„Applaus vom Balkon reicht nicht!“ Mittwoch, 20. Mai 2020

Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Stefanie Seeling der Hochschule Osnabrück spricht im Podcast Hochschulstimmen mit Julia Gravenstein aus der Hochschulkommunikation und Medieninformatiker Prof. Dr. Karsten Morisse offen über ihre Sorgen und die aktuellen Herausforderungen in der Pflege.

Die Pflegewissenschaftlerin Prof. Dr. Stefanie Seeling der Hochschule Osnabrück spricht in der neuen Podcastfolge von Hochschulstimmen über ihre Sorgen und Hoffnungen für die Pflege durch Corona.

„Es geht nicht alles mit Geld. Geld ist wichtig, aber es geht auch um eigenständige Verantwortungsbereiche. Das ist die größere Chance, die sich aus der Corona-Krise für Pflege ergeben müsste und sollte“, sagt Prof. Dr. Stefanie Seeling in der neuen Podcastfolge von „Hochschulstimmen – WIR in Lehre und Forschung“ der Hochschule Osnabrück. Mit den Vorbehaltsaufgaben für Pflegeprozesse sei Anfang des Jahres ein erster Schritt getan, nun müsse die Umsetzung folgen, damit der Beruf endlich attraktiver für junge Menschen wird. „Klar werden die Pflegenden gerade als Helden gefeiert, was zu einem Ansehen in der Gesellschaft führt. Aber es ist nicht mit Applaus von Balkonen getan.“ 

Beim Zuhören spürt man sofort die Leidenschaft von Stefanie Seeling, die als Professorin für Pflegewissenschaft am Campus Lingen lehrt. Und das, obwohl sie eigentlich nie Professorin werden wollte. Heute kann sich die Weserbergländerin keinen anderen Job mehr vorstellen und schätzt vor allem die Fallnähe, die sie durch ihre Dual-Studierenden zur Praxis hat. Die versorgen aktuell selbst Covid-19-Patientinnen und Patienten in Kliniken oder bekommen die Ängste und Auswirkungen der Isolation älterer Menschen in Alten- und Pflegeheimen mit. „In den Einrichtungen zählen Hände, Köpfe und Füße, sodass die Studierenden mit der Verarbeitung und den Herausforderungen oft allein gelassen sind. Im Studium kann ich solche Situationen mit ihnen gemeinsamen diskutieren und reflektieren.“

Im Podcast erzählt sie außerdem, warum Selbstpflege für ihre Studierenden so wichtig ist und warum in der ersten Minute ihrer Vorlesungen niemand etwas sagt. Dazu verrät sie, weshalb sie sich mit Anfang 30 und zwei kleinen Kindern nach ihrer Tätigkeit als Krankenschwester noch für ein zusätzliches Studium entschied, wieso ihre Mutter sie sehr geprägt hat und warum Studierende sie sogar zu ihren Partys einladen wollen.

 

 

Von: Julia Gravenstein

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