Additive Fertigung und Materialien für Werkzeuge

Fakultät

Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI)

Version

Version 1 vom 20.02.2026.

Modulkennung

11B2351

Niveaustufe

Bachelor

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Sommersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Mit den Fortschritten in den Bereichen Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz entwickeln sich auch die Fertigungstechnologien kontinuierlich weiter. Die additiven Fertigungstechnologien bieten die Möglichkeit, maßgeschneiderte Bauteile mit erheblicher Gestaltungsfreiheit herzustellen. Des Weiteren können im Vergleich zu herkömmlichen Fertigungsverfahren insbesondere bei der Produktentwicklung Kosten und Zeit eingespart werden. Im ersten Teil der Lehrveranstaltung werden daher die Grundlagen und Anwendungen der additiven Fertigung im Bereich Metalle und Kunststoffe behandelt. Im zweiten Teil der Vorlesung liegt der Fokus auf der Auswahl und Qualifizierung von metallischen Materialien für den Einsatz als Werkzeug, beispielsweise in der Kunststoffverarbeitung (rapid tooling). Die dafür notwendigen thermischen Behandlungen können mithilfe von Methoden der thermischen Analyse hinsichtlich ihrer Effizienz bewertet werden. Die Ausgestaltung thermochemischer Oberflächenbehandlungen, wie zum Beispiel Aufkohlen und Nitrieren, wird anhand von thermokinetischen Betrachtungen erklärt.

Lehr-Lerninhalte

1. Additive Fertigung

1.1. Verfahren der additiven Fertigung von:
        a) Kunststoffbauteilen (FDM bzw. FFF, SLA, DLP, MJF, SLS, …) 
        b) metallischen Bauteilen (L-PBF, Binder Jetting, …)

1.2. Anforderungen an Ausgangsmaterialien

1.3. Bewertung 3D-gedruckter Bauteile und Vergleich mit Produkten aus konventionellen Verfahren

1.4. Möglichkeiten, Gestaltungsrichtlinien und Anwendungsbeispiele

1.5. Herstellung von Kunststoff-Filamenten und Metallpulvern für den 3D-Druck

1.6. Herstellung von Prototypen im 3D-Druck

2. Werkzeugmaterialien 

2.1. Anforderungen an metallische Werkzeuge 

2.2. Werkzeugstähle

2.3. Wärmebehandlung von Stählen für die Kunststoffverarbeitung mit Hilfe von Methoden der thermischen Analyse

2.4. Thermochemische Oberflächentechnik (Einsatzhärten und Nitrieren) und Beschichtungskonzepte 

2.5. Rolle der Diffusion bei thermochemischen Oberflächenbehandlungen

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
45Vorlesung-
15Labor-Aktivität-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
30Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
30Arbeit in Kleingruppen-
30Prüfungsvorbereitung-
Weitere Erläuterungen

Das Praktikum beinhaltet 4-6 Versuche.

Benotete Prüfungsleistung
  • Klausur oder
  • mündliche Prüfung
Unbenotete Prüfungsleistung
  • experimentelle Arbeit
Bemerkung zur Prüfungsart

Die Wahl der Prüfungsart aus den vorgegebenen Optionen obliegt den jeweils Prüfenden. 
Die Wahl der Prüfungsart wird den Studierenden zu Semesterbeginn mitgeteilt.

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

Benotete Prüfungsleistung
- Klausur: siehe jeweils gültige Studienordnung
- mündliche Prüfung: siehe jeweils gültigen Allgemeinen Teils der Prüfungsordnung (ATPO)

Unbenotete Prüfungsleistung
- Experimentelle Arbeit: entsprechend des Umfangs der Labor-Aktivitäten (ca. 4 - 6 Versuche)

Empfohlene Vorkenntnisse

Werkstofftechnik, Kunststofftechnik, Metallkunde und Werkstoffprüfung

Wissensverbreiterung

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben, verfügen über ein umfassendes Wissen der verschiedenen Verfahren der additiven Fertigung sowohl für Kunststoff- als auch für Metallbauteile. Sie kennen die spezifischen Anforderungen an Ausgangsmaterialien und die Herstellung von Kunststoff-Filamenten sowie Metallpulvern für den 3D-Druck. Darüber hinaus sind sie mit den grundlegenden Anforderungen an metallische Werkzeugmaterialien und mit verschiedenen Typen von Werkzeugstählen vertraut.

Wissensvertiefung

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben, verfügen über ein detailliertes Verständnis für die Bewertung 3D-gedruckter Bauteile und können diese mit Produkten aus konventionellen Verfahren vergleichen. Sie erlangen vertiefte Kenntnisse in der Wärmebehandlung von Stählen für die Kunststoffverarbeitung und sind mit Methoden der thermischen Analyse sowie mit thermochemischen Oberflächenbehandlungen, einschließlich Einsatzhärten und Nitrieren, sowie mit Beschichtungskonzepten für derartige Produkte vertraut.

Wissensverständnis

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben, sind in der Lage, die erworbenen Kenntnisse zu nutzen, um die Rolle der Diffusion bei thermochemischen Oberflächenbehandlungen zu verstehen. Sie können Gestaltungsrichtlinien für additive Fertigungsverfahren anwenden und die Möglichkeiten dieser Technologien aufzeigen. Ihr Wissen ermöglicht ihnen, die Anwendbarkeit und Effizienz von Werkzeugmaterialien für spezifische Produktionszwecke zu beurteilen.

Nutzung und Transfer

Die Studierenden sind in der Lage, ihre erworbenen Kenntnisse praktisch einzusetzen, um Prototypen mit 3D-Druckverfahren herzustellen.

Kommunikation und Kooperation

Die Studierenden bereiten die aus praktischen Experimenten erzielten Ergebnisse im Team auf. Anschließend werden die Ergebnisse unter Berücksichtigung des erlernten Stoffs und ergänzender Fachliteratur diskutiert und in geeigneter Form kommuniziert.

Literatur

  1. A. Gebhardt, Additive Fertigungsverfahren: Additive Manufacturing und 3D-Drucken für Prototyping - Tooling - Produktion, Carl Hanser-Verlag, 2016
  2. A. Gebhardt, J. Kessler, L. Thurn, 3D-Drucken - Grundlagen und Anwendungen des Additive Manufacturing (AM), Carl Hanser-Verlag, 2017
  3. A. Gebhardt, J.S. Hötter, Additive Manufacturing: 3D Printing for Prototyping and Manufacturing, Carl Hanser-Verlag, 2016
  4. M. Schmid, Laser Sintering with Plastics: Technology, Processes, and Materials, Carl Hanser-Verlag GmbH Co KG, 2018
  5. H.J. Bargel, G. Schulze: Werkstoffkunde, Springer-Verlag, 2018
  6. H.J. Eckstein, Technologie der Wärmebehandlung von Stahl, Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, 1987
  7. V. Läpple, S. Bührer, Wärmebehandlung des Stahls: Grundlagen, Verfahren und Werkstoffe, Europa-Lehrmittel, 2022
  8. G.W. Ehrenstein, Thermische Analyse: Brandprüfung, Wärme- und Temperaturleitfähigkeit, DSC, DMA, TMA, Carl Hanser-Verlag, 2020
  9. P.J. Haines, Thermal Methods of Analysis: Principles, Applications and Problems, Springer, Springer-Science+Business Media, 1995

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Fahrzeugtechnik (Bachelor)
    • Fahrzeugtechnik B.Sc. (01.09.2025)

  • Maschinenbau im Praxisverbund
    • Maschinenbau im Praxisverbund B.Sc. (01.03.2026)

  • Maschinenbau (Bachelor)
    • Maschinenbau B.Sc. (01.09.2025)

  • Nachhaltige Materialtechnologie und Produktentwicklung im Praxisverbund
    • Nachhaltige Materialtechnologie und Produktentwicklung im Praxisverbund B.Sc. (01.09.2025)

  • Nachhaltige Materialtechnologie und Produktentwicklung
    • Nachhaltige Materialtechnologie und Produktentwicklung B.Sc. (01.09.2025)

    Modulpromotor*in
    • Mola, Javad
    Lehrende
    • Mola, Javad
    • Schröder, Cathrin