Raus aus dem Kopf, rein in die Natur Montag, 19. Oktober 2026
Transformatives Lernen am WABE-Zentrum
Wie kann eine tiefere Verbindung zur Natur entstehen – und was hat das mit Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu tun? Dieser Frage gingen die Studierenden des dritten Semesters Ökotrophologie im Seminar „Transformatives Lernen und BNE“ im Rahmen des Moduls „Nachhaltigkeit in Bildung und Gesellschaft“ bei Prof. Stephanie Hoy nach. Nach einer kurzen Einführung in die Theorie des Transformativen Lernens hieß es: raus aus dem Seminarraum und hinein in die Natur!
An verschiedenen Stationen konnten die Studierenden Methoden aus der Natur- und Erlebnispädagogik selbst ausprobieren: Sie ließen sich von Naturgedichten inspirieren und verfassten eigene Texte, ernteten Tomaten und gruben Kartoffeln auf dem Campus-Acker aus oder gestalteten im Gewächshaus Blumenretter und kleine Anhänger aus Ton. Wer es ruhiger angehen wollte, legte das Handy beiseite und verbrachte bei der Station „Mein Sitzplatz“ 15 Minuten ganz bewusst in der Natur – ohne Aufgabe, ohne Leistungsdruck, einfach nur wahrnehmen und da sein.
Im anschließenden Council teilten die Studierenden ihre Erlebnisse und persönlichen Erfahrungen. Dabei wurde deutlich, wie sehr die Zeit in der Natur zur Ruhe führen und an eindrückliche Kindheitserinnerungen anknüpfen kann. Die Erfahrung, einmal nichts leisten zu müssen, eröffnete einen anderen Blick auf die eigene Beziehung zur Natur.
Was bedeutet das für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung? Nachhaltigkeit zu verstehen, ist wichtig. Doch Wissen allein führt nicht automatisch dazu, dass wir unser Handeln verändern. Wenn wir Natur nicht nur kognitiv verstehen, sondern uns emotional mit ihr verbinden, kann daraus die Motivation wachsen, sie und ihre Ressourcen zu schützen. Genau hier setzt transformatives Lernen an: Es schafft Erfahrungsräume, in denen wir unsere Perspektiven hinterfragen, neue Beziehungen zur Welt entwickeln und Veränderung nicht nur denken, sondern auch fühlen können.