Zwischen Wildschweinjagd und Dreiecksbeziehung Donnerstag, 16. April 2026

BNE ganz praktisch

Wie bleibe ich in einer immer komplexer werdenden Welt handlungsfähig? Und wie fühlt es sich an, wenn die eigenen Grundbedürfnisse mit dem Schutz lokaler oder globaler Ressourcen kollidieren? Die Studierenden des vierten Semesters sind diesen Fragen im Modul „Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion“ bei Frau Prof. Hoy ganz praktisch auf den Grund gegangen. Anstatt „Systemdynamiken“, „Dilemma-Situationen“ und die „Tragik der Allmende“ nur theoretisch zu betrachten, hieß es: Ab in die Simulation!

Um die Komplexität von Systemzusammenhängen zu verstehen, bildeten die Studierenden zunächst ein menschliches Netzwerk. Die Aufgabe klang anfangs simpel: Such dir verdeckt zwei Personen aus und bilde mit ihnen ein gleichseitiges Dreieck. Die Umsetzung gestaltete sich schwieriger als erwartet, denn bewegt sich eine Person müssen sich alle anderen auch bewegen. Durch gezielte Einflüsse von außen – vom leichten Anrempeln über das Festhalten bis hin zum kompletten Ausfall ganzer Teilsysteme – wurde zudem erlebbar, wie sensibel Abhängigkeiten reagieren und wie schnell ein System kollabieren kann, wenn entsprechende Kipppunkte überschritten werden.

Im Fokus des Jäger-Spiels stand das bekannte Phänomen der „Tragik der Allmende“. Die Studierenden schlüpften in die Rolle von Jäger*innen des indigenen Amazonasvolkes Kichwa. Die Aufgabe bestand darin, über einen Zeitraum von drei Jahren die eigene Familie durch die erfolgreiche Jagd auf Pekaris (kleine Wildschweine) zu ernähren. Zweimal pro Jahr ging es auf die Jagd, jedoch mit entscheidenden Herausforderungen: So waren keine Absprachen unter den Jäger*innen möglich. Alle Personen nutzten dasselbe Jagdgebiet (gemeinsame Ressourcen) und der Pekaribestand sollte am Ende der drei Jahre noch existieren, um die Lebensgrundlage langfristig zu sichern. Schnell wurde sichtbar, wie schwierig es ist, ohne Kommunikation und Kooperation ein stabiles Gleichgewicht zu halten, wenn der kurzfristige Vorteil des Einzelnen das System bedroht.

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