Instrumentation und Partiturspiel - Generalbass - Improvisation II
- Fakultät
Institut für Musik
- Version
Version 18.0 vom 09.04.2021
- Modulkennung
66B6235
- Modulname (englisch)
Instrumentation and Playing from the Score − Basso Continuo − Improvisation II
- Studiengänge mit diesem Modul
Musikerziehung - Klassik (B.A.)
- Niveaustufe
2
- Kurzbeschreibung
Instrumentation:
Die Kunst des Instrumentierens ist ein sowohl handwerklicher als auch kreativer Aspekt der kompositorischen Arbeit und somit wesentlicher Bestandteil im künstlerischen Fächerkanon von Komponist*innen und Musiktheoretiker*innen. Ein auf Fragen zur Instrumentierung und Instrumentenentwicklung hin ausgerichteter werkanalytischer Durchgang durch die Musikgeschichte bildet die Grundlage für die Anfertigung eigener stilgebundener Arbeiten.
Partiturspiel-Generalbass-Improvisation:
Das Studium der Komposition, Musiktheorie, Gehörbildung (KMG) beinhaltet neben den spezifischen Hauptfächern Komposition bzw. Musiktheorie auch einen instrumental-praktischen Ausbildungsteil. Für beide Berufsgruppen ist es äußerst wichtig, auch komplexe Notentexte schnell überblicken und sich innerlich vorstellen zu können. In diesem Modul werden die entsprechenden Kompetenzen dafür erworben: Partiturspiel und tonsatzpraktische Übungen am Klavier fördern die rasche Auffassungsgabe beim Lesen und inneren Hören von Partituren. Beim Partimento und Generalbassspiel werden darüber hinaus improvisatorische Fertigkeiten geschult. Der kreative Umgang mit dem Lehrstoff bzw. die Fähigkeit, musiktheoretische Phänomene am Instrument spontan klanglich darzustellen, bereitet die Studierenden zudem auf ihre spätere Unterrichtstätigkeit vor.
- Lehrinhalte
- Instrumentation:
- 1. Tonsetzerischer Umgang mit allen abendländischen Orchesterinstrumenten
- 2. Gängige sowie ungewöhnliche Spieltechniken und Arten der Klangerzeugung
- 3. Kenntnisse von Klangfarben und Klangfarbenmischungen unter besonderer Berücksichtung des Zeitraums von 1750 bis 1920
- 4. Analyse von Instrumentationverfahren, ihrem Bezug zur Form und zu weiteren satztechnischen Parametern
- 5. Grundkenntnisse im instrumentatorischen Umgang mit allen gängigen Besetzungen und Gattungen der klassisch-romantischen Musikliteratur
6a. Orchestrationsübungen im Stile der Wiener Klassik (Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert)
6b. Orchestrationsübungen im romantischen Stil (Mendelssohn, Schumann, Brahms, Mahler etc.) - 7. Instrumentationstechniken im 20./21. Jahrhundert anhand ausgewählter Literaturbeispiele
- 8. Erlangen fundierter Kenntnisse über die Bauart, die Klangerzeugung und den Einsatzbereich verschiedener Instrumente in ihrem entwicklungsgeschichtlichen Kontext durch Analysen und Studium relevanter Quellen. Zusätzlich Workshops mit auf Alte und Neue Musik spezialisierten Instrumentalisten sowie Orchestermusikern
- 9. Abgabe einer vom Dozenten/der Dozentin ausgewählten, des jeweiligen Semesterthemas adäquaten Semesteraufgabe. Diese Instrumentationsarbeit wird als Hausarbeit zur Prüfung gerechnet
Partiturspiel-Generalbass-Improvisation:
Auswahl zunehmend komplexer Beispiele und Übungen zu folgenden Themen (Level 2): - 1. Spielen, Improvisieren und Transponieren von harmonischen Modellen (Kadenzen, Sequenzen, Modulationen, Satzmodelle, Modulationen) in allen Tonarten
- 2. Fortführung und Transposition vorgegebener Sequenz- und Mixturmodellen in allen Tonarten (auch figuriert)
- 3. praktische Anwendung und Vertiefung satztechnischer Kenntnisse (Stimmführung etc.)
- 4. Generalbassspiel: Choralbegleitung, z.B. Bach-Schemelli, Arien- und Rezitativbegleitung, Partimentospiel
- 5. Vomblattspiel von Chorpartituren
- 6. Partiturspiel von Orchester- und Kammermusikwerken (inkl. transponierende Instrumente, alte Schlüssel)
- Lernergebnisse / Kompetenzziele
Wissensverbreiterung
Instrumentation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, besitzen ein detailliertes Wissen über die einzelnen Instrumente und deren Klangfarben, Tonumfänge, Beweglichkeit, spieltechnische Fähigkeiten und Grenzen, wie es für die kompositorische Praxis erforderlich ist.
Partiturspiel-Generalbass-Improvisation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, kennen verschiedene musiktheoretische Systeme (Generalbassziffern, Funktionsstufen- und Jazztheorie) und die Standard-Lehrwerke des Generalbass-Partimento- und Partiturspiels.
Wissensvertiefung
Instrumentation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, besitzen ein differenziertes Verständnis für die Instrumentierung respektive Orchestrierung klassischer und romantischer Musik. Sie haben eingehende Kenntnisse von Instrumentationstechniken in der zeitgenössischen Musikliteratur.
Partiturspiel-Generalbass-Improvisation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben, besitzen ein differenziertes Verständnis für satztechnische Feinheiten und können sie praktisch und improvisierend anwenden.
Können - instrumentale Kompetenz
Instrumentation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, können Notentexte in verschiedenen Schlüsselkombinationen sowie mit Stimmen für transponierende Instrumente lesen, auf dem Klavier wiedergeben und notieren.
Partiturspiel-Generalbass-Improvisation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben können harmonische und kontrapunktische Satzmodelle am Klavier improvisieren. Sie können transponierende Instrumente und alte Schlüssel lesen. Auch komplexere Notentexte können sie sich lesend innerlich vorstellen und auszugsweise spielen. Sie sind außerdem befähigt, Generalbässe und Partimenti je nach Schwierigkeitsgrad ad hoc oder nach kurzer Vorbereitungszeit am Klavier auszuführen.
Können - kommunikative Kompetenz
Instrumentation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, können instrumentationsspezifische Werkaspekte historisch einordnen und ihren ästhetischen Sinn begründen. Sie sind befähigt, eigene Instrumentationen fachkompetent zu erläutern und kritisch zu beurteilen.
Partiturspiel-Generalbass-Improvisation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben, können musiktheoretische Sachverhalte am Klavier demonstrieren und sachgerecht erläutern. Außerdem sind sie in der Lage, Satzmodelle mit Musikbeispielen zu belegen und diese am Klavier darzustellen.
Können - systemische Kompetenz
Instrumentation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, wenden instrumentatorische und kompositorische Fertigkeiten und Fähigkeiten in vertrauten und nicht vertrauten Kontexten an.
Partiturspiel-Generalbass-Improvisation:
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, können fachspezifische Neuerscheinungen zu Themen wie Partiturspiel, Generalbass, Partimento, Improvisation, Schulpraktisches Klavierspiel etc. kritisch und fachkompetent beurteilen.
- Lehr-/Lernmethoden
- Instrumentation:
- Analyse von Instrumentalwerken verschiedener Epochen und Gattungen
- Instrumentationsübungen mit kleineren Besetzungen
- Orchestrationsübungen
- Selbststudium: Lesen von Fachbüchern zur Instrumentation und Orchestration sowie zur Spiel- und Bauweise der einzelnen Instrumente sowie zur Akustik
- Selbststudium: Experimente mit Instrumentalisten
Partiturspiel-Generalbass-Improvisation:Der Lehrstoff wird erarbeitet durch Übungen am Klavier und studentische Hausarbeit.
- Empfohlene Vorkenntnisse
Bestandenes Modul Instrumentation und Partiturspiel - Generalbass - Improvisation I
- Modulpromotor
Brockmann, Irmgard
- Lehrende
Gorji, Ali
- Leistungspunkte
5
- Lehr-/Lernkonzept
Workload Dozentengebunden Std. Workload Lehrtyp 36 betreute Kleingruppen 18 betreute Kleingruppen Workload Dozentenungebunden Std. Workload Lehrtyp 60 Veranstaltungsvor-/-nachbereitung 30 Prüfungsvorbereitung
- Literatur
- Instrumentation:
- 1. Samuel Adler, The Study of Orchestration, New York 2002.
- 2. Hector Berlioz, Instrumentationslehre, ergänzt und revidiert von Richard Strauss, Frankfurt 1904, Reprint Frankfurt 1986.
- 3. Alfred Blatter, Instrumentation and Orchestration, Belmont 1997.
- 4. Jarmil Burghauser/Antonin Spelda, Akustische Grundlagen des Orchestrierens, Prag/Regensburg 1967.
- 5. Alfredo Casella/Virgillo Mortari, The Technique of Contemporary Orchestration, 2. überarb. Aufl., Milano 2004.
- 6. Hermann Erpf, Lehrbuch der Instrumentation und Instrumentenkunde, Mainz 1962.
- 7. Cecil Forsyth, Orchestration, neue Aufl., New York 1983.
- 8. Walter Gieseler, Instrumentation in der Musik des 20. Jahrhunderts, Celle 1985.
- 9. Peter Jost, Instrumentation. Geschichte und Wandel des Orchesterklanges, Kassel 2004.
- 10. Ulrich Kaiser, Arrangieren und Instrumentieren. Barock bis Pop, Kassel 2005.
- 11. Adolf Bernhard Marx, Die Lehre von der musikalischen Komposition, Bd. 4, Leipzig 1847 u.ö.
- 12. Walter Piston, Orchestration, New York 1955.
- 13. Nikolaj A. Rimskij-Korsakov, Grundlagen der Orchestration mit Notenbeispielen aus eigenen Werken, Berlin 1922.
- 14. Ertugrul Sevsay, Handbuch der Instrumentationspraxis, Kassel 2005.
Partiturspiel-Generalbass-Improvisation: - 1. Solfeggi, Bassi e Fughe. Georg Friedrich Händels Übungen zur Satzlehre, hg. von Ludwig Holtmeier, Johannes Menke und Felix Diergarten, Wilhelmshaven 2013 (= Praxis und Theorie des Partimentospiels Band 2).
- 2. The Art of Partimento: History, Theory, and Practice von Giorgio Sanguinetti, Oxford University Press 2012.
- 3. Giovanni Paisiello: Regole per bene accompagnare il partimento o sia il basso fondamentale sopra il Cembalo, hg. von Ludwig Holtmeier, Johannes Menke und Felix Diergarten, Wilhelmshaven 2008 (= Praxis und Theorie des Partimentospiels Band 1).
- 4. Fladt, Hartmut: Modell und Topos im musiktheoretischen Diskurs. Systematiken/Anregungen, in: Musiktheorie 4/20 (2005), S. 343-369.
- 5. Mechsner, Wolfgang: Spielen und Begleiten. Lied- und Songbegleitung von Anfang an. Erste Schritte zum Jazzklavier. Darmstadt: Thiasos Musikverlag, 2002.
- 6. Bauer, Stefan: Workshop Schulpraktisches Klavierspiel. 1. Teil: Grundlagen Jazz, in: Musik in der Schule (1999), H. 3, S. 136-144.
- 7. Wiedemann, Herbert: Improvisiertes Liedspiel. Tanzlieder Folklore Rock- und Popsongs Blues, Gustav Bosse Verlag, 1995 .
- 8. Wünsch, Christoph: Moderne Liedbegleitung. Harmonik Klaviersatz Stil Improvisation, Wolfenbüttel: Möseler 1994.
- 9. Continuo Playing According to Handel: His Figured Bass Exercises, Oxford University Press, 1990.
- 10. Bach J. S.: Die geistlichen Lieder und Arien mit beziffertem und unbeziffertem Bass aus Schemellis Gesangbuch, Wiesbaden: Breitkopf & Härtel, 1987.
- 11. Frisius, J.: Johann Sebastian Bach Generalbaß-Lehre. Abschrift nach Ph. Spitta’s Bach-Biographie und Einrichtung für praktischen Übungs-Gebrauch von J. Frisius, in: ZfMP 24 (1983).
- 12. Creuzburg, Heinrich: Partiturspiel. Ein Übungsbuch in vier Bänden. Mainz: Verlag Schott, 1956.
- 13. Händel G. F.: Doppelausgabe von elf Sonaten für Flöte und bezifferten Bass (ausgesetzte und unausgesetzte Fassung). Kassel: Bärenreiter, o.J. (4225).
- Prüfungsleistung
- Hausarbeit
- Künstlerische Prüfung
- Prüfungsanforderungen
Siehe Prüfungsinhalte im Anhang der Studienordnung "Musikerziehung B.A. 2020/21" sowie weitere Erläuterungen im BTPO und ATPO.
- Dauer
2 Semester
- Angebotsfrequenz
Wintersemester und Sommersemester
- Lehrsprache
Deutsch