Reflektierte Praxis: Haltung und Bewegung - obere Extremität und Wirbelsäule
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 03.07.2025.
- Modulkennung
22B1289-11
- Niveaustufe
Bachelor
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
5.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Sommersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Besonderheiten des Moduls
Dieses Modul wird an der kooperierenden Berufsfachschule gelehrt und entsprechend der gültigen Reglungen im NHG zur Anerkennung von beruflich erworbenen Kompetenzen auf das Studium angerechnet.
- Kurzbeschreibung
In der Therapieprozessgestaltung sind für die therapeutische Diagnostik und Intervention spezifische Kenntnisse in den Störungsbildern erforderlich. Die Synthese medizinischer Kenntnisse mit den Grundlagen und Interventionskonzepten physiotherapeutischer Behandlungsverfahren ist eine wesentliche Voraussetzung für die therapeutische Behandlung. Das Modul vermittelt ein spezifisches, grundlegendes Verständnis für einen wissenschaftlich fundierten und an internationalen Standards orientierten Befundungs- und Therapieprozess bei Störungen der menschlichen Aktivität „Mobilität“ mit besonderer Ausrichtung auf die Haltung und Bewegung der oberen Extremität und Wirbelsäule. Parallel zu dem Modul „Neuromuskuloskeletale Funktionen von Haltung und Bewegung – obere Extremität und Wirbelsäule“ schulen die Studierenden zunächst ihren Blick für Haltungs- und Bewegungsnormen, um Abweichungen davon zu identifizieren. Sie erwerben grundlegende Techniken zur Diagnostik, Dokumentation und Therapie von neuromuskuloskelettalen Störungen der oberen Extremität und Wirbelsäule. Die Studierenden erwerben auf der Basis spezieller Krankheitslehre Kenntnisse und Fertigkeiten zur therapeutischen Diagnostik und Intervention bei neuromuskuloskelettalen Störungsbildern der oberen Extremität und Wirbelsäule. Die Studierenden orientieren sich dabei an den aktuellen Leitlinien bezüglich der therapeutischen Diagnostik und den Interventionsmethoden.
- Lehr-Lerninhalte
- Störungen der Haltung und Bewegung insbesondere der oberen Extremität und Wirbelsäule :
- Spezielle Krankheitslehre Orthopädie / Traumatologie / Rheumatologie / Sportmedizin - Durchführung der Diagnostik und Dokumentation bei neuromuskuloskelettalen Störungsbildern der Haltung und Bewegung insbesondere der oberen Extremität und Wirbelsäule:
- Standardisierte und nichtstandardisierte Testverfahren, beobachtende Verfahren in der subjektiven und objektiven Diagnostik (Anamnese, Inspektion, Palpation, Messungen, Assessments, Tests) nach einem bio-psycho-sozialen Paradigma (z.B. ICF-Modell) - Zielformulierungen nach den SMART-Kriterien
- Durchführung von Interventionen bei neuromuskuloskelettalen Störungsbildern der Haltung und Bewegung der oberen Extremität und Wirbelsäule unter Anwendung von Clinical Reasoning-, Kommunikations- und Edukationsstrategien:
4.1 Restitutive Interventionsansätze:
Umfassendes neuromuskuloskelettales Management unter Berücksichtigung von:
4.1.1 Struktur/Funktion:
- Techniken/Maßnahmen zur Bewegungserweiterung
- Maßnahmen zur Schmerzreduktion - Techniken/Maßnahmen zur Resorptionsförderung
- Techniken zur Steigerung der Belastungsfähigkeit (Kraft- und Koordinationstraining)
4.1.2 Aktivität:
- Maßnahmen zur Optimierung von Haltung und Bewegung in der Ausführung von Aktivitäten
4.1.3 Partizipation:
- Erhalt bzw. Erlangung der Arbeitsfähigkeit und allgemeinen sozialen Teilhabe
4.1.4 Spezifische therapeutische Konzepte
- PNF
- FBL
- MT
- MTT
- myofasziale Triggerpunkttherapie
4.2 Kompensatorische / substitutive / ergänzende Interventionsansätze:
- Hilfsmittelversorgung und –anleitung (Orthesen, Korsett)
- Alltagstraining
- Wohnraum- und Arbeitsplatzanpassung
4.3 Präventive Ansätze Prävention
- Vermittlung eines aktiven Lebensstils
- Störungen der Haltung und Bewegung insbesondere der oberen Extremität und Wirbelsäule :
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 40 Vorlesung Präsenz - 30 Übung Präsenz - 30 Labor-Aktivität Präsenz - 10 Prüfung Präsenz - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 10 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung - 20 Arbeit in Kleingruppen - 10 Prüfungsvorbereitung -
- Weitere Erläuterungen
Die Anzahl der Semesterwochenstunden (SWS) richtet sich nach den Vorgaben der Berufsfachschulen.
- Unbenotete Prüfungsleistung
- Arbeitsprobe (praktisch) oder
- Klausur oder
- mündliche Prüfung
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Die Prüfungsleistungen richten sich nach den Anforderungen der Berufsfachschule und werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
Teilnahme und Abschluss des Moduls "Reflektierte Praxis: Haltung und Bewegung – Grundlagen und untere Extremität"; parallele Teilnahme am Modul „Neuromuskuloskeletale Funktion von Haltung und Bewegung–obere Extremität und Wirbelsäule“
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden benennen und den typischen Krankheits- und Störungsbildern der Orthopädie/ Traumatologie / Rheumatologie / Sport im Bereich der oberen Extremität und Wirbelsäule und identifizieren die entsprechenden neuromuskuloskelettalen Symptome und Dysfunktionen. Die Studierenden erfassen die bei Störungen der Mobilität zugrundeliegenden Funktionen und Strukturen in komplexen Krankheits- und Störungsbildern. Sie beschreiben physikalische Therapieansätze in der Behandlung von neuromuskuloskelettalen Störungen, ordenen theoretische Grundlagenkenntnisse diesen Ansätzen und Interventionen zu. Sie definieren und begründen physiotherapeutische Behandlungsperspektiven und Behandlungsansätze für therapeutische
Zielgruppen.Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
1. a,b,c,c
2. a
- Wissensvertiefung
Die Studierenden integrieren eine bio-psycho-soziale Denkweise in ihr Handeln und
erläutern die Wechselwirkung zwischen Funktion / Dysfunktion, Aktivitätsanforderung und
Kontexteinflüssen. Sie berücksichtigen diese für Teilhabeeinschränkungen durch
Störungen in der Mobilität der oberen Extremität und Wirbelsäule berücksichtigen.Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
2.a,b,c,d
II. Physiotherapeutische Prozesse indikationsbezogen und evidenzbasiert eigenverantwortlich organisieren, analysieren, planen, durchführen, steuern, dokumentieren und evaluieren.
2.a,b,c,d,e,f,g,h,i,j
- Wissensverständnis
Die Studierenden identifizieren bei Fallbeispielen (und Patientenvorstellungen) im Sinne einer
umfassenden Evaluation alle Informationen (einschließlich verfügbarer Leitlinien und
Evidenzbezüge), werten sie aus und treffen Schlussfolgerungen für ihr therapeutisches Handeln.
Die Studierenden analysieren die Zusammenhänge von Störungen der Funktionen, Strukturen und
Aktivitäten komplexer Krankheits- und Störungsbilder. Danach wenden sie Denkprozesse auf ihre
Wissensinhalte an – mit dem Schwerpunkt der kritischen Reflektion und dem Hinterfragen von
Wissen. Die dadurch gewonnenen Informationen analysieren sie abschließend im Rahmen eines
Clinical Reasoning Prozesses.Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
1.d
- Nutzung und Transfer
Anhand von Fallbeispielen (und Patientenvorstellungen) führen die Studierenden unter Berücksichtigung der wichtigsten Prinzipien und Verfahren funktions-, strukturorientierte und aktivitätsbezogene therapeutische Diagnostik und Dokumentation durch (Anamnese, Inspektion, Palpation, Messungen, Assessments, Befunderhebung von Schmerzuständen) - sie verwenden hierbei standardisierte und nichtstandardisierte Testverfahren, beobachtende Verfahren in der subjektiven und objektiven Diagnostik von Haltung und Bewegung der oberen Extremität und Wirbelsäule. Sie nutzen die für die physiotherapeutische Behandlung wesentlichen Interventionsarten sowie Therapiemittel und setzen diese – im Übungskontext mit den Mitstudierenden – adäquat, befund und zielorientiert ein. Die Studierenden übertragen das entsprechende Vorgehen in den Interventionen spezifischer therapeutischer Konzepte zielorientiert auf spezifische Patientengruppen.
Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
I. Bewegung als zentrales Einflusssystem der Physiotherapie auf Gesundheit und Teilhabe verstehen und evaluieren.
1.d
VII. Das eigene Handeln auf der Grundlage von den aktuell bestverfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen untermauern, reflektieren, begründen und weiterentwickeln.
1.a,c
- Wissenschaftliche Innovation
Die Studierenden erheben anhand von Fallbeispielen (und Patientenvorstellungen) Zusammenhänge von Störungen der Funktionen, Strukturen und Aktivitäten komplexer Krankheits- und Störungsbilder. Die Studierenden suchen aktiv nach neuen Möglichkeiten (z.B. Therapieangebote, Konzepte, Forschungsergebnisse) und arbeiten Alternativen heraus.
Kompetenzbereiche nach MPhG: Ausbildungsziel Physiotherapie (DQR 6) - Stand 24.06.2019:
VII. Das eigene Handeln auf der Grundlage von den aktuell bestverfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und berufsethischen Werthaltungen und Einstellungen untermauern, reflektieren, begründen und weiterentwickeln.
1.a,b,c,d,e,fBecker, A.: Physio 2030 Der Kompetenz-Kompass für die Ausbildung in der Physiotherapie. Ein Ausblick: Die Zukunft der physiotherapeutischen Berufe und der Wandel im deutschen Gesundheitswesen. Pflaum Verlag 2019:
- Innovationsfähigkeit (S.251)
- Kommunikation und Kooperation
Die Studierenden fassen therapeutische Befunde zusammen, und beschreiben relevante Aspekte der Krankheits- und Störungsbilder oberen Extremität und Wirbelsäule. Sie erklären patientenzentriert Befundergebnisse sowie zielgerichtete therapeutische Maßnahmen/Interventionen der oberen Extremität und Wirbelsäule und leiten diese - im Übungskontext mit den Mitstudierenden - an. Entsprechend den beruflichen Standards dokumentieren sie Arbeitsergebnisse und den Therapieverlauf. Die Studierenden berücksichtigen in jeglicher Kommunikation datenschutzrechtliche Vorgaben und vor allem ethische Aspekte wie Empathie und Wertschätzung.
Becker, A.: Physio 2030 Der Kompetenz-Kompass für die Ausbildung in der Physiotherapie. Ein Ausblick: Die Zukunft der physiotherapeutischen Berufe und der Wandel im deutschen Gesundheitswesen. Pflaum Verlag 2019:
- Kommunikationsfähigkeit und Dialogfähigkeit (S. 247; 252)
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
Sie wählen begründet therapeutische, präventive und rehabilitative Maßnahmen aus und führen sie durch. Die Studierenden planen und reflektieren auf der Basis des berufsspezifischen Clinical Reasoning grundlegende Schritte des Therapieprozesses in Hinblick auf Diagnostik und Intervention bei Störungen der Mobilität der oberen Extremität und Wirbelsäule, und nehmen individuelle Modifikationen vor. Die Studierenden entwickeln ein berufliches Selbstbild mit einer fachlich professionalisierten Haltung. Sie erkennen eigene Stärken und Schwächen und reflektieren kritisch ihre eigene Rolle als Therapeut/in in Ausbildung Sie übernehmen Verantwortung für ihr eigenes Handeln. Ziel ist es, ein/e reflektierende/r Praktiker/in zu sein.
Becker, A.: Physio 2030 Der Kompetenz-Kompass für die Ausbildung in der Physiotherapie. Ein Ausblick: Die Zukunft der physiotherapeutischen Berufe und der Wandel im deutschen Gesundheitswesen. Pflaum Verlag 2019:
- Selbstmanagement (S.257)
- Literatur
- Breusch, S., Clarius, M., Mau, H. & Sabo, D. (2019). Klinikleitfaden: Orthopädie. Unfallchirurgie. (9. Auflage). München: Urban & Fischer in Elsevier
- Hengeveld, E. & Banks, K. (2016). Maitland. Manuelle Therapie und Manipulation der Wirbelsäule: Behandlung neuromuskuloskelettaler Funktionsstörungen. (5. komplett überarbeitete Auflage). München: Urban & Fischer
- Hüter-Becker, A. & Dölken, M. (2015). Physiotherapie in der Orthopädie. (3. Auflage). Stuttgart: Thieme
- Hüter-Becker, A. & Dölken, M. (2016). Physiotherapie in der Traumatologie/ Chirurgie. (4. Auflage). Stuttgart: Thieme
- Krischak, G. (2009). Traumatologie für Physiotherapeuten. Stuttgart: Thieme
- Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) e.V. Verfügbar unter https://www.awmf.org/leitlinien
- List, M. (2008). Physiotherapie in der Traumatologie. (5. Auflage). Berlin: Springer
- Mayer, C. & Siemes, W. (2019). 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie. (2. Auflage). Berlin: Springer
- Westerhuis, P. & Wiesner, R. (2014). Klinische Muster in der Manuellen Therapie. (2. Auflage). Stuttgart: Thieme
Die angegebene Literatur, sowie weitere zusätzliche Literatur wird im Rahmen des Unterrichts bekannt gegeben bzw. zur Verfügung gestellt.
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual)
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual), B.Sc. (01.09.2024)
- Modulpromotor*in
- Ballenberger, Nikolaus
- Lehrende
- Ballenberger, Nikolaus
- Weitere Lehrende
Lehrende der Berufsfachschule