Transformative Kompetenzen (IV): digital und data literacy

Fakultät

Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo)

Version

Version 1 vom 18.12.2025.

Modulkennung

22M1183

Niveaustufe

Master

Unterrichtssprache

Deutsch

ECTS-Leistungspunkte und Benotung

5.0

Häufigkeit des Angebots des Moduls

nur Wintersemester

Dauer des Moduls

1 Semester

 

 

Kurzbeschreibung

Dieses Modul vermittelt Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich der digitalen und Datenkompetenz, die für die Praxis in der Sozialen Arbeit relevant sind. Ziel ist es, die Studierenden zu befähigen, digitale Technologien und datenbasierte Ansätze reflektiert, verantwortungsbewusst und teilhabeorientiert in ihre professionelle Praxis zu integrieren. Im Rahmen des Moduls bearbeiten die Studierenden kleinere Data-Thinking-Projekte, die auf unterschiedliche Berufskontexte der Sozialen Arbeit abgestimmt sind. Diese Projekte ermöglichen einen praxisnahen Transfer von Kompetenzen im Bereich digitaler Technologien und datenbasierter Ansätze. Die Ausgestaltung dieser Projekte orientieren sich am Paradigma der menschenzentrierten Entwicklung digitaler Anwendungen (Human Centered Design, HCD) und fokussiert dabei auf gängige Data Science-Methoden. Hierbei werden u.a. folgende Fragen adressiert: Wie beeinflussen digitale Technologien und eine zunehmende Verfügbarkeit und -nutzung elektronischer Daten die Praxis der Sozialen Arbeit? Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich daraus? Wie kann digitale Teilhabe der Adressat*innen entwickelt und ermöglicht werden? Welche Kompetenzen in Datenethik und Datenschutz sind erforderlich, um digitale bzw. datenbasierte Anwendungen verantwortungsvoll einzusetzen? Welche Rolle spielen datenbasierte Entscheidungen in der evidenzbasierten Praxis der Sozialen Arbeit und wie kann KI eingesetzt werden, um Prozesse in der Sozialen Arbeit zu optimieren und gleichzeitig ethische Herausforderungen zu bewältigen? Neben HCD- und Data Science-Methoden liegt der Fokus des Moduls auf den Themen Datenschutz, Datensicherheit und auf ethische Aspekte der Digitalisierung sowie auf Potenziale und Risiken von KI-gestützten Anwendungen.

Lehr-Lerninhalte

  • Einführung in digitale Technologien und ihre Relevanz für die Soziale Arbeit; Verständnis der digitalen Transformation und ihrer Auswirkungen auf gesellschaftliche Prozesse, Einblick in grundlegende KI-Konzepte und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit.
  • Grundlagen der Datenanalyse und -interpretation; Verständnis von Datenethik und Datenschutzbestimmungen; Anwendung bestehender Datenquellen zur Unterstützung evidenzbasierter Praxis; Einführung in Data Thinking zur Strukturierung und Umsetzung praxisorientierter Lösungen in der Sozialen Arbeit,  Verständnis von KI-basierten Tools wie Vorhersagemodellen oder Entscheidungsunterstützungssystemen.
  • Praktische Einführung in relevante Software und digitale Werkzeuge, die in der Sozialen Arbeit eingesetzt werden, wie z. B. Datenmanagementsysteme und Kommunikationsplattformen; Anwendung von Human Centered Design (HCD)-Methoden zur bedarfsorientierten Anpassung und Nutzung digitaler Ansätze.
  • Entwicklung von Fähigkeiten für die effektive Nutzung digitaler Anwendungen, wie bspw. Online-Kommunikation mit Klientinnen und Kolleginnen; Verständnis der Chancen und Herausforderungen digitaler Interaktionen; Reflexion über barrierefreie und zielgruppengerechte digitale Kommunikation.
  • Analyse der Chancen und Risiken der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit; ethische und rechtliche Aspekte des digitalen Handelns; Förderung eines reflektierten und verantwortungsvollen Umgangs mit digitalen Medien und datenbasierten Ansätzen; Berücksichtigung der gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Technologien auf die Soziale Arbeit, kritische Auseinandersetzung mit den Potenzialen und Grenzen von KI im sozialen Kontext.

Gesamtarbeitsaufwand

Der Arbeitsaufwand für das Modul umfasst insgesamt 150 Stunden (siehe auch "ECTS-Leistungspunkte und Benotung").

Lehr- und Lernformen
Dozentengebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
45VorlesungPräsenz-
Dozentenungebundenes Lernen
Std. WorkloadLehrtypMediale UmsetzungKonkretisierung
40Veranstaltungsvor- und -nachbereitung-
35Literaturstudium-
30Erstellung von Prüfungsleistungen-
Benotete Prüfungsleistung
  • Hausarbeit oder
  • Referat (mit schriftlicher Ausarbeitung) oder
  • Portfolio-Prüfungsleistung
Bemerkung zur Prüfungsart

Es wird eine der drei Prüfungsformen in den ersten Wochen des Semesters ausgewählt und bekannt gegeben.

Die Portfolioprüfung umfasst insgesamt 100 Punkte und besteht aus einer schriftlichen Fallstudie (FSS) während des Semesters und einer abschließenden Präsentation (PR). Die FSS wird mit 60 Punkten und die PR wird mit 40 Punkten gewichtet.

Es wird einen Prüfer in allen Prüfungsformen geben.

Prüfungsdauer und Prüfungsumfang

Referat: 20 Minuten; dazugehörige Ausarbeitung: 5 Seiten

Portfolio-Prüfung: Die schriftliche Fallstudie liegt ingesamt bei 10-12 Seiten. Die abschließende Präsentation liegt bei ca. 15 Minuten.

Hausarbeit: ca. 15 Seiten

Die Anforderungen werden in der jeweiligen Veranstaltung konkretisiert.

Empfohlene Vorkenntnisse

Keine

Wissensverbreiterung

Die Studierenden können die grundlegenden Konzepte und Entwicklungen im Bereich digitaler und datenbasierter Technologien erklären. Sie sind in der Lage, die Rolle von Digital- und Datenkompetenzen in der Sozialen Arbeit zu beschreiben und deren Bedeutung im Kontext der digitalen Transformation zu erkennen.

  • Die Studierenden sind in der Lage, relevante Theorien und Modelle der digitalen Kompetenz und Datenkompetenz darzustellen.
  • Sie können die Auswirkungen digitaler Technologien auf soziale, ethische und rechtliche Rahmenbedingungen analysieren und einordnen.
  • Die Studierenden kennen die aktuellen Trends und Herausforderungen der Digitalisierung im sozialen Sektor.

Wissensvertiefung

Die Studierenden sind in der Lage, die Prinzipien der Datenerhebung, -analyse und -interpretation kritisch zu bewerten. Sie können komplexe Fragestellungen der digitalen Transformation auf die Soziale Arbeit übertragen und fundierte Lösungsansätze entwickeln.

  • Die Studierenden können digitale Werkzeuge und Datenanalysen nutzen, um fundierte Entscheidungen zu treffen und evidenzbasierte Praxisansätze zu unterstützen.
  • Sie verstehen die Wechselwirkungen zwischen technologischen Innovationen und gesellschaftlichen Herausforderungen in der Sozialen Arbeit.
  • Die Studierenden können spezifische Anwendungsfälle der Digital- und Datenkompetenz im Kontext der Sozialen Arbeit tiefgreifend analysieren und bewerten.

Wissensverständnis

Die Studierenden sind in der Lage, die Implikationen der Nutzung digitaler Technologien und Daten kritisch zu reflektieren und verantwortungsvoll zu handeln.

  • Sie können ethische und datenschutzrechtliche Aspekte im Umgang mit digitalen Technologien und Daten in der Sozialen Arbeit bewerten.
  • Die Studierenden hinterfragen die Risiken und Potenziale der Digitalisierung und entwickeln reflektierte Positionen zu ihrer praktischen Anwendung.
  • Sie können die langfristigen gesellschaftlichen Auswirkungen digitaler Innovationen und datenbasierter Entscheidungsprozesse kritisch analysieren und in den Kontext der Sozialen Arbeit einordnen.

Nutzung und Transfer

Die Studierenden wenden digitale Technologien und datenbasierte Ansätze auf praxisnahe Fragestellungen in der Sozialen Arbeit an und entwickeln innovative, menschenzentrierte Lösungen für Klient*innen und Organisationen.

  • Sie führen im Kontext von digital und data literacy Fragestellungen exemplarische Human Centered Design Prozesse durch
  • Sie entwickeln (prototypisch) und nutzen digitale Tools, um Prozesse zu optimieren und die Interaktion zu verbessern
  • Sie entwerfen innovative Modelle für den Umgang mit Daten im sozialen Sektor
  • Sie sammeln und analysieren Daten, um evidenzbasierte Interventionen zu gestalten.
  • Die Studierenden entwickeln multidisziplinäre Digitalisierungsstrategien für soziale Herausforderungen.

Wissenschaftliche Innovation

Die Studierenden entwickeln eigenständig forschungsgeleitete Ansätze, um die Rolle digitaler Technologien und Datenkompetenz in der Sozialen Arbeit zu untersuchen.

  • Sie wenden wissenschaftliche Methoden an, um Digitalisierungsthemen zu erforschen (zum Beispiel Literaturrecherche, ethnografische Methoden, bspw. im Rahmen von HCD-Prozessen)
  • Die Studierenden reflektieren Forschungsergebnisse kritisch und übertragen diese in wissenschaftliche und praxisorientierte Kontexte.

Kommunikation und Kooperation

Die Studierenden können digitale und datenbasierte Inhalte präzise und adressatengerecht vermitteln, sowohl in akademischen als auch in nicht-akademischen Kontexten. Sie arbeiten konstruktiv mit verschiedenen Akteur*innen zusammen und berücksichtigen dabei die Anforderungen der Sozialen Arbeit.

  • Die Studierenden bereiten wissenschaftliche Ergebnisse und Daten verständlich auf und vertreten diese in Diskursen.
  • Sie koordinieren interdisziplinäre Teams, erkennen Konflikte frühzeitig und fördern konstruktive Lösungen.
  • Die Studierenden moderieren Diskussionen zu Digitalisierungsthemen und vermitteln deren Relevanz für Praxis und Alltag.

Wissenschaftliches Selbstverständnis / Professionalität

Die Studierenden entwickeln eine reflektierte und sachlich-kritische Haltung gegenüber ihrem eigenen Handeln und Denken im Bereich digitaler und datenbasierter Technologien in der Sozialen Arbeit. Sie können theoretisches und methodisches Wissen nutzen, um ihr professionelles Handeln ethisch, verantwortungsvoll und an gesellschaftlichen Standards orientiert zu gestalten.

  • Die Studierenden sind in der Lage, ihr berufliches Handeln im Umgang mit digitalen Technologien und Daten kritisch zu reflektieren und auf ethische, rechtliche sowie gesellschaftliche Auswirkungen zu bewerten.
  • Sie entwickeln ein berufliches Selbstverständnis, das die Nutzung digitaler und datenbasierter Ansätze im sozialen Kontext verantwortungsvoll und reflektiert gestaltet.
  • Die Studierenden können Entscheidungen in der Sozialen Arbeit unter Berücksichtigung von Datenethik, Datenschutz und sozialen Folgen begründen und verantwortungsethisch reflektieren.
  • Sie erkennen situationsbezogene und übergreifende Rahmenbedingungen digitaler Transformation und können diese kritisch einordnen, um professionelles Handeln weiterzuentwickeln.
  • Die Studierenden übernehmen Verantwortung für die Gestaltung digitaler Prozesse in der Sozialen Arbeit und hinterfragen diese im Hinblick auf gesellschaftliche Erwartungen und die langfristigen Auswirkungen.
  • Sie sind in der Lage, alternative Handlungsstrategien zu entwickeln und ihr eigenes berufliches Handeln durch kontinuierliche Reflexion und Wissenserweiterung zu professionalisieren.

Literatur

Kutscher, N., Ley, T., Seelmeyer, U., Siller, F., Tillmann, A. & Zorn, I. (2020). Handbuch Soziale Arbeit und Digitalisierung. Weinheim: Beltz Juventa. Open Access: https://www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/produkte/details/39311-handbuch-soziale-arbeit-und-digitalisierung.html

Neumaier, S.; Dörr, M.; Botzum, E.: Praxishandbuch Digitale Projekte in der Sozialen Arbeit. Weinheim: Beltz Juventa. Open Access: https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:0111-pedocs-318936

VanderPlas, J. (2023). Handbuch Data Science mit Python: Grundlegende Tools für die Arbeit mit Daten. Übersetzung der 2. Auflage von Knut Lorenzen und Jørgen W. Lang. O'Reilly Verlag.

Dark Horse Innovation. (2016). Digital Innovation Playbook: Das unverzichtbare Arbeitsbuch für Gründerinnen, Macherinnen und Managerinnen.* Hamburg: Murmann Verlag.

Verwendbarkeit nach Studiengängen

  • Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten
    • Soziale Arbeit: Teilhabe zukunftsorientiert gestalten M.A. (01.09.2026)

    Modulpromotor*in
    • Liebe, Jan-David
    Lehrende
    • Liebe, Jan-David