Zeige Ergebnisse 1031 bis 1040 von 1044.

studierte Landschaftsentwicklung an der HS Osnabrück von 2008 bis 2011. Seither arbeitet sie als Sachbearbeiterin in einem Planungsbüro, das als Mitarbeitergesellschaft organisiert ist. Sie schätzt es,

(zusammen mit Prof. K.-H. Lehmann), EREV Schriftenreihe, 03/2011 Radewagen C: Die geschlossene Unterbringung in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe, Linden Druck Hannover, 2009 Radewagen C:

Absolventenstudie (KOAB-Studie) Im Laufe des Wintersemesters 2010/2011 nahm die Hochschule Osnabrück erstmalig am Kooperationsprojekt Absolventenstudie (KOAB-Studie) teil. Im Rahmen dieses bundesweiten

Strompreisbildung, Interview mit Prof. Dr. Lüdemann, gesendet am 21.3.2011. ZDF-Studio Brüssel: Initiative der EU zur Aufsicht über den Stromgroßhandel, Interview mit Prof. Dr. Lüdemann, gesendet am 8.1.2011

Education and Training (CSSEE & T), Waikiki, USA, May 22 -24 2011. Heinz-Josef Eikerling. Context-enhanced Web Service Invocations in Mobile Business Processes. Proceedings Mobilware 2010 conference [...] Bachelor MI / TI) Mobile Anwendungen (Master VMA) Im Wintersemester 2011/12 sowie in den Sommersemestern 2012 und 2013 hatte ich Lehraufträge an der Fachhochschule Bielefeld (Standort Minden) für die Fächer

Projekte Auswahl aktueller Projekte VisioChick - Mixed Reality im Hühnerstall als Türöffner für Wissenstransfer und Tierwohl Projektleitung: Prof. Dr. Inga Tiemann Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. Falko Kaufmann Projektdauer: 01.11.2022 - 31.10.2025 Finanzierung: Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BLE) Projektpartner (extern): Institut für Geodäsie und Geoinformation, Uni Bonn; Institu für Landtrchnik, Uni Bonn Kontakt: f.kaufmann@hs-osnabrueck.de Projektbeschreibung: Tierschutz und Tierwohl aus der Perspektive des Tieres sehen – so lautet der Ansatz des Projektes VisioChick. Als ersten Schritt werden die physiologischen Grundeigenschaften des Geflügels „übersetzt“, um ein Verständnis für das Tier und damit die Grundlage für die Anpassung der Umwelt an die Bedürfnisse des Tieres zu ermöglichen. Auf der Basis moderner Virtual-Reality-Brillen (VR-Brillen) soll ein Perspektivenwechsel geschaffen werden, um theoretische Lerninhalte mit der Praxis zu verknüpfen. VisioChick erprobt die Eignung der Mixed Reality (MR) zum Transfer von Wissen an potentielle Multiplikator*innen von Tierschutz und Tierwohl in der Nutztierhaltung. Hierzu werden zusätzlich Methoden der Positionsbestimmung (Tracking) genutzt, um einen nachhaltigen Output zu erzeugen, der sowohl in der Lehre als auch in der tatsächlichen Optimierung der Haltungsverfahren eingesetzt werden kann. Die Entwicklung einer MR-Brille und entsprechender Software als innovatives Konzept für Methoden und Materialien in der Lehre hat den Vorteil, das Thema Tierschutz und Tierwohl bei den Zielgruppen attraktiver und moderner zu gestalten. Angestrebt wird ein Mixed-Reality-System, welches aus einer Virtual-RealityBrille und mehreren damit fest verbundenen Kameras bzw. Sensoren besteht. Die Kamera-Bilder sollen noch im Stall mit positionsgenauen Informationen (tags) angereichert werden, die dann als Managementhilfe und Lehrinstrument auch außerhalb des Stalles verwendet werden können. Zusätzlich können die Videoaufnahmen so gefiltert werden, dass die (überwiegend visuelle) Wahrnehmung des Huhns simuliert wird. Die Wahl der Medien-Methode MR eignet sich für alle Lehreinrichtungen, die jeweils zielgruppengerecht vorhandene Module ergänzen bzw. neue Themen adressieren können. Das Gesamtziel des Vorhabens VisioChick ist der Informationstransfer zwischen Huhn, Haltungsumweltund Management, parallel zum integrativen Wissenstransfer entlang dieser praxis- und systemrelevanten Einzelkomponenten. Zukunftslabore Digitalisierung – Teilvorhaben: Zukunftslabor Agrar (ZLA) Teilprojekt 2: Praxisorientierte Autonomisierung landwirtschaftlicher Verfahren Beschreibung: Teilprojekt 2: Praxisorientierte Autonomisierung landwirtschaftlicher Verfahren Bisherige Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für zukunftsfähige, nachhaltige automatisierte und autonome Technologien in der Landwirtschaft fokussieren sich überwiegend auf zentrale landwirtschaftliche Prozesse sowie auf Maschinen-zentrierte Umsetzungstechnologien und -verfahren. Beispiele dafür sind Saat, Pflanzenschutz oder Ernte im Ackerbau, Weidehaltung oder Fütterung in der Tierhaltung. Die Integration autonomer Systeme in der Landwirtschaft stellt jedoch einen Paradigmenwechsel dar, der neue Verfahren im Sinne einer digitalen Transformation erfordert. Das betrifft z.B. die Konfiguration der Arbeitsprozesse, der Zusammenstellung von Maschinen, der Feldlogistik, der Transportlogistik, der Interaktion zwischen Nutztieren und technischen Systemen oder verschiedene Sicherheits- und Zulassungsfragen. Beim Übergang vom Stand der Technik zur Autonomie spielen Daten eine maßgebliche Rolle, vom Austausch über die Interpretation bis hin zum Nutzen und zur Dokumentation. In TP2 werden diese Punkte im Rahmen einer „adaptiven Autonomie“ adressiert, bei der die Kooperation von Mensch und digitalem System eine zentrale Rolle einnimmt. Dabei reicht die Interaktion von Assistenztechnologien in modernen Landmaschinen bis hin zu Remote-Farming-Konzepten für zukünftige autonome robotische Systemlösungen. Der Mehrwert und Nutzen der Integration informationstechnischer Systeme betrifft daher maßgeblich die Kombination ökologischer und ökonomischer Zielgrößen unter Integration des Menschen in die digitalen Prozesse. Entsprechend sind die zentralen ZLA Fragestellungen der Geschützten Transparenz und der Nachhaltigkeit wesentliche Aspekte bei der Konzepterstellung zur adaptiven Autonomie. Weitere Informationen: https://www.zdin.de/zukunftslabore/agrar Digitalisierung der Nutzgeflügelhaltung Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson, Dr. Kathrin Toppel Projektdauer: 01.09.2022 – 31.08.2025 Finanzierung: ML Niedersachsen, Sondervermögen Digitalisierung Kontakt: k.toppel@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Die Haltungssysteme in der Nutzgeflügelhaltung verfügen in der Praxis bereits über verschiedene sensorgestützte Systeme, wobei der Grad der Digitalisierung sehr heterogen ist. Generell erfolgt eine Klimasteuerung anhand der Parameter Luftfeuchte und Temperatur digital. Weitere Parameter wie Schadgase oder auch das Tierverhalten, wie die Bewegungsaktivität als Indikator der Frequentierung verschiedener Bereiche, wurden bislang nicht bzw. kaum herangezogen. Die Bedeutung der genannten Parameter für die Steuerung im Sinne der Früherkennung notwendiger Maßnahmenänderungen bzw. –einleitungen ist hinreichend untersucht und bestätigt, jedoch fehlt die Praxiserfahrung bei der Arbeit mit den gewonnenen Daten. Hier besteht eine hohe Notwendigkeit zur Installation in der Praxis sowie der wiss. Begleitung und dem „verständlichen“ Transfer in die Praxis. Die Hochschule Osnabrück ist u.a. mit dem Fachgebiet „Tierhaltung und Produkte“, Prof. Andersson, in das durch das Land Niedersachsen finanzierte Projekt „Zukunftslabor Agrar“ (ZLA) involviert. Die gewonnenen Ergebnisse aus dem DigiNuG-Projekt werden für die Lehre und Praxis nutzbar aufbereitet. Die Hochschule nutzt blended-learning Techniken, so dass sowohl digital als auch in Präsenz Lehr- und Schulungsangebote ausgearbeitet und aufbereitet werden. Geflügeleinstreu - Praxisreife neuer Verfahren zur Verbesserung der Fußballengesundheit und Stallluft Projektleitung: Prof. Dr. R. Andersson, Dr. Kathrin Toppel Projektdauer: 2023-2024 Finanzierung: Wirtschaft Kontakt: k.toppel@hs-osnabrueck.de Auswahl abgeschlossener Projekte Aktualität: absteigend Biosecurity beim Wirtschaftsgeflügel, Untersuchungen zur Hygienesituation in geflügelhaltenden Betrieben, Konzeptentwicklung zur Ausbildung und Begleitung beratender Personen mit Schwerpunkt Biosecurity Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson, Dr. L. Klambeck Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) NN Projektdauer Februar 2020 - Juni 2024 Finanzierung Landwirtschaftskammer NRW, Tierseuchenkasse NRW Kontakt l.klambeck@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Die „Biosicherheit“ im Geflügelstall gewinnt vor dem Hintergrund der Tierseuchenprävention und des Verbraucherschutzes zunehmend an Bedeutung. Das übergeordnete Ziel des Projektes ist die Unterstützung der Tierhalter in Maßnahmen zur risikoorientierten Tierseuchenprävention. Im Rahmen des Projektes soll ein Zertifikatskurs mit Schwerpunktthema „Biosicherheit“ für Personen „geflügelnaher Berufe“ entwickelt und etabliert werden. Zu Beginn des Projektes erfolgen Untersuchungen zur hygienischen Situation geflügelhaltender Betriebe (Legehennen, Broiler, Puten) und zur derzeitigen Akzeptanz von Hygienemaßnahmen. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollen die Inhalte des Zertifikatskurses sinnvoll ergänzen. Die Absolventen des Kurses können ihre erworbene Expertise zur Hygiene-Beratung geflügelhaltender Betriebe anbieten. Der Kurs soll den Blick auf betriebsindividuelle Kritische Kontrollpunkte (CCP critical control point) schulen. Betriebsindividuelle hygienische Schwachstellen sollen langfristig erkannt, nach Priorität und Risikopotential bewertet und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet bzw. angeregt werden. Der Zertifikatskurs „Biosicherheit“ soll als Bestandteil der „Osnabrücker Poultry Academy“ interessierten Personen der „Wertschöpfungskette Geflügel“ langfristig als Zusatzqualifikation zur Verfügung stehen. Nationales Tierwohl-Monitoring (NaTiMon) Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. A. Redantz, Dr. K. Toppel Kooperationspartner: siehe unten * Projektdauer: Dez. 2018 bis Jun. 2023 Finanzierung Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Kontakt a.redantz@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Im Rahmen des interdisziplinären Projektes „Nationales Tierwohl-Monitoring“ sollen die Grundlagen für eine Berichterstattung zum Status quo und zur Entwicklung des Tierwohls in der Nutztierhaltung entwickelt werden. Die Tiergerechtheit der Nutztierhaltung ist in Deutschland ein kontrovers diskutiertes Thema. Auf Bundesebene gibt es bislang noch keine fundierte Berichterstattung über den Status quo und die Entwicklung des Tierwohls. Damit sich dies ändern kann, werden im Projekt NaTiMon die Grundlagen für solch ein Tierwohl-Monitoring geschaffen. Dadurch kann nicht nur eine verlässliche Grundlage für politische Entscheidungen entstehen, sondern auch die Praxis profitieren: Tierhalter*innen können auf dieser Basis die Situation Ihres Betriebes im Vergleich zur Grundgesamtheit der Nutztierhaltung einschätzen. Zudem dient ein Monitoring der Allgemeinheit, um sich mit objektiven Informationen ein Bild über das Wohl der Nutztiere in Deutschland machen zu können. Ziel des Gesamtprojektes NaTiMon ist das Erarbeiten der Grundlagen für ein regelmäßiges, indikatorengestütztes Monitoring und eine Berichterstattung über den Status und die Entwicklung des Tierwohls in der Nutztierhaltung in Deutschland. An der Hochschule Osnabrück wird der Bereich der Geflügelhaltung im Rahmen dieses Projektes begleitet. Im Projekt werden Tierwohl-Indikatoren für Schweine, Rinder, Geflügel, Schaf & Ziege und die Aquakultur (Regenbogenforelle und Karpfen) bearbeitet, die die Lebensabschnitte Haltung, Transport und Schlachtung abdecken. Die Ergebnisse dieses Teilprojektes fließen zusammen mit den Ergebnissen aus den anderen Teilprojekten in den Monitoring-Bericht ein. * Das Projekt wird mit rund 3 Millionen Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Bundesprogramms Nutztierhaltung gefördert. Zum Projektkonsortium gehören neben der Hochschule Osnabrück die Thünen-Fachinstitute für Betriebswirtschaft, Fischereiökologie und Ökologischen Landbau sowie die Tierärztliche Hochschule Hannover (Abteilung Fischkrankheiten und Fischhaltung), das Statistische Bundesamt, das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft, das Friedrich-Loeffler-Institut für Tierhaltung und Tierschutz, die Universität Kiel (Institut für Tierzucht und Tierhaltung) und die Humboldt-Universität zu Berlin (Lebenswissenschaftliche Fakultät). Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Konzeptionierungsphase „Licht als Managementfaktor im Putenstall mittels Angebot von Wahlmöglichkeiten für Puten (Stall/Außenklima) zum Verzicht auf Schnabelkürzen“ Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson, Dr. Kathrin Toppel Projektmitarbeiter Louisa Reimers (M.Sc.) Projektdauer 01.01.2023-30.06.2023 Kontakt k.toppel@hs-osnabrueck.de Tierwohl orientiertes Lichtmanagement Puten - LiMa-Puten Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson, Dr. Kathrin Toppel Projektmitarbeiter Louisa Reimers (M.Sc.) Projektdauer 17.05.2020-30.03.2022 Kontakt k.toppel@hs-osnabrueck.de Link zur Homepage des Projektes (inkl. Abschlussbericht) Geflügeleinstreu - Praxistauglichkeit neuer Verfahren zur Verbesserung der Fußballengesundheit und Stallluft Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson, Dr. Kathrin Toppel Kooperationspartner Wirtschaft Projektdauer 2020 - 2023 Finanzierung Wirtschaft Kontakt k.toppel@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Aufbauend auf der Entwicklung und Erprobung des neuen Einstreuverfahrens „ImproBed“ erfolgt im Projektzeitraum die Umsetzung und Anerkennung der Indoor-Emissionsmaßnahme im Rahmen des DLG Prüfrahmens. Link zum Prüfbericht Hyg-MobiLe: Mobilstallhaltung von Legehennen - Innovationen zur Umsetzung eines gesetzeskonformen Hygienemanagements in der Praxis Projektleitung Prof. Dr. N. Kemper, Stiftung Tierärztlichen Hochschule Hannover (übergeordnete Projektleitung) Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. Falko Kaufmann; NN Teilprojektkoordinator Prof. Dr. R. Andersson Kooperationspartner Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hochschule Osnabrück, Landwirtschaftskammer aus Niedersachen und Nordrhein-Westfalen, Hühnermobil Stallbau Weiland GmbH & Co KG Projektdauer November 2018 bis Oktober 2021 Finanzierung Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung, Landwirtschaftliche Rentenbank Kontakt f.kaufmann@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Die Haltung von Legehennen in mobilen Ställen stellt eine tier- und umweltgerechte Alternative zu standortgebundenen Systemen dar. Allerdings bestehen in der Praxis bei der Umsetzung von allgemeinen Hygienemaßnahmen wie der Reinigung und Desinfektion in derzeit eingesetzten Mobilställen noch deutliche Defizite und Unsicherheiten. Dies trifft insbesondere auch auf die vorbeugende Absicherung der Geflügelbestände gegen Tierseuchen, sowie die gesetzlich geforderten Maßnahmen im konkreten Seuchenfall, beispielsweise die Aufstallungspflicht zu. Ziel dieses Projektes ist es, ein Konzept bestehend aus einem modifizierten Mobilstall beziehungsweise Elementen zur Nachrüstung von bereits vorhandenen Ställen und einem Managementpaket mit Fokus auf allgemeinen und speziellen Hygienemaßnahmen zu entwickeln. Dieses Konzept soll sowohl den aktuellen seuchenhygienischen Vorschriften als auch dem Tier- und Umweltschutz Rechnung tragen. Hierzu erfolgen an zwei praxisnahen Versuchsstandorten Erhebungen zur Tiergesundheit, zum Tierverhalten, sowie zur Tier- und Umwelthygiene, auch unter den simulierten Bedingungen einer Aufstallungspflicht. So wird eine Bewertung und kontinuierliche Weiterentwicklung des Konzeptes bereits während des Projektes gewährleistet. Der Ansatz greift somit bestehende Herausforderungen bei der Haltung von Legehennen in Mobilställen auf, um ein nachhaltiges, gesetzeskonformes Hygienemanagement unter besonderer Berücksichtigung des Tier- und Umweltschutzes zu erarbeiten und in der Praxis zu etablieren. Automatisiertes Erfassungssystem zur Bewertung des Tierwohls auf dem landwirtschaftlichen Betrieb am Beispiel von Masthühnern – „Animal welfare early warning and controlling in broiler breeding“ – AniWeb Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Sandra Terletzki Projektdauer Februar 2020 - April 2023 Finanzierung EIP – Netzwerk Agrar & Innovation Niedersachsen Kontakt s.terletzki@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Durch stetig wachsende Betriebe ist es für Landwirte nur erschwert möglich, einzelne Tiere zu kontrollieren und frühzeitig Veränderungen im Bestand zu erkennen. Das Projekt „AniWeb“ zielt darauf ab, den geflügelhaltenden Landwirt bei der täglichen Tierkontrolle durch ein neu entwickeltes Tool kontinuierlich im Tagesablauf zu unterstützen und frühzeitig, noch vor der Ausbreitung der Problematik im Bestand, Veränderungen zu erkennen. Insbesondere wird eine Überwachungstechnik eingesetzt, die das Aktivitäts-, Erkundungs- und Fortbewegungsverhalten von Masthühnern in Bezug auf ihren Lahmheitsgrad (Gangwerte) sowie die Beeinträchtigung der Funktionskreise misst. Hierzu werden Kameras, Mikrofone sowie bereits vorhandene Sensorsysteme (wie z.B. Temperatur, Luftfeuchtigkeit etc.) verwendet, um Veränderungen des Verhaltens bis hin zu Verhaltensstörungen automatisch und kontinuierlich zu erfassen. Durch die Verwendung der künstlichen Intelligenz/ neuronaler Netze wird somit ein Frühwarnsystem entwickelt, welches den Landwirt bei Auffälligkeiten benachrichtigt und folgend eine verkürzte Reaktionszeit bezüglich des Handelns bei Problematiken ermöglicht. Eine Optimierung des präventiven Gesundheitsmanagements sowie des Tierwohls könnte somit ermöglicht werden. In Kooperation mit dem Projektpartner „MonitorFish GmbH“ werden die Kameras und Sensoren in einem konventionellen Masthähnchenstall installiert und die Software auf die Erkennung verhaltensspezifischer Informationen der Masthühner trainiert. Die Hochschule Osnabrück unterstützt dieses Projekt für die Sicherstellung der fachlichen Expertise. Dies gewährleistet eine Betreuung des Projektes auf Fachebene, welche regelmäßige Bestandsbesuche, Bonituren und die Beratung bezüglich der technischen Entwicklung auf Tierebene beinhaltet. Die Begleitung der Auswertung von Befunden und Interpretationen sowie die Bewertung der erfassten Bilder und weiterer Daten sind ebenso relevant für einen praxistauglichen Prototypen eines Frühwarnsystems in der Geflügelhaltung und werden ebenso von der Hochschule durchgeführt. Geflügeleinstreu - Erprobung neuer Verfahren zur Verbesserung der Fußballengesundheit und Stallluft Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) K. Toppel (M.Sc.) Projektkoordinator K. Toppel (M.Sc.) Kooperationspartner Wirtschaft Projektdauer 2016 - 2020 Finanzierung Wirtschaft Kontakt K.Toppel@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Die Einstreu in Mastgeflügelställen wurde als Haupteinflussfaktor auf Veränderungen an Fußballen von Masthühnern und Mastputen erforscht und vielfach bestätigt. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Einstreufeuchtegehalt zu. Die Gesundheit der Fußballen steht im Fokus der deutschen Mastgeflügelhaltung, Veränderungen an den Fußballen sind sowohl in der Masthühner- als auch in der Putenhaltung zu erheben und zu bewerten. Die zurzeit etablierten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Einstreu sind das Nachstreuen und Durcharbeiten des Kot-Einstreugemisches. Zwischen den Durchgängen wird alternativ ein Wechsel der Einstreumaterialien vorgenommen um positive Eigenschaften auf die Fußballengesundheit zu erproben. In der vorliegenden Studie werden neue Ansätze zu Einstreuverfahren überprüft. Neben der möglichen positiven Beeinflussung der Fußballengesundheit über die Veränderung der Einstreuqualität wird in der Studie ein Effekt auf die Stallluft in Form verringerter Ammoniakwerte überprüft. „Intelligent lichtsysteem – Intelligentes Lichtsystem“ Projektleitung T. Timmermann (LED Factory BV) Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) I. Krüwel, Dr. L. Klambeck Projektkoordinator Prof. Dr. R. Andersson Kooperationspartner: LED Factory BV, FLI Friedrich-Loeffler-Institut, Institut für Tierschutz und Tierhaltung, COSMONIO IMAGING B.V. Projektdauer: 1.7.2019-30.6.2022 Finanzierung Interreg V A Kontakt r.andersson@hs-osnabrueck.de Beschreibung: In allen Bereichen der Geflügelhaltung, einschließlich der Haltung unter ökologischen Bedingungen und im Freiland, kann Federpicken und Kannibalismus jederzeit auftreten. Die Ursachen sind multifaktoriell, wobei sich Licht (Lichtspektrum, Lichtintensität, Frequenz) zunehmend als relevante Einflussgröße herauskristallisiert hat. Federpicken und Kannibalismus können sich innerhalb kürzester Zeit zu einem tierschutzrelevanten und wirtschaftlichen Problem entwickeln, so dass es notwendig ist, zeitnah und automatisch auf dieses Problem durch eine automatische Anpassung der Beleuchtung zu reagieren. Ziel des Projektes ist die Entwicklung einer Ansteuerung der Lichtsysteme mittels künstlicher Intelligenz. Voraussetzung dafür ist zunächst eine Untersuchung unter kontrollierten Bedingungen, um die Systeme mit Grunddaten zu versorgen und „anzulernen“. Grundlage hierfür ist die Datenerhebung und Auswertung zum Tierverhalten, den Tierleistungen und der Tiergesundheit. In einem Vorgängerprojekt wurden bereits geeignete LED-Leuchten entwickelt, die dem Sehvermögen von Geflügeltieren angepasst wurden. Federführender Projektpartner ist die LEDfactory aus Leeuwarden. Die Niederländer arbeiten im Projekt unter anderem zusammen mit der Hochschule Osnabrück, dem Institut für Tierschutz und Tierhaltung am Friedrich-Loeffler-Institut in Celle und den KI-Experten von COSMONiO aus Groningen. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projektes beträgt 1,15 Millionen Euro. Davon werden etwa 427.000 Euro aus dem INTERREG V A-Förderprogramm zur Verfügung gestellt. AgriCareerNet - Netzwerk für Agrarkarrieren – Teilvorhaben: "Netzwerk für Agrarkarrieren in der Offenen Hochschule Osnabrück" Projektleitung Prof. Dr. H. Grygo Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in): Teilprojekt 1 Teilprojekt 3.1 Dr. F. Kaufmann, L. Klambeck (TÄ), I. Goy (Dipl. Ing) Dr. F. Kaufmann Projektkoordinator: Teilprojekt 1 Teilprojekt 3.1 Prof. Dr. R. Andersson Prof. Dr. H. Grygo Kooperationspartner Universität Göttingen Projektdauer 01.08.2014 – 07 2020 Finanzierung BMBF Kontakt F.Kaufmann@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Die Fakultät für Agrarwissenschaften der Georg-August-Universität Göttingen und die Fakultät Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur der Hochschule Osnabrück haben sich zu dem Verbund „Netzwerk Agrarkarrieren“ zusammengeschlossen, um gemeinsam wissenschaftliche Weiterbildungsangebote für die besonders in Niedersachsen, aber auch deutschlandweit wichtige Branche der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu entwickeln. Das Ziel des Projektes ist es, weiteren Personengruppen den Zugang zur Bildung an den Hochschulen zu ermöglichen: Personen mit Berufsausbildung und Berufserfahrung, Erwerbstätigen, die sich weiter qualifizieren wollen, Arbeitslosen und Personen nach einer Unterbrechung der Erwerbstätigkeit und solchen, die aus einer Erwerbstätigkeit heraus ihr Wissen aktualisieren und ergänzen wollen, allgemein Personen, die dauerhaft oder zeitweise in Teilzeit studieren wollen (Berufstätige, Personen mit Familienpflichten). Die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung soll u.a. durch Anerkennung beruflich erworbener Kompetenzen in agrar- und ernährungswirtschaftlichen und agrartechnischen Profilen verbessert werden. Diese Angebote erweitern die Kompetenzprofile der Beschäftigten in den Agrarunternehmen aktuell und bedarfsgerecht auf akademischem Niveau. Damit stärken sie die Unternehmen auf dem dynamischen, zunehmend globalen Markt und die Arbeitnehmer in der dauerhaften Sicherung ihrer Beschäftigungsfähigkeit. Die zu entwickelnden Studiengänge und Zertifikatskurse decken ein breites Spektrum vom Einstieg in ein berufsbegleitendes Bachelorstudium über einen berufsbegleitenden und einen weiterbildenden Master bis zu Wiedereinstiegs- und Umorientierungsmodulen ab. Das Projekt konzentriert sich auf Handlungsfelder an ausgewählten interdisziplinären Schnittstellen, die eine hohe Aktualität in der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben und in denen ein größerer akademischer Kompetenzbedarf besteht: Das sind zum einen die fachwissenschaftlichen Schnittstellen zwischen 1. Nutztierproduktion und Tierwohl/Ethik 2. Agrarwissenschaften und Markt 3. Technologieanwendung und Management In diesen Bereichen gibt es neue Herausforderungen in den Unternehmen, für die neue oder ergänzende Kompetenzprofile benötigt werden. Hierzu sollen die zu entwickelnden Studiengänge und Zertifikatsprogramme im Projekt einen Beitrag leisten. Darüber hinaus werden integrativ im Projekt Entwicklungen in der Hochschuldidaktik und im Hochschulmanagement an zwei weiteren Schnittstellen vorangebracht: 4. E-Learning bzw. Blended Learning und akademische Kompetenzvermittlung (Didaktik) 5. Profilentwicklung Offene Hochschule und Hochschulmanagement Durch den Zusammenschluss einer Hochschule für Angewandte Wissenschaften und einer Universität mit klarer Forschungsorientierung wird es möglich, von einer gemeinsamen technologischen und institutionellen Plattform aus unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und innovative Themenfelder zu erschließen. Die Kooperation deckt mit den geplanten Entwicklungsprojekten die Bandbreite möglicher Angebotsformen ab und erprobt neue Formen der Zusammenarbeit zwischen den Hochschultypen. Die Weiterbildungsangebote sollen nah am Bedarf und im Austausch mit den Zielgruppen entwickelt werden. Dafür soll am Anfang des Projekts ermittelt werden, welche besonderen Bedarfe die verschiedenen Zielgruppen und die Unternehmen speziell in der Agrar- und Ernährungswirtschaft haben und wie die Bildungsangebote strukturiert sein müssen, damit funktionierende Lerngruppen gebildet und von der Hochschule mit vertretbarem Ressourcenaufwand begleitet werden können. Das geplante Projekt ist in Teilprojekte gegliedert, die jeweils von einem der Verbundpartner verantwortlich geleitet und durchgeführt werden. In diesen Teilprojekten werden einerseits die geplanten Weiterbildungsangebote konzipiert, entwickelt und gegebenenfalls erprobt (TP 1 bis 3 OS, TP 1 bis 3 GÖ) und andererseits die übergreifenden Aufgaben wie Bedarfsanalysen, E-Learning-Konzeption und Umsetzung, Didaktik und Entwicklung von Managementstrukturen bearbeitet (TP 4 und 5 OS, TP 4 und 5 GÖ). Die letztgenannten Teilprojekte stützen die übrigen Teilprojekte und fördern insgesamt die Integration der Bildungsformen und –angebote in die Hochschule. Das Teilprojekt 5 GÖ arbeitet zusammen mit dem Teilprojekt 5 OS, TP 4 GÖ steht in engem fachlichem Austausch mit dem entsprechenden Teilprojekt 4 OS; über diese besonders enge Zusammenarbeit hinaus gibt es Kooperationen zwischen allen Teilprojekten in Arbeitsgruppen sowie Workshops. Die Projektleitung und Projektkoordination sowie das Projektmanagement an den beiden Standorten organisieren die Kooperation und sind verantwortlich für Controlling und Evaluationen sowie für die Öffentlichkeitsarbeit. Zur Aufgabe der Projektkoordination gehört es außerdem, die Bearbeitung der übergreifenden Themen Qualitätssicherung, Zulassung und Anrechnung sowie Gender und Diversity zu koordinieren und zu strukturieren. Eine Arbeitsgruppe Verbund gewährleistet in regelmäßigen Treffen den produktiven Austausch und die inhaltliche Abstimmung der Partner auf Managementebene. In Arbeitsgruppen der fachlich zusammenarbeitenden Projektbeteiligten werden die Konzepte abgestimmt und gemeinsame Ergebnisse erarbeitet. Das Projekt soll begleitet werden von einem Beirat, dem führende Unternehmen und Verbände der Agrar- und Ernährungsbranche angehören. Evaluierung der Empfehlungen zur Verhinderung von Federpicken und Kannibalismus bei Jung- und Legehennen vor dem Hintergrund des Aufbaus und Betriebs eines Risiko orientierten Herdenmanagement (RoHm) Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) I. Funke (M. Sc.) K. Häffelin (TÄ) L. Klambeck (TÄ) T. Weseloh (B. Sc.) Projektkoordinator Prof. Dr. R. Andersson Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover Niedersächsischer Geflügelwirtschaft Landesverband e.V. Landwirtschaftskammer Niedersachsen Projektdauer 07.03.2017 bis 31.03.2020 Finanzierung Land Niedersachsen Kontakt rohm@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Seit August 2016 verzichtet die Geflügelwirtschaft auf die bisher in der Praxis übliche prophylaktische Kürzung der Schnäbel bei Legehennenküken, basierend auf der Vereinbarung der Geflügelwirtschaft mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Seit Januar 2017 sieht der Erlass in Nie-dersachsen den finalen Verzicht auf die Schnabelkürzung vor. Grund dafür ist, dass es sich gemäß Tierschutzgesetz um eine Amputation handelt, die dem Tier Schmerzen und Leiden zufügt, da der Schnabel ein besonders empfindliches Sinnesorgan mit nervalen Einrichtungen bis in seine Spitze ist. Der Verzicht auf die Schnabelkürzung erhöht jedoch generell auf allen Betrieben das Risiko des Auftre-tens schwerwiegender Folgen von Verhaltensstörungen in Form von Federpicken und Kannibalismus. Zur Erleichterung des Umstiegs auf die Haltung schnabelungekürzter Tiere wurden im Rahmen des Tier-schutzplans Niedersachsen „Empfehlungen zur Verhinderung von Federpicken und Kannibalismus bei Jung- und Legehennen“ (Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbrau-cherschutz, 2017) erarbeitet und den Betrieben zur Verfügung gestellt. Vor diesem Hintergrund soll von 2017 bis 2019 evaluiert werden, inwieweit die erarbeiteten Empfehlun-gen erfolgversprechend in der Praxis umgesetzt werden können und welche Anpassungen notwendig sind. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website: www.tieger-rohm.de Aufzeichnungen der Webinare "Risiko orientiertes Herdenmanagement bei Jung- und Legehennen mit intaktem Schnabel Teil 1 bis 6" sind hier abrufbar. Entwicklung und Erprobung eines externen Standards zur Vereinheitlichung der Erhebung und Bewertung von Fußballenveränderungen bei Mastputen am Schlachthof II Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. S. Döhring K. Toppel (M.Sc.) Projektkoordinatorin K. Toppel (M.Sc.) Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung CLK GmbH Projektdauer 01.01.2019 - 10.01.2020 Finanzierung Land Niedersachsen - Tierschutzplan Kontakt k.toppel@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Fußballengesundheit wird als geeigneter Indikator ausgewiesen, um einen Hinweis auf die Tiergesundheit und das Tierwohl zu erhalten. Anzeichen für den Erfolg des Managements im Betrieb können hieraus abgeleitet werden. Zum aktuellen Zeitpunkt erfolgt die Bewertung des Sohlenballens von Puten und Masthühnern am Schlachthof sowohl manuell als auch mittels automatisierter bildgebender Unterstützung. Das Kamerasystem bietet, im Vergleich zur manuellen Fußballenbewertung, die Möglichkeit einer objektiven Bewertung. Die Hauptstudie des Projekts „Entwicklung und Erprobung eines externen Standards zur Vereinheitlichung der Erhebung und Bewertung von Fußballenveränderungen bei Mastputen am Schlachthof“ knüpft an die Ergebnisse der Vorstudie an. Ziel der Hauptstudie war die Entwicklung und Erprobung einer sogenannten Physikalischen Platte zur Kalibrierung und erweiterten Validierung der Kamerasysteme zur Bewertung der Fußballen auf Puten-Schlachthöfen. Zusätzlich wurde eine überarbeitete Version der Putenfuß-Dummys (siehe Vorstudie) erprobt, die in ihrer Grundfarbe und der Farbe der veränderten Areale (entspricht Fußballenveränderungen) den originalen Putenfüßen weiter angepasst wurde. Die Physikalische Platte und die Putenfuß-Dummys konnten im Rahmen der Erprobung als sinnvolle Ergänzung zur Erhöhung der Ergebnisgenauigkeit der Kamerasysteme bestätigt werden. Die Nutzung der Physikalischen Platte ist für die Schlachthöfe an die Installation einer dazugehörigen Software gekoppelt. Eine wissenschaftliche Begleitung und engmaschige Kontrolle der Systeme, insbesondere zu Beginn einer Praxisnutzung, ist aufgrund der noch nicht vollständigen Praxisreife empfehlenswert. Verbundprojekt: Automatisierte Erfassung von Tierwohlindikatoren bei Geflügel "AutoWohl" Automatic measurement of animal welfare indicators in poultry ("Autowohl") Teilprojektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. S. Döhring Teilprojektkoordinatorin Dr. S. Döhring Kooperationspartner Tierärztlichen Hochschule Hannover (übergeordnete Projektleitung), Universität Kassel, LMU München, Firma CLK in Altenberge, Unternehmen aus den vor- und nachgelagerten Bereichen Projektdauer April 2017 – Dezember 2019 Finanzierung Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) Kontakt s.doehring@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Ziel des Verbundprojektes zur automatisierten Erfassung von Tierwohlindikatoren bei Geflügel („AutoWohl“) war die Entwicklung und Validierung verbesserter und neuer Messsysteme zur automatisierten bildgestützten Erfassung von Tierwohlindikatoren am Schlachthof und im Bestand bei Legehennen, Masthühnern und Puten um die Standardisierung, Objektivierung und Zeiteffizienz der Befunderhebung zu erhöhen. Im Rahmen des Verbundprojektes wurde ein Kamerasystem zur Detektion von Gefiederschäden bei Legehennen im Bestand entwickelt und erprobt. Der Gefiederstatus erlaubt u.a. Rückschlüsse auf die Haltungs- und Managementbedingungen und gilt als ein geeigneter Indikator zur Einschätzung des Tierwohls. Produktionsbegleitende Bonituren des Gefieders erfolgen bislang manuell, jedoch weder flächendeckend noch nach einem einheitlichen Schema. Der hier entwickelte Prototyp eignet sich zur automatisierten Erfassung des Gefiederstatus brauner Hennen. Die prozentuale Fläche veränderter Areale (fehlende Deckfedern/unbefiederte Bereiche) wird vom Kamerasystem mit Bezug zum 100%-Bereich (Fläche aller Hennen im Bild) ausgewiesen. Die Erlangung einer Praxisreife des Systems bedarf weiterer Entwicklungsarbeiten. Der Gefiederstatus weißer Genetiken erfordert beispielsweise die Integration unterstützender Technik, da das System Deckgefieder und Dunenfederkleid mittels Kontrast- bzw. Farbunterschiede detektiert. In ersten Untersuchungen erwies sich Wärmebildtechnik als geeignet, Gefiederschäden -unabhängig von der Farbe des Deckgefieders- anzuzeigen. Areale, die in ihrer Befiederung reduziert sind, können mit Hilfe der Wärmebildtechnik durch die herabgesetzte Isolierung lokalisiert werden. Die Wärmebildtechnik erhöht außerdem das Potential des Systems zur Früherkennung von Gefiederschäden. Befinden sich erste Gefiederschäden im Bereich des Rückens, werden sie von den Flügeln ggf. überdeckt. Diese Areale sind jedoch herabgesetzt wärmeisoliert und könnten somit detektiert werden. Datenblatt Autowohl Entwicklung und Erprobung eines externen Standards zur Vereinheitlichung der Erhebung und Bewertung von Fußballenveränderungen bei Mastputen am Schlachthof Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. S. Döhring K. Toppel (M.Sc.) Projektkoordinator Prof. Dr. R. Andersson Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung CLK GmbH Projektdauer 1.11.2016 - 30.04.2017 Finanzierung Land Niedersachsen - Tierschutzplan Kontakt s.doehring@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Fußballengesundheit wird als geeigneter Indikator ausgewiesen, um einen Hinweis auf die Tiergesundheit und das Tierwohl zu erhalten. Anzeichen für den Erfolg des Managements im Betrieb können hieraus abgeleitet werden. Zum aktuellen Zeitpunkt erfolgt die Bewertung des Sohlenballens von Puten und Masthühnern am Schlachthof sowohl manuell als auch mittels automatisierter bildgebender Unterstützung. Das Kamerasystem bietet, im Vergleich zur manuellen Fußballenbewertung, die Möglichkeit einer objektiven Bewertung. Ziel des Projektes war die Entwicklung und Erprobung eines externen Standards für die Fußballenbewertung bei Puten. Der externe Standard (Dummy) soll zum einen der Vereinheitlichung bei der manuellen Bonitur der Fußballen dienen, zum anderen stellt der Dummy ein weiteres Validierungstool für die Kamerasysteme der Schlachthöfe dar. So lässt sich mittels des externen Standards das System auf Präzision und Richtigkeit überprüfen (Validierung) und ermöglicht bei Abweichungen ein frühzeitiges Eingreifen bzw. eine schnellstmögliche Behebung von Fehlern. Um die Generierung valider und reproduzierbarer Ergebnisse mittels Kamerasystem zu fördern, wurden im Rahmen des Projektes Putenfüße mit Veränderungen unterschiedlicher Ausprägung nachgebildet, die durch das Einhängen in die Schlachtkette das Kamerasystem passieren und eine Bewertung auslösen können. Diese sogenannten Dummys wurden aus einem silikonähnlichen Material hergestellt und können -ohne Beeinträchtigung ihrer Farbe und Form- gereinigt und desinfiziert werden. Die Anwendung der Putenfuß-Dummys erwies sich innerhalb dieser Vorstudie als praktikabel. Um die Putenfuß-Dummies jedoch zukünftig als externe Standards für die Validierung der Kamerasysteme nutzen zu können, bedarf es der Erfüllung mehrerer Voraussetzungen (insbesondere Anpassungen der Dummyfarbe, Verbesserung der Kompatibilität mit der Technik durch technische Erweiterungen und Anpassungen…). Zur Erfüllung dieser Voraussetzungen ist der Anschluss einer Hauptstudie an diese Vorstudie sinnvoll. Erhöhung der Eigewichte einer Dual-Genetik als Legehennen für die ökologische Legehennenhaltung Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in): Dr. F. Kaufmann Projektkoordinator: Dr. F. Kaufmann Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Projektdauer 30.09.2016 – 30.09.2017 Finanzierung Land Niedersachsen Kontakt F.Kaufmann@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Aufgrund des geänderten Stellenwertes des Tierschutz in Europa und der damit einhergehenden Veränderungen hinsichtlich Moral und Ethik haben sich die agierenden Zuchtunternehmen intensiv mit der Weiterentwicklung sogenannter ‚Dual Purpose‘ – Genetiken auseinandergesetzt und die Leistungen der Hähne (Fleischansatz, Wachstumsraten) und Hennen (Eizahl/Henne, Persistenz) nochmals verbessert. Vor dem Hintergrund der vergleichsweise höheren Produktionskosten, vor allem verursacht durch eine schlechtere Futterverwertung und höhere Stallplatzkosten in mobilen Haltungssystemen, spielt die Verbraucherakzeptanz und somit die Vermarktung eine entscheidende Rolle in solchen Produktionssystemen. Aus eigenen Erfahrungen heraus lässt sich jedoch folgern, dass die vergleichsweise kleineren Eier der Dual-Genetik, eine zum Teil erheblich geringe Akzeptanz beim Verbraucher finden und dadurch die Vermarktung über Hofladen, Verkaufsstellen und LEH erschwert ist. Dieser Effekt wird verstärkt, wenn zeitgleich Produktalternativen zur Verfügung stehen und die Eier der Dual-Genetiken substituierbar sind. Aufgrund der höheren Produktionskosten ist eine Erhöhung der Akzeptanz durch eine ‚angepasste Preispolitik‘ nicht möglich und auch mit den ideellen Rahmenbedingungen nicht vereinbar (Aufzucht der Hähne etc.). Es ist bekannt, dass die Eigröße von verschieden Faktoren abhängig ist (Alter, Klima, Körpergewichtsentwicklung, Uniformität, Fütterung etc.) und entsprechend im gewissen Rahmen beeinflussbar ist (COON, 2002; OKAZAKI et al., 1995; LUI et al., 2004; ZHANG and COON, 1994; SUMMER and LEESSON, 1993; SCHÄUBLIN, 2005; DAMME und HILDEBRAND, 2002). Als wesentlicher Faktor kristallisiert sich die Fütterung, hier im Besonderen die Gehalte an Linolsäure (n-6-essentielle Fettsäure) und Methionin, heraus. Insbesondere durch eine Anreicherung des Futters mit Linolsäure (auf 2,4 – 4 %) konnten in verschieden Studien die Einzeleigewichte signifikant erhöht werden (SCHÄUBLIN et al., 2005; WHITEHEAD, 1981; HOYLE and GARLICH, 1987; SCAGG et al., 1987, GROBAS et al., 2001, HALLE, 1998; LOHMANN, 2009). In Abhängigkeit des Zeitpunktes und der Höhe der Supplementierung werden Erhöhungen der Einzeleigewichte bis zu 4,5 g diskutiert (GONZALEZ-MUNOZ et al., 2009). Hierfür entscheidend ist bereits eine optimale Aufzucht hinsichtlich der Körpergewichtsentwicklung und Uniformität der Herde. Bereits in der Aufzucht wirkt sich eine Anreicherung des Futters mit Linolsäure positiv auf die späteren Eigewichte, insbesondere in der Startphase, aus, da sich diese im Abdominalfett anreichert und dann zu Produktionsbeginn zur Verfügung steht (HALLE, 1998). Im vorliegenden Versuch soll eine Beeinflussung und Optimierung (Erhöhung) der Eigewichte einer Dual-Genetik durch Anreichung von Linolsäure im Futter untersucht werden. Geplant ist eine gesexte Aufstallung von insgesamt N = 900 Tieren, davon n=450 Hähne in Hühnermobil 1 und n = 450 Hennen in Hühnermobil 2. Die Hähne in Hühnermobil 1 werden dann ab Lebenstag 70 bis 84 geschlachtet, sodass nach einer kurzen Serviceperiode im Mobilstall 1 die Hennen auf beide Mobile gleichmäßig verteilt werden (n = 225 je Mobilstall). Ab der 13. Lebenswoche wird der Linolsäureanteil im Futter der Hennen aus der Versuchsgruppe sukzessive auf 3 % angehoben, während in der Kontrollgruppe ein klassisches Fütterungsregime angewendet wird. Zum Anheben des Linolsäuregehalts wird das Futter mit Sonnenblumenöl in Ökoqualität angereichert. Bis zum Eintritt in die Legereife wird dieser Anteil beibehalten und mit der Futterumstellung auf ‚Legemehl 1‘ nochmals auf 3,5 % erhöht. In Abhängigkeit der Entwicklung der Tiergewichte sowie der quantitativen und qualitativen Legeleistung (u.a. Eigewichte) wird der Anteil an Linolsäure mit der Umstellung auf ‚Legemehl 2‘ entweder a) reduziert auf 2,2 % oder b) die Supplementierung eingestellt, der weitere Verlauf der Legeleistung aber weiterhin verfolgt. Im Verlauf des Versuchs werden sämtliche Leistungsparameter der Hähne und Hennen erhoben, wobei der Fokus auf der quantitativen und qualitativen Legeleistung der Hennen in der Versuchs- und Kontrollgruppe liegt. Bewertung der Leistungs- und Gesundheitsdaten: Aufzucht und Legephase In-Ovo geschlechtsbestimmter Tiere Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in): Dr. S. Döhring Projektkoordinatorin: Prof. Dr. A. Einspanier (Uni Leipzig) Kooperationspartner Universität Leipzig Projektdauer 12.07.2016 bis 14.03.2017 Finanzierung Physiologisch-chemisches Institut, Universität Leipzig Kontakt s.doehring@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Eine Alternative zur umstrittenen, derzeit gängigen Praxis des Tötens männlicher Eintagsküken ist die „In-ovo“-Geschlechtsbestimmung bebrüteter Eier. Die Arbeitsgruppe am Veterinär-Physiologisch-Chemischen Institut (VPCI) hat unter der Leitung von Prof. Dr. Almuth Einspanier ein Verfahren zur technisierten, endokrinologischen „In-ovo“-Geschlechtsbestimmung entwickelt. Um die „In-ovo-gesexten“ Tiere mit Tieren aus konventioneller Herkunft bezüglich ihrer Entwicklung, ihrer Leistung und ihres Verhaltens vergleichen zu können, erfolgte eine unabhängige Aufzucht- und Leistungsprüfung an der Hochschule Osnabrück. Die Tiere der Kontrollgruppe stammten von derselben Elterntierherde. Die Aufzucht- und Leistungsprüfung beinhaltete die Erfassung von Entwicklungsparametern und Leistungsparametern sowie Parametern, die als Hinweisgeber für Verhaltensstörungen (Federpicken, Kannibalismus) gelten. Zwischen den beiden Gruppen (in-ovo / Kontrolle-Standardschlupf) konnten keine relevanten Unterschiede bezüglich Entwicklungs-, Leistungs- und Gesundheitsparameter nachgewiesen werden. Die Erfolgsquote der Geschlechtsbestimmung in der IO-Gruppe lag bei 100%, alle Tiere wiesen den Phänotyp einer Henne auf. Geflügeleinstreu - Verfahrensvergleich Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche Mitarbeiterin K. Toppel (M.Sc.) Projektkoordinator Prof. Dr. R. Andersson Kooperationspartner Wirtschaftsunternehmen Projektdauer 2016-2018 Finanzierung Wirtschaft Kontakt k.toppel@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Die Einstreu in Mastgeflügelställen wurde als Haupteinflussfaktor auf Veränderungen an Fußballen von Masthühnern und Mastputen erforscht und vielfach bestätigt. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Einstreufeuchtegehalt zu. Die Gesundheit der Fußballen steht im Fokus der deutschen Mastgeflügelhaltung, Veränderungen an den Fußballen sind sowohl in der Masthühner- als auch in der Putenhaltung zu erheben und zu bewerten. Die zurzeit etablierten Maßnahmen in Zusammenhang mit der Einstreu sind das Nachstreuen und Durcharbeiten des Kot-Einstreugemisches. Zwischen den Durchgängen wird alternativ ein Wechsel der Einstreumaterialien vorgenommen um positive Eigenschaften auf die Fußballengesundheit zu erproben. In der vorliegenden Studie werden neue Ansätze zu Einstreuverfahren überprüft. Neben der möglichen positiven Beeinflussung der Fußballengesundheit über die Veränderung der Einstreuqualität wird in der Studie ein Effekt auf die Stallluft in Form verringerter Ammoniakwerte überprüft. Tageslicht im Stall – Anforderungen an das Spektrum von Lichtquellen bei Geflügel Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) J. D. Kämmerling (Dipl. Ing. FH) Projektkoordinator J. D. Kämmerling (Dipl. Ing. FH), C. Arndt (TÄ), Dr. S. Döhring Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Projektdauer 2015-2017 Finanzierung Land Niedersachsen Kontakt r.andersson@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung Der Gesetzgeber fordert, dass Kunstlicht in Geflügelställen dem natürlichen Licht so weit wie möglich entsprechen muss (§ 13 Abs. 3 bzw. § 18 Abs. 5; Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung). Diese Forderung wirft die Frage auf, wie natürliches Licht definiert ist und wie Vögel ihre Umwelt wahrnehmen. Das Vogelauge unterscheidet sich von dem des Menschen in seiner spektralen Empfindlichkeit. Der gesamte human sichtbare Bereich schließt, im Gegensatz zum Vogel, den UV-A-Bereich aus. Ultraviolette Wellenlängenbereiche tragen beim Vogel zum Hellempfinden bei. Es ist anzunehmen, dass natürliches Tageslicht den Ansprüchen der Vögel am ehesten entspricht. Daher wurde anhand spektralradiometrischer Messungen die Zusammensetzung des Tageslichtes im Tages- und Jahresverlauf an verschiedenen Standorten (freier Himmel oder unter einem Blätterdach) ermittelt und mit spektralradiometrischen Messergebnissen aus einem Legehennenstall verglichen. Die Messungen im Stall ermöglichen eine erste Charakterisierung der spektralen Zusammensetzung des Stalllichtes und machen Unterschiede in einzelnen Stallbereichen deutlich, die auf Vorkommen oder Abwesenheit von natürlichen Lichtquellen zurückzuführen sind. Unter Einfluss von Tageslicht ähneln die Spektren denen unter freiem Himmel. Die „Outdoor“-Messungen zeigen, dass sich das Tageslicht sehr gut charakterisieren lässt, das Spektrum jedoch je nach Standort und in Abhängigkeit der Filtereigenschaften der Vegetation variiert. Die natürlichen Habitate der Nutzgeflügelarten unterscheiden sich. Während Hühner ursprünglich in tropischen und subtropischen Wäldern Südostasiens beheimatet sind, kann bei der Ausgangsform der Pute vom südmexikanischen Truthuhn ausgegangen werden, dessen natürliches Habitat Steppen, Waldränder und lichte Wälder umfasst. Mutmaßlich haben Tiere, die ein Habitat mit Blätterdach bevorzugen, andere Anforderungen an Lichtquellen als Tiere, die bevorzugt „unter freiem Himmel“ leben. Demnach sollte eine speziesdifferenzierte Ausleuchtung des Stalles, wahrscheinlich sogar differenziert nach Funktionsbereichen, erfolgen. Die vorliegenden Ergebnisse der Tageslichtmessung können zur Entwicklung von Leuchtmitteln, die ein tageslichtähnliches Spektrum für Nutzgeflügel erfüllen, herangezogen werden. Die Überprüfung der These bezüglich der differenzierten Ansprüche der Tiere an die Ausleuchtung ihrer Umwelt bedarf weiterer Studien. Reduzierung der Fußballenveränderung durch Einstreuzusatz Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche Mitarbeiterin K. Toppel (M.Sc.) Projektkoordinator K. Toppel (M.Sc.) Kooperationspartner Wirtschaft Projektdauer 2015 Finanzierung Wirtschaft Kontakt K.Toppel@hs-osnabrueck.de Beschreibung: Im Projekt wird geprüft ob durch den Zusatz eines Einstreugranulats die Fußballengesundheit von Mastgeflügel positiv beeinflusst werden kann. Im ersten Schritt werden die bestehende Literatur und die Studienergebnisse zum Einsatz des Zusatzes im internationalen sowie nationalen Raum geprüft. Zudem wird die Anwendung des Einstreuzusatzes erprobt. Anschließend wird unter Praxisbedingungen überprüft welchen Effekt das Einstreugranulat auf die Fußballengesundheit hat. Neben den üblichen biologischen Parametern werden ebenfalls Stallklimadaten und Einstreuparameter während des Durchgangs erhoben und bewertet. Erprobung von Legehennengenetiken im Kontext „Ausstieg aus dem Schnabelkürzen“ sowie „Alternativen zur Tötung männlicher Legehybriden“ Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in): Dr. F. Kaufmann T. Weseloh (B.Sc.) C. Gutsch (B.Sc.) Projektkoordinator: Prof. Dr. R. Andersson Kooperationspartner Wirtschaft Projektdauer 1.4.2013 – 31.12.2016 Kontakt r.andersson@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Die Legehennenhaltung in Deutschland unterliegt aktuell starken Diskussionen, da sie hinsichtlich verschiedener Tierschutzaspekte kritisch gesehen wird. Zwei wesentliche Diskussionspunkte stellen die Schnabelkürzung der Legehennen, sowie die Tötung der männlichen Eintagsküken nach Schlupf dar (beides Gegenstand des Tierschutzplan Nds.). Mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Schnabelkürzung in 2016 sind jedoch weiterhin Probleme verbunden, da die Kürzung des Schnabels bislang als ‚unerlässlich‘ galt um die Folgen der Verhaltensstörung Federpicken und/oder Kannibalismus zu minimieren. Da die Verhaltensstörung Federpicken und/oder Kannibalismus multifaktoriell begründet ist, sind mit der Haltung von Legehennen mit intaktem Schnabel künftig erhöhte Anforderungen, respektive Herausforderungen an das Herdenmanagement, der Tier-Umwelt-Interaktion und der Genotypen verbunden. Im Rahmen des vorliegenden Projekts wird diese Thematik systematisch adressiert. Am Versuchsbetrieb ‚Waldhof‘ der Hochschule Osnabrück sind seit 2013 Legehennen mit intaktem Schnabel vom Genotyp Lohmann Sandy (2 verschiedene Linien) in einer Leistungsprüfung aufgestallt. Untersucht wird, neben der Entwicklung klassischer Leistungsparameter (quantitative und qualitative Legeleistung, Futterverwertung, Körpergewichtsentwicklung, etc.), das Verhalten der Legehennen unter verschiedenen Lichtquellen und Beleuchtungsspektren, sowie Beschäftigungsmaterialien. Durch ein eigens hierfür konzipiertes Managementprogramm durchliefen beide Versuchsgruppen im Dezember 2015 die 2. künstlich induzierte Legepause. Hierdurch wurde die Nutzungsdauer der Legehennen verlängert, was zum einen nachhaltig ist und zum anderen die notwendige Bereitstellung von Junghennen vermindert und somit einen positiven Einfluss auf die Problematik ‚Tötung männlicher Eintagsküken‘ hat. Ausgründend aus dem Versuch am Waldhof wurde in 10/2015 parallel begonnen, die gewonnen Erkenntnisse in die Praxis zu übertragen und hierfür eine Herde schnabelintakter Lohmann Sandy Hennen auf einem kooperierenden Praxisbetrieb aufgestallt. Die Brüder dieser Legehennen werden im Rahmen dieses Projektes ebenfalls genutzt und im Rahmen einer Pilotstudie unter praxisrelevanten Bedingungen aufgezogen und deren Mast- und Schlachtleistungen systematisch erfasst. Erfassung der Entwicklung der Paddelgesundheit von Pekingmastenten (Anas platyrhynchos f. d.) im Verlauf von Aufzucht- und Mastphase Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) L. Klambeck (TÄ) Projektdauer 12/2015 bis 12/2016 Finanzierung Land Niedersachsen - Tierschutzplan Kontakt L.Klambeck@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Nach der dritten Änderung des Tierschutzgesetztes sind Tierhalter aufgefordert die Erfüllung von § 2 durch betriebliche Eigenkontrollen zu gewährleisten. Zur Bewertung des Wohlergehens der gehaltenen Tiere sind tierbezogene Merkmale und Indikatoren zu erheben und zu bewerten (siehe TierSchG (2013) §11 (8)). Die Fußballengesundheit scheint sich im Bereich der Masthähnchen- und Putenhaltung als ein geeigneter Indikator zur Beurteilung des Haltungssystems und Managements herauszustellen. Derzeit existieren im Bereich der Entenhaltung nur wenige Erhebungen und Veröffentlichungen, welche ‚Welfare-Standards‘ auf Betriebsebene beschreiben, oder Faktoren mit negativem Einfluss klar nachweisen. Der Bedarf eines optimalen Managements der Haltungsumwelt wird dennoch klar formuliert. Gemäß der, Europaratsempfehlungen in Bezug auf Pekingenten´ (1999) muss nach Artikel 11, Nr. 2 Pekingmastenten Badewasser zum Ausleben von Komfortverhalten angeboten werden. Zusätzlich zu den Nippeltränken vorhandene Wasserangebote erhöhen jedoch das Risiko für die Bildung von Ammoniak durch einen steigenden Feuchtegehalt in Einstreu und Stallluft. Es kommt nachweislich zu einer Verschlechterung der Tier- und Paddelgesundheit durch diese Faktoren. Die Datenerhebung im Rahmen des Projektes findet auf zwei Betrieben mit Pekingentenmast statt. Pro Betrieb und Durchgang werden die Paddel von n= 200 Tieren pro Herde und Besuchstermin in Anlehnung an das durch S. Kudinov modifizierte Boniturschema von HOCKING et al. (2008) bonitiert (Score 0 - keine Veränderungen, bis Score 4 - bis hochgradige Veränderungen) mittels eines modifizierten Boniturschemas nach Hocking et al. (2008) in Absprache mit S. Kudinov (LAVES) Durch eine Modifikation des Boniturschemas werden die Lokalisationen der Veränderungen detailliert dokumentiert. Die Erhebungen sind während vier Mastdurchgängen (jeweils zwei Durchgänge im Winter- sowie zwei Durchgänge im Sommerhalbjahr) geplant. Ab dem dritten Lebenstag der Tiere erfolgt die Bonitur in wöchentlichen Abständen während der gesamten Aufzucht- und Mastphase, um Veränderungen der Paddel zeitnah erfassen und den Verlauf dokumentieren zu können. Parallel werden an jedem Boniturtermin die Paddel bezogenen Parameter des Managements wie Einstreumaterial, die Einstreumenge, -häufigkeit, etc. erfasst. Des Weiteren werden das Stallklima und die biologischen Leistungen dokumentiert. Ziel des Projekts ist die Darstellung des Status-Quo bezüglich der Paddelgesundheit, sowie die Ermittlung von Zeitfenstern des ersten Auftretens von Läsionen der Paddel. Es soll geprüft werden, ob klinische Veränderungen der Paddel als Indikator für Tierschutz, Tiergesundheit und das Management fungieren und somit ein Controlling-Instrument darstellen können. Um das Boniturschema standardisieren zu können, ist geplant, Gestaltplastinate von Paddeln jedes Scores anfertigen zu lassen. Etablierung eines Gesundheitskontrollprogramms (GKP) für Mastputen Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) P. Willmes (Dipl. Ing. agr.) Projektkoordinator Hochschule Osnabrück: Prof. Dr. R. Andersson Verband deutscher Putenerzeuger: Dr. D. Höppner Kooperationspartner Dr. H. Schön, Hochschule Osnabrück Projektdauer 1.1.2014-30.6.2016 Finanzierung VDP Kontakt R.Andersson@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Im Jahr 2013 wurden die überarbeiteten „Bundeseinheitlichen Eckwerte für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen“ (VDP 2013) veröffentlicht. Dort wurde festgelegt, dass ein Gesundheitskontrollprogramm (GKP) etabliert wird. Für Betriebe, die sich verbindlich am GKP beteiligen, wird eine zulässige Besatzdichte von 52 bzw. 58 kg/m² (Henne bzw. Hahn) festgeschrieben. Die Hochschule Osnabrück (Arbeitsgruppe Andersson) begleitete die 1-jährige bundesweite Pilotphase des Gesundheitskontrollprogramms, von Januar bis einschl. Dezember 2014 sowie die Praxisphase, von Januar bis einschließlich Dezember 2015. Das Ziel der Pilotphase war, die in einer Arbeitsgruppe vorgeschlagenen Parameter auf Eignung als Indikator zu prüfen. Nach der Pilotphase 2014 des Gesundheitskontrollprogramms wurden folgende Indikatoren festgelegt: „Mortalität Mast“, „Transporttote“ („Federtote“), „verworfene Tiere“, „verworfene Teilstücke“, „Fußballenveränderungen“ (Kategorie C) und „Brusthautveränderungen“ bei Hähnen. Zusätzlich wurde das durchschnittliche Einzeltiergewicht sowie der dazugehörige Variationskoeffizient beziehungsweise die Uniformität festgelegt, um die Erfüllung der Eigenkontrolle gemäß §11 (8) TSchG (2013) zu gewährleisten. Mit Beginn der verpflichtenden Umsetzung in der Praxis zum 1.1.2015 erfolgte durch die Hochschule weiterhin eine Auswertung der als Indikator geeignet befundenen Parameter. So wurde eine Vereinheitlichung der Erhebungsmethoden vorangebracht. Die kameragestützte Fußballenbewertung wurde weiter vereinheitlicht und der Auswertungszeitraum für ein schlachthofinternes betriebliches Benchmark festgelegt. „Einfluss von Lichtmodifikationen (UV-Licht) auf das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus von Jung- und Legehennen in Praxisbetrieben“ Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) C. Arndt (TA) T. Weseloh (B.Sc.) Projektkoordinator Prof. Dr. R. Andersson Dr. B. Spindler (Stiftung Tierärztliche Hochschule) Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Tierärztliche Hochschule Projektdauer 06/14 - 03/16 Finanzierung Land Niedersachsen Kontakt R.Andersson@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Vor dem Hintergrund, dass ab 2017 in Niedersachsen Jung- und Legehennen mit intaktem Schnabel gehalten werden, gilt es Lösungen zur Reduktion von Verhaltensstörungen, wie Federpicken und Kannibalismus zu finden. Ziel ist die Weiterentwicklung bestehender Haltungssysteme, die den Bedürfnissen der Tiere weitestgehend entgegenkommen und somit zur Reduktion von Verhaltensstörungen führen. Die AG-Legehennen des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat in den sogenannten „Empfehlungen“ (Empfehlungen zur Verhinderung von Federpicken und Kannibalismus zum Verzicht auf Schnabelkürzen bei Jung- und Legehennen –Stand: 30.03.2013) die aktuellen Erkenntnisse zusammengestellt, die bekanntermaßen einen Einfluss auf das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus haben und Managementempfehlungen erarbeitet, um das Auftreten dieser Verhaltensstörungen zu verhindern bzw. um bei bereits aufgetretenem Federpicken und Kannibalismus zu intervenieren („Notfallplan“). In diesem Projekt wurde der Einfluss von Lichtmodifikation (UV-Licht) auf das Auftreten von Federpicken und Kannibalismus untersucht, bei gleichzeitiger Umsetzung der wesentlichen Punkte der „Empfehlungen“. Des Weiteren erfolgte eine ökonomische Bewertung der einzelnen Haltungsmodifikationen und durchgeführten Managementmaßnahmen. Die Modellbetriebe hielten dafür ca. 100.000 Hennen der Genetik Lohmann Brown auf 20 (Aufzucht) bzw. 40 (Legestall) Herden verteilt. Die eine Hälfte der Hennen wurde unter den praxisüblichen Lichtverhältnissen gehalten, die andere Hälfte befand sich in einem Stall, der zusätzlich mit UV-Lampen ausgestattet war. Die Hennen wurden bis zur 70. Lebenswoche wissenschaftlich begleitet. Bei der Umstallung wurde sichergestellt, dass die Hennen im Legestall die jeweils aus dem Junghennenstall bekannten Lichtverhältnisse vorfanden. Beide unterschiedlich ausgeleuchteten Ställe hatten das gleiche Angebot an Beschäftigungsmaterial (Körner in der Einstreu, Pickblöcke bzw. Pickblöcke in Kombination mit Körnern oder Luzerneheuballen) mit jeweils einer Wiederholung, so dass die Bedeutung des Faktors „Licht“ ermittelt werden konnte. Die Lichtmessungen beinhalten die Erfassung der Helligkeit sowie qualitative Untersuchungen mittels Spektrometer. Der angestrebte UV-Anteil am Gesamtspektrum von ca. 4 % (entspricht der Situation unter freiem Himmel) konnte mit zusätzlichen Leuchtmitteln realisiert werden. Managementmaßnahmen zur Lichtreduktion, aufgrund beginnenden Federpickens und Kannibalismus während der Legephase, zogen die Anpassungen der UV-Lichteinstellungen nach sich sowie ein Wechsel des UV-Leuchtmittels mit geringerer Emission. Aufgrund eines akuten Kannibalismusgeschehens wurde das UV-Licht in der 47/48 Lebenswoche ausgeschaltet. Die Zusammensetzung des Lichtes wurde durch die Lichtquelle erheblich beeinflusst. Bei Messungen im Bereich von Fenstern dominierte Licht der Wellenlänge 628 – 780 nm (rot) während unter reinen Kunstlichtbedingungen der Wellenlängenbereich 590 – 627 nm (orange) dominierte. Die Einstellung der Helligkeit in Geflügelställen erfolgt üblicherweise in Prozent und wird über den Stallcomputer gesteuert und ist somit relativ. Die Einstellung der Helligkeit am Stall-PC erfolgte mit Hilfe eines Luxmeters, um allen Herden die gleiche Helligkeit anbieten zu können. Innerhalb der Abteile schwankte die Helligkeit aufgrund der Strukturierung durch die Stalleinrichtung sowie aufgrund An- und Abwesenheit von Tageslicht stark. Während zu Beginn der Untersuchungen im Legestall ca. 60 lx gemessen wurden, sank die Helligkeit durch die schrittweise Reduktion des Lichtes, als Reaktion auf Federpicken und Kannibalismus, bis zum Juni 2015 auf ca. 2 lx. Für die Beurteilung der Helligkeit im Stall muss das Sehvermögen des Vogels berücksichtigt werden. UV-Licht trägt hier zum Hellempfinden bei. Mittels Spektrometer konnten, unter Einbeziehen der Werte für die radiometrische Bestrahlungsstärke im UV-Bereich, zusätzlich Gallilux-Werte ermittelt werden. Im Vergleich der Ställe in Bereichen ohne Tageslichteinfluss konnte im Stall mit UV-Licht bis zu 2,1 % höhere Gallilux-Werte ermittelt werden, als im Stall ohne UV-Licht. Im Stall mit UV-Licht war der Gefiederzustand in der Legeperiode schlechter als im Stall ohne UV-Licht (+11,5 % Gefiederschäden insgesamt). Die Hennen im Stall mit UV-Licht waren außerdem stärker von oberflächlichen Verletzungen und Kannibalismusverletzungen betroffen als im Stall ohne UV-Licht (+36,5 % Verletzungen insgesamt). Ab der 40. Lebenswoche trat im Stall mit UV-Licht vermehrt Kannibalismus auf. Ohne zusätzliches UV-Licht begann das Problem 2 Wochen später. Unter beiden Lichtbedingungen waren die Gruppen mit Luzerneheuballen als Beschäftigung am geringsten von Federpicken betroffen. Außerdem konnte hier das geringste Kannibalismusgeschehen verzeichnet werden. Die Durchführung des Notfallplans mit zusätzlicher Gabe von Beschäftigungsmaterial und die Absenkung der Helligkeit konnten das Kannibalismusgeschehen eindämmen, Federpicken und Federverlust konnten hingegen lediglich im Fortschreiten verlangsamt werden. Abschlussbericht Ordnungsgemäßes Töten und Schlachten von Nutzgeflügel Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) L. Klambeck (TÄ) J. D. Kämmerling (Dipl. Ing. FH) Projektkoordinator L. Klambeck (TA) Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, BSi Schwarzenbek, NGW-Niedersächsische Geflügelwirtschaft Landesverband e.V., Hochschule Osnabrück Projektdauer 01.12.2013 – 30.04.2016 Finanzierung EFRE Kontakt L.Klambeck@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Das Tierschutzgesetz bildet in Deutschland die rechtliche Grundlage für den Umgang mit Tieren. „Schmerzen, Leiden und Schäden“ dürfen einem Tier nicht „ohne vernünftigen Grund“ zugefügt werden (§ 1 TierSchG). Die Verordnung (EG) 1099/2009 über den Schutz von Tieren zum Zeitpunkt der Tötung und die Tierschutzschlachtverordnung bilden den für Deutschland geltenden rechtlichen Rahmen über die Kenntnisse und Fähigkeiten von Personen, die die Betreuung, Ruhigstellung, Betäubung, Schlachtung oder Tötung von Tieren durchführen. Im Rahmen des Projektes wurde ein Schulungskonzept (Erarbeitung eines didaktischen Konzepts, Erstellung von Schulungs- und Prüfungsunterlagen) erstellt. Die Schulung nimmt Bezug auf § 4 der Tierschutz-Schlachtverordnung mit dem Ziel, den Teilnehmern theoretische Kenntnisse im Themenkomplex ‚Töten und Schlachten von Geflügel‘ zu vermitteln und sie in Bezug auf Überwachung der Wirksamkeit der Betäubung, des Fehlens von Lebenszeichen und das Wahrnehmungs- und Empfindungsvermögen von Nutzgeflügel zu sensibilisieren. Die Teilnehmer verfügen nach der Schulung über Grundlagenwissen, um Geflügel ordnungsgemäß betäuben, töten und schlachten zu können (§ 1 TierSchG und § 4 TSchlV). Durch die vermittelten Kenntnisse sind Teilnehmer in der Lage, den Betäubungsprozess auf Wirksamkeit zu überwachen und Risikofaktoren im Prozess erkennen um ggfs. Gegenmaßnahmen und Optimierungsprozesse rechtzeitig einzuleiten. Der Teilnehmer kennt wesentliche Erkrankungen des Tieres, kann diese differenzieren und verfügt über die notwendigen Kenntnisse um eine Nottötung vorzunehmen. In 2015 wurde bereits die 3. Schulung vorgenommen. Die Anerkennung als gleichwertige Qualifikation durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erlaubt die Ausstellung eines entsprechenden Zertifikats bei erfolgreicher Teilnahme an der Schulung. „Umsetzung des Tierschutzes in der Legehennenhaltung“ Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. F. Kaufmann Prof. Dr. H. Grygo Projektkoordinator Dr. F. Kaufmann Kooperationspartner Projektdauer 09/2014 – 02/2015 Finanzierung Wirtschaft Kontakt F.Kaufmann@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Im Rahmen des Ausstiegs aus der Schnabelbehandlung bei Legehennen wurde eine Fortbildung mit dem Titel „Tierschutz orientierte Legehennenhaltung“ mit Fokus „Verzicht auf Schnabelkürzung“ konzipiert und durchgeführt. Hierfür wurden verschiedene Module und Lerneinheiten inklusive Schulungsunterlagen konzipiert. An 4 Fortbildungstagen nahmen insgesamt 2 Teilnehmergruppen mit jeweils einem spezifischen Modul, bestehend aus jeweils 5 Unterrichtseinheiten zu je 45 – 60 Minuten, teil. Die Teilnehmer und Adressaten waren Multiplikatoren / Fortbildungsbeauftragte in Legehennenhaltenden Unternehmen und wurden nach dem ‚Train the Trainer‘ Ansatz geschult. In 2015 erfolgte die Anerkennung seitens des ML Niedersachsens als Schulungsveranstaltung für Tierhalter im Sinne des Rd.Erl. vom 03.06.2015. 2-Nutzungslinie für die ökologische Legehennenhaltung mit ökologischer Hahnenmast im Mobilstall Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. F. Kaufmann Projektkoordinator Dr. F. Kaufmann Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Lohmann Tierzucht GmbH Projektdauer 04/2014 – 04/2016 Finanzierung Land Niedersachsen Kontakt F.Kaufmann@hs-osnabruck.de Zusammenfassung: Ziel des vorliegenden Versuches war, die Eignung und Leistung von Hähnen und Hennen von 2-Nutzenlinien in Mobilställen der Fa. Weiland (‚Hümo 225‘) unter Beachtung der Vorgaben der ökologischen Tierhaltung zu überprüfen. Hierfür sollten sowohl die Wachstumsleistungen und Schlachtkörperzusammensetzungen der Hähne als auch die Legeleistung der Hennen erhoben und im Kontext des Haltungssystems evaluiert werden. Für den Versuch wurden 2-Zweinutzungslinien (Lohmann Dual vs. Lohmann Dualexperimental) aufgestallt und, hinsichtlich genannter Parameter, miteinander verglichen. Die Lohmann Tierzucht GmbH stellte für das Projekt entspechend 509 LD und 505 LDex ungesexte Eintagsküken zur Verfügung. Die ungesexten Tiere einer Genetik wurden in jeweils ein Hühnermobil gemischt-geschlechtlich aufgestallt. Die Haltung der Tiere sowie das Management erfolgte nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. (Verordnung (EG) 834/2007, 889/2008). Die gemischtgeschlechtlichen Herden wurden bis zur Schlachtung der Hähne (Tag 70, 80 und 85) gemeinsam aufgezogen. Die Hennen verblieben für die Legeperiode im jeweiligen Mobilstall. Über den erwähnten Zeitraum hinweg wiesen die Hähne der Herkunft LD mittlere tägliche Zunahmen von 34,6 g und die Hähne der Herkunft LDex von 29,7 g auf (Abb. 2). Bezogen auf die Mastwochen waren die mittleren Zunahmen in diesem Zeitraum 242,4 bzw. 207,8 g. Die LD Hähne wiesen zu jedem Schlachttermin ein höheres Schlachtgewicht auf als die LDex. Das mittlere Schlachtgewicht der LD betrug am 85. Masttag 1786 g (SD: 185,3) wohingegen die LDex mit einem Schlachtgewicht von 1449 g (SD: 179,3) im Mittel 337 g leichter waren. Auch bei den Gewichten und den prozentualen Anteilen der wertvollen Teilstücke (Brustfilets, Keulen) war die Herkunft LD der Herkunft LDex entsprechend überlegen. Die Ausschlachtung variierte zwischen den einzelnen Terminen und Genetiken zwischen 65 und 68 %. Die Hennen beider Genetiken begannen in der 18. Lebenswoche mit der Eiablage, den Status ‚Legehennen‘ erhielten die Tiere am Ende der 21. (LDex) bzw. 22. Lebenswoche. Zum Zeitpunkt der ersten Eiablage (18. Lebenswoche) wogen die LD Hennen im Mittel 1740 g (SD: 263,5); die LDex Hennen 1490 g (SD: 202,4). Den Status ‚Legehenne‘ erhielten die Hennen am Ende der 21. (LDex) bzw. 22. (LD) Lebenswoche. Zu diesem Zeitpunkt wiesen die Hennen ein mittleres Gewicht von 1666 bzw. 1841 g (SD: 154,9 bzw. 223,7) auf. Das mittlere Lebendgewicht zum Ende des Versuchszeitraumes (95. LW) betrug 2061 g bei den LD Hennen bzw. 1840 g bei den LDex (SD: 240,1 bzw. 211,4). Die LDex Hennen hatten in der 24. LW erstmalig eine Legeleistung > 80% erreicht, bei der LD Herde war der Anstieg deutlich flacher und erreichte erst in der 28. LW die 80 %. Die höchste Legeleistung war bei den LDex mit 86,5% in der 26. LW erreicht, der Peak in der LD Herde war mit 82,8 % in der 30 LW erreicht. Ab der 32. (LD) bzw. 33 LW. (LDex) war ein Rückgang in der Legeleistung zu verzeichnen. Eine LDex Durchschnittshenne produzierte im Versuchszeitraum 1kg mehr Eimasse als eine LD Henne (18,8 kg vs. 17,8 kg). Über diesen Zeitraum (68 Wochen) lag die durchschnittliche Legeleistung bei 66,9 % (LDex) bzw. 62,2 % (LD). Bezogen auf eine Produktionsperiode von 52 Wochen produzierte eine LDex Durchschnittshenne 250 Eier. Die im Mittel ca. 200 g schwereren LD Hennen hatten eine tägliche Futteraufnahme von ca. 110 g, die LDex Hennen lagen hier noch drunter, produzierten jedoch mehr Eimasse, sodass die Futterverwertung der LDex Hennen mit 1:2,4 deutlich besser war als die der LD Hennen. Vor dem Hintergrund der Tötung männlicher Eintagsküken kann in der Nutzung von Dual-Genetiken eine erfolgversprechende Alternative gesehen werden. Die Hähne und auch Hennen bieten einen, im Vergleich zu den Tieren der Legerichtung, deutlich fleischigeren Schlachtkörper, dennoch besteht das Problem, dass die Legeleistung unter gegebenen Marktbedingungen unzureichend ist. Auswertung einer bei Pekingenten durchgeführten Paddelbonitur Projektleitung Prof. Dr. Robby Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Lea Klambeck Projektdauer 01.04.2014 - 30.06.2014 Finanzierung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Kontakt l.klambeck@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Gegenstand der Untersuchung war ein vorhandener und der Arbeitsgruppe vorliegender Datensatz, bereitgestellt vom LAVES, Niedersachsen. Im Rahmen dieser Erhebung wurden im Zeitraum von drei Jahren von zwei verschiedenen Schlachthöfen sukzessive Paddelboniturdaten gesammelt. Von den geschlachteten Kohorten standen jeweils 100 bzw. 200 bonitierte Paddel zur Verfügung. Zu jeder Herde lagen zudem, über einen Fragebogen ermittelte, Informationen zum Haltungssystem, respektive der Haltungsumwelt vor. Ziel der Aufbereitung und Auswertung der Daten und Informationen ist es, zu prüfen, ob der Grad der Paddelveränderung Rückschlüsse auf Defizite im Management auf Stallebene zulässt. In Abhängigkeit vom Detaillierungsgrad und der Vollständigkeit der Daten und Informationen scheint es möglich, diesen Zusammenhang auch für einzelne, ausgewählte Aspekte (z.B. Art der Einstreu, Art der Tränkewasserversorgung) vornehmen zu können. Das Ziel ist es, den Status-Quo bzgl. der Paddelgesundheit sowie eine Risikoorientierte Darstellung von Faktoren, die Einfluss auf die Paddelgesundheit von Pekingenten haben. Bewertung der Auswirkungen des zusätzlichen Wasserangebots während der Mast auf Tiergesundheit, Verhalten und Hygiene Projektleitung Prof. Dr. Robby Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Lea Klambeck Projektdauer 01.05.2013 - 01.06.2014 Finanzierung Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Kontakt l.klambeck@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Nach den Europaratsempfehlungen (Art. 11 Nr. 2) ist der Zugang zu einem Auslauf und zu Badewasser notwendig, „damit die Enten als Wasservögel ihre biologischen Erfordernisse erfüllen können. Wo ein solcher Zugang nicht möglich ist, müssen die Enten mit Wasservorrichtungen in ausreichender Zahl versorgt werden, die so ausgelegt sein müssen, dass das Wasser den Kopf bedeckt und mit dem Schnabel aufgenommen werden kann, sodass sich die Enten problemlos Wasser über edn Kopf schütten können. Die Enten sollen die Möglichkeit haben, mit dem Kopf unter Wasser zu tauchen.“ Das Ziel des Vorhabens lag darin, die Bewertung der Auswirkungen eines zusätzlichen Wasserangebots während der Mast auf Tiergesundheit, Verhalten und Hygiene zu prüfen. Identifizierung und Erprobung von Parametern zur Indikatorbildung und als Instrument des Controllings - mit Fokus auf Mortalität, Fußballengesundheit , Arzneimitteleinsatz (Putencontrolling) Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) K. Toppel (M.Sc.) P. Willmes (Dipl.-Ing. agr.) Projektkoordinator K. Toppel (M.Sc.) Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Hochschule Osnabrück, Prof. Dr. agr. habil. G. Recke Projektdauer 1.03.2013-15.12.2014 Finanzierung Land Niedersachsen - Tierschutzplan Kontakt K.Toppel@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Erfassung und Analyse der IST-Situation von Managementmaßnahmen im Hinblick auf Mortalität, Fußballengesundheit und Arzneimitteleinsatz Putenhaltender Betriebe. Die Daten wurden retrospektiv (z.B. am Schlachthof) erhoben. Anschließend folgte ein Soll-Ist-Vergleich (Controlling System): Mithilfe der erhobenen Indikatoren wurden frühzeitig Abweichungen von Sollwerten identifiziert und Korrekturmaßnahmen hinsichtlich Erfolg/ Kosten-Nutzen-Aspekten bewertet, um ein betriebsindividuell modifizierbares Frühwarnsystem zu entwickeln. Abschließend wurden bewährte Maßnahmen auf einer Plattform abgebildet und somit ein intra- und interdisziplinärer Wissenstransfer ermöglicht. Abschlussbericht Erprobung eines zusätzlichen Wasserangebotes für Pekingenten Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Lea Klambeck (TÄ) Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Landwirtschaftskammer Niedersachsen Landwirte Projektdauer 01.11.2012 – 15.12.2014 Finanzierung Land Niedersachsen- Tierschutzplan Kontakt L.Klambeck@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Nach Art. 11, Nr. 2 der Europaratsempfehlungen in Bezug auf Pekingenten (Ständiger Ausschuss des europäischen Übereinkommens zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen, T-AP; 22. Juni 1999) muss Enten Zugang zu Badewasser gewährt werden. Ist dies nicht möglich, müssen Wasservorrichtungen zur Verfügung gestellt werden, die die Möglichkeit bieten, den Kopf mit Wasser zu bedecken sowie Wasser mit dem Schnabel aufzunehmen, um sich problemlos Wasser über den Körper schütten zu können. Den Enten muss die Möglichkeit gegeben sein, mit ihrem Kopf unter Wasser zu tauchen. Im Rahmen dieses Projektes sollte bewertet werden, welche Auswirkungen zusätzliche Wasserangebote auf den Gesundheitsstatus von konventionell gehaltenen Pekingmastenten und die Keimbelastung der Wasserangebote haben; weiterhin erfolgte eine ökonomische Bewertung, sowie die Evaluierung der Einstreufeuchte (Landwirtschaftskammer Niedersachsen). Im Rahmen des ML-Projektes „Zusätzliches Wasserangebot für Pekingenten“ (Tierschutzplan Niedersachsen) wurden auf zwei pekingentenhaltenden Betrieben in fünf Durchgängen Daten zum klinischen Erscheinungsbild der Tiere erhoben, um die Auswirkungen der zusätzlichen Wasserangebote auf die entsprechenden Parameter erfassen und bewerten zu können. Hierzu wurden den Tieren zusätzlich zu den herkömmlichen Nippeltränken zwei verschiedene Formen von zusätzlichen Wasserangeboten angeboten: Der Prototyp einer trichterförmigen Schalentränke als auch eine sogenannte Komfortzone mit Flachbecken wurden im Rahmen des Versuchs eingesetzt. Die grundsätzliche Eignung des Prototyps einer trichterförmigen Schalentränke nach Artikel 11, Nr. 2 der Europaratsempfehlungen in Bezug auf Pekingenten wurde unter kontrollierten Bedingungen im Rahmen einer Vorstudie an der Hochschule Osnabrück bestätigt. Auf zwei pekingentenhaltenden Betrieben, die mit zusätzlichen Wasserangeboten ausgestattet waren, wurden in fünf Durchgängen Daten zum klinischen Erscheinungsbild der Paddel, der Augen und Nasenlöcher sowie der Gefiederverschmutzung erhoben. Ziel waren die Erfassung und Auswertung der Auswirkungen der zusätzlichen Wasserangebote auf die entsprechenden Parameter. In jedem Durchgang fanden drei Betriebsbesuche statt, jeweils am Anfang, Mitte und Ende des Mastdurchgangs. Die Datengrundlage beläuft sich auf Daten von insgesamt 6.000 bonitierten Tieren. Zusätzlich wurden an jedem Boniturtermin Wasserproben aus allen Wasserangeboten entnommen. In einem externen Labor erfolgte eine mikrobiologische Untersuchung der Proben in Bezug auf die aerobe Gesamtkeimzahl sowie den Gehalt an E. coli. Die Wasserverbräuche an den jeweiligen Wasserangeboten wurden erfasst. Außerdem erfolgte eine Dokumentation der Futterverbräuche und der Verluste in jedem Durchgang. Das Management der Schalentränken (Abstand zwischen Boden und Trichter der Schalentränke, Füllhöhe des Steigrohrs sowie Füllhöhe der Tränkeschale) wurde im vierten und fünften Durchgang an jedem Boniturtermin erfasst. Die Frequentierung der Komfortzonen mit Flachbecken wurde während zwei Durchgängen durch Blaufärbung des Wassers am 35. Lebenstag der Tiere erhoben. Abschlussbericht Bedarfsorientierte Weiterbildung zum Nachweis und Erhalt aktueller Kenntnisse und Fähigkeiten für Fach und Führungskräfte in der niedersächsischen Geflügelwirtschaft-BeWeGe Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Prof. Dr. H. Grygo Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. F. Kaufmann L. Klambeck (TÄ) Projektkoordinator Dr. F. Kaufmann Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, BSi Schwarzenbek, NGW-Niedersächsische Geflügelwirtschaft Landesverband e.V., Hochschule Osnabrück Projektdauer 01.07.2011 – 31.10.2014 Finanzierung EFRE, NBank Kontakt F.Kaufmann@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Ein systematisches, praxisorientiertes Fort- und Weiterbildungsangebot für Firmen der Geflügelbranche ist am Markt bislang nicht existent. Die Etablierung eines solchen Systems ist nach erfolgreichem Abschluss des EFRE-Projektes ‚BeWeGe‘ (Bedarfsorientierte Weiterbildung von Fach- und Führungskräften in der Niedersächsischen Geflügelwirtschaft) die Zielsetzung der Hochschule Osnabrück, angesiedelt im Bereich „Studienschwerpunkt angewandte Geflügelwissenschaften – StanGe/ Offene Hochschule“. Sowohl in der Anzahl der Betriebe, der Hennenhaltungsplätze, als auch in der Anzahl der produzierten Eier befindet sich Niedersachsen im Bundesvergleich auf Produktionsplatz Nr. 1. Eine noch bedeutendere Rolle kommt Niedersachsen in der Geflügelfleischproduktion zu. Niedersachsen ist das Bundesland, in dem die meisten Hühner, Enten und Puten gehalten werden. Bei dieser hohen Viehdichte muss man sich in Niedersachsen nicht nur der erhöhten Seuchenrisiken und nachhaltigen Umweltauswirkungen (Umweltschutz), sondern auch einer besonderen Verantwortung gegenüber dem einzelnen Tier (Tierschutz) bewusst sein und entsprechende Konzepte entwickeln. Die Anforderungen an die landwirtschaftliche Produktion sind in den letzten Jahren höher, umfangreicher und differenzierter geworden um den gesellschaftlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Ansprüchen gerecht werden zu können. Insgesamt konnte die Qualität der Produkte, die Lebensmittelsicherheit, der Verbraucherschutz und die Tiergerechtheit deutlich verbessert werden. Um diese Qualitäten erhalten und weiter verbessern zu können, sind hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte sowie Mitarbeiter notwendig, die dauerhaft der Komplexität und Dynamik des Marktes gerecht werden. Neben der Aus-, Fort- und Weiterbildung aus persönlicher Motivation sieht der Gesetzgeber auch den Erwerb und Erhalt von definierten Kenntnissen und Fähigkeiten vor. Demnach ist der Qualifizierungsbedarf der derzeitigen Fach- und Führungskräfte vielfältig. Von den im Beruf stehenden Agraringenieuren werden zunehmend nicht nur produktionstechnische Kenntnisse und Fähigkeiten erwartet, sondern Mitarbeiterführung, Qualitäts- /Prozesssicherung sowie Produkthaftung gewinnen in der arbeitsteiligen Betriebsführung an Bedeutung. Das Projekt BeWeGe berücksichtigte neben den oben genannten Aspekten bei der Entwicklung von Kursen/ Kursstrukturen: - den Bedarf von Firmen/ Führungskräften/ Mitarbeitern - neueste rechtliche Rahmenbedingungen - im Tierschutzplan Niedersachsen verankerte Zielsetzungen - gesellschaftliche Entwicklungen und Anforderungen. Ergebnis ist das Konzept eines Fort- und Weiterbildungssystems mit Fortbildungslehrgängen in Abhängigkeit der Zielgruppen und entsprechender Bedarfe (z.T. beides gesetzlich vorgegeben): - BEPS Kurse (Basic Education in Poultry Science) - CEPS Kurse (Continuing Education in Poultry Science) Das modulare BeWeGe Fort- und Weiterbildungskonzept (vgl. Abbildung) mit seinen Fortbildungspunkten soll in ähnlicher Weise funktionieren, wie das der Human- und Veterinärmedizin (CME bzw. ATF). Jedoch basiert es in verschiedenen Bereichen zunächst auf der Grundlage einer freiwilligen Teilnahme und Etablierung am Markt. Eine Qualitätssicherung der Kurse durch externe Gremien wird auch in Zukunft erfolgen. Im Rahmen des Projektes wurde eine Weiterbildungsstruktur geschaffen, die es ermöglicht, alle Varianten/Arten an Kursen zu berücksichtigen und mit dem zukünftigen Ziel ‚berufsintergierender Master‘, zu verknüpfen. Das Gesamtkonzept ermöglicht die Kopplung von Lehre mit Fort- und Weiterbildung mit dem Ziel der Vermittlung von bescheinigten Kenntnissen und Fähigkeiten entweder als Fortbildungsnachweis und/oder durch Verknüpfung mehrerer Module, respektive Fortbildungseinheiten zu einem Hochschulabschluss (Offene Hochschule). Das Konzept des berufsintegrierenden Masterstudienganges (Arbeitstitel „Geflügelmanagement) ist erfolgreich von den Gremien der Hochschule geprüft und bestätigt worden. Noch vor Projektende wurde vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur die grundsätzliche Zustimmung zur Einleitung eines Akkreditierungsverfahrens erteilt und die Vereinbarkeit mit der Hochschulplanung des Landes als gegeben angesehen. Mast männlicher Legehybriden und Junghennenaufzucht in gemischt-geschlechtlicher Herde Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. F. Kaufmann Projektkoordinator Dr. F. Kaufmann Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Lohmann Tierzucht GmbH Hans-Peter Engels (Tatort Engels) Projektdauer 15.03.2012 – 31.12.2012 Finanzierung Land Niedersachsen Kontakt F.Kaufmann@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Im Zuge der Weiterentwicklung des Tierschutzes in der Geflügelproduktion ist die Merzung der männlichen Legehybriden als Eintagsküken im Rahmen der Reproduktion von Legehennen aus ethischer Sicht kaum vertretbar. Da die Aufzucht jeder Legehenne mit dem Schlupf der gleichen Anzahl männlicher Legehybriden einhergeht, betrifft dieses Problem in Deutschland aktuell ca. 45 Mio. männliche Legehybriden. Davon fallen ca. 2 Mio. Tiere aufgrund der Aufstallung in der Ökologischen Landwirtschaft an. Die Geschlechtsbestimmung in-ovo und vor allem pre-incubationem ist zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund aufwendiger Techniken und Analyseverfahren und der notwendigen Manipulationen am Ei, die die Schlupf- und Überlebensrate der Embryos nachhaltig negativ beeinflussen, nicht praktikabel. Ein vielversprechenderer Ansatz zur Lösung des Dilemmas zwischen Ethik und Wirtschaftlichkeit kann die Etablierung eines Nischenmarktes für hochwertiges Hühnerfleisch darstellen, der auf einer Mast langsam wachsender männlicher Legehybriden basiert. Aus diesem Grund wurde die Mast männlicher Legehybriden in Mobilställen unter ökologischen Bedingungen als potentieller Lösungsansatz untersucht. Für den Versuch wurden im ersten Durchgang 3 Herden als Eintagsküken wie folgt aufgestallt: • Mobilstall 1: 515 Lohmann Brown classic (LB) Hähne • Mobilstall 2: 257 LB-Hennen und 258 LB-Hähne als Mischherde • Feststall: 174 LB Hähne als Vergleichsgruppe Die Mast erfolgte über 70 Tage unter einem 2-phasigen Fütterungsregime (ökologisch). In einem zweiten Durchgang (eine weitere ‚Feststallgruppe‘ mit anderer Genetik; nur Hähne) wurde zur Steigerung des Schlachtgewichts die Mastdauer auf 80 Tage verlängert. Nach 70-tägiger Mast wiesen die Tiere über die Versuchsgruppen hinweg ein mittleres Schlachtgewicht von 766 g auf. Durch eine 10-tägige Verlängerung der Mast in Durchgang 2 konnten die Schlachtgewichte auf 994 g gesteigert werden. Vor dem Hintergrund der vorzüglicheren Fleischqualität (im Vergleich zu ‚konventionellen‘, schnell wachsenden Broilern) ist mit einer solchen Konfektionierung der langsam wachsenden Tiere die Möglichkeit gegeben ein Qualitätsprodukt in einem Nischenmarkt zu positionieren. Erste Vermarktungskonzepte über die ‚gehobene‘ Gastronomie bestätigen dies. Eignung männlicher Leghybriden zur Mast Projektleitung Prof. Dr. R. Andersson Wissenschaftliche(r) Mitarbeiter(in) Dr. F. Kaufmann Projektkoordinator Dr. F. Kaufmann Kooperationspartner Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung Lohmann Tierzucht GmbH Hans Peter Engels (Tatort Engels) Projektdauer 15.09.2011 – 31.12.2011 Finanzierung Land Niedersachsen Kontakt F.Kaufmann@hs-osnabrueck.de Zusammenfassung: Das Ziel des Projektes bestand darin, die Eignung männlicher Legehybriden zur Mast, unter den Bedingungen der Ökologischen Landwirtschaft, zu untersuchen. Dafür wurden 256 Lohmann Brown (LB) und 254 Lohmann Brown plus (LB+) als Eintagsküken und als Mischherde in einem modifizierten Mobilstall für Legehennen („Hümo 225“, Weiland) nach ökologischen Richtlinien aufgestallt und 70 Tage unter intensiver Nutzung eines Grünauslaufes gemästet. Die LB+ Tiere wurden bei Einstallung mittels Flügelmarke markiert. Die Tiere erhielten Zugang zu Futter und Wasser ad libitum. Während der Mastperiode erfolgte wöchentlich eine Wägung von 120 zufällig ausgewählten Tieren / Herkunft. Weiterhin wurde durch Ein- und Auswaage des Futters der Futterverbrauch ermittelt. Die gesamte Kohorte wurde nach 70-tägiger Mast geschlachtet und je 30 zufällig ausgewählte Tiere / Genetik einer Zerlegung zugeführt. Während des Prozesses erfolgte die Erfassung der Schlachtgewichte sowie der Gewichte und Anteile der Teilstücke. Die intakten Schlachtkörper wurden zum Abschluss im Rahmen eines 7-Gänge Menüs in der gehobenen Gastronomie verköstigt, um die Qualität und die sensorischen Eigenschaften des Fleisches und das Potential der männlichen Legehybriden zur Vermarktung als Delikatesse in einem Nischenmarkt zu überprüfen. Die Herkünfte LB und LB+ zeigten, über die gesamte Mastperiode hinweg, eine ähnliche Gewichtsentwicklung, wobei die Herkunft LB+ in der Tendenz und an drei Terminen signifikant (p ≤ 0,05; ANOVA) höhere Körpergewichte aufwiesen. Das mittlere Lebendgewicht der LB+ bzw. LB betrug am 49. Tag 752 bzw. 734 g (p = 0,0270), am 60. Tag 1082 bzw. 1074 g (p = 0,0301) und zum Ende der Mast (Tag 70) 1357 bzw. 1328 g (p = 0,0082). Über den 10-wöchigen Versuchszeitraum hinweg wiesen die Tiere der Herkunft LB+ mittlere tägliche Zunahme von 18,9 g und die Tiere der Herkunft LB von 18,4 g auf. Die LB+ Tiere wiesen ein etwas höheres Schlachtgewicht auf als die Herkunft LB (816 vs. 793 g). Auch bei den Gewichten und den prozentualen Anteilen der wertvollen Teilstücke (Brustfilets, Keulen) hinsichtlich der Schlachtkörperzusammensetzung war die Herkunft LB+ der Herkunft LB, in der Tendenz, überlegen. Eine ökonomische Betrachtung (Vollkostenrechnung) zeigte, dass das Kilogramm Schlachtkörper für ca. 10 Euro produziert werden kann. Wesentliche Mehrkosten verursachen die erhöhten Futterkosten aufgrund einer schlechten Futterverwertung und die hohen Investitionskosten pro Mastplatz für den Mobilstall. Der notwendige Preisaufschlag, um die gegenüber einer konventionellen Masthähnchenproduktion erhöhten Produktionskosten (Faktor 5) zu decken, kann vermutlich nur über eine direkte Vermarktung erzielt werden. Hier gilt es zwingend die regionale, ökologische Produktionsweise in Kombination mit dem Tierschutzaspekt, als Gesamtkonzept mit dem Verbraucher bzw. potentiellen Kunden zu kommunizieren.

Zanger at the Chair of Marketing and Retail Management. Since 2011, he has been a visiting professor at the Shanghai University of International Business and Economics (SUIBE). Before becoming a

des Kunststoffnetzwerkes der Ems-Achse Nordhorn, 05. Juli 2011 Neues im Bereich Kunststofftechnik an der Hochschule Osnabrück: Simulation und Konstruktion 14. Fachtagung Fortschritte in der

des Kunststoffnetzwerkes der Ems-Achse Nordhorn, 05. Juli 2011 Neues im Bereich Kunststofftechnik an der Hochschule Osnabrück: Simulation und Konstruktion 14. Fachtagung Fortschritte in der

Zentrum für Medizinische, Sozial- und Gesundheitsinformatik Forschungsprojekte Laufende Forschungsprojekte SMiLeH – Strategic Management in Learning Health systems Hintergrund: An der Hochschule Osnabrück werden Fach- und Führungskräfte für Tätigkeiten in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen qualifiziert. Die Ausbildung bildet die sektorale Breite dieser Bereiche ab – von Versorgungseinrichtungen bis hin zu Management- und Koordinationsaufgaben. Zukünftig sind Fachkräfte gefordert, datenbasierte Entscheidungsprozesse zu steuern und die digitale Transformation aktiv mitzugestalten. Das Konzept des lernenden Gesundheitssystems (LGS) beschreibt ein System, das Daten systematisch nutzt, um Entscheidungen kontinuierlich zu verbessern, Erkenntnisse schneller in die Praxis zu überführen und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Es bietet damit ein geeignetes Leitbild für eine innovative und interdisziplinäre Lehre in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Forschungsbedarf: Das Projekt SMiLeH greift diese Perspektive auf und entwickelt mit dem webbasierten Planspiel „Healthtopia – Baue ein lernendes Gesundheitssystem“ ein Lehrformat zur Vorbereitung auf datenbasierte Entscheidungsprozesse in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. In Healthtopia werden strategische Entscheidungen etwa zur Ressourcenverteilung, zum Qualitätsmanagement und zur Digitalisierung getroffen. Eine generative KI erzeugt dynamisch Einrichtungsdaten, regulatorische Rahmenbedingungen und Reaktionen zentraler Akteure. Dadurch entstehen variable und realitätsnahe Szenarien, die Entscheidungsunsicherheiten und Komplexität abbilden. Im Unterschied zu bestehenden Lehrformaten ermöglicht das Planspiel eine interdisziplinäre und praxisnahe Erprobung von Entscheidungsprozessen unter dynamischen Bedingungen. Vorhaben : Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines innovativen Lehrformats zur Vorbereitung auf strategische Managementaufgaben in datenbasierten und dynamischen Gesundheits- und Sozialsystemen. Grundlage ist das Leitbild des lernenden Gesundheitssystems, das datenbasierte Entscheidungsfindung und kontinuierliche Verbesserung in den Mittelpunkt stellt. Das Planspiel Healthtopia macht zentrale Prinzipien wie sektorübergreifendes Denken, strategische Anpassungsfähigkeit und den Umgang mit Zielkonflikten erfahrbar. Durch den Einsatz generativer KI entstehen realitätsnahe, sich verändernde Szenarien, in denen Entscheidungsprozesse praktisch erprobt werden. Didaktisch orientiert sich das Format am Constructive Alignment und wird durch Reflexionsphasen ergänzt. Die Entwicklung erfolgt partizipativ unter Einbezug von Praxis und Lehre; eine begleitende Evaluation sichert Wirksamkeit und Transferpotenzial. Projektdauer: April 2026 - März 2028 Drittmittelgeber: Stiftung Innovation in der Lehre (StIL) Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Projektes. QQIT - Qualität der Patientenversorgung durch Qualität der IT Das übergeordnete Ziel von QQIT besteht deshalb darin, über wissenschaftliche Wirkmodelle niedersächsische Krankenhäuser und IT-Dienstleister bei der erfolgreichen Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen zu unterstützen und Impulse und Handlungsempfehlungen für zukünftige Digitalisierungsmaßnahmen zu liefern. Hierdurch trägt das Projekt dazu bei, dass die Fördermaßnahmen des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG) und die Integration in die Telematikinfrastruktur (TI) sinnstiftend genutzt werden und keine strategische Lücke für notwendige Folgeinitiativen im digitalen Gesundheitswesen Niedersachsens entsteht. Um dieses übergeordnete Ziel zu erreichen, wird QQIT Wissen über den Zusammenhang zwischen der Qualität von Gesundheits-IT (Produkt- und Prozessqualität sowie IT bezogene Organisationqualität) und ausgewählten Qualitätsbereichen der Patientenversorgung sammeln, um darauf aufbauend konkrete handlungsorientierte Wirkmodelle zu entwickeln. Wirkmodelle (auch Logikmodelle) haben sich in anderen Bereichen mit komplexen Problemstellungen - bspw. für die Gestaltung und Implementierung regionaler Gesundheitsprogramme – als eine vielversprechende Methode für eine zielgerichtete Gestaltung unter Beteiligung relevanten Stakeholder erwiesen. Aus diesem Grund sollen Wirkmodelle im Rahmen des Projekts verwendet werden, um Impulse und Handlungsempfehlungen für niedersächsische Krankenhäuser und IT-Dienstleister zu generieren, ein White Paper für Anschlussperspektiven zu erstellen und um die Gründung eines Think Tanks „Digitale Gesundheitswesen Niedersachsen" vorzubereiten. QQIT wird sich hierbei exemplarisch auf die Qualitätsindikatoren für Pflege und Implantatsoperationen konzentrieren. Die Pflege betrifft alle Patienten und Implantatsoperationen, insbesondere an Hüfte und Knie, werden aufgrund der alternden Gesellschaft häufig durchgeführt und sind mit hohen Kosten verbunden. Gleichzeitig ist nachgewiesen, dass entscheidungsunterstützende Systeme die Qualität auch in diesen Bereichen verbessern kann. Ausgehend von diesen Zielen verfolgt QQIT verschiedene operative Ziele. So werden die Wirkmodelle iterativ und in enger Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern (Klinik: Niels Stensen Kliniken; Industrie: trinovis GmbH) und den Mitgliedern der angeschlossenen Netzwerke entwickelt. Die einzelnen Schritte bestehen dabei aus Identifikation von Evidenz (RCT Studien), der Entwicklung empirischer Strukturgleichungsmodelle (Wirkmodelle) und der empirischen Überprüfung und Verifikation dieser Modelle durch Expertenurteile. Im Zuge dieser mehrfach qualitativen und quantitativen Untersuchung der Wirkmodelle werden im Projektverlauf Austauschformate für im Sinne eines „rapid knowledge translation“ Konzepts umgesetzt. Dabei handelt es sich insbesondere um Strategieworkshops zur Vorbereitung des Think Tanks „Digitales Gesundheitswesen Niedersachsen“, der an dem GesundheitCampus Osnabrück angegliedert wird. Praktische Ergebnisse sind Handlungskonzepte, Empfehlungen und entsprechendes Anschauungsmaterial. Projektdauer: 2024 - 2026 Drittmittelgeber: EFRE, Land Niedersachsen Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Projektes. AId4Children - AI based decision support for child abuse and neglect risk assessment in simulation scenarios based on a digital twin Hintergrund: Die Zahl der Gefährdungseinschätzungen für Kinder und Jugendliche stieg von 2013 bis 2022 um über 70% auf 203.000 Fälle. Gefährdungseinschätzungen sind komplexe und hoch sensible Verfahren, die von den Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe eine umfassende Analyse der Situation der Minderjährigen und der Erziehungsberechtigten sowie möglicher Risikofaktoren erfordert. Forschungsbedarf: KI-basierte Expertensysteme könnten die Qualität der Gefährdungseinschätzungen optimieren und zu einem verbesserten Kinder- und Jugendschutz beitragen. Bevor sie in der Praxis eingesetzt werden, müssen diverse Fragen zur Datenherkunft und -qualität, zur Prognosegenauigkeit und Erklärbarkeit, zu Usability- und Kompetenzanforderungen und zu ethischen Herausforderungen geklärt werden. Vorhaben: Das Forschungsvorhaben „AId4Children“ (Hilfe für Kinder) adressiert diese Fragestellungen. In dem 36-monatigen Projekt wird in Zusammenarbeit mit Jugendämtern und anderen Praxispartnern ein Trainingsprogramm für ein KI-Expertensystem entwickelt. Das System basierend auf einem digitalen Zwilling und wird nach ISO 9241-210 menschenzentriert entwickelt und verschiedenen UI- und XAI-Tests unterzogen. Weiterhin wird das System in virtuellen Lern- und Lehrsettings hinsichtlich der o.g. Fragestellungen beforscht. Anschlussfähigkeit: Die geplanten Arbeiten profitieren von verschiedenen Vor- und Rahmenbedingungen der HSOS. Hierzu zählt einerseits die 2018 entwickelte und weithin etablierte „Kindeswohlmatrix“ und der Lehrschwerpunkt „Kindeswohlgefährdung“, der ein optimal zugängliches Testumfeld darstellt. Andererseits können für die geplanten Entwicklungsarbeiten diverse Labore genutzt werden, d.h. KI-Hochleistungscluster, Virtual-Reality-Räume und Usability-Labore. Zur Stärkung des wissenschaftlichen Nachwuchses können drei Promotionsstellen zum Themenbereich KI geschaffen und im HSOS-Graduiertenkolleg angegliedert werden. „AId4Children“ liefert Anschlussperspektiven für weitere Forschungsprojekte, bspw. zu KI-Trainingsprogrammen (BMBF) und zur KI-Grundlagenforschung (DFG). Nicht zuletzt ergeben sich aus dem Projekt verschiedene horizontale und vertikale Skalierungsmöglichkeiten zur Stärkung des Bereichs Forschung und Transfer an der HSOS. Gesellschaftlicher Impact: AId4Children trägt zur Auseinandersetzung mit Fragen der digitalen Gesellschaft, insbesondere zum Umgang mit KI, bei. Darüber hinaus stärkt das Projekt die öffentliche Wahrnehmung des Themas Kindeswohlgefährdung - einer der zentralsten Herausforderungen unserer Zeit. Projektdauer: 2024 - 2027 Drittmittelgeber: MWK - zukunft.niedersachsen Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Projektes . PA.H|LIFETIME.ai - Gesundheit darstellender Künstler - Entwicklung und Analyse von Risikoprofilen und prädiktiven Modellen durch künstliche Intelligenz Performance-related musculoskeletal disorders (PRMDs) are thought to be primarily of neuromusculoskeletal origin and can affect the practice, rehearsal, performance and even the musical career of professional musicians. However, insufficient knowledge about the development and aetiology of PRMDs, due to low study quality and non-longitudinal study designs, is the main limitation for the creation of a framework for tailored, evidence-based physiotherapeutic care of musicians with PRMDs (analogue to sports physiotherapy). To overcome this limitation, the planned project has both scientific and structural objectives. The development and aetiology of PRMDs and their associated determinants, taking into account their complex interactions and multidimensionality, will be investigated in a two-stage research project following a Learning Health System (LHS)-based approach. The first stage involves the cyclical and continuous collection, integration and pooling of music-related health data from various existing sources and a systematic literature review aimed at identifying candidate variables through exploratory data analysis (e.g. artificial intelligence (AI) algorithms) in a comprehensive manner that may serve as potential determinants for the development of PRMDs in instrumentalists as a representative subgroup of musicians. Based on the results of phase 1, a prospective cohort study will be conducted. A detailed test battery including multidimensional health determinants will be designed to verify relevant risk factors (candidate variables from stage 1) and to build predictive models for the development of PRMDs. This will also support two structural objectives ensuring the sustainability of the project approach: The establishment of a university-based Centre of Excellence and Learning Health System in Musculoskeletal Health for the Performing Arts with a scientific and clinical focus, aiming at a data-driven cyclical transfer of knowledge from research to practice (scientific focus) and a transfer of data from practice to research (clinical focus). The development of a sub-discipline of physiotherapy for performing artists (analogous to sports physiotherapy) with the corresponding establishment of a (worldwide first) professorship for Performing Arts Physiotherapy (PAP) and the establishment of an international Master of Science (MSc) programme in PAP at the Hochschule Osnabrück HSOS. In addition, PAP projects and dissertations will be supported at both BSc and doctoral level. The interdisciplinary working group (music, physiotherapy, medicine, computer science...), which also includes members of the Hannover University of Music, Drama and Media (HMTMH), as well as the Ministry of Lower Saxony in its umbrella function, strongly support this innovative and internationally unique approach and ensure its sustainability after the end of the funding period. Projektdauer: 2024 - 2028 Drittmittelgeber: DFG Detailed information can be found on the project's homepage . CarLa - Career Lab der Hochschule Osnabrück: Der Osnabrücker Karriereweg zur FH-Professur CarLa steht für „ Car eer La b Hochschule Osnabrück“ und ist ein erfolgreich im Bund-Länder-Programm „FH-Personal“ eingeworbenes Projekt zur Bekanntmachung des Karrierewegs HAW-Professur und der Hochschule Osnabrück als attraktive Arbeitgeberin um die Bewerbungslage in Berufungsverfahren zu verbessern. Das Ziel ist die Gewinnung und Qualifizierung von professoralem Personal. Die Hochschule Osnabrück sucht dafür interessierte Nachwuchswissenschaftler*innen und möchte Talente sowie geeignete Personen, sogenannte High Potentials, gewinnen und auf dem Weg zu einer Professur an einer HAW unterstützen. Kern ist die experimentelle Entwicklung, Erprobung und Sichtbarmachung eines „Osnabrücker Karrierewegs“ in eine HAW-Professur als innovatives Modell. Potenziellen Talenten soll der Karriereweg in eine Professur an einer HAW bedarfsgerecht, individuell und unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenslagen aufgezeigt sowie durch Qualifizierungsangebote begehbar gemacht werden. Es gilt, gefundene Kandidat*innen flexibel bei der Entwicklung ihrer Berufungsfähigkeit zu unterstützen – je nach Bedarf im Bereich der Promotion, der Forschungs- und Lehrerfahrung sowie der Berufspraxis. Dazu wurden die drei Talentakademien „Health & Living“, „Smart Factory & Products“ und „Talents for Green Transformation“ ins Leben gerufen, in denen Talente bei der Entwicklung ihrer Berufungsfähigkeit unterstützt werden. Ein aktives Talentscouting und Qualifikationsmonitoring sorgen dabei für eine bestmögliche Beratung und Unterstützung auf dem Weg zur HAW-Professur. Für internationale Wissenschaftler*innen wird zu diesem Zweck zudem ein Welcome Center aufgebaut. Das Besondere an CarLa ist die Langfristigkeit und der Blick auf individuelle Lebensphasen und Karriereplanungen. Die Vereinbarkeit individueller Qualifikationsprozesse mit Familienphasen soll gewährleistet werden, um insbesondere Frauen den Weg in eine HAW-Professur zu ebnen. So wird eine individuelle Karriereplanung ermöglicht und eine Bindung an die Hochschule als moderne und attraktive Arbeitgeberin hergestellt. Die entwickelten Maßnahmen orientieren sich dabei am strategischen Kompetenzprofil, welches die Hochschule von ihren zukünftigen Professor*innen einfordert. Dies sind Kompetenzen zu Interdisziplinarität, Digitalisierung, Internationalisierung, Nachhaltigkeit sowie zu Gender und Diversity. Projektdauer: 2021 - 2027 Drittmittelgeber: BMBF / MWK / GWK CAEHR - Digitaler FortschrittsHub Gesundheit "Herzkreislauferkrankungen - Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch sektorenübergreifende Integration von Routinedaten" Im Fokus von CAEHR steht der Informationsfluss zwischen den verschiedenen Sektoren des Gesundheitssystems – von der Notfallversorgung im Krankenwagen über die stationäre und ambulante Versorgung bis hin zur Rehabilitation und Nachsorge in der Hausarztpraxis. Künftig sollen strukturierte Daten an allen Punkten des Versorgungssystems nach einheitlichen Standards erhoben und über die gesamte Versorgungskette genutzt werden können, um Prognosen zu Krankheitsverläufen präzisier treffen zu können, die Behandlung zu verbessern, und Präventionsmaßnahmen wirkungsvoller einzusetzen.Insbesondere werden die Anwendungsfälle Notfallversorgung von Schlaganfällen Rehabilitation nach Herzoperation Ambulante Versorgung von Menschen mit koronaren Herzerkrankungen und Herzinsuffizienz betrachtet. Die Hochschule analysiert dabei die digitalen Versorgungprozesse aus der Perspektive der Pflege und widmet sich dabei den entsprechenden IT-Standards, Auswertungsverfahren und ethischen Aspekten in der Evaluation. Kooperationspartner: Georg-August-Universität Göttingen, Göttingen Medizinische Hochschule Hannover, Hannover Universitätsklinikum Würzburg, Würzburg Charité – Universitätsmedizin Berlin, Berlin Hochschule Osnabrück, Osnabrück HiGHmed e.V., Heidelberg vitasystem GmbH, Mannheim AOK-Die Gesundheitskasse für Niedersachsen, Hannover SVA System Vertrieb Alexander GmbH, Wiesbaden Projektdauer: 2021 - 2023 Drittmittelgeber: BMBF Abgeschlossene Forschungsprojekte AIPOQUE - AI-enabled Procurement of Quality Endoprosthetics Medizinisch-pflegerische Versorgung bedarf hochqualitativer Medizinprodukte zu angemessen Beschaffungskosten. Erst mit dem Medizinproduktegesetz gibt es Vorgaben für Medizinprodukte. Gerade Implantate und darunter die Endoprothetik, wie Hüft-, Knie- und Schulterimplantate gerieten in der Vergangenheit in die Kritik, die Patientensicherheit nachrangig zu behandeln. Durch den Zwang der Krankenhäuser kosteneffektiv zu handeln sind weniger Qualitätskriterien entscheidungsrelevant sondern vorwiegend Kostenerwägungen. Daneben sind es nicht selten auch subjektive Eindrücke und Erfahrungswerte von Ärzt*innen und nicht Ergebnisse von (Langzeit-)Studien, die eine Kaufentscheidung stark beeinflussen. Diese Faktenlage führt dazu, dass Patient*innen nicht immer das für sie sicherste und beste Produkt gerade auch auf lange Sicht erhalten. Das Projekt AI-enabled Procurement of Quality Endoprosthetics (AIPOQUE) zielt darauf ab, für einzelne Krankenhäuser und Krankenhausverbünde eine Anwendungsumgebung aus Datenaufbereitung, Datenanalytik mittels Methoden der künstlichen Intelligenz und Entscheidungsstützung für den strategischen Einkauf von Endoprothesen zu entwickeln, in einem realen Testumfeld zu erproben und zu evaluieren. Die AIPOQUE Anwendungsumgebung besteht aus einem anpassbaren Paket aus Data Warehouse inklusive automatisierten ETL Prozessen, einem Satz von erprobten intelligenten Algorithmen und einem Dashboard, das die Ergebnisse der Algorithmen verständlich und transparent für den Einkauf und die Kliniker darstellt. Ein solcher Prototyp, im Folgenden AIPOQUE Anwendungspaket genannt, ist für eine Vielzahl von Krankenhäusern anpassbar und damit multiplizierbar. Die Innovation liegt in dem Ansatz, reliable und valide Prognosen für die Eignung bestimmter Produkte bei bestimmten Patientengruppen erstellen zu können. Das Innovationspotenzial einer solchen Anwendung kann erst jetzt entwickelt werden, da nunmehr Krankenhäuser in die Lage versetzt sind, umfassend elektronische Patientendaten über einen längeren Zeitraum zur Verfügung zu haben und diese mit Materialdaten verknüpfen zu können. Das Risiko eines solchen Unternehmens liegt in dem Zusammenspiel aus qualitätsgesicherten und relevanten Daten, geeigneten Algorithmen und der Akzeptanz der Anwender*innen für eine digitale Unterstützung der Kaufentscheidungen. Kooperationspartner: Gesellschaft für Standardprozesse im Gesundheitswesen mbH (Koordinator) Hochschule Osnabrück Universität Osnabrück Klinikum Region Hannover GmbH Projektdauer: 2022 - 2025 Drittmittelgeber: BMBF KMU-innovativ Zukunftslabor Digitalisierung Gesundheit Die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung des Gesundheitssystems finden sich in Niedersachsen in vollem Umfang, sowohl in der Breite der Versorgungsstrukturen mit ländlichen Regionen und Ballungsräumen, als auch in der Spitzenforschung in Medizin und Informatik mit synergetischer interdisziplinärer Kombination sowie in der anwendungsorientierten Forschung in diesen Bereichen. Dabei bietet die Digitalisierung das Potential, den Herausforderungen des demographischen Wandels und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Hier ergeben sich neue Versorgungsformen, die z.B. einen breiteren Einsatz von Telemedizin und neuen Medizingeräten gerade für den ländlichen Raum relevant werden lassen. Die traditionelle sektorale Struktur ist hierzu stärker zu vernetzen und neu aufzustellen. Durchgängige digitale Prozesse sind notwendig. Der Effekt einer größeren Individualisierung in der Patientenversorgung durch neue Diagnoseverfahren und maßgeschneiderte Therapien, wird durch die Entwicklung zu einem umfassenderen Gesundheitsbewusstsein des Einzelnen mit neuen Angeboten durch Fitness- und Lifestyle-Geräte, sowie durch zunehmendes Selbstmanagement insbesondere bei chronischen Erkrankungen ergänzt. Neue Player aus der Internet-Industrie adressieren dieses Segment und werden damit Bestandteil der gesamten Versorgungsstruktur. Die traditionellen Versorgungseinrichtungen haben dadurch die Chance, sich durch eine lebenslange Prävention und Begleitung jedes Einzelnen, auch jenseits dessen spezifischen Behandlungsfalles, zu profilieren. Der Umgang mit diesen neuen Daten und Methoden erfordert die Vermittlung neuer Kompetenzfelder in der Aus-, Fort- und Weiterbildung für die beteiligten Professionen in der Medizin, der Informatik, der Medizinischen Informatik und den Gesundheitsberufen (Pflege, Physiotherapie, etc.). Auch die Vermittlung der erforderlichen digitalen Kompetenzen von Patient_innen, Angehörigen und allgemein Bürger_innen ist hierbei zu berücksichtigen. Die zentralen Themen für das Zukunftslabor Gesundheit sind daher: Digitale Methoden in Versorgung und Pflege: An praktischen Anwendungsfällen sind die Möglichkeiten und Potentiale der Digitalisierung zu zeigen und damit deren Verbreitung zu fördern. Die Ergebnisse müssen Vorteile für den Menschen demonstrieren. Die zugehörige Methodik im Bereich Data Science muss als ein interdisziplinärer Forschungsansatz gefördert werden. Dies erfordert die Zusammenarbeit verschiedenster Disziplinen, aber auch Lösungen zu den strukturellen Herausforderungen bzgl. Infrastrukturen, Verbindung von Anwendungen und Methoden. Evidenz- und datenbasierte Medizin: Niedersachsen besitzt eine hervorragende medizinische Forschung, die sich im nationalen und internationalen Wettbewerb bewährt hat. Diese Position gilt es durch datengetriebene Forschung zu erhalten und auszubauen. Hierzu sind laufende und künftige Aktivitäten zur Vernetzung von Daten, der Analyse und der datengetriebenen Forschung zu fördern. Gesundheitsfördernde Lebenswelten: Mit einer älter werdenden, aber gleichzeitig stärker gesundheitsorientierten Gesellschaft sind neue Angebote zu schaffen, um eine hohe Lebensqualität über alle Phasen des Lebens zu erhalten. Hierzu gehört die Unterstützung im häuslichen Umfeld ebenso, wie die Begleitung mit neuen Möglichkeiten von smarten Implantaten bis hin zu neuartigen (Bio-)Sensorik-Geräten. Personalisierte Medizin: Die Verfügbarkeit von großen Datenmengen aus teilweise neuen Quellen erlaubt nicht nur neue Möglichkeiten bei der Analyse und Bewertung von großen Populationen hinsichtlich epidemiologischer Fragestellungen, sondern verspricht auch neue Potentiale bei der einzelnen Behandlung jedes Individuums. In den letzten Jahren sind bereits Begriffe wie Präzisionsmedizin oder Systemmedizin geprägt und teilweise kontrovers diskutiert worden. Die technischen, ethisch und ökonomisch vertretbaren Möglichkeiten stehen jedoch erst am Anfang und es sind wesentliche Neuerungen zu erwarten, die sowohl erforscht als auch in den praktischen Einsatz überführt werden müssen. Versorgungsforschung: Um Patient_innen optimal zu versorgen, ist eine ganzheitliche Betrachtung der gesamten Versorgungskette von der häuslichen Pflege bis zur Hochleistungsmedizin in einer Universitätsklinik erforderlich. Durch diese umfassende Herangehensweise können Veränderungen unseres Gesundheitssystems besser verstanden und zukunftsorientiert geformt werden. Die notwendigen Transformationsprozesse sind komplex und erfordern ein präzises Modell des niedersächsischen Gesundheitssystems, so dass im Voraus simuliert werden kann, welche Maßnahmen erfolgversprechend und wie Ressourcen sinnvoll einzusetzen sind. Ausbildung und Lehre: Die notwendigen neuen Kompetenzen, die sich sowohl in der Forschung (z.B. Data Science in der Medizin) als auch in der gesamten Versorgung benötigt werden, sind geeignet zu vermitteln. Eine stärkere Öffnung in die Breite der Gesellschaft ist notwendig, um selbstbestimmt Entscheidungen zur eigenen Gesundheit treffen zu können. Das Spektrum wird in der Wissensvermittlung von Hochschullehre über familiäre häusliche Pflege in einer digitalen Welt bis zum kritischen Umgang mit den eigenen Gesundheitsdaten reichen. Unter Berücksichtigung der vielfältigen Aspekte der Digitalisierung in der Gesundheitsforschung und -versorgung sind Schwerpunkte zu setzen, die eine besondere Relevanz für Niedersachsen haben, die jeweiligen Stärken aufnehmen und Schwächen berücksichtigen. Hierbei sind für das Zukunftslabor folgende Leitthemen relevant: Translationale Medizin: Niedersachsen weist zahlreiche Einrichtungen mit erfolgreicher medizinischer Forschung auf und verfügt mit seinen Universitätskliniken über Wissenszentren einer Hochleistungsmedizin. Die Translation zwischen diesen Welten ist ein hoch relevanter und wichtiger Schritt, ohne den eine personalisierte Medizin oder Systemmedizin nicht möglich sein wird. Es gibt hierzu bereits Projekte in Niedersachsen, die z.B. die standortübergreifende Datenintegration der klinischen Versorgung und Forschung vorantreiben. Ebenso finden sich zahlreiche Aktivitäten zur Sensorik/ Signalverarbeitung oder der Entwicklung von Assistenzsystemen. Diese Aktivitäten sind auszubauen und zu anwendungsbezogen Applikationen zu vernetzen. Versorgung in der Fläche: Für ein Flächenland wie Niedersachsen ist eine sinnvolle Nutzung der Digitalisierung für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung außerhalb der Ballungsräume und Städte ein relevantes Thema. Hierzu sind Schnittstellen zu niedergelassenen Ärzt_innen zu schaffen, die mit geeignetem Datenaustausch eine Unterstützung im Behandlungs- und Ausbildungskontext leisten. Dies betrifft auch den Bereich der häuslichen Pflege und Gesundheitsversorgung, in dem assistierende Gesundheitstechnologien (AGT) und insbesondere mobile Systeme neue Angebote schaffen können, um bis ins hohe Alter größtmögliche Autonomie und hohe Lebensqualität zu erhalten. Gesundheit der Zukunft: Die Digitalisierung birgt viele Fragen, die sich nicht auf die Technik beschränken, sondern die breite Gesellschaft als auch jeden Einzelnen betreffen. Im Zeitalter einer digital unterstützen Fitness-/Health-Assistenz verschwimmen die Grenzen von Krankenversorgung und gesunder Lebensplanung. Der individuellen Prävention kommt eine völlig neue Bedeutung zu. Dies alles wird zu massiven Veränderungen in unserem Versorgungssystem führen, deren Auswirkungen bisher zu wenig verstanden sind. Neben diesen Leitthemen gibt es übergreifende, interdisziplinäre Herausforderungen, die die Digitalisierung im Allgemeinen betreffen und ebenso in der digitalen Gesundheit eine wichtige Rolle einnehmen. Hierzu gehören: Medizinische Information muss sinn erhaltend maschinell zu verarbeiten sein und zwischen einzelnen Gesundheitsversorgern austauschbar werden. Semantische Interoperabilität ist die Basis einer datengetriebenen medizinischen Forschung und evidenzbasierter individualisierter Behandlung. Hierzu müssen die Lehre, die Ausbildung und das Training für alle beteiligten Fachdisziplinen in der Breite angepasst werden, so dass die neuen Themen der Digitalisierung geeignet aufgenommen werden. Daten- und Kommunikationsstandards sind notwendigerweise zu nutzen und weiterzuentwickeln, um syntaktische Interoperabilität und langfristige Verfügbarkeit von medizinischen Informationen sicherzustellen. Dabei handelt es sich um eine komplexe und langwierige Entwicklung, die von nationalen und internationalen Abstimmungen ebenso abhängt wie von den notwendigen lokalen Umsetzungen der entsprechenden Datenerhebung in Krankenhäusern, ambulanten Einrichtungen und weiteren Beteiligten. Soziale und gesellschaftliche Fragen sind zu behandeln, da die Digitalisierung zu grundlegenden Veränderungen in allen Bereichen unseres Lebens führt. Im Bereich der Gesundheit handelt es sich um einen besonders kritischen Bereich, der Auswirkungen auf jeden Einzelnen hat. Es besteht die Aufgabe, diese Veränderungen gegenüber der Gesellschaft verständlich zu machen, Chancen und Risiken aufzuzeigen und insbesondere in den Feldern: Ethik, Datenschutz und (Informations-)Sicherheit geeignete Grundlagen und Empfehlungen zu liefern. Dies beinhaltet die Sicherstellung einer digitalen Teilhabe über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg als auch den kritischen Dialog und weitere Aufklärung, um selbstbestimmte und informierte Entscheidungen treffen zu können. Im Rahmen des Zukunftslabors sollen hierzu vier Hauptziele adressiert werden: Aufbau einer vernetzten Forschungsplattform Einbindung von Sensorik zur patienten-nahen Unterstützung Förderung von Aus-, Fort- und Weiterbildungsprogrammen Vernetzung, Kommunikation und Dialog Die Arbeiten basieren auf den Vorarbeiten aus anderen Projekten und berücksichtigen existierende Expertisen in Niedersachsen mit gesellschaftlich relevanten Anwendungsszenarien. Das Transferpotential findet sich in der weiteren Verbreitung von vernetzten Forschungsplattformen, die im Behandlungs- und Versorgungskontext eine Integration von verschiedenen relevanten Daten und Analysemethoden erlauben. Dies ermöglicht neue Unterstützungsangebote für Patient_innen zum Beispiel in der häuslichen Pflege. Im Bereich der Sensorik gibt es ein großes Potential für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung insbesondere in ländlichen, strukturschwachen Regionen. Die Anwendungsmöglichkeiten reichen von der Früherkennung von Bewegungseinschränkungen und der Ableitung von Interventionen, bevor es zu Einschränkungen der Funktionalität kommt, bis zur Unterstützung der Pflege von Intensivpatient_innen in ihrer häuslichen Umgebung zur Verbesserung der Sicherheit und zur Entlastung der Pflegenden. Für die Forschung sind solche Datenplattformen von hoher Relevanz. Die Verbindung von klinischen Daten, Forschungsdaten und Sensordaten liefert die Grundlage für die Beantwortung von relevanten Forschungsfragen. Das Zukunftslabor kombiniert dies mit dem Ziel des Wissenstransfers, insbesondere durch Aus- und Weiterbildung. Kooperationspartner: TU Braunschweig Medizinische Hochschule Hannover Universitätsmedizin Göttingen (UMG) Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim, Holzminden, Göttingen Hochschule Hannover (HsH) Universität Oldenburg Hochschule Osnabrück Jade Hochschule Wilhelmshaven Oldenburg Elsfleth Leibniz Universität Hannover Projektdauer: 2019 - 2024 Drittmittelgeber: MWK ZIEL - Verkürzte Zeit bis zur Heilung durch mehr Evidenz mittels augmentierter Intelligenz Motivation Hintergrund und Motivation des Projektes ist der Bedarf, KI-basierte Entscheidungsunterstützung hinsichtlich Vertrauensentwicklung und Akzeptanzbildung durch die Anwender*innen zu entwickeln und untersuchen. Die interprofessionelle Wundversorgung liefert ein gutes Beispiel für datengetriebene Versorgungsunterstützung und die damit verbundenen Herausforderungen. Ziele und Vorgehen Ziel ist die Entwicklung, Verifikation und Validierung eines Werkzeugkastens für die interaktive Erschließung, Aufbereitung, Analyse und Visualisierung von multimodalen Daten. Zu diesen Daten gehören u. a. Wundbilder, Beurteilungen z. B. bezüglich Größe und Infektion, Laborwerte und weitere Patientendaten. Der Werkzeugkasten beinhaltet auf KI basierende Prognosemodelle und ein interaktives Dashboard zur Augmentierung der menschlichen Intelligenz. Die Modelle werden zunächst für zwei universitäre Wundzentren separat entwickelt und dann hinsichtlich einer Integration geprüft. Die Ergebnisse werden einer empirischen Prüfung auf Verständlichkeit der Modelle und Nutzerakzeptanz unterzogen und rechtlich-ethische Belange berücksichtigt. Innovationen und Perspektiven Es gibt im Bereich der datengetriebenen Entscheidungsunterstützung mit Erklärungskomponente eine Innovationslücke und auch ein Akzeptanzproblem. Diese Lücke soll mittels agil entwickelter KI-Modelle und geeigneter Erklärungsparameter geschlossen werden. Kooperationspartner: Hochschule Osnabrück, Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen Universität Osnabrück, Institut für Kognitionswissenschaft Universität Osnabrück, Abteilung New Public Health Universitätsklinikum Essen - Klinik für Dermatologie Symbic GmbH, Osnabrück Universitätsklinikum Erlangen - Hautklinik apenio GmbH & Co. KG, Bremen Projektdauer: 2021 - 2023 Drittmittelgeber: BMBF Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Projektes ai4health - Künstliche Intelligenz (KI) in der Gesundheitsversorgung - Grundlagen, Anwendungen, Perspektiven Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) zieht weitreichende Veränderungen für die Gesundheitsversorgung nach sich und wird perspektivisch den Arbeitsalltag aller an der Gesundheitsversorgung direkt oder mittelbar beteiligten Berufsgruppen erreichen, so dass ein Erwerb von KI-Kompetenzen für zukünftige und bereits im Gesundheitswesen tätige Personen notwendig scheint. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Lernangebotes, das die umfassende gesundheitsbezogene Expertise der Hochschule Osnabrück und der Universität Osnabrück mit einem starken Profil im Bereich der KI und langjährigen Erfahrungen in Didaktik und digitaler Lehre verbindet. Das Lernangebot richtet sich als Weiterbildung an a) Führungskräfte im Gesundheitswesen, b) Health Professionals (Angehörige der Gesundheitsberufe) und c) Lehrkräfte im Bereich Gesundheit und Pflege sowie Studierende auf Masterniveau aus den dementsprechenden Studiengängen. Es vermittelt Grundlagen von KI, ihre Anwendungsfelder und –beispiele in der Gesundheitsversorgung sowie differenzierte Perspektiven der zukünftigen Entwicklung mit Blick auf verschiedene Berufsgruppen, ethische, rechtliche und soziale Aspekte. Das Angebot kombiniert in aufeinander folgenden Programmabschnitten einen MOOC, einen SPOC (Small Private Online Course mit in-hourse Lerngruppen) sowie ein blended learning ICM Szenario unter Verwendung von eduScrum. Projektleitung: Dr. Daniel Kalthoff, GesundheitsCampus Osnabrück eHealth4all@eu - Interprofessional European eHealth Programme in Higher Education eHealth is a priority for European member states as technology can encourage preventative health, help citizens manage their health and social care needs and reduce the cost and utilisation of healthcare. While progress has been made, a number of barriers exist. There is a lack of awareness, understanding and confidence regarding technology amongst some health and other professionals. Better interdisciplinary education in eHealth would address these issues. Both the European Commission and World Health Organization have highlighted the importance of interprofessional education to prepare graduates and upskill the health and care workforce in Europe to facilitate collaborative practice. The Interprofessional European eHealth Programme in Higher Education (eHealth4all@EU) project will address the high demand for health professionals to be competent and confident in eHealth. This collaborative, multidisciplinary, pan-European project aims to develop, implement and evaluate an interprofessional eHealth training programme for graduate students – the next generation of professionals - in higher education. Graduate students from many disciplines such as medicine, nursing, allied health, informatics, engineering, business, law, and management will participate in the eHealth4all@EU project . Up to 250 graduate students (Masters and PhD) across four European health systems, in Germany, the United Kingdom (Scotland), Finland and Portugal, will receive high quality interprofessional eHealth training via three eLearning/Blended learning courses (covering interoperability, data protection and security, data analytics and big data) and two European Summer Schools (covering innovation & entrepreneurship, leadership and governance, ethical and legal issues). On completion of the project, the eHealth4all@EU programme will be embedded in the participating universities in Germany, Scotland (UK), Finland and the Portugal enabling thousands of students to be educated in this important area long-term. The novel problem-based learning and digitally supported curricula will be freely available. In order to be able to provide the three courses and the two summer schools, the first five intellectual outputs lay the ground for these educational activities: O1 , European eHealth Education: Policy and Practice Review will capture the local needs via focus groups and tailor global international recommendations accordingly. O2: European eHealth Education Pedagogical Methods Complication will define methods in particular problem-based learning scenarios in combination with digital media and tools. Using the lessons learned from these two pieces of work, O3 eHealth4all@EU Curricular Framework will translate O1 and O2 into a curricular framework with learning outcomes, the syllabus, material to be searched, compiled and decided upon and finally assessment procedures to be determined for both the eLearning/Blended learning courses and European Summer School. In the next phase, all partner universities will collaborate to design three interactive eLearning/Blended learning courses (O4) building upon O1 to O3. They will cover the key eHealth topics; 1) Interoperability, 2) Data Protection and Data Security, and 3) Big Data and Analytics. A TeacherBot and virtual reality environments will be adapted and integrated into the eLearning platform to engage students and explore cultural competencies in interprofessional care using eHealth. The course material is designed to be applied in videoconferencing supported teamwork across countries. In O5 European Summer Schools on Interprofessional eHealth Education will cooperate to develop material for the face-to-face summer school where three additional key subjects will be taught and assessed; 1) Innovation and Entrepreneurship, 2) Leadership and Governance and 3) Ethics and Legal. Local and independent evaluations will be designed and performed in O6 eHealth4all@EU Evaluations to obtain feedback from the graduate students and teachers who take part in and deliver both the eLearning courses and Summer Schools. O7 eHealth4all@EU Final Report will summarise all activities within the project and lay the ground for a scientific publication in a high impact journal. The eHealth4all@EU project will take care that its activities have impact beyond the three courses and the two summer schools: There are two international multiplier events in Brussels and Porto and four local multiplier events at the four sites of the partners in Europe. The consortium partners will be present at major scientific conferences, e.g. MIE and MEDINFO, to present work in progress and the final results. All project partners are well interconnected in the scientific and professional community and will make use of these contacts to spread information about the achievements. The eHealth4all@EU project builds upon substantial experience in eHealth education at the four site and will move this experience to the next level for a wide audience. Kooperationspartner: Hochschule Osnabrück Universität Osnabrück University of Eastern Finnland, Kuopio University of Porto (Portugal) Projektdauer: 2019 - 2022 Drittmittelgeber: Erasmus + Strategische Partnerschaft For more information on the research project, please visit the website eHealth4all@EU | Hochschule Osnabrück (hs-osnabrueck.de) Klinikum 4.0: Einkauf - Logistik - Controlling. Systemisch vernetzte, intelligente Prozesse und digitalisierte Daten für das Krankenhaus der Zukunft. Die Vision dieses Projektes ist es, im Krankenhaus eine Vielzahl von manuellen, fraktionierten und oft papierbasierten administrativen Routinetätigkeiten durch digitale, in Prozessketten eingebettete Aktivitäten zu ersetzen. Dadurch werden Krankenhäuser zukunftsfähig gemacht, die Arbeitsbelastung der betroffenen Mitarbeiter sinkt, die Effektivität steigt und gleichzeitig erhöht sich die Patientensicherheit. Während in der Industrie digitale und semi-automatisierte Prozesse längst Standard sind, fehlen diese im Krankenhaus weitestgehend, oder es existieren Einzellösungen, die nicht miteinander verbunden sind. Die Akteure werden durch das mehrfache manuelle Ausfüllen von Formularen oder den Umgang mit unterschiedlichen Computerprogrammen stark belastet und das Risiko von falschen Eintragungen steigt. Dem hier konzipierten Entwicklungsprojekt liegt die Aufgabe zugrunde, in 7 Clustern von Arbeitspaketen relevante Prozesse im Klinikum vernetzten und dedizierte weitestgehend automatisierte Ideallösungen zu schaffen, die durch eine zentrale Prozessintelligenz gesteuert werden. Als Beispiele für hochrelevante Prozesse, die in der aktuellen Ausgangslage eine realistische Chance auf Standardisierung und damit auch Automatisierung besitzen, wurden Prozesse rund um die klinische Materialwirtschaft ausgewählt. Diese beziehen eine Vielzahl von Akteuren ein, insbesondere Ärzte und Pflegekräfte zur Definition eines Materialkatalogs, Versorgungsassistenten in dem konkreten Bestellprozess, Einkauf, Lagermanagement, Controlling und Geschäftsführung sowie klinisches Qualitätsmanagement. Die Prozessintelligenz soll dabei den Workflow lenken und im Hintergrund im Sinne einer smarten Informationslogistik die Daten mit den vorhandenen Subsystemen austauschen, während die Benutzer bereits wieder ihren Kerntätigkeiten nachgehen können und von den Routineaufgaben so weit wie möglich befreit werden. Gleichzeitig wird ein konsistenter und kontinuierlicher Pflegeprozess für die Aktualisierung der Stammdaten etabliert und die Basis für eine präzise komplexe Datenanalyse zum Zwecke des Qualitätsmonitorings und der Steuerung im Krankenhaus geschaffen. Am Beispiel der klinischen Materialwirtschaft kann so realistisch aufgezeigt werden, wie ein Klinikum 4.0 funktionieren kann. Die beabsichtigte Innovation stellt im Vergleich zu bestehenden / verfügbaren Lösungen in folgernder Hinsicht einen Mehrwert für die Kliniken dar: Etablierung impliziter Interaktionsketten und Aufbau einer Informationslogistik im Krankenhaus durch eine zentrale, intelligente, systemisch ausgerichtete prozesssteuernde Instanz, den GSG CPI Server Sicherstellung einer konsistenten aktualisierbaren Datenbasis als Grundlage für Prozesssteuerung und Datenanalytik sowie Implementierung von Mechanismen der Datenpflege Automatisierung von Routinetätigkeiten und intelligent geleitete Benutzerführung in ausgewählten Prozessen insbesondere in der klinischen Materialwirtschaft Mobile Datenerfassung und Datenanzeige am Ort des Geschehens mit dem Ziel der prozessunterstützenden Informationslogistik unterstützt durch eine robuste, kontextabhängige Situationserkennung und Aktionsumsetzung Intelligente MDE Apps befreien den Benutzer von der Notwendigkeit spezialisiertes Wissen über Backendsysteme (Materialwirtschaft, KIS, etc.) aufzubauen Automatischer, transaktionaler Austausch der mobilen Datenerfassungsgeräte mit der zentralen, prozesssteuernden Instanz GSG CPI Server zur Kommunikation mit den diversen Subsystemen Prüfung und ggf. Entwicklung eines standardisierten Prozesses nach den Vorgaben und in Zusammenarbeit mit der Standardisierungsinstitution IHE Deutschland Neben diesem innovativen Kern der Maßnahme wird eine ganze Reihe weiterer Prozessverbesserungen angestrebt, wie u.a. die Bereitstellung einer innovativen Technologie zur Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Rückverfolgbarkeit von Implantaten, Realtime-fähiges Sachkostencontrolling, prozessuale Unterstützung nach Bundesarzneimittelplan. Kooperationspartner: GSG mbH Hannover Klinikum Region Hannover Projektdauer: 2019 - 2021 Drittmittelgeber: EFRE ROSE – Das Lernende Gesundheitssystem in der Region Osnabrück-Emsland Das Gesundheitswesen steht vor großen Herausforderungen, die Qualität der Versorgung – auch im ländlichen Raum – sicherzustellen und zu optimieren und dies vor dem Hintergrund der ethischen, rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen zu realisieren. Dabei muss es zwangsläufig zu neuen Formen der Versorgung und Kooperation kommen. Vor dem Hintergrund dieser Herausforderungen haben die Hochschule und Universität Osnabrück sich zusammengefunden, um Forschung, Lehre und Praxistransfer im Gesundheitsbereich zu bündeln. Sie arbeiten daher am Aufbau eines gemeinsamen Gesundheitscampus, in dem die Gesundheitseinrichtungen der Region aktiv einbezogen werden. Das Projekt ROSE ist Teil dieses im Aufbau befindlichen Gesundheitscampus. Das Projekt widmet sich einer auf die Region Osnabrück fokussierte Forschung, dem Aufbau entsprechender forschungsförderlicher Strukturen und der Entwicklung von institutionalisierten Beziehungen zu den Gesundheitseinrichtungen in der Region. Dabei soll das Prinzip des Lernens durch Forschung gelten, das als Motor der Kooperation der Hochschulen und der Gesundheitseinrichtungen dienen soll. Das „Lernende Gesundheitswesen in der Region Osnabrück-Emsland“ ist eine über 5 Jahre angelegte Maßnahme, die es erlaubt, langfristige Beziehungen einzugehen. Kernelement ist eine Austauschplattform, die Daten von – zum Beispiel – Kliniken, Gesundheitsnetzen, Kommunen und den Hochschulen bündelt. Weitere Ziele von ROSE sind unter anderem der Aufbau und Betrieb eines Graduiertenkollegs von Hochschule und Universität Osnabrück zum Thema „Patientenzentrierte Versorgungsgestaltung durch Forschung“ sowie eine institutionalisierte Zusammenarbeit mit den Gesundheitsdienstleistern in der Region. ROSE wird mit 2,5 Millionen Euro aus Landesmitteln durch das „Niedersächsische Vorab“ gefördert. Projektdauer: 2015-2020 (verlängert bis 31.12.2021) Drittmittelgeber: VW Stiftung Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Projektes . INITIATIVE eHealth – INovationen IdenTIfizieren, AdopTIeren, Verankern, Evaluieren Der Forschungsschwerpunkt Pro INITIATIVE eHealth – Innovationen Identifizieren, Adoptieren, Verankern und Evaluieren wird für eine Laufzeit von 5 Jahren beginnend ab August 2015 von VW Vorab gefördert. Er beinhaltet eine Graduiertenförderung in Kooperation mit der Universität Osnabrück. Beteiligte Professorinnen und Professoren sind Andrea Braun von Reinersdorff (WiSo), Stephan Kleuker (IuI), Frank Thiesing (IuI), Thorsten Litfin (Lingen) sowie Ursula Hübner (WiSo Gesamtleitung). Neben einer Vielzahl von Partnern aus der Region und Krankenhäusern bundesweit beteiligt sich die OECD an dem Forschungsschwerpunkt. Gemeinsam werden Instrumente und Methode des eHealth Benchmarking weiterentwickelt und international erprobt ( www.it-report-gesundheitswesen.de ). Mit dem eHealth Demonstrator Elektronisch unterstütztes Wundmanagement, der zusammen mit dem Osnabrücker Wund- und Lymphzentrum aufgebaut wird, werden eHealth Innovationen aus technischer und organisatorischer exemplarisch dargestellt. Für Krankenhaus IT-Leiter/innen werden gezielte Weiterbildungsmaßnahmen angeboten, die mit dem bmbf Verbundprojekt KeGL zur offenen Hochschule synchronisiert werden. Der Forschungsschwerpunkt Pro INITIATIVE eHealth ist Teil des gemeinsamen Gesundheitscampus der Hochschule und Universität Osnabrück. Projektdauer: 2015 - 2020 Drittmittelgeber: VW Stiftung Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Projektes . GEva-ISI - Gesundheitsterminal als Bindeglied zwischen Bürger und Gesundheitsdienstleistung. Evaluation einer informationstechnischen Service-Innovation Gesundheitsterminals bieten einen sicheren Zugang zu personalisierten Dienstleistungen rund um das Thema Gesundheit an. Sie stellen einen der möglichen Wege dar, die Hoheit der Bürger über ihre Gesundheitsdaten im Rahmen der Telematikinfrastruktur zu realisieren. Gesundheitsterminals sind bislang in Deutschland in dieser Form nicht realisiert. Mit der geplanten bundesweiten Einführung von insgesamt 7.500 Geräten Gesundheitsterminals zunächst nur in Apotheken, später auch in Krankenhäusern und Medizinischen Versorgungszentren durch die Deutsche Gesellschaft für Infrastruktur und Versorgungsmanagement (DeGIV) ergibt sich erstmalig die Chance, das Thema Gesundheitsterminal wissenschaftlich zu untersuchen. Die Aufstellung der ersten Gesundheitsterminals erfolgte im August 2015 in der Pilotregion Eschwege (Hessen) mit einem zunächst beschränkten Dienstleistungsangebot in Kooperation mit der dort ansässigen Krankenkassen BKK Werra-Meißner. Weitere Regionen - auch in Niedersachsen - und Krankenkassen folgen und im Laufe der Projektlaufzeiten werden weitere sogenannte PlusDienst wie eine Arztauskunft, Zweitmeinungen oder ein persönliches Archiv auf dem Terminal angeboten. Das Projektes GEva-ISI hat das Ziel, die Gebrauchstauglichkeit, die Nutzung und den Nutzen von Gesundheitsterminals, am Beispiel der DeGIV Terminals und ihrer Anwendungen, unabhängig und neutral zu evaluieren und im Kontext der internationalen Entwicklungen zu bewerten. Das Projekt leistet einen Beitrag zu dem Gesundheitscampus Osnabrück, bei dem sich die beiden Osnabrücker Hochschulen gemeinsamen mit regionalen Partnern das Ziel gesetzt haben, die "Gesundheitsversorgung neu zu gestalten“. Aus den in der Pilotregion Eschwege gewonnenen Erkenntnissen lassen sich Rückschlüsse auf die Einführung der Terminals in der Region Osnabrück/Emsland ziehen. Kooperationspartner: DeGIV GmbH - Deutsche Gesellschaft für Infrastruktur und Versorgungsmanagement Universität Osnabrück Projektdauer: 2018 - 2021 Drittmittelgeber: EFRE PosiThera - Prozessbezogene, kontextsensitive Entscheidungsunterstützung und Simulation zur Therapieunterstützung am Beispiel chronischer Wunden PosiThera erzeugt einen signifikanten medizinischen Mehrwert innerhalb der Versorgungskette Diagnose-Therapie-Nachsorge/Rehabilitation durch die Bereitstellung einer kontextsensitiven und prozessbezogenen Entscheidungsunterstützung durch Informationskontinuität. Denn Versorgungskontinuität in einer solchen Versorgungskette ist abhängig von Informationskontinuität beziehungsweise setzt diese voraus. Eine effektive und effiziente Therapie einer chronischen Erkrankung erfordert die Abstimmung der einzelnen intersektoralen und multiprofessionellen Behandlungsschritte aufeinander, damit eine wirksame medizinisch-pflegerische Versorgungskette entsteht. Mit PosiThera wird erstmalig Informationskontinuität durch ein gemeinsames Werkzeug zur Entscheidungsunterstützung für alle Beteiligten im Bereich der Diagnostik und Therapie von chronischen Wunden ermöglicht. PosiThera fertigt eine gleichnamige Softwarelösung zur Entscheidungsunterstützung und Simulation von Behandlungsansätzen auf Basis eines Regelwerkes und Expertensystems an. Die Softwarelösung ist als ein digitales Analogon eines realen Comprehensive Wound Centers (CWC) zu verstehen. Es folgt der Idee einer Wissenskooperation verschiedener medizinischer Fachrichtungen, mit dem Ziel einer interdisziplinären, multiprofessionellen, intersektoralen Zusammenarbeit und Koordination der Aktivitäten, als Grundlage einer problemorientierten Betreuung und medizinischen Versorgung der Patienten. Die Ergebnisse der Entscheidungsunterstützung und Simulation werden im Kontext des jeweiligen Prozessschrittes (Diagnose, Therapie und Nachsorge) und Akteurs (bspw. Hausärzte, Fachärzte, Pflegekräfte) präsentiert. Je nach Bedarf können diese Ergebnisse den anderen Akteuren zur Diskussion und gemeinsamen Abstimmung kommuniziert (gemeinsame Entscheidungsfindung) oder ihnen einfach zur Kenntnisnahme nach einer Entscheidung übermittelt werden (einzelne Entscheidungsfindung). Damit verbindet PosiThera drei wesentliche Elemente einer medizinischen Therapie, nämlich 1. die Entscheidungsfindung, 2. die Therapiebegleitung und 3. die Einbindung multipler Akteure einschließlich des Patienten und ggf. seiner Angehörigen in die Versorgungskette. Dieser konkrete Ansatz ist bislang in der Literatur weder angedacht noch in der Praxis realisiert worden. Entscheidungsunterstützende Systeme in der Medizin sind zwar in der wissenschaftlichen und praxisorientierten Diskussion anzutreffen, finden aber nur vereinzelt Einsatz im deutschen Gesundheitswesen, z.B. im Rahmen der Arzneimitteltherapiesicherheit oder im Rahmen von FuEProjekten, wie z.B. in der Behandlung von Patienten mit chronischen Lebererkrankungen. PosiThera greift entsprechende Erfahrungen mit digitaler Entscheidungsunterstützung auf und revolutioniert sie durch Kontextbezug, Prozessorientierung, Multiprofessionalität und Einbindung des Patienten. Projektpartner: Hochschule Osnabrück atacama Software GmbH (Verbundkoordination) PlanOrg Informatik GmbH Universitätsmedizin Göttingen, Inst. Med. Informatik Projektdauer: 2017 - 2020 Drittmittelgeber: BMBF Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Projektes . GIO – Gestaltungskompetenz als Innovator für hochzuverlässige Organisationen im Gesundheitssystem Hintergrund des Projektes sind die hohen Voraussetzungen an die Gesundheitsversorgung, um die Sicherheit der Patienten und Patientinnen zu gewährleisten. In jüngster Zeit erschrecken viele Berichte, die über Gesundheitsgefahren durch Behandlungsfehler informieren. Bei der Analyse wird der Blick meist auf Fragen gelenkt, die die Gründe dieser Fehler identifizieren sollen, wie denen nach den Ursachen, den Verantwortlichen oder warum eine Gefährdung nicht verhindert werden konnte. In dem hochinnovativen und transdisziplinären Projekt wird bewusst ein anderer Blick auf die Patientensicherheit gelegt. Im Mittelpunkt soll dabei die Sicherheitskultur stehen. Nicht erst nach dem Eintritt von Fehlern soll reagiert werden, sondern vorab bereits das Auftreten von Fehlern vermieden werden. Entsprechend ist in der Einrichtung selbst wie auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Sensibilität für potenzielle Störungen und Fehler erforderlich. Auch mehr Flexibilität und Entscheidungskompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unabdingbar. Hier setzt das Forschungsprojekt an und entwickelt für den Bereich Krankenhaus eine interaktive Lernumgebung, in welcher das Krankenhauspersonal, die erforderlichen Kompetenzen für eine Sicherheitskultur erlernen können. Im Sinne des konsequenten Perspektivwechsels wird an Positivbeispielen gelernt . Hierzu werden in drei Fallstudien die Strukturmerkmale, mögliche Einflussfaktoren und sowie Mechanismen, die durch proaktives Verhalten bzw. einer Sicherheitskultur zustande kommen, als gelingende Beispiele für Patientensicherheit im Krankenhaus identifiziert und in komplexe Lernszenarien überführt. Projektpartner: Hochschule Osnabrück Universität Osnabrück Freie Universität Berlin Kooperationspartner: Schüchtermann-Schiller´sche Kliniken Bad Rothenfelde Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e.V. Projektdauer: 2016-2019 (verlängert bis 31.12.2020) Drittmittelgeber: VW Stiftung Ausführliche Informationen erhalten Sie auf der Homepage des Projektes . KeGL – Kompetenzentwicklung von Gesundheitsfachpersonal im Kontext des Lebenslangen Lernens Der Beitrag der Hochschule Osnabrück im Verbundvorhaben „Kompetenzentwicklung von Gesundheitsfachpersonal im Kontext des Lebenslangen Lernens (KeGL) fokussiert auf die Erforschung und Entwicklung bedarfsgerechter und modularisierter Zertifikatsangebote zur kompetenzorientierten Weiterbildung von Gesundheitsfachpersonal. Initiator an der Hochschule Osnabrück ist hier das Innovationszentrum Weiterbildung um Professorin Dr. Andrea Braun von Reinersdorff, Heike Thiele und Alexander Karsten Wolf sowie Professorin Dr. Ursula Hübner und Professor Dr. Wolfgang Arens-Fischer. Mit der Einbettung von neuen Modulen und Zertifikatskursen in das Gesamtangebot niederschwelliger, modularisierter Angebote in aufwärtskompatibler Form an der Hochschule Osnabrück wird das Weiterbildungsangebot im Gesundheitsbereich weiter entwickelt. Besonders in den Bereichen Patientensicherheitsmanagement und Gesundheits- und Medizininformatik werden hier neue Angebote entstehen. Ausführliche Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projekthomepage . Projektpartner: Universität Osnabrück Ostfalia Hochschule Hochschule Hannover Jade Hochschule Projektdauer: 2. Förderphase: 2018 - 2020 1. Förderphase: 2014 - 2018 Drittmittelgeber: BMBF EU*US_eHealth_Workforce - Mapping Skills and Competencies; Providing Access to Knowledge, Tools and Platforms; and Strengthening, Disseminating and Exploiting Success for Outcomes for a Skilled Transatlantic eHealth Workforce The EU-US eHealth Workforce Development Consortium has an overall goal of mapping, quantifying and projecting the need, supply and demand for workforce skills and competences, utilising these results to further develop IT skills and training programmes for the healthcare workforce. This work is a continuation and further development of the EU-US collaboration under the EU-US MoU eHealth Roadmap, leveraging the work this group has developed to date, including the HITCOMP Tool and Repository. Additionally, we hope to build upon that work to include intersecting it with foundational education and training methods and materials in eHealth. We will continue analysing the needs, trends and approaches to improve the health IT workforce. Finally, we will provide an interactive web platform in which end-users, educators, governments and industry can: communicate; exchange information; provide and locate opportunities for training, skills development and employment opportunities; and increase knowledge related to the eHealth, health information technology, and health informatics disciplines. Project partners: Hochschule Osnabrück Omni Micro Systems and Omni Med Solutions UG European Health Telematics Association Tampere University of Technology Steinbeis Innovation gGmbH Healthcare Information and Management Systems Society (HIMSS) Project duration: 2016-2018 Third-party donor: Horizon2020 cognIT health – Cognitive Grundlagen von Kooperation: Konzepte für eine optimierte IT in der kooperativen Patientenversorgung Formen der kooperativen Patientenversorgung werden in Zukunft noch stärker als heute die Art und Weise bestimmen, wie Patienten behandelt und betreut werden. Elektronische Patientenakten haben sich dabei als effektive Informationslieferanten herausgestellt, sie in das Zusammenspiel der Akteure einzubinden, ist bislang nicht befriedigend gelungen. Dazu ist es nötig, die kognitive Basis von Kooperation, d.h. die menschliche Informationsverarbeitung der einzelnen Akteure, besser zu berücksichtigen. CognIT health hat es sich daher zum Ziel gemacht, Konzepte für eine kooperationstaugliche IT zu identifizieren, umzusetzen und experimentell zu überprüfen. Die Mensch-Informations-Mensch-Schnittstelle wird dabei eine zentrale Rolle übernehmen, anhand derer sich zeigt, wie gut die Akteure ihre Entscheidungen treffen können und wie gut damit die Behandlungsprozesse abgestimmt sind. Die Ergebnisse von CognIT health werden über das Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e.V., dem viele Gesundheitsdienstleister der Region angehören, in die Praxis getragen. Projektdauer: 2012 - 2015 Drittmittelgeber: VW Stiftung EPA 291a – Elektronische Patientenakte – ePA II: Mehrwerte demonstrieren! Bis Ende 2012 werden mehr als die Hälfte der Bundesbürger im Besitz der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sein und somit über elektronische Zertifikate zur Authentifizierung und zur Datenverschlüsselung im Rahmen der nationalen Telematikinfrastruktur (TI) verfügen. Der Bürger erhält dadurch eine aktive, sichere und vertrauenswürdige Möglichkeit an den telematischen Anwendungen – von der Vergabe von Berechtigungen zur Einsichtnahme von medizinischen Daten bis zur Einsichtnahme in die eigenen medizinischen Daten – zu partizipieren. Eine solche bürgerorientierte, im §291a SGB V explizit benannte Anwendung ist die elektronische Patientenakte (nachfolgende „ePA-291a“ genannt). In einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt (FuE) des Bundesministeriums für Gesundheit (2009-2011) wurde die ePA-291a zunächst als eine Integrationsplattform zum Austausch von medizinischen Daten zwischen Leistungserbringern und Bürgern entwickelt und umfassend spezifiziert. Im Rahmen der Fortführung des FuE-Projektes sollen im aktuellen Projekt die definierten Funktionalitäten und Muster zum Austausch medizinischer Daten zwischen Arzt und Bürger auf Basis der spezifizierten und prototypisch umgesetzten ePA-291-Plattform ins Feld gebracht werden. Übergeordnetes Ziel ist es den Nutzwert der ePA-291a in realen Anwendungen/Szenarien für die Einbindung des Bürgers, die Effizienz der Kommunikation und die Qualität der ausgetauschten Daten durch die Nutzung einer ePA nach §291a SGB V, zu demonstrieren. Da der Informationsaustausch innerhalb des Gesundheitswesens bisher fast ausschließlich mithilfe von Papierdokumenten erfolgt, bietet sich als ein erstes Anwendungsparadigma die Nutzung strukturierter, elektronischer (Transfer-) Dokumente auf Basis der HL7 Clinical Document Architecture Release 2 (HL7 CDA) an, da diese die unterschiedlichen Grade an Interoperabilität und Lesbarkeit (Mensch / Anwendungssystem) gewährleistet. Die steigende Zahl aktueller Entwicklungen von HL7 CDA- Dokumenten sowohl in Deutschland als auch auf internationaler Ebene bestätigt dabei die Praxisrelevanz von strukturierten Dokumenten auf der Basis HL7 CDA. Die Forschungsgruppe Informatik im Gesundheitswesen hat mit der Spezifikation des elektronischen Pflegeberichts sowie der Arbeiten an einem elektronischen Wundbericht und einem elektronischen Physiotherapiebericht bereits einen zentralen Beitrag zu dem beschriebenen Anwendungsszenario geleistet. Diese Ergebnisse, sowie die Spezifikationen für den elektronischen Arztbrief und den elektronischen Medikationsplan können somit unmittelbar als strukturgebende Elemente für die Inhalte einer mehrschichtigen elektronischen Patientenakte im Sinne der ePA-291a genutzt werden. Die begonnenen Entwicklungsarbeiten sind ein erster Schritt auf dem Weg zu einer standardisierten und damit letztlich auch nutzbaren bürgerorientierten, multiprofessionellen Dokumentation innerhalb der ePA 291a für Deutschland. Für eine dauerhafte und erfolgreiche Umsetzung des Projektes wird es darüber hinaus notwendig sein, die Ergebnisse in aktuelle internationale und insbesondere europäische Entwicklungen einzubetten bzw. mit diesen zu harmonisieren. Kooperationspartner: Projektleitung Prof. Dr. O. Rienhoff (Universitätsklinikum Göttingen, Abteilung Medizinische Informatik) Projektdauer: 2012 - 2014 MHH-QuAALi – Berufliche und akademische Weiterbildung im Bereich AAL Ziel ist der Aufbau eines interdisziplinären Weiterbildungsangebotes zu den Einsatzmöglichkeiten von AAL-Technologien in der stationären und ambulanten Gesundheitsversorgung. Pflegekräfte wie auch medizinisch, therapeutisch und sozial tätige Personen erhalten einen qualifizierten Überblick über verfügbare Dienstleistungen und Technologien. Sie sollen befähigt werden, die Anwendungsgebiete von AAL erfassen zu können und den Einsatz von unterstützenden Technologien zu forcieren. Personen aus technischen Berufen werden über die Bedürfnisse und Lebensbedingungen jener Menschen aufgeklärt, für die AAL Nutzen bringen können. Langfristig soll das berufsbegleitende Weiterbildungsangebot Kommunikationsprozesse zwischen den verschiedenen Berufsgruppen anregen und die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern. Die Arbeitsplanung des Projektes basiert auf verteilten Arbeitspaketen, in denen jedes Mitglied des Konsortiums aus kompetenten und erfahrenen Einrichtungen beteiligt ist. Aufbauend auf einem didaktischen Konzept, welches die Verflechtung von Seminaren mit praxisorientierten Lernphasen und multimedialen, webbasierten Lerninhalten vorsieht, wird im ersten Schritt ein lernzielorientiertes Curriculum entwickelt und die Durchführung der Weiterbildung geplant. Parallel zur Durchführung erfolgt die Evaluation, die Überarbeitung des Curriculums sowie die Entwicklung eines Geschäftsmodells zur langfristigen und nachhaltigen Etablierung des zertifizierten Angebotes im Weiterbildungssektor. Der wissenschaftlichen und volkswirtschaftlichen Relevanz des Themas AALwird durch begleitende Forschungsarbeiten und einem nachhaltigen Vermarktungskonzept Rechnung getragen. Die hohe regionale Bedeutung sowie nationale und internationale Anerkennung des Antragstellers und die Nutzung bereits gut ausgebauter regionaler Netzwerke wirken hierbei förderlich. Das Weiterbildungskonzept soll nach Projektende auch auf weitere Anbieter und Bildungseinrichtungen, wie Hochschulen übertragen werden. Einerseits durch die Präsenz der Angebote in den Weiterbildungskatalogen der Zentren für Weiterbildung und Technologietransfer, der IHK und HWK, sowie andererseits durch die Einbindung der Angebote in die Bachelor- und Masterstudiengänge. Die Modularität der Angebote und der Ansatz neuer Lernmethoden, wie z.B. eLearning, schaffen zudem eine attraktive Flexibilität und lässt die Inanspruchnahme auch durch heterogene Teilnehmergruppen zu, wodurch die Akzeptanz der Maßnahmen gefördert wird. Projektpartner: BITZ GmbH Braunschweig Hochschule Hannover Medizinische Hochschule Hannover Kooperationspartner: Leibniz Universität Hannover InnovAging Center for Near Field Communication Management (CNM) Industrie- und Handelskammer Hannover VDI Landesverband Niedersachsen Distributed Artificial Intelligence Laboratory (DAI-Labor) Projektdauer: 2011 - 2014 HITADO – Health IT Adoption - Erarbeitung eines IT-Innovationsindexes im Gesundheitswesen Der Einsatz von IT in Gesundheitseinrichtungen kann wie vielerorts nachgewiesen zu einer Optimierung von internen und einrichtungsübergreifenden Versorgungsprozessen führen, die Patientensicherheit gewährleisten und zu einer faktenorientierten Grundlage von klinischen und administrativen Entscheidungen beitragen. Die Implementierung von IT setzt Innovationsfreudigkeit voraus und verlangt Risikobereitschaft, denn nicht jedes IT Projekt führt auch zwangsläufig zu dem gewünschten Ziel. Vor diesem Hintergrund ist die Einführung von IT kein Selbstläufer, sondern wird vorzugsweise von solchen Einrichtungen erfolgreich bewerkstelligt, die ganz bestimmte Eigenschaften mitbringen. Das Projekt „Health IT Adoption“ – HITADO macht es sich daher zum Ziel, Eigenschaften von Gesundheitseinrichtungen zu erfassen, um die Durchdringung mit IT und insbesondere den Implementierungsstatus der elektronischen Patientenakte (EPA) vorherzusagen. Dazu werden insbesondere verschiedene Regressionsverfahren eingesetzt. Aus den signifikanten Einflussgrößen wird dann ein Index bestimmt, der den Grad der „Health IT Adoption“ anzeigt. Dieser bezieht sich auf IT im Gesundheitswesen allgemein (Health IT), HIT Index, und auf den Implementierungsstatus der EPA im Besonderen, EPA Index. Der jeweilige Index wird hinsichtlich seiner Güte (Validität und Reliabilität) untersucht werden. Ferner wird der Index für unterschiedliche Arten von Gesundheitseinrichtungen getrennt ermittelt werden, da davon auszugehen ist, dass Krankenhäuser auf Basis anderer Grundlagen entscheiden als niedergelassene Praxen. Projektpartner: trinovis GmbH Hannover GSG Gesellschaft für Standardprozesse im Gesundheitswesen Hannover CORANTIS Kliniken gGmbH Vechta Projektdauer: 2011 - 2013 IKM health – Informationsketten-Management zur Verbesserung der Patientenversorgung Chronisch kranke, multimorbide und pflegebedürftige Menschen sind in unserer Gesellschaft häufig auf eine Vielzahl von Gesundheitsdienstleistungen unterschiedlicher Akteure aus verschiedenen Sektoren und Gesundheitsberufen angewiesen. Die Interaktion dieser Strukturen ist komplex und bedarf eines hohen Grades an allgemeiner und patientenorientierter Planung und Abstimmung. Die zu erbringenden Leistungen werden zwar oft initial am Ende einer akuten Behandlung durch den Arzt in seiner klassischen Rolle als Verantwortlicher der Behandlung abgestimmt. Bei chronischen, multiplen Erkrankungen erfolgt die Behandlung und Versorgung jedoch häufig durch mehrere ärztliche Spezialisten. Hinzukommen Pflegekräfte und Therapeuten verschiedener Disziplinen, sowie Sozialarbeiter und nicht zuletzt die Angehörigen. Erst wenn diese Dienstleistungen durch ein sicheres aber für die Fachberufe transparentes Informationsband zu einer effizienten „Kette“ verknüpft werden, können die Qualität und damit die Wirtschaftlichkeit der Versorgung gesteigert werden. Ein wichtiges Element der gegenseitigen Abstimmung ist der geregelte Austausch von patientenbezogenen Informationen. Diese bilden das Rückrat einer Versorgungskontinuität im Gesundheitswesen. Das Projekt beabsichtigt deshalb die Entwicklung von Modellen für ein systematisches Informationsketten-Managements (IKM health) für eine bessere und wirtschaftlichere Versorgung unter besonderer Berücksichtigung der strategischen und taktisch-operativen Ebene. In derzeitig bestehenden Kommunikationsszenarien wird die Weitergabe von pflegerisch-therapeutischen und sozialen Informationen nur unzureichend berücksichtigt. Wir schlagen daher vor, das derzeitige Szenario um Kommunikationspfade zu erweitern, die alle Akteure einschließlich der Patienten und Angehörigen integrieren. Dabei wollen wir uns beispielhaft auf solche Versorgungsfälle konzentrieren, in denen der Effekt einer funktionierenden Informationskette am deutlichsten nachweisbar ist, nämlich in der Versorgung von Menschen mit multiplen und/oder chronischen Erkrankungen. Dazu zählen Menschen mit Rückenschmerzen, chronischen Wunden und Tumorschmerzen. So heterogen diese Erkrankungen von ihrer Ätiologie und dem klinischen Erscheinungsbild auch sein mögen, so sind sie doch alle mit Leiden und einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität verbunden. Im besten Falle ist es ein multiprofessionelles Team von Experten, das sich diesen Patienten widmet. Verbundpartner: Universitätsmedizin Göttingen, Abteilung für Medizininformatik, Prof. Dr. O. Rienhoff Universität Osnabrück, FB Humanwissenschaften, Fachgebiet Pflegewissenschaft, Prof. Dr. H. Remmers Kooperationspartner: Aribyte GmbH Atacama Software GmbH GewiNet - Kompetenzzentrum Gesundheitswirtschaft e.V. Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnarück e.V. Sanimed GmbH Projektdauer: 2010 - 2012 GAP.info – Elektronische Instrumente zur Schließung von Informationslücken in der multiprofessionellen Gesundheitsversorgung Aus der Literatur ist bekannt, dass Informationslücken die Patientensicherheit gefährden können. Unklar dagegen bleibt die Anzahl, Art, Beschaffenheit, der Hintergrund und die Relevanz von spezifischen Informationslücken und ihr konkrete Gefährdungspotenzial für den Patienten. Diese Lücken entstehen in der täglichen Routine der multiprofessionellen Patientenversorgung. Vor diesem Hintergrund ist es Ziel des Projektes GAP.info, a) die Fehler und Gefahren empirisch zu identifizieren, b) eine Sollbeschreibung anhand des Risikopotenzials und der Anwenderbedürfnisse in Form von Modellen anzufertigen, c) marktgängige IT-Lösungen gemäß den Sollvorgaben auszuwählen, zu parametrieren und exemplarisch bereit zu stellen und d) diese Testanwendungen in umschriebene Szenarien auf ihre Brauchbarkeit zu evaluieren. Aufgrund von Voranalysen schlagen wir vor, folgende Instrumente als Testandwendungen näher zu betrachten: Instrument I zur selektiven, automatisierten Extraktion von Informationen aus der verbalen Kommunikation, Instrument II zur problemorientierten multiprofessionellen Verlaufsdokumentation und Instrument III zur Distribution der Dokumente und Steuerung der Kommunikation. Die Beteiligung der Endandwender ist dabei ein zentrales Element der Modellentwicklung und deren Umsetzung. Sie führt zu einer durchgängigen Betrachtungsweise von den Fehlern und bis hin zu deren Beseitigung und zu einer Verdeutlichung des Wertes von Informationen in der Praxis der Patientenversorgung. Electronic Care Chain Management (eCCM) – Entwicklung eines Modells für eine durchgängige Patientenversorgung Mit dem Vorhaben electronic Care Chain Management (eCCM) werden Prinzipien des kollaborativen Supply Chain Managements (SCM) auf die Patientenversorgung übertragen und praktisch umgesetzt. Insbesondere sollen dabei die Aspekte der (i) organisationsübergreifenden Prozessorientierung und -steuerung, (ii), Gestaltung eines reibungslosen Informationsflusses, (iii) der verbesserten Planung und (iv) der Nutzung von Metriken aus dem Supply Chain Management übernommen und an die Spezifika des Gesundheitswesens angepasst werden. Kollaboratives SCM wird hierbei verstanden als ein umfassendes Konzept zur Optimierung und Steuerung einer an den Bedürfnissen des Endkunden ausgerichteten Kooperation von Unternehmen, das nicht nur logistische, sondern jegliche Art von kollaborativen Prozessen beinhaltet. Supply Chain Management – mit seiner Fülle von ausgearbeiteten Konzepten – bietet die Chance, auch im Gesundheitswesen als übergreifendes Modell einer Zusammenarbeit zu dienen und damit auf Erfahrungen zurückgreifen, die für das Gesundheitswesen zunächst neu sind. Der Gedanke der Steuerung der Prozesse und des Informationsflusses innerhalb von SCM Konzepten macht diese besonders attraktiv für die Gestaltung von kooperativen Versorgungsformen im Gesundheitswesen. Obwohl dieser Ansatz nahe liegt, wurde er bislang weder im Zusammenhang mit eHealth noch mit Gesundheitstelematik diskutiert. Vor diesem Hintergrund verfolgt eCCM zwei Hauptziele. Erstes Hauptziel Dabei sollen die wesentlichen allgemeingültigen Prozesse zwischen den Leistungserbringern in Form einer abstrakten Darstellung beschrieben werden. Ferner sollen die Prozessbeschrei-bungen um die auszutauschenden Informationen ergänzt werden. Hierzu wird auf vorhandene Informationsmodelle und Nachrichten- bzw. Dokumentenstandards (HL7/CDA, CCR u.a.) zurückgegriffen. Resultat ist ein Care Chain Management Modell (CCMM), das sich an SCM Konzepten und im Gesundheitswesen bekannten Standards orientiert. Zweites Hauptziel Das Projekt zielt zweitens darauf ab, das zunächst allgemein gefasste CCMM in einem ausgewählten Bereich stärker zu spezifizieren. Dabei werden Interfaceprozesse der medizinisch-pflegerisch-therapeutisch-sozialen Versorgung von insbesondere alten Menschen analysiert und in das CCMM integriert. Die Betreuung von chronisch kranken, multimorbiden und alten Menschen stellt aufgrund der demographischen Entwicklung eine besondere Herausforderung für die Gesundheitspolitik dar und ist ein gutes Beispiel für den hohen Abstimmungsbedarf der beteiligten Leistungserbringer in einer kooperativen Versorgungsform. Die Spezifikation des CCMM betrifft die Beschreibung der Interfaceprozesse, des damit verbundenen Informationsbedarfs und der übermittelten Daten (Abbildung 1) sowie der Metriken zur Steuerung der Prozesse. Um diese Beschreibungen möglichst allgemeingültig und präzise zu erstellen, erfolgen die entsprechenden Arbeiten in enger Abstimmung mit dem „Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e.V.“ Dieses fungiert als erste Instanz der Konsensbildung und als Multiplikator. Ein weiterer Multiplikator ist die Nordmedia Hannover, die die Erkenntnisse aus dem Projekt in die eHealth Initiative Niedersachsen hineinträgt. Die in dem Modell entwickelten Ansätze werden mit den durch eine umfassende Befragung ermittelten Daten zum aktuellen Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie im Gesundheitswesen in Abgleich gebracht. Die geplante Befragung orientiert sich dabei an der Vorgehensweise des „IT-Reports Gesundheitswesen“. Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Hübner Prof. Dr. Andreas Frey Kooperationspartner: Nordmedia Hannover (e-Health Niedersachsen Koordinator) Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e.V. Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dipl.-Kfm. (FH) Daniel Flemming Projektdauer: 2007 bis 2009 Finanzierung: MWK Hannover (AGIP) Bezug zu anderen Projekten: IT Report Gesundheitswesen Continuity of Care (CoCa) IT-Report Gesundheitswesen – Aktueller Stand der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie im Gesundheitswesen in Deutschland und Österreich In dem “IT-Report Gesundheitswesen“ strebte das gleichnamige Projekt an, die Ergebnisse mehrerer umfangreicher Befragung von Einrichtungen und von Herstellern im Gesundheitswesen zu veröffentlichen. Die in den Jahren 2005/2006 und 2007 erhobenen Resultate wurden in jeweils zwei Ausgaben des Reports (IT-Report 2007 und IT-Reort 2008) publiziert. Damit wurde eine breite Fachöffentlichkeit über den aktuellen Stand des Einsatzes und der Verbreitung von Informations- und Kommunikationslösungen in Einrichtungen des Gesundheitswesens, insbesondere in Akutkrankenhäusern informiert. Die Erhebungen wurden vergleichbar gestaltet, sie unterschieden sich lediglich in ihrem Schwerpunkt: während die 2005/2006er Studie IT-Lösungen für die Integrierte Versorgung thematisierte, fokussierten sich die 2007er Studien einerseits auf Pflegeinformationssysteme und auf die Anwendung von eBusiness Verfahren, insbesondere von Methoden der Beschaffung von Arzneimitteln und Medikalprodukten in Krankenhäusern andererseits. Dabei fanden zwei Erhebungen zu Pflege-informationssystemen statt: eine in Deutschland und eine in Österreich - in beiden Fällen mit dem identischen Befragungsinstrument. Die Fragebögen in allen Studien enthielten Fragen zu demographischen Aspekten der Häuser, zum aktuellen Einsatz von klinischen und Managementmodulen eines Krankenhaus-informationssystems (KIS), zum Stand der elektronischen Patientenakte, sowie zur IT-Abteilung und der finanziellen Situation. Neben der Beschreibung der Ist-Situation, wurden auch die Planungen für das kommende Jahr berücksichtigt, genauso wie die wahrgenommenen Barrieren für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie. Da die Abnehmerseite (Einrichtungen) von der Anbieterseite (Hersteller) abhängt wurden in 2005/2006 auch die Hersteller von IT-Lösungen im Gesundheitswesen befragt. Inhalte der Befragung waren in erster Linie das Produktportfolio und die Barrieren. Die Stichproben aller Befragungen (Rückläufer aus der Gesamterhebung) wurden jeweils auf Repräsentativität, d.h. der Übereinstimmung zwischen Stichproben- und Populationsmerkmalen (Größe, geogra-phische Lage und Trägerschaft) untersucht. Durch den weitestgehend identischen Aufbau der Studien sind Vergleiche zwischen den Jahren möglich sowie der Vergleich der Ergebnisse zum Einsatz von Pflegeinformationssystemen aus dem Jahr 2002. Ferner wurden die Resultate der Befragungen zum Thema „Elektronische Patientenakte“ in den Kontext von Studien aus anderen Ländern, insbesondere von der HIMSS (Health Information Management Systems Society) aus den USA, gestellt. Die Parallelerhebung von Daten aus Deutschland und Österreich ermöglicht einen Ländervergleich hinsichtlich des Einsatzes von Pflegeinformationssystemen. Aus der Vielfalt der Daten und Erkenntnisse sind im Folgenden die Ergebnisse zur Elektronischen Patientenakte (EPA) dargestellt. Unter einer Elektronischen Patientenakte (EPA) wird eine „elektonisch generierte und basierte Sammlung patientenzentrierter klinischer Informationen, aller Abteilungen / -Stationen einer Einrichtung (einrichtungsgebunden) des Gesundheitswesens über den aktuellen Gesundheitsstatus und über vorangegangene Einrichtungsaufenthalte (Patientenhistorie) eines Patienten verstanden. Die EPA wird durch klinische Entscheidungssysteme unterstützt und ersetzt die medizinisch-pflegerische Papierdokumentation als primäre Informationsquelle.“ Abbildung 1 zeigt den Status der EPA in Deutschland, Österreich und den USA Stand 2007. Auf die Frage, welche Krankenhäuser gemessen an dem EPA-Einsatz am innovativsten sind, zeigt sich, dass die Häuser mit vollfunktionsfähiger EPA und solche, die derzeit die EPA implementieren, sich vor allem durch das Merkmal „viele klinische KIS-Module“ auszeichnet, ebenso jedoch in geringerem Maße durch „viele Betten“ und „zufrieden mit IT-Pro-dukten“. Im Gegensatz dazu gruppieren sich die Merkmale „wenig klinische KIS-Module“ und „keine IT-Abteilung“ um die Häuser, die weder eine EPA besitzen noch planen. Das IT-Budget konnte nicht zwischen den Gruppen differenzieren, ebenso wenig die Trägerschaft mit den Ausprägungen „privat“, „gemeinnützig“ und „öffentlich“. Die Ergebnisse des IT-Reports wurden seit 2006 vielfach dargestellt, unter anderem auch vor Kollegen von der Universität Tokio, die 2006 und 2007 Osnabrück besuchten. Im Januar 2008 kam es zu einem Gegenbesuch in Tokio. Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Hübner Prof. Dr. Andreas Frey Kooperationspartner: Nordmedia Hannover (e-Health Niedersachsen Koordinator) VHitG Berlin UMIT und TILAK Innsbruck (Befragung in Österreich) Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dipl.-Pflegewirt (FH) Björn Sellemann Dipl.-Kfm. (FH) Daniel Flemming Studentische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Alexandra Machulik, Stefanie Weste, Marcel Genz, Beixi Xu, Daniel Flemming (bis Mitte 2007) Projektdauer: 2005 bis 2007 Finanzierung: MWK Hannover (AGIP) bmbf (Kooperation mit Japan) Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Hannover (Publikation der Berichte) VHitG LEP AG St. Gallen (Spenden für den Druck der Berichte) ViMM healthcare – Entwicklung von virtuellen Modulen für spezifische Masterprogramme im Gesundheitswesen Ziel des hochschulübergreifenden Projektes ist es, für bereits akkreditierte und neu zu akkreditierende Masterprogramm im Gesundheitswesen, insbesondere in Pflegewissenschaft und Gesundheitsmanagement, virtuelle Module zu entwickeln, die in unterschiedlichen Ausprägungsgraden von Fern- und Präsenzanteilen als Blended Learning Veranstaltungen durchgeführt werden. Dabei wird angestrebt, (i) grundständige Masterprogramme auch mit Fernstudienanteilen anbieten zu können, (ii) spezifische neue Masterprogramme (z.B. in Palliative Care an der Universität Osnabrück) durch Synergien zu ermöglichen, (iii) die Lehre zu verbessern, d.h. Studierende stärker zu aktivieren und externe Experten in die Lehre zu integrieren. Folgende Modulgruppen mit den jeweiligen Modulen werden duch das Projekt konzipiert, erarbeitet, erprobt und evaluiert. Modulgruppe Methodik (2 Module): Interpretation wissenschaftlicher Studien, Information/Knowledge Representation Modulgruppe Gesundheitsorganisation (5 Module): Organisationsentwicklung und Change Management, eBuisness im Gesundheitswesen, Knowledge Management, Kommunikative und edukative Grundlagen im interdisziplinären Kontext, Bildungsarbeit im interdisziplinären Kontext Modulgruppe Gesellschaft (1 Modul): Gesundheitsökonomie Ein Modul ist definiert als eine in sich abgeschlossene Blended-Learning-Lehrveranstaltung mit i.d.R. 5 Leistungspunkten (150 Stunden Workload für Studierende), der im Durchschnitt 3 SWS entsprechen. Eine Orientierung für die Modulerstellung bietet die MoPPS Moduldatenbank der Hochschule Osnabrück. Alle Module sind als Veranstaltungen in Stud.IP angelegt, das den technisch organisatorischen Rahmen darstellt. Die Module gliedern sich in die beiden Bereiche `Wissensvermittlung´ und `Wissensvertiefung´, die unterschiedliche didaktische Zielsetzungen besitzen und damit auch unterschiedliche didaktische Werkzeuge nach sich ziehen. Das didaktische Konzept orientiert sich an den Makrofaktoren der Transaktionalen Theorie von Moore (1993), wonach sich Bildungsmaßnahmen dadurch beschreiben lassen, in welchem Ausmaß der Lernprozess vorstrukturiert ist, also Lernziele, Lerninhalte und Lernmethoden vorgegeben sind (Struktur), in welchem Ausmaß Interaktionen zwischen Lernenden und Lehrenden ermöglicht und gefördert werden (Dialog), in welchem Ausmaß selbstgesteuertes Lernen möglich ist (Autonomie). Für die Qualitätssicherung und interne Evaluation ist ein unabhängiger Projektpartner (Uni OL) verantwortlich, der keine Modulentwicklung übernimmt. Alle Module orientieren sich an gängigen Lehrbüchern, aktuellen Forschungsergebnissen und Veröffentlichungen in peer reviewed journals. Zur fachlichen Abstimmung werden - wenn möglich - Kollegen herangezogen, die die Module begutachten. Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Hübner in Kooperation mit Prof. Dr. Hendrike Berger Prof. Dr. Elke Hotze Prof. Dr. Andrea Braun v. Reinersdorff Projektpartner: Universität Osnabrück (FB Humanwissenschaften, VirtUOS) Universität Oldenburg (Didaktisches Zentrum) Fachhochschule Hannover Fachhochschule Frankfurt/M Universität Heidelberg Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Dipl.-Kffr. (FH) Nicole Egbert Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Frank Lay, M.A. Dipl.-Kfm. (FH) Erling Henze (in Teilzeit) Dipl.-Kffr. (FH) Corina Naujock (in Teilzeit) Externer Mitarbeiter: Dr. William Goossen (Results4Care; NL) Projektdauer: 2007 - 2009 Finanzierung: ELAN III (MWK Niedersachsen) Bezug zu anderen Projekten: prieL – Errichtung einer eLearning Infrastruktur prieL – Konzeptionierung und Einführung einer praxisintegrierenden elektronischen Lernbasis Das projektierte Vorhaben stellt die Prozesse und Werkzeuge des elektronisch gestützten Lernens und Lehrens in das Zentrum einer praxisintegrierenden Netzwerkbildung der Hochschule zur Entwicklung und Unterstützung lebensbegleitender Lernprozesse. Im Kern wird das Projekt die Teilschritte einer eLearning begleiteten Prozesskette der akademischen Ausbildung abdecken, die mit dem Übergang von Schul- bzw. Beschäftigungssystem in die Hochschule beginnt,in die Bachelorphase bzw. Masterphase übergeht und danach in die Alumniphase eintritt. Alumni werden hier als integraler Teil der Hochschule wie Studierende und Lehrende betrachtet. Sie nutzen die elearning Ressourcen der Hochschule für die lebenslange Weiterbildung, für eine berufliche und soziale Netzwerkbildung und zur Rekrutierung von Absolventinnen und Absolventen für ihre Unternehmen und Einrichtungen. Die Hochschule bindet im Gegenzug Alumni und anderen Praktiker als Mentoren, Referenten und Dozenten in praxisnahe Veranstaltungen ein. Im Übergangsfeld von Schule und Hochschule werden onlinebasierte Studienangebote für Schüler zukünftige Studierende anwerben und qualifizieren. Begleitend werden auf der Plattform Kontakt- und Kommunikationsmöglichkeiten für ein Mentoringsystem bereitgestellt, das Studienanfänger, Studierende und Alumni kooperativ zusammenführt und den Dialog mit den Praktikern fördert. Die Organisation solcher verzahnter und komplexer Vorgänge erfolgt über eine Lernmanagement-Plattform, die mit Schnittstellen zu anderen Systemen der Hochschulinfrastruktur ausgestattet ist. Strategisches Ziel des Projektes ist es, mittels organisatorischer und technischer Maßnahmen die praxisbezogenen Verflechtungen der drei Phasen (Studieneintritt, Bachelor- und/oder Masterprogramm, Alumni) zu gestalten und damit einen lebensbegleitenden Kompetenzerwerb sicherzustellen. Dabei soll die seit 2004 hochschulweit eingeführte und von allen Fakultäten eingesetzte Open Source Plattform (Stud.IP) genutzt werden, um die bereits in Einzelprojekten erprobten Konzepte und Erfahrungen im Rahmen eines Organisationsentwicklungsprojektes zu einem Gesamtkonzept einer praxisintegrierenden Lernbasis zusammenzuführen. Im Rahmen des Projekts werden jeweils die Aspekte Konzeptentwicklung, Implementation und Evaluation bei folgenden Teilschritten bearbeitet: Erwerb von nachhaltigen Fähigkeiten für den Umgang mit neuen Medien und die Umstellung auf ein aktives Lernparadigma schon in der Hochschuleintrittsphase nach vorangegangener Abstimmung und Studienberatung mit den Schulen spätestens aber mit Beginn des ersten Semesters in den Bachelorggf. auch in Masterprogrammen. Durchführung von praxisorientierten Veranstaltungen in Bachelorprogrammen unter Einsatz von neuen Medien und durch Integration von Alumni (und anderen Berufspraktikern). Durchführung von Weiterbildungsangeboten und (berufsbegleitenden) Masterprogrammen mit Fernstudienphasen, die durch eLearning Verfahren ermöglicht werden, ebenso die eLearning vermittelte Vorbereitung auf PhD Programme in Kooperation mit deutschen, aber auch internationalen Partnerhochschulen. Durchführung von Alumniprogrammen unter Berücksichtigung von Weiterbildungs- und Netzwerkangeboten (soziale Netzwerke, Skill-Datenbanken, Praktikums- und Jobbörsen, Chat mit der Praxis). Die Lernmanagement-Plattform bietet eine integrierte Umgebung zur Verwaltung von Veranstaltungen, für den Abruf von elektronischen (multimedialen) Lerninhalten und zur Unterstützung der interpersonellen Kommunikation, insbesondere zwischen Studierenden und Alumni. Sie ist die Umgebung, mit der sich alle Studierenden in der Hochschuleintrittsphase spätestens aber mit Beginn des ersten Semesters vertraut machen und die sie bis in den Alumnistatus begleitet. Dies wird dadurch möglich, dass alle Funktionen, die Studium und Lehre betreffen, auf der Plattform abgebildet sind bzw. in laufenden Aktivitäten implementiert werden. Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Hübner Projektpartner: Prof. Dr. Karsten Morisse (Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik) Prof. Dr. Robby Andersson und Prof. Dr. Harald Grygo (Fakultät Agrarwissenschaften unnd Landschaftsarchitektur) Prof. Dr. Hans-Joachim Wiese (Department für Kommunikation und Gesellschaft) Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dipl.-Kfm. (FH) Carsten Giehoff Dipl.-Pflegewirt (FH) Björn Sellemann Projektdauer: 2005 bis 2008 Finanzierung: bmbf und MWK Niedersachsen Bezug zu anderen Projekten: Wissensmanagement in der Pflege: Konzeption, Implementation und Evaluation eines Informationsmodells ViMM healthcare – Modulerstellung Continuity of Care (CoCa) – IT-Lösungen für Versorgungskontinuität in der Pflege Mit dem CoCa-Vorhaben wurden die Konzepte zu einem elektronischen Pflegebericht aus Telecare aufgegriffen, erweitert, implementiert und evaluiert. Damit wurde erstmalig in der deutschen Pflegepraxis ein einrichtungsübergreifender Austausch von patientenbezogenen Daten zur Gewährleistung von Versorgungskontinuität möglich. Basierend auf den technischen Ergebnissen des Vorgängerprojektes GetTogether wurde eine sichere Kommunikationsstruktur geschaffen, pflegerische, sozialrechtliche, soziale und medizinische Daten eines Patienten zu übermittelt. Die Ergebnisse der jeweiligen Implementationsstufen wurden regelmäßig evaluiert. Damit wurde nicht nur dem Konzept einer partizipatorischenSoftwareentwicklung (Einbeziehung der Benutzer) Rechnung getragen, sondern auch die Software den wandelnden Anforderungen der Anwender angepasst. Testumgebung war das sich mittlerweile als gemeinnütziger Verein etablierte „Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück“, dessen Mitgliedsinstitutionen einen Austausch von pflegerischen Patienteninformationen anstreben. Im Rahmen des Vereins werden die Arbeiten von CoCa weitergeführt, insbesondere die Verbreitung einer Kultur der Versorgungskontinuität durch Workshops, weiterbildende Maßnahmen, Weiterentwicklung von institutionsübergreifenden Katalogen und durch den Ausbau elektronischer Übertragungsverfahren – auch im Rahmen der elektronischen Gesundheitkarte. Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Hübner Projektpartner: Netzwerk Versorgungskontinuität in der Region Osnabrück e.V. Osnatel GmbH Osnabrück Deutsche HL7 Benutzergruppe c/o Universität Gießen trinovis GmbH Hannover Mitarbeiter: Dipl.-Kfm. (FH) Carsten Giehoff Projektdauer: 2001 - 2006 Finanzierung: AGIP, BBR Telecare – IT-Lösungen für eine vernetzte Versorgung von chronisch Kranken Chronische Erkrankungen führen zu einem vermehrten Kontakt von Patienten mit den Leistungserbringern des Gesundheitswesens. Dabei ist es nicht selten, dass Patienten zwischen unterschiedlichen Sektoren des Gesundheitswesens wiederholt pendeln. Solche Szenarien verlangen eine nahtlose Übermittlung von Patientendaten mittels Telematik. Denn die nachfolgende Einrichtung soll auf den Ergebnissen und Erkenntnissen der vorangegangenen Einrichtungen aufbauen können. Dabei garantiert die Kontinuität nicht nur eine Verringerung von Doppelerhebung, sondern auch ein Anknüpfen an die für den individuellen Patienten erfolgreichen Behandlungsformen. Auch wenn diese Argumente allseits breite Zustimmung erfahren, so liefert die Praxis ein anderes Bild. Von den als wichtig eingeschätzten medizinischen Daten eines Patienten fehlen bis zu 90% zum Zeitpunkt der Weiterversorgung durch eine andere Institution (Hübner et al. 2002). Ferner sind die Dokumente (Pflegeverlegungsformulare), die für eine Weiterleitung von Informationen vorgesehen sind, nicht in der Lage, pflegeprozessrelevante Informationen zu vermitteln (Hübner & Giehoff 2002). Diese Defizite sind darauf zurückzuführen, dass für die Weitergabe von Informationen innerhalb des Gesundheitswesens nur eine auf wenige Formen (z.B. Arztbrief) beschränkte Kultur existiert. In der Pflege gibt es darüber hinaus die Problematik einer fehlenden einheitlichen Sprache und fehlender Werkzeuge zur geeigneten Weiterleitung. In Telecare wurden erstmals die im deutschsprachigen Raum verfügbaren Klassifikationen auf ihre Anwendbarkeit evaluiert (Berekoven et al. 2002, Hübner & Giehoff 2003a/b) und es wurde ein Konzept für einen internetbasierten Pflegeverlegungsbericht und die in ihm zu übermittelnden Informationen erarbeitet (Giehoff et al. 2002). Mit diesen Arbeiten entstanden die Grundlagen für eine elektronische Weiterleitung von Pflegeinformationen, die in dem Projekt CoCa praktisch umgesetzt wurden. Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Hübner Projektpartner: Paracelsus Klinik Osnabrück Klinikum Osnabrück Diakoniewerk (Küpper-Menke-Stift Osnabrück) Pflegedienst B. Möllers Pflegedienst am Schölerberg Kirchenkreisamt Melle Sanicare Bad Laer Mitarbeiter: Dipl.-Kfm. (FH) Carsten Giehoff Studentische Mitarbeiter: Barbara Berekoven, Jürgen Hofstetter, Ralf Uelsberg, Thorsten Weber Projektdauer: 2000 - 2003 Finanzierung: AGIP Niedersachsen eBusiness in Healthcare – Von der elektronischen Beschaffung zu einem umfassenden computergestützten Supply Chain Management im Gesundheitswesen Unter eBusiness versteht man die Gesamtschau aller internen und externen Prozesse eines Unternehmens und ihrer Unterstützung durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie, insbesondere des Internets. In dem Buch „eBusiness in Healthcare“ werden nun Einzelaspekte des eBusiness aus ökonomischer, technischer wie klinischer Sicht erläutert und in den Gesamtzusammenhang eines modernen Gesundheitswesens gestellt. Dabei berücksichtigen die Autoren die Entwicklungen in Deutschland, den USA und Großbritannien gleichermaßen und beleuchtet Gemeinsamkeiten wie Unterschiede zwischen den Ländern bei der elektronischen Abwicklung von geschäftlichen Prozessen insbesondere für die Beschaffung von Arzneimitteln und Medikalprodukten. Dass heute geschäftliche Prozesse nicht mehr ohne die medizinisch-pflegerischen Prozesse betrachtet werden können, macht das Buch in seinen 14 Kapiteln deutlich. Modelle des Supply Chain Management dienen dabei als ein Gesamtrahmen für die Beschreibung und Einordnung derzeit wichtiger Funktionen (elektronische Kataloge, elektronische Bestellungen) sowie solcher, die in Zukunft an Bedeutung gewinnen werden. Dazu zählt der Einsatz von weltweiten Standards wie beispielsweise elektronischen Produkt- und Chargen-Identifikationsnummern, die in medizinisch-pflegerische Prozesse eingebunden für eine höhere Patientensicherheit sorgen. Section “Elements of eBusiness” Chapter 1: Ursula Hübner: Introduction to eBusiness Chapter 2: Volker Gehmlich: Opportunities of Supply Chain Management in Healthcare Chapter 3: Stefan Junginger, Eva Kabel: Business Process Analysis Section “Technical Background” Chapter 4: Martin Staemmler: Integrated Information Systems Chapter 5: Ursula Hübner: Achieving Inter-Organizational Connectivity Chapter 6: Frank Brüggemann, Ursula Hübner: From Product Identification to Catalog Standards Section “Applications and Experiences” Chapter 7: Karen Conway, Richard Perrin: The Evolution of eBusiness in Healthcare Chapter 8 : Keith Lilly: An Integrated Strategy for eProcurement - The Case for Leeds Teaching Hospitals Chapter 9: Barbara Van de Castle, Gina Szymanski: Supply Chain Management on Clinical Units Chapter 10: Marc Elmhorst: Business Analysis Chapter 11: Michael Schüller, Ursula Hübner: Logistics Services and Beyond Chapter 12: Ursula Hübner: The Experts‘ Opinion: Part I - the Healthcare Providers Chapter 13: Ursula Hübner: The Experts‘ Opinion: Part II - the Suppliers Section “Outlook” Chapter 14: Ursula Hübner: The Supply Chain Model of eBusiness in Healthcare Publikationen: Hübner Ursula; Elmhorst M.A. (Eds.): eBusiness in Healthcare. From eProcurement to Supply Chain Management. Springer New York, London 2007 erschienen in der Health Informatics Series von Hannah KJ (Calgary) and Ball MJ (Baltimore) - Series Editors Projektleitung: Prof. Dr. Ursula Hübner Projektpartner: trinovis GmbH Hannover, GHX Global Healthcare Exchange USA GSG Gesellschaft für Standardprozesse im Gesundheitswesen Hannover Prof. Volker Gehmlich Prof. Dr. Michael Schüller Springer New York (Series Publisher), London (Project Management) Mitarbeiter: Alan Hogg, MA (principle reader) Abigail Joseph-Magwood (reader) Projektdauer: 2005 - 2007 Finanzierung: Sanicare Bad Laer (für Forschungsfreistellung) Bezug zu anderen Projekten: IT-Report Gesundheitswesen Die in dem Buch veröffentlichen Ergebnisse der Experteninterviews wurden in der Teilstudie „eBusiness“ einer quantitativen Analyse unterzogen. Die Aussagen der Experten konnten im Wesentlichen bestätigt werden. Abgeschlossene betreute Promotionen Identifikation und Entwicklung von Kompetenzen zur Verbesserung von Schnittstellenprozessen in der Patientenversorgung - Eine gemeinsame Perspektive aus der Sicht von Patientensicherheit, Digitalisierung und Informationskontinuität Promovendin: Nicole Egbert Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Birgit Babitsch Jahr der Promotion: 2024 Informatorische Komponenten eines Lernenden Gesundheitssystems für die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden: Elektronische Patientenakten, Interoperabilität und KI-gestützte Prognosemodelle Promovend: Jens Hüsers Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Swen Malte John Jahr der Promotion: 2023 The Relationship Between Innovation Capabilities, Information Management, and HIT Quality in Healthcare Organizations: Development of a Sociotechnical Model Promovend: Moritz Esdar Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Babitsch Jahr der Promotion: 2023 Die Digitalisierung im Gesundheitswesen aus Stakeholder-Perspektive: Untersuchung der eHealth-Politik in Deutschland, Österreich und der Schweiz Promovendin: Laura Naumann Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Birgit Babitsch Jahr der Promotion: 2022 Professionelles Informationsmanagement in Einrichtungen des Gesundheitswesens. Messung der Konstrukte und Kompetenzgebiete als Basis für professionelle Informationsprozesse in Krankenhäusern. Promovend: Johannes Thye Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Babitsch Jahr der Promotion: 2021 Entwicklung und Evaluierung eines Informationssystems zur Unterstützung des Wissenschaft-Praxis-Dialogs im Kontext der IT-Adoptions- und Diffusionsforschung im Gesundheitswesen Promovend: Jan-Patrick Weiß Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Teuteberg Jahr der Promotion: 2021 Datenintegration und Wissensgewinnung für lokale Learning Health Systems am Beispiel einer Zentralen Notaufnahme Promovend: Jens Rauch Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Babitsch Jahr der Promotion: 2020 Elektronische intersektorale Kommunikation im Gesundheitswesen zur Sicherstellung der Versorgungskontinuität: Bewertung unter Berücksichtigung der empirischen Evidenz und Ethik Promovend: Georg Schulte Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Remmers Jahr der Promotion: 2019 Entwicklung und Umsetzung einer skalierbaren Austauschplattform zur Unterstützung innovativer eHealth-Strategien in Krankenhäusern Promovend: Jan-David Liebe Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Thomas Jahr der Promotion: 2018 Entwicklung und Evaluation eines elektronischen Systems zur Unterstützung der Informationsverarbeitung in pflegerischen Dienstübergaben Promovend: Daniel Flemming Kooperierende Universität: Universität Osnabrück, Prof. Dr. Remmers Jahr der Promotion: 2015 Anwendung des KDD-Prozesses auf pflegerische Daten: Identifikation von Leistungsmustern über das LEP®-System Promovend: Dr. Björn Sellemann Kooperierende Universität: Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Stausberg Jahr der Promotion: 2012 Ein systematischer Wissenstransfer in der Pflege über ein Wissensmanagementsystem Promovend: Carsten Giehoff Kooperierende Universität: Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. Stausberg Jahr der Promotion: 2008