Praxismodul „Mobilität in Lebensphasen"
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 03.07.2025.
- Modulkennung
22B1289-7
- Niveaustufe
Bachelor
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
10.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
Winter- und Sommersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Besonderheiten des Moduls
Dieses Modul wird an der kooperierenden Berufsfachschule gelehrt und entsprechend der gültigen Reglungen im NHG zur Anerkennung von beruflich erworbenen Kompetenzen auf das Studium angerechnet.
- Kurzbeschreibung
Das Modul vermittelt die spezifische Anwendung eines wissenschaftlich fundierten und an internationalen Standards orientierenden Befundungs- und Therapieprozesses bei Störungen der menschlichen Aktivität und „Mobilität“ in spezifischen Lebensphasen. Die Studierenden wenden die erlernten Theoriebezüge und Fertigkeiten aus den vorausgegangenen Theoriemodulen
- Neuromuskuloskeletale und bewegungsbezogene Funktionen - Haltung und Bewegung
- Diagnostik- und Therapieprozess - Physiotherapie
- Reflektierte Praxis: Mobilität in Lebensphasen
am Lernort Praxis an.
- Lehr-Lerninhalte
Identifikation und Behandlung von Störungen der Mobilität in den Lebensphasen nach einem biopsycho-sozialen Paradigma (z.B. ICF-Modell) unter Berücksichtigung der Fachbereiche:
- Pädiatrie
- Geriatrie
- Gynäkologie und Geburtshilfe
- Durchführung der Diagnostik und Dokumentation bei Störungen der Mobilität in den Lebensphasen:
- Standardisierte und nichtstandardisierte Testverfahren und beobachtende Verfahren in der subjektiven und objektiven Diagnostik
(Anamnese, Inspektion, Palpation, Messungen, Assessments, Tests) der Mobilität, orientiert am ICF-Modell.
- Diagnostik und Dokumentation der Mobilität in der Pädiatrie
- Diagnostik und Dokumentation der Mobilität in der Geriatrie
- Diagnostik und Dokumentation in der Gynäkologie und Geburtshilfe
- Einsatz von Clinical Reasoning Strategien - Zielformulierung nach den SMART-Kriterien
- Durchführung von Interventionen bei Störungen der Mobilität in den Lebensphasen unter
Anwendung von Clinical Reasoning-, Kommunikations- und Edukationsstrategien:
3.1 Restitutive Interventionsansätze:
- Therapeutische Maßnahmen in der Begleitung von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
- Therapeutische Maßnahmen bei Störungen des Urogenitalsystems (z.B. Inkontinenz; nach Prostata-OP)
- befundorientierte und zielbasierte therapeutische Maßnahmen bei geriatrischen Patienten (Sturzprophylaxe, Erhalt oder Erarbeiten der Belastungsfähigkeit, Selbstständigkeit und Alltagsmobilität)
- Therapeutische Maßnahmen in der Pädiatrie
3.2 Anwendung sSpezifischer therapeutischer Konzepte in der Pädiatrie beziehend auf die restitutiven Interventionsansätze:
- Vojta
- Bobath
- Sensorische Integrationstherapie
3.3 Anwendung spezifischer therapeutischer Konzepte in der Gynäkologie beziehend auf die restitutiven Interventionsansätze:
- Rückbildungsgymnastik
- Beckenbodentraining
3.4 Kompensatorische / substitutiv/ ergänzende Interventionsansätze
- Wohnraumanpassung/Arbeitsplatzanpassung
- Hilfsmittelversorgung und -anleitung (z.b. Orthesen, Prothesen) als unterstützende Maßnahme zur Alltagsbewältigung
3.5 Prävention
- Sturzpräventionsplatzanpassung
- Vermittlung eines aktiven Lebensstils
- Verhinderung von Pflegebedürftigkeit
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 300 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 40 individuelle Betreuung Präsenz oder Online - 12 Seminar Präsenz - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 220 Sonstiges Einsatz am Lernort Praxis durch Betreuung der Praxisanleiter/-innen vor Ort Lernorte sind Einrichtungen im Gesundheitswesen (z.b. Praxen, Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen) 13 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung - 15 Literaturstudium -
- Weitere Erläuterungen
Die Anzahl der Semesterwochenstunden (SWS) richtet sich nach den Vorgaben der Berufsfachschulen.
- Unbenotete Prüfungsleistung
- Arbeitsprobe (praktisch) und Praxisbericht (schriftlich)
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Die Prüfungsleistungen richten sich nach den Anforderungen der Berufsfachschule und werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
Teilnahme an den Modulen:
- Neuromuskuloskeletale und bewegungsbezogene Funktionen - Haltung und Bewegung
- Reflektierte Praxis: Mobilität in Lebensphasen - Physiotherapie
- Diagnostik- und Therapieprozess - Physiotherapie
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden verfügen über ein breit angelegtes Wissen zu neuromuskuloskelettale Dysfunktionen und typische Störungsbilder der Mobilität in verschiedenen Lebensphasen. Durch die physiotherapeutische Diagnostik erfassen die Studierenden die bei Störungen der Mobilität zugrundeliegenden Funktionen und Strukturen und ordnen sie in komplexe Krankheits- und Störungsbilder ein. Sie beschreiben spezifische therapeutische Herangehensweisen und Konzepte und ordnen theoretische Grundlagenkenntnisse (z.b. Theorien und Modelle zu Gesundheit sowie zur Belastung und Belastbarkeit) zu ihren Ansätzen und Interventionen ein. Des Weiteren definieren und begründen sie physiotherapeutische Behandlungsperspektiven und Behandlungsansätze für therapeutische Zielgruppen.
Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
1.a,b,c,d
2.a
- Wissensvertiefung
Die Studierenden integrieren eine bio-psycho-soziale Denkweise in ihr Handeln und erläutern die Wechselwirkung zwischen Funktion / Dysfunktion, Aktivitätsanforderung, Teilhabeeinschränkungen und Kontexteinflüssen. Sie erfassen und berücksichtigen diese in der durch Störungen in der Mobilität.
Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
2.a,b,c,d
II. Physiotherapeutische Prozesse indikationsbezogen und evidenzbasiert eigenverantwortlich organisieren, analysieren, planen, durchführen, steuern, dokumentieren und evaluieren.
2.a,b,c,d,e,f,g,h,i,j
- Wissensverständnis
Die Studierenden analysieren zuerst die Zusammenhänge von Störungen der Funktionen/Strukturen und Aktivitäten komplexer Krankheits- und Störungsbilder. Danach wenden die Studierenden Denkprozesse auf ihre Wissensinhalte an - mit dem Schwerpunkt der kritischen Reflektion und dem Hinterfragen von Wissen. Die dadurch gewonnenen Informationen analysieren sie abschließend im Rahmen eines Clinical Reasoning Prozesses.
Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
1.d
- Nutzung und Transfer
Die Studierenden führen unter Berücksichtigung der wichtigsten Prinzipien und Verfahren eine funktions-, strukturorientierte, aktivitätsbezogene und partizipationsbezogene therapeutische Diagnostik durch - sie verwenden hierbei standardisierte und nichtstandardisierte Testverfahren, beobachtende Verfahren in der Diagnostik von Haltung und Bewegung.
Sie entwickeln Lösungsansätze und wenden die für die physiotherapeutische Behandlung wesentlichen Interventionsarten sowie Therapiemittel adäquat, befund- und zielorientiert an. Die Studierenden übertragen das entsprechende Vorgehen in den
Interventionen spezifischer therapeutischer Konzepte zielorientiert auf spezifische Patientengruppen. Danach überprüfen die Studierenden selbstständig formulierte Therapiehypothesen mittels standardisierten Test- und Messverfahren. Abschließend
reflektieren Sie das Vorgehen und modifizieren gegebenfalls die therapeutischen Maßnahmen.Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
1.d
VII. Das eigene Handeln auf der Grundlage von den aktuell bestverfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen untermauern, reflektieren, begründen und weiterentwickeln.
1.a,c
- Wissenschaftliche Innovation
Die Studierenden suchen aktiv nach neuen Möglichkeiten (z.b. Therapieangebote, Konzepte, Forschungsergebnisse) und arbeiten Alternativen heraus. Sie entwickeln Lösungswege, treffen patienten- und zielgerichtete Entscheidungen und setzen die Neuerungen um. Diese neuen Innovationen werden bei Bedarf im intra- und interprofessionellen Team umgesetzt.
Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
VII. Das eigene Handeln auf der Grundlage von den aktuell bestverfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen untermauern, reflektieren, begründen und weiterentwickeln.
1.a,b,c,d,e,f
- Kommunikation und Kooperation
Die Studierenden fassen therapeutische Befunde zusammen, relevante Aspekte der Krankheits- und Störungsbilder werden beschrieben. Sie kommunizieren die Ergebnisse professionell, effektiv, einfach und situationsgerecht verbal, non-verbal und schriftlich an Experten und Expertinnen (z.b. kollegiales Team, Ärzteschaft, medizinisches Fachpersonal, Lehrkräfte).
Sie erklären patientenzentriert Befundergebnisse. Gemeinsam mit den Patienten und Patientinnen (Shared Decision Making) entscheiden sich die Studierenden für Ziele und therapeutische Maßnahmen/Interventionen. Diese leiten die Studierenden an. Hierbei erfolgt die professionelle Kommunikation in patientengerechter Sprache. Entsprechend den beruflichen Standards dokumentieren sie Arbeitsergebnisse und den Therapieverlauf. Die Studierenden berücksichtigen in jeglicher Kommunikation
datenschutzrechtliche Vorgaben und vor allem ethische Aspekte wie zum Beispiel Empathie und Wertschätzung.Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
IV. Kommunikation, Beratung und Edukation personen- und situationsbezogen gestalten.
1.a,b,d,e,g
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
Die Studierenden identifizieren im Sinne einer umfassenden Evaluation alle Informationen (einschließlich verfügbarer Leitlinien und Evidenzbezüge), werten sie aus und treffen Schlussfolgerungen für ihr therapeutisches Handeln. Sie begründen therapeutische, präventive und rehabilitative Maßnahmen, wählen sie aus und führen diese durch. Die Studierenden planen und reflektieren auf der Basis des berufsspezifischen Clinical Reasoning grundlegende Schritte des Therapieprozesses im Hinblick auf Diagnostik und Intervention bei Störungen der Mobilität bei Kindern, Erwachsenen und Erwachsenen im höheren Lebensalter. Diese Schritte des Therapieprozesses modifizieren sie individuell. Die Studierenden entwickeln ein berufliches Selbstbild mit einer fachlich professionalisierten Haltung. Sie erkennen eigene Stärken und Schwächen, abschließend reflektieren sie kritisch ihre eigene Rolle als Therapeut/-in in der Ausbildung. Sie übernehmen Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Ziel ist es, ein/e reflektiernde/r Praktiker/-in zu sein.
Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
2.a,b,c,d,e,f,g,h
- Literatur
- Klemme, B. (2012). Lehren und Lernen in der Physiotherapie. Stuttgart: Thieme
- Klemme, B. (2019). Praktische Ausbildung in der Physiotherapie. Stuttgart: Thieme
- Völker, C. (2010). Physiotherapie: Fit für die Ausbildung. Lernern lernen. Die eigene Gesundheit erhalten und fördern. Berlin: Cornelsen
- World Health Organization (WHO). (2002). Towards a Common Language for Functioning, Disability and Health (ICF). Verfügbar unter cdn.who.int/media/docs/default-source/classification/icf/icfbeginnersguide.pdf [pdf]
Die angegebene Literatur, sowie weitere zusätzliche Literatur wird im Rahmen des Unterrichts bekannt gegeben bzw. zur Verfügung gestellt. Des Weiteren greifen die Studierenden während der Praxisphasen auf die jeweilige Literatur der vorausgegangenen Module zurück.
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual)
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual), B.Sc. (01.09.2024)
- Modulpromotor*in
- Armijo-Olivo, Susan
- Lehrende
- Armijo-Olivo, Susan
- Weitere Lehrende
Lehrende der Berufsfachschule