Soziale und psychologische Dimensionen menschlicher Aktivität
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 02.07.2025.
- Modulkennung
22B1288-16
- Niveaustufe
Bachelor
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
5.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Wintersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Besonderheiten des Moduls
Dieses Modul wird an der kooperierenden Berufsfachschule gelehrt und entsprechend der gültigen Reglungen im NHG zur Anerkennung von beruflich erworbenen Kompetenzen auf das Studium angerechnet.
- Kurzbeschreibung
Das Verständnis menschlicher Aktivität der Ergotherapie und Physiotherapie basiert auf Theorien der Bezugsdisziplinen Psychologie und Human- und Geisteswissenschaften. Sie bieten Ansätze der Analyse und des Verstehens von Individuum und Gesellschaft, wie sie sich gegenseitig beeinflussen und menschliche Aktivitäten formen. Das Modul befasst sich mit den Grundlagen sozialer und psychologischer Dimensionen des Menschen in Aktivitäten und vermittelt individual -und gesellschaftstheoretische Konzepte und Ansätze. Die Studierenden erwerben Kenntnisse aus den Sozialwissenschaften, insbesondere der Psychologie und Soziologie, um menschliche Aktivität hinsichtlich ihrer zugrunde liegenden psychischen und sozialen Prozesse beschreiben, analysieren und nachvollziehen zu können.
- Lehr-Lerninhalte
- Kognitive, emotionale und soziale Entwicklung
1.1 Eriksons Theorie der Entwicklung der Ich-Identität
1.2 Piagets Theorie der kognitiven Entwicklung
1.3 Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung
1.4 Bowlby und Ainsworth; Brisch und Hellbrügge - Bindungstheorien
1.5 Resilienz - Temperament und Persönlichkeit (Persönlichkeitstheorien/ Entwicklung des Selbstkonzepts)
2.1 Psychodynamische Theorien
2.2 Humanistische Theorien
2.3 Kognitive Theorien
2.4 Systemische Theorien - Soziales Lernen und Sozialisation
3.1 Sozialisations- und Rollentheorien (Strukturfunktionalismus, Symbolischer Interaktionismus, Kritische Theorie)
3.2 Werte und Normen
3.3 Gruppenbildung und-prozesse
3.4 Edukative Prozesse
3.5 Bildung
3.6 Interkulturalität - Lernen und Handeln in Organisationen
4.1 Grundlagen der Organisationspsychologie und -soziologie (Organisationstheorien)
4.2 Aufbau von Organisationen
4.3 Rollenhandeln in Organisationen - Handlungstheorien
- Kognitive, emotionale und soziale Entwicklung
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 15 Vorlesung Präsenz - 55 Seminar Präsenz - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 30 Literaturstudium - 30 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung - 20 Sonstiges -
- Weitere Erläuterungen
Die Anzahl der Semesterwochenstunden (SWS) richtet sich nach den Vorgaben der Berufsfachschulen.
- Unbenotete Prüfungsleistung
- Referat (mit schriftlicher Ausarbeitung)
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Die Prüfungsleistungen richten sich nach den Anforderungen der Berufsfachschule und werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
keine
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- benennen Theorien zur sensomotorischen, kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung des Menschen.
- legen Zusammenhänge dieser für die Entwicklung menschlicher Aktivitäten dar.
- ordnen Sozialisation als einen individuellen Prozess in der Gesellschaft ein.
- identifizieren verschiedene Einflussfaktoren menschlicher Sozialisation.
- erkennen und beschreiben Gruppenformen und –prozesse.
- leiten Konsequenzen für ihr therapeutischen Handeln ab und begründen diese.
- erklären Phasen und Instanzen der menschlichen Sozialisation.
Kompetenzbereiche entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)
- Wissensvertiefung
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- erklären Grundzüge Theoriebezüge verschiedener Disziplinen und grenzen sie voneinander ab.
- begründen ihr therapeutisches Handeln hinsichtlich Individuum und Gesellschaft auf Grundlage von sozialwissenschaftlichen Theoriebezügen.
- übertragen sozialwissenschaftliches Wissen auf therapeutische Kontexte.
- integrieren sozialwissenschaftliches Wissen in die Auswahl und Begründung von Interventionen im therapeutischen Prozess.
Kompetenzbereiche entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)
- Wissensverständnis
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- analysieren Einflussfaktoren von Institutionen/ Organisationen auf Verhalten, Handeln, Motive und Einstellungen.
- analysieren ihre eigene Sozialisation und schätzen Zusammenhänge zum eigenen therapeutischen Handeln ein.
- schätzen individuelle Unterschiede, kulturelle Überzeugungen Gewohnheiten und deren Einfluss auf Aktivität ab und würdigen sie.
Kompetenzbereiche entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)
- Nutzung und Transfer
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- übertragen Entwicklungsmodelle der Sozialwissenschaften auf die Analyse menschlicher Aktivität.
- integrieren ihr Wissen um individuelle, kulturelle, soziale und gruppenspezifische Diversitäten in ihr therapeutisches Handeln.
- nutzen Gruppenlernen als Reifungshilfe für die Gestaltung von therapeutischen Settings.
Kompetenzbereiche entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2; 1.3; 1.4; 1.5)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)
- Kommunikation und Kooperation
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- beschreiben ihr eigenes Kommunikationsverhalten vor dem Hintergrund ihrer Sozialisation und passen es an.
- berücksichtigen in ihrer Kommunikation individuelle, kulturelle, soziale und gruppenspezifische Diversitäten.
Kompetenzbereiche entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.3)
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- reflektieren ihre berufliche Identität und Haltung zu Betätigungen, Person und Umwelt vor dem Hintergrund sozialwissenschaftlicher Theorien.
- ordnen die Relevanz des sozialwissenschaftliches Kontextwissen hinsichtlich ergotherapeutischer Versorgungsfragestellungen ein und schätzen individuumsbezogene als auch gesellschaftliche Entwicklungen ein.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3)
9. Auf Grundlage des beruflichen Selbstverständnisses selbstgesteuert berufliche Anforderungen bewältigen (9.5)
- Literatur
- Flammer (2009): Entwicklungstheorien. Psychologische Therorien der menschlichen Entwicklung. 4., vollst. überarbeitete Auflage. Bern. Verlag Hans Huber.
- Geißler, R. (2014): Facetten der modernen Sozialstruktur. In: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Sozialer Wandel in Deutschland. Informationen zur politischen Bildung Nr. 324/2014. S. 74-81Götsch, K. (2012): Medizinische Psychologie und Soziologie. In: Ott, U. (Hrsg.): Ergotherapie Prüfungswissen. Sozialwissenschaften. Stuttgart. Thieme Verlag. S. 558-673
- Hurrelmann, K. (2006): Einführung in die Sozialisationstheorie. 9. Auflage. Weinheim/Basel. Beltz Verlag
- Hurrelmann, K. & Richter, M. (2013): Gesundheits- und Medizinsoziologie. Eine Einführung in sozialwissenschaftliche Gesundheitsforschung. 8., überarbeitete Auflage. Weinheim/München. Juventa Verlag
- Lang, F. R., Martin, M. & Pinquart, M. (2012): Entwicklungspsychologie – Erwachsenenalter. Göttingen. Hogrefe Verlag
- Pinquart, M., Schwarzer, G. & Zimmermann, P. (2011): Entwicklungspsychologie – Kindes- und Jugendalter. Göttingen. Hogrefe Verlag
- Schneider, W. & Lindenberger, U. (Hrsg.) (2012): Entwicklungspsychologie. 7., vollständig überarbeitete Auflage. Weinheim/Basel. Beltz Verlag
- Schrödter, W. (2012): Entwicklungspsychologie. In: Ott, U. (Hrsg.): Ergotherapie Prüfungswissen Sozialwissenschaften. Stuttgart. Thieme Verlag. S. 218-291
- Seel, N. M. & Hanke, U. (Hrsg.) (2015): Erziehungswissenschaft. Lehrbuch für Bachelor-, Master und Lehramtsstudierende. Berlin/Heidelberg. Springer Verlag
- Wilkening, F., Freund, A. M. & Martin, M. (2013): Entwicklungspsychologie kompakt. 2. Auflage. Weinheim. Beltz Verlag
- Windisch, R. & Zoßeder, J. (Hrsg.) (2006): Sozialwissenschaften für die Ergotherapie. München/Jena. Urban & Fischer Verlag.
- Maltby, J.; Day, L.; Macaskill, A. (2011): Differentielle Psychologie, Persönlichkeit und Intelligenz (2., aktualisierte Auflage). Hallbergmoos: Pearson Deutschland.
- Schmitt, M.; Altstötter-Gleich, C. (2010): Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie. Weinheim, Basel: Beltz Verlag.
- Schandry , R. (2016): Biologische Psychologie. (4. Auflage). Weinheim, Basel: Beltz Verlag.
- Gerrig , R.J.; Dörfler, T.; Roos, J. (2018): Psychologie (21., aktualisierte und erweiterte Auflage). Hallbergmoos: Pearson Deutschland.
- Rammsayer , T.; Weber, H. (2016): Differentielle Psychologie Persönlichkeitstheorien (2., korrigierte Auflage). Göttingen: hogrefe Verlag.
- Tölle, R.; Windgassen, K. (2006): Psychiatrie (14.Auflage). Heidelberg: Springer Medizin Verlag.
- Ott, U. (2012). Sozialwissenschaften - Prüfungswissen Ergotherapie. Stuttgart: Thieme.
- Roth, G. (2021). Über den Menschen. Berlin: Suhrkamp.
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual)
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual), B.Sc. (01.09.2024)
- Modulpromotor*in
- Berding, Jutta
- Lehrende
- Berding, Jutta
- Weitere Lehrende
Lehrende der Berufsfachschule