Mentale Funktionen - Perzeptive und kognitive Dimensionen menschlicher Aktivität - Ergotherapie
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 02.07.2025.
- Modulkennung
22B1288-5
- Niveaustufe
Bachelor
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
5.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Wintersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Besonderheiten des Moduls
Dieses Modul wird an der kooperierenden Berufsfachschule gelehrt und entsprechend der gültigen Reglungen im NHG zur Anerkennung von beruflich erworbenen Kompetenzen auf das Studium angerechnet.
- Kurzbeschreibung
Das Modul befasst sich mit den perzeptiven und kognitiven Dimensionen des Menschen in der Durchführung von Aktivitäten, aufbauend auf dem Wissen über die Strukturen und Funktionen des Nervensystems. Die Studierenden erwerben ein Verständnis zugrundeliegender Theorien und Prinzipien der perzeptiven, emotionalen, kognitiven und neuropsychologischen Prozesse und können diese beschreiben, analysieren und gestalten. Die Studierenden sollen sich mit ihren eigenen perzeptiven, emotionalen, kognitiven und neuropsychologischen Fähigkeiten in der Durchführung von Aktivitäten auseinandersetzen. Sie erwerben Kenntnisse aus den Sozialwissenschaften und Neurowissenschaften und sollen mittels dieser mentalen Prozesse beschreiben und analysieren können. Die Studierenden verstehen die pädagogischen Aspekte therapeutischer Arbeit und können relevante Theoriebezüge in der Gestaltung von Lernprozessen begründet berücksichtigen und integrieren.
- Lehr-Lerninhalte
- Lernen und Lernprozesse
1.1 Komponenten des Lernens (Aufmerksamkeit, Motivation, Emotion)
1.2 Lern- und Verhaltenstheorien (Konditionierung, kognitive Lerntheorien, Steuerung von Lernprozessen)
1.3 Analyse von Lern- und Verhaltensprozessen
1.4 Neurophysiologische und neuropsychologische Grundlagen von Lernprozessen - Wahrnehmung und Wahrnehmungsprozesse
2.1 Funktionen der Wahrnehmung (visuelle, auditive, olfaktorische, gustatorische, taktile, propriozeptive Wahrnehmung)
2.2 Organisation und Interpretation von Wahrnehmung (intermodale Wahrnehmung)
2.3 Bewusste sinnliche Wahrnehmung in der Aktivität - Emotionen
3.1 Stammesgeschichtliche Entwicklung von Emotionen
3.2 Definition und Klassifikation von Emotion
3.3 Regulation von Emotionen
3.4 Krankheitsbewältigung - Kognitive Funktionen (allgemeiner Überblick inklusive möglicher Störungsbilder, folgende Schwerpunkte)
4.1 Gedächtnis (Klassifikationen, Gedächtnisbildung und Vergessen)
4.2 Aufmerksamkeit (Klassifikationen, beeinflussende Faktoren)
4.3 Räumliche Leistungen (Klassifikationen) - Höhere kognitive Funktionen
5.1 Grundlagen der Handlungskontrolle, Antrieb, Grundlagen des Sozialverhaltens (inklusive möglicher Störungsbilder)
5.2 PRPP - Neuropsychologische Funktionen inklusive folgender Störungsbilder
6.1 Neglect
6.2 Apraxie
6.3 Aphasie
6.4 Dysarthrie
6.5 Behandlungskonzept HoDT
- Lernen und Lernprozesse
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 40 Vorlesung Präsenz - 80 Seminar Präsenz - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 30 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung -
- Weitere Erläuterungen
Die Anzahl der Semesterwochenstunden (SWS) richtet sich nach den Vorgaben der Berufsfachschulen.
- Unbenotete Prüfungsleistung
- Klausur
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Die Prüfungsleistungen richten sich nach den Anforderungen der Berufsfachschule und werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
keine
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- beschreiben Grundlagen des Behaviorismus.
- stellen den Behaviorismus kognitiven Theorien gegenüber.
- erklären Grundlagen für ein erfolgreiches Lernen.
- verdeutlichen die Voraussetzungen im Lernprozess für das Erreichen einer Automatisierung.
- beschreiben perzeptive, emotionale, kognitive und neuropsychologische Funktionen.
- erläutern kognitive und neuropsychologische Störungsbilder.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3)
- Wissensvertiefung
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- erklären Grundlagen für ein effektives Lernen und begründen dieses auf der Basis der Grundlagenforschung.
- verdeutlichen den Einfluss von Emotion und Motivation auf Lernprozesse.
- stellen verhaltenstherapeutische Verfahren einander inhaltlich gegenüber.
- legen die Bedeutung von perzeptiven, emotionalen, kognitiven und neuropsychologischen Funktionen für die Durchführung von Aktivitäten dar
- identifizieren entsprechende auffällige (ggf. pathologische) Verhaltensweisen und ordnen diese zu.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2; 1.3; 1.4)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3)
- Wissensverständnis
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- hinterfragen Lernmethoden kritisch und schätzen sie in ihrer Effektivität ein.
- begründen den Zusammenhang von Lernen und Verhalten.
- hinterfragen Abweichungen in der Aktivitätsdurchführung in Hinblick auf perzeptive, emotionale, kognitive und neuropsychologische Funktionen.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2; 1.3; 1.4)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3)
- Nutzung und Transfer
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- bewerten Lernprozesse und adaptieren Vorgehensweisen vor dem Hintergrund der Lerntheorien.
- analysieren therapeutische Methoden, arbeiten Grundsätze heraus und nutzen sie zielgerichtet.
- beobachten Aktivitäten in ihrer Durchführung und ordnen auffällige (ggf. pathologische) Beobachtungen (perzeptiv, emotional, kognitiv, neuropsychologisch) zu.
- operationalisieren Ergebnisse aus Lernprozessen und überprüfen deren Wirksamkeit.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2; 1.3; 1.4)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.2)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)
- Kommunikation und Kooperation
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- erklären Vorgehensweisen für effektives Lernen im interdisziplinären Team.
- informieren im interdisziplinären Team über therapeutische Methoden.
- tauschen sich im interdisziplinären Team über Beobachtungen (perzeptiv, emotional, kognitiv, neuropsychologisch) fachlich sicher und präzise aus.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
6. Intra- und interprofessionelle Beziehungen eigenständig gestalten (6.1)
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- reflektieren ihre eigene Rolle im interdisziplinären Team.
- begründen das eigene berufliche Handeln mit theoretischem und methodischem Wissen.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3)
9. Auf Grundlage des beruflichen Selbstverständnisses selbstgesteuert berufliche Anforderungen bewältigen (9.5)
- Literatur
- Berking, M. & Rief, W. (2012). Klinische Psychologie und Psychiatrie für Bachelor. Band 1: Grundlagen und Störungswissen. Heidelberg/Berlin. Springer.
- Carter, R. (2014): Das Gehirn. Dorling Kindersley Verlag.
- Faller, A. u. Schünke, M. (2008): Der Körper des Menschen. Einführung in Bau und Funktion. 15. überarbeitete Auflage. Verlag Thieme.
- Fries, W., Lössl, H. & Wagenhäuser, St. (2007): Teilhaben! Neue Konzepte der NeuroRehabilitation - für eine erfolgreiche Rückkehr in Alltag und Beruf. Stuttgart. Thieme Verlag.
- Gerrig, R. J. (2015). Psychologie. 20., aktualisierte Auflage. Hallbergmoos. Pearson.
- Habermann, C. & Kolster, F. (2009): Ergotherapie im Arbeitsfeld Neurologie. Stuttgart. Thieme Verlag. 2. Auflage
- Hobmair, H. (Hrsg.) (2008). Pädagogik. 4. Auflage. Troisdorf. Bildungsverlag Eins.
- Huch, R. u. Jürgens, K. D. (2007): Mensch Körper Krankheit. 5. überarbeitete Auflage. Verlag Urban und Fischer.
- Jansen, F. & Streit, U. (2006). Positiv lernen. 2. Auflage. Heidelberg. Springer.
- Jecklin, E. (2004): Arbeitsbuch Anatomie und Physiologie für Pflege- und andere Gesundheitsfachberufe. 12. überarbeitete Auflage. Verlag Urban und Fischer.
- Kreddig, N. & Karimi, Zohra (2013). Psychologie für Pflege- und Gesundheitsmanagement. Wiesbaden. Springer Fachmedien.
- Kohn, B., Zeindl, J. & Kolster, F. (2018a). Ein Weg zu nachhaltiger Teilhabe. Handlungsorientierte Diagnostik und Therapie (HoDT) - Teil 1. ET Reha, 57(6), 14 – 18.
- Kohn, B., Zeindl, J. & Kolster, F. (2018b). Ein Weg zu nachhaltiger Teilhabe. Handlungsorientierte Diagnostik und Therapie (HoDT) - Teil 2. ET Reha, 57(7), 14 – 17.
- Lefrançois, G. R. (2006). Psychologie des Lernens, 4., überarbeitete u. erweiterte Auflage. Heidelberg. Springer.
- Linden, M. & Hautzinger, M. (2008). Verhaltenstherapiemanual. Heidelberg/Berlin. Springer.
- Margraf, J. & Schneider, S. (Hrsg.) (2009). Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Band 1: Grundlagen, Diagnostik, Verfahren, Rahmenbedingungen, 3., vollständig bearbeitete und erweiterte Auflage. Heidelberg. Springer.
- Margraf, J. & Schneider, S. (Hrsg.) (2009). Lehrbuch der Verhaltenstherapie. Band 3: Störungen im Kindes- und Jugendalter. Heidelberg. Springer.
- Mietzel, G. (1994). Wege in die Psychologie, 7., völlig überarbeitete Auflage. Stuttgart. Klett-Cotta.
- Mietzel, G. (2007). Pädagogische Psychologie des Lernens und Lehrens, 8., überarbeitete und erweiterte Auflage. Göttingen. Hogrefe.
- Nolting, H.-P. & Paulus, P. (2012). Psychologie lernen. Eine Einführung und Anleitung. Weinheim/Basel. Beltz Verlag.
- Ott, U. (2012). Sozialwissenschaften – Ergotherapie Prüfungswissen. Stuttgart: Thieme.
- Roth, G. (2021). Über den Menschen. Berlin: Suhrkamp.
- Winkel, S., Petermann, F. & Petermann, U. (2006). Lernpsychologie. Paderborn. Schöningh.
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual)
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual), B.Sc. (01.09.2024)
- Modulpromotor*in
- Berding, Jutta
- Lehrende
- Berding, Jutta
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