Reflektierte Praxis: Kommunikation, Interaktion und Beziehungen
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 04.07.2023.
- Modulkennung
22B1288-12
- Niveaustufe
Bachelor
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
5.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Sommersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Besonderheiten des Moduls
Dieses Modul wird an der kooperierenden Berufsfachschule gelehrt und entsprechend der gültigen Reglungen im NHG zur Anerkennung von beruflich erworbenen Kompetenzen auf das Studium angerechnet.
- Kurzbeschreibung
In der Therapieprozessgestaltung sind für die therapeutische Diagnostik und Intervention spezifische Kenntnisse in den Störungsbildern zwingend. Die Synthese medizinischer Kenntnisse mit den Grundlagen und Interventionskonzepten ergotherapeutischer Behandlungsverfahren ist eine wesentliche Voraussetzung für die therapeutische Behandlung. Das Modul vermittelt ein spezifisches Verständnis für einen wissenschaftlich fundierten Therapieprozess mit Schwerpunkt auf Menschen mit psychischen Einschränkungen und Störungen der interpersonellen Interaktionen und Beziehungen. Die Studierenden erwerben auf der Basis spezieller Krankheitslehre Kenntnisse und Fertigkeiten zur therapeutischen Diagnostik und Intervention bei spezifischen Störungsbildern als auch grundlegende Präventionskonzepte als Gegenstand therapeutischen Handelns.
- Lehr-Lerninhalte
- Störungen der interpersonellen Interaktionen und Beziehungen
1.1 Spezielle Krankheitslehre Psychiatrie
Affektive Störungen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, Zwangsstörungen, Suchterkrankungen - Diagnostik bei Störungen der interpersonellen Interaktionen und Beziehungen
2.1 Standardisierte, nichtstandardisierte Testverfahren und beobachtende Verfahren in der Diagnostik von Störungen der
Kommunikation und Interaktion
2.1.1 kriteriums- und normbasierte Untersuchungsverfahren auf Funktions-; Aktivitäten- und Partizipationsebene (z.B. ESI; PRPP; ACIS)
2.1.2 kriteriumsbasierte Untersuchungsverfahren zur Erfassung von Umwelt- und personenbezogenen Faktoren (z.B. OSA, LFP, strukturierte Aktivitätsanalyse)
3. Interventionen bei Störungen der interpersonellen Interaktionen und Beziehungen
3.1 Restitutive Interventionsansätze:
3.1.1 Spezifische therapeutische Konzepte (Hometreatment, Verhaltenstherapeutische Ansätze, Lerntheoretisch basierte Trainings- und Übverfahren, Alltags- und Lebensweltorientierte Therapie, Interaktionelle Methode, Soziales Kompetenztraining)
3.1.2 Manualisierte Interventionen (GeduAk, HgT, STEPPS)
3.2 Kompensatorische/substitutive Interventionsansätze
3.2.1 Recovery
3.2.2 Angehörigenberatung /-schulung (des teilhaberelevanten sozialen Umfeldes)
3.2.3 Alltagstraining
3.2.4 Stressmanagement
3.2.5 Subjektbezogene ausdruckszentrierte Methodik
3.3 Prävention, Psychoedukation
- Störungen der interpersonellen Interaktionen und Beziehungen
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 40 Vorlesung Präsenz - 20 betreute Kleingruppen Präsenz - 20 Sonstiges Präsenz betreutes Skilltraining Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 70 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung -
- Weitere Erläuterungen
Die Anzahl der Semesterwochenstunden (SWS) richtet sich nach den Vorgaben der Berufsfachschulen.
- Unbenotete Prüfungsleistung
- Klausur
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Die Prüfungsleistungen richten sich nach den Anforderungen der Berufsfachschule und werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
keine
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich abgeschlossen haben,
- verfügen über ein breit angelegtes Wissen zu den typischen Störungsbildern der Psychiatrie
- verstehen und erfassen die Auswirkungen psychiatrischer Störungsbilder in Bezug auf die Teilhabe in den Lebensbereichen Arbeit, Freizeit und Selbstversorgung.
- erfassen die Zusammenhänge von Störungen der Funktionen in komplexen Krankheits- und Störungsbildern und analysieren sie.
- kennen spezifische therapeutische Konzepte, haben theoretische Grundlagenkenntnisse zu ihren Ansätzen und Interventionen und können für therapeutische Zielgruppen ergotherapeutische Behandlungsperspektiven und Behandlungsansätze begründet darlegen.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2; 1.3; 1.4; 1.5)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.1)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)
- Wissensvertiefung
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich abgeschlossen haben,
- identifizieren im Sinne einer umfassenden Evaluation fallbezogen alle Informationen (einschließlich verfügbarer Leitlinien und Evidenzbezüge), werten sie aus und treffen Schlussfolgerungen für ihr therapeutisches Handeln.
- wählen fallbezogen restitutive, präventive und rehabilitative Maßnahmen begründet aus und führen sie durch.
- planen, reflektieren auf der Basis des professionellen Reasoning grundlegende Schritte des Therapieprozesses in Hinblick auf Diagnostik und Intervention bei Störungen der Kommunikation und Interaktion und nehmen individuelle Modifikationen vor.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2; 1.3; 1.4; 1.5)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.1)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)
- Wissensverständnis
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich abgeschlossen haben,
- analysieren die Wechselwirkung zwischen Funktion / Dysfunktion, Aktivitätsanforderung, Kontexteinflüsse und beurteilen damit einhergehende Teilhabeeinschränkungen der Störungen der Kommunikation und Interaktion.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)
- Nutzung und Transfer
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben
- wählen begründet ergotherapeutische Assessments aus und führen diese regelgeleitet durch.
- nutzen für die ergotherapeutische Behandlung Interventionsansätze und Therapiemittel und setzen diese adäquat ein.
- modifizieren und wenden psychosoziale Interventionen in einem nachvollziehbaren, transparenten Problemlöseprozess an, um Klient*innen, Individuen und Gruppen dabei zu unterstützen, ihren Bedürfnissen nach Betätigung und Gesundheit nachzukommen
- setzen Vorgehen therapeutischer Interventionskonzepte regelgeleitet und klient*innenzentriert um.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2; 1.3; 1.4; 1.5)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.1)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)
- Kommunikation und Kooperation
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich abgeschlossen haben,
- fassen Ergebnisse der ergotherapeutischen Diagnostik zusammen, argumentieren Ableitungen hinsichtlich der Intervention.
- beschreiben relevante Teilhabeeinschränkungen der Krankheits- und Störungsbilder.
- berücksichtigen störungsspezifische Anforderungen in der Gestaltung der Kommunikation (Zielvereinbarung, Aufklärung über Interventionsinhalte, Anleitung, Reflexionen und Abschlussgespräche).
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.3)
3. Professionelle Beziehungen zu Einzelpersonen, Gruppen und dem Gemeinwesen selbstgesteuert gestalten
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich abgeschlossen haben,
- begründen mittels geeigneter Theorien, Praxismodelle und Methoden, die dem aktuellen Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse entsprechen, ihr berufliches Handeln.
- reflektieren ihr berufliches Handeln kritisch, evaluieren und dokumentieren den Therapieprozess fachgerecht.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
8. In Übereinstimmung mit Richtlinien, Regularien und ethischen Kodizes selbstän-dig handeln (8.2)
9. Auf Grundlage des beruflichen Selbstverständnisses selbstgesteuert berufliche Anforderungen bewältigen (9.5)
- Literatur
- Berger, M. (2018). Psychische Erkrankungen: Klinik und Therapie. München: Elsevier; Urban & Fischer.
- Berding, J.; Haupt, C. (2018). Genesung aktivieren und Teilhabe fördern Therapieprogramm auf Grundlage des Model of Human Occupation (MOHO), Göttingen: Hogrefe
- Bock, T. (2020). Menschen mit Psychose-Erfahrung begleiten. Bonn: Psychiatrie-Verlag
- Brown, C. & Stoffel, V. C. (Eds.) (2011). Occupational therapy in mental health: A vision for participation. Philadelphia, PA: F. A.
- Bryant, W.; Fieldhouse, J.; Plastow, N. (2022). Creek's Occupational Therapy and Mental Health. 6. Auflage, Oxford: Elsevier
- Dörner, K.; Plog, U.; Bock, T.; Brieger, P.; Heinz, A.; Wendt, F. (Hrsg.) (2019). Irren ist menschlich. Lehrbuch der Psychiatrie und Psychotherapie. 25. Auflage, Köln: Psychiatrie Verlag.
- Exner, C.; Lincoln, T. (2012). Neuropsychologie schizophrener Störungen. Göttingen: Hogrefe
- Falkai, P.; Laux, G.; Deister, A.; Möller, H. (2021). Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. 7. vollständig überarbeitete Auflage, Stuttgart: Thieme.
- Garlipp, P.; Haltenhof, H. (2015). Umgang mit wahnkranken Menschen. Bonn: Psychiatrie-Verlag
- Hammer, H. &Pößl, I. (2012). Irre verständlich. Menschen mit psychischer Erkrankung wirksam unterstützen. Bonn: Psychiatrie-Verlag
- Höhl, W.; Pfeiffer, A. (2018). Handeln ermöglichen - Trägheit überwinden. Action over Inertia. Therapieprogramm für Gesundheit durch Aktivität - Handeln gegen Trägheit. Idstein: Schulz-Kirchner
- Kubny, B. (2020). Ergotherapie in der Psychiatrie. Stuttgart: Thieme
- Knölker, U., Mattejat, F., Schulte-Markwort (1997). Kinder- und Judenpsychiatrie systematisch. Bremen: Uni-Med-Verlag
- Knuf, A. (2020). Recovery und Empowerment. Bonn: Psychiatrie-Verlag
- Kremer, G. & Michael Schulz, M. (2021). Motivierende Gesprächsführung in der Psychiatrie. Bonn: Psychiatrie-Verlag
- Mahnkopf, A. (2016). Umgang mit depressiven Patienten. Bonn: Psychiatrie-Verlag
- Möller, HJ., Laux, G., Kapfhammer, HP. (Hrsg.). Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie. Band 1. Spezielle Psychiatrie. 5. Aufl. S., Berlin, Heidelberg: Springer.
- Möller, HJ., Laux, G., Kapfhammer, HP. (Hrsg.). Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie. Band 2. Allgemeine Psychiatrie. 5. Aufl. S., Berlin, Heidelberg: Springer.
- Roder, V., Brenner, H., Kinzle, N. (2008). Integriertes psychologisches Therapieprogramm bei schizophren Erkrankten. Weinheim:
- Belz Sachse, R.; Langens, T.A.; Sachse, M. (2018). Klienten motivieren Therapeutische Strategien zur Stärkung der Änderungsbereitschaft. Bonn: Psychiatrie-Verlag
- Salge, H. (2017). Analytische Psychotherapie zwischen 18 und 25 Jahren – Besonderheiten in der Behandlung von Spätadolezenten. Berlin: Springer
- Vollmann, J. (Hg.) (2020). Ethik in der Psychiatrie. Bonn: Psychiatrie-Verlag
- Wienberg, G. (1995). Schizophrenie zum Thema machen. Bonn: Psychiatrie-Verlag
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual)
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual), B.Sc. (01.09.2024)
- Modulpromotor*in
- Berding, Jutta
- Lehrende
- Berding, Jutta
- Weitere Lehrende
Lehrende der Berufsfachschule