Prozessbegleitende Analytik zur Qualitätssicherung

Fakultät

Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI)

Version

Version 1 vom 26.03.2026.

Modulkennung

11M2233

Niveaustufe

Master

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Sommersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Die rasche Entwicklung in der Industrie auf globalen Märkten und hohe Produktionsgeschwindigkeiten stellen MaterialingenieurInnen vor verschiedenen Herausforderungen. Diese Herausforderungen beginnen bereits bei der Beschaffung von Rohstoffen und Halbzeugen oder treten während des Produktionsprozesses auf. Das Modul "Prozessbegleitende Analytik zur Qualitätsicherung" konzentriert sich darauf, analytische Fragestellungen zu identifizieren, kriterienbasierte Auswahl von analytischen Methoden vorzunehmen, das Zusammenspiel verschiedener Methoden zu verstehen, die Komplementarität der Ergebnisse zu berücksichtigen und schließlich systematische Prozessoptimierung durchzuführen.

Lehr-Lerninhalte

1. Rheologie und Fließeigenschaften von Materialien
1.1 Einfluss auf die Verarbeitungseigenschaften
1.2 Unterschiedliche Methoden für das Messen rheologischer Eigenschaften
1.3 Auswirkung recycelter Materialien

2. Oberflächenanalytik zur Bewertung der Veredlung von Materialien
2.1 Einfluss auf die Weiterverarbeitungseigenschaften,
2.2 Unterschiedliche Methoden der Oberflächenveredlung 
2.3 Beeinflussung und Ermittlung der Oberflächenenergie
2.4 Auswirkung recycelter Materialien auf Veredelung und resultierende Eigenschaften

3. Analytik zur Fehlerbeschreibung und Prozessoptimierung durch bildgebende Verfahren
3.1 Erfassen von Mikrostruktur, Kornorientierung, Rauheit
3.2 Erweiterte Anwendung von Standardmethoden:  Mikroskopie (Digitalmikroskopie und REM), Tomographie (CT, 3D REM)
3.3 Halbautomatische Analysen (bspw. Image J oder auch Stream/AnalySIS)
3.4 Erkennen von Material- oder Prozessbedingten Materialfehlern und Ableiten von Lösungsstrategien

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
30Vorlesung-
15Seminar-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
30Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
45Literaturstudium-
30Prüfungsvorbereitung-
Benotete Prüfungsleistung
  • Portfolio-Prüfungsleistung
Bemerkung zur Prüfungsart

Die Portfolio-Prüfung umfasst 90 Punkte und besteht aus zwei Präsentationen (PR) und einer schriftlichen Arbeitsprobe (APS). Jede Präsentation und die schriftliche Arbeitsprobe geht jeweils mit maximal 30 Punkten in die Bewertung ein. 

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

Die Portfolioprüfung (PFP) setzt sich aus 2 semesterbegleitenden Präsentationen und einer schriftlichen Arbeitsprobe in Form von Poster, Vortrag, Kurze Videoeinheit, Abstract, etc. zusammen. Es sind drei unterschiedliche Präsentationsformate zu wählen. 

Empfohlene Vorkenntnisse

Grundkenntnisse der Materialographie und analytischen Techniken, wie sie in Werkstoff- und Produktanalytik vermittelt werden. Kenntnisse der Fraktographie diverser Materialien.

Studierende die ihre Kenntnisse und Fertigkeiten vor Beginn des Moduls auffrischen möchten, wird folgende Grundlagenliteratur empfohlen:

Romeis, B. (2019). Mikroskopische Technik. Walter de Gruyter GmbH & Co KG.
Hunger, H. J. (Ed.). (1995). Werkstoffanalytische Verfahren: eine Auswahl; mit 39 Tabellen. Dt. Verlag für Grundstoffindustrie.
Oettel, H., & Schumann, H. (Eds.). (2011). Metallografie: mit einer Einführung in die Keramografie. John Wiley & Sons.

Wissensverbreiterung

Die Studierenden können verschiedene material- und anwendungsspezifische Methoden zur prozessbegleiteten Analytik benennen.

Wissensvertiefung

Sie können in den verschiedenen Etappen der Verarbeitung frühzeitig Fehler identifizieren und Lösungsstrategien zur Abhilfe darstellen.

Wissensverständnis

Die Studierenden können Auswahl, Herangehensweise und Durchführung dieser Verfahren differenziert beschreiben und die Ergebnisse kritisch beurteilen.

Nutzung und Transfer

Die Studierenden können selbstständig geeigente Analysemethoden für eine prozessbegleitende Analytik individualisieren bzw. anpassen.

Kommunikation und Kooperation

Die Studierenden diskutieren in Kleingruppen die Aufgabenstellung reflektierend. Sie können die Ergebnisse gegenüber Fachpersonen (pot. Auftraggeber) argumentieren und kritisch kommunizieren.

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Studierende können die Ergebnisse wissenschaftlich fundiert aufbereiten und in geeigneter Form präsentieren und erläutern. 

Literatur

  1. Zhou, W., Apkarian, R., Wang, Z. L., & Joy, D. (2007). Fundamentals of scanning electron microscopy (SEM). Scanning microscopy for nanotechnology: techniques and applications, 1-40.
  2. Egerton, R. F. (2005). Physical principles of electron microscopy (Vol. 56). New York: Springer.
  3. Ehrenstein, G. W. (2019). Mikroskopie: Lichtmikroskopie, Polarisation, Rasterkraftmikroskopie, Flureszenzmikroskopie, Rasterelektronenmikroskopie. Carl Hanser Verlag GmbH Co KG.
  4. Literatur [1] Th. Schröder: "Rheologie der Kunststoffe"; Hanser Verlag 2018.
  5. Th. G. Mezger: "Das Rheologie-Handbuch"; Farbe und Lacke Bibliothek; 2016.
  6. M. Pahl, W. Gleißle und H.-M. Laun: „ Praktische Rheologie der Kunststoffe und Elastomere.“ VDI – Verlag, Düsseldorf 1995
  7. R.I. Tanner: "Engineering Rheology". Oxford University Press, Oxford 1988
  8. Manfred Rasche: Handbuch Klebtechnik, Hanser, München 201
  9. Gerd Habenicht: Kleben - Grundlagen, Technologie, Anwendungen, Springer-Verlag, Berlin 1986
  10. Antonio Pizzi: Handbook of adhesive technology, Marcel Dekker, New York 1994

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Angewandte Werkstoffwissenschaften
    • Angewandte Werkstoffwissenschaften M.Sc. (01.09.2025)

    Modulpromotor*in
    • Strickstrock, Monika
    Lehrende
    • Strickstrock, Monika