Biologische Verfahrenstechnik

Fakultät

Fakultät Ingenieurwissenschaften und Informatik (IuI)

Version

Version 1 vom 04.02.2026.

Modulkennung

11B0527

Niveaustufe

Bachelor

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Wintersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Die Bioverfahrenstechnik ist ein bedeutender Zweig der Verfahrenstechnik. In der pharmazeutischen Industrie und Lebensmittelbranche sind biologisch erzeugte Produkte unentbehrlich. Im Bereich Umwelttechnik oder resourcenschonender Rohstoffe spielt der Einsatz von Mikroorganismen und die Aufbereitung ihrer Produkte eine zunehmende Rolle. Das zentrale Lernziel ist das Verstehen bestimmter biologischer Prozesse im technologischen Bereich und deren Optimierung. Anhand von Beispielen und Exkursionen werden die Studierenden auf bioverfahrenstechnische Anwendungen im Energie-, Umwelt- und Produktionssektor vorbereitet. Sie sind in der Lage die Potenziale durch Einsatz von Mikroorgansimen abzuschätzen und können Fragestellungen der Umwelttechnik (Wasserreinigung, Luftreinigung) auf biologischer Basis bearbeiten. Die Energieerzeugung aus Mikroorganismen (Biogasherstellung) sowie die Herstellung von Energieträgern (Bioethanol) sowie die Herstellung von Produkten des Lebensmittelbereichs werden Ihnen in der Praxis und Theorie vermittelt.

Lehr-Lerninhalte

1. Einsatzgebiete der Bioverfahrenstechnik 2. Märkte biotechnologischer Produkte 3. Aufbau,Struktur, Isolierung und Aufreinigung von Zellproteinen 4. Biokatalysatoren, Enzymkinetik 5.Bildung der Biokatalysatoren: Wachstumskinetik von Mikroorganismen, Monod-Modell 6. Zusammensetzung künstlicher Nährmedien 7. Verfahren zur Bildung von Biomasse, primären und sekundären Stoffwechselprodukten 8. Batch-, Fed-Batch- kontinuierliche Kulturen, Betriebsweisen von Fermentern 9. Grundlegende Bioprozessmodelle : Bilanzen und Kinetik 10. Bioreaktoren, Einsatzgebiete, Aufbau und Regelungstechnik 11. Steriltechnik, CIP,-SIP-Verfahren 12. Downstreamprocessing 13. ausgewählte biologische Verfahren : - in der Lebensmittelindustrie, - in der pharmazeutischen Industrie - in der Umwelttechnik: Klärtechnik, Biofilter - in der Energietechnik z.B. Biogas- und Bioethanolerzeugung

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
60Vorlesung-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
60Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
30Prüfungsvorbereitung-
Benotete Prüfungsleistung
  • Klausur oder
  • Referat (mit schriftlicher Ausarbeitung)
Bemerkung zur Prüfungsart

Die Wahl der Prüfungsart aus den vorgegebenen Optionen obliegt den jeweils Prüfenden. 
Die Wahl der Prüfungsart wird den Studierenden zu Semesterbeginn mitgeteilt.

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

  • Klausur: siehe jeweils gültige Studienordnung
  • Referat: ca. 20-30 Minuten; dazugehörige Ausarbeitung ca. 5-10 Seiten

Empfohlene Vorkenntnisse

Biologische und mikrobiologische, verfahrenstechnische Grundlagen, Chemie

Wissensverbreiterung

Die Studierenden, die dieses Modul erfolgreich studiert haben, verfügen über fundierte Kenntnisse über biologische Systeme aber auch über vertiefte Kenntnisse über die Technik von Bioprozessen. Darüber hinaus besitzen sie ein Verständnis über den Umfang, die Hauptgebiete und die Grenzen der Bioverfahrenstechnik.

Wissensvertiefung

 Absolventinnen und Absolventen entwickeln Lösungsansätze und realisieren nach ihrem Wissensstand entsprechende Lösungen. Sie können biologische Prozesse auslegen und beschreiben. 

Wissensverständnis

Sie können bestehende Anlagen für neue Bioprozesse modifizieren und können mit dem Wissen über die Veränderungen des technischen Systems Bioreaktor bewerten, welche Auswirkungen diese auf die eingesetzten biologischen Zellen haben können.

Nutzung und Transfer

Sie können biologische Prozesse auslegen und beschreiben und ihre bioverfahrenstechnischen Fähigkeiten und Fertigkeiten in bekannten und neuen Kontexten anwenden.

Kommunikation und Kooperation

Die Studierenden nutzen unterschiedliche Ansätze und Verfahren, um biotechnologische Fragestellungen differenziert zu betrachten und biologische Systeme in der Energie- Umwelt- und Verfahrenstechnik gezielt auszuwählen und einzusetzen.

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Sie können bestehende Anlagen für neue Bioprozesse modifizieren und können mit dem Wissen über die Veränderungen des technischen Systems Bioreaktor bewerten, welche Auswirkungen diese auf die eingesetzten biologischen Zellen haben können.

Literatur

Chmiel, Horst (2018): Bioprozesstechnik, Springer Verlag 4. Auflage

Winfried Storhas (2018) Angewandte Bioverfahrensentwicklung Wiley-VCH, Weinheim

Hass, V.C., Pörtner,R. (2011): Praxis der Bioprozesstechnik, 2. Auflage. Spektrum Verlag

Mudrack, Klaus; Kunst, Sabine (2010) Biologie der Abwasserreinigung Sprektrum Acad. Verlag

Wink, Michael (2018) Molekulare Biotechnologie Wiley-VCH Verlag Berg, Jeremy M.; Tymoczko, John L.; Stryer, Lubert Biochemie Springerlink Verlag

Krämer, Johannes, Alexander Prange (2016)Lebensmittel-Mikrobiologie Ulmer UTB 7. vollst. überarb. Aufl.Lebensmittel-Mikrobiologie
Hopp, Vollrath (2000). Grundlagen der Life Sciences Wiley-VCH

Thieman, William, Palladino, Michael, A. (2007): Biotechnologie, Pearson Studium

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik
    • Energie-, Umwelt- und Verfahrenstechnik B.Sc. (01.09.2025)

    Modulpromotor*in
    • Hamann-Steinmeier, Angela
    Lehrende
    • Hamann-Steinmeier, Angela