Domäne der Ergotherapie

Fakultät

Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Version

Version 9.0 vom 12.05.2021

Modulkennung

22B1076

Modulname (englisch)

Domain of Occupational Therapy

Studiengänge mit diesem Modul

Ergotherapie, Physiotherapie (dual) (B.Sc.)

Niveaustufe

1

Kurzbeschreibung

Das Modul befasst sich mit den ergotherapeutischen Kernaufgaben im Kontext der Gesundheitsfachberufe. Die Studierenden erwerben ein umfassendes Verständnis für die Entwicklung ihrer Profession, bauen ein professionelles Selbstverständnis auf und können auf Basis bestehender berufsspezifischer Theorien, Konzepte und Modelle ihren Beitrag zu Gesundheitsförderung und Rehabilitation reflektieren.

Lehrinhalte
  • 1. Grundverständnis der Ergotherapie
    1.1 Gegenstand, Kernaufgaben in Abgrenzung zu anderen Berufsgruppen, Arbeitsfelder, Berufsrollen und Berufskompetenzen
    1.2 Ergotherapeutische Grundannahmen
    1.3 Zusammenhang zwischen Gesundheit, Lebenszufriedenheit und Betätigung
    1.4 Teilhabe und Engagement durch Betätigung
  • 1.5. Organisierte Interessenverbände national und international (1.1 PT)
    1.6 Positionspapiere des WFOT und DVE (Standards/Berufskompetenzen)
  • 2. Theorien, Konzepte und Modelle
    2.1 Grundkonzepte der Ergotherapieo Der Mensch als Betätigungswesen – Die Bedeutung von Betätigungeno Motivation als Ursache von menschlichen Handlungeno Funktion von Betätigungeno Occupation - Doing, being, becoming (Wilcock)o Analyse von Betätigung: Form, Performanz, Bedeutung und Zweck (Nelson-Konzept)o Betätigungsformen und Subsysteme und deren Einfluss auf Betätigung (Clark)o Performanz, das Konzept der Performanzebenen und Performanzkomponenten - die Ausführung von Betätigungen
    2.2 Umweltverhaltenstheorien – die Person-Umwelt-Interaktion
    2.3 Handlungstheoretische Bezüge in der Ergotherapie
    2.4 Praxismodelle der Ergotherapie/ Funktionsebenen konzeptioneller Modelle
    2.5 Bezugswissenschaften und Bezugsrahmen der Ergotherapie
    2.6 AOTA Framework
  • 3. Entwicklung als Profession
    3.1 Geschichte der Ergotherapie
    3.2 Akademisierung und Professionalisierung
    3.3 Standortbestimmung der Fachwissenschaft
  • 4. Therapieberufe im Sozial- und Gesundheitssystems der BRD 4.1 Die Grundlagen der staatlichen Ordnung in der BRD 4.2 System der sozialen Sicherung 4.3 Prinzipien sozialer Sicherung 4.4 Säulen der Sozialversicherung und ihre Träger 4.5 Aufbau, Träger (Versorgungseinrichtungen) und Leistungen des Gesundheitssystems 4.6 Das Gesundheitswesen der BRD im internationalen Vergleich 4.7 Aktuelle gesundheitspolitische Themen
Lernergebnisse / Kompetenzziele

Wissensverbreiterung
Die Studierenden erwerben Kenntnisse über Aufbau, Prinzipien, Träger und Leistungen das Sozial- und Gesundheitssystems der BRD. Sie ordnen die Stellung und die Bedeutung ihres Berufes in dieses System ein und beurteilen den Einfluss des Systems auf ihr therapeutisches Handeln.
Die Studierenden kennen und diskutieren das berufliche Profil der Ergotherapie. Sie identifizieren Aufgaben, Funktionen, Kompetenzen, Arbeitsbereiche und Grenzen des Berufsstandes als auch anderer Berufe im Gesundheitswesen. Sie kennen ihren therapeutischen Gegenstandsbereich und dessen Systematisierungsansätze sowie zugrundeliegende Theorien, Modelle und Konzepte.
Wissensvertiefung
Die Studierenden beurteilen den derzeitigen Entwicklungsstand der Therapieberufe und analysieren die auf die Entwicklung Einfluss nehmenden Faktoren in den Therapieberufen in Deutschland und im internationalen Vergleich.
Können - instrumentale Kompetenz
Die Studierenden identifizieren berufspolitische Aktivitäten und nehmen eine pro-aktive Rolle in der Entwicklung, Verbesserung und Förderung der Ergotherapie/Physiotherapie ein.
Können - kommunikative Kompetenz

Können - systemische Kompetenz
Die Studierenden reflektieren auf der Basis der theoretischen Grundlagen ihre therapeutische Rolle, Haltung und Persönlichkeit und entwickeln eine beruflichen Identität und ein professionelles Selbstverständnis.
Auf der Basis berufsspezifischer Modelle vergleichen die Studierenden bezugswissenschaftliche Annahmen und Modellvorstellungen mit eigenberuflichen Konstrukten und Modellen kritisch.
Die Studierenden beurteilen den Einfluss der Professionalisierung und Akademisierung auf die zukünftige Entwicklung der Therapieberufe.

Lehr-/Lernmethoden

VorlesungenProblem based Learning

Empfohlene Vorkenntnisse

Kenntnisse der Gemeinschaftskunde, Rechtserziehung und Wirtschaft, die im Rahmen der Allgemeinen Hochschulreife erworben wurden

Modulpromotor

Berding, Jutta

Lehrende
  • Berding, Jutta
  • Lehrende der Berufsfachschule
Leistungspunkte

5

Lehr-/Lernkonzept
Workload Dozentengebunden
Std. WorkloadLehrtyp
45Vorlesungen
15betreute Kleingruppen
Workload Dozentenungebunden
Std. WorkloadLehrtyp
45Veranstaltungsvor-/-nachbereitung
30Kleingruppen
15Prüfungsvorbereitung
Literatur

Therapieberufe im Sozial- und Gesundheitssystems der BRD:

Mürbe M., Stadler A. (2010). Berufs-, Gesetzes- und Staatsbürgerkunde: Kurzlehrbuch für Pflegeberufe. (10. Aufl.) Elsevier

Aebli H. (1980). Das Ordnen des Tuns, Bd.1, Stuttgart

American Occupational Therapy Association(2008).Occupational therapy practice framework: Domain and process(2nd ed.). American Journal of Occupational Therapy, 62,625–683

Christiansen C., Baum C. (2005). Occupational Therapy: Enabling Function and Well-Being (third ed.). Slack Inc., Thorofare, NJ

Christiansen C., Townsend, E (2009). Introduction to Occupation: The Art of Science and Living (2nd Edition). Prentice Hall

Cole M, Tufano R. (2008). Applied Theories in Occupational Therapy. Slack Inc., Thorofare, NJ

Duncan E. (2011). Foundations for Practice in Occupational Therapy. Churchill Livingstone: Elsevier

DVE (2007). Ergotherapie im Profil

DVE (2003). Deutscher Verband der Ergotherapeuten (Hrsg. Miesen, M.): Berufsprofil Ergotherapie. Schulz-Kirchner, Idstein

Brandststätter J. (2001). Entwicklung Intentionalität Handeln. Stuttgart: Kohlhammer

Esser H. (1999). Soziologie – spezielle Grundlagen, Band 1: Situationslogik und Handeln, Campus, Frankfurt /Main

Fischer: Konzepte und Modellvorstellungen in der Ergotherapie (Skript und e-learning-Modul)

Fischer, A. (2002): Entwicklung einer deutschsprachigen ergotherapeutischen Terminologie. Ergotherapie – Zeitschrift für angewandte Wissenschaft

Golledge J. (1998a). Distinguishing between Occupation, purposeful Activity and Activity, Part 1: Review and Explanation. British Journal of occupational Therapy, 61, 100-105

Golledge J. (1998b). Distinguishing between Occupation, purposeful Activity and Activity, Part 2: Why is the Distiction Important? British Journal of occupational Therapy, 61, 157-160

Hacker W., Volpert W., von Cranach M (Hrsg.) (1983). Kognitive und motivationale Aspekte der Handlung. Bern

Hagedorn, R. (2000): Ergotherapie – Theorien und Modelle. Die Praxis begründen. Thieme, StuttgartHeckhausen H. & Heckhausen J. (2010). Motivation und Handeln (4. Aufl.). Berlin: Springer

Jerosch-Herold, C., U. Marotzki, B. Hack, P. Weber (2009): Konzeptionelle Modelle für die ergotherapeutische Praxis (3. Aufl.). Springer, Berlin

Kielhofner G., Burke J.P. (1977). Occupational Therapy Aufter 60 Years: An Account of Changing Identity and Knowledge. AJOT 31(10), 675-689

Lenk, H. (1977) (Hrsg.). Handlungstheorien interdisziplinär, Bd.1 – 4, München. Band I: Handlungslogik, formale Theorien der Handlungen und Sprechhandlungen. Band II: Handlungserklärungen und philosophische Handlungsinterpretationen. Band III: Verhaltenswissenschaftliche und psychologische Handlungstheorien. Band IV: Sozialwissenschaftliche Handlungstheorien und spezielle systemwissenschaftliche Ansätze

Leontjew, A.N. (***): Tätigkeit, Bewußtsein, Persönlichkeit, Stuttgart

Marotzki U. (2004). Zwischen medizinischer diagnose und Lebensweltorientierung. Idstein: Schulz-Kirchner

Marquardt M. (2004). Geschichte der Ergotherapie. Idstein: Schulz-Kirchner

Meyer A. (1922) . Philosophy of Occupational Therapy (Reprint from Archieves of occupational Therapy). AJOT, 1977/10: 639-642

Nelson D. (1996). Therapeutic Occupation: A Definition. AJOT, 50/10, 775-782

Pierce D. (2001) Untangling Occupation and Activity. AJOT, 55, 138-146

Roley, S.; Delany, J. (2009): Improving the Occupational Therapy Practice Framework: Domain & Process. OT Practice, February 2, 2009

Scheepers C., Steding-Albrecht U., Jehn P. (2007). Ergotherapie. Vom Behandeln zum Handeln. Stuttgart: Thieme

Straub J.; Werbik H. (1999). Handlungstheorie. Begriff und Erklärung des Handelns im interdisziplinären Diskurs. Frankfurt: Campus

Thapa-Görder N., Voigt-Radloff S. (2010). Prävention und Gesundheitsförderung - Aufgaben der Ergotherapie. Stuttgart: Thieme

Walkenhorst U. (2005). Aufbau einer ergotherapeutischen Forschung - Theoretische und empirische Grundlagen Teil I. Theoretische Grundlagen. E

Prüfungsleistung
  • Antwort-Wahl-Verfahren
  • Hausarbeit
  • Projektbericht, medial
Dauer

1 Semester

Angebotsfrequenz

Nur Wintersemester

Lehrsprache

Deutsch