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Mindful Leadership Projektzeitraum 01.09.2020 - 31.08.2025 Das Projekt „Mindful Leadership“ endete am 31.08.2025 . Diese Seite wird nicht mehr aktualisiert. Projekt Mindful Leadership Mindful Leadership Achtsamkeit, Fürsorglichkeit und Mitgefühl sind eine wichtige Grundlage für einen produktiven Umgang mit Veränderungsprozessen und den daraus resultierenden Konflikten in einer Organisation. Achtsamkeitstrainings haben sich als wirksame Methode zum Umgang mit Stress und psychischen Belastungen erwiesen. Immer mehr wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass Achtsamkeit und Mitgefühl zu mehr Resilienz und Wohlbefinden führen sowie das Kommunikationsverhalten und die Beziehungsqualitäten verbessern. Dies möchte die Hochschule in ihrem eigenen Handeln stärker thematisieren und bietet aus diesem Grund verschiedene Möglichkeiten an, Achtsamkeit zu praktizieren. Modulzeiten SoSe 24: Jeden Montag vom 04. März bis zum 10. Juni (außer am 25.03., 01.04., 13.05. und 20.05.) Achtsames Naturerleben am 27.05. und 03.06. Was bedeutet Achtsamkeit und Führung? Einerseits ist Achtsamkeit (Mindfulness) ein Thema in der Wissenschaft, andererseits hat es eine zweitausend Jahre alte Tradition im Buddhismus. Deshalb ist der Begriff „Achtsamkeit“ wesentlich komplexer als ein alltagssprachlicher Begriff von Aufmerksamkeit und Vorsicht. Auch der Begriff Mindfulness bezieht sich nicht nur auf kognitive, sondern genauso auf emotionale und unbewusste Prozesse. Achtsamkeit gilt als eine Form von Aufmerksamkeit, die auf die Gegenwart gerichtet ist (Präsenz) und in der fokussierte Aufmerksamkeit (attention) und offenes Gewahrsein (awareness) sowohl in Bezug auf die äußere als auch auf die innere Erfahrung in der Balance sind. Dazu kommt eine ethische Komponente, mit einer Reihe miteinander verbundener Haltungen (nach Jon Kabat Zinn): Nicht-Urteilen (non-judging), Geduld (patience), Anfängergeist (beginner‘s mind), Vertrauen (trust), Nicht- Streben (non-striving), Anerkennen (acceptance) und Nicht-Anhaften (letting go). Im Sinne von Mindful Leadership ist Führung ein weit gefasster Begriff. Auch Selbstführung gehört dazu. In diesem Sinne ist also jeder Mensch eine Führungskraft. Führungskräfte, die sich in Achtsamkeit schulen, haben eine bessere Möglichkeit mit Stress umzugehen. Sie sind nicht ihren emotionalen Reaktionen ausgesetzt, sondern haben einen inneren Freiraum, der es ihnen ermöglicht, nicht zu reagieren, sondern bewusst und mitfühlend zu handeln. Auch die Ausbildung der sogenannten „Happiness Skills“ wie tiefes Zuhören, Mitgefühl und Konfliktmanagement, fallen in den Bereich Mindful Leadership. Literatur: Kabat-Zinn, Jon (2013): Gesund durch Meditation. Das große Buch der Selbstheilung mit MBSR, München: Knaur (amer. Orig.: Full catastrophe living. Using the wisdom of your body and mind to face stress, pain and illness, New York: Bantam 2013). Kabat-Zinn, Jon (2015): Im Alltag Ruhe finden: Meditationen für ein gelassenes Leben, München: Knaur (amer. Orig.: Wherever you go, there you are. Mindfulness meditation in everyday life, New York/ Boston: Hachette 2014). Kabat-Zinn, Jon (2016): Achtsamkeit für Anfänger, erw. Neuaufl., Freiburg: Arbor (amer. Orig.: Mindfulness for beginners. Reclaiming the present moment and your life, Boulder: Sounds True 2012). Sharma M, Rush SE (2014) Mindfulness-based stress reduction as a stress management intervention for healthy individuals: a systematic review. Singer, T., Kok, B. E., Bornemann, B., Zurborg, S., Bolz, M., & Bochow, C. (2016). The ReSource Project: Background, design, samples, and measurements. (2nd ed.). Leipzig: Max Planck Institute for Human Cognitive and Brain Sciences. Singer, Tania / Bolz, Matthias (Hrsg.) (2013): Mitgefühl. In Alltag und Forschung, München: Max Planck Gesellschaft. Singer, Tania / Ricard, Matthieu (Hrsg.) (2015): Mitgefühl in der Wirtschaft. Ein bahnbrechender Forschungsbericht, München: Albrecht Knaus. Valtl, Karlheinz: Pädagogik der Achtsamkeit, www.schule-im-aufbruch.at/wp-content/uploads/Schule-im-Aufbruch_Publikationsreihe_3-Valtl_12-06-18.pdf Führung und Zusammenarbeit Mit dem Konzept Mindful Leadership bieten wir nicht nur Achtsamkeitstrainings an, sondern wir sind dabei ein Konzept zu entwickeln, mit dem wir das Thema Achtsamkeit auch in die Bereiche Führung und Zusammenarbeit und Kommunikationskultur an unserer Hochschule einführen können. So kann Mindful Leadership dazu beitragen, einen gelasseneren Umgang mit Alltag und Veränderungsprozessen zu finden, Kommunikationsstrukturen für ein besseres Miteinander zu gestalten, die Fähigkeit mit Konflikten auf der sachlichen und emotionalen Ebene konstruktiv umzugehen. Deep Democracy Lewis Deep Democracy und CoResolve – Spannungen und Konflikte als Praxisfeld für Achtsamkeit Wie gelingt Wandel? Das ist die zentrale Frage unserer Zeit. Warum ist die notwendige soziale, ökologische und ökonomische Transformation so schwer? Warum kommen wir so selten zu gemeinsam getragenen Lösungen? Warum reicht es nicht, wissenschaftlich erarbeitete Erkenntnisse politisch in die Gesellschaft zu transferieren? Warum gibt es dabei so vielfältigen gesellschaftlichen Widerstand und warum eine so große Hilflosigkeit im Umgang damit? Können nicht im Gegenteil Spannungen, Streit, Konflikte zum Motor der Entwicklung werden? Lewis Deep Democracy (LDD) geht auf Arnold Mindells „Prozessorientierte Psychologie“ zurück und wurde von Myrna und Greg Lewis in Südafrika in der Nach-Apartheids Phase entwickelt. Die Ausgangssituation war eine tief gespaltene und in weiten Teilen schwer traumatisierte Gesellschaft. Ziel ihrer Arbeit war, möglichst alle Stimmen wieder in die notwendigen Lösungsprozesse zu integrieren. Dabei lag die Überzeugung zugrunde, dass die Gruppe der Betroffenen immer auch über eine tragfähige Lösung verfügt. Wichtige Ansatzpunkte dieser Arbeit sind die Widerstände. Einen entscheidenden Stellenwert hat das NEIN in einem Gruppenprozess, das selten gehört und noch seltener produktiv gemacht wird. Hier aber liegen die Türen zu tief verborgenen Konflikten, in welchen sich die innere Weisheit einer Gruppe versammelt. Erst von diesem Ort aus werden gemeinsam getragene, nachhaltige Lösungen möglich. Die Arbeit begann 1994 nach dem Ende der Apartheid. In einem großen halbstaatlichen Energieversorgungsunternehmen, der Firma ESKOM, schaffte ein Manager, der eine Abteilung von 5.000 Mitarbeitern führte, kurzerhand alle Hierarchieebenen ab. Schwarze und Weiße sollten auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Ein bisher unerhörtes Vorhaben. Da dies naturgegeben zu heftigen, immer wieder aufflammenden Konflikten führte, wurden Myrna und Greg Lewis beauftragt, die Mitarbeitenden in Konfiktlösungsmethoden zu schulen. Dort entstanden die grundlegenden Methoden, die inzwischen in vielen Ländern gelehrt werden. Sie werden z.B in einigen Unternehmen, in Schulen und Hochschulen angewendet. Besonders in den Niederlanden hat sich LDD ausgebreitet. In Deutschland stehen wir noch am Anfang, aber es findet zusehends Anklang und wird immer mehr nachgefragt. Wenn Menschen in einer (demokratischen) Abstimmung unterliegen, heißt das nicht, dass sie auch die entsprechenden Gründe akzeptieren. Sehr oft, so zeigt die Erfahrung, bauen sie einen inneren Widerstand dagegen auf. Dieser wird zwangsläufig zu mehr oder minder starken Konflikten führen. Daher ist es wichtig, von Anfang an auf Widerstände zu achten und diese ernst zu nehmen. Wir lernen abzulesen, auf welcher Stufe des Widerstands eine Gruppe sich befindet. Unser diagnostischer Blick begibt sich ins Verborgene. Leichte Formen von Widerstand können zum Beispiel Witze, Ausreden und Tratsch sein. Wenn wir weiterhin nicht gehört werden, steigert sich Widerstand und findet seinen Ausdruck in Störungen, Streik bis hin zu Trennung, in der Folge oft Krieg. Wir versuchen, einen klaren, unverstellten Blick auf die teilweise noch verborgenen Situationen zu entwickeln, um möglichst früh reagieren zu können. Und da es kaum Veränderungsprozesse ohne Widerstände und Konflikte gibt, ist es wichtig, diese proaktiv zur Produktion nachhaltiger Lösungen zu nutzen. Jeder kann beobachten , dass Widerstand anwächst, wenn Menschen nicht gehört werden. Daher geht es bei Deep Democracy darum alle Stimmen hörbar zu machen und zu integrieren. Dies tun wir mithilfe der sogenannten „4 Schritte“: Alle Sichtweisen einholen (Schritt 1). Beim ersten Schritt kommt es darauf an, so viele Sichtweisen wie möglich auf den Tisch zu bringen um ein möglichst umfassendes Bild zu bekommen. Sicherheit für das NEIN schaffen (Schritt 2). In einer pluralistischen und freien Gesellschaft sind unterschiedliche Meinungen und Perspektiven selbstverständlich. So wie jede Person einen anderen Fingerabdruck hat, hat auch jeder eine andere Meinung. Das macht uns einzigartig und sorgt für einen großen Diskussions- und Lösungsraum. Für gewöhnlich wird aber von Anfang an versucht, eine einheitliche Stimmung zu schaffen. Konsens, wie auch immer erzielt, wird zur Norm. Führungskräfte suchen häufig nach Zustimmung für bereits im Vorfeld entwickelte Lösungen. Perspektiven in deren Schatten werden ignoriert, vertuscht oder überspielt. Menschen mit anderer Meinung werden zwar höflich behandelt, aber ignoriert oder ›auf ihren Platz gesetzt‹. Wir machen es bei Deep Democracy gerade umgekehrt. Das NEIN oder ALTERNATIVE SICHTWEISEN werden hervorgelockt. Das ist e Paradigmenwechsel. Denn dürfen Menschen ihr NEIN oder ihre abweichenden Gesichtspunkte (selbst tendenziell) nicht äußern, werden sie ignoriert oder dämonisiert. Sie schreiten auf ihrer inneren Widerstandslinie immer weiter voran und fühlen sich einer Lösung nicht verpflichtet. Diese scheitert dann spätestens bei der Umsetzung. Um das NEIN einzuladen, müssen wir auch das oft zaghaft und verborgen geäußerte NEIN frühzeitig erkennen und einen sicheren Raum dafür im Diskussionsprozess aufbauen, es stark machen. Unbewusste Spannungen und Widerstände in der Gruppe werden dadurch sichtbar und zugänglich gemacht. Wird dies versäumt, bleiben diese Widerstände der Gruppe unbewusst über die Lösungsfindung hinaus aktiv und tauchen als Spannungen und Konflikte später an oft unvermuteter Stelle wieder auf. LDD nutzt die verborgenen Spannungen und Konflikte als Energie- und Weisheitsquelle für einen vertieften und nachhaltigen Lösungsfindungsprozess. Es ist weder selbstverständlich noch einfach, dafür zu sorgen, dass Mindermeinungen gehört werden. Wenn gefragt wird, ob alle einverstanden sind, trauen viele sich oft nicht, eine gegensätzliche Meinung zu äußern, weil sie den anschließenden Konflikt scheuen. Also schweigen sie oder starren vor sich hin, der sogenannte „starre Blick“. Dies wird oft fälschlich als Zustimmung interpretiert, in Wirklichkeit ist es wahrscheinlich genau das Gegenteil, Gerade bei schwierigen Themen oder Themen, zu welchen die Führungskraft bereits einen Lösungsvorschlag hat, braucht es viel Mut und Wertschätzung für Widerspruch. Es ist also nötig, sich auf die Suche nach dem NEIN zu machen. Die Menschen müssen sich sicher fühlen. Sie müssen empfinden, dass sie auch dann respektiert werden, wenn sie etwas sagen, was ganz und gar gegen die Mehrheitsmeinung geht. Neinsager*innen werden aber oft als Störer*innen empfunden, die eine augenscheinlich gute Entscheidung behindern wollen. In Wirklichkeit ist der dadurch sichtbar gewordene Widerstand oft eine Einladung zur unbewussten Weisheit der Gruppe, der Zugang zu einer besseren, gemeinsam getragenen Lösung. Es ist lohnend, sich die Zeit zu nehmen, diese Tür zu öffnen und tiefer zu gehen. Das Nein verbreiten (Schritt 3). Neinsager*innen sind häufig ein Sprachrohr für andere, die ihre Meinung nicht ausdrücken können oder wollen. Sie erleben es oft, dass auf ihre Äußerung betretenes Schweigen herrscht und sie von niemandem unterstützt werden. Aufgrund dieser Erfahrungen will in der Regel niemand diese so wichtige Rolle übernehmen. Später, in der Kaffeepause zum Beispiel, kommen Menschen und bestätigen sie in ihrer Meinung und entschuldigen sich, dass sie nicht den Mut hatten, öffentlich etwas zu sagen. Darum laden wir im dritten Schritt Andere gezielt ein, auch ihr NEIN, oder ihre alternative Sichtweise zu äußern. Dies geschieht beispielsweise dadurch, dass die Moderator*in fragt: „Ist jemand anderes auch dieser Meinung?“ Wir kreieren also eine Atmosphäre, in der es möglich ist, zu widersprechen, ja, wir werden sogar dazu ermutigt. Widerstand verwandelt sich in Lebendigkeit und Kreativität und Beziehungen werden gestärkt. Denn Spannungen und Konflikte sind der Treibstoff für Lösungs- und Gestaltungsprozesse. Sie sind Voraussetzung für Verwandlung. Der Widerstand kann sich produktiv entladen. Entscheidung fällen (4. Schritt) Im vierten Schritt nun geht es darum, eine Entscheidung zu fällen. Wenn alle Neins geäußert wurden schauen wir, wo die Mehrheit liegt. Jetzt ist es Zeit, uns der Weisheit der Minderheit zuzuwenden, damit auch Minderheiten ins Boot kommen können. Wir stellen die zentrale Frage: „Was brauchst du, um die Entscheidung mit zu tragen?“ Wenn alle Weisheit der Minderheit aufgelesen ist, bauen wir diese Weisheit in die Entscheidung ein und wir kommen zu einer neuen Abstimmung. Entwickelt sich der Prozess erfolgreich, wird sich die Energie im Raum ändern und eine gemeinsam getragene Lösung wird sichtbar. Und zwar geht es nicht darum, die Meinung der Minderheit zu übernehmen, sondern was das NEIN aus ihrer Sicht braucht , um eine Lösung gemeinsam mitzutragen. Das ist das Tor zur Weisheit. Es kommt durchaus vor, dass sich mit dem bisher vorgestellten Ansatz alleine keine von allen getragene Lösung finden lässt. Verantwortlich dafür können tiefe, unbewusste Konflikte in der Gruppe sein. Denn sehr häufig gibt es Spannungen zwischen Menschen, die unter der Bewusstseinsschwelle, also unter der sogenannten Wasserlinie liegen.. Sie sind dann intellektuell unbewusst, aber emotional doch gut spürbar. Da wir die mit den Konflikten verbundenen Gefühle oft nicht aushalten können und sie eher als störend und entfremdend empfinden, trachten wir danach, die Spannungen zu ignorieren und unter der Wasserlinie zu halten. Wenn Spannungen oder Uneinigkeit drohen, sichtbar zu werden, werden sie möglichst schnell wieder unter den Teppich gekehrt. Dabei beachten wir nicht, dass Spannungen, wenn sie ignoriert werden und keinen angemessenen Platz bekommen, immer mehr an Kraft gewinnen, bis der Teppich keine sichere Decke mehr dafür ist. Sie werden früher oder später gestärkt hervorbrechen und schlimmstenfalls nur noch destruktiv wirken. Es hilft, sich zu vergewissern, dass Spannungen und Konflikte bei Lösungs- und Gestaltungsprozessen nicht nur unvermeidbar sind, sondern dass sie eine Kraftquelle für gemeinsam getragen Lösungen sein können. Der „Streit“ ist ein Herzstück von Deep Democracy, die Königsdisziplin. In meinen Workshops erlebe ich immer wieder, dass die Menschen eine große Sehnsucht haben, streiten zu ›können‹. Wenn ich frage was die Teilnehmer*innen als Nächstes tun möchten, und verschiedene Methoden zur Auswahl stelle, will fast immer die Mehrheit den „Streit“. Gleichzeitig haben viele eine tiefe Scheu oder gar Angst davor, in den Streit zu gehen. Sie befürchten, dass zu große Verletzungen entstehen werden, die zu Zerrüttung, Trennung oder Zerwürfnis führen können. Es ist wichtig, behutsam und mit klarem Blick für die notwendige psychologische Sicherheit vorzugehen. Ein „Streit“ muss von allen gewollt und die notwendigen Grenzen müssen gemeinsam vereinbart werden. Die Moderation muss in der Lage sein, diese dann auch zu gewährleisten. Auch der Streit hat wiederum vier Schritte: Sicherheitsregeln vereinbaren (1); Sag alles (2); die Samenkörner der Wahrheit aufspüren (3). Im vierten Schritt gelingt es dann in der Regel, aufgrund der geteilten „Samenkörner der Wahrheit“, eine gemeinsame Entscheidung zu fällen, die von allen mitgetragen werden kann (4). Spannungen und Widerstände haben sich verwandelt und werden als Lebendigkeit und Empathie in der Gruppe sicht- und spürbar. Durch Deep Democracy lernen wir, mit Konflikten konstruktiv umzugehen Das beinhaltet nicht nur die Beherrschung der notwendigen Methoden, sondern auch regelmäßige Praxis für die Schulung der zugrundeliegenden, achtsamen Haltung. Diese ist eine nicht urteilende, Haltung der Präsenz, Mitgefühl, Neutralität, Offenheit, Akzeptanz und Neugierde für andere Menschen. Die Fähigkeit, mit allen Sinnen im gegenwärtigen Moment anwesend zu sein, ist eine wichtige Voraussetzung dafür und schlägt die Brücke zur „Achtsamkeit“. Viele meiner Kurs Teilnehmer:innen empfinden die oben beschriebene Vorgehensweise daher auch als angewandte Achtsamkeit. Es wird erlebt, wie die Haltung von Deep Democracy, den sieben Haltungen von Jon Kabat-Zinn entspricht. Dies ist insbesondere der mitfühlende, nicht wertende Anfängergeist beim Einholen aller Sichtweisen, ohne unsere eigenen Meinungen und Empfindungen in den Vordergrund zu stellen. Dadurch schaffen wir eine Atmosphäre, die es den Menschen ermöglicht, aus dem Herzen zu sprechen. Geduld, Vertrauen in die Weisheit der Gruppe und die Bereitschaft, allen Sichtweisen einen gleichwertigen Platz zu geben (Akzeptanz), ermöglichen dann die Transformation der Spannungen und Widerstände in kraftvolle Lösungen. Christiane Leiste ist die erste und bisher einzige Lewis Deep Democracy Trainerin und Lewis DD- Konflikt Moderatorin in Deutschland. In den letzten Jahren wurde eine Gruppe von Studierenden als „Accredited Deep Democracy Facilitators“ ausgebildet, die nun aktiv diese Methode in diversen Hochschulformaten anwenden. Im SoSe19 hatten wir die Freude Myrna Lewis als Gastreferentin an unserer Hochschule zu begrüßen. Neben der hochschulweiten Einführungsworkshop zu Deep Democracy wirkte Sie beim ersten Deep Democracy Level 2 Kurs für Studierende mit und konnte somit wertvolle Erfahrungen mit den Studierenden teilen. Deep Democracy Kurse und Team und Konflikt-Beratung auf Anfrage. Weitere Information zu aktuellen Angeboten unter Veranstaltungen Christiane Leiste gibt im folgendem Video Antworten auf die oben gestellten Fragen. Klickt gerne auf den Link: https://www.youtube.com/watch?v=7ahTaKs1a3c Rassismus AG Im Oktober 2020 wurde die Anti-Rassismus AG von Christiane Leiste (Programmleiterin Mindful Leadership) und Abigail M. Joseph-Magwood (Lehrkraft für besondere Aufgaben der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) mit dem Ziel gegründet, den Diskurs über Rassismus an der Hochschule zu eröffnen, eine buntere Hochschule zu fördern und die Mitarbeitenden, Lehrenden und Studierenden für das Thema zu sensibilisieren. Seitdem sind immer mehr Hochschulmitglieder dazugestoßen und tauschen sich einmal im Monat über viele verschiedene Themen rund um Rassismus aus. Bei Interesse schicken Sie uns gerne eine Mail an stopracism@hs-osnabrueck.de , dann erhalten Sie den entsprechenden Zoom Link. Alle Hochschulmitglieder sind herzlich willkommen. Gemeinsam können wir den institutionalisierten Rassismus erkennen und eindämmen, Farbe bekennen und eine Anlaufstelle für rassistische Übergriffe an der Hochschule sein. Kooperationspartner*innen University of Applied Sciences Frankfurt Thüringer Modellprojekt: Achtsame Hochschulen im der digitalen Gesellschaft Das Münchner Modell Eurasia Learning Center for Happiness and Wellbeing https://www.hu.edu.eg Forschungsprojekt Das Forschungsprojekt Mindful Leadership ist eine Kooperation zwischen der Hochschule Osnabrück, der Science to Business GmbH sowie der Pronova BKK als finanzielle Förderin. Der Kern ist die (Weiter-)Entwicklung, Lehre und Evaluation des Moduls „Mindful Leadership: (Selbst-)Führung in Studium, Alltag und Beruf“ für Studierende. Das Modul umfasst Wissen und Methoden aus den Bereichen Achtsamkeit, Meditation und Positive Psychologie und soll die Teilnehmenden u.a. in ihrer Persönlichkeitsentwicklung fördern und ihre mentale Gesundheit stärken. Langfristig sollen so auch (gesundheitspräventive) Angebote für weitere Zielgruppen entstehen. vergangene Veranstaltungen 2023-2025 Module "Mindful Leadership: (Self-)Leadership in studies, everyday life and profession" Dates: 03rd March – 9th June 2025, Mondays 12pm – 3:30pm One Extra day Mindful Nature-Experience (7th April or 19th May) Final presentation on the last date (date has not been finalised yet) Room: SL 0220 Teaching content In a society of constant change due to digitalisation and globalisation, the demands and challenges on individuals are increasing rapidly. Students and employees are strongly affected by this. Scientific research shows that mindfulness interventions have a significant influence on health-promoting characteristics such as resilience. The module Mindful Leadership combines classical mindfulness exercises with elements of Theory-U and Deep Democracy and trains mindful coping with leadership- and self-leadership-related tasks and demands encountered in student´s and everyday life or profession. Scientifically based knowledge and strategies are conveyed and supported by experiential learning. The following contents are taught in the module and trained through exercises: v Mindfulness: Scientific background and current state of research v Mindfulness of the Body v Mindfulness of Breath v Mindfulness of Emotions v Mindfulness of Thoughts v Traditional Mindfulness Meditation v Self-clarity and self-knowledge (values, goals, resources) v Compassion and Self-Compassion v Lewis Deep Democracy v Communication and Conflict-Resolution v Decision-making, Intuition and Creativity v Concentration v Habit Change and Procrastination v Interpersonal Mindfulness v Dealing with difficult emotions v Cultivating positive emotions Prerequisite for participation in the module: v The students must attend regularly. v They are willing to establish a daily meditation practice. v They have weekly assignments. v They will share with their peer-partner once a week. v They will write into their learning journal every week, reflecting on their practice. v Do a final project with their peer-partner which they present in the last session. Learning outcomes/ competence goals Knowledge enhancement Students learn about the essential components of mindfulness and leadership and their scientific approaches. They have a comprehensive knowledge of practices and methods of mindful self-leadership and interaction with others. Students learn and practice exercises of traditional mindfulness practice as well as exercises directly related to leadership requirements. Students deepen skills of self-leadership as well as leadership in relation to others. Skills - instrumental competence Students learn how to apply Mindful Leadership in the context of their studies and everyday life. Skills - communicative competence Students learn and practice mindful communication with themselves, with each other and within groups. Skills - systematic competence Students are able to apply, evaluate and assess methods and principles of Mindful Leadership in different contexts. Teaching/ learning methods Lecture, daily meditation practice, self-study, dyad work, group work, exercises Lehr-/ Lernkonzept: Lecturer bound workload: 60 hrs Lectures Lecturer independent workload: 90 hrs Preparation & follow-up, group work, dyadic exchange, daily mindfulness practice Examination performance: v Journal (for Bachelor- and Master- Students) v Regular assignments (for Bachelor- and Master- Students) v Presentation (for Bachelor and Master-Students) v Project Report (for Master-Students) v Hausarbeit (for Master-Students) v Portfolio Examination (for Master-Students) Ungraded examination performance: regular attendance Credit points: 5 Duration: 1 semester Language: English Module Promotor and teacher: Christiane Leiste (Lecturer und Program Director Mindful Leadership) Program Director for Mindful Leadership University of Applied Sciences Osnabrueck Albrechtstr. 30, D-49076 Osnabrück Phone: +49. 541 969-2136 mobil: +49. 175 4679477 mail: c.leiste@hs-osnabrueck.de , web: www.hs-osnabrueck.de/de/mindful-leadership/ Literature: Blickhan, D. (2018). Positive Psychologie. Paderborn: Junferman Germer, C. K. (2009). The mindful path to self-compassion: Freeing yourself from destructive thoughts and emotions. Guilford Publications. Gigerenzer, G., & Rossbach, J. (2008). Good feelings: The intelligence of the unconscious. Penguin Books. Goleman, D. (2014). Focus: The Hidden Driver of Excellence. Harper Collins USA. Goleman, D., & Davidson, R. J. (2018). Altered traits: Science reveals how meditation changes your mind, brain, and body Kabat- Zinn, J., & Hanh, T. N. (2013). Full Catastrophe Living. Bantam. Kornfield, J. (2009). The Wise Heart: A Guide to the Universal Teachings of Buddhist Psychology. Lewis, M., & Woodhull, J. (2018). Inside The NO: Five Steps to Decisions That Last. Deep Democracy. Neff, K., & Germer, C. (2018) The Mindful Self-Compassion Workbook: A Proven Way to Accept Yourself, Build Inner Strength, and Thrive. Guilford Publications. Reb, J., & Atkins, P. W. B. (2017). Mindfulness in Organizations: Foundations, Research, and Applications (Reprint Edition). Cambridge University Press. Salzberg, S. (2002). Lovingkindness: The revolutionary art of happiness. Shambhala. Boston Vohs, K. D., & Baumeister, R. F. (2011). Handbook of Self-Regulation, Second Edition: Research, Theory, and Applications. Guilford Press. Wood, W. (2019). Good Habits, Bad Habits: The Science of Making Positive Changes That Stick (Main Market edition). London: Macmillan. MBSR-Kurse für Studierende im Sommersemester 2024 – Online und Präsenz MBSR-Kurse für Studierende im Sommersemester 2024 – Online und Präsenz Liebe Studierende, Gestresst durch Prüfungen, Schnelllebigkeit oder wachsenden Leistungsdruck? Die Hochschule bietet im Sommersemester 2024 gleich zwei achtwöchige MBSR-Kurse ( M indfulness- B ased S tress R eduction) für Studierende an. Einen Online-Kurs via Zoom und einen Präsenzkurs in unserem Raum der Stille. MBSR hat sich als grundlegendes und wissenschaftlich am besten erforschtes Achtsamkeitstraining etabliert. Als Trainingsprogramm verbindet es meditative Übungen in Ruhe und Bewegung mit Ansätzen aus der modernen Psychologie und Stressforschung. Nachgewiesene Effekte sind u.a. besserer Schlaf, höhere Konzentrationsfähigkeit und größere Gelassenheit. Insgesamt erhöht sich die Lebensqualität. Die Anmeldung zum Kurs und Abstimmung der Termine für die obligatorischen Vorgespräche erfolgt am Ende des Informationsabends und setzt die Teilnahme an möglichst allen Kursterminen voraus. Bitte prüfen Sie daher die Kurstermine. Sollte es mehr Interessent*innen als Plätze geben, entscheidet die Reihenfolge der Anmeldung zum Informationsabend. Für den Online-Kurs stehen 20 Plätze zur Verfügung. Für den Präsenzkurs liegt die Teilnehmergrenze bei 15 Studierenden. Die Kurstermine und weitere ausführliche Informationen finden Sie auf der Website der Hochschule unter Achtsamkeitstrainings bei den Veranstaltungen. Bei Interesse am Informationsabend schicken Sie bitte Ihre verbindliche Anmeldung mit Angabe der Kursart bis zum 11.03.2024 per Mail an damaris.hahne@hs-osnabrueck.de . Sie erhalten dann den zugehörigen Zoom-Link. Wichtiger Hinweis : Für Studierende der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik wird die Kursteilnahme als Teilnahme an der Projektwoche anerkannt, sofern der Kurs auf der Projektmesse präsentiert wird. Wir freuen uns auf dich! Dein Team Mindful Leadership Stressbewältigung durch Achtsamkeit MBSR hat sich als grundlegendes und wissenschaftlich am besten erforschtes Achtsamkeitstraining etabliert. Als Trainingsprogramm verbindet es meditative Übungen in Ruhe und Bewegung mit Ansätzen aus der modernen Psychologie und Stressforschung. So wirkt MBSR (M indfulness B ased S tress R eduction ) Die Wirksamkeit für eine ganze Reihe von körperlichen und psychischen Faktoren ist sehr gut untersucht. Meist sinken der Blutdruck und die Erregung des vegetativen Nervensystems. Körper und Geist beruhigen sich. Gleichzeitig nimmt man Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen besser wahr. Die Übenden können wieder Einfluss nehmen auf den eigenen Zustand. Zahlreiche Studien belegen die gesundheitsfördernde, stressreduzierende und die Lebensqualität steigernde Wirkung von MBSR. Kernelemente des 8-Wochen-Kurses sind: Achtsame Wahrnehmung des Körpers in Ruhe (Bodyscan) Achtsame Wahrnehmung des Körpers in Bewegung (Yoga) Meditation im Sitzen Meditation im Gehen Kurzvorträge und Erfahrungsaustausch zu Stress, Umgang mit Gefühlen, Umgang mit dem Körper, Achtsame Kommunikation u. a. Anleitung zur Integration von Achtsamkeitsmomenten in den Alltag (nach MBSR Verband (Hrsg): www.mbsr-verband.de ) Voraussetzungen Bereitschaft für tägliche Übungen zu Hause für 30 - 60 Minuten, um von dem Kurs angemessen zu profitieren. Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit Termine Online-Kurs (Helmus und Hiltmann) Teilnehmer*innen: 20 Acht Termine Dienstags: 02.04./ 09.04/ 16.04./ 23.04./ 07.05./ 14.05./ 21.05./ 28.05. 17:15 – 19:45 Uhr Ort: Online-Zoom Tag der Achtsamkeit Samstag, 18.05.2024 10:00 – 17:00 Uhr Ort: Online-Zoom, zusammen mit Präsenz-Kurs-TeilnehmerInnen Sonstiges: Tägliche Hausaufgaben Arbeitsheft und Tonaufnahmen unter Dateien im OSCA Kosten: kostenfrei Trainer*innen: Prof. Dr.-Ing. Frank Peter Helmus MBSR Lehrer Sandra Hiltmann MBSR-Lehrerin, Kursleiterin für Waldbaden – Achtsamkeit im Wald Eine Anmeldung ist aktuell nicht möglich, da der Kurs vorerst nicht angeboten wird! Sandra HiltmannMBSR-LehrerinKursleiterin für Waldbaden – Achtsamkeit im Wald Prof. Dr.-Ing. Frank Helmus, MBSR Lehrer, MCP-Lehrer New programme: Personal Development Journey - BA International Management Why a Personal Development Journey? Creating the future - with awareness & relationship skills We currently live in uncertain times that pose a multitude of challenges, ranging from personal ones all the way to societal ones, and we need new answers to compelling questions: How do we come into good contact with ourselves? How do we use the crises as an opportunity for social change? What does this mean for entrepreneurial and intrapreneurial activities, what skills do we need to train to make us fit for an uncertain future? The answers to these questions are above all: diverse. And this diversity promotes tensions. What if these crises and the conflicts that accompany them no longer hinder necessary developments, but instead become their driving force? What if people grew personally and entire organisations became a place for social learning? The challenges of our time require a new awareness and a new collective leadership capacity in order to address them more consciously, strategically and sustainably. For this we need social / emotional skills like mindfulness and compassion, deep listening, conflict solving, dealing with one‘s own emotions and building trust. The Personal Development Journey is an offer for students of the following study programmes: International Management (IM), International Business and Management (IBM) Business and Management (BM). The Personal Development Journey runs over three semesters with two full-day sessions face-to-face (Friday / Saturday) and a follow-up of six one-hour online sessions per semester. After successful participation, the Personal Development Journey will be recognised as one international block seminar. In addition, you will get a certificate for your portfolio. After successful participation in modules 1–3, the three advanced modules of the Personal Development Journey can be attended in the following semesters. Module 1 / Semester 1: Connecting: Getting to know the programme & each other, mutual expectations, peer groups. Foundations of Mindfulness: Scientific background of mindfulness, mindfulness of body & breath, the nine attitudes, attention, focus & distraction. Module 2 / Semester 2: CoResolve: Decision Making / Working with tension in groups, looking at conscious / unconscious in groups, psychological safety, recognising & handling resistance in teams, lean in / lean out, the four steps of decision making, group dynamics, debate, argument, conflict. Module 3 / Semester 3: Mindfulness of emotions: emotions, happiness & positive emotions, gratitude, difficult emotions & RAIN. Compassion & Self-compassion: neuroscience of compassion, effects & impact of compassion & self-compassion, scientific research on self-compassion, compassion & self-compassion practice. Module 4 / Semester 4: Mindfulness of thoughts: Thoughts, rumination & worry Diversity & racism: Dimensions of diversity, respecting, acknowledging, accepting and Integration the dimensions into one’s mindset, inwit, outwit & surroundings, self-reflexivity, ‘othering’, involvement & ‘undoing‘ inequality / inequity, critical whiteness, building resilience, self-care and empowering those affected by racism Module 5 / Semester 5: Self care / stress / procrastination: What to do in times of stress, anxiety and worry? Mindfulness in daily life: building habits, avoiding procrastination. Empowerment: Find your (character-) strengths and work with them, values & meaning, find your own vision. Module 6 / Semester 6: Mindful Leadership: What makes a mindful, healthy & positive leader? Examples of holistic concepts of society: Gross National Happiness (Bhutan) / Economy of Love (Sekem-Egypt). Contact and further information Anne-Christin Stockmeyer Christiane Leiste Registration: eCampus > My Courses > Registration for modules and courses > Information Sessions / Seminars / Other Information > Title of the seminar: 22I1523-IM1 Personal Development Journey – IM1 Participants: Maximum 40 students Room: SL 0220 Lecturer Christiane Leiste Program Director Mindful Leadership, lecturer at the University of Applied Sciences Osnabrueck, the Heliopolis University Kairo, consultant, trainer and coach Internationale Blockwoche: Exkursion nach Sekem in Ägypten Im Sommersemester 2023 reisen wir zum zweiten mal nach Sekem in Ägypten. Sekem ist eine Organisation, die seit 1977 pionierhaft in der Wüste in Ägypten ökologische Landwirtschaft betreibt. . Ihr Anliegen ist es, die Wüste zu begrünen und der zunehmenden Verwüstung Einhalt zu gebieten, ja sie sogar rückgängig zu machen, was bereits in beeindruckender Weise gelungen ist. Es haben sich dort auch einige faire Unternehmen gegründet, die mit Sekem zusammenarbeiten und deren Produkte vermarkten. Ausserdem haben sie eine Schule gegründet und die Heliopolis University. Die Heliopolis Universität Kairo hat ihren Schwerpunkt auf Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit. Sie arbeitet mit Sekem zusammen, Heliopolis hat den Ansatz „Economy of Love“ entwickelt, eine konsequent gemeinwohlorientierte Wirtschaftsweise, in dem neue Modelle unternehmerischen Handelns mit positiven sozialen Auswirkungen kombiniert werden. Hier findet Ihr mehr Infos zu Sekem: https://www.sekem.com/de/index-de/ Wir werden im Sekem Guesthouse wohnen und Sekem, die fairen, nachhaltigen Unternehmen, „Economy of Love“ und die Universität kennenlernen. Ausserdem natürlich Ausflüge zur alten Kultur Ägyptens und nach Kairo in die City. Des Weiteren haben wir vor, in die weisse Wüste zu fahren und dort auf der 2. Sekem-Farm, Wahat zu sein und einiges mehr. Das Programm steht noch nicht ganz fest, aber wir arbeiten daran. Kosten : Es ist inzwischen zum Glück gelungen, Förderung von der Hochschule zu bekommen. Daher sind die Kosten nun nur noch um die 800 €. Darin eingeschlossen ist Flug, Übernachtung, Vollpension und Transferkosten in Ägypten (Die Kosten sind aber noch nicht fix, es können sowohl Abweichungen nach oben, als auch nach untern entstehen). Ihr bräuchtet also nur noch ein wenig Taschengeld für Extraausgaben wie Museum und Pyramiden (nur jeweils ca 5 €). TN -Anzahl : Es können zwischen 10 und 15 Studierende mitfahren. Datum : 3.-14. Mai.23 Zielgruppe : Alle Studierenden der Hochschule Osnabrück sind herzlich willkommen! Blockwoche : Die Reise wird Euch als internationale Blockwoche anerkannt. Falls Ihr ernsthaft Interesse habt, meldet Euch bitte schnellstmöglich bei mir unter: c.Leiste@hs-osnabrueck.de Herzliche Grüße, Christiane ​ Einladung zum Reisebericht unserer internationalen Blockwoche nach Ägypten Liebe Studierende und Interessierte der Hochschule, wir laden euch herzlich zum Reisebericht unserer internationalen Blockwoche nach Ägypten ein. Wie der Name schon verrät möchen wir euch von unserer spannenden Reise nach Ägypten berichten und euch an unseren Erlebnissen teilhaben lassen. Kommt vorbei und erfahrt mehr rund um die Themen nachhaltige Landwirtschaft, economy of love, Sekem und viele mehr. Datum: 11.07.23 Uhrzeit: 15:30-17:30 Uhr Ort: CaLo am Caprivi Campus Ihr seid alle herzlich willkommen, an diesem informativen Event teilzunehmen, anmelden braucht ihr euch dafür nicht. Wir freuen uns darauf, euch von unseren Erlebnissen zu berichten! Euer Team von Mindful Leadership Modul „Mindful Leadership: (Selbst-)Führung in Studium, Alltag und Beruf“ Modul „Mindful Leadership: (Selbst-)Führung in Studium, Alltag und Beruf“ Das Modul „Mindful Leadership“ kombiniert klassische Achtsamkeitslehre und -praxis mit Wissen und Übungen aus der (Positiven) Psychologie bzw. der Entscheidungsfindungs-/Konfliktlösungsmethode Deep Democracy. Ziel ist die achtsame Bewältigung von (selbst-)führungsbezogenen Anforderungen im Studium, Alltag oder Beruf zu trainieren. Dies kann langfristig auch die individuelle Persönlichkeitsentwicklung fördern. Weitere Infos zu Lehrinhalten , Teilnahmebedingungen und der Prüfungsleistung finden sich hier: https://www.hs-osnabrueck.de/mindful-leadership/#c11081282 Zielgruppe In diesem Modul sind grundsätzlich alle Studierenden (alle Semester, alle Fakultäten) der Hochschule Osnabrück willkommen. Anrechnung des Moduls Bei Abschluss des Moduls kann sowohl Bachelor- als auch Masterstudierenden vom Projekt Mindful Leadership ein unbenotetes Teilnahme-Zertifikat ausgestellt werden. Für Bachelorstudierende gilt: Es kann als (benotetes) Wahlpflichtfach oder als zwei (unbenotete) Blockwochen anerkannt werden, wenn die Studienordnung des Studiengangs beinhaltet, dass Wahlpflichtmodule aus dem Angebot aller Bachelorstudiengänge der Hochschule angerechnet werden können oder die Teilnahme an Blockwochen vorgesehen ist. Das englische Modul kann überdies als internationale Blockwoche angerechnet werden. Alternativ ist zu prüfen, ob es mindestens als Zusatzfach in der Leistungsübersicht angezeigt werden kann. Anerkennungsfragen sollten unbedingt vor Modulstart mit dem Studierendensekretariat geklärt. Für Masterstudierende gilt: Das Modul kann wahrscheinlich nur als (benotetes) Zusatzfach in der Leistungsübersicht angezeigt werden. Ob es (mit einer Extra-Prüfungsleistung) auch auf das Masterstudium angerechnet werden und damit auf dem Zeugnis stehen kann, sollten ebenfalls individuell mit dem Studierendensekretariat geprüft werden. Anmeldung zum regulären Modul am Westerberg & online: Fakultät Wiso: Bachelormodule WiSo > Vertiefungen/Specialisations > Teil 3 (aktuelles Angebot ab WS 17/18) > Wirtschaftspsychologie/Wahlpflichtmodule Alle anderen Fakultäten: > Zusatzmodule > Ausgewählte Bachelormodule Hochschule Osnabrück > > Bachelormodule von allgemeinem Interesse Sollte es technische Probleme bei der Anmeldung geben (z.B. Anmeldepfad wird nicht angezeigt), meldet Euch bitte bei der Lehrplanung der Fakultät Wiso, die die Anmeldungen zentral betreut: belegsystem-wiso@hs-osnabrueck.de Teilnahmebedingungen Voraussetzung zur Teilnahme an dem Modul: Regelmäßige Anwesenheit (min. 80%) Bereitschaft zu täglicher Meditationspraxis Aktive Teilnahme an den Übungen in und nach den Sitzungen (inkl. Peer-PartnerInnen-Austausch, Dankbarkeitsjournal) Reflektion der Praxiserfahrung in einem Lerntagebuch (Benotete) Prüfungsleistung Die Prüfungsleistung setzt sich zusammen aus der regelmäßigen Anwesenheit , der Abgabe des Lerntagebuchs sowie aus einem Referat, voraussichtlich in der letzten Sitzung. Erläuterungen dazu werden in der ersten Sitzung besprochen. Bitte überlegt euch bereits vor eurer Anmeldung, ob sowohl die Teilnahmebedingungen als auch die Termine für Euch passen. Termine & Orte der Kurse im SoSe 2023 (für alle Fakultäten: WiSo, IfM, AuL, IuI, MKT) 1) Standort Westerberg: Präsenz (in deutsch) - Lehrende Christiane Leiste (WIRD AKTUELL NICHT ANGEBOTEN) Beginn: 04.03.24 - Ende 10.06.24 Montags, wöchentlich Raum: SL 0220 (Raum der Achtsamkeit) Im Westerberg-Modul , das montags von Christiane Leiste gelehrt wird, liegt der Schwerpunkt neben Achtsamkeit auf der Konfliktlösungs- und Entscheidungsfindungs-Methode Lewis Deep Democracy. Bei diesem Ansatz, der in der Nachapartheitsphase in Süd Afrika entwickelt wurde, geht es darum, alle Stimmen und insbesondere auch die Minderheitenstimme hörbar zu machen und zu integrieren und mit Spannungen und Konflikten in Gruppen konstruktiv umzugehen. 4) Online (in englischer Sprache): Lehrende Christiane Leiste (WIRD AKTUELL NICHT ANGEBOTEN) In Kooperation mit der Heliopolis-Universität Kairo Dienstags, wöchentlich: Uhrzeit 7:30 Uhr bis 11:00 Uhr Zusatztermin: 17. 10. 18-21 Uhr. Das Online-Modul wird in Kooperation mit der Heliopolis-Universität Kairo in englischer Sprache durchgeführt. Es nehmen Studierende der HS Osnabrück und Studierende der Heliopolis Universität teil. Der interkulturelle Austausch ist ein wesentliches Element des Online Moduls. Die Heliopolis Universität Kairo hat ihren Schwerpunkt auf Ganzheitlichkeit und Nachhaltigkeit. Sie arbeitet mit Sekem zusammen, eine Organisation, die seit 1977 pionierhaft in Ägypten ökologische Landwirtschaft betreibt. Heliopolis hat den Ansatz „Economy of Love“ entwickelt, eine konsequent gemeinwohlorientierte Wirtschaftsweise, in dem neue Modelle unternehmerischen Handelns mit positiven sozialen Auswirkungen kombiniert werden. Wer Interesse an solchen neuen Ansätzen hat, ist im Online Modul gut aufgehoben. Eine Reise zur Heliopolis Universität und Sekem ist für Mai 2023 in der Blockwoche geplant. Die Reise ist kein Bestandteil des Moduls aber eine interessante und spannende Ergänzung. Hierfür ist bei Teilnahmewunsch eine gesonderte Anmeldung zu Beginn des Sommersemesters 2023 erforderlich. Campus Lingen: Präsenz (in deutsch) – Lehrender Benjamin Häring Die Veranstaltung findet in verkürzter Form im Rahmen der Burgtheater-Seminare des Instituts für Theaterpädagogik statt. Eine Anmeldung muss daher dort vorgenommen werden. Montags, wöchentlich: Starttermin wird noch bekannt gegeben. Uhrzeit: 18.00-20.30. Informationen, Termine und Anmeldungen unter: Seminare | Hochschule Osnabrück (hs-osnabrueck.de) AUFBAUKURS Mindful Leadership – Lehrende Christiane Leiste (WIRD AKTUELL NICHT ANGEBOTEN) Wintersemester 2023/24 Montags, wöchentlich: Oktober 2023 – Januar 2024 Uhrzeit: 17:00 - 19:30 Uhr +1 Zusatztermin: 17.10.23 - 18-21 Uhr. Standort Westerberg: Raum: SL 0220 (Raum der Achtsamkeit) Zielgruppe: Ehemalige Teilnehmer*innen des Mindful Leadership Moduls, die die Themen vertiefen möchten. Gruppengröße: 10 -20 Teilnehmende Inhalte u.a.: Vertiefung der eigenen Achtsamkeitspraxis Vertiefung Achtsamkeit im Alltag Interpersonelle Achtsamkeit, Gesellschaftliche Modelle, wie z.b. Gross National Happiness in Bhutan und Economy of Love in Ägypten, Theorie-U Anerkennung Für dieses Modul gibt es keine Credit Points, aber ein Zertifikat. Anmeldung für den Aufbaukurs direkt über mindful-leadership@hs-osnabrueck.de Für das Projektteam Christiane Leiste (Programmleiterin Mindful Leadership und Lehrende des Moduls) Bei Fragen meldet euch gerne per Mail zurück an: mindful-leadership@hs-osnabrueck.de ________________________________________________________________________________ Weitere Informationen Lehrinhalte In einer Gesellschaft des stetigen Wandels durch Digitalisierung und Globalisierung steigen die Anforderungen und Herausforderungen an einzelne Individuen zunehmend stärker und schneller. Davon sind nicht zuletzt Studierende und Arbeitnehmer*innen stark betroffen. Wissenschaftliche Forschung zeigt, dass Achtsamkeitsinterventionen einen signifikanten Einfluss auf gesundheitsförderliche Eigenschaften wie beispielsweise Wohlbefinden und Resilienz haben. Das Modul Mindful Leadership kombiniert klassische Achtsamkeitsübungen überdies mit psychologischen Elementen und trainiert damit die achtsame Bewältigung von (selbst-)führungsbezogenen Aufgaben und Anforderungen, die einem im Studium, Alltag oder Beruf begegnen. Dabei werden wissenschaftlich fundiertes Wissen und Strategien vermittelt und durch erfahrungsbasiertes Lernen gestützt. Dazu werden unter anderem folgende Inhalte im Modul vermittelt und durch Übungen trainiert: v Achtsamkeit: Wissenschaftlicher Hintergrund und aktueller Forschungsstand v Traditionelle Achtsamkeitstechniken v Achtsamkeit bezogen auf Körper und Atem, Gedanken und Gefühle v Mitgefühl und Selbstmitgefühl v Selbstklarheit und Selbst(er)kenntnis (Werte, Stärken) v Gewohnheitsänderung und Prokrastination v Umgang mit Stress, Leistungsdruck und schwierigen Emotionen v Kultivierung positiver Emotionen und Stärkung von Wohlbefinden v Interpersonale Achtsamkeit und Kommunikation v Lewis Deep Democracy und Konfliktlösung v Mindful Leadership und Gross National Happiness (GNH) (…) Leistungspunkte bei Anrechnung : 5 Dauer : 1 Semester Angebotsfrequenz : SoSe und WiSe Lehrsprache : Deutsch/Englisch Das Modul kooperiert mit dem Forschungsprojekt „Mindful Leadership“ (gefördert durch die pronova BKK), das Evaluationen zum Modul durchführt sowie aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bereitstellt. MCP - Mindfulness Compassionate Parenting Liebe Studierende Eltern, Gestresst durch Prüfungen, Schnell-lebigkeit oder wachsenden Leistungs-druck? Und dann auch noch die Familie? Die Hochschule Osnabrück bietet im Wintersemester 2022/23 diesen 10-wöchigen MCP-Kurs ( M indfull- C ompassionate- P arenting) für studierende Eltern als kostenlosen Online-Kurs an. Einfache Achtsamkeits- und Selbstmitgefühlsübungen helfen die Herausforderungen von Familienalltag und Studium besser zu bewältigen. Die Kursteilnahme lässt Gelassenheit wachsen und bringt mehr Selbstvertrauen in das Elternherz. Das Kultivieren des Positiven unterstützt Eltern-Kind- Bindung und erhöht die Lebensqualität. Die Kursleiterin ist ausgebildete MCP- und MBSR-Lehrerin mit 3 Kindern. Neugierig geworden? Am 14.09.2022 findet um 20:00 Uhr online per Zoom ein Informationsabend statt. Die Teilnahme am Informationsabend ist Voraussetzung für die Teilnahme am Kurs. Die Anmeldung zum Kurs und Abstimmung der Termine für die obligatorischen Vorgespräche erfolgt am Ende des Informationsabends und setzt die Teilnahme an möglichst allen Kursterminen voraus. Bitte prüfen Sie daher die Kurstermine. Sollte es mehr Interessenten als Plätze geben, entscheidet die Reihenfolge der Anmeldung zum Informationsabend. Für diesen Online-Kurs stehen 15 Plätze zur Verfügung. Die Kurstermine und weitere ausführliche Informationen finden Sie auf der Webseite des Gleichstellungsbüros und Website der Hochschule unter Achtsamkeitstrainings bei den Veranstaltungen. Bei Interesse am Informationsabend schicken Sie bitte Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 04.09.2022 per Mail an anni.roth@hs-osnabrueck.de . Sie erhalten dann den zugehörigen Zoom-Link. Wichtiger Hinweis : Für Studierende der Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik wird die Kursteilnahme als Teilnahme an der Projektwoche anerkannt. Wir freuen uns auf dich! Dein Team Mindful Leadership und Dein Gleichstellungsbüro ______________________________________________________________________________________________________________ Mindful Compassionate Parenting Mindful Compassionate Parenting ist ein zertifiziertes Achtsamkeit- und Selbstmitgefühlstraining speziell für Eltern mit dem Ziel, Stress im Familienalltag besser zu bewältigen und achtsamer für sich selbst zu sorgen. Jörg Mangold , Kinder- und Jugendpsychiater, Familientherapeut, Achtsamkeitslehrer und 4-facher Vater hat 2017 die Elemente verschiedener bewährter Kursformate der evidenzbasierten Achtsamkeit (z.B. MBSR, MSC, MBCT, MBCL, PNT, MP) adaptiert und erweitert. Es entstand Mindfulness Compassionate Parenting (MCP®), ein Kursformat, das Eltern dabei unterstützt, sich selbst und ihren Kindern in den Herausforderungen des Familienalltags liebevoll und mitfühlend zu begegnen. Das Kursprogramm wurde 2019 von der Zentralen Prüfstelle Prävention der deutschen Krankenkassen als Stress-Präventionskurs zertifiziert. ZIELE​ Stresssituationen besser zu bewältigen und damit die allgemeine Stressbelastung zu reduzieren Vereinbarkeit von Studium und Familie zu verbessern Die Achtsamkeit in der Eltern-Kind-Beziehung zu erhöhen Sich selbst und den Kindern mit mehr Akzeptanz und Mitgefühl zu begegnen Probleme auf der Verhaltens- und emotionalen Ebene von Eltern und Kindern zu reduzieren Lebensfreude und Herzensangelegenheiten zu kultivieren Kernelemente des 10-Wochen-Kurses sind: Präsenz und Bindung im Familienleben Achtsame Wahrnehmung des Körpers in Ruhe (Body-Scan) Achtsame Wahrnehmung des Körpers in Bewegung (Yoga) Meditation im Sitzen Meditation im Gehen Kurzvorträge und Erfahrungsaustausch zu Stress, typischen Familiensituationen, Umgang mit Gefühlen, Umgang mit dem Körper, Achtsame Kommunikation u. a. Anleitung zur Integration von Achtsamkeitsmomenten in den Alltag (nach Jörg Mangold: www. mindfulcompassionateparenting.org ) Voraussetzungen Bereitschaft für tägliche Übungen zu Hause (so viel wie möglich), um von dem Kurs angemessen zu profitieren. Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit, soweit es die Kinder erlauben Vorab-Termine: Informationsabend Freitag, 14.09.2022 20:00 – ca. 21:00 Uhr Ort: Online-Zoom Bei Interesse bitte Mail an Anni Roth: anni.roth@hs-osnabrueck.de Sie sendet Dir anschließend den Zoom-Link zu. Vorgespräch obligatorisch (Termine nach Vereinbarung) SB0023 oder Online-Zoom Termine Online-Kurs (Hiltmann) Teilnehmer*innen: 15 Acht Termine Mittwochs, 05.10./ 12.10./ 19.10./ 02.11./ 09.11./ 16.11./ 23.11./ 30.11./ 07.12./ 14.12. 20:00 – 21:30 Uhr Ort: Online-Zoom Sonstiges: Tägliche Hausaufgaben Arbeitsheft und Tonaufnahmen unter Dateien im OSCA Kosten: kostenfrei Trainer*innen: Sandra Hiltmann, MBSR-Lehrerin, Kursleiterin für Waldbaden – Achtsamkeit im Wald, MCP-Lehrerin Anmeldung per Mail an Anni Roth: anni.roth@hs-osnabrueck.de. Bitte teile uns in deiner Anmeldung mit, wenn Du bereits an einem mehrwöchigen Achtsamkeitskurs des Mindful Leaderships teilgenommen hast. Parasympathisches Nervensystem aktivieren und Kraft tanken Parasympathisches Nervensystem aktivieren und Kraft tanken – in 15 bis 20 Minuten (Online-Veranstaltung, mittwochs ab 13 Uhr) Eine kleine Pause einlegen und dabei das Nervensystem beruhigen und Stress abbauen – das geht in wenigen Minuten. Wie? Das können die Angehörigen der Hochschule Osnabrück (Lehrende und Mitarbeitende) jeweils mittwochs mittags (ab 13 Uhr) am eigenen Leib erfahren. Prof. Dr. Sabine Kirchhoff leitet im WS 21 / 22 (Beginn: 13. Oktober ) online per Zoom https://hs-osnabrueck.zoom.us/j/3908177820 eine Praxis an, mit der Vagusnerv und parasympathisches Nervensystem aktiviert werden. Die Übungen können im Sitzen durchgeführt werden. Übrigens: Die Übungen sind auch geeignet, um Spannungen im Kiefer abzubauen. Zertifikatskurs "Gross National Happiness" (GNH) Weiterbildung zur Entwicklung und Führung GNH-basierter Veränderungsprozesse, mit Dr. Ha Vinh Tho Die Gestaltungskraft des Glücks Das bekannte Wirtschaftssystem stößt an seine Grenzen, sowohl ökologisch und gesamtgesellschaftlich als auch im Blick auf die individuell eingebundenen Menschen, die immer stärker die Sinnfrage stellen. Wie können wir die Bedingungen schaffen, unter denen Menschen ihre eigentlichen Potenziale voll entfalten können? In denen Glück und Wohlergehen die richtungweisenden Größen sind, die ein nachhaltiges, sinnerfülltes Wirtschaften abbilden? Zertifikatskurs: Mit dem Konzept Gross National Happiness (GNH) Führungsprozesse verändern Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Christiane Leiste c.Leiste@hs-osnabrueck.de EHRENGAST: DR. HA VINH THO , EHEMALIGER LEITER DES GROSS NATIONAL HAPPINESS CENTRE IN BHUTAN Lassen Sie sich von Dr. Ha Vinh Tho inspirieren und erfahren Sie mehr über die Rahmenbedingungen und Inhalte unseres Zertifikatskurses.Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ersten Durchgang werden von ihren Erfahrungen während der Ausbildung und vor allem auch von den daraus erfolgten Veränderungen in ihrem (Berufs-)Leben berichten. Nutzen Sie die Gelegenheit, Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen. Weitere Informationen finden Sie hier: www.gnh-Osnabrueck.de Rückblick 2022 21. Juni 2022: Deep-Dive Diskussionsrunden Ukraine Krieg - ausgefallen Aufgrund mangelnder Anmeldungen wurde die Veranstatlung abgesagt DEEP-DIVE DISKUSSIONSRUNDE am 21.06.: URKAINE KRIEG - FÄLLT AUS Der Ukraine-Krieg ist eine vielschichtige humanitäre Katastrophe, die in aller Welt spürbare Auswirkungen hat. Lösungen, um diesen Grenzkonflikt zu lösen werden tagtäglich diskutiert. Auch wir, das Mindful Leadership Projekt, möchten mit Interessierten über dieses so wichtige Thema diskutieren und bereits eingefahrene kognitive Korridore verlassen. Mögliche Gesprächsschwerpunkte: Wege in die De-Eskalation des Ukraine-Krieges, Welche Verantwortung /Rolle hat Deutschland inne, Waffenlieferungen, Wehrpflicht in Deutschland, Rüstungsbudgetaufstockung in Deutschland Die Lewis Deep Democracy Methode dient als Gesprächsformat... Kannst du wirklich diskutieren oder dich nur durchsetzen? In der Deep-Dive Diskussionsrunde kannst du erleben, wie Diskussionen oder Streitgespräche in Gruppen lösungsorientiert geführt werden können. Es finden Diskussionsrunden zu zuvor ausgewählten Themen statt. Grundlage ist dafür die „Lewis Deep Democracy“ Methode, welche wegweisend in der Moderation und Konflikttransformation ist und in einer Vielzahl von unterschiedlichen Situationen angewendet werden kann. Weitere Informationen gibt es auf hier auf der Homepage. Alle sind herzlich eingeladen mitzumachen: Studierende, Mitarbeitende und Lehrende der Hochschule Es sind keine Vorkenntnisse zur Methode oder Inhalt des Diskussionsthema notwendig! FÄLLT AUS! WO : SL0220 (Raum der Achtsamkeit) Westerberg, Osnabrück WANN: Dienstag den 21.06.22 von 17-20Uhr Seid bitte 10-15min früher da. ANMELDUNG: mindful-leadership@hs-osnabrueck.de (Betreff: Anmeldung Deep-Dive) Wir freuen uns auch über Themenvorschläge von Dir! 20. Juni 2022: WORKSHOP mit Myrna Lewis - „From Contempt to Content – a Transformation Process” 20. Juni 2022, 14:00–17:00 Uhr Hochschule Osnabrück, Campus Westerberg, SL0008 Myrna Lewis ist Entwicklerin der Konfliktlösungsmethode „Lewis Deep Democracy“. Im Workshop werden wir aus- gewählte Konfliktlösungstools der Methode kennenlernen und selbst erleben. So lernen wir in einem gemeinsamen Prozess alle Stimmen, auch unsere eigenen, zu hören und zu integrieren. Eintritt frei für Hochschulmitglieder. Für Externe: 80 € Anmeldung über: https://eventhos.hs-osnabrueck.de/detail?sid=1083&cHash=cff9d3ad0a41f883018ac8fd4265f402 (Anmeldefrist: 15. Juni 2022) Oder eine Mail an ps@hs-osnabrueck.de 20. Juni 2022: VIDEOAUFZEICHNUNG - VORTRAG UND PODIUMSGESPRÄCH mit dem Konfliktforscher Friedrich Glasl und Myrna Lewis: Die (De-)Eskalation des Ukraine-Krieges Die Aufzeichnung ist unter folgendem Link abrufbar: https://www.youtube.com/watch?v=VCniN_tozKo 20. Juni 2022, 18:00 Uhr Hochschule Osnabrück, SL0008 Prof. Dr. Friedrich Glasl ist renommierter Konfliktforscher und bekannt für sein Modell der 9 Stufen der Konflikteskalation. Er wird in einem Vortrag etwas zum Hintergrund und den Eskalationsstufen im Ukraine-Krieg berichten. Myrna Lewis beleuchtet anschließend die Eskalation aus Sicht der Konfliktlösungsmethode Lewis Deep Democracy und zeigt Ideen auf, wie jede:r von uns etwas zur De-Eska- lation beitragen kann. Danach freuen sich beide auf eine anregende Frage- und Diskussionsrunde mit dem Publikum. Eintritt frei April, Mai 2022: Achtsames Naturerleben für alle Hochschulangehörige Die mehrteilige Veranstaltungsreihe „Achtsames Naturerleben“ ermöglicht dir, die Natur, deine Mitmenschen und dich selbst mit anderen Augen zu sehen. Während der Auszeit im Wald werden Achtsamkeitsübungen und Meditationen angeleitet sowie Spiele und Interventionen aus der wildnis- und erlebnispädagogischen Arbeit mit einfließen. Mit Leichtigkeit und Freude entfliehen wir so dem Alltagsstress und erleben die positive Wirkung der Natur auf unser Wohlbefinden. Am Freitag, 29. April sowie Freitag, 20. Mai können Studierende, Mitarbeitende und Lehrende in einer kleinen Gruppe gemeinsam mit einem Achtsamkeitstrainer eine Auszeit im Wald erleben. Dafür trifft sich die Gruppe an der Hochschule und fährt zu schönen Naturorten im Umkreis von Osnabrück. Du kannst an einem oder mehreren Terminen teilnehmen. Treffpunkt ist vor der Mensa am Westerberg. Personen die ein Auto haben und bereit wären zu fahren, teilen das bitte in der Anmeldung mit. Zeit: 10:00 bis 15:00 Uhr Anmeldung: mindful-leadership@hs-osnabrueck.de (Betreff: Anmeldung Naturerleben) gefördert aus dem Pool "gesellschaftliches Engagement" https://www.hs-osnabrueck.de/wir/wir-stellen-uns-vor/wir-in-der-gesellschaft/ 08. April 2022: Tag der Achtsamkeit mit Boris Bornemann Liebe Freunde und Freundinnen der Achtsamkeit, am Freitag den 08. April fand der lang ersehnte Achtsamkeitstag der Hochschule Osnabrück statt, an dem Inhalte aus der Achtsamkeitslehre vertieft und intensiviert werden konnten. Zu unserer großen Freude, wurde dieser Tag von Boris Bornemann gestaltet und begleitet. Dr. Boris Bornemann ist Neurowissenschaftler, Achtsamkeitsexperte, Kopf und Stimme der Achtsamkeitsapp Balloon und Mitherausgeber des Achtsamkeitspodcasts „Verstehen, fühlen, glücklich sein“. Im Feld der Psychologischen und neurowissenschaftlichen Forschung widmet er sich speziell der Meditation und Achtsamkeit. Seit nun einigen Jahren führt er Achtsamkeitstrainings durch und hält Fachbeiträge an der Hochschule Osnabrück. Die Einladung richtetet sich insbesondere an Lehrende, Mitarbeitende und Studierende die bereits Vorerfahrung in Achtsamkeitstrainings der Hochschule oder in anderen Formaten gesammelt haben. Anmeldungen von Menschen ohne Vorerfahrung sind auch willkommen. Teilnehmerinnenzahl : 20 Ort: Waldhof-Haste Termin : Freitag den 08.04 von 09:00 bis 17:00 Uhr. Stimmen aus Meditationskursen von Boris Bornemann: "Dank seiner äußerst feinfühligen, undogmatischen und wissenschaftlich fundierten Anleitungsmethode in einem überaus vertrauensvollen Kursklima schafft es Boris Bornemann, die Kursteilnehmer jedweden Niveaus für seine integrale Meditationspraxis zu begeistern und ihnen anhaltende Freude am Meditieren zu vermitteln." - Nils Aguilar (Dokumentarfilmer) "Der Meditationskurs mit Boris hat mir viele nützliche Einsichten in die Praxis von Shamatha, Vipassana und Metta vermittelt. Die Erklärungen und Anleitungen von Boris sind sehr zugänglich, lebensnah und ehrlich. Er kann seine reichhaltigen Meditationserfahrungen sehr präzise und mit viel Ruhe beschreiben und nimmt dabei auch regelmäßig Bezug auf Fragen und Feststellungen der TeilnehmerInnen." - Benjamin Diedrichsen (Software - Architekt) "Boris hat es geschafft, eine besonders vertrauensvolle Atmosphäre im Kurs aufzubauen. Ich fand toll, wie er immer wieder sehr wertvolle Bezüge zwischen Meditation und Alltag aufgezeigt hat und auf jeden Teilnehmer ganz individuell eingegangen ist." - Katharina Hinze (Projektmanagerin bei Ashoka) Warum nochmal Achtsamkeit? Achtsamkeitstrainings haben sich in den letzten Jahren als eine wirksame Methode der Gesundheitsvorsorge erwiesen. Die Forschung zeigt, dass sie helfen können, Stress zu verringern und besser zu schlafen. Achtsamkeit bringt uns mit unseren Gefühlen in Kontakt und schult unser Verständnis innerer Vorgänge. Dies zeigt Effekte auf Kommunikation, Beziehungsqualität und allgemeine Lebenszufriedenheit. Die Hochschule Osnabrück bietet diese Methode daher allen Mitarbeitenden, aber auch Lehrenden und Studierenden an. Ziel ist es, Mittel zu Bewältigung beruflicher und persönlicher Anforderungen bereitzustellen, sowie eine offene und wertschätzende Kommunikation zu fördern. Komponenten der Achtsamkeit sind unter anderem: Steuerung der Aufmerksamkeit, Körperbewusstsein, Körperempfinden (Prävention von körperlichen Erkrankungen, Warnsignale des Körpers, Zugang zu Gefühlen, Gegenpol zur „Verkopfung“, Ergänzung zum konzeptuellen Denken, Emotionen regulieren (Umgang mit negativen Gefühlen wie Schmerz, Stress, Angst, Teufelskreise von Gedanken und Emotionen erkennen und durchbrechen, Positive Qualitäten entwickeln und kultivieren: Freude, Liebe, Mitgefühl, Güte, Dankbarkeit), Selbstreflexion (Haltung der Akzeptanz und des Wohlwollens, Selbsterkenntnis, -bestimmung, -verantwortung, Sein und Sinn erfahren jenseits des Denkens). 2021 Okt./Nov./Dez. 2021: Deep-Dive Diskussionsrunde im Wintersemester 21 - in Lingen und Osnabrück Zunächst mag es ungewöhnlich klingen, wenn das Mindful Leadership Projekt der Hochschule Osnabrück Diskussionsveranstaltungen anbietet, in denen über kontroverse Themen diskutiert werden darf. Doch auf den zweiten Blick, wird die Sinnhaftigkeit und Relevanz solcher Veranstaltungen bewusst. Neben den wichtigen Themenschwerpunkten von Achtsamkeit, Fürsorge und Mitgefühl besteht ein wichtiger Teil von Mindful Leadership aus einem produktiven Umgang mit Veränderungsprozessen und folgenden Konflikten. Diese sind unvermeidbar, denn gerade in der sich immer schneller Verändernden Welt treten vermehrt Reibungspunkte auf, die oft in immer selben Heuristiken gelöst werden und schließlich in mehreren Eskalationsstufen in kriegerischen Auseinandersetzungen münden können. Doch Reibungspunkte sind an sich nicht schlecht, sondern zeigen, bei einem achtsamen Umgang, positive Veränderungsmöglichkeiten auf und können genutzt werden, um eine Zukunft zu gestalten in der wir ALLE Leben wollen. Die Lewis Deep Democracy Methode ist dafür wegweisend. Hierbei werden Konflikte sichtbar gemacht und bewusst in einem sicheren Diskussionsraum transformiert. Diese Methode ist „demokratisch“, weil sie betont, dass jede Stimme von Bedeutung ist und Entscheidungen am klügsten sind, wenn sowohl die Stimme der Mehrheit als auch der Minderheit wertgeschätzt wird. Sie ist „tief“, weil sie weit über herkömmliche Moderationsmethoden hinausgeht. Zusätzlich werden Emotionen, Werte, Überzeugungen und Persönlichkeiten an die Oberfläche geholt, um den Gruppenprozess zu bereichern und zu fördern, denn diese sind oft Teil von Diskussionen, werden jedoch oft nicht bewusst wahrgenommen. Christiane Leiste, Projektleiterin von Mindful Leadership, ist die bisher einzige Lewis Deep Democracy Trainerin in Deutschland und hat in den letzten Jahren eine Gruppe von Studierenden als „Accredited Deep Democracy Facilitators“ ausgebildet, die im Wintersemester 2021/22 gemeinsam diverse Diskussionsrunden an der Hochschule moderiert haben. Für diesen Zeitraum waren ursprünglich offene Diskussionsthemen zu unterschiedlichen gesellschaftlich-relevanten Themen angedacht. Doch hat das allgegenwärtige Thema „Corona“ auch im Wintersemester den Takt angegeben und in vielerlei Hinsicht aufgewühlt. Gleichzeitig gab es zwar viel Gesprächsbedarf sowie den Wunsch sich mit Sorgen und Nöten mitzuteilen, doch fehlten gemeinhin Gesprächsräume für einen solchen Austausch mit unterschiedlichen Perspektiven. Diese bestimmende Situation zeigte die Notwendigkeit für eine solchen Austausch auf Augenhöhe auf, ohne anschließend in kriegerische Auseinandersetzungen zu geraten. Unterstützt wurde das Anliegen von Andreas Bertram, Präsident der Hochschule Osnabrück, der in einem öffentlichen Schreiben Stellung zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen nahm und selbst Deep Democracy Diskussionsrunden initiierte und für diese einlud. Insgesamt fanden vier Diskussionsrunden statt, am 28.11.21 in der Caprivi Lounge in Osnabrück, am 12.11.21 am Campus Lingen und am 16.11.21 sowie 08.12.21 im Raum der Achtsamkeit am Campus Westerberg. Das Angebot wurde rege angenommen, sodass durchschnittlich 20 Personen teilgenommen haben. Hochschulangehörige und Nicht-Hochschulangehörige waren willkommen. Die einschlägige Resonanz der Teilnehmenden war eine tiefe Dankbarkeit der Ermöglichung eines Diskussionsrahmen, in dem sich alle Beteiligten sicher und gesehen fühlten. Diese Feststellung ist allein schon Ausdruck für den Erfolg des Formates, da gerade bei dem Thema „Corona“, sehr starke Meinungspole aufeinandertreffen. Hinter diesen Meinungspolen standen Menschen, die nicht nur Kognitiv-Wissenschaftlich in den Austausch kamen, sondern auch die persönlichen Lebensgeschichten, Emotionen, Werte und Überzeugung teilen durften. Die Lewis Deep Democracy Methode ist hierbei entscheidend für den produktiven und nachhaltigen Umgang verschiedener Meinungen, sodass ein wahrhaftiger Austausch ermöglicht wurde, indem vieles gesagt werden durfte, was lange Zeit verschwiegen wurde. Dabei wurde jeder Person aufmerksam zugehört. Im Anschluss an den Diskussionsprozess, war eine merklich andere Stimmung im Raum: ein Gefühl von Gemeinschaft, Wertschätzung und Entspannung. Auch im Sommersemester 2022 wird das Mindful Leadership Projekt Deep-Dive Diskussionsrunden anbieten. Mit Blick auf die zentralen Fragen unserer Zeit, zeigt sich wie wichtig solche Formate sind: Warum ist die notwendige soziale, ökologische und ökonomische Transformation so schwer? Warum kommen wir so selten zu gemeinsam getragenen Lösungen? Warum reicht es nicht, wissenschaftlich erarbeitete Erkenntnisse politisch in die Gesellschaft zu transferieren? Warum gibt es dabei so vielfältigen gesellschaftlichen Widerstand und warum eine so große Hilflosigkeit im Umgang damit? Die Antworten auf diese Fragen kann Lewis Deep Democracy geben und erlebbar machen, damit Spannungen, Streits und Konflikte nicht in Kriegen münden, sondern eine Quelle für eine zukunftsfähig Entwicklung werden. Ist 2G diskriminierend oder sind ungeimpfte unsolidarisch? 17. Dezember 2021: Just Money:Nachhaltige Banken und die Zukunft des Finanzwesens - ONLINE Vortrag Katrin Kaeufer Aida Jukas Just Money: Nachhaltige Banken und die Zukunft des Finanzwesens mit Dr. Katrin Käufer (Programmdirektorin am Massachusetts Intitute of Technology (MIT), Geschäftsführerin des Presencing Institute) und Aida Jukas (Senio-Referentin Abteilung Wirkungstransparenz und Nachhaltigkeit GLS-Bank). INHALT Geld ist ein entscheidender Hebel bei der Gestaltung unserer Zukunft. Jede Investitionsentscheidung schreibt die Geschichte unserer Zukunft. So wie jeder Einkauf im Supermarkt eine Wirkung hat, so können insbesondere Banken über die Fließrichtung von Geld entscheiden und die Zukunft beeinflussen. Dadurch haben Banken einen großen Hebel bei der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft. Jedoch handeln nicht alle Banken in diesem Wirkungsbewusstsein und das Dogma der Gewinnmaximierung ist zu oft die einzige Zieldimension. Dr. Katrin Käufer, Programmdirektorin am Massachusetts Intitute of Technology (MIT) in Cambridge, USA und Aida Jukas, Senior Referentin der Abteilung Wirkungstransparenz und Nachhaltigkeit der GLS-Bank, zeigen in ihrem Vortrag die Gestaltungskraft von Banken auf, zu einer lebenswerten Zukunft beizutragen und globale Herausforderungen zu bewältigen. Das Konzept Just Money von Dr. Katrin Käufer ist hierbei die wissenschaftliche Grundlage und bietet einen Handlungsrahmen für Banken, die in diesem Konzept schon arbeiten oder es in Zukunft wollen. Es wird insbesondere zwischen einem Handeln aus dem Ego-Bewusstsein und Eco-Bewusstsein unterschieden, sowie ein Bezug zur Theorie U (Otto Scharmer und Katrin Käufer) hergestellt. Dieses Konzept hat Dr. Käufer in ihrer Arbeit am MIT entwickelt, wo sie in dem Programmbereich „Just Money. Banking as if Society Mattered", mit Banken und Finanzinstitutionen zusammenarbeitet, die Finanzen als Instrument zur Bewältigung sozialer und ökologischer Herausforderungen nutzen. Die GLS-Bank setzt im Bankgeschäft seit 1974 Maßstäbe für verantwortungsvolles Wirtschaften und für gesellschaftlichen Wandel und ist in der Forschungsarbeit von Katrin Kaeufer ein wegweisendes Beispiel. Aida Jukas von der GLS-Bank gibt einen Einblick in die Geschichte, Geschäftsprinzipien und Unternehmensphilosophie der GLS Bank. Außerdem zeigt sie die Wirkungsdimensionen von der GLS-Bank in der Welt auf und gibt konkrete Kennzahlen, die dieses Handeln messbar machen. KATRIN KAEUFER Dr. Katrin Käufer ist die Direktorin des Just Money Program am Community Innovators Lab des Massachusetts Institute of Technology sowie Mitbegründerin und Geschäftsführerin des Presencing Institute (PI). PI entwickelt soziale Prozesse und Technologien und demokratisiert den Zugang zu diesen Methoden. CoLab (Community Innovators Lab) arbeitet mit marginalisierten Gruppen und Communities insbesondere in den USA und Kolumbien. Außerdem lehrt Katrin Käufer zu den Themen Führung und Veränderungsprozesse. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Führung, organisatorischer Wandel, nachhaltigem Bankwesen sowie partizipative Aktionsforschung. Ihr 2013 gemeinsam mit Otto Scharmer verfasstes Buch trägt den Titel "Leading from the Emerging Future: From Ego-system to Eco-system Economies". Ihr jüngstes Buch befasst sich mit der Rolle des sozial-ökologischem Bankwesens bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen und trägt den Titel: "Just Money. Mission-driven Banks and the Future of Finance". (Cambridge: MIT Press, 2021). AIDA JUKAS Aida Jukas ist Senior Referentin in der Abteilung Wirkungstransparenz & Nachhaltigkeit bei der GLS Bank in Bochum. Sie ist insbesondere in die Weiterentwicklung des internen Nachhaltigkeitsmanagements involviert und beschäftigt sich in diesem Bereich unter anderem mit der integrierten Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie den unternehmerischen Nachhaltigkeitszielen. Als ehemalige Firmenkundenberaterin im Kompetenzcenter Erneuerbare Energien kennt sie die Gestaltungskraft von Banken aus eigener Erfahrung. Dabei liegt jeder (Kredit-)Entscheidung die Frage zugrunde: Wie wollen wir leben? Dez. 2021:Einladung von Andreas Bertram: 2G/3G - Gemeinsam durch die Krise - für interessierte Studierende und Mitarbeitende - Drei Deep-Dive-Diskussionsrunden vor Weihnachten in Osnabrück und Lingen Einladung von Andreas Bertram, Präsident der Hochschule Osnabrück: Ich nehme als Präsident der Hochschule Osnabrück wahr, dass der Druck in unserer Hochschule steigt und damit auch der Wunsch, durch spontane Handlungen den Druck zu vermindern. Ich nehme in vielen Gesprächen mit Mitarbeitenden und Studierenden auch wahr, dass der Wunsch zunimmt, sich mit seinen Sorgen und Nöten mitzuteilen. Die Diskussionskultur im öffentlichen und auch im privaten Raum entwickelt sich in Richtung zunehmender Polarisierung, verhindert genau diese offenen Gespräche und setzt eine Spirale der Spaltung in Gang. Wir möchten daher ein Zeichen setzen und bieten noch vor Weihnachten 3 Gesprächsangebote an den Standorten im Format „Deep Dive“ an. Das Format wurde von Christiane Leiste im Rahmen des Projekts „Mindful Leadership“ aus den Ansätzen von „Lewis Deep Democracy“ entwickelt und als zertifizierte Trainerin auch moderiert. Ich habe selber die beziehungsstärkende Wirkung dieser Diskussionsformate durch die offene Behandlung sehr unterschiedlicher Positionen schon mehrfach erlebt. Zuletzt mit Studierenden beider Hochschulen zum Thema 2G/ 3G. Es sind keine Vorkenntnisse zur Methode oder Inhalt des Diskussionsthemas notwendig. Die Termine sind Dienstag, 7. 12. um 18:30-21:30 Raum HR 1-2, am Standort Haste, am kommenden Mittwoch, 8. 12. Um 18:00-21 Uhr im Raum SL 2020 am Standort Westerberg und in der darauffolgenden Woche am Montag, 13. 12. am Standort Lingen von 18:00 bis ca.21:00. Die Räume werden nach bestätigter Anmeldung bekannt gegeben. Die Veranstaltung findet im 3G Konzept mit Maskenpflicht statt. Zur Erhöhung der Sicherheit bitten wir zusätzlich um einen negativen Test. Selbsttests werden bei Bedarf ab 17:30 zur Verfügung gestellt. Eine Anmeldung ist per E-Mail an mindful-leadership@hs-osnabrueck.de unter dem Betreff „Anmeldung Deep-Dive“ mit Angabe des Termins möglich. Ausführliche Informationen und die weiteren Themen und Termine finden Sie auf der Internetseite der Hochschule (Link zu: https://www.hs-osnabrueck.de/mindful-leadership/#c12589261 ). 25. November 2021: Lernen von Musterbrechern: Zusammenarbeit neu lernen - ONLINE-Vortrag Lernen von Musterbrechern - Zusammenarbeit neu lernen mit Dr. Dirk Osmetz (Geschäftsführender Partner Musterbrecher Managementberatung) und Ulrike Reinhard (Autorin, digitale Nomadin, Zukunfstforscherin, bau von Skatepark in Madhya Pradesh-Indien) INHALT Organisationen befinden sich heutzutage in einem stetig verändernden Umfeld und sind mit immensen Herausforderungen konfrontiert. Eine Antwort darauf ist meist ein Handeln aus Denk-/Verhaltens- und Führungsmustern deren Ursprung in der Vergangenheit liegen und sich oft der Logik von „Mehr desselben“ unterwirft. Dirk Osmetz und Ulrike Reinhard brechen mit den herkömmlichen (Führungs-)Mustern und zeigen in ihrem Vortrag neue und ungewöhnliche Ansätze aus der Praxis. Dabei geht es insbesondere um die Frage, welche Haltung wichtig ist, Bedingungen innerer und äußerer Freiheit zu schaffen, um mutig starre Systeme zu verändern. DIRK OSMETZ Geboren 1967, der Ingenieur und promovierte Wirtschaftswissenschaftler ist Geschäftsführender Partner der Musterbrecher® Managementberater Osmetz + Kaduk Partnerschaft, er war Lehrbeauftragter an diversen Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland und der Schweiz und ist Autor mehrerer Bücher (u.a. „Musterbrecher – Die Kunst, das Spiel zu drehen“). Im Fokus seiner Forschungs- und Beratungstätigkeit steht die Reflexion über die typischen Fühungs- und Organisationsmuster sowie die Muster der Zusammenarbeit in Unternehmen. musterbrecher.de „Veränderungen in Unternehmen hat nur dann eine Chance, wenn Menschen mit neuen Mustern experimentieren.“ ULRIKE REINHARD Geboren 1960, ist eine deutsche Verlegerin, Autorin, digitale Nomadin, Futuristin und Herausgeberin des WE Magazine, hat für Think Quarterly geschrieben. Ihre gesamte Arbeit hat mit der Netzwerktheorie zu tun, in deren Mittelpunkt das Internet steht. Vor allem ist sie für ihren Skatepark in Madhya Pradesh, Janwaar Castle, bekannt: ein Projekt, welches entscheidend zum Auflösen eines starren Systems (geprägt von einem Kastensystem, Geschlechterungleichheit, Bildungsproblematik, starren Rollen) geführt hat. ulrikereinhard.com “I am convinced that transformational change on a huge scale in rural areas has to be freed from economic development and corporate investments. It can only be achieved when you start working with the youth. Empower the youth and provide the youngsters options and give everyone an equal chance. This is the basis on which I first started Janwaar Castle in 2014 as a private initiative. Five years later the model has been replicated in various villages all over India.” gefördert aus dem Pool "gesellschaftliches Engagement" https://www.hs-osnabrueck.de/wir/wir-stellen-uns-vor/wir-in-der-gesellschaft/ 25. November 2021 -ausgefallen-: The Toolbox is you, Achtsamkeit mit Maria Kluge - Workshop ausgefallen - Nachholtermin folgt ****Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wird der Workshop im Frühjahr stattfinden**** Workshop für alle, die einen etwas anderen Umgang zu Achtsamkeit suchen und für Menschen, die mit Kindern & Jugendlichen beruflich oder auch privat auf dem Weg sind. Nachholtermin folgt mindful-leadership@hs-osnabrueck.de INHALT Wir sind alle permanent außerordentlichem Stress und Druck ausgesetzt. Dabei geht uns mehr und mehr verloren, was eigentlich in unser aller Natur liegt: im Hier und Jetzt mit uns selbst, unseren Mitmenschen und dem Leben vertrauensvoll verbunden zu sein. Alles, was wir dafür brauchen, liegt in uns. Wir sind die Experten für uns selbst. Du bist die Toolbox. Anhand des mehrfach ausgezeichneten Praxis-Buchs The Toolbox is You erforschen wir in diesem Einführungsworkshop die individuellen und unterschiedlichen Anwendungsmöglichkeiten von Achtsamkeit in einer spielerischen Art und Weise. So können wir in einer ungezwungenen Atmosphäre erfahren, wie sich Achtsamkeit anfühlt und sich durch eigene, kreative Gestaltung umsetzen lässt. MARIA KLUGE Gründerin des Hauses der Achtsamkeit in Osterloh und im Vorstand des Vereins “Verein für Achtsamkeit in Osterloh e.V.”. Sie ist Seminarleiterin, Dozentin über Achtsamkeit im In- und Ausland, Yogalehrerin, Körpertherapeutin in Osteopathie & manuelle Therapie mit John Upledger, 1990 Florida, Lehrerausbildung MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) mit Jon Kabat-Zinn und Saki Santorelli, 1994 Med. Universität MA/Boston, Entwicklung, Organisation und Durchführung von Programmen für Achtsamkeit in medizinischen und pädagogischen Bereichen, im Jugend- und Erwachsenenvollzug & Sterbebegleitung seit 1994 in den USA, Engagement für www.mindandlife.org , Beratungsvorstand des “Center for Mindfulness”/Jon Kabat-Zinn, Schulprojekte für Achtsamkeit, Autorin des Buches “The Toolbox is You” , Entwicklung des Woltd-Peace-Game in Europa mit GLOBEART, Großmutter von 4 Enkelkindern. „In meinen Kursen – und als Teil unserer Philosophie – gehören Leichtigkeit, Freude, Humor und gemeinsames Lernen und Anwenden untrennbar zusammen.“ https://www.achtsamkeit-osterloh.org/de Okt. und Nov. 2021: Achtsames Naturerleben (in Präsenz) - für alle Hochschulangehörigen Die mehrteilige Veranstaltungsreihe „Achtsames Naturerleben“ ermöglicht dir, die Natur, deine Mitmenschen und dich selbst mit anderen Augen zu sehen. Während der Auszeit im Wald werden Achtsamkeitsübungen und Meditationen angeleitet sowie Spiele und Interventionen aus der wildnis- und erlebnispädagogischen Arbeit mit einfließen. Mit Leichtigkeit und Freude entfliehen wir so dem Alltagsstress und erleben die positive Wirkung der Natur auf unser Wohlbefinden. Am Freitag, 08. und 15. Oktober (15. FÄLLT LEIDER AUS!) sowie Freitag, 19. November haben Studierende, Mitarbeitende und Lehrende in einer kleinen Gruppe gemeinsam mit einem Achtsamkeitstrainer eine Auszeit im Wald erlebt. gefördert aus dem Pool "gesellschaftliches Engagement" https://www.hs-osnabrueck.de/wir/wir-stellen-uns-vor/wir-in-der-gesellschaft/ 28. Oktober 2021:Dokumentarfilm Donnerstag, 28. Oktober 2021 19:00 – 22:00Uhr Caprivi Lounge „Die Revolution der Selbstlosen“ Der Mensch – ein selbstsüchtiges Wesen, das nur an sich selbst und sein Eigenwohl denkt? In einer Welt, in der nur Macht und Geld regieren, fällt es schwer etwas anderes zu glauben. Doch immer mehr Studien aus Psychologie, Neurowissenschaft und Primatenforschung zeigen, dass das Handeln aus selbstloser Motivation eine wesentliche Eigenschaft des Menschen ist. Schon Kleinkinder zeigen Hilfsbereitschaft ohne Gegenleistung dafür zu erhalten und drei Monate alte Babys können zwischen Gut und Böse unterscheiden. Auch in der Tierwelt sind selbstloses Handeln und Kooperation nachgewiesen worden. Wenn der Sinn für Fairness und Gerechtigkeit uns also schon in die Wiege gelegt wird – wieso ist unsere Gesellschaft dann von so viel Egoismus und Ungerechtigkeit durchzogen? Die Doku „Die Revolution der Selbstlosen“ beantwortet diese und viele andere interessante Fragen. Kann man Selbstlosigkeit erlernen? Und können wir die Welt verändern indem wir zu besseren Menschen werden? Wir sehen überraschende Forschungsergebnisse, die uns auf eine bessere Gesellschaft hoffen lassen. Alle sind herzlich eingeladen: Studierende, Mitarbeitende der Hochschule sowie Interessierte, die nicht in der Hochschule eingebunden sind. Der Einlass ist frei. Anmeldung: mindful-leadership@hs-osnabrueck.de (Betreff: Anmeldung Film) Beginn des Films 19.30 Uhr; Einlass ab 19:00 Uhr. Spieldauer 90min. Einlass unter 3G-Regeln (nicht Hochschul-Angehörige brauchen ein Test-Zertifikat, Hochschulangehörige können sich bei Bedarf vor Ort testen lassen) gefördert aus dem Pool "gesellschaftliches Engagement" https://www.hs-osnabrueck.de/wir/wir-stellen-uns-vor/wir-in-der-gesellschaft/ 26. Juli 2021: Humorvoller Kreativ-Workshop mit Nadja Maleh Entdecke & fördere spielerisch deine Kreativität Bei deiner nächsten Haus-, Projekt- oder Abschlussarbeit möchtest du dein kreatives Potenzial voll ausschöpfen? Dann melde dich zu einem unserer interaktiven Kreativ-Workshops mit der Kabarettistin Nadja Maleh an. Datum: 26. Juli, 17:00 – 19:00 Uhr oder 30. Juli. 17:00 – 19:00 Uhr (An beiden Tagen findet der gleiche Workshop statt.) In einem zweistündigen Workshop hast du die Gelegenheit alltagstaugliche und hochwirksame Tools für Resilienz und innovatives Denken kennenzulernen und zu erproben – mit Leichtigkeit und Humor! Denn nur ein entspanntes Gehirn kann optimal arbeiten und sein kreatives Potenzial voll entfalten. Ein kleines inneres Update nach der Prüfungsphase: Nadja Maleh verbindet Achtsamkeit mit Kreativität, Kreativität mit Humor und Humor mit Resilienz. Wir freuen uns dich in einem der beiden Workshops zu begrüßen deine LA©H-Initiative (Leichtigkeit, Achtsamkeit und (Clowns-)Humor) Anmeldungen unter: https://hochschulfreun.de/ 25. März 2021: Vortrag von Dr. Natasha A. Kelly zum Thema: "Critical Whiteness" Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15.03.2021 bis 28.03.2021 haben wir eine zweite Keynotespeakerin organisiert. Am 25.03.2021 von 18:00 bis 19:30 Uhr über Zoom wird Dr. Natasha A. Kelly über das Thema „Critical Whiteness“ sprechen und anschließend mögliche Fragen beantworten. Zum Thema: „Critical Whiteness“ ist in allem Munde. Es wird heiß debattiert – von dem Einen hoch gelobt, von den Anderen heftig kritisiert. Doch was hat es mit dem Ansatz auf sich? Woher stammt es und wann wurde es in die Wissenschaft eingeschrieben? Ist mit seiner Verwendung ausschließlich ein „kritisches Weiß-sein“ gefordert oder geht – wie so häufig – etwas in der Übersetzung verloren? Dr. Natasha A. Kelly wird in ihrem Vortrag „Critical-Whiteness-Ansatz“ auf die Spur gehen und aufzeigen, was er für Politik, Gesellschaft und Wissenschaft leisten kann bzw. sollte. Für die AG Abigail M. Joseph-Magwood, Christiane Leiste, Marlene Schriever und Alina Schmeing ________________________________________________________________________________________________________ Dr. Natasha A. Kelly ist promovierte Kommunikationssoziologin, Autorin, Kuratorin und Künstlerin. Ihre Kunstinstallationen wurden u. a. am Deutschen Historischen Museum Berlin, Deutschen Hygiene Museum Dresden und am Kunstpalast Düsseldorf gezeigt. Mit ihrer preisgekrönten und international gereisten Dokumentation „Millis Erwachen“ feierte sie ihr Filmdebüt auf der 10. Berlin Biennale 2018. Installationen und Screenings folgten in der Bundeskunsthalle Bonn, Museum für Moderne Kunst Frankfurt u.v.m. Die gleichnamige Publikation erschien im selben Jahr im Orlanda Frauenverlag in Berlin. Basierend auf ihrem Buch „Sisters & Souls“ (2015) wird seit 2016 unter ihrer künstlerischen Leitung das sequentielle Empowerment-Theater „M(a)y Sisters“ zum Gedenken an die afro-deutsche Dichterin May Ayim am HAU Hebbel am Ufer Theater in Berlin inszeniert. Gastspiele gab es am Lichthoftheater Hamburg und am Düsseldorfer Schauspielhaus u.a. Als Residentin des "Vila Sul Programms" des Goethe Instituts verbrachte sie 2019 zwei Monate in Salvador de Bahia, Brasilien, wo sie nicht nur bestehende Projekte präsentierte, sondern auch neue Projekte entwickelte. Ihr Regiedebüt beging sie 2019/20 mit der internationalen Aufführung ihrer Dissertationsschrift „Afrokultur. Der Raum zwischen gestern und morgen“ (2016) in drei Ländern (Brasilien/USA/Deutschland) und drei Sprachen (portugiesisch/englisch/deutsch). Mit der Publikation "The Comet - Afrofuturism 2.0" (2020) und das gleichnamige Symposium, das 2018 am HAU Theater von ihr kuratiert wurde, bewegte sie sich erstmals von historischen Darstellungen weg hinzu Visionen von Zukunft. Im April 2021 erscheint ihr neustes Buch, „Rassismus. Strukturelle Probleme brauchen strukturelle Lösungen“ als Reaktion auf den Black Lives Matter Sommer 2020. 19. März 2021: Filmstreaming zum Thema "Alltagsrassismus" Liebe Studierende, Lehrende und Mitarbeitende der Hochschule, Anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus vom 15.03.2021 bis 28.03.2021 findet ein Streaming des Filmes „ Alltagsrassismus “ statt. Am 19.03.2021 von 19:00 bis 20:30 möchten wir gerne den Film gemeinsam anschauen und anschließend Raum für eine Diskussion lassen. Zum Film: In dem Film sprechen Jugendliche verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft offen über ihre persönlichen Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung und ihren Umgang damit. Wie reagieren sie, wenn eine Einzelperson oder eine Gruppe beleidigt wird? Wo mischen sie sich ein und wo nicht? Die Jugendlichen zeigen ihr Leben in einer multikulturellen Gesellschaft mit den Herausforderungen, die diese mit sich bringt. Die eigene Herkunft und die kulturelle Zugehörigkeit spielen dabei für sie in ihrem Alltag eine genauso wichtige Rolle wie kulturelle Unterschiede und Abgrenzungen. Mit wem sind sie befreundet – mit wem nicht? Was lernen sie von anderen Kulturen und wie wirkt sich kulturelle Vielfalt auf den Freundeskreis aus? Für die AG Abigail M. Joseph-Magwood, Christiane Leiste, Marlene Schriever, Moritz Rebafka und Alina Schmeing 15. März 2021: Vortrag von Prof. Dr. Kehinde Andrews zum Thema: "Racism in Higher Education" Vom 15.03.2021 bis 28.03.2021 finden die Internationalen Wochen gegen Rassismus statt. Auch die Anti- Rassismus AG der Hochschule beteiligt sich mit spannenden Veranstaltungen an der Kampagne, um die generelle Sensibilität für das Thema in unsere Hochschule zu fördern und um strukturellen Rassismus kritisch in den Blick zu nehmen. Am 15.03.2021 von 19:00 bis 20:30 Uhr findet ein erster Gastvortrag von Professor Dr. Kehinde Andrews statt. Er wird über das Thema „Racism in higher education“ sprechen und anschließend mögliche Fragen beantworten. Der Vortrag wird sich mit Rassismus in der Hochschulbildung sowie mit Kampagnen zur "Dekolonisierung der Universität" in der heutigen Zeit beschäftigen. Mehr Informationen zu seiner Person finden Sie weiter unten. Für die AG Abigail M. Joseph-Magwood, Christiane Leiste, Marlene Schriever und Alina Schmeing ________________________________________________________________________________________________________ Zu Professor Dr. Kehinde Andrews: Kehinde Andrews is Professor of Black Studies at Birmingham City University. His research focuses on resistance to racism and grassroots organisations. His book Black to Black: Retelling Black Radicalism for the 21 st Century was published in 2018. He also wrote Resisting Racism: Race, Inequality and the Black Supplementary School Movement in 2013 and is editor of the Blackness in Britain book series with Zed Books. His latest book, The New Age of Empire: How Racism and Colonialism Still Rule the World is published by Penguin Allen Lane in the UK and by Bold Type Books in the US. Kehinde has written opinion pieces for outlets including the Guardian, Independent, Washington Post and CNN. Kehinde is founder of the Harambee Organisation of Black Unity ; and co-chair of the Black Studies Association. 2020 10. Dezember 2020: Worldwide Screening von "I Am Not Your Negro" Anlässlich des Jahrestages der durch die UNO im Jahr 1948 verkündeten Allgemeinen Erklärungen der Menschenrechte veranstaltet das Internationale Literaturfestival Berlin am 10. Dezember 2020 ein weltweites Screening des Filmes „ I Am Not Your Negro “ von Raoul Peck. Auch die Hochschule wird sich an diesem Screening beteiligen und am 10.12.2020 um 18:00 den Film über Zoom streamen. Der Film erhellt die Kontinuität des Rassismus und dokumentiert den auch in der Kunst artikulierten Widerstand gegen ihn. Mit der weltweiten Vorführung des Films von Raoul Peck soll auch unsere Verantwortung unterstrichen werden, die Geschichte der Kolonisation und des Rassismus detailliert aufzuarbeiten. Weitere Informationen zu dem Film finden Sie unten. Die Initiative „Anti-Rassismus an der Hochschule“ ist zusammen mit dem Projekt „Mindful Leadership“ Teil dieses weltweiten Screenings, um zur Sensibilisierung zum Thema Rassismus beizutragen. Zu dem Film „I Am Not Your Negro“ : Es handelt sich um einen preisgekrönten 95-minütigen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2016, der auf der Basis des unvollendeten Roman-Manuskripts „Remember This House“ von James Baldwin (1924 – 1987) gedreht wurde. Peck versucht in dem Film den Rassismus der US-Gesellschaft im zeitlichen Panorama von 1890 bis 2014 mittels filmischer Collage und der Lebensgeschichte von drei Freunden Baldwins aus der Bürgerrechtsbewegung zu erfassen, die in den 60er Jahren ermordet wurden: dem Menschenrechtsanwalt Medgar Evers (+1963), dem Black Muslim Malcolm X (+1965) und dem Baptistenpfarrer und Bürgerrechtler Martin Luther King jr. (+1968). Organisator*innen : Projekt „Mindful Leadership“ und AG „Anti-Rassismus an der Hochschule“ Veranstaltungsort: Hochschule Osnabrück Uhrzeit: 18:00 Uhr Teilnehmende Akteur*innen : Christiane Leiste, Abigail Joseph-Magwood, Alina Schmeing Veranstaltungssprache : deutsch Zoom-Link: https://zoom.us/j/4320569603 Mit freundlichen Grüßen, Abigail Joseph-Magwood, Christiane Leiste, Alina Schmeing Projekt Mindful Leadership 19. Juni 2020: "Forum Mindful Leadership" + Deep Democracy Workshop mit Begründerin Myrna Lewis 19. Juni 2019 15:00 bis 16:30 „Forum Mindful Leadership“ 17:00 bis 18:30 Workshop Deep Democracy mit Begründerin Myrna Lewis Wir haben seit unserem ersten Achtsamkeitstraining in dem Projekt Mindful Leadership in den vergangenen 2 Jahren vieles ausprobiert und auf den Weg gebracht. Hierzu stellte Frau Leiste den Stand unseres Projekts vor. Anschließend wurde über das Erreichte diskutiert und über das weitere Vorgehen ausgetauscht. Es ist uns eine besondere Freude und Ehre, dass wir für die Veranstaltung als Special Guest die Begründerin von Lewis Deep Democracy Myrna Lewis aus Südafrika, gewinnen konnten. Frau Leiste hat als ausgebildete Deep Democracy Trainerin bereits mehrere Kurse mit Studierenden und Hochschulangehörigen mit großer Resonanz durchgeführt. Myrna Lewis stellte in einer Keynote die Grundidee dieses Ansatzes vor. Nach dem Forum schloss Sie für alle, die Lust bekommen haben, die Methode praktisch auszuprobieren, ein Workshop an. Myrna Lewis: M.A. Clinical Psychology CEO Deep Democracy Ltd. Myrna Lewis begründete Deep Democracy nach dem Ende des Apartheid Regimes in Südafrika. Sie war von Eskom, einem großen Energieversorgungsunternehmen, beauftragt worden, das Unternehmen bei der Transformation zur Demokratie zu unterstützen. Seitdem hat sie die Methode weiterentwickelt und inzwischen ist Lewis Deep Democracy in mehr als 20 Ländern weltweit verbreitet. Deep Democracy ist eine Methode für Entscheidungsfindung und Konfliktlösung. Sie ermöglicht Gruppen und Organisationen, dass alle Stimmen auch die der Minderheit, gehört und integriert werden. Myrna Lewis erhielt 2001 den Ashoka-Stipendienpreis der Ashoka Foundation in Washington, DC, mit dem sie ihre Empowerment-Arbeit mit südafrikanischen Lehrer*innrn und HIV / Aids-Berater*innen unterstützte. 2006 erkannten die Vereinten Nationen Deep Democracy als eine der achtzig führenden afrikanischen Innovationen an. Im Jahr 2008 war Myrna Finalistin bei der Auszeichnung "South African Business Women of the Year" und veröffentlichte ihr Buch "Inside the NO - Fünf Schritte zu Entscheidungen, die Bestand haben". Myrna ist Mutter von zwei Kindern und Großmutter von vier Kindern und lebt in Australien. 2019 07. Januar 2019 15 - 17 Uhr Workshop: „Wirksamer führen – gelassen arbeiten“ Achtsamkeit für Führungskräfte an der Hochschule Workshop: „Wirksamer führen – gelassen arbeiten“ Hochschule Osnabrück am 07. Januar 2019 von 15-17 Uhr Achtsamkeit für Führungskräfte an der Hochschule Achtsamkeit wird immer mehr zum festen Bestandteil der Personal- und Führungsentwicklung, immer häufger auch an Hochschulen. Ein neuer Umgang mit den rasant sich ändernden Bedingun-gen der Arbeitswelt in Lehre Forschung und Verwaltung ist gefordert. Achtsamkeit, verstanden als eine Fähigkeit des menschlichen Geistes zur Steuerung der Aufmerk-samkeit trägt nicht nur dazu bei, sowohl die Konzentration als auch den Überblick zu behalten. Sie verändert Sichtweisen und verbessert nachhaltig den Umgang mit Emotionen. Gelassenheit und Ruhe sind dann fast zwangsläufige „Nebenwirkungen“. Wird das Arbeiten in Forschung Lehre und Verwaltung wieder als freudvoll und kreativ erlebt, verbessert sich nicht nur die Qualität der Ergebnisse – sondern ganz besonders auch die Lebensqualität. Im Workshop erhalten Sie eine Einführung in das Thema Mindful Leadership und praktizieren Übungen, die Sie am Arbeitsplatz und zu Hause anwenden können. Anmeldungen senden Sie bitte per Email an Charlotte Rotert: c.rotert@hs-osnabrueck.de. 17. - 19. März 2019: Münchenfahrt zum Vortrag des Hirnforschers Richard Davidson "Achtsamkeit in der Bildung" „We can change the brain by changing the mind“ Begegnung mit Prof. Dr. Richard Davidson Eine Möglichkeit für Studierende und Lehrende sich näher mit dem aktuellen Kenntnisstand im Bereich "Achtsamkeit in der Bildung" auseinanderzusetzen, bot die Busfahrt vom 17.03. - 19.03.2019 nach München zu einem Vortrag des amerikanischen Hirnforscher Prof. Dr. Richard Davidson. Dieser ist Gründer und Leiter des Center of Healthy Minds von der University of Wisconsin-Madison. Seine Forschung setzt sich verstärkt mit neuralen Grundlagen von Emotionen und mit Vorgehensweisen, wie menschliches Wohlbefinden gefördert werden kann, auseinander. Darunter befinden sich auch Methoden, wie Meditationspraktiken und andere kontemplative Übungen. 53 Studierende aus unterschiedlichen Fachbereichen konnten von dieser Fahrt profitieren und neben der Begegnung mit Richard Davidson neue Erfahrungen durch den Austausch untereinander sammeln. 20. März 2019: Studierende veranstalten erstmals den Weltglückstag an der Hochschule 20. März 2019: Der Weltglückstag etabliert sich nun auch an der Hochschule 2012 beschloss die UN – Vollversammlung den „International day of happiness“ (Weltglückstag). Seit 2013 wird er interantional gefeiert und nun auch bei uns an der Hochschule. Am 20. März 2019 organisierte erstmals eine Gruppe von Studierenden ein Programm für diesen Tag, von Meditation bis zu einer Open Stage. Hintergrund dieses Engagements war der „Gross National Happiness“ Workshop im September 2018. In diesem Rahmen lernten Lehrende, Mitarbeitende und Studierende am Beispiel des Landes Bhutan einen alternativen Gesellschaftsindex kennen: das Bruttonationalglück. Dies gibt Auskunft über das subjektive Wohlbefinden einer Gesellschaft und grenzt sich somit vom Bruttoinlandsprodukt ab, das lediglich den materiellen Wohlstand eines Landes darstellt. Motiviert durch diesen Workshop beschlossen Studierende unterschiedlicher Fakultäten einen Beitrag zum subjektiven Wohlbefinden an der Hochschule, im Rahmen des „International Day of Happiness“, zu leisten. Ein Tag voller Glück und Achtsamkeit – und jeder war eingeladen mitzumachen und teilzuhaben. Die ersten Programmpunkte legten den Fokus nach innen. Der Tag startete Mittags mit einer Meditation, angeleitet von Gabrielle Poerschke, Mitbegründern der durch den Workshop entstandenen Initiative „Meditation am Campus“. Im Anschluss folgte ein „Mindfulness-Workshop“ von Christiane Leiste, Projektleiterin des Mindful Leaderships. Achtsamkeit als ein wichtiges Element des „Glücklich seins“: Aufmerksam werden, um das eigene wahrnehmen und wertschätzen zu können. Die folgende „Yoga Praxis für die Sinne“ von Susanne Frank war eine Möglichkeit, die innere kultivierte Achtsamkeit nach außen zu richten und mit Hilfe von Bewegung wiederrum zur eigenen Ausgeglichenheit und Ruhe zu kommen. Der Abend wurde bunt: eine Open Stage zu Thema „Teile dein Glück“ in der Caprivi Lounge. Hierzu fanden sich über 200 Studierende, Lehrende und Mitarbeiter verschiedender Fakultäten ein, um den Vorträgen, Musikstücken und Poetry Slams von internen und externen Künstlern zu lauschen. André Voß moderierte mit musikalischer Begleitung von Florian Niederl die Zuschauer durch den Abend: Es gab humorvolle und zum Nachdenken anregende Poetry Slams, ein Jazzstück, Vorträge, Raps, Buchausschnitte und einen spontan zusammengeschriebenen Beitrag - eine spannende und schöne Abwechslung. Dazwischen eine kleine Pause, um sich untereinander auszutauschen, die Snacks, Getränke und das Zusammensein genießen zu können und sich dann weiter den kreativen Vorträgen zu widmen. 2018 9. September 2018: Öffentlicher Vortrag zum Thema Bruttonationalglück (Gross National Happiness GNH) Vortrag zum Thema Bruttonationalglück (Gross National Happiness GNH) - Die inneren und äußeren Bedingungen des Glücks - am Sonntag, 9. September 2018, in der Aula der Hochschule am Campus Westerberg: Etwa 500 Besucherinnen und Besucher waren dabei. Sie kamen sowohl aus der Hochschule selbst als auch zum großen Teil aus dem gesellschaftlichen Umfeld der Hochschule. Dr. Ha Vinh Tho vom Eurasia Learning Institute for Happiness and Wellbeing, Ehemaliger Leiter des Bruttonationalglückzentrums in Bhutan weiß, wovon er spricht, wenn er vom Glück redet. Als ehemaliger Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes hat er in zahlreichen Regionen der Welt gearbeitet, in denen große Not herrschte und in denen die Bevölkerung kein Glück hatte. Dr. Ha Vinh Tho war seinerzeit für die Ausbildung von Menschen des Roten Kreuzes in Krisengebieten verantwortlich. Kriege, Naturkatastrophen und ungehemmtes wirtschaftliches Wachstum waren und sind dort Bedingungen, die einer glücklichen Entwicklung einer Region entgegenstehen. Woran macht man eigentlich Erfolg fest? Der heute in der Schweiz lebende promovierte Erziehungswissenschaftler wurde 2012 aus 150 Bewerbungen ausgewählt, um im Königreich Bhutan das neu eingerichtete „Programmzentrum für das Bruttonationalglück“ aufzubauen. Die Regierung des Königreiches und hier insbesondere der junge Monarch Jigme Singye Wangchuck hatten seinerzeit beschlossen, das Regierungshandeln nicht auf die Mehrung des Bruttoinlandproduktes zu fokussieren, sondern die Erfolgsmessung auf das Bruttonationalglück zu setzen. Zu dem Thema wurde bereits 2011 eine UNO Resolution „Glück und Wohlbefinden, ein neues Entwicklungs-Paradigma“ einstimmig angenommen, und die sogenannte „Glücksforschung“ ist heute in vielen akademischen Forschungsinstituten verbreitet. Dr. Ha Vinh Tho berichtet in seinem Vortrag von Wegen und Möglichkeiten, andere Ansätze des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu kreieren. Seinen Grundsatz, sich zuerst mit Leid zu befassen, bevor man über Glück spricht, stellt er als soziale Gesamtverantwortung vor. 10. - 12. September 2018: Workshop Campus Haste (hochschulintern) zum Thema: Bruttonationalglück (GNH): Von innerer Transformation zu sozialer Innovation Der Workshop ist für maximal 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konzipiert und ist Bestandteil des Weiterbildungsangebots der Hochschule Osnabrück. Er ist offen für Lehrende, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den wissenschaftsunterstützenden Bereichen und Studierende. Am ersten Tag werden wir in das Konzept „Bruttonationalglück“ eingeführt. Am zweiten Tag werden wir unser Verständnis der inneren und äußeren Bedingungen von Glück vertiefen und praktische Methoden und Übungen erfahren, durch die Glück und Wohlbefinden deutlich verbessert werden können (Happiness Skills). Am dritten Tag werden wir Beispiele und Erfahrungen mit GNH aus anderen Organisationen kennen lernen und gemeinsam reflektieren, welche Bezüge aus dem Konzept sich auf die Bedürfnisse unserer Hochschule übertragen lassen könnten. Der Workshop wird in Vorträgen, Dialogen und Übungen in Plenum und Kleingruppen nach der Methode-U (Otto Scharmer) durchgeführt. Hintergrund: Der vierte König von Bhutan gab zu Beginn seiner Regentschaft 1972 die berühmt gewordene Erklärung ab, dass für sein Königreich Bruttonationalglück wichtiger sei als das Bruttosozialprodukt. Damit eröffnete er den Gestaltungsraum für ein neues Entwicklungsparadigma, das auf dem Glück und Wohlbefinden für alle Menschen und Lebewesen gründet, anstatt nur auf wirtschaftliches Wachstum. Dieses Konzept wurde über viele Jahre unter Beteiligung renommierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit weiterentwickelt. Obwohl es einen stetig ansteigenden Konsens darüber gibt, wie wichtig Glück für das menschliche Leben ist, hat es paradoxerweise trotz zahlreicher wissenschaftlicher Belege bis vor kurzem wenig Anstrengungen gegeben, die inneren und äußeren Bedingungen für Glück in unserer Gesellschaft auch tatsächlich herzustellen. In jüngster Vergangenheit hat dieses Interesse stark zugenommen und viele, insbesondere amerikanische Universitäten, haben das Thema aufgegriffen und bieten beispielsweise mit großem Erfolg Seminare für das Erlernen von „Happiness Skills“ wie z.B. Achtsamkeit, tiefes Zuhören und ein konstruktiver Umgang mit Konflikten und Emotionen, für ihre Studierenden an. Auch und gerade im Zusammenhang mit dem insbesondere durch Globalisierung und Digitalisierung stark beschleunigten Veränderungen der Arbeitswelt können dadurch Gelassenheit und Kreativität gefördert werden. Die Vereinten Nationen haben Glück und Wohlbefinden in ihre Nachhaltigkeitsziele (SDG’s) aufgenommen; die UNESCO hat mit den „Happy Schools“ einen neuen Bildungsbericht veröffentlicht, der Glück und Wohlergehen in das Zentrum aller pädagogischen Bemühungen rückt. Viele Unternehmen und Organisationen rund um den Globus entwickeln Strategien mit dem Ziel, positiv auf das Wohlergehen ihrer Beschäftigten, Anspruchsgruppen der Gesellschaft und der Umwelt insgesamt ein zu wirken. Wir wollen uns als Bildungseinrichtung mit diesem Gedanken beschäftigten. 28. und 29. September 2018, Workshop, Christiane Leiste, Deep-Democracy-CoResolve (Workshop ist ausgebucht) Dieser Kurs wendet sich an Professorinnen und Professoren Deep Democracy-CoResolve ist eine Methode, Dynamiken von Gruppen und Teams zu verstehen, die kollektive Intelligenz von Gruppen zu nutzen, nachhaltige Entscheidungen herbeizuführen, die alle Teammitglieder einbeziehen, Anzeichen von Widerstand und auftauchenden Konflikten frühzeitig zu bemerken und aufzugreifen, Spannungen zu reduzieren und als Chance zu sehen, Lernen und Beziehung zu ermöglichen und Konflikte zu lösen. Die Methode wurde von Myrna Lewis in der Nach-Apartheid-Phase in Südafrika entwickelt. Heute wird CoResolve erfolgreich in 20 Ländern angewendet, u. A. in Südafrika, Australien, Großbritannien, Niederlanden, Dänemark, Schweden und Türkei. 12. - 13. November 2018: Prof. Dr. Andreas de Bruin, Achtsamkeit und Meditation im Hochschulkontext - Wissenschaftliche Befunde und Anwendungsbereiche Vortrag: Achtsamkeit und Meditation im Hochschulkontext. Wissenschaftliche Befunde und Anwendungsbereiche Vor allem Neurowissenschaftler haben sich seit den Siebzigerjahren eingehend mit Meditationsforschung beschäftigt und herausgefunden, dass Meditation nicht nur Geist und Körper entspannt, sondern Funktionen des Gehirns insgesamt verändern kann. So hat Meditation auch ein Effekt auf Kompetenzen wie Bewusstwerden von eigenen Bewertungsprozessen, Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, Verbesserung der Selbstwirksamkeit und des Empathievermögens sowie Stress- und Angstabbau. Vor diesem Hintergrund erscheint Meditation als geeigneter Ansatz, die persönliche Stressbewältigung und Stressprävention zu verbessern sowie auch die Konzentration und die Emotionsregulation zu fördern. Immer mehr Menschen haben Schwierigkeiten, mit dem Tempo der heutigen Zeit Schritt zu halten. Auch an Hochschulen zeigt sich Studien zufolge inzwischen, dass studieren längst keine stressfreie Angelegenheit ist. Wichtig ist es, Fähigkeiten zu erwerben, um mit dem Druck in Studium und Beruf konstruktiv umgehen zu können. Was Achtsamkeit und Meditation für die Gesellschaft und für Hochschulen bedeuten kann, wurde am Beispiel des „Münchner Modells“ (Meditation an der Hochschule) und verschiedener Anwendungsbereiche wie Kindergarten, Schulen, Hochschulen, Kliniken und Unternehmen verdeutlicht. Workshops für Studierende: Stressmanagement und Meditation für Lehrende und Mitarbeitende Stressmanagement und Meditation Meditation in der Lehre? Diskussion mit Interessierten: Umsetzungsmöglichkeiten an der Hochschule Osnabrück Hintergrund: Die Initiative »Meditation im Hochschulkontext – Das Münchner Modell«- wurde 2010 von Prof. Dr. Andreas de Bruin ins Leben gerufen. Beim Münchner Modell handelt es sich insbesondere um die Implementierung von Meditations- und Achtsamkeitsübungen in Form von Lehrveranstaltungen in die Lehrpläne verschiedener Studiengänge an der Hochschule München und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Im Mittelpunkt stehen praktische Meditationsübungen. Theoretische Bausteine in der Lehrveranstaltung sind insbesondere die wissenschaftliche Forschung, Hintergrundwissen über die verschiedenen Meditationsansätze und Anwendungsbereiche. Die Studierenden lernen dabei auch, wie die Übungen in den jeweiligen Berufsfeldern – abhängig vom jeweiligen Studiengang – eingesetzt werden können. Angebote gibt es derzeit in der Hochschule München bereits neun Studiengängen. Über 1300 Studierende haben das Programm bereits absolviert, pro Semester nehmen 150 Studierende an den Kursen teil. Professor Dr. Andreas de Bruin unterrichtet an der Hochschule München und im Rahmen einer Bildungs- und Forschungskooperation zusätzlich an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Zu seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkten gehören insbesondere die Wirkungsdimensionen von Meditation und Achtsamkeit. Er ist Initiator und Leiter des Münchener Modells „Meditation im Hochschulkontext“ sowie des öffentlichen und kostenlosen Rahmenprogramms „Spirituelle Lehrer und ihre Unterweisungen“. Weitere Informationen: www.hm.edu/meditationsmodell 12. und 13. November 2018: Meditation und Stressmanagement mit Prof. Andreas de Bruin Montag, 12. November 2018 im Raum SL0220 14.30 – 16 Uhr Workshop für Studierende: Stressmanagement und Meditation I 16.30 – 18 Uhr Workshop für Lehrende u. Mitarbeitende: Stressmanagement und Meditation Dienstag, 13. November 2018 im Raum SL0220 09:00-10.30 Uhr Workshop für Studierende: Stressmanagement und Meditation II 11:00-12.30 Uhr Workshop für Lehrende: Meditation in der Lehre? 15:00-17:00 Uhr Meeting : Diskussion mit Interessierten: Umsetzungsmöglichkeiten an der Hochschule Osnabrück Workshop: Stressmanagement und Meditation Immer mehr Menschen haben Schwierigkeiten, mit dem Tempo der heutigen Zeit Schritt zu halten. Auch an Hochschulen zeigt sich Studien zufolge inzwischen, dass studieren längst keine stressfreie Angelegenheit ist. Wichtig ist es, Fähigkeiten zu erwerben, um mit dem Druck in Studium und Beruf konstruktiv umgehen zu können. Vor allem Neurowissenschaftler haben sich seit den Siebzigerjahren eingehend mit Meditationsforschung beschäftigt und herausgefunden, dass Meditation nicht nur Geist und Körper entspannt, sondern Funktionen des Gehirns insgesamt verändern kann. So hat Meditation auch ein Effekt auf Kompetenzen wie Bewusstwerden von eigenen Bewertungsprozessen, Steigerung der Konzentrationsfähigkeit, Verbesserung der Selbstwirksamkeit und des Empathievermögens sowie Stress- und Angstabbau. Vor diesem Hintergrund erscheint Meditation als geeigneter Ansatz, die persönliche Stressbewältigung und Stressprävention zu verbessern. Meditation in Theorie und Praxis bildet zusammen mit spezifischen Achtsamkeitsübungen den Kern des Workshops. Professor Dr. Andreas de Bruin unterrichtet an der Hochschule München und im Rahmen einer Bildungs- und Forschungskooperation zusätzlich an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Zu seinen Lehr- und Forschungsschwerpunkten gehören insbesondere die Wirkungsdimensionen von Meditation und Achtsamkeit. Er ist Initiator und Leiter des Münchener Modells „Meditation im Hochschulkontext“ sowie des öffentlichen und kostenlosen Rahmenprogramms „Spirituelle Lehrer und ihre Unterweisungen“. Weitere Informationen: www.hm.edu/meditationsmodell 22. November 2018 / 29. November 2018 / 13. Dezember 2018 und 17. Januar 2019, Werkstattgespräche, Dr. Nils Altner, Mindful Leadership Achtsamkeitswerkstatt mit Nils Altner Im Rahmen des Projektes Mindful Leadership möchten wir erkunden, ob und wie es gelingt und weiter gelingen kann, die Hochschule als einen Ort des menschlichen miteinander Lernens und Wachsens zu gestalten. Wie können wir, die wir uns mit Achtsamkeit und Mitgefühl beschäftigen, dazu beitragen, dass die oft abwertende, prekäre, kompetitive Kultur in Wissenschaft und Bildung (die uns auch geprägt hat) sich wandelt und durch uns menschengemäßer wird? Mit welcher Praxis nach innen und nach außen wollen und können wir das unterstützen? (Wie) geht das im direkten miteinander und braucht es darüber hinaus eine explizit reflektierte und formulierte ethische Basis sowie entsprechende Struktur- und Kulturentwicklungen? Die Follow Ups sind für ehemaliger Teilnehmer*innen eines Achtsamkeitstrainings konzipiert. Sie können an einem oder auch an zwei Follow Ups teilnehmen. Donnerstag, 22.11.2018 10.30-13:00 Uhr Achtsam den Hochschulalltag gestalten - (wie) geht das?; Raum CB 0113 14:30-17:00 Uhr Follow Up Osnabrück 1; Raum SL0219 Donnerstag, 29.11.2018 10:30-13:00 Uhr Follow Up Lingen; Raum LL 0103 15:00-17:00 Uhr Digitalisierung u. Achtsamkeit; Raum CB 0113 Donnerstag, 13.12.2018 10.30-13:00 Uhr Follow Up Osnabrück 2; Raum CB 0113 14:30-17:00 Uhr Achtsame Kommunikation; Raum CB 0113 Donnerstag, 17.01.2019 10.30-13:00 Uhr Achtsame Führung; Raum SL0220 14:30-17:00 Uhr Thema wird noch bekannt gegeben; Raum CB0113 Anmeldungen senden Sie bitte per Email an Charlotte Rotert: c.rotert@hs-osnabrueck.de. Nils Altner : Gesundheits- und Bildungswissenschaftler (Dr. phil.) mit 20 Jahren Erfahrung in der Konzipierung und Vermittlung achtsamkeits- und mitgefühlsbasierter Bildungsangebote im klinischen Setting, in der BMBF-geförderten Präventionsforschung in Unternehmen, sowie im Auftrag vom Land NRW im Modellprojekt „Achtsamkeit in der Schulentwicklung“, 20 Jahre Erfahrung in der Hochschul-Lehre und –Forschung (FH Münster, Uni Duisburg-Essen, Harvard Medical School, Norwegian University of Science and Technology), 17 Jahre Erfahrung in der Ausbildung von ca. 1.700 MBSR-KursleiterInnen und Mind-Body-TherapeutInnen in acht europäischen Ländern, zahlreiche wissenschaftliche und Buchpublikationen u.a. zu „Achtsamkeit und Bildung“.

Wissenschaftstransfer Labor für Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit Additive Fertigung topAM – Tailoring ODS materials processing routes for additive manufacturing of high temperature devices for aggressive environments Konsortium des internationalen Projektes Die europäische Industrie steht vor vielen Herausforderungen wie dem globalen Wettbewerb und dem großen Wandel hin zu Energie- und Ressourceneffizienz. topAM kann zu diesen Anforderungen beitragen, indem neue Verarbeitungswege für oxiddispersionsverstärkte (ODS) Legierungen auf FeCrAl-, Ni- und NiCu-Basis entwickelt und angewendet werden. Neuartige ODS-Materialien bieten einen klaren Vorteil für die Prozessindustrie, indem bspw. topologieoptimierte, sensorintegrierte Hochtemperaturgeräte (Gasbrennerköpfe, Wärmetauscher) gefertigt und aggressiven Umgebungen ausgesetzt werden können. Die Legierungs- und Prozessentwicklung wird durch einen fortschrittlichen ICME-Ansatz (Integrated Computational Materials Engineering) begleitet, der rechnergestützte Thermodynamik, Mikrostruktur und Prozesssimulation kombiniert, um Zeit und Rohstoffe zu sparen und die Lebensdauer des Bauteils zu verlängern. Die physikalische Herstellung der Legierungen wird durch die Kombination aus Nanotechnologien zur Aggregation von ODS-Verbundwerkstoffen und dem selektive Laserschmelzen inklusive Nachbearbeitung realisiert. Der ICME-Ansatz wird durch eine umfassende Materialcharakterisierung und intensive Prüfung von Bauteilen unter industriell relevanten Betriebsbedingungen ergänzt. Diese Strategie ermöglicht ein tieferes Verständnis der Beziehungen zwischen Prozess, Mikrostruktur und Eigenschaften sowie eine Quantifizierung der verbesserten Funktionen, Eigenschaften und Lebenszyklusbewertungen. Dies fördert die Kostenreduzierung, eine verbesserte Energieeffizienz und überlegene Eigenschaften in Kombination mit einer signifikanten Verlängerung der Lebensdauer. Das Konsortium besteht aus Anwendern, Materiallieferanten und Forschungsinstituten, die in den für dieses Vorhaben relevanten Bereichen weltweit führend sind, was eine effiziente, anwendungsorientierte Ausführung von topAM auf hohem Niveau garantiert. Die Industrieprojektpartner, insbesondere die KMU, werden aufgrund ihrer strategischen Position in der Wertschöpfungskette der Materialverarbeitung (z.B. der Pulverproduktion) an Wettbewerbsfähigkeit gewinnen, was unmittelbar zur Stärkung Europas in seiner führenden Position im aufstrebenden Technologiefeld AM (Additive Manufacturing) in einer einzigartigen Kombination mit ICME beiträgt. Projektleitung: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen Kontakt: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp IEHK - Institut für Eisenhüttenkunde / Steel Institute RWTH Aachen University Intzestraße 1 D-52072 Aachen Telefon: +49 241-80 92913 Kooperationspartner: Stiftung Fachhochschule Osnabrück KME Germany GmbH La Rochelle Université Universidad Complutense de Madrid Ustav fyziky materialu, Akademie Ved Ceske republiky, v.v.i. DECHEMA-Forschungsinstitut Stiftung Sieć Badawcza Łukasiewicz - Krakowski Instytut Technologiczny VDM Metals International GmbH Linde GmbH RISE IVF AB Zoz GmbH Indutherm Gießtechnologie GmbH QuesTek Europe AB Aktiebolaget Sandvik Materials Technology Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr.-Ing. Katrin Jahns Jan-Philipp Roth, M.Sc. Projektdauer: 01/2021 - 12/2024 Finanzierung: Europäische Kommission, Förderlinie HORIZON 2020 E-Mat3D – Entwicklung neuer Kupferwerkstoffe für die additive Fertigung von Hochleistungs-Elektronikbauteilen für die Elektromobilität Abbildung 1: Projektziel des E-Mat3D ist die Herstellung einer Hochleistungssteckverbindung auf der Basis von Kupferpulver mittels selektiven Laserschmelzen(Quelle: Harting Technology Group) Kupferwerkstoffe zeichnen sich vor allem durch ihre hervorragende Kombination zwischen thermischen, elektrischen und mechanischen Eigenschaften aus. Die additive Fertigung dieses Materials mittels selektiven Laserschmelzen bietet zudem die Ausnutzung größtmöglicher geometrischer Freiheit bei der Konstruktion von Bauteilen. Durch die Verknüpfung der Materialeigenschaften von Kupferlegierungen und mit der Konstruktionsfreiheit der additiven Fertigung besteht ein hohes Potenzial dieser Technologie im Bereich der Elektromobilität. Dort werden Kupferwerkstoffe in Stecker als Verbindungselemente zwischen der Ladestation und dem Fahrzeug genutzt (siehe Abbildung 1). Die Effizienz und die Zeitdauer des Aufladeprozesses hängt in einem hohen Maße von der Temperaturentwicklung während des Aufladens ab. Dafür sind aufgrund von hohen thermischen Belastungen während des Ladens innenliegende Kühlkanäle erforderlich. Diese sind mit den konventionellen Fertigungsmethoden nur unter einem hohen Aufwand herstellbar. In diesem Zusammenhang ist das Ziel des Projekts „E-Mat3D“ ist die Realisierung der Fertigung eines solchen Hochleistungs-Elektronikbauteiles. Für die Herstellung einer additiv gefertigten Steckverbindung müssen die Prozessschritte des selektivem Laserschmelzen auf Kupferlegierungen optimiert werden. Ein wesentlicher Punkt besteht hierbei in der Pulverherstellung. Zu diesem Zweck werden niedriglegierte Kupferlegierungen mittels Gasverdüsungsanlage zu sphärischen Partikel verdüst. Im Mittelpunkt der Pulverherstellung steht dabei die Legierungssysteme Kupfer-Chrom-Zirkon, Kupfer-Zirkon und Kupfer-Nickel-Silizium. Das Pulver wird durch sieben und windsichten für das selektive Laserschmelzen vorbereitet. Während des SLM-Prozesses wird auf der Basis eines CAD-Models eine zweidimensionale Kontur des Steckers mit einem roten bzw. grünen Laser abgefahren. Der Herstellungsprozess selbst bereitet aufgrund der hohen Reflektivität und der Wärmeleitung des Kupfers einige Probleme. Für die Fertigung von defektfreien Bauteilen besteht in dem Finden der optimalen Laserparameter. Die hergestellten Bauteile werden zum Schluss der Prozesseskette einem Post-Processing unterzogen. Dies schließt im Wesentlichen Wärmebehandlungen wie das Spannungsarmglühen ein. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels Prof. Dr.-Ing. Bernhard Adams Kontakt: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp IEHK - Institut für Eisenhüttenkunde / Steel Institute RWTH Aachen University Intzestraße 1 D-52072 Aachen Telefon: +49 241-80 92913 krupp@iehk.rwth-aachen.de Kooperationspartner: KME Germany GmbH & Co. KG Harting Technologiegruppe Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Dr.-Ing. Katrin Jahns Heinrich von Lintel, M.Sc. Projektdauer: 12/2019 – 12/2022 Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderlinie FHProfUnt Hochtemperaturwerkstofftechnik Ausscheidungsbegleitete Diffusionsvorgänge sind bei fast allen metallischen und keramischen Werkstoffen von zentraler Bedeutung. Im Rahmen folgender Forschungsprojekte werden hierzu die Phänomene der Hochtemperaturwerkstofftechnik experimentell und numerisch untersucht: AluHot-Aluminiumlegierter Stahlguss maßgeschneidert für die Anwendung im verschleißbelasteten Hochtemperaturbereich. In vielen industriellen und energiewirtschaftlichen Prozessen werden Anlagen hohen Temperaturen und starken Verschleißbeanspruchungen ausgesetzt. Die in den Anlagen (z.B. Klinkerkühler, Müllverwertungsanlagen oder Hochtemperatur-Wasserstoffelektrolyseure) eingesetzten Bauteile müssen folglich aus geeigneten hochwertigen Materialien hergestellt werden. Stand der Technik ist in vielen Anwendungsfällen der Einsatz von Chrom-Nickel-Stählen. Der innovative Ansatz des Projektes AluHot – Aluminiumlegierter Stahlguss maßgeschneidert für die Anwendung im verschleißbelasteten Hochtemperaturbereich – besteht darin, die maximalen Anwendungstemperaturen vorhandener Legierungen durch den Zusatz von Aluminium weiter zu erhöhen bzw. den Anteil von Chrom und Nickel zu senken. Die behandelten Legierungen bieten für das Anforderungsprofil korrosions- und verschleißbeständig sowie mechanisch belastbar bis über 1150 °C vielversprechende Eigenschaften an. So kann durch die Anhebung des Aluminiumgehaltes – von einem Begleitelement zu einem Hauptlegierungselement – die Kriechfestigkeit, der Oxidationswiderstand und das Leichtbaupotential gesteigert werden. Vorteilhaft für Stahlgusswerkstoffe ist, dass sie ohne Verluste recycelt werden können und sich durch Schweißungen reparieren lassen. Durch die vorhandene Erfahrung des Antragstellers und das Know-How der Kooperationspartner entstehen große Synergieeffekte, die sich positiv auf das Projektresultat und die Region auswirken. Antragsteller: Hochschule Osnabrück University of Applied Sciences Projektleitung: Prof. Dr. Ing. Javad Mola Kontakt: Herr Prof. Dr.-Ing. Mola: Laborbereich Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit Hochschule Osnabrück-University of Applied Sciences Albrechtstraße 30 D-49076 Osnabrück Telefon: +49 541969-2188 j.mola@hs-osnabrueck.de Kooperationspartner: Gussstahl Lienen GmbH & Co. KG, IKN Ingenieurbüro-Kühlerbau-Neustadt GmbH, Sunfire GmbH Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Herr Mohammad Shoush, M.Sc. Herr Michael Überwasser, B.Sc. Nabeel Ahamed Kaja Mohideen Projektdauer: 10/2024 - 09/2026 Drittmittelgeber/Förderlinie: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) / Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Innovationen durch Hochschulen und Forschungseinrichtungen – 2.2.2 Innovative Kooperationsprojekte für anwendungsorientierte Forschung Computergestützte Entwicklung von Interdiffusions-Schichten zum Schutz von niedriglegierten Stählen gegen Hochtemperaturkorrosion (ABGESCHLOSSEN) Abb. 1: Niedriglegierter Stahl mit sehr geringem C-Anteil nach Oxidationsversuchen. Die Cr-Interdiffusionsschicht wurde an der Ober- und Unterseite aufgebracht und schützt das Fe-Substrat vor Korrosion, die an der ungeschützten Seite (links) gut zu erkennen ist. Abb. 2: Simulation eines Interdiffusionsprozesses mit Hilfe des Cellularen Automaten (CA). Links der simulierte Querschnitt. Rechts das Konzentrationsprofil am Anfang und am Ende der Simulation. Das bilaterale Forschungsprojekt zielt auf die Entwicklung und Modellierung eines neuen Verfahrens zur Herstellung korrosionsbeständiger Interdiffusionsschichten auf niedriglegierten Stählen für Hochtemperaturanwendungen, wie z.B. in der Energietechnik. Einzelne Schichten aus Ni, Cr und Al werden galvanisch auf die Proben abgeschieden (Cranfield University). Mit Hilfe einer geeigneten Vakuumbehandlung können daraus maßgeschneiderte Gradientenschichten erzeugt werden, die das Substrat wirksam gegen Hochtemperaturkorrosion schützen. Dieses wird durch Oxidationsversuche nachgewiesen. Der Fokus des Projektes an der Hochschule Osnabrück liegt auf der Entwicklung und Verifikation eines Computermodells auf der Basis der Methode der Zellularen Automaten unter Berücksichtigung von Mehrkomponenten-Interdiffusion, unter Einbeziehung von (i) der Differenzierung zwischen Volumen- und Korngrenzendiffusion, (ii) mechanischer Spannungen und (iii) der Bildung von Kirkendall-Porosität. Als Ergebnis kann der Schichtbildungsprozess modelliert und vorhergesagt werden, mit dem Ziel, die Korrosionsbeständigkeit zu optimieren. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wübbelmann Kontakt: IEHK-Institut für Eisenhüttenkunde/Steel Institute RWTH Aachen University Intzestraße 1 D-52072 Aachen Tel. +49 241-8092913 krupp@iehk.rwth-aachen.de Kooperationspartner: Cranfield University, Cranfield UK Wissenschaftlicher Mitarbeiter: M.Sc. Kamil Balinski Projektdauer: 04/2015 bis 09/2018 Finanzierung: DFG Veröffentlichungen: - K. Balinski, K. Jahns, M. Schroth, S. Bursich, J. Salime, S. Impey, C. Chalk, J. Wübbelmann, J.R. Nicholls, U. Krupp, Oxidation Behaviour of Synthetic Stainless Steel Interdiffusion Layers, Materials at High Temperatures 35 (2017) 1-3, 89-96 Konferenzbeiträge - K. Balinski, K. Jahns, M. Landwehr, J. Nicholls, J. Wübbelmann, U. Krupp; Electrodepostion of Oxidation Resistant Interdiffusion Layers on Plain Carbon Steel: Experimental Characterization and Simulation, HTCPM9 Conference proceedings (2016) - K. Balinski, K. Jahns, M. Schroth, S. Impey, C. Chalk, J. Wübbelmann, J. Nicholls, U. Krupp; Interdiffusion Coatings for High-Temperature-Corrosion Protection of Low-Alloy Steels, EUROCORR2018 Conference proceedings (2018) SimkoSteel-Modellierung und Simulation der Hochtemperaturaufkohlung für dynamisch beanspruchte Hochleistungsstähle (ABGESCHLOSSEN) Abb. 1: Kornwachstumssimulation unter Berücksichtigung des Partikel-Pinnings Um hochbeanspruchte Bauteilen wie Zahnrädern und Getriebebauteilen gute Gebrauchseigenschaften zu verleihen, wird das Verfahren des Einsatzhärtens verwendet. Beim Einsatzhärten wird zu diesem Zweck die Randschicht des Stahls mit Kohlenstoff angereichert, was bei der asnchließenden Härtung zu einer entsprechend hohen Festigkeit führt. Ein weiteres Ziel der Einsatzhärtung ist neben der Erhöhung von Härte und Verschleißbeständigkeit die Steigerung der Schwingfestigkeit über das Einbringen von Druckeigenspannungen in die Bauteiloberfläche. Beim Niederdruckaufkohlen unter einem Druck von 5 bis 30 mbar tritt eine beschleunigte Zerfallsreaktion der Aufkohlungsgase auf, die zu einem geringeren Gasverbrauch, sowie einer geringeren Randoxidation führt [1]. Insgesamt ist das Einsatzhärten ein zeit- und energieintensives Verfahren, wobei durch eine Erhöhung der Aufkohlungstemperatur die Behandlungsdauer deutlich verkürzt werden kann. Üblich sind Aufkohlungstemperaturen von 850°C - 950°C. Die Verwendung von Temperaturen von 1000°C können zu einer Zeitersparnis von mehr als 50% führen [2]. Allerdings besteht bei höheren Temperaturen das Risiko der Kornvergröberung, so dass die Feinkornbeständigkeit des Materials im entsprechenden Temperaturbereich für eine erfolgreiche Einsatzhärtung entscheidend ist. Durch den Einsatz der Phasenfeldmethode gelingt es, die Wachstumskinetik von Zweit- und Drittphasen, sowie Körnern während der Erstarrung von Schmelzen, aber auch in Festkörpern realitätsnah abzubilden. Das verhältnismäßig neue Softwareprodukt MICRESS nutzt die Phasenfeldmethode in Kombination mit der leistungsfähigen datenbankgestützten Thermodynamiksoftware ThermoCalc, um die Kornvergröberung während der Aufkohlung zu simulieren. Dies ist für das hier beschriebene Projekt von besonderem technologischen Interesse, da auch das Korngrenzenpinning durch Ausscheidungen in Anwesenheit von Mikrolegierungselementen berücksichtigt werden kann (vgl. [3, 4]). Die VHCF-Versuche dienen des Schwingungsfestigkeitsnachweises für die aufgekohlten und carbonitrierten Varianten des Stahls mit Hilfe einer Ultraschallprüfmaschine (Typ BOKU) bei einer Frequenz von f=20.000Hz. Abschließend muss die Simulation in der Lage sein, die Gefügestruktur und die Einsatzhärtetiefe verlässlich vorherzusagen. Die Simulation kann in Zukunft sowohl zur erfolgreichen virtuellen Materialentwicklung, als auch zur Prozessentwicklung eingesetzt werden. [1] D. Liedke: Stand des Einsatzhärtens aus industrieller Sicht, HTM Journal of Heat Treatment and Materils, 64 (2009) 323 [2] B. Clausen, S. Konovalov, F. Hoffmann, U. Prahl, H.-W. Zoch, W. Bleck: Feinkornbeständigkeit von Bauteilen aus dem mikrolegierten Werkstoff 18CrNiMo7-6 in Abhängigkeit der Prozesskette, HTM Journal of Heat Treatment an Materials, 5 (2010) 257 [3] J. Rudnizki, B. Zeislmair, U. Prahl, W. Bleck: Prediction of Abnormal Grain Growth during High Temperature Treatment, Computational Materials Science, 49(2) (2010) 209 [4] M. Apel, B. Böttger, J. Rudnizki, P. Schaffnit, I. Steinbach: Grain Growth Simulations including Particle Pinning using the Multiphase-Field Concept, ISIJ International. 49(7) (2009) 1024 Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp Dr. Ing. Javad Mola Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wübbelmann Kontakt: Herr Prof. Krupp: IEHK-Institut für Eisenhüttenkunde/Steel Institute RWTH Aachen University Intzestraße 1 D-52072 Aachen Telefon +49 241-8092913 krupp@iehk.rwth-aachen.de Herr Dr. Mola: Laborbereich Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit Hochschule Osnabrück-University of Applied Sciences Albrechtstraße 30 D-49076 Osnabrück Telefon: +49 541969-2188 j.mola@hs-osnabrueck.de Herr Prof. Dr.-Ing. Wübbelmann: Betriebssysteme und Embedded Systems Hochschule Osnabrück-University of Applied Sciences Albrechtstraße 30 D-49076 Osnabrück Telefon: +49 541969-7008 Kooperationspartner: Stahlwerk Georgsmarienhütte GmbH Hanomag Lohnhärterei GmbH Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Sayantan Sarkar, M.Sc. Projektdauer: 01/2018 - 12/2019 Finanzierung: Europäischer Founds für regionale Entwicklung (EFRE) PUNALKO-Pulvermetallurgische Herstellung nanostrukturierter Aluminiumhochleistungswerkstoffe für thermisch beanspruchte Konstruktionselemente (ABGESCHLOSSEN) Abb.: (links) Transparente Mahlkammer einer Kugelmühle (Quelle: Dissertation R. Reichardt), (Mitte) Mechanisch legiertes Pulver im Rasterelektronenmikroskop, (rechts) Querschliff des stranggepressten Materials im Rückstrahlelektronenkontrast Aluminiumlegierung haben sich aufgrund ihres hervorragenden Festigkeit-Dichte-Verhältnisses als Leichtbauwerkstoff sowohl in der Luft- und Raumfahrt, als auch in der Automobilindustrie bewährt. Weist Aluminium zunächst gegenüber Stahl eine niedrige Festigkeit und Steifigkeit auf, so sind seit der Entdeckung der Ausscheidungshärtung, Anfang des 20. Jahrhunderts, auch für Aluminiumlegierungen Festigkeiten von bis zu 600 MPa erreichbar. Zudem weist Aluminium durch die Bildung einer dünnen Al 2 O 3 -Passivschicht eine sehr gute Korrosionsbeständigkeit auf. Bedingt durch den niedrigen Schmelzpunkt (Aluminium Ts=660°C) sind Aluminiumlegierungen für Einsatztemperaturen über 100°C nur eingeschränkt nutzbar. Neben einer erheblichen Abnahme der Festigkeit, muss auch der Schädigungsmechanismus des Kriechens beachtet werden. Ein weiterer Nachteil von Aluminium ist der vergleichsweise geringe Elastizitäts-Modul von E Al =70GPa, der in der Konstruktion beachtet und kompensiert werden muss. In der Industrie besteht daher ein großes Interesse an Aluminiumwerkstoffen, die auch bei höheren Temperaturen bis etwas 350°C ein hohes Festigkeits- und Steifigkeitsniveau beibehalten. Ermöglicht wird dieses durch Zugabe von Verstärkungsphasen wie in ODS-Werkstoffkonzepten. Ziele des Forschungsvorhabens ist die Entwicklung eines neuen Werkstoffkonzepts mit einer Kombination aus modernen Aluminiumlegierungen mit darin fein verteilten Spinell-Dispersoiden (hier ZnFe 2 O 4 -Zinkferrite). Dazu kommt eine Kugelmühle (s. Abb.) zum Einsatz, mit welcher die Zinkferrite durch Hochenergiemahlen in die Aluminiummatrix eingebaut werden. Unter Berücksichtigung geeigneter Parameter lässt sich so ein ultrafeinkörniges Legierungspulver mit fein verteilter Verstärkungsphase erzeugen (s. Abb.). Nach Verdichtung des nanostrukturierten Pulvers durch Strangpressen entstehen hochfeste Stangen, die hinsichtlich ihrer statischen und zyklischen mechanischen Eigenschaften auch bei erhöhten Temperaturen eingehend untersucht werden. Am Ende der dreijährigen Projektlaufzeit soll durch weitere Legierungsoptimierung ein neuer Hochleistungs-Leichtbauwerkstoff mit patentierbarer Vorserienreife stehen. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp Prorf. Dr.-Ing. Wilhelm Michels Prof. Dr.-Ing. Alexander Schmehmann Kontakt: Albrechstraße 30, 49076 Osnabrück Telefon: 0541 969-2188 u.krupp@hs-osnabrueck.de Kooperationspartner: Zoz GmbH, Wenden (Hauptkooperationspartner) Diehl Stiftung & Co.KG, Nürnberg; DLR Deutsches Zentrum für Luft und Raumfahrt e.V., Köln, EADS Innovation Works München (Anwender) Universität Siegen Institut für Werkstofftechnik, Siegen; Universität Münster Institut für Materialphysik, Münster; Universität Oldenburg, Oldenburg (Forschungsinstitute) Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Matthias Hölscher, M. Sc. Projektdauter: 02/2013 - 12/2016 Finanzierung: Bundesministierium für Bildung und Forschung BMBF in der Förderlinie FHProfUnt PasiCorr - Parallelisierte Simulation der Thermodynamik, Kinetik und Mechanik von Hochtemperaturkorrosionsprozessen (ABGESCHLOSSEN) Abb. 1: Simulation der Ausscheidungshärtung entlang der Korngrenzen für Nitrierungsexperimente an Nickellegierungen (hellblau: reaktives Element B, gelb: ausgeschiedene Metallnitride BN, dunkelblau: Matrix. Das Forschungsvorhaben PasiCorr beschäftigt sich mit der Entwicklung eines leistungsfähigen Softwarepaketes zur Simulation und Modellierung von Hochtemperaturkorrosionsprozessen. Gernell ist Hochtemperaturkorrosion ein Schädigungsprozess an der Oberfläche thermisch beanspruchter Komponenten, wie bspw. in der Kraftwerkstechnik. Bei der inneren Korrosion dringen korrosive Spezies z.T. tief in das Material ein. Dies führt zur Bildung innerer Ausscheidungen, z.B. Oxide, Nitride oder Karbide. Dabei hängt der Mechanismus der inneren Korrosion von den lokalen Konzentrationen und der Diffusion der korrosiven Spezies und der metallischen Legierungselemente im Substrat ab. Die Korrosion führt zu einer deutlichen Verschlechterung der Materialeigenschaften, nämlich zur Versprödung oder der Auflösung von festigenden Phasen. Die für die Diffusionsvorgänge relevanten Phänomene Diffusion, Phasenumwandlung und mechanische Verformung sind dabei eng miteinander verkünpft. In den letzten Jahrzehnten wurden große Fortschritte erzielt um die Mechanismen, die während Hochtemperaturkorrosion in den beanspruchten Materialien geschehen, zu verstehen. Hochtemperaturresistente Materialien, wie zum Beispiel für den Einsatz in Heizkesseln oder Tubinenschaufeln, müssen eine schützende Oxidschicht an der Oberfläche bilden, die das darunter liegende Material vor der Korrosion schützt. Leider ist die Untersuchung des Korrosionsschutzes allein mittels experimenteller Methoden sehr schwierig und zeitaufwendig. Aus diesem Grunde wird auf numerische Mittel zurückgegriffen um Hochtemperaturprozesse zu beschreiben. Die im Projekt PasiCorr angewandte numerische Lösung baut auf die Methode der Finite Differenzen auf. Aus einem numerisch in einem Finite-Differenzen-Gitter berechneten Konzentrationsprofil zu einem Zeitpunkt i werden dazu die entsprechenden Gleichgewichtskonzentrationen ermittelt, die dann als Eingabegrößen zur Berechnung der Konzentrationen des nächsten Zeitabschnitts j zur Verfügung stehen. Die Berücksichtigung der unterschiedlichen Oxid-, Nitrid- und Karbidphasen ist mit der Thermodynamik-Software CehmApp möglich. In der letzten Zeit wurde zudem die Methode der Zellularen Automaten als ein leistungsfähiger Ansatz identifiziert, um diffusionskontrollierte Ausscheidungsprozesse zu beschreiben. Das Diffusionsgebiet wird in ein System aus Zellen, ähnlich einem Schachbrett, unterteilt und mit Zuständen belegt. Mit jedem Iterationsschritt können sich diese Zustände durch Transformationsregeln verändern. Im Projektverlauf wurde das Modell konsequent erweitert. Inzwischen ist das Modell in der Lage, Diffusion, Keimbildung und Wachstum, innere Ausscheidungskinetiken, den Übergang von innerer zu äußerer Oxidation sowie Korngrenzendiffusion (Abb. 1) zu beschreiben. Ein weiterer Aspekt des Projektes ist die Parallelisierung der Software mittels Nutzung programmierbarer Grafikkarten. Durch ihre besondere Architektur können Grafikkarten als Parallelrechner für komplexe Berechnungen eingesetzt werden und diese effizienter lösen als herkömmliche CPUs. Dies resultiert daraus, dass eine Grafikkarte bis zu Hunderte auf Datenparallelität spezialisierte Prozesskerne nutzt. Die Berechnung des Zellularen Automaten kann somit in Hunderte einzelner Prozesse parallelisiert um ein Vielfaches schneller berechnet werden. Projektleitung: Prof. Dr. Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-2188 Prof. Dr. Ing. Jürgen Wübbelmann, j.wuebbelmann@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-7008 / -3720 Kooperationspartner: Hanomag Lohnhärterei Unternehmensgruppe, Hannover GTT Technologie, Herzogenrath Risoe Forschungszentrum, Roskilde DK Alstom Power, Baden CH Thyssen Krupp VDM, Altena Wiss. Mitarbeiterin: Dipl.-Phys. Katrin Jahns, Tel.: 0541 969-3848 Projektdauer: 01/2011 bis 12/2014 Finanzierung: BMBF in der Förderlinie FHProfUnt ZellMat - Simulation ausscheidungsbegleiteter Diffusionsvorgäng mit Hilfe zellularer Automaten (ABESCHLOSSEN) Abb. 1: Simulation der Stickstoffdiffusion für Nitrierungsexperimente an Nickellegierungen (hellblau: diffundierender Stickstoff, gelb: augeschiedene Titannitride). Das Forschungsvorhaben ZellMat untersucht den Stofftransport durch Diffusion mit einem alternativen numerischen Konzept, der Methode der zellularen Automaten. Dabei wird das Diffusionsgebiet in Zellräume zerlegt, die jeweils bestimmte Zustände annehmen können. Zu jedem Zeitschritt treten die Zellräume mit den ihnen benachbarten Zellräumen nach bestimmten Regeln in Wechselwirkung (Abb. 1). Dieses Verfahren erlaubt eine Übertragung von Diffusionsprozessen auf praxisrelevante komplexe Situationen. Als Untersuchungsgegenstand sind innere Ausscheidungsvorgänge, wie die innere Nitrierung, die innere Oxidation und die Aufkohlung vorgesehen. Dabei handelt es sich um Stickstoff-, Sauerstoff- und Kohlenstoffdiffusion in metallischen Werkstoff, die in Abhängigkeit vom thermodynamischen Gleichgewicht durch die Ausscheidung von Nitriden, Oxiden und Karbiden begleitet wird. Eine realitätsnahe Simulation dieser Vorgänge wird nicht nur die Betriebssicherheit von Hochtemperaturbauteilen, wie z.B. Kraftwerkskomponenten, Flugzeugtriebwerken u.ä., erlauben; vielmehr kann sie eine zielgerichtete und präzise Steuerung von Wärmebehandlungsprozessen zur Festigkeitssteigerung, wie die Aufkohlung von Stählen, erlauben. Mit Hilfe thermogravimetrischer Messungen soll die Kinetik der Kohlenstoffaufnahme von Stählen bei niedrigen Gasdrücken in Acetylen quantitativ erfasst werden. Diese Messungen sind erforderlich, um die Simulation mit Hilfe der zellularen Automaten zu verifizieren, die Identifikation und Anpassung von Diffusionsdaten zu ermöglichen und Anhaltswerte für up-scaling auf die Prototypenfertigung zu generieren. Die dem Siumulationswerkzeug "Zellulare Automaten" zugrunde liegenden Regeln können bei hinreichend präziser Abbildung der Diffusions- und Reaktionsmechanismen als Anpassparameter fungieren, so dass schließlich ein einfaches lernfähiges Expertensystem für den Einsatz in der Praxis zur Verfügung steht. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-2188 Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wübbelmann, j.wuebbelmann@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-7008/-3720 Kooperationspartner: Hanomag Lohnhärterei Unternehmensgruppe, Hannover GTT Technologies, Herzogenrath Wiss. Mitarbeiter: Dipl.-Phys. Katrin Jahns, Tel.: 0541 969-3848 Dipl.-Ing. (FH) Ingo Hensch Dipl.-Ing. (FH) Martin Landwehr Projektdauer: 11/2009 bis 03/2012 Finanzierung: EFRE/AGIP Mittel-Mangan-Stähle (ABGESCHLOSSEN) Querschnitt des Gussblocks vom Stahl Fe-1,4C-8Mn-4Al Mikrostruktur nach dem Abschrecken des Stahls von 1150°C Nachweis für die verformungsinduzierte Zwillingsbildung nach dem Zugversuch mittels EBSD Untersuchungen an einem Rasterelektronenmikroskop. Auf Grund eines geringen Anteils an Kohlenstoff, weisen Mittel-Mangan-Stähle üblicherweise ein austenitisch-ferritisches Gefüge auf. die mechanischen Eigenschaften dieser Stähle werden weitgehend durch den Anteil an Phasen, die Stabilität des Austenits bzw. die Art der verformungsinduzierten Prozesse im austenitischen Bestandteil bestimmt. Die Stabilitiät von Austenit wird wiederum durch die Stapelfehlerenergie (SFE) gesteuert. Wenn die SFE sehr gering ist (weniger als ca. 15mJm -2 ), ist im Austenit eine martensitische Umwandlung ein entsprechender Transformation-Induced Plasticity (TRIP) Effekt zu erwarten. Steigt die SFE in den Bereich von 15-45 mJm -2 , wird die martensitische Umwandlung durch Zwillingsbildung ersetzt, wodurchder TWIP-Effekt entsteht. Eine Erhöhung des Anteils an Austenit (mit einer passenden Stabilität) in Mittel-Mangan-Stählen kann zu einer Verbesserung der Verformbarkeit führen. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist die Entwicklung von vollständig austenitischen Mittel-Manga-Stählen mit erhöhtem Kohlenstoffgehalt, zum Beispiel Stähle mit ca. 8% Mn, 1,2% C und 2% Al. Dafür muss die Entstehung von Martensit, Perlit und Zementit im Gefüge durch eine entsprechende Gestaltung der chemischen Zusammensetzung und der thermomechanischen Behandlung unterdrückt werden. Des Weiteren werden im Projekt anwendungsrelevante Aspekte wie zum Beispiel Schweißbarkeit und mechanische Eigenschaften untersucht. Projektleitung: Dr.-Ing. Javad Mola Kontakt: Albrechtstraße 30, 49076 Osnabrück Telefon: +49541969-2188 j.mola@hs-osnabrueck.de Kooperationspartner: Institut für Eisen- und Stahltechnologie, TU Bergakademie Freiberg Projektdauer: 7/2016-7/2020 Finanzierung: China Scholarship Council (CSC) Veröffentlichungen: G. Luan, O. Volkova, J. Mola, Design of Fully Austenitic Medium Manganese Steels, IOP Conference Series: Materials Science and Engineering G. Luan, O. Volkova, J. Mola, Tensile Deformation Behavior of Medium Manganes Steels with High Carbon Concentrations and Austenitic Microstructures, Metals 2018, 8(11), 902 Aluminiumlegierte nichtrostende Stähle (AM-Stähle) Abb. 1: Chemische Zusammensetzung und Temperaturabhängigkeit der Spannungs-Dehnungs-Kurven für ausgewählte Stähle. In der ersten Antragsphase wurde bis zu 7 Mass.-%Al zu korrosionsbeständigen Stählen zugegeben, um Stähle mit austenitischem (sechs Legierungen), duplex (eine Legierung) und ferritischem (eine Legierung) Gefüge zu erzeugen. Für die austenitischen Stähle wurde die Temperaturabhängigkeit von mechanischen Eigenschaften unter Zugbeanspruchung erforscht. Die Zugabe von Al ist mit einem deutlichen Anstieg der Austenitstabilität verbunden, was durch die Absenkung der Mdγ→αʹ Temperatur nachgewiesen wurde. Dieser Effekt stimmt mit der SFE-erhöhenden Wirkung von Al überein. Die Analyse der temperaturabhängigen Zugeigenschaften und des Verfestigungsverhaltens für austenitische und austenitisch-ferritische (Duplex) Stähle hat die Ermittlung der Zusammenhänge zwischen der Gleitplanarität, Linearität der Verfestigungsrate und der plastischen Dehnung ermöglicht. Im ferritischen Stahl mit 7 Mass.-% Al, führte die Anwesenheit der intermetallischen Phase B2-(Ni,Fe)Al zur Versprödung der Legierung. B2-Ausscheidungen konnten ebenfalls durch Alterungsprozesse im Ferrit des Duplexstahls erzeugt werden. Ein Hauptziel der 2. Antragsphase ist die Entwicklung der Al-legierten Stähle, die ihre maximale Verformbarkeit in der Nähe von RT besitzen. Erkenntnisse der ersten Antragsphase dienen dabei als Richtlinien für das Design der neuen chemischen Zusammensetzungen. Das Design basiert auf der Grundlage, dass C, Cr, Ni, Mn und Al die Mdγ→αʹ Temperatur absenken. Wie aus der Literatur bekannt ist, besitzen alle genannten Legierungselemente (LE) außer Al die gleiche Wirkung auf die Martensitstart- (Ms) Temperatur. Weil der Einfluss der LE auf Mdγ→αʹ und Ms normalerweise gleichbleibend ist, sollte demnach eine Al-Zugabe in korrosionsbeständigen Stählen die Ms Temperatur erniedrigen. In der zweiten Antragsphase wird der bereits bekannte Einfluss von Al auf die Ms Temperatur erneut untersucht. Ein weiteres Ziel ist die Untersuchung der Bildung von intermetallischen B2-Ausscheidungen in mit Al und Ni legierten, ferritischen, korrosionsbeständigen Stählen. Eine auf Dilatometrie basierende Methode, welche in der ersten Antragsphase entwickelt wurde, soll nunmehr zur Untersuchung des Ausscheidungsverhaltens der B2-Phase in Legierungen mit Al und Ni genutzt werden. Die Erkenntnisse helfen bei dem Design neuartiger korrosionsbeständiger Duplexstähle mit B2 verfestigtem Ferrit. Außerdem soll der Einfluss von Al auf die Zementitbildung in der αʹ-martensitischen Phase korrosionsbeständiger Stähle untersucht werden. Der dabei notwendige αʹ-Martensit wird durch Zugbeanspruchung in den zu entwickelten austenitischen Stählen induziert. Die durch Al-Zugabe unterdrückte Zementitbildung im αʹ-Martensit kann möglicherweise die Anreicherung des C im Austenit fördern und dadurch die Anwendung von ‚Quenching and Partitioning (Q&P)‘ Verfahren für die Herstellung von gewichtreduzierten hochfesten Mehrphasen­Stählen der 3. Generation begünstigen. Projektleitung: Dr. Ing. Javad Mola Kontakt: Albrechtstraße 30 49076 Osnabrück Telefon: +49 541969-2188 j.mola@hs-osnabrueck.de Projektdauer: 11/2015-7/2020 Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Quenching and Partitioning (Q&P). (ABGESCHLOSSEN) Abb.:Technische Spannungs-Dehnungs-Kurven für die Q&P-Stähle bei (a) 20 °C, (b) 80 °C, (c) 160 °C und (d) 200 °C. Die Duktilität eines Stahls wird üblicherweise auf Kosten seiner Festigkeit verbessert. Die Einstellung eines optimalen Kompromisses zwischen Festigkeit und Duktilität wurde mit der Entwicklung von TWIP- und TRIP-Stählen vereinfacht. Dementsprechend war das Design dieser beiden Stahltypen ein Hauptziel der Stahlforschung in den letzten Jahrzehnten. Austenithaltige TRIP-Stähle können mit dem Quenching and Partitioning (Q&P)-Verfahren eingestellt werden. Beim Q&P-Verfahren wird der Austenit durch Unterbrechung der martensitischen Umwandlung und eine anschließende Umverteilung von C stabilisiert. Die ausgezeichnete Kombination aus Festigkeit und Duktilität von Q&P-Stählen macht sie zur interessanten Alternative für die austenitfreien Vergütungsstähle. In der vorliegenden Arbeit wurden fünf nichtrostende Stähle auf der Basis Fe-13Cr-0,47C mit Zusätzen von Co, Si, Mn und N hergestellt. Ein vereinfachtes Q&P-Verfahren, bestehend aus dem Lösungsglühen bei 1250 °C, Abschrecken auf Raumtemperatur und Partitionierung bei 450 °C wurde entwickelt, um den Austenit zu stabilisieren. Die Spannungs-Dehnungs-Diagramme wurden im Temperaturbereich von 20-200 °C bestimmt. Das Projekt verfolgt das Ziel, ein vertiefendes Verständnis der Zusammenhänge zwischen den Eigenschaften der koexistierenden Gefügebestandteile und mechanischen Eigenschaften von Q&P-Stählen zu ermöglichen. Weitere Informationen zum Projekt ist aus dem folgenden Link zu entnehmen: https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/254704745 Projektleitung: Dr.-Ing. Javad Mola Kontakt: Albrechtstraße 30, 49076 Osnabrück Telefon: +49 541 969-2188 j.mola@hs-osnabrueck.de Projektdauer: 7/2015 – 4/2020 Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Materialermüdung MicroLife - Bewertung mikrostrukturell kurzer Ermüdungsanrisse zur Lebensdauervorhersage metallischer Hochleistungswerkstoffe (ABGESCHLOSSEN) Abb. 1: Darstellung der martensitischen Mikrostruktur (a). Schematischer Hierarchie-Aufbau der martensitischen Struktur als idealisierte Struktur (b). Korrelation eines Ermüdungsrisses mit der zugrundeliegenden martensitischen Mikrostruktur (c). Die heutigen Konstruktionswerkstoffe, speziell die hochfesten Vergütungsstähle, finden in einer Vielzahl alltäglicher Bauteile, bespielsweise in Windkraftanlagen oder Otto- und Dieselmotoren, ihre Anwendung und unterliegen hohen schwingenden Beanspruchungen. Dabei werden Zykluszahlen von weit mehr als 10 7 Lastspiele erreicht, wodurch der Werkstoff durch Ermüdungsmechanismen geschädigt wird. In diesem Lastzyklen-Bereich, genannt VHCF-Bereich (very high cycle fatigue), erfolgt eine Schädigung bereits unter der theoretischen Versagensgrenze, der sogenannten Dauerfestigkeit, durch lokale plastische Verformungen im Gefüge. Im Rahmen des Projekts MicroLife werden in Zusmammenarbeit mit der Robert Bosch GmbH die Schädigungsmechanismen des Vergütungsstahls 50CrMo4 anhand definierter Ermüdungsversuche untersucht und mit Hilfe mikrostruktur-basierter Simulationsmethoden nachvollzogen. Mit diesen Simulationswerkzeugen sollen erstmals für diesen Werkstoff Zusammenhänge zwischen Mikrostruktur (Abb. 1), Wechselverformungsverhalten, Rissinitiierung und Mikrorissausbreitung quantifiziert werden. In Verbindung mit entscheidenden Werkstoffparametern, wie ehemalige Austenitkorngröße, Ausrichtung und Größe der Martensitpakete, Größe der Karbidausscheidungen sowie Größe und Form der nichtmetallischen Einschlüsse soll das Werkstoffverhalten zuverlässig vorhergesagt werden. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp Kontakt: IEHK-Institut für Eisenhüttenkunde/Steel Institute RWTH Aachen University Intzestraße 1 D-52072 Aachen Tel. +49 241-8092913 krupp@iehk.rwth-aachen.de Kooperationspartner: Robert Bosch GmbH Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Kevin Koschella, M.Sc. Projektdauer: 12/2014 bis 02/2019 Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Robert Bosch GmbH, Stuttgart Veröffentlichungen: - U. Krupp, A. Giertler, K. Koschella, Microscopic damage evolation during very high cycle fatigue (VHCF) of tempered martensitic steel, Proc. Eng. 160 (2016) 231-238 - A. Giertler, K. Koschella, U. Krupp, Investigation of changing failure mechanisms in the VHCF regime cause by different strengths of a martensitic steel, Proc. Struct. Int. 7 (2017) 321-326 Konferenzbeiträge - K. Koschella, A. Giertler, U. Krupp, Mikrostrukturelle Schädigungsmechanismen im VHCF-Bereich eines Vergütungsstahls und die Bedeutung der empirischen Kenngrößenermittlung, in: Tagung Werkstoffprüfung 2017 - Fortschritte in der Werkstoffprüfung für Forschung und Praxis, Berlin - K. Koschella, A. Giertler, U. Krupp, Investigations of fatigue damage of tempered martensitic steel during HCF and VHCF loading, in: 6th International Conference on Crack Paths 2018, Italy HochSeil - Quantitative Analyse und Optimierung der Fertigungsprozesse für hoch beanspruchte Stahlseile Abb. 1: Darstellung des perlitisch-ferritischen Gefüges (a). Bruchfläche einer Drahtseilprobe im Querschnitt (b). Die technologische Optimierung von Werkstoffen beschränkt sich nicht nur auf die metallurgische Weiterentwicklung des Werkstoffs, sondern bedarf auch eine ganzheitliche Betrachtung des Produktions- und Verarbeitungsprozesses. Im Rahmen des vorliegenden Forschungsvorhabens "HochSeil" erfolgt eine solche ganzheitliche Untersuchung der Herstellung und Verarbeitung von hochfesten Drahtseilprodukten für den Bau von Brückenbauwerken, Förder- und Hebesystemen und im Bereich von Mobilitätsprodukten. Ein besonderes Verfahren der thermomechanischen Behandlung von Stählen stellt das Bleipatentieren von Drähten dar, dass der Projektpartner Vornbäumen Draht GmbH & Co.KG. zur Herstellung hochfester Stahlseile einsetzt. Durch den Prozess des Patentierens lassen sich sehr hohe Festigkeiten von Re>2000MPa erzielen. Um diese für eine optimierte Fertigung sicherheitsrelevanter Seilanlagen voll ausnutzen zu können, ist eine präzise Kenntnis der Prozessparameter und deren Einfluss auf die mechanisch-technologischen Eigenschaften erforderlich. Forschungsschwerpunkt soll hierbei die quantitative Ermittlung der Einflüsse der Prozessparameter, wie zum Beispiel dem Umformgrad, die Austenitisierungstemperatur oder der isothermen Haltedauer, sowie den Einflüssen der einhergehenden Mikrostruktur des Werkstoffs sein. Resultierend aus den empirischen Erkenntnissen werden entsprechende Schädigungsmechanismen adaptiert und weiterentwickelt. Auf Basis dieser entwickelten Schädigungsmechanismen und Eigenschaftsbeziehungen erfolgt die technologische Optimierung des Herstellungs- und Verarbeitungsprozesses. Projektleitung: Prof. Dr. Ing. habil. Ulrich Krupp Dr.-Ing. Javad Mola Prof. Dr.-Ing. Bernhard Adams Kontakt: Labor Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit Hochschule Osnabrück Albrechtstraße 30 D-49076 Osnabrück Tel. +49 541-969 2188 j.mola@hs-osnabrueck.de Kooperatrionspartner: Vornbäumen GmbH & Co.KG. Wissenschaftlicher Mitarbeiter: Kevin Koschella, M.Sc. Nooshin Bandari, M.Sc. Projektddauer: 12/2018-12/2020 DUBIO-Einsatzgrenzen von Duplexstählen für bioverfahrenstechnische Anlagen (ABGESCHLOSSEN) A) Rührwerk für Biogasanlagen des Projektpartners Nieman GmbH & Co.B) Nebelkammer für das Ultraschallsystem. Der Nebel wird über einen Zerstäuber erzeugt. C) Lichtmikroskopische Aufnahme eines erzeugten Risses. Duplexstähle weisen nicht nur eine hohe Ermüdungsfestigkeit auf, sondern zeigen auch gute Korrosionsbeständigkeit, was sie für den Einsatz in der Verfahrenstechnik, im Offshorbereich und für andere Anwendungen geeignet macht. Unter bestimmten korrosiven Bedingungen reduziert sich allerdings die Lebensdauer dieser Stähle. Untersuchungen haben gezeigt, dass dies vermutlich durch Schwingungsrisskorrosion bedingt ist und die korrosive Wirkung von Salznebel einen erhöhten Anteil an gebrochenen Gleitbändern bewirkt. Duplexstähle sind gut schweißbar und die Schweißnähte sind als Bauteilverbinder oft besonders belastet. Durch ihr verändertes Gefüge wird auch der Widerstand gegenüber Schwingungsrisskorrosion beeinflusst. Es werden daher aus X2CrNiMoN22-5-3 (1.4462) Proben aus dem Grundwerkstoff , sowie aus Schweißgut untersucht, wobei sowohl die Schweißnaht selbst, als auch die Wärmeeinflusszone betrachtet werden. Dazu wurde eine Prüfkammer entwickelt, in der die Proben in einem Salznebel nach DIN EN ISO 9227 mittels Ultraschall-Ermüdungstechnik belastet werden und somit den Einfluss des Umgebungsmediums auf die Dauerschwingfestigkeit reproduzierbar bestimmt werden kann. Neben der Untersuchung der Dauerschwingfestigkeit werden die Bruchflächen und ermüdeten Oberflächen (elektronen-)mikroskopisch untersucht, um weitere Hinweise auf die Wirkung des Salznebels zu erhalten. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp Prof. Dr.-rer. nat. Angela Hamann-Steinmeier Dr.-Ing. Javad Mola Kontakt: IEHK-Institut für Eisenhüttenkunde/Steel Institute RWTH Aachen University Intzestraße 1 D-52072 Aachen Telefon: +49 241-8092913 E-Mail: krupp@iehk.rwth-aachen.de Frau Dr. rer. nat. Angela Hamann-Steinmeier Laborbereich Biologische Verfahrenstechnik Hochschule Osnabrück-University of Applied-Sciences Albrchtstraße 30 D-49076 Osnabrück Telefon: +49 541-969-2902 E-Mail: a.hamann@hs-osnabrueck.de Herr Dr. Javad Mola Laborbereich Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit Hochschule Osnabrück-University of Applied Sciences Albrechtstraße 30 D-49076 Osnabrück Telefon: +49 541-969-2188 E-Mail: j.mola@hs-osnabrueck.de Kooperationspartner: Wilhelm Niemann GmbH & Co. Nordlandstraße 16 D-49326 Melle Wissenschaftlicher Mitarbeiter: M.Sc. Jan-Stefan Peters Projektdauer: 12/2017-11/2019 Finanzierung: Europäischer Founds für regionale Entwicklung (EFRE) MikrAl - Mikrostrukturbasiertes Materialdesign für ermüdungsresistente hoch beanspruchte Aluminiumgusslegierungen (ABGESCHLOSSEN) Abb.: (a) Entnahmestellen der Proben aus Zylinderkurbelgehäusen der Legierung AlSi8Cu3 und (b) ein aus den Rissfortschritts- und Ermüdungsuntersuchungen erstelltes Kitagawa-Takahashi-Grenzwertdiagramm, dass den Einfluss der Mirostruktur aufzeigt [1]. Ziel des Projekes ist eine Steigerung der Ermüdungsfestigkeit von Aluminiumgusslegierungen. MikrAl befasst sich dabei mit der Fertigungstechnik / Gießtechnik (i), der Werkstoffprüfung und -analytik (ii), sowie der computergestützten Materialentwicklung (iii). Hierfür werden einerseits unter Laborbedingungen Stufenkeile abgegossen und anderseits Proben aus gegossenen Bauteilen von dem Industriepartner bereitgestellt. Mit Hilfe des heißisostatischen Pressens werden nahezu porenfreie Proben hergestellt (i). Diese Proben werden mittels folgender Verfahren geprüft: Resonanzfrequenz- und Dämpfungsanalyse, Härtemessung, Very High Cycle Fatique (VHCF) an der Ultraschall Resonanzprüfmaschine, Rissfortschritt an der Cracktronik, Rissfortschritt an Compact-Tension Proben, High Cycle Fatique (HCF) an der Testronik mit Fernfeldmikroskopie und HCF Umlaufbiegeversuch (ii). Unterstützt durch moderne elektronenmikroskopische Methoden, wie dei Focussed Ion Beam-Technik (FIB) und die automatisierte Electron-BAckscatter Diffraction (EBSD), können die Zusammenhänge zwischen lokaler Mirkostruktur, akkumulierter Dehnung und Ermüdungsrissinitiierung identifiziert und für mechanismenorientierte Modellierungskonzepte zugänglich gemacht werden (iii). [1] Gerbe S., Knorre S., Krupp U., Michels W. (2018). The significance of microstruture heterogeneities on the fatique thresholds of aluminium castings. Fatique 2018, Matec Web of Conferences 165, 14005, DOI: 10.1051/matecconf/2018 16514005 Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels Kontakt: Prof. Dr.-Ing. W. Michels Albrechtstraße 30 49076 Osnabrück Telefon: +49 541 969-3104 E-Mail: w.michels@hs-osnabrueck.de Kooperationspartner: Nemak Dillingen GmbH Nemak Europe GmbH RWP GmbH TU Dortmund, WPT RWTH Aachen, IEHK Wissenschaftlicher Mitarbeiter: B. Eng. Steffen Scherbrink, SFI/IWE Projektdauter: 04/2016 - 06/2020 Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in der Förderlinie FHProfUnt Veröffentlichungen: Gerbe S., Krupp U., Michels W.: Influence of secondary dendrite arm spacing (SDAS) on the fatique properties of different conventional automotive aluminium cast alloys, Special Issue of Frattura ed Integrita`Strutturale "Crack Paths", (under review). Gerbe S. (V), Knorre S., Krupp U., Michels W., Walther F.: The significance of microstructure heterogeneities on the fatique thresholds of aluminium castings. Fatique 2018, 12th International Fatique Congress, Poitiers, Frankreich, 27 Mai - 01. Juni 2018. Gerbe S., Krupp U., Michels W.: Ermüdungs- und Rissfortschrittsverhalen der Aluminiumgusslegierungen AlSi8Cu3 sowie AlSi7cu0,5Mg unter Betrachtung verschiedener Mikrostrukturausprägungen. WerkstoffWoche, Dresden, Deutschland, 27.-29. September (2017). Identifikation und Modellierung der Schädigungsmechanismen in Al-Si-Mg-Gusslegierungen während der Ermüdungsbeanspruchung bei hohen und sehr hohen Lastspielzahlen (ABGESCHLOSSEN) Abb. 1: Zusammenfassende Darstellung der Wechselbeziehung zwischen Mikrostrukturcharakteristika und den mechanisch-technologischen Eigenschaften von Aluminiumgusslegierungen. Aluminiumgusslegierungen eignen sich aufgrund der spezifischen Eigenschaften (hinreichende Festigkeit, geringe Dichte, relative hohes Elastizitätsmodul und guter Gießbarkeit) hervorragend für flexible und kostengünstige Leichtbauanwendungen in vielen Bereichen der Technik, wie z.B. für hoch beanspruchte Bauteile in Automobilen oder Eisenbahnen. Zur Gewährleistung der Betriebssicherheit und einer langen Lebensdauer stehen bei diesen Bauteilen besonders die Ermüdungsschädigungsmechanismen im Fokus. Diese werden an der Hochschule Osnabrück in Kooperation mit der TU Dortmund sowie Industriepartnern im Rahmen eines DFG geförderten Forschnungsvorhabens untersucht, dass an ein im September 2013 abgeschlossenes Forschungsvorhaben anknüpft. Im Rahmen dessen wurde der Einfluss der Kornfeinung und Veredelung sowie der Wärmebehandlung auf die Mikrostruktur und des Ermüdungsverhaltens untersucht. Die Zusammenhänge zwischen Werkstoffmikrostruktur und den zugehörigen Ermüdungseigenschaften (s. Abb. 1) sind insbesondere bei Gusslegierungen von besonderer Bedeutung, da die Werkstoffeigenschaften von der Bauteilgeometrie abhängen und entsprechend der lokalen Erstarrungsbedingungenvariieren können. Vor dem Hintergrund, dass eine Vorausberechnung der mechanisch-technologischen Eigenschaften mittels Gießsimulation nur eingeschränkt und phänomenologisch möglich ist, soll mit Werkstoffproben des Systems Al-Si-Mg eine Zurordnung von Mikrostrukturparametern und der Ermüdungsfestigkeit ermöglicht werden. Die Identifikation der mikrostrukturellen Schädigungsmechanismen während der Ermüdungsbelastung soll zur Impelmentierung dieser Mechnismen in ein physikalisch-basiertes Kurzrissmodell führen. Ziel ist es, die Ermüdungslebensdauer unter frei wählbaren Erstarrungsbedingungen der Aluminiumgusslegierungen zuverlässig hervorzusagen. Das Forschungsvorhaben ist in fünf Arbeitspakete unterteilt: Gießtechnische Herstellung und Charakterisierung des Probenmaterials Wechselverformungsversuche/Rissausbreitungsversuche im HCF- und VHCF-Bereich Identifikation der Mechanismen zur Rissinitiierungs- und Ermüdungsrissausbreitung Entwicklung und Anpassung eines Modells zur Kurzrissausbreitung in Aluminiumgusslegierungen Lebensvorhersage und Übertragbarkeit des Modellierungskonzeptes auf ein einfaches Demonstratorbauteil Zur Zeit wird an der Hochschule Osnabrück im Rahmen des Arbeitspaket 1 eine neue Induktionsschmelzanlage in Betrieb genommen, um unter Einbeziehung der Erstarrungssimulation mit WinCast zylindrische Proben für mechanische Versuche herzustellen. An wärmebehandelten Proben wird anschließend die Mikrostruktur charakterisiert. Hierbei werden Korngröße, Kristallorientierung, Sekundärdendritenarmabstand, Form und Verteilung intermetallischer Ausscheidungen und Feinstoxide mittels Lichtmikroskopie und Rasterelektronenmikroskopie untersucht. Die Umwandlungsemperaturen und Löslichkeiten der Legierungselemente werden in Abhängigkeit der Temperatur und der Legierungszusammensetzung druch thermodynamische Berechnungen mittels FactSage ermittelt. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-2188 Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels, w.michels@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-3104 Kooperationspartner: Prof. Dr.-Ing. Frank Walther, Technische Universität Dortmund, Dortmund Jochen Tenkamp, M.Sc., Technische Universität Dortmund, Dortmund Dr.-Ing. L. Ohm, Ohm & Häner Metallwerk Gmbh & Co.KG., Olpe Dr.-Ing. F. J. Feikus, Nemak Europe GmbH, Frankfurt am Main Wiss. Mitarbeiter: Stephan Knorre, M.Sc., Tel.: 0541 969-2142 Projektdauer: 10/2015 bis 10/2019 Finanzierung: DFG-Deutsche Forschungsgemeinschaft 3D-VHCF (ABGESCHLOSSEN) Bild 1: (a) Ermüdungsprüfung an Miniaturproben mittels Ultraschallermüdungsmaschine, (b) mittels Synchrotron-Tomographie rekonstruiertes Gefüge des Versuchswerkstoffs (W. Ludwig), (c) FEM-Modellierung eines realen Duplexstahlgefüges zur Berechnung lokaler plastischer Dehnungen. Experimentelle und modellmäßige Bewertung der dreidimensionalen Auswirkung mikrostruktureller Barrieren während der Rissinitiierungsphase Very-High-Cycle-Fatigue-beanspruchter Werkstoffe. In der praktischen Anwendung werden Bauteile überwiegend zyklischen Belastungen ausgesetzt. Gerade in der heutigen Zeit, welche von zunehmender Rohstoff- und Energieeinsparung geprägt ist, wird von Maschinen, wie beispielsweise im Verkehrswesen oder der Energiegewinnung, im Hinblick auf höhere Wirkungsgrade zunehmend mehr abverlangt. Die dabei innerhalb der Einsatzzeit eines Bauteils auftretende Anzahl von Lastwechseln geht oft über 10 7 Zyklen hinaus in den sogenannten Very-High-Cycle-Fatigue-Bereich (VHCF). Um einen zuverlässigen Betrieb gerade in Hinsicht auf Bauteilsicherheit zu gewährleisten, muss ein hoher Aufwand im Bereich Forschung, Qualitätssicherung und Inspektion betrieben werden. Einen sehr hohen Stellenwert nehmen dabei Ermüdungsexperimente ein. Die Materialermüdung beschreibt einen fortschreitenden Schädigungsprozess als Folge sich stetig wiederholender mechanischer Beanspruchung. Hierbei kann es bereits unterhalb der statischen Festigkeit eines Materials zur Rissbildung und folglich auch zum Versagen des Bauteils kommen. Um den Werkstoff bezüglich seines Ermüdungsverhaltens hin zu charakterisieren, werden Versuche mit speziell gefertigten Proben mit Hilfe von Prüfmaschinen durchgeführt und so die Lebensdauer bestimmt. Bei den technisch relevanten sehr hohen Lastspielzahlen zeigen die Bauteile ein stark unterschiedliches Ermüdungsverhalten über einen weiten Bereich der Lebensdauer wodurch sie keiner definierten endlichen Lebensdauer zuzuordnen sind. Der Ursprung für dieses Verhalten liegt in der Mikrostruktur des Materials begründet, welche einen starken Einfluss auf die Rissinitiierung ausübt. Um eine zuverlässige mechanismenorientierte Lebensdauervorhersage im Bereich sehr hoher Lastspielzahlen treffen zu können, müssen die auftretenden Schädigungsmechanismen und deren Wechselwirkung mit der Mikrostruktur identifiziert werden. Das Forschungsvorhaben befasst sich mit der Untersuchung mikrostruktureller Barrieren, wie z.B. Korngrenzen, die einer beginnenden Ermüdungsschädigung entgegenwirken und somit je nach Beanspruchungsart- und -höhe eine in Abhängigkeit zur Mikrostruktur stehende Vorhersage der Lebensdauer erlauben. Dazu werden Hochfrequenz-Ermüdungsversuche (20000 Zyklen/Sekunde) an einem modernen Duplexstahl unter in-situ- Beobachtung im hochauflösenden Rasterelektronenmikroskop und in konventionellen Ultraschallprüfsystemen an Luft und Vakuum durchgeführt (Abb. 1a), Dreidimensionale Darstellungen der Mikrostruktur mit Hilfe der Synchrotron-Computer-Tomographie erstellt (Abb. 1b) und mikrostrukturbasierte Finite-Elemente-Berechnungen zur Vorhersage der Rissinitiierungsorte durchgeführt (Abb. 1c). Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de ,Tel.: 0541 969-2188 Kooperationspartner: Universität Siegen (Naturwissenschaftliche Universität) * European Synchrotron Radiation Facility, ESRF Grenoble ** Wiss. Mitarbeiter: Dipl.-Ing. (FH), M.Sc., Alexander Giertler, Tel. 0541-969-3215 M.Sc. Tina Waurischk, Tel. 0541 969-3506 M. Eng. Benjamin Dönges * Dipl.-Phys. Anne Kathrin Hüsecken * Dr. W. Ludwi ** Projektdauer: 10/2010 - 1/2017 Finanzierung: DFG OptiHeat - Forschungsschwerpunkt zur Optimierung von Umform- und Wärmebehandlungsprozessen (ABGESCHLOSSEN) Vom Umformprozess zur Lebensdauervorhersage. Der Forschungsschwerpunkt zielt auf die Entwicklung einer Methodik, mit der sich Wärmebehandlungsverfahren mit den Fertigungsprozessen für Konstruktionswerkstoffe derart abstimmen lassen, dass eine deutliche Reduktion der Prozessdauer bei gleichzeitiger Verbesserung der mechanischen Eigenschaften erreicht werden. Ausgangspunkt sind dabei konkrete Problemstellungen der Industriepartner, die bereits in kleineren Entwicklungsprojekten beleuchtet werden konnten. Bei den im Projekt untersuchten Werkstoffen handelt es sich um bainitische Stähle, die beispielsweise in Common-Rail-Systemen verbaut werden und um hochtemperaturbeständige Nickelbasislegierungen, welche im Turbinenbau zu finden sind. Die Hochschule Osnabrück verfügt über eine 10.000kN Spindelpresse und kann somit nahezu den gesamten Fertigungsprozess abbilden. Die Abbildung zeigt das experimentelle Vorgehen am Beispiel des bainitischen Stahls: Zunächst werden Prüfkörper geschmiedet und gezielt abgekühlt. Anschließend werden die Eigenschaften mittels Metallographie (u.a. analytischer Elektronenmikroskopie) und mechanischer Werkstoffprüfung charakterisiert. Neben den experimentellen Arbeiten, spielt die Modellierung eine immer größere Rolle bei der Optimierung von Prozessen. Hierbei wird sowohl der Schmiedeprozess als auch die komplexe Ausscheidungskinetik der Werkstoffe berücksichtigt. Die Kombination von Umformsimulation (SimuFact), Finite-Elemente-Berechnungen der Abkühlung und schließlichder Einbeziehung von Kinetik und Thermodynamik der Ausscheidungsbildung (MatCalc) soll dazu beitragen, die Prozessparameter für die vielfältigen Werkstoffanforderungen bereits im Vorfeld festlegen zu können. Projektleitung Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp Dr.-Ing. Javad Mola (Nachfolgevertretung) Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels Prof. Dr.-Ing. Bernhard Adams Prof. Dr.-Ing. Jürgen Wübbelmann Prof. Dr.-Ing. Alexander Schmehmann Kontakt Herr Prof. Krupp: IEHK-Institut für Eisenhüttenkunde / Steel Institute RWTH Aachen University Intzestraße 1 D-52072 Aachen Telefon: +49 241-8092913 krupp@iehk.rwth-aachen.de Herr Dr. Javad Mola: Laborbereich Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit Hochschule Osnabrück-University of Applied Sciences Albrechtstraße 30 D-49076 Osnabrück Telefon: +49 541 969-2188 j.mola@hs-osnabrueck.de Wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. rer. nat. Christine Derks M. Sc. Anne Hesselink M. Sc. Mikhail Solovev Kooperationspartner Georgsmarienhütte GmbH (Hauptpartner) MAN Diesel & Turbo SE Aubert Duval (Eramet) Siemens Energy AG Projektdauer 03/2013-06/2019 Finanzierung Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft und Kultur, MWK (ursprünglich gefördert durch die Arbeitsgruppe Innovative Projekte (AGIP)) Veröffentlichungen Artikel in Fachzeitschriften: A. Hesselink, J.-M. Tiemann, M. Solovev, U. Krupp, Influence of the y´Phase on the Creep Behavior of a New Polycrystalline Nickel-Based Superalloy (AD 730), PM54(2017) 838-848 Konferenzbeiträge: A. Hesselink, J.-M. Tiemann, M. Solovev, U. Krupp, Einfluss der g`- Phase auf das Kriechverhalten einer neuen polykristallinen Nickelbasis-Superlegierung (AD730), in: 50. Metallographie-Tagung, 21-23. September 2016, Berlin M. Solovev, J.-M. Tiemann, A. Hunfeld, C. Derks, B. Adams, U. Krupp, W. Michels, Influence of Hot-Extrusion on Microstructure and High-Temperature Properties of a new Nickel Based Superalloy (AD730) in: MSE-Materials Science and Engineering Congress, 27.-29. September 2016, Darmstadt A. Hesselink, J.M. Tiemann, M. Solovev, B. Adams, U. Krupp, Influence of a thermomechanical treatment on g`-precipitates and the creep behavior of the new nickel base superalloy AD730, in: Euromat, 17.-22. September 2017, Thessaloniki, Griechenland A. Hesselink, S. Walter, M. Harwarth, U. Krupp, Microstructure and creep / dwell-time fatigueproperties of a hot extruded superalloy (AD730), in: MSE-Materials Science and Engineering Congress, 26.-28. September 2018, Darmstadt A. Hesselink, S. Walter, M. Harwarth, U. Krupp, Einfluss einer thermomechanischen Behandlung auf die Hochtemperaturfestigkeitseigenschaften der neuen polykristallinen Nickelbasis-Superlegierung AD730. in: 36. Tagung Werkstoffprüfung 2018, 6.-7. Dezember 2018, Bad Neuenahr Ermüdungsfestigkeit bainitischer Stähle (ABGESCHLOSSEN) Abb. 1: Schematische Darstellung des Autofrettageprozesses durch plastische Verformung von Rohrinnenseiten. Abb. 2: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme der Werkstoffmikrostruktur des bainitischen Stahls. Abb. 3: Werkstoffverhalten des bainitischen Stahls unter monotoner Zug- und Druckbelastung ohne Vorverformung des Materials. Steigerung der Ermüdungsfestigkeit bainitischer Stähle zum Einsatz in innenhochdruckbelasteten Bauteilen Rohrleitungen moderner Common-Rail-Dieseleinspritzsysteme werden mit hohen und pulsierenden Innendrücken beaufschlagt. Der eingesetzte Rohrleitungswerkstoff darf auch nach hohen Zyklenzahlen keine Schädigung durch die aufgebrachte Belastung erfahren. Dies kann durch eine entsprechende konstruktionstechnische Auslegung des Bauteils umgesetzt werden, welches in der Regel mit einer Querschnittserhöhung verbunden ist. Die Steigerung des Bauteilquerschnitts wiederum führt zu einer Gewichts- und Bauraumzunahme. Um diese Problematik zu umgehen kann mittels Autofrettage die Festigkeit des Werkstoffs gesteigert werden. Dazu wird der innere Teil des Bauteilquerschnitts mittels Innenhochdruck plastisch verformt. Durch diese einmalige hydraulische Überbeanspruchung über die Steckgrenze hinaus werden Druckeigenspannungen im Bauteil erzeugt. Infolge der Autofrettagebehandlung können die Rohrleitungen bei einem höheren Betriebsdruck und/oder längere Zeit betrieben werden. Einen deutlichen Einfluss auf den Autofrettageprozess hat der sogenannte Bauschinger-Effekt. Wird ein metallischer Werkstoff zuerst in eine Richtung plastisch verformt, entlastet und anschließend in die entgegengesetzte Richtung verformt, so ist die Streckgrenze bei der Rückverformung niedriger als bei der erstmaligen Hinverformung (vgl. Abb. 1). Dieser von dem Münchner Professor Ende des 19Jhdts entdeckte Effekt begrenzt folglich die mit dem Autofrettageprozess verknüpfte Festigkeitssteigerung. Als Rohrleitungswerkstoff kommen hochfeste martensitische und bainitische Stähle zur Anwendung, deren Festigkeit durch den Autofrettageprozess weiter gesteigert werden kann. Der Einfluss des Bauschinger-Effekts auf das Festigkeitsverhalten innenhochdruckbelasteter bainitischer Stahlgüten soll im Rahmen dieses Forschungsprojektes näher betrachtet und auf die Werkstoffmikrostruktur (siehe Abb. 2) zurückgeführt werden. Die Bewertung des mechanischen Ermüdungsverhaltens im LCF- (low cycle fatigue) und HCF- (high cycle fatigue) Bereich mit Hilfe von servohydraulischen Maschinen und Ultraschall-Prüfsystemes wird vorangetrieben. Weiterhin zeigen Untersuchungen unter monotoner Zug- sowie Druckbeanspruchung ohne Vorverformung des Materials ein unterschiedliches Werkstoffverhalten (siehe Abb. 3). Diese Versuche werden im weiteren Projektverlauf mit einer Vorverformung des Materials wiederholt, um an verschiedenen Belastungspunkten die Mikrostruktur zu charakterisieren und diese mit dem Einfluss des Bauschinger-Effekts zu korrelieren. Des Weiteren konnten erste Erfolge in der rechnerischen Abbildung des Bauschinger-Effekts erzielt werden. Diese Erkenntnisse werden im weiteren Verlauf auf die rechnerische Betrachtung des Autofrettageprozesses übertragen. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de ,Telefon: 0541 969-2188 Prof. Dr.-Ing. Alexander Schmehmann, a.schmehmann@hs-osnabrueck.de , Telefon: 0541-969-2006 Kooperationspartner: Georgsmarienhütte Stahl GmbH, Georgsmarienhütte Wiss. Mitarbeiter: B.Sc. Stefan Hinz, Telefon: 0541-969-2142 B.Sc. Sascha Gerbe, Telefon: 0541-969-2142 Projektdauer: 11/2012 - 10/2014 Finanzierung: EFRE Gefügeabhängige Versagensmechanismen bei Aluminiumgusslegierungen unter Ermüdungsbeanspruchung (ABGESCHLOSSEN) Abb. 1: (a) In einer Stahlkokille abgegossene Probestäbe, (b) Rissausbreitungsexperimente an einseitig gekerbten Proben, (c) Bruchflächenanalyse der Rissausbreitungsversuche, (d) Ultraschall-Ermüdungsexperimente und (e) Beobachtung der Rissinitiierung und- ausbreitung Durch den anhaltenden Trend zum Leichtbau und zur Kostenreduktion haben Aluminiumgusslegierungen in der Vergangenheit enorm an Bedeutung gewonnen. Sobald wir uns in Bewegung setzen, begleitet uns heute in der Regel Aluminium. Ob im Auto, im Flugzeug, oder im Schienenverkehr; das klassische Zeitalter der „Eisen“bahn ist vorbei, da viele tragende Elemente eines Zuges (z.B. die Wagenkästen beim ICE) komplett aus Aluminium gefertigt werden. Erst damit lassen sich Geschwindigkeiten von über 350 km/h auf der Schiene realisieren. Um beim Einsatz von dynamisch hoch beanspruchten Bauteilen neben einer hohen Lebensdauer eine große Betriebssicherheit zu gewährleisten, sind insbesondere an die Ermüdungsfestigkeit hohe Anforderungen gestellt. Vor diesem Hintergrund verfolgte das im September 2013 abgeschlossene Forschungsvorhaben in Zusammenarbeit mit Industriepartnern das Ziel, den Zusammenhang zwischen den während der Wärmebehandlung stattfindenden Gefügeveränderungen und dem Ermüdungsverhalten der Aluminiumgusslegierung AlSi7Mg0,3 zu charakterisieren. Das Projekt ist in die miteinander korrelierenden Arbeitsschwerpunkte „Fertigungstechnik“ und „Mechanische Eigenschaften“ unterteilt. Im Arbeitsschwerpunkt „Fertigungstechnik“ wurden die in Abb.1a dargestellten Probestäbe in einer Stahlkokille abgegossen und anschließend bei variierenden Lösungsglühtemperaturen und -zeiten wärmebehandelt. Der Fokus lag bei auf der Einformung des eutektischen Siliziums sowie der festigkeitssteigernden Wirkung der Mg 2 Si-Ausscheidungen. Zudem wurde der Effekt der Kornfeinung mit AlTi5B1 und dem Veredelungszusatz Strontium untersucht. Der Fokus des Schwerpunktes „Mechanische Eigenschaften“ lag auf der Korrelation der Mikrostruktur mit den Ergebnissen aus Zug- und Ermüdungsversuchen sowie mit den mechanischen Eigenschaften, ermittelt durch Härtemessungen, Resonanzfrequenz / Dämpfungsanalysen (RFDA) und Eigenspannungsanalysen. Durch Rissausbreitungsexperimente an einseitig gekerbten Biegeproben (Abb.1b) mit der Resonanzprüfmaschine Cracktronic konnten für alle Wärmebehandlungszustände der Schwellenwert (∆K th ) sowie die kritische Bruchzähigkeit K C bestimmt werden. Die nachfolgende Analyse der Bruchflächen erlaubt eine Unterteilung in Anrissbereich, Ermüdungsbruch und Restgewaltbruch (Abb.1c). Ferner wurden Ultraschall-Ermüdungsexperimente in Kombination mit einem Fernfeldmikroskop durchgeführt (Abb.1d). Dies ermöglicht die Detektion der Rissinitiierung sowie die Beobachtung der nachfolgenden Rissausbreitung und der Wechselwirkung mit der Mikrostruktur (Abb.1e). Zudem konnte die Kurzrissausbreitung in Kombination mit der kristallografischen Orientierung der Körner mittels der Beugung rückgestreuter Elektronen (EBSD) mit einem mechanismenorientierten Rissmodell auf Basis der Randelementmethode simuliert werden. Auf Basis der gewonnen Erkenntnisse dieses Forschungsprojekts lassen sich die Zusammenhänge zwischen den metallurgischen Prozessparametern, der Werkstoffmikrostruktur und den Ermüdungsschädigungsmechanismen von modernen Aluminiumgusslegierungen für hohe dynamische Beanspruchungen eindeutig charakterisieren und beschreiben. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de ,Tel.: 0541 969-2188 Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels, w.michels@hs-osnabrueck.de ,Tel: 0541 969-3104 Kooperationspartner: Ohm & Häner Metallwerk GmbH & Co KG, Olpe Wiss. Mitarbeitende: Stephanie Siegfanz, B.Sc.,Tel.: 0541 969-2219 Projektdauer: 10/2010 bis 9/2013 Finanzierung: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung EFRE Dynamische Eigenschaften moderner Aluminium-Gusslegierungen (ABGESCHLOSSEN) Bild 1: Visuelle Rissbeobachtung während eines Ermüdungsversuchs an speziell angepasster Probenform. Die begrenzte Verfügbarkeit fossiler Energieträger und die Notwendigkeit, den Ausstoß von Treibhausgasen nachhaltig zu senken, sind der Motor für einen anhaltenden Trend zum Leichtbau im Fahrzeug- und Flugzeugbau. Dieser Trend führt auch bei den gießtechnisch hergestellten Leichtmetallwerkstoffen zu immer dünneren Wanddicken. Die dazu erforderliche hohe spezifische Festigkeit kann nur durch eine Sicherstellung höchster Qualität der Werkstoffe insbesondere in der Mikro- und Nanoskala in Verbindung mit einem nachhaltigen Verständnis der Werkstoffschädigungsmechanismen erreicht werden. Bei den zukünftig gießtechnisch zu realisierenden Bauteilen handelt es sich u.a. um dynamisch höchst beanspruchte Fahrwerkskomponenten aus Aluminiumlegierungen, die heute noch nahezu ausschließlich schmiedetechnisch hergestellt werden müssen. Bei dynamischer Beanspruchung besteht grundsätzlich die Gefahr, dass Verunreinigungen und Einschlüsse, wie Feinstoxide oder Karbide, durch ihre Kerbwirkung die Dauerfestigkeit und die Dehngrenze erheblich reduzieren. Trotz der hohen technischen Relevanz dieser Problematik existieren bis heute keine systematischen Untersuchungen, in welchem Maße und nach welchen Mechanismen die dynamischen Eigenschaften insbesondere die Ermüdungsrissentstehung durch Feinstoxide bestimmt ist. Vor diesem Hintergrund verfolgt das laufende Vorhaben das Ziel, gemeinsam mit einem mittelständischen Gießereiunternehmen Zusammenhänge zwischen der Verteilung, der Größe und Form von Feinstoxiden und dem Ermüdungsverhalten im Bereich der Dauerfestigkeit zu identifizieren. Dazu werden zylindrische Proben gießtechnisch aus der Aluminium-Legierung AlSi7Mg hergestellt, mikrostrukturell mit Hilfe der analytischen Elektronenmikroskopie analysiert und an servohydraulischen Prüfsystemen durch Zug-Druck-Wechselverformung ermüdet (s. Bild 1). Die Schädigung wird dabei lichtmikroskopisch und mit Hilfe der Resonanzfrequenz-Dämpfungsanalyse (RFDA) verfolgt und mit dem Vorhandensein von Feinoxiden und Poren korreliert. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de ,Tel.: 0541 969-2188 Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels, w.michels@hs-osnabrueck.de ,Tel: 0541 969-3104 Kooperationspartner: Ohm & Häner Metallwerk GmbH & Co KG, Olpe Wiss. Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Alexander Giertler Projektdauer: 10/2007 bis 3/2010 Finanzierung: Arbeitsgemeinschaft Innovative Projekte des Landes Niedersachsen (AGIP) Mechanisms of microstructurally short cracks in duplex stainless steels (ABGESCHLOSSEN) Duplex stainless steels (DSS) are finding increased applications as structural materials because of higher strength, superior resistance to stress corrosion cracking and better weldability. The excellent combination of these properties is obtained from balanced amount of ferrite and austenite in the microstructure. However, this grade of steel embrittles (aged condition) when exposed in the temperature range of 280-500ºC limiting its application to temperatures below 280ºC. In the present project, interactions between the crystallographic misorientation of grain and phase boundaries and microcracks in austeno-ferritic duplex stainless steels in the normalized and in the aged thermal conditions will be analyzed and quantified by means of experiments during low (LCF) and high cycle fatigue (HCF) in combination with the electron backscattered diffraction technique (EBSD). The results, obtained in this first part, have shown for LCF, microcracks initiate mainly along the most favorable oriented slip planes regarding the Schmid factor in the ferrite and propagating along similar planes. Occasionally, they nucleate at α-α grain boundaries. For these cracks, phase boundaries seem to be an effective barrier against the propagation in contrast to grain boundaries. During HCF, cracks initiate at α-α grain or at α-γ phase boundaries and propagate in an intercrystalline mode. In the second part, it is expected to use the experimental data in combination with a numerical model to quantitatively describe the propagation behavior of microstructurally short fatigue cracks. The model is based on the boundary element method: The crack and the adjacent slip bands are meshed by boundary elements in such a way that the respective displacement field can be calculated by accounting for the interactions between all elements. The crack propagation rate depends on the cyclic value of the displacement at the crack tip (DCTSD) as follows: da/dN=CΔCTSD m After each interval of fatigue cycles the displacement field is re-calculated according to the change in distance between the actual crack tip and the next grain or phase boundary. When the barrier strength of the boundaries is correctly correlated to the crystallographic misorientation (mainly twist) between the respective grains, the characteristic oscillating crack propagation rate can be predicted. An example of the application of the model to a propagating micro crack in duplex steel is shown in Fig. 1. The experimental data will help to improve the model and to apply it for (i) a new kind of damage-tolerant service life prediction in the high-cycle fatigue and very-high-cycle fatigue regime, and (ii) for tailoring fatigue resistant microstructures. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de ,Tel.: 0541 969-2188 Kooperationspartner: Universidad Nacional de Rosario, Instituto de Fisica Rosario Consejo Nacional de Investigaciones Científicas y Técnicas (CONICET) Universität Siegen Wiss. Mitarbeiter: Dr. M.Sc. María Cecilia Marinelli ,Tel.: 0541 969-2142 Projektdauer: 08/2010 bis 8/2012 Finanzierung: Alexander von Humboldt-Stiftung, DAAD Zellulare Metalle Zellulare Metalle bzw. Metallschäume besitzen aufgrund einer stochastisch verteilten zellularen Struktur ein exzellentes Steifigkeits-Dichte-Verhältnis. Bedingt durch die Poren können Metallschäume zur Energie- oder Schallabsorption, Vibrationsdämpfung, Steifigkeitserhöhung uvm. Eingesetzt werden. Unter Beachtung der jeweiligen Anforderungen einer bestimmten Anwendung an das Material sollen verschiedene Anwendungspotentiale zellularer Metalle als funktionelle Leichtbauwerkstoffe erforscht werden. IntelZell (ABGESCHLOSSEN) Abb.: Potentielle Anwendungsdetails von Aluminiumschaum in Autositzen (Projektpartner Faurecia) und geschlossenporiger Aluminiumschaum (Alulight) im Druckversuch. IntelZell - Leichtbau und Fahrsicherheit: Intelligentes Konstruieren mit zellularen Metallen Das Forschungsvorhaben zielte darauf ab, durch die Analyse zellularer metallischer Werkstoffe das Fehlen zuverlässiger und reproduzierbarer Materialdaten zu beseitigen. Es konnte gezeigt werden, dass eine ingenieurmäßige Auslegung komplex beanspruchter Produkte aus zellularen Metallen, auch im Verbund mit herkömmlichen Materialien, möglich ist. Eine der wichtigsten Teilaufgaben war in Zusammenarbeit mit dem Autositzhersteller Faurecia die Identifikation von Baugruppen, bei denen die Potentiale von Metallschäumen besonders weit reichend ausgenutzt werden können (vgl. Abb.). Hierfür kamen auch Hybridbauteile, wie z.B. aufgeschäumte Rohrsegmente oder Aluminiumschaum-Blech-Sandwichverbunde, in Betracht. Gemeinsam mit verschiedenen Metallschaumherstellern wurden Probekörper aus Aluminiumschaum, Aluminiumschaum-Aluminiumblech- und Aluminiumschaum-Stahlblech-Sandwichverbunden hergestellt und bezüglich ihrer strukturellen Eigenschaften untersucht (quasistatische Zug-/Druckversuche (s. Abb) und Ermüdungsversuche). Hierzu kamen neben herkömmlichen Dehnungsmessgeräten auch optische Messverfahren zur lokal aufgelösten Schädigungsverfolgung zur Anwendung. Mit Hilfe der Finite-Elemente-Methode wird das Bauteilverhalten in Verbindung mit entsprechend gestalteten Materialmodellen simuliert. Auf der Basis der erzielten Ergebnisse arbeitet nun eine kleine Arbeitsgruppe an der Umsetzung in die Kennwerte-Normung (DIN, ISO). Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-2188 Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels, w.michels@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-3104 Kooperationspartner: Faurecia Autositze GmbH, Stadthagen Pohltec Metalfoam GmbH, Köln Mepura Metallpulver Gesellschaft m.b.H. / Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen (Österreich) m-pore GmbH, Dresden Fraunhofer Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik Chemnitz Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie, Berlin Universität Siegen Wiss. Mitarbeiter: Dipl.-Wirt.-Ing. Srecko Nesic, s.nesic@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-7023 Projektdauer: 01/2010 bis 04/2014 Finanzierung: BMBF in der Förderlinie FHProfUnt Medfoam (ABGESCHLOSSEN) Bild 1: Titan-Aluminium-Niob (Ti-6Al-7Nb) Implantatkörper Bild 2: Nach 30 Tagen Standzeit entnommener Tibiakopf einer Ratte mit Implantatkörper Entwicklung und Charakterisierung offenporiger metallischer Implantatstrukturen mit biologischer Reaktionsschicht. www.medfoam.uni-siegen.de Obgleich die Natur in vielfältiger Weise zelluläre Materialien für Strukturkomponenten, wie Knochen oder Holz, einsetzt, werden biomedizinische Implantate häufig aus Vollmaterial ausgeführt. Dies hat neben einem relativ hohen Gewicht entscheidende Nachteile hinsichtlich einer späteren ausgewogenen Osteogenese (Knochenneubildung) zur Folge. Vor diesem Hintergrund werden im Rahmen des laufenden Vorhabens maßgeschneiderte Materialverbunde, bestehend aus einer offenporigen, der Spongiosa-Architektur des Knochens sehr ähnlichen Struktur (Bild 1) in Verbindung mit einer keramischen bioaktiven Reaktionsschicht, entwickelt und hinsichtlich ihrer mechanischen und biokompatiblen Eigenschaften charakterisiert und optimiert. Das mit vier Projektpartnern interdisziplinär angelegte Gesamtvorhaben gliedert sich in vier eng miteinander verzahnte Teilschritte: Feingießtechnische Herstellung offenporiger Metallschwämme, Aufbringen biokompatibler Reaktionsschichten und In-vitro und in-vivo-Analyse der Biokompatibilität sowie Experimentelle und modellmäßige Charakterisierung der biomechanischen Langzeitfunktionalität. Zu diesem Zweck werden neben speziell angepassten Methoden der mechanischen Materialprüfung und Mikrostrukturanalyseverfahren, wie u. a. die analytische Rasterelektronenmikroskopie, detaillierte Experimente zum Nachweis der Biokompatibilität und der osteokonduktiven Wirkung der entwickelten Zellularstrukturen anhand von Klein- (Ratte) und Großtiermodellen (Schaf) durchgeführt. Mit Projektabschluss wird ein neues Verfahren vorliegen, mit dem die Herstellung der durch Rapid Prototyping exakt anpassbaren und sowohl biochemisch als auch physikalisch biokompatiblen Implantatkörper möglich ist. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de ,Tel.: 0541 969-2188 Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels, w.michels@hs-osnabrueck.de , Tel.: 0541 969-3104 Kooperationspartner: Institut für Werkstofftechnik der Universität Siegen, Gießerei-Institut der RWTH Aachen, Bundesanstalt für Materialforschung und Materialprüfung (BAM), Universitätsklinikum Gießen Marburg Wiss. Mitarbeiter: Mustafa Altinidis, M.Sc., Teodolitu Guillen, M.Sc. Projektdauer: 10/2007 bis 9/2012 Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Syntakt (ABGESCHLOSSEN) Abbildung 1: Probenmaterial Abbildung 2: Versuchsanlage Syntaktische Schäume stellen Verbundwerkstoffe aus einer Metall-Matrix und Hohlkugeln verschiedener Art dar, bei denen letztere für die Porosität dienen. Sie zeichnen sich durch ein hohes Energieabsorptionsvermögen und sehr gutes Dämpfungsverhalten sowie gegenüber konventionellen Schäumen durch eine erhöhte Festigkeit aus. Dies macht sie besonders für den Einsatz in akustischen sowie crash-relevanten Bauteilen interessant. Trotz ihrer herausragenden Eigenschaften hat sich die Werkstoffklasse der syntaktischen Schäume bisher jedoch nicht durchgesetzt. Im Rahmen des Forschungsprojektes soll daher zur Entwicklung neuer Werkstoffkonzepte im Leichtbau beigetragen und die Marktdurchdringung gefördert werden. Das Ziel des Forschungsprojektes SYNTAKT ist die durchgreifende Charakterisierung der mechanischen Kennwerte. Im Gegensatz zum quasistatischen Spannungsverhalten (Untersuchungen durch den Projektpartner IFAM) wurden die syntaktischen Schäume hinsichtlich des Ermüdungsverhaltens noch nicht charakterisiert. Daher soll im Rahmen dieses Projektes das Verhalten unter zyklischer Beanspruchung mit unterschiedlichen Belastungsbereichen tiefergehend untersucht werden. Dazu wurde durch das IFAM gesintertes Probenmaterial aus einer Invar-Matrix (FeNi36) und unterschiedlichen Anteilen von Glashohlkugeln bereitgestellt (siehe Abb. 1), aus dem die Versuchsproben entnommen wurden. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp[at]hs-osnabrueck.de, Telefon.: 0541 969-2188 Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels, w.michels[at]hs-osnabrueck.de, Telefon.: 0541 969-3104 Kooperationspartner: Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und angewandte Materialforschung IFAM, BremenISIS Sensorial Materials Scientific Centre, Bremen Wiss. Mitarbeiter: B.Sc. Philipp Poltersdorf, philipp.poltersdorf[at]hs-osnabrueck.de, Telefon.: 0541 969-2142 Dipl.-Wirt.-Ing. Srecko Nesic, s.nesic[at]hs-osnabrueck.de, Telefon.: 0541 969-7023 Projektdauer: 02/2012 bis 07/2012 Projektfinanzierung: Zentraler Forschungspool der Hochschule Osnabrück Hybridwerkstoffe - Fügetechnik Unter dem Gesichtspunkt steigender Anfordungen an technische Werkstoffe wie z.B. Aluminium, Stahl oder Titan, bietet sich eine Kombination der jeweiligen Eigenschaften an. Durch die Herstellung und Verarbeitung von sogenannten Hybridwerkstoffen lassen sich beispielsweise positive Aspekte von Aluminium mit denen von Stahl kombinieren. Auch eine Kombination von CFK mit Titanwerkstoffen kann unter gewissen Vorraussetzungen sinnvoll erscheinen. Die folgenden Projekte befassen sich mit dem gezielten Einsatz von den oben beschriebenen Hybridwerkstoffen SAFECONNECT – Metallurgische, rechnerische und konstruktive Gestaltung betriebsfester Fügeverbindungen moderner Konstruktionswerkstoffe (ABGESCHLOSSEN) Abb. : (a) Schweißung der Demonstratorbaugruppe, (b) Betriebsfestigkeitesuntersuchungen am Prüfstand und (c) Darstellung der Dehnung mittels 3D-Dehnfeldmessung Seit geraumer Zeit ist in der Fahrzeugindustrie der Trend zum Leichtbau bei gleichzeitiger Erhöhung der Bauteilzuverlässigkeit und -sicherheit zu verzeichnen. Nicht nur für die großen, etablierten Automobilhersteller, sondern zunehmend auch für Kleinserienhersteller von Nischenfahrzeugen ist Leichtbau unumgänglich. Der seit 2009 an der Hochschule Osnabrück laufende Forschungsschwerpunkt SafeConnect widmet sich der Entwicklung optimierter Fertigungs- und Prüftechniken in der Produktentwicklung der Automobilindustrie. Neben der Fertigungstechnik spielt auch die Bauteil- und Probenprüfung eine entscheidende Rolle. Hierbei steht die Treffsicherheit der Lebensdauervorhersagen für hoch beanspruchte Schweißverbindungen im Vordergrund. Gemeinsam mit den Industriepartnern werden in zwei miteinander verknüpften Teilprojekten Schweißproben und Baugruppen fertigungstechnisch realisiert und hinsichtlich ihres Ermüdungsschädigungsverhaltens analysiert. Hierbei gilt es die meist sehr konservativen Auslegungsrichtlinien für die Betriebsfestigkeit mit dem Leichtpotential einer dünnwandigen PKW-Federbeinaufnahme aus Aluminium in Form einer Demonstratorbaugruppe (s. Abb. ) fügetechnisch zu realisieren. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp (Sprecher) Prof. Dr.-Ing. Bernhard Adams Prof. Dr.-Ing. Thomas Derhake Prof. Dr.-Ing. Wilhelm Michels Prof. Dr.-Ing. Viktor Prediger Prof. Dr.-Ing. Christian Schäfers Kontakt: Albrechtstrasse 30, 49076 Osnabrück Telefon: +49 541 969-2188 u.krupp@hs-osnabrueck.de Kooperationspartner: Prof. Dr.-Ing. Dirk Rokossa Prof. Dr.-Ing. H.-Peter Klanke KSM Castings GmbH, Hildesheim; SKT Stockel Karosserietechnik, Vrede FRONIUS Deutschland GmbH, Köln; Westfalen AG, Münster Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dipl.-Ing. (FH) Matthias Kantehm, M.Sc., IWE M.Sc. Rudolf Denk B.Sc. Martin Schmidt Projektdauer: 07/2009 bis 06/2014 Projektfinanzierung: AGIP Transhybrid-Hybrid Fügetechnologien (ABGESCHLOSSEN) Abb. 1: Wöhlerdiagramm der Ermüdungsversuche von CFK-Titan-Titan SLJ-Klebeverbindungen bei Raumtemperatur. Oberflächenbehandlungen; B: Beizen, L: Laser, P: Peel-Ply entfernen. Abb. 2: Wechselverformungskurve einer TiB-TiB-SLJ-Klebung, die bei einer Scherspannungsampitude Ta=4.5 MPa nach 1.0410.000 Zyklen versagt hat. Abb. 3: a) GOM Aramis-Auswertung, die im Bereich der Überlappung die Dehnungsverteilung von einer TiL-CFKP-SLJ-Probe zeigt. Abb. 3b) Makroskopische Bruchflächen-Aufnahmen einer TiL-CFKP-SLJ-Probe. Abb. 4: Rissausbreitung pro Zyklus als Funktion der Freisetzungsrate der Verformungsarbeit im zyklischen Mode I für TiL-TiL RDCB Proben, die mit einer Wegamplitude von Sigma a = 0,27mm für 2+10*6 Zyklen bei 6 Hz beansprucht wurde. Abb. 5: Versuchsaufbau für quasi-statische Bruchmechanikversuche und zyklische Ermüdungsversuche; a) Übersichtsaufnahme; b) Detailaufnahme des Probenadapters mit eingebauter TiBL-TiBL RDCB Probe. Transhybrid-Hybrid Fügetechnologien für Leichtbauweisen bei Transportanwendungen Die Verknappung fossiler Brennstoffe und der prognostizierte Klimawandel führen zu steigenden Anforderungen, die an ein modernes Passagierflugzeug gestellt werden. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ohne dabei einen Verlust des Komforts oder der Leistung hinzunehmen, finden Leichtbaumaterialien wie Faserverbundwerkstoffe (z.B. Kohlefaserverstärkter Kunststoff CFK) Anwendung. Zunehmend wird CFK auch in einer Hybridbauweise eingesetzt, um eine Reduzierung des Strukturgewichtes zu erzielen. Dies trägt dazu bei, den Kerosinverbrauch und die CO2-Emmisionen zu vermindern. Die Struktur moderner Passagierflugzeuge, wie die des Airbus A350 XWB, weist bereits heute einen CFK-Anteil von über 50% auf. Diese Entwicklung hat auch zu einer deutlichen Steigerung des Titananteils im Vergleich zu früheren Flugzeugmodellen geführt. Titan hat an vielen CFK-Metall Verbindungsstellen den Werkstoff Aluminium substituiert. Begründet ist dies durch eine potentielle galvanische Korrosion an Verbindungsstellen zu Aluminiumkomponenten. Zur Zeit werden Hybridverbindungen hauptsächlich durch mechanische Fügeverfahren (Nieten, Schrauben) erzeugt. Grund dafür ist u.a. die kritische Langzeitbeständigkeit von Titanklebungen im feuchtwarmen Klima. Dennoch sind mechanische Fügeverfahren nachteilig, da CFK eine hohe Kerbempfindlichkeit sowie niedrige Scher- und Lochleibungsfestigkeiten aufweist. Ein alternativer Fügeprozess wäre das Kleben. Klebeverbindungen weisen eine höhere mechanische Leistungsfähigkeit und weitere Vorteile (z.B. Gewichtsersparnis, Dämpfung) auf. Daher sollen in der Luftfahrtindustrie die mechanisch gefügten Verbindungen zunehmend durch Klebungen ersetzt werden. Eine stabile Klebung kan nur durch eine Klebstoffschicht mit einer beständigen adhäsiven Anbindung die Fügeteiloberfläche erfolgen. Dies macht eine Oberflächenvorbehandlung der Fügepartner notwendig. Die Flugzeugstruktur ist während des Betriebs in der Luft als auch am Boden verschiedenen Belastungen und klimatischen Bedingungen ausgesetzt. An geklebten Strukturen werden hohe Anforderungen hinsichtlich der Langzeitbeständigkeit gestellt. Jedoch sind die schädigungsrelevanten Mechanismen der Titan-CFK-Hybridklebeverbindungen weitestgehend unbekannt und können mit den standardisierten Testmethoden nicht hinreichend erfasst werden. Im Rahmen des Forschungsprojekts "Transhybrid" (gefördert durch das BMBF) werden in Kooperation zwischen der Airbus Group Innovations Deutschland und der Hochschule Osnabrück neue Prüfverfahren für hybride Klebeverbindungen untersucht. Es ist zum einen das Ermüdungsverhalten von TiAl6V4-CFK-Klebeverbindungen durch optimierte und adaptierte Prüfmethoden für metallische- und Faserverbundklebungen in Abhängigkeit von der Oberflächenbehandlung untersucht worden, zum anderen wurde die Langzeitbeständigkeit dieser hybriden Klebungen mit Hilfe von bruchmechanischen Kennwerten bewertet. Das Ermüdungsverhalten wurde an Single-Lap-Joints-Proben (SLJ) bei Raumtemperatur, als auch in einer warm-feuchten Umgebung in Abhängigkeit der Oberflächenbehandlung überprüft (s. Abb. 2). Dabei erfolgte eine optische Dehnfeldmessung, um lokale Dehnungsüberhöhungen zu identifizieren (s. Abb. 3a). Der Zeitpunkt und der Ort der Rissinitiierung wurden durch eine Backface-strain Methode beschrieben (s. Abb. 4). Maßgeblich verantwortlich für das Versagen sind Querdehnungen im Bereich der Überlappungsenden, die zu einer Rissinitiierung und einem Risswachstum führen. Besonders positiv auf die Ermüdungseigendschaften wirkt sich bei den Titan-Titan SLJ-Proben eine Laseroberflächenbehandlung aus (s. Abb. 1). Jedoch zeigt die Laseroberflächenbehandlung bei den hybriden Titan-CFK-SLJ-Prüfkörpern keine signifikanten Einfluss auf das Ermüdungsverhalten gegenüber der Entfernungdes Abreißgewebes (Peel Ply) (s. Abb. 3b). Insbesondere die warm-feuchte Umgebung wirkt sich nachteilig auf die mechanischen Eigenschaften aus und verdeutlicht die große Bedeutung der Oberflächenbehandlung. Mit Hilfe bruchmechanischer Kennwerte wurde die Langzeitbeständigkeit von Klebeverbindungen unter Berücksichtigung der Oberflächenbehandlung bewertet. Es wurde hierzu die quasi-statische Bruchenergie G C und die Anfälligkeit gegenüber Ermüdungsriss-Wachstum im zyklischen Beanspruchungs-Mode I unter Laboratmosphäre bestimmt. Die Art des Versagens der Klebeverbindung ist mit makroskopischen und rasterelektronenmikroskopischen Aufnahmen untersucht worden. Für die Untersuchungen sind verstärkte zweiarmige Verbundbiegebalkenproben (RDCB) hergestellt worden, die geeignet sind, um bruchmechanische Versuche mit dünnen Fügeteilen durchzuführen (s. Abb. 5). Mit Ti BL -Ti BL -RDCB Proben wurden Ermüdungsversuche bei einer Frequenz von 6 Hz und einem R-Verhältnis von 0,1 durchgeführt. Abb. 4 stellt ein Diagramm dar, das die Risswachstumsgeschwindigkeit pro Zyklus da/dN über der Freisetzungsrate der Verformungsarbeit im zyklischen Mode I G max doppelt logarithmisch darstellt. Die Messdaten ensprechen im linearen Kurvenabschnitt dem Paris-Gesetz und im nicht linearen Bereich dem modifiziertem Paris-Gesetz. Die Anwendung des modifizierten Prais-Gesetzes führt zu einem typischen s-förmigen Kurvenverlauf. Im Rahmen weiterer Untersuchungen soll der Einfluss von Umweltfaktoren auf die Langzeitbeständigkeit untersucht werden. Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de ,Telefon: 0541 969-2188 Kooperationspartner: Airbus Group Innovations Deutschland, München Wiss. Mitarbeiter: B.Sc. Stephan Knorre Dr.-Ing. Tobias Mertens* Projektdauer: 2/2012 - 11/2015 Finanzierung: BMBF/Airbus Group Innovations Deutschland Korrosions- und Verschleißschutzschichten Analyse des Leichtbaupotentials landwirtschaftlicher Maschinen (ABGESCHLOSSEN) Das Projekt verfolgt die Charakterisierung und Nutzbarmachung moderner Werkstoff und Fügetechnologien für eine neue Generation gewichts-und funktionsoptimierter landwirtschaftlicher Maschinen anhand eines konkret umsetzbaren Beispiels des Stalldung bzw. Universalstreuers des Partnerunternehmens Ludwig Bergmann GmbH. Mit Blick auf die Automobiltechnik, für die seitens der Stahlindustrie zunehmend hoch und höchstfeste Stähle für Leichtbau Lösungen entwickelt werden, zeichnet sich auch in der Landtechnik aus wirtschaftlichen, aber auch aus funktionellen Gründen ein Bedarf an maßgeschneiderten Leichtbau Konzepten ab. Der Einsatz höherfester Werkstoffe erlaubt nicht nur eine Gewichtsreduktion; bei geschickter Wahl der Werkstoffe bzw. zugehöriger Prozess und Fügetechnik ist auch eine Erhöhung der Verschleißbeständigkeit und damit der Standzeit möglich. Zusammenfassend können die wesentlichen technischen Arbeitsschritte und -ziele des Vorhabens wie folgt formuliert werden: - Identifikation und Nutzung von Leichtbaupotential in der Landtechnik. - Erhöhung der Verschleißbeständigkeit unter Berücksichtigung der Fertigungsmöglichkeiten in der Landtechnik. Der Arbeitsschwerpunkt des Projektpartners Bergmann liegt auf der - Umsetzung vielversprechender Ansätze aus den o.g. Analysen zur Gewichts- und Betriebsfestigkeitsoptimierung in real ausgeführten Streumaschinen und deren praktischer Einsatz im landwirtschaftlichen Betrieb. Projektleitung Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp Labor für Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit Metallische Konstruktions- und Leichtbauwerkstoffe Tel.: 0541 969-2188 E-Mail: u.krupp@hs-osnabrueck.de Forschungspartner an der Hochschule Prof. Dr.-Ing. Viktor Prediger Wissenschaftliche Mitarbeiter Dipl.-Ing. (FH) Matthias Kantehm, M.Sc. SFI/IWE B.Sc. Matthias Zerhusen Kooperationspartner aus der Industrie Ludwig Bergmann GmbH Projektdauer 10/2016-09/2018 Finanzierung EFRE RESKORR - Entwicklung ressourceneffizienter Korrosionsschutzschichten für hochbeanspruchte Komponenten in der alternativen Energieerzeugung (ABGESCHLOSSEN) Das übergeordnete Ziel des BMBF.geförderten Verbundprojekts RESKORR ist die Enwicklung neuer ressourceneffizienter Korrosionsschutzschichten auf PEEK-Basis (PEEK=Poly-Ether-Ether-Keton) als Alternative zu den bisherigen umweltbelastenden und/oder kostenintensiven Lösungen für den Korrosionsschutz hochpräziser Komponenten in der renenerativen Energieerzeugung. Im Rahmen des Projekts wird ein Laserbeschichtungsverfahren in Zusammenarbeit mit dem ILT Aachen entwickelt, welches es ermöglicht, einen anlassempfindlichen Stahl (z.B. 100Cr6) mit PEEK zu beschichten. Die Herausforderung an das Beschichtungsverfahren stellen die beiden Grundwerkstoffe: Während 100Cr6 durch eine niedrige Anlasstemperatur von 180°C seine Härteeigenschaften erhält, hat das PEEK seinen Schmelzpunkt bei 340°C. Hauptaufgabe des interdisziplinären Teams an der Hochschule Osnabrück ist die Bewertung der Grundwerkstoffe und des erreichten Korrosionsschutzes der laserbasierten Beschichtung. Hierbei beschäftigt sich die Bioverfahrenstechnik mit der Beständigkeit der Korrosionsschutzschicht gegenüber mikrobiellem Angriff, dem sogenannten Biofouling, im Bereich der Off-Shore-Systeme. Im Laborbereich Polymerchemie werden die zu verwendeten PEEK-Pulver und -Schichten hinsichtlich ihrer thermischen und optischen Eigenschaften analysiert, während sich der Laborbereich Materialdesign und Werkstoffzuverlässigkeit vor allem mit der Charakterisierung des zu beschichtenden Stahls, dessen Oberfläche, und der Beurteilung des erzeugten Korrosionsschutzes beschäftigt. Im Bereich des Biofouling wurden bereits erste Biofilme auf unbeschichtetem und beschichtetem Stahl angezüchtet und ihr Einfluss auf das Korrosionsverhalten untersucht. Die laserbeschtiteten Proben zeigten in diesem Fall keine Anzeichen von Korrosion, währdend der unbeschichtete Stahl enorm angegriffen worden ist. Im Polymerchemie-Labor wruden die unterschiedlichen PEEK-Pulver, die für die Herstellung der Korrosionsschutzschicht eingesetzt worden sind, hinsichtlich der thermischen Eigenschaften untersucht. Hierbei wurde die Frage behandelt, ob die Modifizierungen der PEEK-Pulver mit Additiven die Kristallisation, das Schmelzverhalten oder die thermo-oxidative Messungen (DSC, TGA, DMA) sowie spektroskopische Untersuchungen (FTIR) durchgeführt worden. Eine relativ neue Messtechnik, Flash-DSC, erlaubt Untersuchungen der thermischen Eigenschaften bei extrem hohen Heiz- und Kühlgeschwindigkeiten, die für das angestrebte Laserbeschichtungsverfahren von Bedeutung sind. Neben den thermischen Eigenschaften sind die für die Beschichtungstechnologie u.a. auch die Oberflächenspannungen des Polymers und des Metallsubstrates wichtig. Diese wurden mittels Kontaktwinkelmessungen charakterisiert. Weiterhin wurden verschiedene Vorbehandlungsmethoden des Stahls und deren Einfluss auf die Haft- und Korrosionseigenschaften an der Hochschule untersucht. So stellte sich z.B. eine Laservorbehandlungsmethode als besonders vorteilhaft dar. Weiterhin wurden die neu erzeugten Schichten, die auf verschiedenen PEEK-Pulvern basieren, auf ihre Korrosionsbeständigkeit im Klimawechsel- und Salzsprühnebeltest sowie auch mit Hilfe des elektrochemischen Rauschens untersucht. Somit konnte die geeignete Kombination aus Vorbehandlungsmethode, dem PEEK-Pulver und seinen Zusätzen wie auch die Schichtdicke ausgemacht werden. Zur Umsetzung dieser Kernaufgabe wurde ein Korrosionslabor eingerichtet, das neben einem Messplatz mit den Möglichkeiten elektrochemischer Korrosionsmessungen, z.B. in Form des elektrochemischen Rauschens, auch über eine hochmoderne Klimawechselkammer verfügt, welche alle gängigen Klimatests ermöglicht. Weiterhin befasst sich die Arbeitsgruppe an der Hochschule Osnabrück mit Untersuchungen der thermischen, rheologischen und mechanischen Eigenschaften der PEEK-Beschichtungswerkstoffe. In einem weiteren Schwerpunkt werden die Auswirkungen der Bildung von Biofilmen auf den Beschichtungen beim Einsatz in natürlichen Umgebungen und die Auswirkung der Bioflime auf das Korrosionsverhalten untersucht. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse kann demnächst die Realteilbeschichtung erfolgen, die wiederum an der Hochschule charkerisiert werden wird. Projektleitung: Prof. Dr. rer. nat. Angela Hamann-Steinmeier, a.hamann@hs-osnabrueck.de , 0541-969 2902 Prof. Dr.-Ing. habil. Ulrich Krupp, u.krupp@hs-osnabrueck.de , 0541-969 2188 Prof. Dr. rer. nat. Claudia Kummerlöwe, c.kummerloewe@hs-sonabrueck.de , 0541-969 3719 Kooperationspartner: Schaeffler KG Evonik Degussa GmbH ELB – Eloxalwerk Ludwigsburg Flagsol GmbH Fraunhofer Institut für Lasertechnik ILT Wissenschaftliche Mitarbeiter: Dr. rer. nat. Anna Buling, a.buling@hs-osnabrueck.de , 0541-969 2620 Dipl.-Ing. Yihong Huang Projektdauer: 02/2013 – 07/2016 Abbildung 1: a) Erzeugter und untersuchter Biofilm auf Stahlprobe; b+c) metallografische Querschliffe zur Untersuchung der Einflüsse der Laservorbehandlungsmethoden auf das Grudnmaterial 100Cr6; d) Flash-DSC Untersuchungen von PEEK nach isothermer Kristallisation bei verschiedenen Temperaturen, Heizrate: 1000 K/s; e)Rauschwiderstand RNoise verschieden vorbehandelter und beschichteter Proben als Maß für die Korrosionsbeständigkeit ermittelt aus dem Strom- und Spannungsrauschen. Korrosionsbeständige aluminiumlegierte Stähle LeiLa - Leichtbau in der Landtechnik durch den Einsatz verschleißbeständiger hochfester Baustähle (ABGESCHLOSSEN) Das Projekt konzentriert sich auf die Herausforderungen des Leichtbaus in der Landtechnik und der Abfallwirtschaft, insbesondere in Bezug auf Verschleiß-, Schweiß- und Gleitfähigkeit von Stahlwerkstoffen. Angesichts der steigenden Leistungsanforderungen an landtechnische Maschinen und die Auswirkungen von Bodenverdichtung bei höherer Achslast wird die Verwendung von Leichtbauwerkstoffen immer relevanter. In der Praxis sind landwirtschaftliche Maschinen und Abfallsammelfahrzeuge hohen Verschleiß- und Korrosionsbeanspruchungen ausgesetzt, die mit wechselnden Boden- und Umweltbedingungen einhergehen. Das Verschleißproblem nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein, da es erhebliche Kosten für Reparaturen und Ausfallzeiten verursacht, die durch die zunehmende Geschwindigkeit und Leistungsdichte der Maschinen weiter verschärft werden. Ein Schlüssel zur Bewältigung dieser Herausforderungen liegt in der Kooperation durch Industrie-Gemeinschaftsforschung (IGF), die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ermöglicht, die Lücke zwischen intensiver Grundlagenforschung und marktfähigen Lösungen zu schließen. Die KMU verfügen zwar über umfangreiche Fachkenntnisse in der Maschinenherstellung, doch für die Umsetzung moderner Leichtbauverfahren und den optimierten Einsatz hochfester Stähle sind oft zusätzliche, kostspielige Entwicklungsmaßnahmen erforderlich. Ziel des Projekts ist es daher, komplexe materialtechnische Untersuchungen durchzuführen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse den KMU zugänglich zu machen. Dies soll nicht nur helfen, die Produktentwicklungszeiten zu verkürzen, sondern auch innovative Produkte mit verbesserten Eigenschaften anzubieten. Die Ergebnisse sollen in einfach anwendbarer Form in gängige Finite-Elemente-Methoden (FEM) integriert werden, um den praktischen Anforderungen gerecht zu werden. Besonders wichtig ist die Berücksichtigung der speziellen Einsatzbedingungen von Land- und Abfallmaschinen, wie z. B. enge Zeitfenster, die durch wetterabhängige Faktoren bestimmt werden. Eine hohe Verfügbarkeit und schnelle Reparaturfähigkeit vor Ort sind daher entscheidende Kriterien, die neben Korrosions- und Verschleißbeständigkeit durch eine exzellente Schweißbarkeit der Materialien unterstützt werden müssen. Publikationen Bücher 1. U. Krupp: Innere Nitrierung von Nickelbasislegierungen, Fortschritt-Berichte VDI, Reihe 5, Nr. 529, VDI Verlag, Düsseldorf 1998, 135 Seiten 2. U. Krupp: Mikrostrukturelle Aspekte der Rissinitiierung und -ausbreitung in metallischen Werkstoffen, Habilitationsschrift, Universität Siegen 2004, 253 Seiten 3. U. Krupp: Fatigue Crack Propagation in Metals and Alloys, Wiley VCH, Weinheim 2007, 287 Seiten Zeitschriften- und Buchbeiträge 1. U. Krupp: Elektronenmikroskopische Untersuchung zyklisch verformter Metalle, in: Ermüdungsverhalten metallischer Werkstoffe (Hrsg.: H.-J. Christ), Werkstoff-Informationsgesellschaft, Frankfurt 1998, S. 75-86 2. S.Y. Chang, U. Krupp, H.-J. Christ: Selektive Oxidation und innere Nitrierung von einkristallinen Nickelbasis-Superlegierungen, Metall, 52 (1998) S. 355-360 3. U. Krupp, H.-J. Christ: Internal Nitridation of Nickel-Base Alloys Part I: Behavior of binary and ternary alloys of the Ni-Cr-Al-Ti system, Oxidation of Metals, 52 (1999) S. 277-298 4. U. Krupp, H.-J. Christ: Internal Nitridation of Nickel-Base Alloys Part II: Behavior of quaternary NiCrAlTi alloys and computer-based description, Oxidation of Metals, 52 (1999) S. 299-319 5. U. Krupp, Y.M. Hu, W. Floer, H.-J. Christ: Mikrostrukturuntersuchungen mit Hilfe der EBSP-Technik - Mikrorißentstehung und -wachstum bei zyklischer Belastung der b-Titanlegierung LCB, Metall, 53 (1999) S. 119-124 6. U. Krupp, H.-J. Christ: Einfluß der Legierungszusammensetzung auf das Oxidations- und innere Nitrierungsverhalten von Nickelbasis-Superlegierungen, Werkstoffe und Korrosion - Materials and Corrosion, 50 (1999) S. 326-332 7. U. Krupp, J. Schwille, H.-J. Christ: Querschnittspräparation für TEM-Untersuchungen von Hochtemperaturkorrosionsvorgängen - Preparation of Cross-Sections for Transmission Electron Microscopy, Praktische Metallographie - Practical Metallography, 36 (1999) S. 528-538 8. U. Krupp, H.-J. Christ: High-Temperature Corrosion Attack of Nitrogen – Internal Nitridation of Ni-Base Alloys, Advanced Engineering Materials, 1 (1999) S. 194-198 9. U. Krupp, H.-J. Christ: Selective Oxidation and Internal Nitridation During High-Temperature Exposure of Nickel-Base Superalloys, Metallurgical and Materials Transactions A, 31 (2000) S. 47-56 10. Y.M. Hu, W. Floer, U. Krupp, H.-J. Christ: Microstructurally Short Fatigue Crack Initiation and Growth in Ti-6.8Mo-4.5Fe-1.5Al, Materials Science and Engineering A, 278 (2000) S. 170-180 11. U. Krupp, S.Y. Chang, H.-J. 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McMahon Jr.: Brittle Intergranular Fracture of a Ni-Base Superalloy at High Temperatures by Dynamic Embrittlement, Materials Science and Engineering A, 387-389 (2004) 409 29. U. Krupp, C.J. McMahon Jr.: Dynamic Embrittlement – Time-Dependent Brittle Fracture, Journal of Alloys and Compounds, 378 (2004) 79 30. L. Heikinheimo, D. Baxter, M. Spiegel, K. Hack, U. Krupp, M. Hämäläinen, M. Arponen: Optimisiation of In-Service Performance of Boiler Steels by Modelling High-Temperature Corrosion – EU FP5 OPTICORR Project, Materials Science Forum , 461-464 (2004) S. 473-480 31. U. Krupp, R. Orosz, H.-J. Christ, U. Buschmann, W. Wiechert: Internal Nitridation during Creep Loading of Polycrystalline Ni-Base Superalloys, Materials Science Forum, 461-464 (2004) S. 37-44 32. U. Krupp, V.B. Trindade, B.Z. Hanjari, H.-J. Christ, U. Buschmann, W. 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März 1998 in Münster (Hrsg. D. Hirschfeld), GDMB-Informationsgesellschaft, Clausthal-Zellerfeld 1998, S. 89-98 2. U. Krupp, H.-J. Christ: Internal Nitridation of Ni-Base Alloys as a Special Case of an Internal Corrosion Reaction, in: Proc. Eurocorr '98, Working Party 3 and 6: High Temperature and Surface Science, 28. September-1. Oktober 1998 in Utrecht, Niederlande (auf CD-ROM) 3. U. Krupp, H.-J. Christ: Innere Nitrierung von Nickelbasis-Superlegierungen, in: Proc. Werkstoffwoche 1998, Symposium 3: Werkstoffe für die Energietechnik, 12.-15. Oktober 1998 in München, A. Kranzmann, U. Gramberg (Hrsg.) Wiley-VCH, Weinheim 1999, S. 79-84 4. Y.M. Hu, W. Floer, U. Krupp, H.-J. Christ: Fatigue Crack and Microcrack Growth in a Beta Titanium Alloy, Proc. "Fatigue '99", 8.-12. Juni 1999 in Peking, China, S. 277-282 5. S.Y. Chang, U. Krupp, H.-J. Christ: The Influence of Thermal Cycling on Internal Oxidation and Nitridation, Proc. "EFC-Workshop: Cyclic Oxidation Testing as a Tool for High-Temperature Materials Characterization", 25./26. Februar 1999. Frankfurt am Main, M. Schütze, W.J. Quadakkers (Hrsg.) EFC publications No. 27 (1999) S. 60-81 6. A. Jung, U. Krupp, H.J. Maier, H.-J. Christ: Schädigungsmechanismen und Lebensdauerprognose einer SiC-partikelverstärkten und dispersionsgehärteten Aluminiumlegierung bei hohen Temperaturen, Proc. "Verbundwerkstoffe und Werkstoffverbunde", 5.-7. Oktober 1999 in Hamburg, K. Schulte, K-U. Kainer (Hrsg.) Wiley VCH, Weinheim 1999, S. 183-188 7. U. Krupp, J. Schwille, H.-J. Christ: Das Eingießverfahren für gezielte transmissions-elektronenmikroskopische Untersuchungen zur inneren Korrosion von Nickelbasislegierungen: Proc. Metallographie-Tagung 1999, 15.-17. September 1999 in Rostock, Fortschritte in der Metallographie, G. Schneider, F. Mücklich (Hrsg.), Werkstoff-Informationsgesellschaft, Frankfurt 2000, S. 181-186 8. A. Schimke, S.Y. Chang, U. Krupp, H.-J. Christ: Modelling of Combined High-Temperature Oxidation and Nitridation under Isothermal and Thermally Cyclic Conditions, Proc. Euromat 1999, 27.-30. September 1999 in München, Vol. 10: Intermetallics and Superalloys, S. 3-8 9. U. Krupp, W. Floer, Y.M. Hu, H.-J. Christ, A. Schick, C.-P. Fritzen: Experimentelle Erfassung und modellmäßige Beschreibung der Rissbildung und des Kurzrisswachstums zur Vorhersage der Ermüdungslebensdauer einer b-Titanlegierung, Berichtsband des Zwischenkolloquiums "Mechanismenorientierte Lebensdauervorhersage für zyklisch beanspruchte metallische Werkstoffe" (DFG/DVM), 24./25. Februar 2000 in Bremen, DVM 2000, S. 165-177 10. A. Schick, C.-P. Fritzen, W. Floer, Y.M. Hu, U. Krupp, H.-J. Christ: Stress Concentrations at Grain Boundaries due to Anisotropic Elastic Materials Behavior, in: Proc. Damage and Fracture Mechanics VI 2000, 22.-24. Mai 2000 in Montreal, Canada, A.P.S. Selvadurai, C.A. Brebbia (Hrsg.), WIT Press, Southampton/UK, S. 393-402 11. W. Floer, Y.M. Hu, U. Krupp, H.-J. Christ, A. Schick, C.-P. Fritzen: Influence of Grain Boundaries on the Initiation and Growth of Short Fatigue Cracks in a Beta-Titanium Alloy, Proc. 13 th European Conference on Fracture, 6.-9. September 2000 in San Sebastian, Spanien (auf CD-ROM) 12. W. Floer, Y.M. Hu, U. Krupp, H.-J. Christ: Characterization of Short Cracks in a Beta-Titanium Alloy by Electron Back Scattered Diffraction, Proc. European Metallographic Conference 2000, 13.-15. September 2000, Saarbrücken, "Fortschritte in der Metallographie", G. Petzow (Hrsg.) 2001, S. 159-162 13. U. Krupp, P. Lezuo, R.G. Teteruk, H.-J. Christ: Deformation-Induced Martensite Formation in Metastable Austenitic Steels in Dependence on the Carbon Content, Proc. Materials Week 2000, 25-28. September 2000, München (Internet-Publikation) 14. U. Krupp, H.-J. Christ, A. Ohrndorf, P. Schmidt: Mechanische Untersuchung eines geschlossenporigen Aluminiumschaums, Proc. Werkstoffprüfung 2000, 7./8. Dezember 2000, Bad Nauheim, S. 247-253 15. W. Floer, U. Krupp, H.-J. Christ: Charakterisierung von Rissschließeffekten mit Hilfe eines laserinterferometrischen Messsystems, Proc. Werkstoffprüfung 2000, 7./8. Dezember 2000, Bad Nauheim, S. 221-227 16. U. Krupp, S.Y. Chang, H.-J. Christ: Modelling Internal Corrosion Processes as a Consequence of Oxide Scale Failure, Proc. EFC-Workshop: "Life Time Modelling of High-Temperature Corrosion Processes", 22.-23. Februar 2001 in Frankfurt am Main, M. Schütze, W.J. Quadakkers, J.R. Nichols (Hrsg.), EFC Publications No. 34 (2001) S. 148-164 17. U. Krupp, W. Floer, H.-J. Christ, A. Schick, C.-P. Fritzen: Microstructural Features of Short Crack Growth in a Beta Titanium Alloy, Proc. 10 th International Congress on Fracture, 3.-7. Dezember 2001, Honolulu, Hawaii (auf CD-ROM) 18. A. Ohrndorf, U. Krupp, H.-J. Christ: Fatigue Behaviour of Open and Closed Cell Al Foams, Proc. MetFoam 2001, 18.-20. Juni 2001 in Bremen, J. Bahnhart, M.F. Ashby, N.A. Fleck (Hrsg.), MIT-Verlag 2001, S. 311-316 19. A. Schick, C.-P. Fritzen, W. Floer, U. Krupp, H.-J. Christ: Experimentelle Charakterisierung und zweidimensionale Simulation der mikrostrukturbasierten Ermüdungsrissausbreitung in einer Beta-Titanlegierung, in: Berichtsband des 2. Kolloquiums "Mechanismenorientierte Lebensdauervorhersage für zyklisch beanspruchte metallische Werkstoffe" (DFG/DVM), 13./14. Februar 2002 in Berlin, S. 198-203 20. W. Floer, U. Krupp, H.-J. Christ, A. Schick, C.-P. Fritzen: Crack Closure Phenomena of Microstructural Short Fatigue Cracks in a Beta-Titanium Alloy, Proc. 8 th International Fatigue Congress 2002, 3.-7. Juni 2002 in Stockholm, Schweden, A.F. Blom (Hrsg.), Vol. 4, S. 2369-2376 21. A. Ohrndorf, U. Krupp, H.-J. Christ: Fatigue Damage Mechanisms in Open-Cell Foam, Proc. 8 th International Fatigue Congress 2002, 3.-7. Juni 2002 in Stockholm, Schweden, A.F. Blom (Hrsg.), Vol. 5, S. 3093-3100 22. A. Schick, C.-P. Fritzen, W. Floer, U. Krupp, H.-J. Christ: Microstructural Short Fatigue Growth – Influence of Mixed Mode Conditions and Crack Closure, Proc. Bienniel Conference on Fracture 2002, 8.-13. September in Krakau, Polen, A. Neimitz, I.V. Rokach, D. Kocánda, K. Golós (Hrsg.) EMAS Publications, Sheffield, 2002, S. 203-210 23. U. Krupp, W. Kane, X. Liu, J.A. Pfaendtner, C. laird, C.J. McMahon Jr.: Oxygen-Induced Intergranular Fracture of the Nickel-Base Superalloy IN718 during Mechanical Loading at High Temperatures, Proc. High Temperature Corrosion in Energy Related Systems, 1.-4. September 2002 in Rio de Janeiro, Brasilien (auf CD ROM) 24. W. Floer, H.-J. Christ, C.-P. Fritzen, U. Krupp, A. Schick: Short Fatigue Cracks - Mechanisms and Microstructural Effects in Ti-6.8Mo-4.5Fe-1.5Al, Proc. Materials Week 2002, 30. September - 2. Oktober 2002 in München, (auf CD-ROM) 25. A. Ohrndorf, U. Krupp, H.-J. Christ: Fatigue Damage Mechanisms in Open-Cell Foams, Proc. Materials Week 2002, 30. September - 2. Oktober 2002 in München, (auf CD-ROM) 26. U. Buschmann, H.-J. Christ, U. Krupp, W. Wiechert: Simulationskonzepte für Hochtemperatur-Korrosionsprozesse, Proc. ASIM, 16. Symposium Simulationstechnik, Rostock 2002, D. Tavanarian, R. Grützner (Hrsg.) S. 353-358 27. H.-J. Christ, S.Y. Chang, U. Krupp: Thermodynamic Characteristics and Numerical Modeling of Internal Nitridation of Nickel Base Alloys, Proc. EFC-Workshop: "Metal Dusting, Carburization and Nitridation", 30.-31. Januar 2003 in Frankfurt am Main 28. B. Künkler, A. Schick, C.-P. Fritzen, W. Floer, U. Krupp, H.-J. Christ: Simulation der mikrostrukturbestimmten Kurzrissausbreitung, Proc. DVM-Arbeitskreis Bruchvorgänge, Fortschritte in der Bruch- und Schädigungsmechanik, 18. und 19. Februar 2003, Berlin, 2003, S. 93-102 29. H.-J. Christ, K. Pingel, J. Becker, H.-P. Dressel, U. Krupp, K. Prüßner, C. Reiner, M. Schlosser, A. Undynko: Interactive Mulitmedia Course "gina" on the Physics and Material Science Fundamentals of Scanning and Transmission Electron Microscopy, 21 st World Conference on Open Learning and Distance Education, ICDE 2003, 1.-5. Juni 2003, Honkong, (CD-ROM) 30. W. Floer, U. Krupp, H.-J. Christ, A. Schick, C.-P. Fritzen: Short-Fatigue-Crack-Growth Phenomena in a Beta-Titanium Alloy, in: Proc. 6 th World Conference on Titanium, Ti-2003, Vol. III, G. Lütjering, J. Albrecht (Hrsg.), 13.-18. Juli 2003, Hamburg, S. 1911-1918 31. U. Krupp, O. Düber, H.-J. Christ, B. Künkler, A. Schick, C.-P. Fritzen: Significance of Grain and Phase Boundaries as Microstructural Barriers against Fatigue Microcrack Propagation in a Duplex Stainless Steel, in: Proc. 5 th International Conference on Low-Cycle Fatigue, LCF 5, P.D. Portella, H. Sehitoglu, K. Hatanaka (Hrsg.), 9.-11. September 2003, Berlin, S. 33-38 32. K. Pingel, C. Reiner, H.-P. Dressel, J. Becker, M. Schlosser, U. Krupp, K. Prüßner, A. Undynko, H.-J. Christ: Werkstoffkundliche Grundlagen der Raster- und Transmissionselektronenmikroskopie, 26. DECUS-IT-Symposium 2003 (www.decus.de) 33. A. Ohrndorf, U. Krupp, H.-J. Christ:, Fatigue Behavior of Open-Cell Metal Foams under Isothermal and Thermomechanical Loading Conditions, in: Proc. 5 th International Conference on Low-Cycle Fatigue, LCF 5, P.D. Portella, H. Sehitoglu, K. Hatanaka (Hrsg.), 9.-11. September 2003, Berlin, S. 107-112 34. V.B. Trindade, R. Borin; S. Yang; U. Krupp; H.-J. Christ: High - Temperature Oxidation of Pure Fe and the Ferritic Steel 2.25Cr1Mo, in: Proc. 59 th Annual Congress of the Brazilian Society of Metallurgy and Materials (ABM), 19.– 22. Juli 2004 in São Paulo, Brasilien (auf CD-ROM) 35. V.B. Trindade, U. Krupp; S. Yang; H.-J. Christ: Effect of Alloy Grain Size on the High - Temperature Oxidation Behaviour of the Austenitic Steel TP 347, in: Proc. 59 th Annual Congress of the Brazilian Society of Metallurgy and Materials (ABM), 19.– 22. 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