefallen“, so Marie Büscher, Absolventin des Studiengangs Internationale Betriebswirtschaftslehre und Management. Neben einer anderen Arbeitsweise und Kultur habe aber auch die neue Sprache eine bedeutende Rolle gespielt. „Ich fand es besonders wichtig, Niederländisch zu sprechen, um mich auch richtig integrieren zu können“, so Büscher.

32 Studierende der Hochschule Osnabrück nahmen am CBT-Projekt teil

Inzwischen haben die Studierenden ihre Abschlussarbeiten erfolgreich abgeschlossen und durch das CBT-Projekt ihren beruflichen Lebensweg geebnet. Marcel Waldmann strebt ein Masterstudium mit Praxisphasen in den Niederlanden an. Marie Büscher und Quentin di Silvestro wurden von ihren jeweiligen niederländischen Unternehmen übernommen.

„Für mich war das Projekt das perfekte Sprungbrett ins Berufsleben“, betonte der ehemalige Betriebswirtschaftsstudent di Silvestro. Er wird zukünftig in einem Depot in Deutschland arbeiten und dort als Schnittstelle zwischen den Niederlanden und Deutschland fungieren. Auch Marie Büscher kann sich rückblickend keinen besseren Einstieg in das Berufsleben vorstellen. Sie ist mittlerweile in die Niederlande gezogen und baut sich dort ihren Lebensmittelpunkt auf. Insgesamt haben 32 Studierende der Hochschule Osnabrück am CBT-Projekt teilgenommen und elf davon ihre Bachelorarbeit in einem niederländischen Unternehmen geschrieben.

Kreative Projektideen durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Ein positives Fazit zogen neben den Studierenden auch die deutschen und niederländischen Unternehmensvertretenden während der digitalen Abschlussveranstaltung des CBT-Projekts. „Obwohl jeder sein eigenes Ziel hatte, stand dies dem gemeinsamen Ziel nie im Weg. Gemeinsam konnten wir die geografischen Grenzen für alle Teilnehmer aufheben und damit einen wesentlichen Beitrag zum grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt leisten“, betonte Sascha Leuftink, Leiter des CTB-Projektes an der Saxion Hochschule, der durch das eineinhalbstündige Programm führte. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Überreichung der Zertifikate an die Projektteilnehmenden.

Für den Leiter des CBT-Projekts an der Hochschule Osnabrück, Prof. Dr. Guido Patek, sei das Projekt ein großartiges Beispiel dafür, wie durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und jungen Talenten deutsch-niederländische Projektideen kreativ und erfolgreich umgesetzt werden können. Es habe sich eine Win-Win-Situation ergeben. „Die teilnehmenden Studie-renden konnten Praxiserfahrungen in den Niederlanden sammeln, ihre interkulturellen Kompetenzen stärken und damit auch ihre Chancen für einen erfolgreichen Einstieg in den internationalisierten Arbeitsmarkt erheblich erhöhen.“

Aber auch die Unternehmen und damit die Gesamtwirtschaft in den Grenzregionen habe vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch deutlich profitiert, so der Professor. „Aufgrund der positiven Erfahrungen sind wir als Team fest davon überzeugt, dass CBT einen ansehnlichen Baustein in einem vielfarbigen Mosaik von weiteren erfolgreichen Zukunftsprojekten in der deutsch-niederländischen Grenzregion bilden wird.“ Das CBT-Team freue sich darauf, an dieser Entwicklung weiter aktiv mitwirken zu können.

Die Ergebnisse des Förderprojekts Cross Border Talent sind einer Broschüre zusammengefasst.

 

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Guido Andreas Patek
Telefon: 0591 80098-731
E-Mail: g.patek@hs-osnabrueck.de

 

 

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