Nach Berufsschule im Studium durchstarten Freitag, 27. September 2019

33 ehemalige Berufsschülerinnen und -schüler – hier mit Steffen Vogt von der VME-Stiftung Osnabrück-Emsland, links und Prof. Dr. Jürgen Kampmann, rechts – haben vor Beginn ihres Studiums an der Hochschule Osnabrück einen 4-wöchigen Mathematikkurs absolviert. (Foto: Hochschule Osnabrück / Lidia Wübbelmann)

Zum Start des neuen Wintersemesters haben die Hochschule Osnabrück und die Berufsbildenden Schulen Osnabrück Brinkstraße und Bersenbrück bereits zum neunten Mal einen Mathematikkurs in Lernort-Kooperation angeboten. Damit soll der Studieneinstieg für ehemalige Auszubildende erleichtert werden. Die VME-Stiftung Osnabrück-Emsland unterstützt im Rahmen ihrer Aktivitäten zur Nachwuchsförderung den Kurs durch eine Spende in Höhe von 1.000 Euro.

Nach einer technischen Ausbildung studieren – dieses Ziel verfolgen viele junge Menschen in der Region Osnabrück-Emsland: Gut 54 Prozent derjenigen, die an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik der Hochschule Osnabrück studieren, haben zuvor eine Berufsausbildung abgeschlossen. Ein guter Start ins Studium ist für ehemalige Auszubildende nicht selbstverständlich – vor allem, weil Mathematik von vielen Erstsemestern als besonders kompliziert empfunden wird.

Um Jugendlichen mit einem Fachoberschul-Abschluss den Studienstart zu erleichtern, haben die Hochschule Osnabrück einerseits und die Berufsbildenden Schulen Brinkstraße und Bersenbrück andererseits eine Lernort-Kooperation ins Leben gerufen. 2011 haben sie gemeinsam einen Mathematikkurs aus der Taufe gehoben, der nun jährlich vor Beginn des Wintersemesters an der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik stattfindet.

Für die über dreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Durchlaufs bedeutet das sage und schreibe 64 Stunden Vorlesung und 32 Stunden Übungen – in nur vier Wochen. „Der Kurs endet mit einer Klausur, die den Anforderungen der Mathematikklausuren des ersten Semesters entspricht“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Kampmann. „Ist die Prüfung bestanden, kann sie auf Wunsch für die entsprechende Prüfungsleistung anerkannt werden“, so der Mathematik-Professor, der gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Theodor Gervens seit neun Jahren die Vorbereitungsvorlesung hält. Aber auch diejenigen, die bei der Abschlussklausur durchgefallen sind, geben ausgesprochen positive Rückmeldungen: Sie empfinden den Kurs als optimale Vorbereitung auf das erste Semester und schaffen meist die Mathematik-Klausur „im zweiten Anlauf“. Somit hilft der Kurs, die Zahl der Studienabbrüche zu vermindern.

Unterstützt werden die beiden Professoren von den Berufsschullehrern Stefan Uphaus (BBS Osnabrück Brinkstraße) und Friedhelm Meins (BBS Bersenbrück), die die Übungen leiten. Zum vierten Mal ist auch der Tutor Kai Riesener dabei, der den Kurs zuvor selbst als Teilnehmer absolviert hat. Vor fünf Jahren hat der heute 24-Jährige eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik abgeschlossen und dann ein Jahr lang die Fachoberschule BBS Brinkstraße besucht, bevor er das Studium der Elektrotechnik aufnahm. Den Vorbereitungskurs fand er anspruchsvoll: „Das Tempo in den Vorlesungen war hoch und man musste darauf achten, alle offenen Punkte zeitnah aufzuarbeiten. Während des Kurses merkte ich, dass es mir Spaß macht, meinen Kommilitonen zu helfen, wenn sie bei ihren Aufgaben nicht weiterkamen.“ So ist Riesener 2016 Tutor geworden und trifft im Kurs jedes Jahr alte Bekannte wieder – „Leute, die ich entweder aus meiner Ausbildung oder aus der Schulzeit kenne.“ Als Studienanfänger hat er vom Kurs profitiert: Dank aufgefrischten Mathekenntnissen kam er gut ins Studium und hat im letzten Semester seinen Bachelorabschluss erlangt. Vor wenigen Tagen haben für Kai Riesener die Vorlesungen in seinem Masterstudium begonnen.

Erfolgsgeschichten wie diese motivieren die regionale VME-Stiftung, den Kurs jährlich mit einer Spende von 1.000 Euro zu unterstützen. Die Stiftung, die eng mit den Unternehmen der regionalen Metall- und Elektroindustrie zusammenarbeitet, hat sich zum Ziel gesetzt, Bildung und Berufsorientierung zu fördern. „Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT)“, erläutert der Bildungsreferent der Stiftung Steffen Vogt. Das Anliegen der Stiftung, bei jungen Menschen technisches Interesse zu wecken, sie in ihren Fähigkeiten zu fördern und im Lernen zu unterstützen, sei gerade angesichts des derzeitigen Fachkräftemangels in den MINT-Berufen besonders aktuell. „Durch die Unterstützung des Mathematikkurses helfen wir nicht nur den künftigen Studierenden, sondern – langfristig gesehen – auch den Unternehmen der Region“, betont Vogt.

Von: Lidia Wübbelmann

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