Reflektierte Praxis: Innere Organe

Fakultät

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)

Version

Version 1 vom 03.07.2025.

Modulkennung

22B1289-12

Niveaustufe

Bachelor

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Wintersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Besonderheiten des Moduls

Dieses Modul wird an der kooperierenden Berufsfachschule gelehrt und entsprechend der gültigen Reglungen im NHG zur Anerkennung von beruflich erworbenen Kompetenzen auf das Studium angerechnet. 

Kurzbeschreibung

Das Modul vermittelt ein spezifisches Verständnis für einen wissenschaftlich fundierten und an internationalen Standards orientierten Befundungs- und Therapieprozess bei Störungen der menschlichen Aktivität „Mobilität“ mit besonderer Ausrichtung auf das kardiorespiratorische System und das lymphatische System. Die Studierenden erwerben auf der Basis spezieller Krankheitslehre Kenntnisse über die Krankheitsbilder und dessen Symptome. Zudem erwerben sie und Fähigkeiten zur therapeutischen Diagnostik und Intervention/ Behandlung bei spezifischen Störungsbildern der inneren Medizin als auch grundlegende Präventionskonzepte als Gegenstand therapeutischen Handelns. Die Studierenden orientieren sich dabei an den aktuellen Leitlinien bezüglich der therapeutischen Diagnostik und den Interventionsmethoden.

Lehr-Lerninhalte

  1. Störungen der inneren Organe
    - Spezielle Krankheitslehre Innere Medizin: Herzerkrankungen, Erkrankungen des Atemsystems, Gefäßerkrankungen, Erkrankungen des Lymphsystems, des Verdauungssystems, des Stoffwechselsystems, Onkologie, Palliativmedizin
    - Allgemeine Krankheitslehre
  2. Durchführung der Diagnostik und Dokumentation bei Störungen der inneren Organe:
    Standardisierte und nichtstandardisierte Testverfahren und beobachtende Verfahren in der subjektiven und objektiven Diagnostik (Anamnese, Inspektion, Palpation, Messungen, Assessments, Tests) nach einem bio-psycho-sozialen Paradigma (z.b. ICF-Modell) von Störungen des/der:
    - kardiorespiratorischen Systems
    - Atemfunktion und Herz-Kreislauf-Funktion (z.b. Puls- und Blutdruckmessung, Belastungstests)
    - venösen Systems (z.b. bei Thrombose)
    - arteriellen Systems (z.b. bei PAVK)
    - lymphatischen Systems
  3. Zielformulierungen nach den SMART-Kriterien
  4. Durchführung von Interventionen bei Störungen der inneren Organe unter Anwendung von 
    Clinical Reasoning-, Kommunikations- und Edukationsstrategien:
    4.1 Restitutive Interventionsansätze:
    Umfassendes Management unter Berücksichtigung von:
    4.1.1 Struktur und Funktion:
    - Erste Hilfe und Sofortmaßnahmen sowie zielgerichtete Selbsthilfetechniken in Akutsituationen 
    (z.b. bei Herzinfarkt, Asthmaanfall, Dyspnoe)
    - Maßnahmen zur Erhaltung oder Steigerung der Belastungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems 
    (z.b. durch Kraft- und Ausdauertraining in Einzeltherapie oder in Rehabilitationsgruppen (z.b. 
    Lungensport, Herzsport)
    - Maßnahmen zur Erhaltung oder Verbesserung der Atemfunktion (z.b. durch Atemphysiotherapie)
    - Maßnahmen zur Schmerzreduktion
    - Maßnahmen zur Beeinflussung von Ödemen -> Resorptionsförderung
    4.1.2 Aktivität:
    - Maßnahmen zur Steigerung und Optimierung der Alltagsbelastbarkeit
    4.1.3 Partizipation:
    - Berücksichtigung des Erhalts oder der Erlangung einer Arbeitsfähigkeit und allgemeinen sozialen Teilhabe
    4.1.4 Anwendung spezifischer therapeutischer Konzepte beziehend auf die restitutiven Interventionsansätze:
    - Atemphysiotherapie
    - Entspannungstechniken
    - Hydro-, Balneo-, Thermo- und Inhalationstherapie
    - MTT
    - Grundlagen und Techniken der Massage (z.b. Bindegewebsmassage)
    4.2 Kompensatorische/substitutive/ ergänzende Interventionsansätze
    - Wohnraumanpassung/ Arbeitsplatzanpassung
    - Hilfsmittelversorgung und –anleitung (z.b. Orthesen, Atemtrainer, Sauerstoffversorgung) als unterstützende Maßnahme zur Alltagsbewältigung
    - Maßnahmen zur Erhaltung der Lebensqualität im Rahmen der Palliativmedizin
    4.3 Prävention
    - Vermittlung eines aktiven Lebensstils
    - Verhinderung von Pflegebedürftigkeit
    - Vermittlung zur Teilnahme an Rehabilitationsgruppen (z.b. Lungensport/ Herzsport/ Rheumaliga, usw.)
    - Pneumonieprophylaxe
    - Thromboseprophylaxe
    - Dekubitusprophylaxe

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
30VorlesungPräsenz-
25ÜbungPräsenz-
15betreute KleingruppenPräsenz-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
20Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
20Referatsvorbereitung-
30Arbeit in Kleingruppen-
10Literaturstudium-
Weitere Erläuterungen

Die Anzahl der Semesterwochenstunden (SWS) richtet sich nach den Vorgaben der Berufsfachschulen.

Unbenotete Prüfungsleistung
  • Arbeitsprobe (praktisch) und Referat (mit schriftlicher Ausarbeitung)
Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

Die Prüfungsleistungen richten sich nach den Anforderungen der Berufsfachschule und werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert. 

Empfohlene Vorkenntnisse

keine

Wissensverbreiterung

Die Studierenden verfügen über ein breit angelegtes Wissen zu den typischen Störungsbildern des 
inneren Organsystems und des Lymphsystems. Die Studierenden erfassen die Zusammenhänge von Störungen der Funktionen,  Strukturen und Aktivitäten und ordnen sie in komplexe Krankheits- und Störungsbildern ein. Sie beschreiben spezifische therapeutische Herangehensweisen und Konzepte und ordnen theoretische Grundlagenkenntnisse zu ihren Ansätzen und Interventionen ein. Des Weiteren definieren physiotherapeutische Behandlungsperspektiven für therapeutische Zielgruppen.

Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
1.a,b,c,d,
2.a

Wissensvertiefung

Die Studierenden integrieren eine bio-psycho-soziale Denkweise in ihr Handeln und erläutern die Wechselwirkung zwischen Funktion / Dysfunktion, Aktivitätsanforderung, Kontexteinflüssen und Teilhabeeinschränkungen.

Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
2.a,b,c,d
II. Physiotherapeutische Prozesse indikationsbezogen und evidenzbasiert eigenverantwortlich organisieren, analysieren, planen, durchführen, steuern, dokumentieren und evaluieren.
2.a,b,c,d,e,f,g,h,i,j

Wissensverständnis

Bei Fallbeispielen (und Patientenvorstellungen) identifizieren die Studierenden im Sinne einer umfassenden Evaluation alle Informationen (einschließlich verfügbarer Leitlinien und Evidenzbezüge), werten sie aus und treffen Schlussfolgerungen für ihr therapeutisches Handeln.

Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
VII. Das eigene Handeln auf der Grundlage von den aktuell bestverfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen untermauern, reflektieren, begründen und weiterentwickeln.
1.b,c,e
II. Physiotherapeutische Prozesse indikationsbezogen und evidenzbasiert eigenverantwortlich organisieren, analysieren, planen, durchführen, steuern, dokumentieren und evaluieren.
2.j

Nutzung und Transfer

Die Studierenden führen unter Berücksichtigung der wichtigsten Prinzipien und Verfahren eine funktions-, strukturorientierte, aktivitätsbezogene und partizipationsbezogene therapeutische Diagnostik durch. Sie verwenden hierbei standardisierte und nicht-standardisierte Testverfahren, beobachtende Verfahren in der Diagnostik von Störungen Innerer Organe. Anhand von Fallbeispielen (und Patientenvorstellungen) entwickeln sie Lösungsansätze und wenden die für die physiotherapeutische Behandlung wesentlichen Interventionsarten sowie Therapiemittel an und setzen diese adäquat, befund- und zielorientiert ein. 

Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
1.d
III. In komplexen Versorgungsbereichen personen- und situationsorientiert handeln.
3.a,b,c,d,d,e,f,g,h
2.b,e,d
II. Physiotherapeutische Prozesse indikationsbezogen und evidenzbasiert eigenverantwortlich organisieren, analysieren, planen, durchführen, steuern, dokumentieren und evaluieren.
2.a,b,c,d,d,e,f,g,h

Wissenschaftliche Innovation

Die Studierenden erheben anhand von Fallbeispielen (und Patientenvorstellungen) Zusammenhänge von Störungen der Funktionen, Strukturen und Aktivitäten komplexer Krankheits- und Störungsbildern und analysieren sie im Rahmen der physiotherapeutischen Diagnostik.

Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
II. Physiotherapeutische Prozesse indikationsbezogen und evidenzbasiert eigenverantwortlich organisieren, analysieren, planen, durchführen, steuern, dokumentieren und evaluieren.
2.a
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
1.c

Kommunikation und Kooperation

Die Studierenden fassen therapeutische Befunde zusammen und beschreiben relevante Aspekte der Krankheits- und Störungsbilder.
Sie erklären patientenzentriert therapeutische Maßnahmen/ und Interventionen anleiten leiten diese - im Übungskontext bei Mitstudierenden - an.

Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
IV. Kommunikation, Beratung und Edukation personen- und situationsbezogen gestalten.
1.b,e

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Sie begründen therapeutische, präventive und rehabilitative Maßnahmen, welche sie vorab ausgewählt haben und die sie im Anschluss exemplarisch an Mitstudierende durchführen. Die Studierenden reflektieren auf der Basis des berufsspezifischen Clinical Reasoning grundlegende Schritte des Therapieprozesses im Hinblick auf Diagnostik und Intervention bei Störungen des inneren Organsystems.


Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
II. Physiotherapeutische Prozesse indikationsbezogen und evidenzbasiert eigenverantwortlich organisieren, analysieren, planen, durchführen, steuern, dokumentieren und evaluieren.
2.j

Literatur

  • Herold, G. (2019). Innere Medizin 2020. Köln: Herold
  • Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e.V. Verfügbar unter https://www.awmf.org/leitlinien
  • Mayer, C. & Siemes, W. (2019). 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie. (2. Auflage). Berlin: Springer
  • Rauner, C. (2018). Atemtherapie. In B. Aigner & C. Klose (Hrsg.), Physiotherapietechniken von A - Z. (S. 48 – 124). Stuttgart: Thieme.
  • Rutte, R. & Sturm, S. (2018). Atemtherapie. 3. Auflage. Berlin: Springer.
  • van Gestel, A.J.R. & Teschler, H. (2010). Physiotherapie bei chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen. Evidenzbasierte Praxis. Berlin: Springer.

Die angegebene Literatur, sowie weitere zusätzliche Literatur wird im Rahmen des Unterrichts bekannt gegeben bzw. zur Verfügung gestellt.

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Ergotherapie, Physiotherapie (dual)
    • Ergotherapie, Physiotherapie (dual), B.Sc. (01.09.2024)

    Modulpromotor*in
    • Zalpour, Christoff
    Lehrende
    • Zalpour, Christoff
    Weitere Lehrende

    Lehrende der Berufsfachschule