Entwicklungsprozesse des Menschen

Fakultät

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)

Version

Version 1 vom 02.07.2025.

Modulkennung

22B1288-4

Niveaustufe

Bachelor

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Wintersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Besonderheiten des Moduls

Dieses Modul wird an der kooperierenden Berufsfachschule gelehrt und entsprechend der gültigen Reglungen im NHG zur Anerkennung von beruflich erworbenen Kompetenzen auf das Studium angerechnet. 

Kurzbeschreibung

Das Wissen über die menschliche Entwicklung in Lebensphasen, den damit einhergehenden Transitionen und Übernahmen von Rollen in sich gestaltenden Lebensbereichen ist für die therapeutische Diagnostik und Intervention mit dem Ziel der Partizipation von Relevanz. Das Modul befasst sich mit der menschlichen Entwicklung in Lebensphasen und deren Bedeutung für menschliche Aktivität, Aufgaben und Anforderungen, deren Organisation unter Berücksichtigung der Routinen und dem Umgang mit Stress (ICF, S. 99). Die Studierenden können die Kenntnisse aus den Sozialwissenschaften verwenden, um die zugrundeliegenden Merkmale der Ausführung von Aufgaben unter verschiedenen Bedingungen zu ermitteln und in der therapeutischen Intervention zu berücksichtigen.

Lehr-Lerninhalte

  1. Konzepte der Entwicklungspsychologie 
    1.1    Ontogenetisches Konzept von Entwicklung 
    1.2    Entwicklung als Veränderung 
    1.3    Modellvorstellungen in der Entwicklungspsychologie 
  2. Entwicklung in Lebensabschnitten
    2.1   Kindheit
    2.1.1 Bedeutung von Spiel und Sprache
    2.1.2 Bedeutung der Bindung
    2.1.3 Kindergarten und Schule als Entwicklungskontext 
    2.1.4 Familie und Freundeskreis als Lebensumwelt
    2.2    Jugend und frühes Erwachsenenalter 
    2.2.1 Transitionen 
    2.2.2 Körperliche und psychosexuelle Entwicklungen 
    2.2.3 Übergang Schule-Beruf 
    2.2.4 Partnerschaftliche Bindungen
    2.3    Erwachsenenalter 
    2.3.1 Aufgaben und Verantwortung im familialen Lebenszyklus 
    2.3.2 Berufliche Sozialisation aus soziologischer und psychologischer Sicht 
    2.3.3 Bedeutung und Funktion von Arbeit und Erwerbstätigkeit 
    2.3.4 Anforderungen der Arbeitswelt, psychosoziale und umweltbezogene Rahmenbedingungen.
    2.3.5 Arbeitssozialisation von Menschen mit Beeinträchtigungen und Behinderung
    2.4    Alter und Altern 
    2.4.1 Gerontologie – Alterstheorien, physiologische Veränderungen im Alter 
    2.4.2 Lebensaufgaben, Rollen- und Lebensumweltveränderungen im Alter 
    2.4.3 Auseinandersetzung mit dem Lebensende 

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
43SeminarPräsenz-
63betreute KleingruppenPräsenz-
14VorlesungPräsenz-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
30Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
Weitere Erläuterungen

Die Anzahl der Semesterwochenstunden (SWS) richtet sich nach den Vorgaben der Berufsfachschulen.

Unbenotete Prüfungsleistung
  • Klausur
Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

Die Prüfungsleistungen richten sich nach den Anforderungen der Berufsfachschule und werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert. 

Empfohlene Vorkenntnisse

keine

Wissensverbreiterung

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,

  • beschreiben menschliche Entwicklung als lebenslangen Prozess. 
  • legen die Bindungstheorie dar und ordnen Bindungstypen zu. 
  • beschreiben Sozialisationsinstanzen in der Kindheit.
  • erklären das Konzept der Entwicklungsaufgaben über die Lebensspanne hinweg.
  • benennen die Funktionen von Arbeit für den Menschen und belegen sie beispielhaft.
  • legen gesundheitliche und psychosoziale Folgen von Arbeitslosigkeit dar.
  • zeigen Rahmenbedingungen der Arbeit systematisch auf.
  • kennen berufliche Bildungswege für Menschen mit Behinderung.
  • beschreiben physiologische Veränderungen im Alter.
  • erläutern bedeutsame Veränderungen bezüglich Lebensaufgaben, Rollen und Lebensumwelt im Alter.

Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)

Wissensvertiefung

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,

  • erläutern die Bedeutung von Bindung in der menschlichen Biografie.
  • legen den Einfluss der Sozialisationsinstanzen auf die menschliche Entwicklung dar.
  • veranschaulichen Entwicklungsaufgaben in verschiedenen Lebensphasen.
  • legen das Erwachsenenalter mit seinen Handlungsspielräumen und Anforderungen in den Lebensbereichen Partnerschaft, Familie und Arbeit und deren Relevanz für die Individualentwicklung dar.
  • erörtern verschiedene Alterstheorien und verdeutlichen deren Sicht auf das Altern.
  • legen Aspekte der Arbeits- und Organisationspsychologie bei der Analyse von Arbeitssituationen zugrunde.
  • beschreiben Einflüsse des Strukturwandels der Arbeitswelt.
  • erläutern die Auswirkungen der Veränderungen im Alter auf Aktivitäts- und Partizipationsebene.
  • erörtern verschiedene Einflussfaktoren auf die Selbständigkeit, Autonomie und Lebensqualität im Alter.

Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)

Wissensverständnis

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,

  • bewerten Bindungsstile und deren Einfluss auf die menschliche Entwicklung.
  • schätzen die Relevanz von Transitionen ein.
  • analysieren die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben in der Lebensspanne.
  • beurteilen den Einfluss verschiedener Sozialisationsinstanzen auf die menschliche Entwicklung.
  • identifizieren und bewerten Belastungen im Arbeitsleben, die zur Entstehung von Erkrankungen beitragen können.
  • bewerten Veränderungen im Alter und unterscheiden physiologische von pathologischen Veränderungen.

Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)

Nutzung und Transfer

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,

  • sammeln, bewerten und interpretieren relevante Informationen zum Bindungsstil eines Menschen und leiten Grundsätze in der Interaktion ab.
  • erheben eine aussagekräftige Berufs- und Arbeitsanamnese auf dem Boden der Berufsbiographie eines Menschen.
  • identifizieren Ansatzpunkte für die Veränderung einer Arbeitssituation und legen sie personbezogen dar.
  • analysieren multifaktoriell die aktuelle Lebenssituation von älteren Menschen und identifizieren bedeutsame Einflussfaktoren, die die Lebensqualität fördern könnten.

Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2; 1.3; 1.4; 1.5)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3; 5.4)

Kommunikation und Kooperation

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,

  • reflektieren entwicklungsbezogenen Erfordernisse in der Gestaltung von Kommunikation und Kommunikationssituationen.

Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.3)

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,

  • reflektieren differenziert ihre berufliche Identität und Haltung
    zu Betätigungen, Person und Umwelt des Klienten vor dem Hintergrund aktueller sozialwissenschaftlichen Theorien.
  • identifizieren entsprechende Entwicklungen und leiten ergotherapeutische Versorgungsfragestellungen begründet ab.
    reflektieren Lebensphasen des Menschen und einhergehende Entwicklungen hinsichtlich Occupational Transitions und begründen entsprechende Versorgungsansätze. 

Kompetenzformulierung nentsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.2; 5.3)
9. Auf Grundlage des beruflichen Selbstverständnisses selbstgesteuert berufliche Anforderungen bewältigen (9.5)

Literatur

  • Fortlaufend aktualisiertes Literatur-Skript zu den jeweiligen PBL-Fällen
    Jährlich aktualisierter DGB-Index „Gute Arbeit“
  • Jahoda, M., Dieter Frey (Hrsg.): Wieviel Arbeit braucht der Mensch? Beltz Verlag, Weinheim - Basel, 1995.
  • Köhler, Kirsten; Steier-Mecklenburg, Friederike: Arbeitstherapie und Arbeitsrehabilitation -  Arbeitsfelder der Ergotherapie. Thieme Verlag, Stuttgart, 2008
  • Köser, P., Höhl, W., & Dochat, A. (Hrsg.). (2015). Produktivität und Teilhabe am Arbeits-leben: Arbeitstherapie - Arbeitsrehabilitation - Gesundheitsförderung (1. Auflage 2015). Idstein: Schulz-Kirchner.
  • DGUV (Hrsg.)2016 : Neue Formen der Arbeit, Neue Formen der Prävention, Berlin: DGUV
  • Bravemann, B., Robson, M., Velozo, C., Fisher, G., Forsyth, K., Kerschbaum, J., … We-ber, P. (2007). WRI - Benutzerhandbuch für das Worker Role Interview: Version 10.0 (1. Aufl). Idstein: Schulz-Kirchner.
  • Moore-Corner, R., & Kielhofner, G. (Hrsg.), Marotzki, U. (Übers.). (1997). Work environ-ment impact scale (WEIS): Anleitung für Benutzer; Fragebogen zum Einfluß der Arbeitsumgebung auf den Stelleninhaber ([Übers. d. Version] 1995). Langenha-gen: Selbstverl. Aha-Iniative f. Information, Fortbildung u. Entwicklung im Bereich medizinische u. Arbeitsrehabilitation
  • Grossmann, K. & Grossmann, K. E. (2014): Bindungen – das Gefüge psychischer Sicherheit. 6. Auflage. Stuttgart. Klett-Cotta
  • Heitkamp, J. (2020): Jeder hat das Recht auf die eigene Sexualität. Sexualberatung von Menschen mit geistiger Behinderung. In: ergopraxis 10/2020. S. 38-41
  • Jungbauer, J. (2009): Familienpsychologie kompakt. Weinheim, Basel. Beltz Verlag.
  • Junkers, A. & Hiebl, S. (2018): Sicherheit und Zuversicht vermitteln. Relevanz kindlicher Bindungsmuster für Entwicklung und Therapie. In: Et Reha. 57. Jg. Nr. 8. S. 16-21
  • Lohaus, A. & Vierhaus, M. (2015): Entwicklungspsychologie des Kindes- und Jugendalters für Bachelor. 3. Auflage. Berlin/Heidelberg. Springer Verlag.
  • Pauen, S. (Hrsg.): Entwicklungspsychologie in Kindes- und Jugendalter. 4. Auflage. Berlin, Heidelberg. Springer Verlag
  • Pro familia (2011): Sexualität und geistige Behinderung. URL: www.profamilia.de/publikation-forumonlineberatung/publikationen/publikationen.html (08.03.2018)
  • Bobbe, G. (2005): Alterstypische Veränderungen der Organsysteme. In: Habermann, C. u. Wittmershaus, C. (Hrsg.): Ergotherapie im Arbeitsfeld Geriatrie. Thieme Verlag. Stuttgart. S. 170 – 188
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend  (2010): Auf der Suche nach der passenden Wohn- und Betreuungsform. Ein Wegweiser für ältere Menschen. 2. Auflage.
  • Deutsches Zentrum für Altersfragen (2016): Deutscher Alterssurvey 2014. Zentrale Befunde. Berlin
  • Habermann, C. (2005): Altern soziologisch. In: Habermann, C. u. Wittmershaus, C. (Hrsg.): Ergotherapie im Arbeitsfeld Geriatrie. Thieme Verlag. Stuttgart.
  • Laukel-Pfeiffer, H. (2005): Soziale Veränderungen im Alter. In: Habermann, C. u. Wittmershaus, C. (Hrsg.): Ergotherapie im Arbeitsfeld Geriatrie. Thieme Verlag. Stuttgart. S. 104 – 121
  • Lehr, U. (2000): Psychologie des Alterns. 9. Auflage. Wiesbaden. S. 55 - 68 (Alterstheorien)
  • Neumann, E.-M. (2005): Altern psychologisch. In: Habermann, C. u. Wittmershaus, C. (Hrsg.): Ergotherapie im Arbeitsfeld Geriatrie. Thieme Verlag. Stuttgart. S. 38 - 47
  • Pohlmann, S. (2001): Das Altern der Gesellschaft als globale Herausforderung – Deutsche Impulse. Schriftenreihe des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Band 201. Verlag W. Kohlhammer. Stuttgart

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Ergotherapie, Physiotherapie (dual)
    • Ergotherapie, Physiotherapie (dual), B.Sc. (01.09.2024)

    Modulpromotor*in
    • Berding, Jutta
    Lehrende
    • Berding, Jutta
    Weitere Lehrende

    Lehrende der Berufsfachschule