Fachdidaktik Musiktheorie/Gehörbildung
- Fakultät
Institut für Musik
- Version
Version 15.0 vom 09.04.2021
- Modulkennung
66B6237
- Modulname (englisch)
Teaching Methodology in Music Theory / Aural Training
- Studiengänge mit diesem Modul
Musikerziehung - Klassik (B.A.)
- Niveaustufe
2
- Kurzbeschreibung
Die Fachdidaktik Musiktheorie/Gehörbildung vermittelt Kenntnisse in den zentralen Arbeitsfeldern der pädagogischen Vermittlung von Musiktheorie und Gehörbildung (Ziele, Inhalte, Methoden und Medien) und entwickelt die in der zukünftigen Unterrichtstätigkeit an Hochschulen, Musikschulen und im freien Beruf geforderten fachspezifischen Planungs- und Reflexionskompetenzen. Dazu gehören auch die Kenntnis sowie die Fähigkeit zur differenzierten didaktischen Beurteilung von Lehrwerken, Fachliteratur, Unterrichtsmaterialien und Computerprogrammen.
- Lehrinhalte
- Lernfelder (s.u.), Lernziele und Methoden des Musiktheorie- und Gehörbildungsunterrichts
- Progressiver Aufbau des Lehrstoffs der Musiktheorie und Gehörbildung (Differenzierung nach Schwierigkeitsgraden)
- Vorstellung und Reflexion von Standardwerken sowie Neuerscheinungen der didaktischen Fachliteratur (Lehrwerke, Unterrichtsmaterialien und Computerprogramme im Anfänger- und Fortgeschrittenenbereich, Publikationen in Fachzeitschriften etc.)
- Anforderungen an eine zeitgemäße Didaktik der Musiktheorie/Gehörbildung
- Unterrichtsformen und Zielgruppen: Hochschule, SVA-Unterricht, Unterricht mit Erwachsenen, Musiktheorie und Gehörbildung mit Kindern, Musiktheorie und Gehörbildung im Instrumentalunterricht
- Anfangsunterricht und Unterrichtsaufbau: Einstiegsmodelle („die 1. Stunde“), die ersten Unterrichtswochen (Inhalte, Zielstellungen und Methoden)
- Mittel- und langfristige Unterrichtsplanung
- Konzeption einer Lehrprobe
- Herstellung eigener Unterrichtsmaterialien
- Einschätzung von Schülerleistungen – Reflexion und Lösungsvorschläge für auftretende Schwierigkeiten
- Auswertung von Hospitationen
- Prüfungsformen und Bewertungskriterien
- Literaturliste Didaktik (Auswahl)
Lernfelder:LF Gehörbildung/Höranalyse: melodische, rhythmische, intervallische, harmonische Gehörbildung. Hören von Basslinien, Mittelstimmen und polyphonen Beispielen. Hören des Formprozesses, des Tonmaterials, der Instrumentation und Satztechnik. Hören des Ausdrucksgehalts, Stils und der Interpretation von Musik (Ziele, Inhalte, Methoden, Materialien, progressiver Aufbau).Innere Hörvorstellung („audiation“). Entwicklung der Einheit von Klang-, Noten- und Griffbild: Vernetzung der auditiven, visuellen und motorischen Vorstellung. Allgemeine auditive Sensibilisierung – Fähigkeit zur differenzierten Wahrnehmung von Klängen und Klangverbindungen. Entwicklung der Erlebnisfähigkeit (affektiver Lernbereich).
LF Musiktheorie: Allgemeine Musiklehre, Harmonielehre, Werkanalyse, Satzlehre, Kontrapunkt, Generalbass, Partiturspiel, Improvisation (Ziele, Inhalte, Methoden, Materialien, progressiver Aufbau). Umgang mit der Fachterminologie. Entwicklung einer strukturierten Notenhandschrift. Vermittlung von Wissen (kognitiver Lernbereich) und Anwendung desselben in reflektierender (analytischer) und kreativer Betätigung (Stilkopie/Komposition/Improvisation). Sensibilisierung für „Ton-Satz“ und Kriterien der ästhetischen Bewertung.
- Lernergebnisse / Kompetenzziele
Wissensverbreiterung
Die Studierenden dieses Moduls kennen die vielfältigen Lernfelder, Ziele und Methoden der Musiktheorie und Gehörbildung. Sie verfügen über ein breit angelegtes fachdidaktisches Wissen und kennen die Standardwerke der Musiktheorie/Gehörbildung sowie die aktuelle Fachliteratur.
Wissensvertiefung
Die Studierenden dieses Moduls kennen die Fachliteratur und können Beiträge verschiedener Autoren kritisch reflektieren und vergleichen. Sie können Methoden und Konzepte von Lehrwerken, PC-Programmen und Unterrichtmaterialien im Hinblick auf ihr Erscheinungsdatum und ihre Aktualität einordnen und fachkompetent bewerten.
Können - instrumentale Kompetenz
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, sind in der Lage, Unterrichtskonzepte in Musiktheorie und Gehörbildung für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln und in die Praxis umzusetzen. Sie haben eine Vielfalt an Unterrichtsmethoden kennen gelernt, die sie für die Gestaltung von Unterrichtseinheiten einsetzen können.
Können - kommunikative Kompetenz
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, können neue Publikationen zur Fachdidaktik evaluieren und die Ergebnisse in einer gut strukturierten und zusammenhängenden Form mündlich und schriftlich präsentieren.
Können - systemische Kompetenz
Die Studierenden dieses Moduls verfügen über didaktische Kompetenzen für den Umgang mit unterschiedlichen Zielgruppen. Sie können Unterrichtsmaterialien und Medien im Hinblick auf die entsprechende Zielgruppe, differenziert nach Alter und Niveau, fachgerecht abschätzen und einsetzen. Sie sind kreativ im Erstellen eigener Unterrichtsmaterialien und Erfinden neuer Lehrmethoden.
- Lehr-/Lernmethoden
Seminar, studentische Referate, Literaturstudium, Hospitationen.
- Empfohlene Vorkenntnisse
keine besonderen Vorkenntnisse
- Modulpromotor
Brockmann, Irmgard
- Lehrende
- Brockmann, Irmgard
- Quandel, Stephan
- Leistungspunkte
5
- Lehr-/Lernkonzept
Workload Dozentengebunden Std. Workload Lehrtyp 54 Seminare Workload Dozentenungebunden Std. Workload Lehrtyp 40 Veranstaltungsvor-/-nachbereitung 40 Prüfungsvorbereitung
- Literatur
- (Aktualisierte Literaturliste jeweils im Seminar)
LEHRWERKE Gehörbildung/Höranalyse - 1. Boettger, Andreas, Taataa! Rhythmus lesen und hören, Carus-Verlag 2012.
- 2. Brockmann, Irmgard, Das Klavierstück "Torre di Si" von Violeta Dinescu – erarbeitet im Fach Höranalyse, in: Houben, Eva-Maria (Hrsg.), Saarbrücken Pfau-Verlag, 2004.
- 3. Edlund, L., Modus novus. Lehrbuch freitonaler Melodielesung, Stockholm 1963.
- 4. Friedmann M. L., Eartraining for Twenty-century Music, New Haven 1990.
- 5. Geller D., Praktische Intonationslehre für Instrumentalisten und Sänger (Buch/CD), Kassel u.a. 1997.
- 6. Kaiser U., Satzlehre - Improvisation - Höranalyse. Ein Lehrgang mit historischen Beispielen, Bd. 1/2 Kassel 1998.
- 7. Lang, Benjamin, Ganz Ohr? Neue Musik in der Gehörbildung, Zürich 2013.
- 8. Leigh, John, Orlando – ein multimediales Gehörbildungsprogramm. Band 2: Triosonate, Konzert, Choral, Sinfonie, CD + Beiheft, Fahnauer-Verlag, 2009. Band 1: Gregorianischer Gesang, Renaissance-Bicinium, Renaissance-Tanz, Kantionalsatz, CD + Beiheft, Fahnauer-Verlag, 2013.
- 9. Mackamul, R., Lehrbuch der Gehörbildung, Bd.1/2, Kassel 1969.
- 10. Quistorp, M., Übungen zur Gehörbildung, Heft 1-3, Wiesbaden 1974.
- 11. Quistorp, M., Die Gehörbildung. Das Kernfach der musikalischen Erziehung, Wiesbaden 1970.
- 12. Van der Horst, F., Maat en Ritme, Bd. 1/2, Amsterdam 1963.
LEHRWERKE Harmonielehre - 1. Amon, Reinhard, Lexikon der Harmonielehre, Wien: Doblinger, 2005.
- 2. Budday, Wolfgang, Harmonielehre Wiener Klassik mit Beiheft. Satztechnische Übungen, Stuttgart 2002.
- 3. de la Motte, Diether, Harmonielehre, 14. Aufl., Kassel u.a.: Bärenreiter, 2007.
- 4. Gárdonyi, Zsolt und Hubert Nordhoff, Harmonik. Überarbeitete und erweiterte Neuausgabe, Wolfenbüttel: Möseler, 2002.
- 5. Kaiser, Ulrich, Der vierstimmige Satz. Kantionalsatz und Choralsatz. Ein Lernprogramm mit CD-ROM (mit sämtlichen Chorälen von Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach), Kassel u.a.: Bärenreiter, 2002.
- 6. Kühn, Clemens, Musiktheorie unterrichten – Musik vermitteln. Erfahrungen – Ideen –Methoden. Mit einem Kapitel über "Musikalische Topoi" v. John Leigh, Kassel: Bärenreiter, 2006.
- 7. Moßburger, Hubert, Ästhetische Harmonielehre, 2 Bde., Wilhelmshaven 2012.
- 8. Schönberg, Arnold, Harmonielehre, 1. Aufl., Wien 1911.
LEHRWERKE Kontrapunkt - 1. Daniel, Thomas, Zweistimmiger Kontrapunkt, Köln 2002.
- 2. Daniel, Thomas, Kontrapunkt. Eine Satzlehre zur Vokalpolyphonie des 16. Jahrhunderts, 2. erw. Aufl., Köln 2002.
- 3. de la Motte, Diether, Kontrapunkt. Ein Lese- und Arbeitsbuch, Kassel 1981, 6. Aufl., Kassel 1999.
- 4. Gárdonyi, Zsolt, Kontrapunkt. Dargestellt an Fugenstrukturen bei Johann Sebastian Bach, Wolfenbüttel 1991.
- 5. Jeppesen, Knud, Lehrbuch der klassischen Vokalpolyphonie, Kassel 1935, 10. Aufl. 1985.
LEHRWERKE Satzlehre - 1. Hermann, Matthias, Musik des 20. Jahrhunderts 1. Atonalität, Zwölftontechnik, Serialismus, hrsg. von der Staatlichen Hochschule für Musik & Darstellende Kunst Stuttgart.
- 2. Hindemith, Paul, Unterweisung im Tonsatz. 3 Teile: Theoretischer Teil, Mainz: Schott, 1937; Teil II: Übungsbuch für den zweistimmigen Satz, Mainz: Schott, 1939; Teil III: Übungsbuch für den dreistimmigen Satz, Mainz: Schott, 1970.
- 3. Kaiser, Ulrich und Karten Gerlitz, Arangieren und Instrumentieren. Barock bis Pop. Mit CD (Audiotracks und Arbeitsbögen), Kassel: Bärenreiter, 2005.
- 4. Kaiser, Ulrich, Der vierstimmige Satz. Kantionalsatz und Choralsatz (Mit CD), Kassel: Bärenreiter, 2002.
- 5. Wünsch, Christoph, Satztechniken im 20. Jahrhundert. (Mit CD-ROM), Kassel: Bärenreiter, 2009.
LEHRWERKE Werkanalyse - 1. de la Motte, Diether, Musikalische Analyse. Textteil, Notenteil, Kassel: Bärenreiter, 1968.
- 2. Eggebrecht, Hans-Heinrich, Sinn und Gehalt. Aufsätze zur musikalischen Analyse, Wilhelmshaven 1979.
- 3. Haas, Bernhard, Die neue Tonalität von Schubert bis Webern. Hören und Analysieren nach Albert Simon, Wilhelmshaven: Noetze, 2004.
- 4. Hermann, Matthias (Hrsg.), Sonatensatzform. Bd. 1: Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, hrsg. von der Staatlichen Hochschule für Musik & Darstellende Kunst Stuttgart, Stuttgart 2002.
- 5. Hufschmidt, Wolfgang, Willst zu meinen Liedern deine Leier drehn? Zur Semantik der musikalischen Sprache in Schuberts Winterreise und Eislers Hollywood-Liederbuch, Saarbrücken: Pfau-Verlag, 1993.
- 6. Kühn, Clemens, Analyse lernen, Kassel: Bärenreiter, 1993 (= Bärenreiter Studienbücher Musik Band 4).
- 7. Kühn, Clemens, Kompositionsgeschichte in kommentierten Beispielen Kassel: Bärenreiter, 1998.
- 8. Kühn, Clemens, Formenlehre der Musik, München u. Kassel 1987 u. 2001.
- 9. Vogt, Hans, Neue Musik seit 1945 (der III. Teil des Buches enthält Werkbesprechungen).
LEHRWERKE Musiktheorie am Klavier - 1. J. S. Bach, Die geistlichen Lieder und Arien mit beziffertem und unbeziffertem Bass aus Schemellis Gesangbuch, Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1987.
- 2. Creuzburg, Heinrich, Partiturspiel. Ein Übungsbuch in vier Bänden. Mainz: Schott, 1956.
- 3. Holtmeier, L., J. Menke und F. Diergarten, Solfeggi, Bassi e Fughe. Georg Friedrich Händels Übungen zur Satzlehre, Wilhelmshaven 2013 (= Praxis und Theorie des Partimentospiels Bd. 2).
- 4. Holtmeier, L., J. Menke und F.Diergarten, Giovanni Paisiello. Regole per bene accompagnare il partimento o sia il basso fondamentale sopra il Cembalo, Wilhelmshaven 2008 (= Praxis und Theorie des Partimentospiels Bd. 1).
- 5. Keller, Hermann, Schule des Generalbass-Spiels, 4. Aufl., Kassel: Bärenreiter, 1955.
- 6. Mechsner, Wolfgang, Spielen und Begleiten. Lied- und Songbegleitung von Anfang an. Erste Schritte zum Jazzklavier, Darmstadt: Thiasos Musikverlag, 2002.
- 7. Noll, Günther, Liedbegleitung. Improvisierte Spielformen und Begleitmodelle am Klavier, Mainz: Schott's Söhne, 1970.
- 8. Wiedemann, Herbert, Klavier Improvisation Klang (Mit CD), Gustav Bosse Verlag, 1992.
- 9. Wiedemann, Herbert, Improvisiertes Liedspiel. Tanzlieder Folklore Rock- und Popsongs Blues, Gustav Bosse Verlag, 1995.
- 10. Wünsch, Christoph, Moderne Liedbegleitung. Harmonik Klaviersatz Stil Improvisation, Wolfenbüttel: Möseler, 1994.
- (Aktualisierte Literaturliste jeweils im Seminar)
- Prüfungsleistung
- Mündliche Prüfung
- Hausarbeit
- Klausur 2-stündig
- Prüfungsanforderungen
Schwerpunktthema und weitere Themenbereiche bzw. Fragen (vorbereitete Liste), Prüfungsfragen bzgl. Wissenserwerb, Reflexionsvermögen und Transferleistungen zur Didaktik und Methodik der Lernfelder unter Bezugnahme auf grundlegende Anforderungen im pädagogischen Prozess. Siehe Prüfungsinhalte im Anhang der Studienordnung "Musikerziehung B.A. 2020/21" sowie weitere Erläuterungen im BTPO und ATPO.
- Dauer
2 Semester
- Angebotsfrequenz
Wintersemester und Sommersemester
- Lehrsprache
Deutsch