Angewandte Nutztierwissenschaften (M.Sc.)
Praxis- und Forschungsprojekte
Gestaltungsmöglichkeiten des dritten Semesters
Im dritten Semester des Masterstudiums erfolgt eine individuelle Forschungs-, Studien- oder Praxisvertiefung, in der Sie Ihre bisherigen Erfahrungen und Erkenntnisse anwenden. Dabei können Sie zwischen einem Auslandssemester, einem Gründungssemester, einem Scientific Project oder einem Transferprojekt wählen, um Ihre Kompetenzen in Ihrem bevorzugten Bereich zu vertiefen.
Weitere Infos hierzu finden Sie im Studienverlauf.
In Osnabrück studieren Sie im Zentrum der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Hier und im nahen Umland, an der westlichen Landesgrenze Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens, konzentrieren sich neben landwirtschaftlichen Betrieben eine Vielzahl mittelständischer und auch großer Unternehmen der Branche wie auch junge Start-ups: aus der Saatgut- und Futtermittelwirtschaft, über die Landtechnik und Lebensmittelverarbeitung bis zum (digitalen) Handel sowie weiteren Food-Services.
Das StartUp!Lab RISE ist eine Anlaufstelle für Studierende und Mitarbeitende der Hochschule Osnabrück. Ziel dieser Initiative ist es, Menschen durch Ressourcen und Know-how bei der Entwicklung von (Gründungs-) Ideen und/ oder deren Weiterentwicklung zu unterstützen.
Beispiele für bisherige Projekte und Masterarbeiten
Auch aufgrund von Klimaextremen entstehen starke Schwankungen der Trockensubstanzgehalte (TS) in der Anschnittsfläche der Gras- und Maissilagen, welche in Futterrationen von Milchkühen eingesetzt werden. Die schwankenden Feuchtegehalte in den Grundfuttermitteln führen zu ungenauen Futterrationen für die Kühe, was die Futtereffizienz senkt und zu Stoffwechselstörungen bei der Kuh führen kann. Das Füttern einer homogenen Mischung für die gesamte Milchviehherde ist wichtig und bringt mehr Ruhe in den Stall, da die Kühe nicht auf Plätze mit besser schmeckenden Komponenten “trainiert” werden.
Dem ganzen kann durch den Einsatz von neuartiger Sensortechnik entgegengewirkt werden: Durch direkte Messungen der TS beim Einfräsen des Futters am Silostock, während des Mischprozesses im Futtermischwagen sowie beim Futteraustrag auf dem Futtertisch kann die Fütterungsgenauigkeit kontinuierlich erfasst werden. Dies nimmt nachhaltig Einfluss auf die Gesundheit, Langlebigkeit und Leistungsfähigkeit der Milchkühe, stärkt die Wirtschaftlichkeit der Betriebe und verbessert alle Säulen der Nachhaltigkeit.
Einfluss auf Leistung, Tierverhalten, Tiergesundheit, Stressinzidenz, CO2-Fußabdruck und Wirtschaftlichkeit
In der kommerziellen Schweine- und Geflügelhaltung gibt es Stressereignisse, die sich nachteilig auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere sowie auf die Leistung und Nachhaltigkeit des Betriebes auswirken können. Roggen ist ein Getreide mit einem sehr hohen "Ballaststoff"-Gehalt, der die physikalischen und chemischen Eigenschaften der Verdauung beeinflusst. Darüber hinaus können die enthaltenen hohen Mengen an löslichen Kohlenhydraten zu einer forcierten Bildung von Milchsäure im vorderen Verdauungstrakt führen, was der "Darmgesundheit" zugutekommt.
In der Geflügelfütterung ist Roggen ein recht neues Futtermittel. Neben NSP-spaltenden Enzymen werden Fermentationskonzepte „On Farm“ angedacht, um die ressourcenschonende Fütterung von Roggen beim Masthähnchen möglich zu machen.
Folgende Hypothesen werden in dem Projekt untersucht:
Der Einsatz von Roggen führt zu…
- ruhigeren Tieren (Aktivitätsparameter mittels Kameratechnik).
- einer verringerten Stressbelastung bei den Tieren (Cortisol-Konzentration im Speichel sinkt).
- weniger Schwanz- und Ohrenbeißen (Körperbonitur), einer verbesserten Kotkonsistenz (Kotbonitur) und einer stabileren bzw. höheren Futteraufnahme, v.a. in der ersten Phase nach dem Absetzen.
- höheren Aufzuchtleistungen (Tägliche Zunahme, Futterverwertung).
- einem geringeren CO2-Fußabdruck/kg Fleisch
- einer besseren Wirtschaftlichkeit
Masterarbeit
Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) regelt in Deutschland seit Jahrzehnten verbindlich die Entgelte für tierärztliche Leistungen. Im Jahr 2022 wurde die GOT umfassend überarbeitet, um den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen und die Attraktivität des Berufsstandes der Tierärzt*innen zu steigern. Diese Novellierung hat besonders im Pferdesektor zu erheblichen Diskussionen geführt. Mithilfe einer umfassenden Analyse und der Auswertung zweier Online-Umfragen unter Pferdehalter*innen und Tierärzt*innen sollen die ökonomischen und praktischen Auswirkungen der GOT-Novellierung auf die Pferdehaltung untersucht werden.
Die Ergebnisse der Umfragen zeigten deutlich, dass die Anpassung der GOT die finanzielle Belastung für Pferdehalter*innen erhöht hat, wodurch einige seltener tierärztliche Leistungen in Anspruch nehmen. Dabei sei die neue Hausbesuchsgebühr besonders umstritten. Die befragten Tierärzt*innen berichten hingegen von gestiegenen Einnahmen und einer verbesserten wirtschaftlichen Situation, jedoch auch von einer höheren Arbeitsbelastung durch sozialen Druck seitens der Kunden. Die Reform stärke dennoch die Attraktivität des Berufs und könnte langfristig dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Allerdings bestehen sowohl bei Pferdehalter*innen als auch Tierärzt*innen Bedenken, dass die höheren Kosten das Tierwohl gefährden könnten, wenn notwendige Behandlungen verzögert oder gar vermieden werden.