Durchführung und Analyse lebensweltbezogener Aktivitäten
- Fakultät
Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)
- Version
Version 1 vom 02.07.2025.
- Modulkennung
22B1288-1
- Niveaustufe
Bachelor
- Unterrichtssprache
Deutsch
- ECTS-Leistungspunkte und Benotung
5.0
- Häufigkeit des Angebots des Moduls
nur Sommersemester
- Dauer des Moduls
1 Semester
- Besonderheiten des Moduls
Dieses Modul wird an der kooperierenden Berufsfachschule gelehrt und entsprechend der gültigen Reglungen im NHG zur Anerkennung von beruflich erworbenen Kompetenzen auf das Studium angerechnet.
- Kurzbeschreibung
Ein Verständnis für menschliches Handeln, für die Handlungsplanung und -durchführung auf der Basis bezugswissenschaftlicher Theorien ist unabdingbar für die Ergotherapie. Voraussetzung dafür ist die Analyse und Beurteilung menschlicher Aktivitäten in den individuellen Lebenswelten hinsichtlich der funktionellen Systeme und Prozesse.
Die Beschreibung, Analyse und Beurteilung menschlicher Aktivitäten wird unter Zuhilfenahme therapeutischer Mittel und Techniken ermöglicht. Die Studierenden erfahren sich in der Ausübung von Aktivitäten und lernen Haltung und Bewegung und kognitive Prozesse in der persönlichen Aktivitätsausübung zu beobachten, zu beschreiben und zu analysieren. Sie erwerben Fertigkeiten aus dem Bereich der therapeutischen Mittel und Techniken, um die Beobachtung, Beschreibung und Analyse menschlicher Aktivitäten ausführen zu können.
- Lehr-Lerninhalte
- Theoriebezüge in der Analyse von Aktivitäten
1.1. Hierarchisch-sequentielle Organisation von Handlung
1.1.1.Planung, Durchführung und Reflexion von Handlungen
1.2. Handlungsmotive – Handlungserleben
1.2.1.Energetisierende Prozesse in der Handlungsausübung
1.2.2.Objektbeziehung
1.3. Kreatives Handeln - Ergotherapeutische Mittel und Medien
2.1. Handwerkliche und gestalterische Mittel
2.1.1.Praktische Erprobung der Hierarchisch-sequentielle Organisation von Handlung
2.1.2.Praktische Erprobung gestalterisch-kreative Handlungsprozesse – Bezug zur Objektbeziehungstheorie
2.2. Technische Mittel und Medien
2.2.1. Anwendungsformen und Nutzen technischer Mittel und Medien in der Ergotherapie
2.2.2.Praktische Erprobung und Kompetenzerwerb am PC und mittels audiovisueller Medien
2.3. Alltagshandlungen - Analyse von Aktivitäten: Anforderungs- und Fähigkeitsprofile
- Ergonomische Grundlagen
4.1. Anthropometrische, arbeitsphysiologische, psychologische, organisatorische und sicherheitsrelevante Aspekte der Ergonomie
4.2. Gestaltung von Arbeitsplätzen und Handlungsbedingungen nach Verhaltens- und verhältnisergonomische Ansätzen - Methodische Zugänge in der Anleitung von Aktivitäten
5.1. Schriftliche und verbale Anleitung
5.2. Technisches Zeichnen
5.3. Der Einsatz von Medien in der Ergotherapie
5.4. Leittextgestütztes Lernen
- Theoriebezüge in der Analyse von Aktivitäten
- Gesamtarbeitsaufwand
Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").
- Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 20 Seminar Präsenz - 70 Übung Präsenz - 20 Vorlesung Präsenz - 30 betreute Kleingruppen Präsenz - Dozentenungebundenes Lernen Std. Workload Lehrtyp Mediale Umsetzung Konkretisierung 10 Veranstaltungsvor- und -nachbereitung -
- Weitere Erläuterungen
Die Anzahl der Semesterwochenstunden (SWS) richtet sich nach den Vorgaben der Berufsfachschulen.
- Unbenotete Prüfungsleistung
- Arbeitsprobe (praktisch) oder
- Präsentation oder
- Projektbericht (mündlich)
- Prüfungsdauer und Prüfungsumfang
Die Prüfungsleistungen richten sich nach den Anforderungen der Berufsfachschule und werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.
- Empfohlene Vorkenntnisse
keine
- Wissensverbreiterung
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- erklären therapeutische Perspektiven der hierarchisch-sequentiellen Organisation von Handlungen und deren therapeutische Relevanz für die Planung und Durchführung von Aktivitäten.
- ordnen die Objektbeziehungstheorie als theoretischen Rahmen für die Nutzung gestalterisch-kreativer Mittel ein.
- klassifizieren die verschiedenen Mittel und Medien in ihrem Anforderungsniveau.
- unterscheiden eine materialbezogene, produktbezogene und prozessbezogene Analyse von Werktechniken voneinander.
- organisieren ihr eigenes Handeln bewusst, logisch und fachlich angemessen im Rahmen von handwerklich gestalterischen, selbstversorgenden oder medialen Aufgabenstellungen.
- benennen Teilbereiche der Ergonomie und können sie inhaltlich skizzieren.
- beschreiben verschiedene Formen der Anleitung in der Ergotherapie und grenzen sie voneinander ab.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.3; 1.4)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.1)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.3)
- Wissensvertiefung
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- erläutern Theoriebezüge der Bezugswissenschaften für die Analyse von Aktivitäten dar.
- erörtern geeignete ergotherapeutische Mittel und Medien für den zielgerichteten Einsatz in der Therapie.
- beschreiben ergonomisch relevante Aspekte situationsbezogen und integrieren sie in die Planung und Gestaltung von Arbeitsplätzen und Handlungskontexten.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.1)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.3)
- Wissensverständnis
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- reflektieren kritisch eigene Handlungsprozesse und Ergebnisse und bewerten sie kriteriumsbezogen.
- erfassen und analysieren Komponenten in der Durchführung von Aktivitäten unter Einsatz handlungstheoretischer Bezüge.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.1)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.3)
- Nutzung und Transfer
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- werten Ergebnisse der Anforderungs- und Fähigkeitsprofile aus und ziehen Rückschlüsse auf die Intervention.
- planen den Einsatz von Mittel und Medien unter Berücksichtigung des vorliegenden Leistungsvermögens.
- reflektieren den Einsatz von Mittel und Medien als auch von therapeutischen Aktivitäten und optimieren sie in der Folge.
- gestalten unter ergonomischen Gesichtpunkten den Arbeitsplatz.
Kompetenzformulierung nentsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.3; 1.4)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.1)
5. Das komplexe Wissen über die Wechselwirkung zwischen Person, Umwelt und Betätigung als Grundlage von Gesundheitsprozessen nutzen (5.1; 5.3)
- Kommunikation und Kooperation
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- zeigen den Nutzen ergotherapeutischer Mittel und Medien gegenüber Klient*innen und dem multiprofessionellen Team fachlich begründet auf und diskutieren ihn.
- vertreten die individuelle Anpassung eines Arbeitsplatzes mit Mitgliedern anderer Berufsgruppen.
- leiten Handlungen und Aktivitäten angepasst an die Handlungskompetenzen von Klient*innen an.
- vermitteln Klient*innen unter edukativen Gesichtspunkten die Möglichkeiten und den Nutzen einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
1. Die ergotherapeutische Diagnostik selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (1.2)
2. Ergotherapeutische Interventionen selbstständig und eigenverantwortlich planen und diese durchführen (2.3)
6. Intra- und interprofessionelle Beziehungen eigenständig gestalten (6.1)
- Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität
Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich absolviert haben,
- erkennen das therapeutische Potential von Handlungen/Aktivitäten.
- reflektieren und bewerten Handlungen/Aktivitäten und deren Ausprägungen in Lebenswelten.
- reflektieren sich im Handlungserleben und ordnen diese Erfahrungen für die therapeutische Nutzung von Mittel und Medien ein.
- reflektieren sich in der Nutzung von Mittel und Medien und schlussfolgern kritisch für die Gestaltung von Strukturen in Anleitung und Arbeitsplatz.
Kompetenzformulierung entsprechend des Entwurfes einer neuen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten (ErgThAPrV) – Stand 2019:
9. Auf Grundlage des beruflichen Selbstverständnisses selbstgesteuert berufliche Anforderungen bewältigen (9.2; 9.4; 9.5)
- Literatur
- Berufsgenossenschaft Holz und Metall (Hrsg.) (2013). Mensch und Arbeitsplatz in der Holz- und Metallindustrie, BGHM. Information 101
- Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. (ifaa) (Hrsg.) (2016). IFAA-CHECKLISTE ERGONOMIE zur orientierenden Bewertung von Tätigkeiten, Arbeitsmitteln, Arbeitsumgebung. Düsseldorf: ifaa
- Kaufmann, J. (1999). Mit Leib und Seele: Theorie der Haushaltstätigkeit. Konstanz: Universitätsverlag
- Senett, R. (2010). Handwerk. Berlin: Berlin-Verlag.
- Winkelmann I. (Hrsg.) (2009). Handwerk in der Ergotherapie. Stuttgart: Thieme
- Verwendbarkeit nach Studiengängen
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual)
- Ergotherapie, Physiotherapie (dual), B.Sc. (01.09.2024)
- Modulpromotor*in
- Berding, Jutta
- Lehrende
- Berding, Jutta
- Weitere Lehrende
Lehrende der Berufsfachschule